Web 2.0 ist eine Goldader, Blogs sind ein Flop

Eine Nachbetrachtung zur DLD Konferenz in München, von Dr. Frank Huber

Manche Dinge muss man erst einmal eine Nacht sacken lassen, daher nun mein DLD 07-Fazit: das “Participation Age” der “Social Networks” und damit das Web 2.0 sind eine Goldader. Warum? Noch nie war es so einfach die Ressourcen anderer zu nutzen. Wie sagte Rob Beckstrom über Joost: “They are just using your harddrive to host their content”.

Doch nicht nur die Ressourcen anderer werden genutzt, auch deren Arbeit. Man nennt das dann Community. Allen gemein ist die Zeile aus einem Lied von Klaus Lage: “… und die Kohle fällt nach oben”. Das Web 2.0 ist also wirklich in vielen Fällen eine unter dem Deckmantel des “sozialen Netzwerkes” ablaufende Veranstaltung zur Gewinnmaximierung.

Weltmeister darin, das zeigte die DLD, sind die Amis – wir Deutsche sind uns dafür zu fein oder zu dumm dafür.

Besonders interessant finde ich da die Situation der Verleger. Sie kommen mir wie ein Mineralölkonzern vor, der sich angesichts der globalen Herausforderungen komplett neu ausrichten muss. Um es mal konkret zu machen: Aus BP wurde “beyond petroleum” – was wird aus Hubert Burda Media?

Das sind keine kritischen Fragen, sondern Fakten. Denn mit den netten „Bunte“-Themen und der Info-Elite der 90er kann man heute keinen Blumentopf gewinnen. Die wirklich süßen „Bunte“-Girls in weißen Jeans/Miniröcken und weißen Slippern waren für mich z.B. symptomatisch für die aktuellen Print-Konzepte.

Was für ein herrlicher Ausflug in die (sorgenfreien) 80er in einem Hotel mit goldenen Lüstern und Marmorböden. Fehlte nur noch Michael Graeter, der mich interviewt – ich gebe ja zu, dass ich ab und zu seine Rolle gespielt habe.

Wer weiß wie heute Klatsch & Tratsch gespielt wird (Gofugyourself), der wird merken wie hoffnungslos von gestern diese Ansätze sind. Doch wie kann man den neuen amerikanischen Mega-Medienmarken wie YouTube und MySpace Konkurrenz machen? Oder noch pointierter: Wie erfindet man die Post-YouTube Medienmarke oder “the next big thing” nach Joost und Blyk?

Burda wird im für “Brains” attraktiven München ganz neue Aktivitäten starten. Das ist auch dringend notwendig. Denn die Themen, die angegangen werden müssen, bedrohen das Geschäftsmodell aller Verleger im Kern. Blogs sind da das kleinste Übel.

Über Blogs spricht keiner der Visionäre mehr – kommerziell sind sie ein Witz und in ihrer heutigen Struktur haben sie Kindergartenniveau. Echte Pro-Blogger müssten sich erst mal mit journalistischen Darstellungsformen und -techniken vertraut machen, um auf hohem Niveau kreativ Inhalte anzubieten, die sie zur Marke machen (siehe Huffington Post). Alles andere ist Hobby-Bloggen.

Derzeit besteht von dieser Warte her keinerlei Gefahr für die Verleger. Die Gefahr kommt eher von Giganten wie Google, ohne die Verleger heute im Internet gar nicht mehr leben können. Sie bedrohen die Kontrolle über die Inhalte und deren Verwertung. Dazu kommen noch all’ die “User stolen content”-Konzepte, die ebenfalls alle von den Verleger-Inhalten profitieren.

Hubert Burda bezahlt also die Party der anderen – so wie es er in München großzügigerweise gemacht hat. Dafür bin ich – und sind alle Gratis-Teilnehmer – ihm zu Dank verpflichtet. Als ehrlicher Gast will ich aber seine an mich persönlich gerichtete Frage: “Was gibt es Neues?” auch ehrlich beantworten.

“Nicht viel Erfreuliches für Verleger” – denn die müssen z.B. lernen, Eintritt für ihre Parties zu verlangen. Von den Usern, von Google, und all’ den anderen Content-Profiteuren. Meine konkreten Vorschläge dazu sind bekannt – gerne bereite ich sie für einen Termin in Offenburg wie besprochen auf.

Denn ich möchte, dass weiter Journalisten für ihre Arbeit bezahlt werden, dass sich die Produktion qualitativ hochwertiger Inhalte lohnt und dass wir in Zukunft nicht nur von US Content Fast Food leben müssen. Das gilt im übrigen auch für das Schlüsselthema “Suche” – das neben dem kulturellen Hintergrund vor allem ein zentrales Business-Thema ist.

Europa hat hier den Anschluss komplett verloren – mit einem smarten, sehr pragmatischen Ansatz könnte man da noch was machen. Die Blogs und alle Leser-Reporter dürfen dann darüber (mal wieder gratis) berichten – das Geld verdienen (mal wieder) andere.

Fazit: mit Inhalten anderer lässt sich blendend Geld verdienen. Das Web 2.0 ist in diesem Sinne eine Goldader, Blogs sind in Deutschland ein kommerzieller Flop. Vielleicht sind es auch diese Gründe, warum A-Blogger ihre Start-ups nicht im Blog-, sondern in verwandten Bereichen sehen.

Letztendlich geht es darum, Geld zu verdienen. Entweder die Umsätze kommen direkt vom Kunden oder (indirekt quasi) über Händler- oder Hersteller-Werbung. Das erstgenannte Modell wird m. E. trotz sehr erfolgreicher Beispiele (siehe Fotocommunity) zu wenig praktiziert, das letztgenannte Modell überfordert. Wenn man sich mal überlegt was alles durch Werbung finanziert werden soll, dann fragt man sich, ob es so viele Werbetreibende überhaupt geben kann.

Es bleibt also spannend, und ich bin ganz neugierig auf all’ die neuen Geschäftsmodelle und -initiativen. Die DLD hat mir persönlich in diesem Kontext wichtige Einsichten beschert – ich hoffe vielen anderen Teilnehmern auch.

Dr. Frank Huber ist ausgebildeter Marketing-Fachmann (Diplom-Kaufmanm, promovierter Diplom-Volkswirt) und hat an vier Universitäten (Freiburg i. Br., Köln, St. Gallen, Ann Arbor) studiert.
Neben zahlreichen Unternehmensgründungen und seiner derzeitigen Tätigkeit als Medienberater hat er als Erster versucht, die Media-Akzeptanz bei Bloggern gezielt zu testen.
Er ist ein Macher und streitbarer Geist, der zunächst als “innovative Störung” im Blogbetrieb betrachtet wurde und dessen Thesen nicht unumstritten sind. Als sozialphilosophisch ausgebildeter Denker stehen für ihn jedoch Kritik und Erkenntnisfortschritt in einem unmittelbaren Zusammenhang.
Seine konstruktiv-kritischen Erkenntnisse zum Thema “Web 2.0” publiziert er tagesaktuell auf seinem Media-Blog.

(Erstveröffentlichung im Media-Blog)

ist Journalist und Berufsblogger. Blogger ist Gigold bereits seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2000, seit 2005 verdient er sein Geld mit Blogs und arbeitete u.a. für BMW, Auto.de und die Leipziger Messe. Selbst bloggt Gigold unter medienrauschen.de über Medienthemen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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32 comments

  1. Aus dem Fokus, der hier angewendet wird, stimme ich dem Flop „Blog“ zu. Die Aussage „Über Blogs spricht keiner der Visionäre mehr – kommerziell sind sie ein Witz und in ihrer heutigen Struktur Kindergartenniveau.“ darf jedoch meiner Ansicht nach nicht pauschal über alles gestülpt werden, was sich „Blog“ nennt. Denn grosse Teile der bloggenden Menschen hierzulande glauben nicht, dass sie damit einst Geld verdienen können oder wollen. Es sind eben Hobbyblogger, was in diesem Artikel eher als negativ abgestellt wird.

    Diese Blogs bekommen nicht die Aufmerksamkeit, welche die kommerziellen Web 2.0 Dinger auf sich ziehen, das müssen sie auch nicht, da sie einer andern Aufgabe nachgehen.

    Darf ich freundlich um eine Defintion von „Produktion qualitativ hochwertiger Inhalte“ bitten?

    Wenn ein Schreiber solches Inhalte propagiert, dann dürfte meines Erachtens hier kein „weisser Schimmel“ in der Formulierung benutzt werden. Hochwertig ist ein Adjektiv, das eine Qualität beschreibt. Deshalb ist eine qualitativer Wert so ziemlich sinnfrei.

  2. Kecker Artikel. Aber was Marketingfuzzis immer übersehen. Blogs haben in erster Linie gar keine kommerziellen Absichten.

    Die Konfrontationen im letzten Jahr 2006 mit den PR- und Marketingblogs und die Diskussionen um sie sind darauf zurückzuführen, dass letztere sich in die Szene ziemlich laut „reingedrängelt“ haben mit dem zweifelhaften Versprechen, irgendwie Geld verdienen zu können. Wenn sich dieselben jetzt zurückziehen wollen, weil das angeblich nun doch nicht geht, umso besser. Die selbstreferenziellen Diskussionen dafür und wider hat man nun wirklich langsam satt.

    Und zu den Medienkonzernen. Da gebe ich dem Autor recht. Die haben ein Problem. Aber das ist nicht das Problem der Blogger.

    Zu den Aal-Geschäftsmodellen. Kann man Geld verdienen mit. Richtig. Aber die Claims sind abgesteckt. Gut verdienen können hier nur „Große“.

    Deshalb wird die nächste ganz große Geschichte im Web etwas komplett anderes sein. Ihm wird ein grundsätzlich anderes Prinzip zugrundeliegen. Irgendwas suversives. Ich habe keine Ahnung, was und die DLD’ler wohl auch nicht, d.h. vielleicht die Techno-Humanisten, die dort vertreten waren? Aber Web 2.0 bis Web 9.0 wird es nicht sein. Das ist von seinen Möglichkeiten jetzt bekannt und die Begrenzungen sind offensichtlich.

    Was ich vermisse:

    Ein seriöses Nachrichten-Portal (ZEIT,FAZ,Welt,SpOn,….), wo die Journalisten Kommentare ohne Registrierungszwang unter ihren Artikeln zulassen und dort auch selbst mitdiskutieren.

    Und eine neue Redaktion bestehend aus in- und ausländischen Korrespondenten, die nicht zu einem Medienkonzern gehören, sondern z.B. genossenschaftlich organisiert sind und dann SpOn Konkurrenz machen und ihnen die Werbung abnehmen.

    Solche Projekte würden mal wieder Leben ins Internet bringen, das zur Zeit den Charme einer Einkaufspassage mit integriertem C&A besitzt, weil jeder nur vom Geldverdienen redet.

  3. Also ich versuche mal zusammenfassend die Punkte abzuarbeiten (das ist das wovor Journalisten Angst haben/bzw. keine Lust zu haben, weil sie gerade im Flow sind und eine tolle Story schreiben wollen, oder noch 10 News machen müssen …).
    Die Defintion von “Produktion qualitativ hochwertigen Inhalte” dürfte sich an den von mir genannten journalistischen Gütekriterien messen lassen. Das fängt beim Fact checking an und geht bis hin zu guten Interviewfragen und neuen Darstellungsformen. Ich habe (leider) nicht Journalistik studiert, meine aber als Leser beurteilen zu können was gut ist.
    Marketingfuzzis prallen in Blogs auf Weltverbesserer. Nein, so würde ich es nicht sehen. Für den Mensch an sich sind Blogs ein voller Erfolg, da er hier „sein“ darf. Die Wärme und Geborgenheit der Gruppe kann kein Geld ersetzen.
    Doch man darf das „alle halten sich an den Händen und fühlen sich gut“ nicht absolut setzen. Ebensowenig wie Umsätze als Erfolgsgradmesser. Rein menschlich gesehen.
    Doch ich schreibe über Business und so gesehen sind Blogs ein Flop.
    Die o.g. Ideen einer Newsplex-Genossenschaft, das Finden neuer Ausdrucksformen, etc. sind meines Erachtens ganz tolle Anzeichen einer positiven Rebellion.
    Warum darf ein Punk nicht Millionär werden? Vivienne Westwood macht es vor – wann nutzt der erste von euch sein Wissen über die Blogszene um seine Ideen zu realisieren?
    Anstatt abzuschalten „Unsubscribe Feed“, sollte man eher sein Gehirn einschalten und LERNEN. Denn genau das hat Burda auf dem DLD gemacht. Er ist 67 und lernt jeden Tag, statt in Rente zu gehen.
    Und er würde sicher jedem Rebellen mit einem Markt (bzw. sinnvollen Business Plan) sein Geld geben. Ihr müsst es nur abholen. Oder eben selbst machen und auf gut proletarisch gesagt den Arsch hoch kriegen.
    P.S.: Warum ich hier schreibe? Weil ich darum gebeten wurde und weil es mir Spass macht. Weil ich lernen will. Weil ich eure Kommentare lesen will – it’s that simple!

  4. > Warum darf denn der Herr Huber hier schreiben?

    Weil wir Meinungen und Ansichten in unserer Gastautoren-Rubrik ein Forum geben wollen; durchaus auch einmal welchen, die für Diskussionen sorgen oder die nicht jeder teilt …

  5. „Über Blogs spricht keiner der Visionäre mehr – kommerziell sind sie ein Witz und in ihrer heutigen Struktur Kindergartenniveau.“

    WARUM immer Pauschalaussagen?
    Könnten wir nicht eher alle gemeinsam die Meinung vertreten, daß Blogs im allgemeinen niveaulos sind, hin und wieder aber mal auch echte Knüller drunter sind?

    Schaut mal, an welches Tabuthema sich hier jemand herangewagt hat:

    http://disclosureproject.blog.de

    Welcher Journalist hätte sich da rangewagt, hm?
    Seriös, interessant und absolut nicht reisserisch.

    gruss
    Nicole

  6. Kann mich jovelstefan nur anschließen.

    „Unsubscribe Feed“

    Diesem Herrn sollte kein Forum geboten werden. Auch wenn seine Behauptungen und Theorien noch so sehr zum Lachen anregen.

  7. Kontroverse Gastautoren in allen Ehren, aber – diese selbstgefeilte Autorenvita und das feiste Angebot, dem Verleger die eigenen Konzepte zu präsentieren, das ist erbärmlich. Wie könnte man besser zeigen, daß man genau gar nichts verstanden hat vom Bloggen?

  8. Wer von neuen Konzepten nichts versteht, der hat meinen Blog nicht gelesen.
    Und eine Gegenfrage: Worin besteht den das Ihnen eigene besondere Blogverständnis? In Besserwissen und Bevormundung?
    So kommt es mir jedenfalls vor.

  9. Ach, hier auch noch Dr. Huber, der selbstbeweihräucherungs Geldfatzke mit seinem 20 Jahre alten Passfoto und einer Vita, die so wahr ist, wie er dauernd von Pressemeldungen abschreibt ohne das als Zitate kenntlich zu machen. Es lege sich Schnee über seine Texte und wenn der getaut ist, ist hoffentlich auch sein Geschreibsel nicht mehr zu lesen.

  10. Bunte und Infoelite in einem Atemzug zu nennen scheint mir aber ziemlich retroaffin.

    Sachma Doc, wenn die Blogs jetzt monitär durchgedudelt sind, wo gehts dann hin? Spontan würde mir SecondLive einfallen, bin mir sicher man könnte da noch ein Kiosk neben einen Major pappen. Aber Vorsicht, seit kurzen fliegen da Schwellkörper besonders tief.

  11. Batz: Danke. Das war heute mein zweitgrößter Lacher.

    > Weil wir Meinungen und Ansichten in unserer
    > Gastautoren-Rubrik ein Forum geben wollen; durchaus auch
    > einmal welchen, die für Diskussionen sorgen oder die nicht
    > jeder teilt …

    So weit so gut. Aber eignen sich dafür Leute mit irgendeiner Kompetenz (und damit meine ich nicht pathologische Selbstüberschätzung) nicht besser?

  12. So schnell kommt man auf dem niedrigsten Niveau an. Ich sag was – drei fallen mit einem Schuss um und der Rest wird wütend.
    Hallo Leute, wo bleiben die Sachargumente oder neue Ideen? Lasst uns doch gemeinsam diskutieren, wo es hingeht.
    Ich will nicht immer alles alleine machen müssen – aber an das bin ich ja als Unternehmer gewohnt…

  13. Herr Huber, ich kenne sie nicht wirklich und habe bisher nur wenig über sie gelesen. Wobei der Großteil, oder besser gesagt alles nur negativ war.

    Ich habe mir trotzdem die Zeit genommen – die Meinung vieler ignoriert – und mir einiges auf ihrem Blog durchgelesen um mir selbst eine Meinung zu bilden. Leider jedoch hebt sich diese nicht von der Masse ab. Daran ist wahrscheinlich, die meiner Meinung nach, übermäßige Selbstbeweihräucherung schuld, welche sie praktizieren – und die wohl – auch meiner Meinung nach – wirklich unangebracht ist.

    Ihre Theorien, Ansichten und Einschätzungen, besonders der Blog halte ich weiß Gott, für schlichtweg falsch, abstrus und einfach nur oberflächlich.

    Allerdings, muss ich zugeben: Die Reaktionen mancher hier, sind wirklich nicht die feine Englische Art. Auch wenn manche der harschen Kommentare durchaus begründet sind.

    Aber, Herr Huber, um nochmal auch sie zu sprechen zu kommen. Wie sie feststellen, müssen sie „immer alles alleine machen“, aber daran wären sie ja als „Unternehmer gewohnt“.

    Tut mir sehr leid, aber außer ihrem Portal „first.info“ und ihrem Blog konnte ich nichts im weiten Netz entdecken, dass sie gemacht haben – oder unternahmen. Gibt es andere Projekte von ihnen, die man näher betrachten kann ? – vielleicht habe ich mich ja in ihnen getäuscht.

  14. Was machen Unternehmer? Etwas unternehmen. Und wohl am besten gar nichts bloggen – oder keine Website haben. Wie die Samwers – deren Mülleimer durchwühlt dann nämlich kein Herr Niggemeier.
    Mein Gott, hat der mir Leid getan wie er da so allein auf der DLD rumstand … und jetzt widmet er mir seine ganze Energie. Gleich kommt ja die BILD-Zeitung raus, dann hat er wieder was zu tun…

  15. a) wg. des verschwundenen Kommentars: WordPress hat ihn kurz unter Moderation gestellt gehabt; da hier zu viele Kommentare aufschlugen … Ist jetzt wieder da …

    b) Der allgemeine Ton darf trotz allem doch ein zumindest „menschlicher“ bleiben, ok?!

    c) Nein, sicherlich muss man nicht jeder Meinung ein Forum geben, aber wir reden hier nicht von einer Meinung die andere verletzt, diskriminiert oder verleumdet. Natürlich darf und kann man sich über die Ansichten von Herrn Huber streiten, sie ignorieren oder lächerlich finden. Das sei einem jeden frei gestellt. Ich gehe mit dem Eintrag auch nicht unbedingt konform, das ist aber erstmal kein Grund, ausfallend zu werden

    (mail@gigold.de)

  16. Ok. Danke Thomas für die Infos.

    Mal eine Frage – natürlich ohne Hintergedanken: Darf Herr Huber Kommentare lösche?

    zu b) Klar. Da stimme ich dir zu. Das ganze sollte schon zumindest etwas sachlich/menschlich bleiben.

  17. Das Problem sind aus meiner Sicht nicht die „Ansichten“ von Herrn Huber (überwiegend verstehe ich gar nicht, was er mir sagen will, abgesehen davon, dass Blogger zu blöd sind, reich zu werden). Das Problem ist die Person von Herrn Huber. Wer ist dieser Mann? Der Gedanke von einigen, dass es sich um eine reine Kunstfigur handelt, ist ja nicht aus Bösartigkeit entstanden, sondern daher, dass man nichts über ihn weiß. Was arbeitet er? Wen berät er? Warum gibt er sich als großer Internet-Unternehmer aus, ohne je konkret zu werden? Warum entpuppt sich fast jede seiner Behauptungen als Hochstapelei?

    Übrigens hilft dabei nicht, wenn ihr seine Parodie einer Selbstdarstellung „Er ist ein Macher und streitbarer Geist…“ eins zu eins übernehmt, ohne kenntlich zu machen, dass sie von ihm ist.

    Und noch zum Thema „menschlicher“ Ton. Herr Huber war es, der anlässlich des DLD über ix schrieb: „wer sich mit seinem wirren Geschreibsl so über andere lustig macht, der sollte sich selbst mal waschen und rasieren und wiegen.“ Und mutmaßlich über ix, evtl. aber auch über Sascha Lobo: „es gibt Leute, die würde ich nicht mit Handschuhen anfassen – als Quotenpunk lässt man sie zur Bereichung des Farbspektrums als grosszügiger, innovativer und weltoffener Gastgeber aber halt auch mal auf seinen Veranstaltungen rumlaufen.“ Und bei mir im Blog (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/udo-walz/#comment-939) hat er nebenbei noch seinen Stolz demonstriert, wenigstens nicht schwul zu sein. So menschlich ist der Ton beim feinen Herrn Huber.

  18. Blogpiloten scheint ja bisher keine Goldader zu sein, wenn Ihr den großer Macher braucht, um mal ein bisschen Krawall zu machen und ein paar aufgeregte Klicks aus der Blogosphäre zu generieren. Die Klicker sind nächste Woche wieder weg. Und die Unsubsriber bleiben weg. Flop.

  19. Also wenn ich quasi nicht nur das Internet, sondern auch noch Ebay und Amazon erfunden hätte, würde ich auch nicht auf die „kleingeistigen“ Fragen von Stefan Niggemeier antworten. Der Huber Frank hat’s doch gar nicht nötig, sich vor uns auszubreiten, der schwimmt doch bestimmt im Geld. Der ist soweit vorne, der kennt sich im Bildzitaterecht aus, viel besser als der Niggemeier.

  20. Hmm, wo ansetzen? Vielleicht an den Aussagen von Herrn Huber, die einiges über seine Sicht auf das neue Netz aussagen.

    „Über Blogs spricht keiner der Visionäre mehr – kommerziell sind sie ein Witz und in ihrer heutigen Struktur haben sie Kindergartenniveau. Echte Pro-Blogger müssten sich erst mal mit journalistischen Darstellungsformen und -techniken vertraut machen, um auf hohem Niveau kreativ Inhalte anzubieten, die sie zur Marke machen (siehe Huffington Post). Alles andere ist Hobby-Bloggen.“

    Diese Einschätzung zeugt von einer leider weit verbreiteten elitären Sichtweise auf die Phänomene des neuen Netzes: Die Beiträge der Leute, die keinerlei kommerzielle Ambitionen haben und aus Spaß an der Freude bloggen, podcasten, Videos hochladen etc., werden abqualifiziert – aber gleichzeitig will man mit ihnen Geld verdienen, indem man ihnen Werbung unterjubelt, ihre Inhalte ohne Entgelt zweitverwertet oder ihre Daten verkauft.

    „Hubert Burda bezahlt also die Party der anderen – so wie es er in München großzügigerweise gemacht hat. Dafür bin ich – und sind alle Gratis-Teilnehmer – ihm zu Dank verpflichtet.“

    Jein. Ich war auch beim DLD, und ich habe kein Geld gezahlt – aber ich habe meine Aufmerksamkeit geschenkt, was in der heutigen Zeit möglicherweise ähnlich wertvoll ist wie Euros. Wenn ich Herrn Burda zu Dank verpflichtet bin, dann ist er genauso mir, Herrn Niggemeier, Herrn Schwenzel, Herrn Lobo, aber auch den anwesenden Journalisten, Venture Capitalists und Marketing-Menschen zu Dank verpflichtet, denn ohne uns hätte der DLD nicht stattgefunden. Herr Burda hat den DLD nicht organisieren lassen, weil er ein Altruist ist, sondern weil er sich selbst im Gespräch halten will und weil er mitbekommen möchte, welche Themen gerade im Gespräch sind.
    Das bringt mich zu meinem letzten Punkt, nämlich zu den abfälligen Bemerkungen über „die Quotenpunks“, die Stefan Niggemeier oben zitiert und die mich schon beim ersten Lesen im Blog von Herrn Huber in Rage gebracht haben: Ich habe beim DLD sehr vermisst, dass die Menschen, um die es bei der Tagung eigentlich ging (der „gemeine Nutzer“), überhaupt nicht vertreten waren. Warum nicht ein Panel machen, in denen zumindest ein WOW-Gamer, ein D-List-Blogger, ein Youtube- oder Sevenload-nutzender Teenager sitzt? So war es eine Show von den kommerziellen Verwertern für die kommerziellen Verwerter. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden – aber dann bitte nicht wundern, wenn die Leute, von denen Sie alle reden, sich desinteressiert oder angewidert abwenden. Ihre Bemerkungen, Herr Huber, tun ein übriges.

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