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Überwachte Gesellschaft: Recht, Technik & Politik nach Prism & Tempora

Nichts hören, nicht sehen, nichts sagen. - Stop Watching us, Berlin, 27.07.2013 (adapted) (Image by mw238 [CC BY SA 2.0], via flickr)

Der Berliner Verlag für die digitale Welt, iRights.Media, veröffentlicht das erste E-Book zu Prism und Co. auf dem deutschsprachigen Markt und wird es regelmäßig aktualisieren.

 

Das Buch ‚1984‘ von George Orwell war nicht als Anleitung gedacht!“ skandieren Demonstranten in Berlin. Die Realität ist weit erschreckender. Der Geheimdienst NSA, sein britisches Pendant GCHQ und andere Dienste können digitale Kommunikation praktisch weltweit überwachen, Wie können Recht, Technik und Politik mit den Möglichkeiten der Total-Überwachung umgehen? Wie können die Grundrechte noch geschützt werden? Was bedeutet das für die Beziehungen der Staaten untereinander?

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Reaktion auf PRISM: Sichere Chats und Messenger geplant

Geschäft (adapted) (Image by BarnImages (CC0 Public Domain) via Piabay)

In Reaktion auf PRISM, TEMPORA, NSA und Co. wollen MEGA-Gründer Kim „Dotcom“ Schmitz und Pirate Bay-Mitgründer Peter Sunde je Apps und Dienste schaffen, die sichere Kommunikation ermöglichen.

Im Fall von Peter Sunde handelt es sich um eine per Crowdfunding finanzierte WhatsApp-Alternative, die er mit zwei Kollegen umsetzen möchte. Kim Schmitz möchte bei MEGA verschlüsselte Mails und Chats anbieten, mit einiger Verzögerung sollen auch passende Apps folgen.

Wie groß in Zeiten von PRISM und TEMPORA der Wunsch nach sicherer Kommunikation ist, zeigen die Zahlen von heml.is: In nur drei Tagen sind 152.300 US-Dollar von über 10.000 Menschen gespendet worden. Die Zielsetzung lag bei 100.000 US-Dollar, um mit der Produktion der App zu beginnen. Hinter heml.is, vom schwedischen Wort „hemlis“ für „geheim“, stehen Pirate Bay-Mitgründer Peter Sunde, Flattr-Mitgründer und -Geschäftsführer Linus Olsson und Flattr-Mitarbeiter Leif Högberg. Das Ziel: Eine schicke App, die ihren Dienst eher einstellen würde, als ihn für Unternehmen und Regierungen zu öffnen.

Alles über die eigenen Server

Funktionieren soll das mit einer End-to-End-Verschlüsselung („End-to-End-Encryption“, „E2EE“), bei der die gesendeten Nachrichten beim Sender verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt werden. Dadurch bleiben die Nachrichten auch bei Zwischenstationen in der Übertragung verschlüsselt.

Am Beispiel von WhatsApp sieht man, dass ein verschlüsselter Datenweg dringend nötig ist. Die gesendeten Nachrichten nehmen bis zum Empfänger einen Umweg über Frankfurt, Dallas und Ashburn – können also sowohl vom Bundesnachrichtendienst (BND) als auch von der National Security Agency (NSA) abgefangen werden. Das zeigt eine sehenswerte App der „OpenDataCity“ zu diesem Thema. Der Dienst von heml.is wird komplett über die eigenen Server laufen.

heml.is soll kostenlos für iOS und Android kommen, ein genauer Veröffentlichungszeitpunkt ist noch nicht bekannt, Anfang 2014 scheint aber realistisch zu sein. Da – logisch – keine Daten verkauft und auch keine personalisierte Werbungeanzeigen eingeblendet werden, wird sich die weitere Arbeit an heml.is über in-App-Käufe finanzieren.

Für die Domainendung .is gibt es übrigens auch eine recht simple Erklärung. Jene werden sie verstehen, die damals WikiLeaks auf ihrem Weg durch Nordeuropa verfolgt haben: In Island ist der Datenschutz besonders ausgeprägt.

Auch Kim „Dotcom“ Schmitz kündigte an, einen „Mega-Messenger“ zu programmieren. Vorerst soll dieser nur im Browser funktionieren, in wenigen Monaten auch via Apps. Zudem sei, so auch MEGA-CEO Vikram Kumar, ein Mail-Client geplant, der aber noch sechs bis neun Monate auf sich warten lassen wird.

Ähnlich wie Peter Sunde und sein „Flattr-Team“ will Schmitz auf eine End-to-End-Verschlüsselung setzen und die bestehenden Verschlüsselungen des Mega-Netzwerks weiter verfeinern. Man darf gespannt sein.

Endlich genügend Öffentlichkeit

Es ist eine erfreuliche Entwicklung im Netz erkennbar. Seit Edward Snowden vor wenigen Wochen die PRISM-Affäre ins Rollen gebracht hat, starten viele Initiativen in Richtung Gegenangriff. Man hat das Gefühl, es sei endlich eine solide Grundöffentlichkeit und eine stärkere Sensibilisierung für das Thema Datenschutz vorhanden und nicht nur die alteingesessenen Netzbewohner realisieren Probleme und Risiken. Damit dürfte Edward Snowdens Ziel erreicht sein.


Image (adapted) „Geschäft“ by BarnImages (CC0 Public Domain)


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5 Lesetipps für den 8. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um eine Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen die Telekom, Hasso Plattner’s Idee von eigenen SAP-Läden, historischen Kopierschutz in Spieleautomaten, Gedanken über Game Design und einen Beitrag von Thilo Weichert über PRISM, Tempora & Co. Ergänzungen erwünscht.

  • ÜBERWACHUNG Vocer.org: Thilo Weichert über Prism, Tempora und Snowden: Auf Vocer.org schreibt Dr. Thilo Weichert, seit 2004 Landesbeauftragter für den Datenschutz in Schleswig-Holstein, dass niemand über PRISM und Tempora hätte überrascht sein müssen, denn die Mosaiksteine des nun erscheinenden Bildes der britischen und der US-amerikanischen Telekommunikations- und Internetüberwachung sind lange bekannt.
  • GAME DESIGN Bit Creature: The Edge Of The Ocean: Ein lesenswerter und sehr philosophischer Artikel von Lana Polansky über Kartographie in Game Design, ein oberflächlich betrachtet oft vergessener Teil von Spielen, doch vielleicht auch der wichtigste.
  • KOPIERSCHUTZ Golem.de: Digitaler Selbstmord durch Kopierschutz: Das Kopierschutz eher ein Interesse von Verwertern anstatt von Urhebern ist, beweisen schon die frühen Arcade-Automaten, in denen die Hersteller einen besonderen Kopierschutz installierten. Um ihr „geistiges Eigentum“ zu schützen und den Umsatz zu steigern, scheuten sie nicht einmal den digitalen Selbstmord der Spiele und Automaten.
  • SAP n-tv.de: Hasso Plattner rät SAP zu eigenen Läden: Der Gründer des Unternehmenssoftware-Konzerns SAP und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende, Hasso Plattner, möchte nach Vorbild von Apple eine eigene Ladenkette aufbauen und die Software nutzerfreundlicher gestalten.
  • NETZNEUTRALITÄT Spiegel Online: Verbraucherzentrale NRW verklagt Telekom wegen Internet-Tempobremse: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert von der Telekom eine Unterlassungserklärung, in der sich laut Informationen des Focus das Teleommunikationsunternehmen verpflichtet, den Internetzugang der Verbraucher nicht zu drosseln.

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