Aufbau von Podcast-Episoden, die im Kopf bleiben

Egal ob auf einer langen Bahnfahrt, im Wartezimmer oder beim wöchentlichen Wohnungsputz – mit einer guten Podcast-Folge vergeht die Zeit wie im Flug. Aber woran liegt es, dass man jemandem 80 Minuten zuhört und gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht? Das ist von Podcast zu Podcast unterschiedlich. Aber egal, ob es ein richtig guter Inhalt, die lustige Erzählweise oder die angenehme Stimme ist, die euch fesselt, die meisten Podcasts haben noch etwas gemeinsam: Die Folgen haben einen logischen Aufbau, damit die Zuhörer*innen dran bleiben. Egal ob ihr frei sprecht, einem Skript folgt oder Interviews führt. Ein wenig Struktur bringt eine klare Linie in den Podcast und ist enorm wichtig, um die Episode von Anfang bis Ende spannend zu gestalten. Denn auch wenn die Inhalte bereits in euren Köpfen klar verständlich sind, benötigen eure Zuhörer*innen einen strukturierten Aufbau. So können sie besser euren Gedanken und den vermittelten Inhalten folgen.

Wie genau ein richtig guter Aufbau einer Podcast-Episode aussieht, erklären wir hier Schritt für Schritt. Dabei handelt es sich natürlich nur um Empfehlungen. Schließlich ist es euer Podcast und somit auch eure inhaltliche Gestaltung und euer Aufbau. Allerdings finden sich in vielen Podcasts immer vier Elemente wieder: ein Intro, eine Einleitung, ein Hauptteil und ein Schluss. Doch wie schafft man es durch diese Elemente die Hörer*innen in den Bann der Folge zu ziehen, sodass sie nicht nach zehn Minuten abschalten?

Das Podcast-Intro

Zu den wichtigsten Elementen einer Podcast-Episode gehört das Intro. Während des Intros stellt ihr euch den Hörer*innen kurz und prägnant vor, indem ihr sagt, wer ihr seid und mit welchem Thema sich euer Podcast beschäftigt. Das Intro ist so wichtig für den Aufbau von Podcast-Episoden, weil ihr neue Podcasthörer*innen innerhalb kürzester Zeit von euren Inhalten überzeugen müsst. Ihr müsst schließlich davon ausgehen, dass der ein oder andere Hörer*in euren Podcast in genau dieser einen Episode das erste Mal hört. Euer Intro ist also eine Art Pitch, mit dem ihr eure Zielgruppe ansprecht. Es empfiehlt sich, eine kurze Zusammenfassung über den allgemeinen Inhalt des Podcasts zu geben. Um Widererkennungswert zu schaffen, könnt euer Intro auch mit Musik untermalen.

Klingt einfach bisher, oder? Die Schwierigkeit liegt darin das Intro kurzzuhalten, es sollte im Idealfall nicht länger als 30 Sekunden gehen und trotzdem alle wichtigen Informationen enthalten. Wenn ihr euch jetzt trotzdem noch fragt, was genau ihr in eurem Intro erzählen sollt, könnten diese Fragen als Inspiration dienen:

  • Wer seid ihr?
  • Was macht ihr?
  • Warum machst du es?
  • Wie machst du es?
  • Welches Problem wollt ihr lösen? / Zu welchem Zweck macht ihr es?
  • Was macht euch dabei besonders?

Denkt immer daran, ihr wollt in kürzester Zeit eure Hörer*innen zum Bleiben animieren. Ist das Intro einmal fertig, müsst ihr es nicht jedes Mal neu aufnehmen. Die kurze Sequenz kann dann vor jeder neuen Episode eingefügt werden.

Die Einleitung

Nachdem das Intro das Interesse der Hörer*innen geweckt hat, könnt ihr mit der Einleitung in euren Hauptteil starten. Ihr beginnt damit zu erzählen, wovon die aktuelle Podcast-Folge handelt. Ihr nutzt die Einleitung dafür einen kurzen Abriss der Themen zu geben die behandelt werden oder Probleme zu nennen für die ihr in der Episode eine Lösung finden möchtet. Indem ihr das Problem nennt, aber noch nicht die Lösung verratet, könnt ihr Spannung aufbauen. So gibst du deinen Hörer*innen einen Grund, die Folge bis zum Ende zu hören.

Je nachdem, welches Format euer Podcast hat, variiert natürlich auch die Einleitung. Führt ihr Beispielsweise ein Interview eignet sich die Einleitung perfekt, um euren Gast vorzustellen. Auch hier könnt ihr das Ganze etwas spannender gestalten, indem ihr selbst über eure Gäste recherchiert und sie vorstellt. So könnt ihr die Einleitung etwas variieren und auf euren Gast anpassen. Außerdem startet ihr so nicht immer mit demselben Standardsatz: „Hey …., schön das du da bist! Erzähl uns doch mal etwas über dich.“. Das ist nicht sonderlich einfallsreich und kann schon in den ersten Minuten den Gesprächsfluss hemmen. Aber egal, um welches Episoden-Format es sich bei eurem Podcast handelt, die Anmoderation auf die Folge sollte einen Ausblick auf den Inhalt geben und neugierig machen.

Aber auch bei der Einleitung ist wieder wichtig, sie kurz und knackig zu halten, um schnell zu dem Teil überzugehen, für den eure Zuhörer*innen eingeschaltet haben. Auch hier haben wir wieder ein paar Fragen, die ihr euch stellen könnt, um den richtigen Inhalt für eure Einleitung zu finden:

  • Worum wird es gehen?
  • Was erwartet die Hörer*innen inhaltlich?
  • Welches Problem wird die Episode behandeln und vielleicht sogar lösen?
  • Was werden die Hörer*innen danach wissen / können?
  • Was wird es ihnen nützen?

Versucht zwar Neugier bei euren Zuhörer*innen zu wecken, allerdings keine falschen Versprechungen zu machen. Wenn ihr Erwartungen schafft, die ihr nicht erfüllen könnt, sind die Hörer*innen enttäuscht und im schlimmsten Fall verlierst du sie komplett. Die Hörer*innen sollten anhand des Ausblicks ehrlich entscheiden dürfen, ob die Episode inhaltlich für sie interessant ist oder nicht.

Der Hauptteil

Nach der Einleitung wissen die Hörer*innen, was sie in den nächsten Minuten erwartet, also könnt ihr mit dem Hauptteil starten. In diesem Teil erzählt ihr alle relevanten Fakten, die zu deinem Thema passen, interviewt euren Gast oder erzählt eine Geschichte, je nachdem welches Format euer Podcast hat. Wichtig ist hier, dass ihr den Kern eurer Aussage trefft. Dafür solltet ihr darauf achten, pro Episode nicht zu viele Probleme und Themen anzusprechen, sodass die Episode ein wenig Struktur hat.

Um den Überblick zu behalten, kann es hilfreich sein, sich vorher einen Plan zu erstellen. Darin könnt ihr festlegen, wann ihr welches Thema veröffentlichen möchtet. So könnt ihr für jedes Thema vorab ausführlich recherchieren und Stichpunkte machen, mit Dingen, die ihr sagen möchtet. Diese sollten nicht ausformuliert sein, sondern nur als Gedankenstütze dienen und euch helfen, falls ihr den Faden verliert. So stellt ihr sicher, dass nichts vergessen wird und ihr euch nicht wiederholt. Egal ob mit Skript, nur mit Stichpunkten oder ganz frei, fast noch wichtiger als ein schlüssiger Aufbau von Podcast-Episoden im Hauptteil ist Authentizität. Schließlich möchtet ihre eure Hörer*innen ja überzeugen! 

Der Schluss

Besonders wenn die Episode viel Inhalt hatte, ist es sinnvoll am Ende eine kurze Zusammenfassung zu geben. So werden die wichtigsten Learnings der Episode nochmal erwähnt und den Hörer*innen bleibt der Inhalt länger im Kopf. Das ist fast genauso wichtig wie das Intro für den Aufbau von Podcast-Episoden.  Ihr könnt den Schluss zum Beispiel mit „fassen wir noch einmal zusammen…“ einleiten.

Nach einer kurzen Zusammenfassung habt ihr in diesem Teil der Podcast-Episoden zudem die Möglichkeit für einen Call to Action, also eine Handlungsaufforderung. Ihr könnt eure Hörer*innen beispielsweise dazu aufrufen, sich die nächsten Episoden anzuhören, eine Bewertung dazulassen oder euch auf Social Media zu folgen. Ihr könnt diesen Teil der Episode auch nutzen, um darauf hinweisen, welche weiteren Infos die Hörer*innen zu dieser Folge in den Shownotes finden. Das können beispielsweise Links zu Kanälen der Interviewgäste sein oder zu eigenen Produkten.

Überlegt hier immer schon vorher worauf der Fokus liegen soll und ladet ganz klar zu einer bestimmten Handlung ein, die zum Beispiel zum Thema der Episode passt oder einfach grade aktuell und wichtig für euch ist.

Podcast-Episoden die im Kopf bleiben!

Jetzt habt ihr eine Vorstellung, wie der Aufbau von Podcast-Episoden aussehen kann, sodass die Hörer dran bleiben und sich nachhaltig an sie erinnern. Vergesst nicht, dass alles reine Übungssache ist, nach ein paar Episoden werdet ihr keine Probleme mehr damit haben, den Aufbau richtig zu gestalten. Wenn ihr noch unsicher seid könnt ihr euch mal verschiedene Podcast-Episoden von verschiedenen Podcaster*innen anhören und euch inspirieren lassen. Hört doch zum Beispiel mal in unseren Podcast Tech und Trara! Oder habt ihr noch gar keine Ahnung wie man einen Podcast grundlegend erstellt? Dann schaut euch doch mal diesen Artikel an.

Dieser Text ist Teil der Netzpiloten Creative Tech Season. In dieser widmen wir uns von Oktober bis Dezember den kreativen Möglichkeiten, die uns Technologien bieten und geben euch Inspiration, Anleitungen, Tipps und Tricks für eigene Projekte! Hier findet ihr mehr Informationen zur Creative Tech Season sowie allen darin enthaltenen Artikel.


Foto von © polinaloves via Adobe Stock

Patricia Zippel

studiert Leisure and Tourism Management und interessiert sich besonders stark dafür, wie Digitalisierung die Tourismusbranche nachhaltig verändert. Wenn sie die Netzpiloten nicht in der Redaktion unterstützt, hört sie Podcast, ist auf Reisen oder testet sich durch die Cafés der Stadt.


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