Games: Dead Island

dead islandDer Sommer scheint vorbei, und du warst noch nicht lange genug im Urlaub? Dann buche jetzt einen Flug zur pazifischen Trauminsel Banoi. Hier erwartet dich absolute Ruhe und Entspannung vom Alltagsstress, da jeder Gast nur noch ein wandelnder Haufen totes Gewebe ist! Ob der Trip wirklich so erholsam ist und sich überhaupt lohnt, lest ihr im Reisebericht.

Partys, Palmen, Zombies und ein Bier

Ein Urlaub auf den man sich lange gefreut hat kann schon mal leicht zu einem negativen Erlebnis werden. Verdreckte Hotelzimmer, unfreundliches Personal und die Liegen am Pool sind ständig belegt. Wenn du aber eines Morgens aufwachst und dir will eine ganze Zombiehorde an die Wäsche, dann solltest du dringend den Urlaubsort wechseln. Bevor wir jedoch einchecken können, muss die Wahl auf einen der vier Charaktere getroffen werden, die sich als Überlebende entpuppen. Alle haben ihre kleinen Vor- und Nachteile sowie eine ganz individuelle Hintergrundgeschichte, warum sind denn auf dieser Zombieinsel gelandet sind. Fest steht jedoch, dass unsere vier Überlebenden immun gegen einen viralen Biss sind.

dead island

Da gibt es z.B. den Ex-Footballer Logan, ein Spezialist im Waffenwurf und eigentlich wollte er den Urlaub nutzen um den Dämonen seiner Vergangenheit zu entfliehen. Sam B., Rapper und absolutes „one hit wonder“, stürzte schnell in den Sumpf aus Alkohol und Drogen. Wie man am besten mit stumpfen Waffen umgeht, hat er jedoch nicht vergessen. Die Empfangsdame Xian Mei, jetzt natürlich arbeitslos, jedoch trotzdem eine Expertin in allen Klingenwaffen. Dann wäre da noch die ehemalige Polizistin Purna, die sich mit allen Schusswaffen gut auskennt und bisher ihr Geld als Bodyguard verdient hat. Das war es leider auch schon fast an Hintergrundgeschichte für unsere Zombie-Helden, denn im späteren Verlauf erfährt man nicht sehr viel mehr.

Warum ist man immun, oder wieso helfen einem die anderen Überlebenden obwohl man sich erst fünf Minuten kennt? Diese brennenden Fragen muss man sich zunächst vergebens stellen. Wem Dialoge wichtig sind, der spielt lieber Mass Effect 2 oder Fallout 3, denn auf dieser Insel wirken selbst die Lebenden hirnlos. Möchte das Spiel nämlich eine Entscheidung von euch erfahren, kann man sich geschickt mit einem simplen „Ja“ oder „Nein“ aus der Affäre ziehen.

Es gibt immer ´was zu tun

Kaum ist man draußen im Geschehen, kann man sich auch schon mit der schönsten Attraktion auf Banoi beschäftigen, dem Waffenbasteln. Spätestens hier wird dem Zombieliebhaber jedoch auffallen, dass „Dead Island“ eine Mischung aus dem zuvor erwähnten Fallout 3 und Dead Rising 2 zu sein scheint. Wen das nicht stört, der greift beherzt zum mit Nägeln versehenen Baseballschläger und verpasst den Nächstbesten Grabflüchtlingen einen detailierten „facelift“!

Hierfür gibt es als Belohnung dann Erfahrungspunkte und tolle Urlaubsmotive mit Stränden voller Blut. Neben dem Hack ’n‘ Slay darf man sich auch immer mal Sidequests stellen, die sich aber oft ähneln. Überlebender XY schreit in eurer nähe nach Hilfe, was natürlich unsere schlurfenden Freunde auf den Plan ruft. Diese werden schnell zu Gulasch verarbeitet und wir haben unsere gute Tat für diesen Tag erledigt. Falsch gedacht! Meist wollen diese dann auch noch zu einem sicheren Ort eskortiert werden und rennen dabei immer wieder in die Zombiehorden.

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Gut, dass man sich mit unendlich viel Gerümpel ausstatten kann, woraus sich immer etwas zaubern lässt, um sich dieser Plage zu entledigen. Mac Gyver wäre auf der untoten Insel trotzdem im Paradies. Erfahrungspunkte befördern den Levelaufstieg. Für jedes neue Level erhält man dann einen Talentpunkt, der sich in drei unterschiedliche Skillbäume pro Charakter verarbeiten lässt. Dabei sind einige Skills wie „Feministin-Hure“, 15% mehr Schaden an männlichen Gegnern, so geschmacklos wie das Spiel selbst.

Einer ist drei zu wenig

Zombies zu verprügeln, macht doch zu zweit mehr Spaß. Warum holt man sich dann nicht gleich das ganze Team auf die Insel? Übers Internet kann man sich zu viert zusammentun und gemeinsam auf Entdeckungstour gehen, was durch schnelle Drop-In Methoden gelöst wurde. Ihr könnte also einfach euer Spiel auf „öffentlich“ oder privat für Freunde stellen und nach kurzer Zeit hackt ihr schon im Duett auf leblose Körper ein. Diese ist wohl Dead Islands größter Pluspunkt, sonst kann man den „Hype“ um das Spiel nicht wirklich verstehen. Gilt es doch laut Publisher Deep Silver schon in der ersten Erscheinungswoche als Millionenseller.

Fazit

Dead Island bietet dem begeisterten Zombievernichter eine durchaus solide Schlachtplatte mit zahlreichen Waffen und Kombinationsmöglichkeiten. Auch die Entdecker unter uns kommen auf ihre Kosten, denn die Insel der Toten bietet ein großes Ausmaß an unterschiedlichsten Locations und viele Wege. Diese kann man auch mit einem Auto bestreiten, wobei man vom Fahrgefühl aber nicht mal an ein Auto denken darf. Das war es aber leider schon an positiven Feststellungen des Neulings aus dem Hause Techland, denn im Grunde bietet Dead Island nur verwurstete Standards aus anderen Spielen und wirkt dabei peinlich unausgereift. Vieles wurde durch ein „Day-One“ Patch schon behoben, sorgte aber gleichzeitig für neuen Ärger wie z.B. verlorene Speicherstände. Das in den ersten Tagen auch noch die Developer-Version via Steam runtergeladen werden konnte, lies wohl wie im Spiel ein paar Köpfe bei Techland rollen. Wer aber gerne ein paar virtuelle Köpfe einschlagen möchte hat mit seinen Freunden im Koop noch mehr Spaß und bekommt von der Seite eine absolute Kaufempfehlung.

Der stimmungsvolle Trailer erweckte vor dem Erscheinen das mediale Interesse ein besonderes Augenmerk auf diesen Titel zu werfen. Seht ihn euch mal an!

Dead Island: Official Announcement Trailer

Christian Porsch

studierte Informationsmanagement und beschäftigt sich für die Netzpiloten mit allem was in der Gamer-Szene passiert! Desweiteren interessiert er sich gleichermaßen für Film und Kino. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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