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Mediathekenumschau vom 23. September

Bildempfangsstörung (Bild Paulae [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons)
In seiner wöchentlichen Mediathekenumschau geht Hannes Richter den letzten 7 Tagen des online gespeicherten Medium Fernsehens auf den Grund. Heute mit Clips vom WDR, Arte und 3Sat. // von Hannes Richter Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist [...]
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Mediathekenumschau vom 16. September

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

JUNGE MENSCHEN WÄHLEN: Ich will das sich das ändert!

1LIVE+++ Sendung vom 16. September: Auch Radio gibt’s in den Mediatheken. Und vom Hörspiel bis zur klassischen Reportage, wahrscheinlich sogar mehr als bei den üblich-bewegten Inhalten, geht auch hier so manches Hörenswertes unbemerkt über den Äther. Besonders die Jugendwellen der Öffentlich-rechtlichen bieten spannende Produktionen, die sich im Netz streamen oder als Podcast downloaden lassen. In der Reportage „Ich will, dass sich das ändert!“ (man beachte die bestimmte Aussage im Sendungstitel) auf 1LIVE befragt Nina Fricke junge Leute aus NRW über ihren Alltag und ihre Gedanken zur anstehenden Bundestagswahl: „Was sie nervt und was sich ändern sollte“. Alle Interviewten, so das Fazit der kurzweiligen Porträts, vereint die Einforderung von Anerkennung und Respekt durch Politik und Gesellschaft. Das lesbische Paar Vielca und Anna plant seine Hochzeit und sehen nicht ein, warum Kinder nicht dazu gehören dürfen. Bilal wurde in Deutschland geboren und hat vor kurzem einen lapidaren Brief vom Amt bekommen. Er versteht nicht, warum er sich für eine seiner beiden Staatsbürgerschaften – und damit ein Heimatland – entscheiden muss. 

MARC-UWE KLING: Neues vom Känguru

Fritz +++ bei den RadionFritzen (nachmittags): Das kommunistische Kanguru ist seine Erfindung. Und es gibt keinen anderen, der sich so etwas ausdenken könnte: das australische Beuteltier ist als Mitbewohner und Sparringpartner für den schludrigen Berliner aus Marc-Uwe Klings Texten so absurd, dass – hat man sich einmal darauf eingelassen – die Welt um das ungleiche Paar herum gar nicht mehr so verrückt erscheint. Und damit nicht so weit entfernt von unserer. Hier hängen zwar noch keine Motivationsplakate in der Gegend rum („Ich schwimm bis nach Birma – für meine Firma“). Doch wenn es mal soweit ist, wünscht man sich ein Känguru, das einen „Anti-Terror-Anschlag“ auf eben die Poster plant. Im Berliner Jugendradio Fritz liest Marc-Uwe Kling regelmäßig Neues vom Kanguru vor.

EIN ANDERES AMERIKA: Junge Schriftsteller und ihr Verhältnis zur Politik

Deutschlandradio Kultur +++ am 17. September, 19:30 Uhr und danach in der Mediathek: Der Korrespondent Matthias Kolb schreibt auf sueddeutsche.de aus den USA. Für Deutschlandradio Kultur spricht er am Dienstag Abend mit jungen Schriftstellern, die sich in die gesellschaftlichen Gräben des Obama-Amerikas begeben. „Die neuen, politischen U-40-Schriftsteller wissen, dass sie weniger bewirken können als Norman Mailer oder Gore Vidal in den sechziger Jahren.“, so der Journalist. „Trotzdem machen sie weiter – und arbeiten an dem Projekt, an dem der Präsident und Bestseller-Autor Barack Obama nach eigenen Aussagen gescheitert ist: Sie suchen nach neuen Storys, die ein ganzes Land zusammenhalten können.“

BALD VORBEI: Tagesschaum

WDR +++ Sendung vom 16. September, noch bis Freitag täglich: Ein bisschen Bewegtbild muss es in der Woche der Bundestagswahl aber schon noch sein. Und sei es nur der schelmig-wissenden Gesichtsausdrücke des Polit-Erkläronkels Friedrich Küppersbusch wegen. Und seine Wortspiele würden auch nur halb so schön rüber kommen, wenn zum Beispiel Philipp Röslers Weg-Ruf nach der verlorenen Landtagswahl in Bayern nicht mit der Ansprache Mel Gibsons in Braveheart unterlegt werden könnte. Tagesschaum geht in die letzte Runde. Von Beginn an war geplant, den kurzweiligen Kommentar zum Wahlkampf (inzwischen fünf Mal pro Woche im WDR und auf youtube) nur bis zur Wahl laufen zu lassen. Vielleicht hat Friedrich Küpeprsbusch aber auch wieder Blut geleckt. Dem deutschen Fernsehen wäre es zu wünschen.

 

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Die Mediathekenumschau vom 23.Juni

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

WDR +++ jeden Montag, Dienstag und Donnerstag: Sechs Sendungen vom Tagesschaum sind jetzt schon über den Äther gegangen und das in der ersten Folge noch etwas gewöhnungsbedürftig wirkende neue Format, passgerecht um den politischen Alles-Kommentierer Friedrich Küppersbusch herum gebastelt, hat sich fest im TV-Kalender etabliert. Und das nicht im Dritten Programm am späten Abend, sondern über Youtube. Zwar scheint der Plan, die Sendung bereits am Nachmittag auch auf der Videoplattform anzubieten (Hat jemand eigentlich mal in den Rundfunkstaatsvertrag geschaut? Geht das überhaupt?) nicht ganz aufgegangen zu sein. Doch drei Mal in der Woche lohnt sich das Warten auf die Stimme der Vernunft im manchmal grotesken Politikzirkus. Küppersbuschs Einfälle haben das Zeug zum Klassiker.

  • RALF KÖNIG IM PORTRÄT: Square

arte +++ Sendung vom 23. Juni: Ralf König ist auf dem besten Weg in den Literaturkanon. Und das mit Comic-Büchern wie “Das Kondom des Grauens” oder “Der bewegte Mann”, beide wurden auch erfolgreich verfilmt. Immer mehr Galerien zeigen seine Knollennasenmenschen. Im kurzweiligen und sehr persönlichen Interviewformat “Square” wundert sich der bodenständige Künstler über die Aufmerksamkeit des Feuilletons. Früher hätten seine Comics im WG-Klo rumgelegen, Originale seien für ihn wertlos gewesen. Heute hängen sie im Museum Ludwig.

rbb +++ Sendung vom: 23. Juni: Und, was gemerkt? Ein Mediatheken-Tipp über den Comic-Zeicher Ralf König und kein einziges Mal kam das Wort “schwul” vor. Gut, das war jetzt Absicht. Aber wie erfrischend ist es doch, gewohnte Muster zu verlassen und Schwule, Lesben und alle anderen nicht als etwas Besonderes, sondern als Teil der ganz normalen Vielfalt darzustellen. Ein Anliegen, dass jedem Christopher Street Day wichtig ist. Bei den Paraden fallen “schrille” Kostüme auf, weil jeder auffallen darf und sollte. Dass es sich dabei um ein wichtiges Anliegen handelt, spricht sich immer mehr rum, wie die jährliche Zusammenfassung des Berliner CSDs im rbb mit interessanten Einspielern aus der Vergangenheit der Schwulenbewegung und dem Alltagsleben auch abseits des Feierns zeigt.

3Sat +++ Sendung vom 21. Juni: Gustav Peter Wöhler kennen viele als den kleinen Dicken aus „Bin ich schön?“ oder als einen von Ottos „Sieben Zwergen“. Doch dahinter verbirgt sich nicht nur ein großartiger Schauspieler, der auch mal eben in wenigen Tagen die Haupt- und Traumrolle des überraschend verstorbenen Dirk Bach am Berliner Schlossparktheater übernehmen konnte. Mit seiner sanften Stimme singt der Allrounder seit 2002 auch in nunmehr schon sieben Bühnenprogrammen, immer nah am Kanon der Beatles und ähnlichen Klassikern entlang. Wunderschön – wie in dieser Aufzeichnung des Programms „Get Back“ auf 3Sat zu hören ist.

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Die Mediathekenumschau der Woche

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Sie werden immer beliebter und entwickeln sich für viele Digital Natives schon zum Fernsehersatz. Mehr ist aber noch nicht drin: Zumindest die öffentlich-rechtlichen Programme sind meistens nur eine Woche abrufbar. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

3Sat Kulturzeit +++ Sendung vom 6. Juni: Den vom Hochwasser bedrohten Menschen gilt die größte Aufmerksamkeit, gefolgt vom Zahlenspiel um „Milliardenschäden“ und Versicherungssummen. Doch wie steht es mit den Kunstschätzen Dresdens oder dem UNESCO-Weltkulturerbe Dessau-Wörlitz? Kulturzeit holt das Thema auf die Tagesordnung. Im Interview zieht der Kultusminister Sachsen-Anhalts Bilanz.

ZDFkultur +++ Sendung vom 8. Juni +++ abrufbar bis 15. Juni: ZDF Kultur ist Medienpartner der „Full Metall Cruise“ und bekommt die Gelegenheit, an Board eine abendfüllende Doku zu drehen. Nachdem schon das Festival in Wacken vom Mainstream entdeckt wurde und jedes Jahr auf’s Neue sprichwörtlich durch’s Dorf getrieben wird, kann der Zuschauer nun von der Couch aus auch den langhaarigen Kerlen dabei zuschauen, wie sie ein ganzes Kreuzfahrtschiff unsicher machen. Schwer zu ertragen, wäre da nicht die charmante Moderation des liebenswerten Hipsterpärchens Nina Sonnenberg und Rainer Maria Jilg, die sich das alles mit nicht gespieltem Staunen anschauen.

3Sat +++ Sendung vom: 5.Juni +++ abrufbar bis: Mittwoch, 12. Juni: Wenn Oma schon Zugang zur Mediathek von 3Sat hat, aber noch nicht wirklich weiß, wozu das gut ist, dieses Internet: In der Dokumentation des Österreichers Hannes M. Schalle wird alles genau erklärt. Zu Wort kommen auch Experten und Digital Natives wie der 11-jährige Aaron. Den wird die Sendung wohl eher langweilen, aber seine Oma kann noch einiges lernen.

  • VORSCHAU: „TAGESSCHAU AUF KOKS“: FRIEDRICH KÜPPERSBUSCH KEHRT INS FERNSEHEN ZURÜCK: „Tagesschaum“

WDR +++ ab 10. Juni, 23:15 Uhr: Das wir das noch erleben dürfen: Jahre nach seinem Rückzug vom Fernsehbildschirm hat der doch irgendwie immer präsente Küppersbusch ein neues Format entwickelt: In „Tagesschaum“ macht er für den WDR, was er am besten kann: Süffisant das politische Geschäft kommentieren. Spannend: die Sendungen werden vor der Ausstrahlung auf Youtube gezeigt. Mal eben nebenbei präsentiert sich Küppersbusch heutiger als alle Rundfunkräte zusammen. Wir bleiben dran!


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