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10 Jahre App Store – von der Revolution in den Scheintod?

App Store Man holding smart phone with colorful application icons comming out

Der 10. Juli 2008 ist ein historischer Tag in der Geschichte der Smartphone-Applikationen. Denn an jenem Tag, etwa ein Jahr nachdem das erste iPhone auf den Markt gekommen ist, ging der Apple iTunes Shop an den Start, heute als Apple App Store bekannt. Auch nach zehn Jahren beschäftigen wir uns täglich mit Apps und seit Jahren wird ihnen ein baldiger Tod vorausgesagt. Aktuelle Statistiken aber behaupten das Gegenteil – was ist dran?

Ist die App doch nicht tot? Zur Perspektive des App Store

Seitdem es Apps gibt wurde aus dem Smartphone nicht nur ein mobiles Telefon mit Internetzugang, sondern ein Gerät, das dem Nutzer in fast jeder Lebenslage behilflich sein kann. Lange Zeit wurde den Apps das unausweichliche Ende vorhergesagt. Sie würden durch Ergänzungen in den Smartphone-Betriebssystemen ausgetauscht und Big Player à la Facebook und Google würden mit ihren Marken den App-Markt quasi beherrschen. Eine aktuelle Studie des Bitkom-Verbands beweist allerdings, dass sich App-Umsätze auf einem Rekordhoch befinden und die Downloads im App Store von Apple und Google brummen.

In Deutschland ergaben die Umsätze durch Apps in 2018 bisher rund 1,6 Milliarden Euro. Das ist fast eine Verdreifachung im Vergleich zu 2013, als der Umsatz bei 547 Millionen Euro lag. Auch App-Downloads erfuhren ein Hoch und stiegen 2018 bisher um 17 Prozent. Das teilt der Digitalverband Bitkom auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts research2guidance mit. Die Devise dabei ist: weg vom bezahlten Download, hin zu In-App-Käufen!

Die App scheint also trotz vieler Voraussagen noch lange nicht auf ihr Ende zuzusteuern, ausgenommen kostenpflichtiger Apps, die wohl aber auf Dauer immer zurückgehen werden. Tatsächlich verzeichnete der App Store 2018 bereits den größten Zuwachs in seiner zehnjährigen Geschichte.

180710-App-Markt-PG (Image by research2guidance)
Image by research2guidance

Was sind Zombie-Apps?

Sogenannte Zombie-Apps sind solche, die in der schieren Flut der täglich hochgeladenen Anwendungen scheinbar untergehen – digitale Untote. Laut Berichten des Technik-Portals TechCrunch löscht Apple monatlich rund 14.000 Apps, die nur etwa null bis einige wenige Downloads erziehlen und so auch nicht im Store-Ranking auftauchen.

Die Anzahl der neuen Apps hat sich in den letzten Jahren beinahe verdoppelt. Zum Start des App Store 2008 waren rund 500 Anwendungen online, 2018 sind es rund 6 Millionen – 3,8 im Google Play Store und 2 Millionen im Apple App Store. 

WeChat – die ultimative App?

Bei uns im Westen hat man meist eine oder zwei Messenger-Apps, Shopping-Apps, Social-Media-Plattformen und vielleicht einen E-Wallet. Dafür benötigt der Nutzer schon einmal eine Hand voll verschiedener Apps. In China gibt es eine App, die alle von diesen Funktionen beinhaltet – und mehr! WeChat, eine App aus dem Hause Tencent, hat das Land im Sturm erobert und als Bürger in China kommt mal wohl kaum drum herum – selbst auf dem Wochenmarkt wird mit dem sogenannten WeChat Wallet bezahlt.

Ob sich Giganten wie Facebook oder Google bald an den Kollegen aus China angleichen bleibt abzusehen. In China ist die Plattform ein unverzichtbarer Marketingkanal, den hierzulande immerhin das Kaufhaus Breuninger schon nutzt.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • FALCON HEAVY deutschlandfunk: Falcon Heavy erfolgreich gestartet: Das wahre Wettrennen kommt erst noch: Am Abend des 6. Februars, gegen 21:45 Uhr, war es soweit, die Falcon Heavy startete erfolgreich Ihren Erstflug. An Board der Rakete von SpaceX befand sich zudem ein Tesla Roadster des Firmengründers Elon Musk. Der PR-Coup wirkt fast perfekt, nach nur sieben Jahren hat es SpaceX geschafft mit der Falcon Heavy eine der leistungsstärksten Raketen zu Bauen, die sich jetzt, unterlegt mit “Life on Mars” von David Bowie, auf dem Weg in eine Mars-Umlaufbahn befindet. Das nächste Space-Race, das es so schon in den 1960er Jahren gab, könnte jetzt kurz bevorstehen. Konzerne wie Boeing sitzen SpaceX schon im Nacken.

  • GEOBLOCKING gamestar: Online-Einkäufe – EU verbietet Geoblocking – außer bei Digital-Inhalten: Häufig werden EU-Bürger davon abgehalten in Online-Shops aus dem Ausland einzukaufen. Das Ganze nennt sich Geoblocking. Die Händler sperrten bisher Käufer aus dem EU-Ausland auf diese Weise von ihrem Angebot aus und verhinderten eine potenzielle Schnäppchenjagd in anderen Ländern. Das hat jetzt ein Ende, wie das EU-Parlament mit einer deutlichen Mehrheit beschlossen hat. Unabhängig vom Wohnort können EU-Bürger jetzt also grenzübergreifende Einkäufe tätigen. Einzig digitale Inhalte wie e-Books, Filme, Musik und Online-Spiele sind davon ausgenommen.

  • WHATSAPP engadget: Bezahlen via WhatsApp gestartet: Die bargeldlose Gesellschaft scheint kurz bevor zu stehen. In China ist das Bezahlen per App – WeChat in diesem Fall – quasi schon Gang und Gäbe. WhatsApp testet jetzt ebenfalls eine Bezahl-Funktion. In vorerst nur Indien startet jetzt die Betaversion. Dort wird das ganze über ein so genanntes Unified Payments Interface realisiert, was Banken in Indien ermöglicht, direkte Zahlungen über Smartphones von Bankkonto zu Bankkonto in Sekundenschnelle zu realisieren.

  • JOHN PERRY BARLOW heise: Er kam aus dem Cyberspace. Zum Tode von John Perry Barlow: Internet-Aktivist und Gründer der Bürgerrechtsorganisation EFF John Perry Barlow ist am Mittwoch im Alter von 70 Jahren verstorben. Seines Zeichens war Barlow Kämpfer für die Unabhängigkeit des Internets und kämpfte 1996 dafür mit der “Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace”. Neben zahlreichen Auftritten für die EFF arbeitete John Perry Barlow am Berkmann Center for Internet & Society und war „Professor of Cyberspace“ an der Schweizer European Graduate School. Neben seinem Engagement für die Freiheiten im Internet gehörte die eigenständige Entwicklung von Afrika zu seinen Herzensangelegenheiten.

  • IOS t3n: „Größter Leak der Geschichte“: iOS-Quellcode geklaut und ins Netz gestellt: Eine ältere Version des Quellcodes der Trusted-Boot-Routine iBoot, eine Komponente von Apples iOS, wurde jetzt von Anonymen auf der Software-Plattform GitHub veröffentlicht. Es ist einer der größten Leaks dieser Art und kann es Cyber-Kriminellen ermöglichen, leichter Zugang zu Sicherheitslücken zu erhalten. Deshalb werden in Zukunft neue Jailbreaks befürchtet.

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„Digital Factory Talk“ der Beiersdorf AG: Prof. R. May Lee über Digitalisierung in China

City of Lights (adapted) (Image by Maher Najm [CC0 Public Domain] via flickr)

Eine Sache über China, die komplex ist, stellt seine Größe dar – es gibt nicht wirklich ein China”, betonte Prof. May Lee bei ihrem exklusiven Vortrag Mitte März bei der Beiersdorf AG in Hamburg. Im Rahmen des Digital Factory Talks, der für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens abgehalten wird, referierte sie über die Problematik des Verstehens des chinesischen Marktes. Ein gerade für die Beiersdorf AG wichtiges Thema, möchte das Unternehmen doch noch in diesem Jahr neue Produkte für den asiatischen Markt launchen.

May Lee (Image by Beiersdorf AG)
Prof. R. May Lee. Image by Beiersdorf AG

Mit Frau Lee als Referentin hatte sich das Unternehmen eine hervorragende Rednerin nach Hamburg eingeladen. Sie ist Dekanin der Fakultät für Unternehmertum und Management an der ShanghaiTech University und eine Expertin für Themen wie Innovation, Geschäftsführung und bi-kultureller Bildung. Sie betonte vor allem die von Außenstehenden unerwartete Komplexität und vielen Gegensätze Chinas. „Nur sehr wenig ist in China einfach oder uniform“, so May Lee.

Vor allem im Westen wird China als allgemein reiches und mächtiges Land angesehen. Dies stimmt zwar, trotzdem leben aber noch heute rund 650 Millionen chinesische Bürger in Armut – rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Derartig markante Unterschiede zeichnen das Land wie kein anderes aus. Reichtum existiert neben Armut, urbane Superlativen neben ländlicher Simplizität, Tradition trotz Moderne und sogar analog wie auch digital – China ist ein Land der Gegensätze.

Polarisierender Populismus, wie wir ihn zurzeit in der politischen Landschaft der USA beobachten, faszinieren zwar die chinesische Regierung ebenso wie den Westen, zwingen aber auch zu einer Politik der Stabilität, um den in Armut lebenden Teil der Bevölkerung ruhig zu halten, genau wie die Menschen in den städtischen Metropolregionen, denn für die wachsende Mittelklasse wird das Leben in den Städten immer teurer. Schon jetzt orientieren sich viele Richtung Land.

Existiert Innovation in China?

Denkt man an die chinesische Industrie, ist dieser Gedanke oft negativ mit dem Vorwurf des ‚copycatting‘ konnotiert. Ein Produkt kommt auf den Markt und wird in Windeseile in China kopiert, hergestellt und schamlos weitervertrieben. Auch May Lee sieht das Fehlen von Entwicklung neuer, innovativer Produkte noch als großes Problem, gleichzeitig sei es aber eine Stärke, existierende Produkte in einer solch immensen Geschwindigkeit herzustellen oder zu ändern.

Gibt es aber dann überhaupt noch Innovation in China? Ja – meint May Lee, den größten Innovationsfaktor sieht sie bei neuen Geschäftsmodellen. China könne wie kein anderes Land Modelle kombinieren und verbessern und sich so regelrechte Imperien aufbauen. Ein weiteres Talent sei es, dieses Geschäftsmodell auch in Windeseile wieder anzupassen. Das Adaptionsvermögen des chinesischen Marktes ist auch eine seiner unverwechselbaren Stärken.

Ein Beispiel dafür ist das chinesische Vorzeigebeispiel WeChat – eine Mischung aus Twitter, WhatsApp, Facebook und Instagram mit 800 Millionen Nutzern – das mit dem Feature ‚WeChat Wallet’ mittlerweile auch ein chinaweites Mobile-Payment-System anbietet. Auch die großen BAT-Firmen Baidu, Alibaba und Tencent stehen für den Fortschritt in der chinesischen Internet- und Big-Data-Branche und zeugen von Chinas Innovationsvermögen im Bereich Geschäftsmodelle.

Was man über den chinesischen Markt wissen muss

Nach dem Vortrag hatte ich exklusiv für die Netzpiloten die Gelegenheit, Prof. May Lee nach einer eigenen Zusammenfassung ihres Vortrages bei der Beiersdorf AG zu bitten und die ihrer Meinung nach drei wichtigsten Haupterkenntnisse zusammenzufassen. Sie betonte, „dass man, um China und dessen Unterschiede in seiner Gesamtheit zu verstehen, es unter Einbezug der Historie betrachten muss“.

Es muss verstanden werden, dass China ein Land der Gegensätze ist. Viele Menschen begreifen das nicht, denn wenn sie von China sprechen, denken sie an eine Milliarde Menschen, die alle gleich aussehen und sind“. Dabei ist China „heutzutage in vielen Aspekten, wie beispielsweise Alter, Geschlecht, Vermögen, Geografie oder Einstellung, sehr unterschiedlich“, wie May Lee in ihrem Vortrag aufgezeigt hat.

Und May Lee plädiert für eine angstfreiere Betrachtung des Landes: „China bewegt sich immer noch rasend schnell nach vorn. Man sollte versuchen, nicht so viel Angst vor China zu haben. Es ist immer noch separiert genug, dass wir im Westen uns nicht davor sorgen müssten, dass sie plötzlich ‚die Führung übernehmen’. Ich denke, es ist viel wichtiger, darüber und davon zu lernen und darüber nachzudenken, was das für uns bedeutet.

Die Digital Factory von Beiersdorf

Zu unserem Besuch in der „Digital Factory“ der Beiersdorf AG werden wir noch gesondert berichten – wer sich schon mal einen Überblick verschaffen möchte, wie das Unternehmen dort mit digitalen und innovativen Methoden arbeitet, schaut sich am besten dieses Video an:

 


Image (adapted) „City of Lights“ by Maher Najm (CC0 Public Domain)


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Das Rennen um die Zukunft des Online-Shopping

Liegt die Zukunft des eCommerce auf dem Smartphone (Image by jeshoots [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Kaufen statt chatten, posten und stöbern: Messaging-Apps, soziale Netzwerke und Suchmaschinen treten in Konkurrenz zu Shopping-Plattformen. Werden wir künftig noch zu dezidierten Online-Shops surfen, oder werden uns Facebook, Twitter und Snapchat mit den Produkten und Dienstleistungen unserer Wünsche versorgen? Suchmaschinen, Social Networks und Messaging-Apps setzen derzeit viel daran, im E-Commerce Fuß zu fassen. Ihnen geht es vor allem um die frühe Bindung der jungen Konsumenten, die heute noch Taschengeld bekommen, bald aber ihre Gehälter ausgeben wollen.


Warum ist das wichtig? Der eCommerce-Bereich brachte in den vergangenen Jahren kaum Innovationen, doch Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Messaging-Apps und Smartphones könnten das rasch ändern.

  • Facebook, Twitter, Pinterest und Google wollen „Buy“-Buttons in ihre Dienste einbauen und Nutzer direkt auf ihren Plattformen shoppen lassen.

  • Messaging-Apps wie Snapchat, Messenger und WeChat können sich zu großen mobilen Portalen für Online-Shops entwickeln und den Bezahl-Vorgang abwickeln.

  • Amazon, eBay & Co. müssen aufpassen, nicht den Anschluss an die Nutzungsgewohnheiten der jungen Generation zu verlieren.


Die großen globalen Player Amazon, eBay, Alibaba, Rakuten und daneben lokale Destinationen wie Zalando in Deutschland oder willhaben.at in Österreich – so sieht für viele Internetnutzer Online-Shopping auch in Jahr 2015 aus. Gegen die etablierten Marken wie Amazon anzutreten, davon wird oft abgeraten. „Jeder, der Amazon werden will, wird scheitern„, sagte etwa Martin Wolf, Leiter Vertrieb, Werbepost & Dialog bei der Österreichische Post AG, vergangene Woche auf der Digitalmarketing-Messe DMX Austria in Wien. Doch derzeit mehren sich die Anzeichen, dass es sehr wohl Internet-Firmen gibt, die die Marktmacht von Amazon & Co. brechen wollen und ihre starken Reichweiten und Plattformen dazu nutzen wollen, Produkte online zu verkaufen. Wenn sie sich mit ihren Plänen durchsetzen, wird man keine dezidierten Online-Shops besuchen müssen, sondern direkt aus Suchmaschinen, Social Networks und Messaging-Apps bestellen, was man so braucht.

Die neuen, nicht unbekannten Player im Überblick:

Google: Ja, niemand geringerer als der Werberiese Google ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Wie das Wall Street Journal berichtete, sollen in den Suchergebnissen schon bald Anzeigen auftauchen, in denen „Buy“-Buttons integriert sind. Ein Klick darauf leitet Nutzer auf mobilen Geräten zu dezidierten, von Google gestalteten Produktseiten, wo man sich Größe, Farbe, Menge, Lieferart oder Bezahlmethode aussucht und den Kauf auch abschließen kann. Für Google gäbe es als Vermittler die Möglichkeit, am Umsatz des Händlers mitzuverdienen.

Facebook: Das führende Social Network testet nicht nur seit Juli 2014 einen „Buy“-Button (man soll damit Produkte kaufen, ohne Facebook zu verlassen), sondern könnte auch seine App Messenger mit 600 Millionen monatlichen Nutzern zur Shopping-Plattform ausbauen. Die ersten Schritte dazu wurden bereits gesetzt: In den USA lässt Facebook Nutzer via Messenger Geld überweisen und sammelt dafür bereits fleißig Bankdaten, die dann später, wenn Shopping-Angebote in die App kommen, bereits vorhanden sind, um die Nutzer zum Kaufen zu animieren.

Snapchat: Die bei jungen Menschen beliebte Messaging-App hat in Kooperation mit Squre im November eine Bezahl-Funktion namens Snapcash eingeführt, mit der sich vorerst Nutzer Geld zuschicken können. Jetzt tauchten Gerüchte auf, denen zufolge Snapchat in das Mobile-Shopping-Startup Spring investieren will. Branchenbeobachter sehen es schon vor sich: So, wie man heute Medien wie National Geographic oder Vice direkt in der Messaging-App konsumieren kann, könnte man künftig auch bei Snapchat shoppen.

WeChat: Vom Westen kaum bemerkt, hat sich die Messaging-App WeChat (sie gehört der Firma Tencent) mit etwa 550 Millionen Nutzern zu einem wichtigen eCommerce-Player in China aufgeschwungen. Händler können in der App kleine, gebrandete Online-Shops aufmachen und Waren und Dienstleistungen an Nutzer verkaufen. Die Bezahlung wird über das WeChat-eigene Payment-System abgewickelt, dass auf Tencents “Tenpay” basiert. Branchenbobachter sehen die WeChat-Ambitionen als Angriff auf Chinas führenden eCommerce-Riesen Alibaba.

Twitter: Seit September 2014 testet auch der Kurznachrichten-Dienst einen „Buy“-Button, den Werber in ihre „Sponsored Tweets“ packen können. In Großbritannien und Frankreich hat Twitter bereits Partnerschaften mit Banken (Barclays bzw. Groupe BPCE) eingefädelt, damit Nutzer Geld versenden können. Außerdem hat der Kurznachrichten-Dienst kürzlich das Startup TellApart aufgekauft, dass sich auf personalisierte Produktempfehlungen spzialisiert hat.

YouTube: Auch die Google-Tochter YouTube soll zum Shopping-Center werden. Kürzlich wurde angekündigt, dass in den kommenden Monaten neue Werbeformate namens „TrueView for shopping“ starten sollen. Werber können im Video „Click to Shop“-Anzeigen und Produktbilder samt Preisen einbetten. Für die Händler Wayfair und Zephora soll das in Tests schon ganz toll funktioniert haben.

Pinterest: Die inspirierende Foto-Plattform experimentiert Berichten zufolge wie alle anderen ebenfalls mit einem „Buy“-Button, der im Laufe des Jahres starten soll. Wie bei der Konkurrenz ist die Funktion so angelegt, dass Nutzer nicht mehr die Webseite oder die App von Pinterest verlassen müssen, um ein Produkt zu erstehen.

Die große Frage: Sind Konsumenten, die gerade bei Google suchen, ein YouTube-Video kucken, bei Facebook oder Twitter prokrastinieren oder in Snapchat chatten, gerade in der Stimmung, etwas zu kaufen? Wer einen Online-Shop besucht, zeigt Kaufabsicht, doch in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Messaging-Apps sucht man oft etwas anderes – etwa Information, Unterhaltung, Freunde. Laut Ted Livingston, der 2009 die Messaging-App Kik gegründet hat und dort Marken mit eigenen Profilen auftreten lässt, sagt ein Rennen um das „WeChat des Westens“ voraus. Bei WeChat würden pro Tag mehr Business-Accounts aufgemacht werden, als in China Webseiten online gehen, und wer das in der westlichen Welt schaffe, könne die Konsumenten von morgen an sich binden.

Would you switch from Amazon to Walmart just because you can now Kik a pair of shoes to your friends? I doubt it, unless you’ve never shopped at either store before„, so Livingston. „Young consumers in the West are like all consumers in the East. They haven’t yet decided where to bank, where to shop, or what games to play. But they all chat.


Teaser & Image by jeshoots (CC0 Public Domain)


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Cash, Comics & Gossip: Das Wettrüsten der Messaging-Apps

Rund um den Globus kämpfen Internetfirmen wie Snapchat und Facebook aus den USA, Tencent aus China, Naver aus Südkorea oder Rakuten aus Japan um die Gunst der chat-verrückten Nutzer. Ein Überblick über die Strategien. // von Jakob Steinschaden

Messaging-Apps (Bild: junpinzon, via PicsaStock)

Spätestens seit der 21-Milliarden-Dollar-Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist klar: Messaging-Apps sind das nächste große Business nach Social Media. Ging es bei Facebook und Twitter noch darum, Privatnutzern Öffentlichkeit im Internet zu verschaffen und ihre Daten und Inhalte mit Werbung zu monetarisieren, sind Messaging-Apps von Natur aus privater Natur. Mit digitaler Werbung kann man in die intimen Chats kaum eindringen, weswegen die Betreiberfirmen andere Monetarisierungsmöglichkeiten suchen. So sehen die Strategien der Messaging-Apps aus.

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5 Lesetipps für den 24. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Journalismus via WhatsApp, das Leistungsschutzrecht, einen Hackerspace in Magdeburg, Drohnen und lesenswerte Medienkritik. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS BBC: How BBC News covered Indian elections on WhatsApp and WeChat: In einem Blogeintrag gibt Trushar Barot vom Social Media Hub der BBC einen Einblick in eines der wohl spannendsten Experimente im Journalismus in diesem Jahr. Bei den Wahlen in Indien, Nigeria und Südafrika setzte die BBC die Chat-Dienste WhatsApp und WeChat ein, um ein unvorstellbar großes Millionenpublikum zu erreichen. Die BBC ist weltweit die erste Nachrichtenorganisation, die mit diesen Plattformen experimentierte.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT iRights.info: Gesetze wie Bananensoftware – sollen bei den Anwendern reifen: Mit einer kleinen Anfrage erkundigte sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundesregierung, wie es mit der Umsetzung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger (LSR) aussieht. Die Antwort zeigt, dass die Regierung selbst nicht weiß, wie das offenkundig unausgereifte LSR jemals funktionieren soll – und dass ihr das offenbar egal ist, wie der Journalist Henry Steinhau auf iRights.info kommentiert.
  • HACKERSPACE MDR: Die netten Hacker von nebenan: Die Volontäre des MDR haben die Themenserie „Generation Zukunft – Junges Leben in Sachsen-Anhalt“ gestartet, in der sie sich mit dem Alltag von jungen Menschen im Bundesland Sachsen-Anhalt beschäftigen. Dabei haben sie auch einen Hackerspace in Magdeburg besucht und geben einen kurzen, aber sehenswerten und informativen Einblick in die Kultur des Hacken, warum wir Hacker brauchen und worum es beim Hacken eigentlich geht.
  • DROHNEN Badoink: Commercial Drones – The Next Innovation: Drohen sind nicht nur im Silicon Valley eine interessante Angelegenheit, aber mit Google, Facebook und Amazon forschen hier die größten Internet-Unternehmen der Welt daran, wie Drohnen im zivilen Transportwesen eingesetzt werden können. In seinem Artikel auf Badoink setzt sich Ivor Irwin lesenswert mit der Entwicklung und den hierbei zu erwartenden Innovationen auseinander.
  • MEDIENKRITIK Stefan Niggemeiers Blog: Der „Spiegel“ wird Qualitätsansprüchen gerecht: Es bräuchte mehr lesenswerte Medienjournalisten wie Stefan Niggemeier. Zum einen, weil es nie gut ist, wenn es so eine kritische Beobachterrolle nur einmal gibt, zum anderen, weil wir dann mehr solche Kritiken lesen könnten, wie diese hier über das Gespräch des Spiegel-Magazins mit Christian Wulff. Ein interessante Kritik über die Rolle der Medien im digitalen Zeitalter.

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