Crowd Computing

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Cloud Computing ist dank Amazons AWS Produkten zumindest den Geeks und Nerds ein Begriff, wenn nicht sogar heute schon Anlaß, den eigentlichen Nutzen zu hinterfragen. Denn so mancher Kunde hätte sich von der ersten Jahresrechnung vier bis sechs schöne eigene Server samt USV in den Keller stellen können. Aber es geht auch ganz anders – mit Crowd Computing.



Richard Revis von theplanis.com hatte eine coole Idee: Er bastelt gerade an einem Webdienst für das Projektmanagement. Die Kalkulationen, die dort nötig sind für das Errechnen neuer Deadlines oder das Ausrechnen von Stundenblättern verlagert er einfach auf die Kundenrechner. Richtig gehört. Er hat auf github eine Software online gestellt, deren Idee das Cloud Sourcing revolutionieren wird (really cloudy). Das Ganze funktioniert als opt-in Modell. Es ist auch ohne opt-in möglich, im Hintergrund Dienste ablaufen zu lassen, aber Revis bittet in seinen ethics davon Abstand zu nehmen, diese Funktion umfangreich auszunutzen. Im Kern ist es eine tolle Idee, die viele schon vom seti@home Projekt kennen. Dort waren Millionen von Computern per Bildschirmschoner verbunden mit der NASA und beteiligten sich dabei, das Rauschen des Universums nach Zeichen von fernen Zivilisationen zu durchsuchen. Dieser Ansatz von really cloudy ist eine tolle Sache für viele Demokratieprojekte rund um Portale und Blogs, die wenig Geld haben und deren Rechenbedarf auf die Leser verteilt werden kann.


Aus meiner Sicht jedenfalls ist es die Software des Jahres 2009. Warum? Weil es Cloud Computing endlich um den nötigen sozialen Faktor erweitert. Denn Media 2.0 ohne Softwarearchitektur 2.0 ist einfach nur die lang erwartete nutzerfreundliche Oberfläche des Web. Das senkt zwar die Hemmschwelle und kann einen demokratisierenden Einfluss auf Massenmedien ausüben, aber das Netz selbst ist dadurch noch nicht demokratischer geworden.

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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