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Shadow of the Tomb Raider im Test: Verbrauchte Heldin am Ende einer Ära

Shadow of the Tomb Raider Netzpiloten Test

2018 ist ein aufregendes Jahr für das Franchise von Tomb Raider. Mit Alicia Vikander in der Hauptrolle kehrt Lara Croft, eine der berühmtesten Videospielfiguren der Welt, nicht nur auf die Kinoleinwand zurück. Mit Shadow of the Tomb Raider wird zudem die Reboot-Trilogie vervollständigt, die 2013 mit Tomb Raider begann.

Im ersten Teil begegneten wir einer verletzlichen und verängstigten jungen Lara, die es gerade so mit ihrem Leben von der gefährlichen und von Königin Himiko heimgesuchten Insel Yamatai schaffte. Zwei Jahre später begleiteten wir Lara in Rise of the Tomb Raider auf einer Reise in ihre Vergangenheit und im Kampf gegen die Geheimorganisation Trinity. Shadow of the Tomb Raider soll nun Laras Heldengeschichte beschließen, Fragen um ihren Vater und Trinity beantworten und uns mit der abgehärteten Heldin bekannt machen, die wir seit den 90ern kennen. Aber nur, wenn Lara nicht aus Versehen den Weltuntergang einleitet! Wir haben das von Eidos Montréal und Crystal Dynamics entwickelte und von Square Enix vertriebene Videospiel getestet.

Formelhaftes Setting: Laras dritte Story ist so lala

Schneller, besser, härter. In Shadow of the Tomb Raider begegnen wir einer Lara Croft, die schon einiges durchgemacht hat, aber auf diese Weise auch ein beeindruckendes Fähigkeiten-Repertoire erworben hat. Auf den Spuren der hinterhältigen Organisation, die für den Tod ihres Vaters Richard Croft verantwortlich sein soll, verschlägt es Lara zusammen mit ihrem besten Freund Jonah – einer der wenigen übrig gebliebenen Charaktere des ersten Teils – nach Mexiko.

Auf der Suche nach einem magischen Dolch, den sie vor Trinity schützen will, löst Lara aus Versehen apokalyptische Ereignisse aus und bringt die Handlung des Spiels ins Rollen. Fortan liefert sich unsere Heldin ein Kopf an Kopf Rennen mit Trinity, um die Welt entweder zu retten oder endgültig dem Untergang zu weihen. So weit, so generisch!

Shadow of the Tomb Raider Setting
Lara Croft löst apokalyptische Ereignisse aus und setzt damit die Geschichte in Gang. Image by Square Enix

In Sachen Plot-Twists und Storytelling erfindet Shadow of the Tomb Raider das Rad nicht neu. Stattdessen ist die Story sogar relativ belanglos und funktioniert im Endeffekt nur gerade so, weil der Bösewicht einigermaßen nachvollziehbare Motive besitzt. Hingegen im ersten Teil wirkte die Geschichte – trotz einer heimgesuchten japanischen Insel mitsamt irren Sonnenkult – durch das Kidnapping Laras bester Freundin Sam als Charaktermotivation noch in der Realität verankert.

Grandioser Nebendarsteller und stimmungsvolle Sprachausgabe

In Shadow of the Tomb Raider ist Lara Croft gleichzeitig Unheilsbringerin wie auch Jesus-Figur. Sie leitet die Apokalypse ein, bildet sich aber auch ein, die einzige Hoffnung zu sein, diese auch wieder abzuwenden. Dies bleibt von Jonah zum Glück auch nicht unkommentiert und das ist eine der großen Stärken der Story. Die meisten Charakter wirken ziemlich austauschbar, mit Jonah hat Lara aber einen Gegenpart, der ihr die Stirn bietet und ihr auch mal klar macht, dass die Welt sich nicht nur immer um sie dreht.

Die Motion-Capture und originalen Voice-Actor Camilla Luddington (Lara) und Earl Baylon (Jonah) liefern dabei regelrecht großartige Dialoge ab. Aber auch die deutsche Sprachausgabe kann sich hören lassen. Darin leiht Synchronschauspielerin Maria Koschny Lara Croft ihre Stimme. Sie ist als Stimme von Jennifer Lawrence bekannt.

Gameplay: Shadow of the Tomb Raider mit ausgewogener Rätsel-Balance

Zu wenig, zu viel, genau richtig – oder auch Tomb Raider, Rise of the Tomb Raider und Shadow of the Tomb Raider. Obwohl der dritte Teil mich Story-mäßig nicht vom Hocker haut, kann er mich immerhin in Sachen Gameplay überzeugen. Tomb Raider (2013) hatte eine tolle Geschichte, aber es fehlten die klassischen Gräber und Rätsel. Im Vergleich dazu bot Rise mehr vom beliebten Ur-Gameplay, übertrieb es aber mit dem halsbrecherischen Tempo. In Shadow hingegen gelingt die Balance am besten.

In der Mainquest begegnet dem Spieler ein ausgewogenes Maß an kniffligen Kletterpassagen, Rätseln, Unterwasser-Leveln, Exploration und Kämpfen. Wo sich Lara Croft in vergangenen Teilen von Schauplatz zu Schauplatz durch Massen von Gegner metzeln musste, sind diese Parts in Shadow viel realistischer gewichtet. Kämpfe treten jetzt nicht mehr so ätzend und unglaubwürdig oft auf. Stattdessen sind Rätsel und Gräber häufiger anzutreffen und dabei viel kniffliger und dabei sehr spannend und spaßig gestaltet!

Shadow of the Tomb Raider Klettern Wurfhaken
Beim Klettern sorgt ein Wurfhaken für neuen Nervenkitzel. Image by Square Enix

Neu in Sachen Gameplay ist das Nutzen der Umgebung beispielsweise durch Heilpflanzen, um sich etwa während eines Kampfes zu heilen oder Schlammlöcher, mit denen sich Lara tarnen kann. Beim Klettern verfügt Lara nun über einen Wurfhaken, der oft Kletterpassagen mit Nervenkitzel einleitet.

Das Hub-Level Paititi, eine indigene Inka-Stadt, ist der Schauplatz der Hauptstory. Dort wird man wohl die meiste Zeit im Spiel verbringen. Paititi bietet eine Vielzahl an Nebenmissionen und Herausforderungsgräbern, die man nach Belieben zu beinahe jedem Zeitpunkt im Spiel absolvieren kann und mithilfe der Schnellreisefunktion auch immer leicht erreichen kann.

Die auffälligste Änderung in Sachen Gameplay ist die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad anhand von drei Kriterien den eigenen Vorlieben anzupassen. Jeder Spieler kann dabei die Schwierigkeit der Aspekte „Kämpfe“, „Rätsel“ und „Exploration“ personalisieren.

Fazit: Das Lara-Franchise braucht eine Kreativpause

Das Ende von Shadow of the Tomb Raider hat mich mit einem seltsamen Gefühl zurückgelassen – weder gut noch schlecht. Es ist definitiv das Ende einer Ära. Die Geschichte der neu definierten, emanzipierten, vermenschlichten Lara Croft ist vorerst zu Ende erzählt und dabei frage ich mich: Ist sie wirklich so neu oder dreht sich das Franchise im Kreis? Sind wir mit der taffen Lara gegen Ende von Shadow wieder in den 90ern angelangt und wollen wir das überhaupt?

Tomb Raider wollte sich mit dem 2013er Titel neu erfinden. Das ist jenem Teil auch gelungen. Denn es wurde eine mitreißende, menschliche Geschichte erzählt. Doch in Shadow of the Tomb Raider wird Lara als Jesus-Figur einer indigenen Zivilisation inszeniert. Dies ist in Hinsicht auf die Geschichte des Kolonialismus schon problematisch genug.

Zusätzlich ist Vieles, was die Hauptfigur im ersten Teil so authentisch machte, dahin. Eine Cutscene am Ende des dritten Teils zeigt Lara zuweilen so skrupellos, dass es mir Gänsehaut bereitete. Es hat etwas Gutes, dass die Trinity-Trilogie zu Ende erzählt ist.

Shadow of the Tomb Raider Lara Croft
Im dritten Teil wird Lara Croft zum Teil sehr skrupellos und gewalttätig inszeniert. Image by Square Enix.

Dennoch empfinde ich Shadow of the Tomb Raider als gelungene Unterhaltung. Schließlich macht das Spiel unheimlich Spaß und ist zudem einfach atemberaubend schön. Die Flora und Fauna des Dschungels, sowie Paititi und die Tempel sind eine Augenweide.

Außerdem habe ich das Franchise noch nicht abgeschrieben. Schließlich hat es mich durch Tomb Raider im Jahr 2013 mittels der neu erfundenen Lara Croft überhaupt erst zum Fan der Reihe gemacht und auch andere Kollegen aus der Redaktion für Tomb Raider begeistert. Jetzt ist es allerdings Zeit, der Figur eine Schaffenspause zu gönnen. Zukünftig sollte das Franchise wieder offen für eine neue Version der altbekannten Heldin sein!

Wir haben Shadow of the Tomb Raider auf der Playstation 4 durchgespielt. Außerdem ist das Game für PC und Xbox One erhältlich. Es kostet als Standard-Version rund 60 Euro.

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Images by Square Enix

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Bethesda, EA, Sony & Co.: Bisherige E3 2018 Highlights und die kommenden Konferenzen

E3 2018 Symbolbild REDPIXEL - stock adobe com

Alle Jahre wieder trifft sich die Videospiel-Welt zum Gaming-Mekka. Seit 1995 findet die Electronic Entertainment Expo – kurz E3 – in Los Angeles – außer zweier kleinen Abstecher in Atlanta – statt. Die Publisher konnten die Haupt-Show der E3 2018 beinahe gar nicht erwarten und so regnete es schon im Vorfeld Ankündigungen und Teaser-Trailer, wie beispielsweise den ominösen Ankündigungs-Stream zu Fallout 76. Bevor die Messe aber am 12. Juni beginnt regnet es erstmal Teaser und Trailer auf der Konferenz-Bühne. Let the games begin!

EA und die kürzeste Wartezeit ever!

Ein neuer FIFA-Teil ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Infos zu FIFA 19 waren deshalb absehbar und wenig berauschend. Auch zu Battlefield V gab es im Vorfeld schon Informationen.

Was tatsächlich niemand ahnen konnte war die Ankündigung von Unravel Two. Schon 2016 begeisterte das kleine Faden-Wesen Yarni die Spieler, eine Fortsetzung des Indie-Abenteuers war also absehbar. Die Überraschung dabei: das Game wurde im gleichen Moment direkt veröffentlicht. Unravel Two ist also ab sofort für PC, Playstation 4 und Xbox One verfügbar. Neu ist ein optionaler Koop-Modus!

EA will auch in Zukunft weiterhin ihre Star Wars Lizenz nutzen. Trotz des holprigen Starts von Star Wars: Battlefront 2 hat der Publisher noch Hoffnung und große Pläne für das Spiel – geplant sind zukünftige Inhalte zur Clone Wars Ära. Auch ein neuer Titel namens Star Wars Jedi: Fallen Order wurde angekündigt, der zwischen den Episoden 3 und 4 spielen wird. Ein Release sei aber erst für das vierte Quartal 2019 geplant.

Weitere Titel der Show waren beispielsweise Sea of Solitude, ein Adventure des Berliner Studios Jo-Mei Games, das zeigt, welche Monster aus Menschen in Einsamkeit werden können, sowie der Online-Shooter Anthem aus dem Hause BioWare, welches am 22. Februar 2019 erscheinen soll.

Bethesda – erstes neues Franchise in 25 Jahren

Der neue Online-Titel Fallout 76 war ohne Frage einer der Stars des Bethesda-Streams, aber durch die Ankündigung im Vorfeld keine große Überraschung. Der Fallout-Ableger kommt noch 2018, genauer gesagt am 14. November.

Beinahe vergessen konnte man den Teaser zu Starfield – dem ersten neuen Bethesda Franchise in 25 Jahren. Denn dieser wurde quasi in einem Nebensatz erwähnt und mit der Ankündigung eines Ablegers zu einem der erfolgreichsten Bethesda-Reihen regelrecht überrannt: The Elder Scrolls 6. 

Gleichzeitig hat sich der Publisher auch ein wenig selbst auf den Arm genommen und angedeutet, auf welchen Plattformen Skyrim in einer „Very Special Edition“ eigentlich noch ausgeschlachtet werden könnt. Aber seht selbst:

Außerdem wurde der kostenlose Titel Fallout Shelter für alle Plattformen und The Elder Scrolls – Blades als erster mobiler Ableger der beliebten Reihe angekündigt.

Die größten Pressekonferenzen der E3 2018 auf einen Blick

Wenn sich Sony, Nintendo, EA und Co. gegenseitig das Mikrofon auf der Bühne der E3 2018 in die Hand drücken, schaut die Gaming-Welt gespannt zu. Hier fassen wir euch nochmal die wichtigsten Pressekonferenzen der größten Publisher zusammen und wo ihr sie nachholen könnt!

Montag, 11. Juni, 19 Uhr: SQUARE ENIX

Hier freuen sich Fans vor allem auf Infos zum langersehnten Kingdom Hearts 3, dem 3. Teil der „Tomb Raider“ Reboot-Reihe Shadow of the Tomb Raider sowie zum Remake des Klassikers Final Fantasy 7.

Den Square Enix Stream könnt ihr hier verfolgen.

Montag, 11. Juni, 22 Uhr: UBISOFT

Nachdem die „Assassins Creed“-Reihe von Ubisoft schon häufig dafür in Kritik geraten ist neue Teile zu inflationär im Jahrestakt auf den Markt zu werfen, gibt es nur ein Jahr nach Assassin’s Creed: Origins womöglich noch in diesem Jahr einen neuen Ableger. Das Ganze trägt dann den Titel Assassin’s Creed: Odyssey und wird in Griechenland spielen und mit ziemlicher Sicherheit hierzulande pünktlich zur Gamescom anspielbar sein.

Weitere Titel auf der Ubisoft Agenda sind u.a. Beyond Good and Evil 2, Skull & Bones und Tom Clancy’s The Division 2

Den Ubisoft Stream könnt ihr hier verfolgen:

Live-Video von Ubisoft auf www.twitch.tv ansehen

Dienstag, 12. Juni, 0 Uhr: PC GAMER

Im Vordergrund dieser Präsentation stehen – auf der sonst sehr konsolen-lastigen Veranstaltung – die PC-Spiele im Mittelpunkt. In diese Stream wird es demnach Infos Jurassic World Evolution, Psychonauts 2 und Shadow of the Tomb Raider geben.

Die PC Gaming Show könnt ihr hier verfolgen.

Dienstag, 12. Juni, 3 Uhr: SONY

Sony hat auf der E3 2018 gleich zwei heißbegehrte Games im Gepäck. The Last of Us: Part 2 ist die langersehnte Fortsetzung des Blockbusters aus dem Jahr 2013 und Death Stranding mit „The Walking Dead“-Star Norman Reedus als neues Projekt von „Metal Gear Solid“-Schöpfer Hideo Kojima.

Den Sony Stream könnt ihr hier verfolgen.

Dienstag, 12. Juni, 18 Uhr: NINTENDO

Bestätigte Titel für die Nintendo Pressekonferenz sind ein neuer Teil der Super Smash Bros Reihe und Pokemon Let’s Go Pikachu und Evoli, die bereits im Vorfeld der E3 2018 angekündigt wurden. Letztere Titel werden auf der E3 2018 spielbar sein und Fans können mit weiteren Infos rechnen. Es werden zudem Infos zu Metroid Prime 4 und jeweils neuen Ablegern der Fire Emblem und Paper Mario Reihen erwartet.

Den Nintendo Stream könnt ihr hier verfolgen.

Live-Video von Nintendo auf www.twitch.tv ansehen/center>
E3-Neuheiten bei Amazon (Provisions-Link)


Image by REDPIXEL / stock.adobe.com

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Tag der Videospiele: Welche Games uns bewegen

TenTooMany (adapted) (Image by Joel Stubston [CC BY SA 2.5], via Wikimedia Commons) Tag der Videospiele

Hoch die Tastaturen, dieses Wochenende wird eskaliert, Gamer! Der 8. Juli wird als ‚Tag der Videospiele‘ gefeiert. Wer diesen Tag ins Leben gerufen hat, und warum, ist unklar. Dennoch spricht nichts dagegen, diesen Tag mit einer gepflegten Partie [hier bitte euer Lieblingsspiel einsetzen] zu begehen.

Tag der Videospiele – warum ist Gaming relevant?

Ob auf dem Computer, einer Konsole oder gar Smartphone und Tablet – Videospiele sind weit verbreitet und inzwischen ein popkulturelles Phänomen. Immer mehr Realverfilmungen basieren darauf. Cosplay-Conventions, auf denen sich Menschen als Spielfiguren verkleiden, werden zum Mainstream. Und viele Menschen finden sogar Spaß an Videospielen, ohne sie selbst zu spielen, wie die hohen Zuschauerzahlen von Let’s-Play-Videos bei YouTube zeigen. Videospiele sind ein großes Business, Forschungsgegenstand der Wissenschaft und immer mal wieder ein Sündenbock für kulturpessimistische Politiker.

Vor allem aber sind Videospiele für viele Menschen ein Teil ihrer Biographie geworden. Viele erinnern sich gern an ihre ersten Gaming-Erfahrungen oder großartige Spielemomente, die lange zurückliegen. Auch die Redaktion von Netzpiloten, Applepiloten und Androidpiloten zockt immer mal wieder gern und leidenschaftlich. Den Tag der Videospiele nehmen wir zum Anlass, euch zu verraten, welche Games uns begeistern oder prägen.

BioShock – Wunderschön hässliches Spielesetting zum Eintauchen

Lisa Kneidl, Redakteurin: Videospiele spiele ich schon mein Leben lang, aber erst „BioShock“ hat mich im Jahr 2007 zu einer leidenschaftlichen Gamerin gemacht. In das wunderbare Storytelling dieser Mischform aus Egoshooter, Rollenspiel und Survival-Horror habe ich mich damals verliebt.

Atmosphäre wird in „BioShock“ großgeschrieben. Sie ist mitunter so nervenzerfetzend spannend, dass ich den ersten Teil nur bei Tageslicht spielen konnte. Er entführt den Spieler in die wunderschön zerstörte Unterwasserstadt Rapture in den Sechziger Jahren. Hier finden die Bewohner eine Zuflucht vor den Nachkriegswirren und wollen eine freie Gesellschaft aufbauen. Zu fröhlichen Swing-Titeln aus herrlich verzerrten Jukeboxen durch klaustrophobische Tunnel zu wandern, mit der Befürchtung, hinter jeder Ecke auf einen genetisch manipulierten Bewohner Raptures oder gar einem der berühmt-berüchtigten Big Daddies zu treffen, hat mich unvergleichlich gegruselt und fasziniert.

Das Setting der „BioShock“-Spielereihe hat mich derart in seinen Bann gezogen, dass die Spielfigur Elizabeth zu einer meiner Lieblingsrollen in meinem anderen Hobby – dem Cosplay – geworden ist.

Mario Kart: Double Dash!! – Zocken und zoffen wie Bruder und Schwester

Melina Mork, Praktikantin: Aufgewachsen mit einem großen, technikaffinen Bruder, wurde ich früh mit Videospielen sozialisiert. Zum einen, weil ich unbedingt zuschauen wollte, zum anderen, weil mein Bruder eine Gegnerin brauchte, gegen die er immer und immer wieder gewinnen konnte.

Das Spiel, das mich am längsten in dieser Hinsicht begleitet hat ist „Mario Kart: Double Dash!!“ für den Nintendo GameCube. Ich kann nicht aufzählen, wie oft ich mit meinem Bruder oder meinen Freunden die Strecken und Pokale gefahren bin und wie oft ich verloren habe. Aber es gibt kein schöneres Gefühl, als den Gegner auf den letzten Metern zu überholen, mit Items zu treffen oder auf dem Regenbogen-Boulevard nicht in den Abgrund zu stürzen. Und für mich persönlich war das schönste Erlebnis, meinen Bruder kürzlich zum ersten Mal zu besiegen – nach zehn Jahren Anlauf. Ich bin überzeugt: Ist man nach einer ausgiebigen „Mario-Kart“-Partie noch befreundet, wird die Freundschaft alles überstehen.

„Mario Kart: Double Dash!!“ und die Konsole Nintendo GameCube sind nur noch gebraucht zu haben, werden aber noch begeistert gespielt.

Tomb Raider: Rätselraten mit der taffen Amazone

Jonas Haller, Autor: Am liebsten spiele ich Games mit starken Geschichten. Adventure-Games sind deshalb meine Lieblingskategorie. Sie fesseln mich und lassen mich in eine andere Welt abtauchen. Mein persönlicher Favorit ist die „Tomb Raider“-Reihe – sowohl die Klassiker als auch die beiden Next-Gen-Neuauflagen.

Auch wenn die Stories rund um die taffe Lara Croft sehr linear sind, gefällt mir das Entdecken der liebevoll und detailliert modellierten Inselwelt sowie das Bewältigen kleiner Aufgaben und Rätsel. Kampfszenen sind nicht nur ein unüberlegtes Geballere, sondern bieten einen spannenden Strategie-Faktor. Auch deshalb kann man die Spiele gern ein zweites Mal durchzocken. Es zeigen sich immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass es in der Spielereihe noch die ein oder andere Fortsetzung geben wird.

Der aktuellste Titel, „Rise of Tomb Raider“, ist für PC, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Minecraft: Unendliche Möglichkeiten

Julia Froolyks, Autorin: „Was ist das Ziel des Spiels?“ – diese Frage höre ich öfter, wenn es um mein Lieblingsspiel „Minecraft“ geht. Darauf gibt es eigentlich keine richtige Antwort. Denn das Open-World-Spiel hat kein Ende im engeren Sinn. Die Spieler können hier in einer offenen Welt ale möglichen Objekte aus würfelartigen 3D-Blöcken konstruieren. Zudem können Spieler die Welt erkunden, Ressourcen sammeln und gegen Monster kämpfen – allerdings ist das kein Muss. Genau das ist das Schöne an „Minecraft“: Jeder Spieler erlebt die Welt auf seine eigene, individuelle Art.

Ich verbringe meine Zeit im Spiel am liebsten im Bergbau und besorge wertvolle Edelsteine, die andere Spieler zu Gebrauchsgegenständen verarbeiten können. Diese eintönige Aufgabe hat auf mich fast schon eine meditative Wirkung. Eine Multiplayer-Funktionen erlaubt das Zusammenspiel mit anderen Spielern. Sich für das Spiel zu verabreden und „ingame“ zu treffen, ist für mich und viele andere Menschen ein großer Spaßfaktor. Zudem ist das Spiel so komplex, dass ich mich auch außerhalb des Spiels über neue Funktionen informiere und mit anderen darüber diskutiere. „Minecraft“ ist also virtuell und in der Realität ein Spiel, das verbindet. Diese soziale Komponente und die Tatsache, dass kein Spielziel das Handeln einengt, machen „Minecraft“ zu etwas Besonderem.

„Minecraft“ ist für alle gängigen Plattformen erhältlich.

Grim Fandango: Komm mit ins Land der Toten!

Anne Jerratsch, Redakteurin: „Gehe zu, öffne Schublade, benutze seltsam aussehendes Objekt“ – die Spiele von Lucas Arts gelten bis heute als absolute Klassiker der Point-and-Click-Adventures. Die abgedrehten Stories und der einzigartige, oft anarchische Humor sind mittlerweile zu echten Internet-Memes geworden. Der neben dem Piratenklassiker „Monkey Island“ etwas vergessene mexikanische Noir-Thriller „Grim Fandango“ ist hierbei mein Favorit.

Hier schlüpft der Spieler in die Rolle von Manuel Calavera. Er ist bereits tot, muss aber als Reiseberater schuften, um sich sein Ticket ins Jenseits zu verdienen. Dabei trifft er die aufregende, aber ebenso tote Mercedes und kommt einem Korruptionskomplott auf die Spur. Der Humor ist hier mindestens so schwarz wie die Lungen der Beteiligten. Das Setting knüpft an die mexikanische Tradition des Día de los Muertos an und die liebevoll gestalteten Kulissen erinnern an Kinoklassiker wie Casablanca. Mehr als einmal bin ich zu einem früheren Spielstand zurückgekehrt, um durch die Gassen von Rubacava zu streunern oder in der Blue Casket-Bar abzuhängen. Als besonderes Bonbon wird das Spiel mit einem mitreißenden Soundtrack aus Blues und Jazz unterlegt, der jede Party aufmotzen kann.

Die Remastered-Version von Grim Fandango ist für PC, Mac, PlayStation 4 sowie für iOS und Android erhältlich

Game of Thrones: Ein „Spiel-Film“ für das iPad

Berti Kolbow-Lehradt, Redakteur: Ich spiele inzwischen überwiegend auf dem iPad. Die hochwertigen, mobilen Titel muss ich zwar mit der Lupe suchen, aber es gibt sie. Allen voran schätze ich die fantastisch erzählten „Interactive Fiction“-Spiele von Telltale, insbesondere „Game of Thrones“, das ich derzeit wieder durchspiele.

Die erzählerische Dichte fesselt mich mindestens so wie die Serien-Vorlage. Die innere Zerrissenheit der von mir gespielten Protagonisten bei manchen Entscheidungen geht mir manchmal bis ins Mark. Zwar ist mein Einfluss auf den Ausgang nicht so groß wie der Hersteller das suggeriert, trotzdem fühle ich mich hineingezogen in das Geschehen. Insofern macht mir die Mischung aus interaktivem Spiel und filmischer Erzählung nicht nur riesigen Spaß. Game of Thrones für iOS ist für mich auch ein Leuchtturm dafür, wie Storytelling in Lizenz-Videospielen heute sein sollte und dafür, dass die Qualität von Mobile Games dem Erlebnis von PC- und Konsolentiteln das Wasser reichen kann.

Game of Thrones ist neben iOS für alle gängigen Plattformen erhältlich.

Was zockt ihr am Tag der Videospiele? Was sind eure Lieblingsspiele und warum? Und welche Erinnerungen verbindet ihr mit ihnen? Erzählt es uns in den Kommentaren!


Image (adapted) Ten Too Many by Joel Stubston (CC BY SA 2.5)


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Screen Radar: Mehr Vielfalt dank Datenerhebung

Watching a blank screen (adapted) (Image by Kenneth Lu [CC BY 2.0] via flickr)

Für die Netzpiloten stellt Arthur Avenue Kino-Neustarts vor und bespricht die wichtigsten Film-Themen. Dieses Mal mit einem Lobgesang auf die Daten-Ingenieure von Netflix, dem Film „Toni Erdmann“ und einer Menge Dislikes für das „Ghostbusters“-Reboot.

Neu im Kino„Toni Erdmann“
„Independence Day 2: Wiederkehr“
Thema der WocheMehr Vielfalt dank Datenerhebung
Darauf freuen wir uns„Goat“
Frisch besetztWoody Allen dreht mit Justin Timberlake
„Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander
RekordverdächtigKein Trailer wurde je schlechter bewertet

Neu im Kino

Muss man sehen: In „Toni Erdmann“ sind Vater Winfried Conradi (Peter Simonischek) und Tochter Ines (Sandra Hüller) wie Tag und Nacht. Er arbeitet als Lehrer und schätzt derbe Witze. Sie lacht dagegen eher weniger. Wichtig ist ihr vor allem ihre Karriere in der Consultingfirma, für die sie sich rund um die Uhr in Bukarest abrackert. Als Winfrieds geliebter Hund verstirbt, beschließt er kurzerhand, seinen Sprössling zu besuchen. Nur ist das für Ines gar nicht so erfreulich, denn zum allen Überfluss schlüpft ihr Chaoten-Dad auch noch in die Rolle seines Alter Ego Toni Erdmann – mit komisch sitzender Perücke, schiefen Zähnen und einem ganz besonderen Sinn für Humor. Eine genial beobachtete 162-minütige Komödie, die das zeigt, was eigentlich jeder kennt: Familie kann man sich nicht aussuchen.

Kann man sich sparen: Die erste, verheerende Alien-Attacke auf den Globus ist mittlerweile 20 Jahre her. Bis zu „Independence Day 2: Wiederkehr“ hat sich viel verändert: Weltweit hat man sich zusammengeschlossen, um ein funktionierendes Abwehrsystem zu konstruieren, welches bei einem weiteren Angriff von extraterrestrischen Wesen zum Einsatz kommen kann. Und schneller als gehofft wollen die Außerirdischen erneut versuchen die Erde für sich zu erobern. Doch wer ist nun siegessicherer: die Aliens oder die Menschen? Fazit: Diese Fortsetzung hat wirklich niemand gebraucht. Extrem lächerliche Dialoge treffen auf ein hohles CGI-Feuerwerk. Und dieser komplett auf Nostalgie setzende Blockbuster hat weder eine richtige Handlung, noch spielt Will Smith mit!

Thema der Woche

Mehr Vielfalt dank Datenerhebung: Im Jahr 2014 schrieb das US-Magazin The Atlantic, dass die Streaming-Plattform Netflix stolze 800 Daten-Ingenieure beschäftigt. Ihre Aufgabe bestünde hauptsächlich darin, den Empfehlungsalgorithmus zu optimieren und somit für mehr Zugriffe und mehr Traffic zu sorgen. Ein willkommenes Nebenprodukt der ganzen Daten-Erheberei sei ein genaues Verständnis davon, wer was wann guckt und ein Gefühl dafür, was der Nutzer womöglich als nächstes schauen möchte. Ob sich die Mitarbeiterzahl seitdem verändert hat, ist uns nicht bekannt. Wohl aber, dass die erhobenen Datenmengen seitdem dazu benutzt wurden, das Programmangebot zu schärfen und vor allem auch zu diversifizieren. Denn weil Netflix genau weiß, dass wir uns gerne Serien mit historischem Bezug anschauen oder besonders schnell bei neuen Marvel-Filmen einschalten, geben sie uns immer mehr davon. Damit bedienen sie jedoch nicht nur Mainstream-Geschmäcker (schaut eigentlich irgendwer die gruseligen Adam-Sandler-Filme?), sondern zunehmend auch die Nischen. Eigenproduktionen wie „Master of None“ mit Aziz Ansari oder „Sense8“ von den Wachowski-Schwestern sind genau für urbane Mittdreißiger beziehungsweise für weltoffene Science-Fiction-Fans gemacht. Dieses Wissen sorgt auf der einen Seite für mehr Vielfalt und verhindert auf der anderen Seite, dass am Geschmack der Zielgruppe vorbeiproduziert wird. In Zukunft werden und also mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger große Hollywood-Produktionen erwarten, die immer auf eine möglichst hohe Zuschauerzahl kommen müssen, sondern günstigere und kleinere Inhalte, denen ihr Interesse in der Nische gewiss ist.

Darauf freuen wir uns

„Goat“: Studentenverbindungen haben ja so ihren Ruf weg. Immer nur Party, dabei natürlich Bier bis zum Exzess, halbnackte Frauen und gestählte Männerkörper. Von allem viel zu viel. Aber was im Trailer zu „Goat“ abgeht, hat man noch nicht gesehen. Fiese, völlig menschenunwürdige Aufnahmerituale werden hier so direkt und nah gezeigt, dass bereits dieser kurze Filmausschnitt echte Schmerzen bereitet. Zurecht heißt es an einer Stelle „Guantanamo-Style“. In den Hauptrollen: Ben Schnetzer, Nick Jonas und James Franco.

Frisch besetzt

Woody Allen dreht mit Justin Timberlake: Ein jährlicher Film von Woody Allen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nachdem „Café Society“ mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart in Cannes gerade mal Premiere feierte, sind schon die ersten Darsteller des noch titellosen 2017er-Werkes bekannt geworden. Im 50er-Jahre-Setting werden sich etwa Kate Winslet, James Belushi, Juno Temple und Justin Timberlake von Allen in Szene setzen lassen. Das kann ja heiter werden! „Tomb Raider“-Reboot mit Alicia Vikander: Die Schwedin Alicia Vikander tritt in die Fußstapfen von Angelina Jolie. Als junge Archäologin Lara Croft muss sie in dem Reboot von Roar Uthaug („The Wave“) ihre erste Expedition bestehen und einem verrückten Insel-Kult nachgehen. Nach dem Neustart der Spiele-Serie steht nun also auch die Verjüngungskur auf der Leinwand an. Alicia Vikander wurde erst im Februar diesen Jahres mit einem Oscar für die beste Nebenrolle in „The Danish Girl“ ausgezeichnet. Wie sie sich in dem Action-Abenteuer schlägt, können wir ab März 2018 bestaunen.

Rekordverdächtig

Kein Trailer wurde je schlechter bewertet: Dank YouTube-Daumen weiß man auf einen Blick ob Videos auf Begeisterung oder Ablehnung stoßen. In den Ranglisten der Most-Dislike-Videos tummeln sich normalerweise nur Musik-Stücke von Justin Bieber oder Miley Cyrus. Nun rückte aber erstmals auch ein Filmtrailer in die Top 10. Denn über 900.000 Daumen-nach-unten konnte der erste Trailer zum „Ghostbusters“-Reboot inzwischen ansammeln. Ob das Geisterjäger-Reboot mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy das verdient hat? Zumindest die ersten Kritiken lassen eine spaßige Zeit im Kinosessel vermuten. Bei uns startet der Film in der ersten August-Woche.


Image (adapted) „Watching a blank Screen“ by Kenneth Lu (CC BY 2.0)


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