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Die menschliche Natur: Wo die Serie Westworld falsch lag

The Wild West (adapted) (Image by Chris Bickham [CC BY 20] via flickr)

Ein zentrales Thema in der neuen Science-Fiction-Serie Westworld von HBO von  ist die Frage danach, was genau Menschsein bedeutet. Die Serie spielt in einem großen Erlebnispark für Erwachsene, der nach dem Vorbild einer amerikanischen Westernstadt gebaut wurde und von intelligenten und lebensechten Robotern bewohnt wird. Über die Jahre wurden die Roboter – auch Wirte genannt – immer weiter entwickelt. Sie sehen Menschen immer ähnlicher und benehmen sich auch so. Deshalb haben sie damit begonnen, von ihrer Programmierung abzuweichen. Sie sind unberechenbar – genauso wie wir Menschen.

Während die Zuschauer dazu eingeladen werden, über die Menschlichkeit in Robotern zu reflektieren, liegt die Ironie von „Westworld“ darin, dass die reichen, menschlichen Gäste des Parks eher unmenschlich wirken. Sie leben ihre wildesten Fantasien aus. Hier kommt es nicht darauf an, wie verdorben sie sind. Sie misshandeln und töten die Wirte, ohne mit der Wimper zu zucken, sie empfinden dabei sogar eine gewisse Freude. Ein Besucher erschießt ohne jeglichen Grund einen Wirt in einer Bar und ruft danach: „Das nenne ich Urlaub!“

Durch den sadistischen Umgang der Gäste mit den Wirten wird ein düsteres Bild der menschlichen Natur gezeichnet. Als Zuschauer wird man gezwungen, sich zu fragen: Was würden wir machen, wenn wir Westworld besuchten? Könnten wir wirklich einen menschlich wirkenden Wirt ins Gesicht schießen, wenn dieser um Gnade fleht? Psychologen haben versucht, herauszufinden, wie die meisten Menschen tatsächlich in Westworld agieren würden.

Das Bewusstsein der Roboter verstehen

Unsere Bereitschaft, jemandem zu schaden, hängt teilweise davon ab, was wir denken, das dieser jemand denkt und fühlt. Im Jahr 2007 haben die Psychologen Heather Gray, Kurt Gray und Daniel Wegner eine Studie darüber ins Leben gerufen, was Menschen über das menschliche, tierische und mechanische Bewusstsein denken. Indem sie die Antworten von über 2000 Teilnehmern eines Onlinefragebogens ausgewertet haben, fanden sie heraus, dass die Teilnehmer die mentale Kapazität auf zwei unabhängige Faktoren stützen: das Fühlen von Schmerz und Freude („Erfahrung“) und die Fähigkeit Pläne und Entscheidungen zu machen („Handlungsfähigkeit“).

Die Teilnehmer wurden auch danach gefragt, wie schlimm es für sie wäre, verschiedenen Charakteren etwas anzutun. Zum größten Teil ordneten sie dies als „sehr schlimm” ein, wenn Charaktere einen hohen Anteil an „Erfahrung“ (die Fähigkeit zu fühlen) hatten. Allerdings hatten die Schätzungen der „Handlungsfähigkeit“ (Fähigkeit zu Planen und Entscheidungen zu treffen) – egal ob „sehr viel” oder „nicht so viel” – weniger Einfluss auf das Gefühl beim Verletzen eines Charakters.

Ein anderes Beispiel beschreibt einen Charakter mit dem Fragebogen Kismet, ein sozialer Roboter der Gefühle durch Gesichtsbewegungen ausdrücken kann. Kismet wurde erfahrungstechnisch einigermaßen hoch eingeschätzt, bei der Handlungsfähigkeit jedoch eher niedrig. Daraus resultierte, dass der durchschnittliche Teilnehmer eher dazu bereit war, ihm etwas anzutun. Das ähnelt der Gleichgültigkeit der Gäste in Westworld, denen es nichts ausmacht, den Roboter-Bewohnern wie dem Wirt etwas anzutun. Aber da gibt es einen Unterschied zwischen Robotern wie Kismet und den Wirten in Westworld. In Westworld sind die Wirte nicht von den Menschen zu unterscheiden. Das gilt für das Aussehen und das Benehmen. Sie werden von menschlichen Schauspielern dargestellt und können sogar bluten.

In der zweiten Folge hat der Charakter William, der den Park zum ersten Mal besucht, folgende Unterhaltung mit einem Wirt:

„Bist du echt?”

– „Na, wenn du das nicht sehen kannst, dann tut es doch auch nichts zur Sache, oder?”

Die Hauptsache, in der du oder ich oder William entscheidet, ob die andere Person einen Verstand hat, liegt darin, dass wir das Aussehen und das Benehmen beobachten. Wenn der Wirt aber menschlich aussieht und sich auch so benimmt, kann es schwierig werden, das Gefühl abzuschütteln, dass er ein Bewusstsein hat und Schmerzen fühlen kann, auch wenn uns erzählt wurde, dass dem nicht so ist.

Eine Studie aus dem Jahr 2012, die von Kurt Gray und Daniel Wegner entwickelt wurde und von den Grusel der lebensechten Roboter untersucht, unterstützt die Idee, dass das Aussehen der Roboter einen großen Anteil daran hat, wie wir die Eigenschaft einschätzen, wie es ist, etwas zu fühlen.

In einer Reihe von Experimenten haben sie herausgefunden, dass Roboter, die eher lebensecht erscheinen, so eingeschätzt wurden, dass sie auch eher Schmerz und Freude zu empfinden in der Lage sind. Das hat die Teilnehmer beunruhigt. In einem Experiment wurde 105 Teilnehmern ein Video über den Roboter KASPAR gezeigt – einmal von vorne, wo man ein menschenähnliches Gesicht sah und von hinten, wo man die Mechanik und Kabel sehen konnte. Wenn KASPAR von vorne angeschaut wurde, bekam er in Sachen Erfahrung“ höhere Werte zugeschrieben, zugleich empfand man ihn aber als gruselig.

Das suggeriert, dass die meisten Westworld-Gäste nicht einfach einen lebensähnlichen Wirt in die Hand stechen und dann zusehen könnten, wie dieser sich unter dem Schmerzen quält (was genau das ist, was Williams‘ Schwager Logan in der zweiten Episode macht). Stattdessen würden die meisten von uns mit Entsetzen reagieren.

Entmenschlichte Roboter, entmenschlichende Menschen

Aber manche Leute können herzlose Gewalt ausführen, sogar gegen echte Menschen. So etwas ist einfacher, wenn der Täter das Opfer entmenschlicht, indem er es behandelt, als hätte es kein eigenes Bewusstsein. Wenn man die Geschichte betrachtet, wurde so bei vielen Genoziden gehandelt, als wären die Opfer nichts weiter als lästige Tiere wie Ratten oder Kakerlaken.

Das sehen wir bei „Westworld“ auch: die Mitarbeiter des Parks werden dazu angehalten, die Wirte als hirnlos und wertloser als Menschen zu betrachten. In einer Szene zum Beispiel rügt Dr. Ford (gespielt von Anthony Hopkins), Westworlds mysteriöser Erfinder, einen Techniker dafür, dass er einen nackten Wirt bedeckt, während er an ihm arbeitet:

„Warum ist der Wirt bedeckt? Wolltest du verhindern, dass er friert oder sich schämt? Du wolltest seinen Anstand bedecken. Er friert nicht! Er schämt sich nicht! Er fühlt nichts, was wir ihm nicht gesagt haben, das er fühlen soll.”

Er schneidet in der Folge ganz nebenbei das Gesicht des Wirts mit einem Skalpell auf, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen: Wirte sind hirnlos – und damit keine Menschen. Denkt man so von ihnen, können die Mitarbeiter jede Misshandlung rational einordnen.

„Westworld“ wirft also einen unrealistischen Blick auf die typische menschliche Natur. Die Serie erinnert gleichzeitig daran, wie sehr wir dazu fähig sind, Schaden anzurichten. Dadurch, dass die Wirte menschlich aussehen und handeln, würde es uns wahrscheinlich schwerer fallen, ihnen etwas anzutun. Gleichzeitig könnte es aber auch sein, dass wir, wenn man uns beibringen würde, die Wirte als weniger denn menschlich anzusehen, uns die Frage stellen müssen, ob man uns auch dazu bringen könnte, andere Menschen für ebenso wertlos zu halten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) The Wild West“ by Chris Bickham (CC BY 2.0)


 

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Zwei Jahre Serial – Was hat der Podcast-Hit für das Medium gebracht?

Serial Podcast (adapted) (Image by Casey Fiesler [CC BY 2.0] via Flickr)

Vor zwei Jahren, am 3. Oktober 2014, hat die erste Staffel von Serial begonnen. Der journalistische True-Crime-Podcast über einen Teenager-Mord in Chicago entwickelte sich dann zu einem der erfolgreichsten Podcasts weltweit und verschaffte dazu dem gesamten Medium gehörig Aufmerksamkeit. Kaum jemand hat die Branche seitdem genauer beobachtet als Nicholas Quah. Auch für ihn hat mit Serial ein neues Kapitel begonnen: Der 27-Jährige Quah hat nach dem Serial-Start seinen E-Mail-Newsletter Hot Pod begonnen, verließ seinen Job beim US-Podcast-Netzwerk Panoply und machte sich mit dem Newsletter selbstständig. Mittlerweile gelten Quahs Beobachtungen und Recherchen, aber insbesondere seine Analysen als Standardwerk der Podcast-Branche. Politico porträtierte ihn jüngst als „podcasting’s up-and-coming publisher of record“. Ein Gespräch mit Nicholas Quah über die Rolle von Serial für die US-Podcast-Branche und wie es für das Medium zwei Jahre später weitergehen könnte.

Die erste Staffel von Serial scheint der Durchbruch für journalistische Podcasts gewesen zu sein. Zwei Jahre sind seitdem vergangen. Welche Rolle hat Serial für das Medium Podcast gespielt?

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Nicholas Quah (Image by Nicholas Quah)

Nicholas Quah: Serial ist ein wichtiger Moment der Branche gewesen, es gab einen regelrechten Boom danach. Wobei wir bisher noch klären müssen, ob es ein Boom der Aufmerksamkeit oder ein Boom der Hörerzahlen war. Aber fest steht: Danach waren Podcasts fester Bestandteil der größeren Diskussion über Medien und Journalismus. Denn Serial hat nicht nur neues Interesse für Podcasts angestiftet, beziehungsweise die Aufmerksamkeit dafür neu fokussiert, sondern hat auch für mehr Optimismus und Investitionen für das Medium gesorgt. Es gab daraufhin eine Explosion von neuen Podcast-Unternehmen, daneben haben zahlreiche bereits bestehende Medienorganisationen angefangen, ebenfalls Podcasts zu produzieren. Deren Ansehen und Publikum fließen natürlich auch in das Medium. Ich habe das Gefühl, dass Podcasts gerade in die alltägliche US-Mediennutzung integriert werden.

Derzeit scheint Podcasting in den USA einen nahezu magnetischen Effekt auf Journalisten auszuüben: Erfahrene Magazin-Autoren, erfahrene Radio-Reporter und Neueinsteiger zieht es gleichermaßen an. Zeitgleich sucht das relativ junge Medium noch nach Geschäftsmodellen. Was ist dennoch so anziehend am Podcast?

Ein Teil der Antwort liegt in den Eigenschaften von Podcasts. Um sie zu beschreiben, sprechen viele von einem sehr vertraulichen, intimen Medium. Es erlaubt ein längeres Storytelling, eine stärker involvierte Form des Erzählens und Berichtens, dazu bietet es eine engere Verbindung zwischen Journalisten und ihrem Publikum. Das ist eine Erfahrung, die besonders angesichts der heutigen Architektur und Infrastruktur der Medien selten geworden ist. Mehr und mehr Publikationen werden digital, die Märkte werden dadurch gesättigt und alles fühlt sich weniger eigenständig an. Jede Geschichte ist eine weitere Sensation, eine weitere Schlagzeile. Der andere Teil der Antwort ist: Die Beliebtheit von Podcasts – und in dieser Erweiterung auch die Beliebtheit von Radio – ist eine Folge des Hungers nach einem tiefergehenden Journalismus – einem Journalismus, der Verbindungen herstellt, der Sinn stiftet. Das ist etwas, das heutzutage meiner Meinung nach häufig fehlt.

Vor einem Jahr hast du in einem Interview behauptet, dass wir uns nicht in einer Podcast-Blase befinden, sondern in einer Blase der Aufmerksamkeit für Podcasts. Ist diese Blase mittlerweile geplatzt oder wächst sie weiter?

Was ich mit „Aufmerksamkeits-Blase“ meinte, war dieser gewisse Optimismus, der nach Serial um das Medium Podcast kursierte. Es gab diese Wahrnehmung von diesem „Das ist die nächste große Sache“-efühl, die den Journalismus und/oder die Medien retten wird. Dazu habe ich allerdings ein ambivalentes Gefühl: Ich habe zwar immer geglaubt, dass Podcasting die nächste Phase für Radio sein wird – der Wechsel vom Rundfunk zum Internet. Das halte ich für eine natürliche Entwicklung, die lange erwartet wurde und die wir bei anderen Medien schon gesehen haben, beispielsweise beim Fernsehen, das mit Netflix digitalisiert wurde. Aber ich glaube, der Hype um Podcasting ist etwas zurückgegangen und trifft auf die echten Versuche, eine größere, nachhaltigere und robustere Podcast-Branche zu schaffen. Die Blase wächst nicht mehr, sondern trifft auf den Versuch, einen neuen Normalzustand für die Branche nach Serial zu schaffen.

Wenn es um die Zukunft des Mediums geht, beschreibst du in deinem Newsletter dabei immer wieder den Konflikt von zwei Gruppen, von zwei Philosophien: „Podcasts als Blogs“ gegen „Podcasts als Zukunft des Radios“. Ist es möglich, dass in den nächsten Monaten oder Jahren die eine Seite die andere vollständig schluckt?

Ich halte es für vollkommen möglich, dass das in den nächsten zwei oder drei Jahren passiert. Die ganze Beschwerde, dass bei Podcasts Entdeckung und Verteilung nicht funktionieren, ist meiner Meinung nach durch den demokratischen Zugang zur Verteilung von Podcasts zwingend bedingt. Ein Beispiel: Wenn in einer 10.000-Einwohner-Stadt wirklich jeder eine Zeitung herausgeben und an die anderen 99,99 Prozent verteilen kann, dann entsteht ein Gefühl der Übersättigung. Und jeder Versuch, die Entdeckung von Inhalten effizienter zu gestalten, ist dann notwendigerweise ein Schritt, der Ungleichheit schaffen wird. Dazu kommt, dass im Podcasting Unternehmen und Organisationen aufkommen, die sich nicht nur selbst finanzieren wollen, sondern auch Profite generieren und deswegen Kontrolle gewinnen wollen. Das steht natürlich dem Gedanken von Podcasts als Teil des offenen Netzes entgegen. Deswegen sehe ich die Open-Web-Befürworter und open-web-nahen Unternehmen wie PRX oder Radio Public in der Pflicht, Räume zu schaffen, in denen Podcasts als Blogs florieren können. Die müssen zusätzlich oder im Gegensatz zu den Räumen entstehen, in denen Unternehmen aus der „Podcasts als Zukunft des Radios“-Ecke ihre Geschäftsmodelle etablieren und sichern können. Ich glaube, wir können beide Philosophien zeitgleich haben. Aber das braucht die Arbeit und Beteiligung von beiden Seiten.

Ist es möglich, nach Serial einen solchen internationalen Podcast-Erfolg zu wiederholen und wieder einen viralen Hit in so vielen Ländern zu schaffen?

Ich glaube, ja. Es wird das nächste ‚Serial‘ des Podcastings geben. Genauso, wie es den nächsten Roman-Erfolg und das nächste Hit-Musical geben wird. Lange Zeit dachten wir, Musicals sind nicht mehr wirklich relevant für die weitere Mainstream-Kultur – und dann kam ‚Hamilton‘. Wenn man sich Serial genauer anschaut, ist es an sich gar nicht so neuartig – aber die Umsetzung war extrem neuartig und bedeutend. Es war Feature-Journalismus, wie wir ihn aus Print-Magazinen wie ‚The New Yorker‘ oder ‚The Atlantic’ bereits kennen. Mit dem Unterschied, dass er seriell erzählt war und sich wie eine Prestige-Fernsehserie angefühlt hat. Es war also eine Kombination aus erstens: Serial als sehr gute Mischung aus Journalismus und Unterhaltung und zweitens: Dem überraschend neuen Gefühl, das die Hörer dabei hatten. Jedes Medium kann so einen Erfolg feiern. Die Frage ist nur, wie man so einen Erfolg entwickeln kann. Ich glaube, das lässt sich nicht konstruieren. Stattdessen muss man möglichst viel Neues schaffen und genügend Leute mit kreativen, neuen Ideen müssen Zugang zum Medium haben.

Aber trifft das beim Podcasting derzeit zu? Ist das Medium Podcast zugänglich und vielfältig genug? Oder versuchen nicht viele, ‚Serial‘ zu kopieren oder wie ‚This American Life‘ zu klingen?

Letztendlich klingen viele Podcasts derzeit gleich, das stimmt. Unabhängig davon, ob das eine Frage der mangelnden Diversität in der Demografie, in der Ausbildung oder in der Ästhetik ist – Podcasting ist immer noch sehr zugänglich. Auch wenn es sich sehr gesättigt anfühlt; es ist nur gesättigt mit dem immergleichen Kram. Wenn du anders klingst und sehr Gutes lieferst, kannst du immer noch den Durchbruch schaffen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Leute von Welcome to the Night Vale, die ohne vorherige Audio-Ausbildung so viel Resonanz erzeugt haben, dass sie mittlerweile sogar ein eigenes Label gründen konnten. Oder die Leute von The Black Tapes. Die haben beide gezeigt, dass man aus der Eintönigkeit von Podcasts hervorstechen kann und sie bekommen deswegen so viele Fans und so viel Aufmerksamkeit aus ihrer Gemeinschaft. Beides sind Beispiele, die von Menschen geschaffen wurden, die etwas selbst auf die Beine stellen wollten und die nicht von großen Podcast-Labels fabriziert wurden.

Als Beobachter der Branche hast du natürlich auch von Serial profitiert und profitierst auch weiter vom Wachstum in der Podcast-Landschaft. Wie gut funktioniert deine Arbeit für dich?

Natürlich hat mein Newsletter vom Aufkommen von Podcasts profitiert. Mein Impuls, den Newsletter zu schreiben, ist immer der gleiche geblieben: Da spielt sich etwas ab, aber nicht genügend Leute versuchen, diese Entwicklung zu verstehen. Also wie kann ich dabei helfen, den größeren Zusammenhang nachvollziehbar zu machen? Denn ich glaube, den Kontext zu verstehen hilft – egal, ob du selber in der Branche arbeitest, darüber nachdenkst oder nur ein Fan von Podcasts bist. Also klar, je mehr Leute an Podcasts in irgendeiner Form interessiert sind, umso mehr kommt mir das zu Gute. Es ist nicht viel Geld, aber ich kann davon leben und ich habe bereits eine gewisse Tragfähigkeit erreicht. Außerdem betreibe ich den Newsletter als Unternehmen, weil ich schon immer daran interessiert war, wie Medienunternehmen funktionieren und wie man seinen Lebensunterhalt im Internet verdient. Dadurch beschäftige ich mich mit den selben Fragen, mit denen viele Podcast-Unternehmen ebenfalls zu tun haben. Es ist also eine Art partizipativer Journalismus, auch wenn ich mich selbst nicht als Journalisten verstehe.

Hast du schon einmal daran gedacht, mit deinem Newsletter aufzuhören?

Ich denke ständig darüber nach. (lacht) Mich interessieren so viele Dinge gleichzeitig, aber zufällig bin ich in diese Podcast-Welt geraten und als ich einmal angefangen hatte, wollte ich diese Welt noch weiter erkunden. Derzeit bin ich immer noch sehr glücklich mit dieser Arbeit, weil jede Woche noch etwas Besonderes passiert, sodass ich den Newsletter ohne Probleme weiterschreiben kann. Vielleicht interessiert mich mal ein anderes Thema oder vielleicht gebe ich den Newsletter eines Tages an jemand anderen ab. Aber das sehe ich nicht in der näheren Zukunft passieren. Ein Großteil meiner Arbeit beinhaltet viel Kritik und Skepsis, aber ich bin nicht zynisch. Mehr denn je bin ich optimistisch, dass die Podcast-Industrie eine Zukunft hat und dass Podcasts dauerhaft ein einflussreiches Medium sein werden.


Image (adapted) „Serial Podcast“ by Casey Fiesler (CC BY 2.0)


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Slate verdoppelt sein Podcast-Publikum

Mikrofon (adapted) (Image by florantevaldez [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Das Online-Magazin Slate konnte im letzten Jahr seine Podcast-Hörerschaft verdoppeln – auf Audio und gegen Video gewettet zu haben, macht sich bezahlt. Das Serial Spoiler Special – der Podcast von Slate, der wöchentlich die neuesten Serienepisoden analysiert – war der schnellste veröffentlichte Podcast, wenn man die Zeit misst, die zwischen Idee und Debüt vergangen ist.

Vier Wochen, nachdem der Podcast ‚Serial‘ veröffentlicht wurde, hat jeder darüber gesprochen, sagt Andy Bowers, der ausführende Produzent des Podcast auf der Website. Ich habe einen Anruf von einem Redakteur bekommen, der vorschlug: ‚Wieso nehmen wir nicht einfach die Gespräche auf, die wir so führen, und machen einen Podcast über den Podcast?‘ Und ich meinte: ‚Super Idee!‘ Zwei Tage später haben wir ihn dann gegründet.

Manche fanden, dass die Idee eines Podcasts über einen Podcast ein bisschen zu sehr auf der Metaebene angesiedelt sei, und nannten sie absurd. Es gibt ein lustiges Video auf Youtube, das sich über die Fans von Serial lustig macht, über ihre Besessenheit und wie sie Willens waren, noch tiefer in den Kaninchenbau einzudringen.„Mann, erzähl mir nichts über den Slate-Podcast – ich liebe den Slate Podcast!“, sagt eine Figur in dem Video.

Ich habe jede Folge gehört. Jetzt hab ich sogar angefangen, den Podcast über den Slate Podcast zu hören, und jede Woche, wenn eine neue Folge vom Slate Podcast veröffentlicht wird, gibt es auch von dem anderen eine neue Folge, und sie sprechen darüber, was sie im Slate-Podcast besprechen werden.

So absurd sich das wahrscheinlich für Leute anhören mag, die keine Fans von Serial sind – das Serial Spoiler Special war ein Riesenhit und hat hunderttausende von Downloads pro Folge generiert.

„Eine Riesenmenge von Leuten, die auch Fans vom Serial Podcast waren, haben auch angefangen, diesen Podcast zu hören. Außerdem gelangten völlig neue Hörer in die Reichweite des Slate-Podcasts, und wir fanden das super“, meint Julia Turner, Chefredakteurin von Slate.

Die Reichweite, von der sie sprach, hat innerhalb der letzten Jahre erheblich zugelegt. Laut Bowers haben die rund 14 Podcasts im Monat etwa sechs Millionen Downloads, und das Publikum hat sich in einem Jahr verdreifacht. Natürlich verdankt man einen Teil dieser Zahlen dem Erfolg von Serial, das Millionen neue Hörer in das Medium gespült hat. Aber Slate hat auch ziemlich früh recht hoch gepokert, noch lange bevor man davon ausgehen konnte, dass Podcasts überhaupt in den Mainstream gelangen würden. Man investierte stark in das Audioformat und machte sich bereit, auf der Trendwelle zu reiten, als sich endlich Millionen neuer Kunden ein Smartphone zugelegt hatten und erkannten, dass sie sich damit auch Audiodateien zum zeitsouveränen Nachhören herunterladen konnten.

Die Wette lief noch, während viele der Medienkonkurrenten ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf Onlinevideos lenkten. Man ließ sich von der hohen TKP-Rate und den Werbeclips verführen, die vor dem eigentlichen Video eingeblendet werden konnten. Viele der etablierteren Printmedien investierten beträchtliche Summen, um ihren Online-Videos und das zugehörige Personal etwas aufzumöbeln. Im Jahr 2013 veröffentlichten die beiden Medienunternehmen Meredith und Scripps diverse neue Webserien. Noch im gleichen Jahr stellte die New York Times Rebecca Howard ein, die vorher Vizepräsidentin bei 20th Century Fox gewesen war. Sie sollte die Videoabteilung leiten und vergrößern.

Aber wahrscheinlich hat kein Unternehmen so sehr auf das Videoformat gesetzt wie BuzzFeed. Das Unternehmen hat gerade erst ein Angebot von 50 Millionen US-Dollar angenommen, hauptsächlich um die Abteilung BuzzFeed Motion Pictures zu vergrößern, die überwältigende 4,5 Milliarden Views im Jahr 2014 erzielen konnte.

Slate hat derweil das Videoformat nicht ignoriert (tatsächlich produzieren sie damit einige ihrer eigenen Programme und stellen regelmäßig virale Videos aus dem ganzen Internet zusammen), aber die Podcastangebote sind wesentlich bedeutender. Hier hat sich eine eifrige, beinahe fanatische Hörerschaft gebildet – viele von ihnen stehen sogar freiwillig Schlange, um bei einer Livesession dabei zu sein. Aber wieso erkannte Slate, dass sie mit ihrem Format einen solchen Erfolg haben würden, während andere Absatzmärkte, wie die New York Times und der Boston Globe ihr Audioangebot eher zurückgeschraubt haben, um das Videoformat mehr zu fördern?

Wenn man von Slates ersten Schritten in die Podcastwelt hört, lernt man alles über die Entstehung des Mediums selbst, denn man konnte fast von Anfang an daran teilnehmen. Es erschien kurze Zeit, nachdem Dannie Gregoire das Wort ‚Podcast‚ geprägt hat.

Seit fast einem Jahrzehnt hat Bowers nun für NPR gearbeitet, immer in Phasen, die ihn von London bis zum Weißen Haus brachten. Im Jahr 2003 entstand schließlich eine Zusammenarbeit zwischen Slate und NPR – eine Nachrichtensendung mit dem Namen „Day to Day„.

Ich bin bei Slate als Mitarbeiter von Day to Day eingestiegen, sagte Bowers. So konnte ich meinen Posten bei NPR behalten, aber die Mitarbeiter auswechseln. Außerdem war es meine Aufgabe, den Leuten bei Slate zu zeigen, wie man Radiosendungen produziert und wie man Studios in die Büros baut, damit diese von NPR benutzt werden konnten.

Auf diese Weise gelangte Bowers in die richtige Position, um Slate ans Podcasting heranzuführen. Er experimentierte mit der Plattform und las anfangs Artikel von Slate einfach direkt vor, so dass die Leser sie unterwegs anhören konnten. Sogar mit diesem eher spärlichen Angebot erreichte man pro Veröffentlichung über 10.000 regelmäßige Hörer. Bowers leitete auch eine wöchentliche Diskussionsrunde mit John Dickerson, dem Berichterstatter aus der Politiksparte.

Aber die wirklich wichtige Erkenntnis kam Bowers, als er bei den wöchentlichen Redaktionskonferenzen seine Ohren spitzte:

John und seine Kollegen in Washington führten irrsinnig witzige Unterhaltungen. Es hörte sich an, wie ich es von Reportern nur an der Bar oder nach Talkshows gewohnt war. Ich dachte mir, wenn ich einfach ein Mikrofon in den Konferenzraum stellen könnte – das wäre super lustig. Die Leute würden die wirklichen Unterhaltungen hören, die die Reporter miteinander führen.

Diese Eingebung wurde zu einer Show namens „Political Gabfest“ (dt.: etwa: ‚politischer Kaffeeklatsch‘), eine einstündige Show, präsentiert von Dickerson, dem ehemaligen Redakteur David Plotz und Emily Bazelon und ist heute einer der beliebtesten Podcasts.

Es wurde daher bald angenommen, dass Bowers die Macht hatte, all seine Kraft in das Podcast-Netzwerk von Slate hineinzustecken, als NPR die Absetzung von „Day to Day“ beschloss. Ihn erstaunte die Intimität, die dieses Format ausmachte. Nachdem er ein Jahrzehnt beim Radio verbracht hatte, hatte er vermutet, dass dies das intimste und direkteste Medium wäre. Jedoch stellte er fest, dass Podcasting einen Schritt weiter ging. Die Zuhörer abonnieren eine Sendung und fühlen sich so als Mitglied eines Clubs. Nie war dies offensichtlicher als bei der ersten Aufnahme des Political Gabfest, das von Slate vor einem Livepublikum veranstaltet wurde.

Ich glaube, das erste Mal war so um die Zeit der Amtseinführung von Obama im Jahr 2009„, erinnert er sich. „Wir entschieden uns für eine Liveshow, weil wir dachten, es wären eine Menge Leute wegen der Amtseinführung in der Stadt. Also buchten wir einen Veranstaltungsraum. Wir hatten wirklich keine Ahnung, ob nun 10 oder eher 100 Leute auftauchen würden. Es endete damit, dass die Leute um den ganzen Häuserblock herum Schlange standen.

Dieses glühende Fatum zeigt, wieso Slate und die anderen Podcast-Netzwerke in der Lage sind, solche hohen Werbesätze einzufordern – viel mehr als man normalerweise für Onlinewerbung verlangen kann. Weil die Werbung oft von den Gastgebern selbst vorgelesen wird – oftmals auf eine kreative Weise – fühlen sich die Podcast-Hörer nicht genötigt, vorzuspulen.

Während einer unserer ersten Liveshows, die von Audible.com gesponsert wurde, spielte David Plotz die Audible-Werbung vor dem Publikum nach, sagt Bowers. Er sagte: ‚Political Gabfest wird präsentiert von … naja, das wissen Sie ja sowieso alle‘, und das ganze Publikum rief ‚Audible.com‘. Als das geschah, meinte ich, ok, das scheint ziemlich effektiv zu sein.

Weil Slate sich nicht den Beschränkungen der traditionellen Radiosender unterwerfen muss, konnte man mit dem Format innerhalb der letzten zehn Jahre viel herumexperimentieren. Zusätzlich zu den regelmäßigen Shows versuchte man sich an inoffiziellen Audiotouren, die an berühmten Touristenattraktionen vorbeiführten. Eine von ihnen wurde von einem Kritiker in der Met aufgezeichnet.

Ich hörte mir das Ganze am nächsten Tag nochmal an, weil ich gerade in New York war, erzählte Bowers. Ich habe mich immer noch tot gelacht, zum Beispiel wenn erzählt wird, wie wertlos ein bestimmtes Gemälde von Picasso sei. Wir haben danach Emails von Leuten bekommen, die erzählten, wie sie vor dem Museum standen und sich vor Lachen kaum halten konnten, und die Museumswächter schauten sie an, als ob sie den Verstand verloren hätten.

Slate hat sogar mit einer One-on-One-Verbindung zwischen Gastgeber und Fans experimentiert. Mit dem Erfolg der Liveshows begann man, Tickets für private Cocktailpartys zu verkaufen, die vor den Shows mit den Gastgebern stattfinden sollten. Mittlerweile sind diese nach wenigen Minuten ausverkauft.

Obwohl man offen für Experimente war, hat Slate die Ressourcen gedrosselt und man wurde wählerisch, wenn man den Mitarbeitern eine neue Show zuteilte. Ich frage mich, ob man Berechnungen über die potentielle Publikumsgröße einer bestimmten Nische gemacht hatte und ob das Publikum Werbeträger annehmen würde. „Es gibt nicht ansatzweise so viel Publikumsanalyse, wie Ihre Frage andeutet“, meint Turner, die ebenfalls Gastgeberin beim Political Gabfest ist.

Ein großer Teil des Erfolgs von Serial macht aus, dass wir selbst viele Podcasts hören, und deshalb darüber nachdenken, was wir mögen. Dies passiert gar nicht so sehr auf strategischem Wege und das hilft uns festzulegen, wie ein Podcast aussehen müsste, der Spaß macht.

Eine der letzten Veröffentlichungen von Slate ist zugleich eine der ehrgeizigsten. Vor einem Jahr hat Mike Pesca, ein langjähriger NPR-Korrespondent, der selbst für „Day to Day“ berichtet hat, verkündet, er würde den Sender verlassen und einen eigenen täglichen Slate-Podcast namens „The Gist“ (dt.: etwa „Das Wesentliche“) ins Leben rufen.

Sobald ich ihn getroffen hatte, hatte ich denselben Eindruck, den viele Leute im Radio hatten: dieser Typ war hinter dem Mikrofon unfassbar talentiert und sollte seine eigene Sendung haben, sagt Bowers. Und aus irgendeinem Grund wollte NPR ihm keine Sendung geben.

‚The Gist‘ ist eine Art tägliches Nahrichtenmagazin, in dem Pesca sein einmaliges Talent für Wortspiele zeigt, während er über aktuelle Geschehnisse referiert. Zum Ruhm verhalf ihm sicherlich auch eine kleine Zusammenfassung auf „This American Life“. „The Gist“ wurde bald zum beliebtesten Podcast bei Slate.

Jeder regelmäßge Podcasthörer hat sicherlich mitbekommen, dass die meisten Podcast-Sponsoren „direct-response advertisers“ sind. Es ist einfach, ihre Berechnung des „Return on Investment“ zu erkennen, denn die Hörer werden angehalten, einen speziellen Werbecode einzugeben, um beispielsweise Rabatt zu bekommen. Die Herausforderung ist, dass Slate nun Marken auf eine Weise ködern muss, die deren Bekanntheit erhöht, aber nicht direkt den Verkauf beinhaltet. Laut Bowers ist Slate in einer einmalig günstigen Position, um diese Firmen ins Boot zu holen, denn Slate ist – anders als die anderen Podcast-Netzwerke – in ein großes Medienunternehmen eingebunden. „Wir sind mit einer großen Webseite verbunden und so hatten wir viele lange Jahre Werbeunternehmen, die bei Slate und bei den anderen Podcasts eingebunden wurden.“ Beispielsweise sponserte Acura die neueste Livetour des Gabfestes und bot ab und zu auch einen Testlauf für Teile des Publikums an. Ein anderer Podcast, bei dem Plotz der Gastgeber ist, wird von Delta gesponsert.

Es gibt noch eine Möglichkeit, wie Slate davon profitieren kann, zugleich Podcast und Nachrichtenseite zu sein – nämlich durch „Fremdbestäubung“ zweierlei Arten von Publikum. Dies erlaubt gleichermaßen, die Recherche auszuweiten und die Marke zu stärken. Man verwandelt gelegentliche Leser in Hardcore-Fans, die einem in fast jedes Medium folgen.

Ich habe durchaus schon Emails von Leuten bekommen, die sagten: ‚Hey, ich höre deinen Podacst jetzt schon seit Jahren und habe endlich auch die Seite angeklickt, um einen Artikel zu lesen, von dem du gesprochen hast. Hier gibt es viel tolle Sachen und ich komme jetzt jeden Tag wieder.‘, sagt Turner. Ich kriege auch Briefe von Leuten, die sagen: ‚Meine Güte, ich habe jeden Tag deine Seite gelesen und du sprichst die ganze Zeit über Podcasts. Ich habe mir schließlich einen angehört und jetzt bin ich absolut bekehrt.‘

In einer Welt, in der Werbung sich weniger für die Pageviews interessiert und sich mehr auf die Loyalität des Publikums konzentriert, kann man sich schwer vorstellen, dass besagtes Publikum einem noch ergebener sein kann als ohnehin schon.

Zuerst erschienen auf simonowens.net. Übersetzung von Anne Jerratsch.


Image (adapted) „Mikrofon“ by florantevaldez (CC0 Public Domain)

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5 Lesetipps für den 10. Dezember

In unseren Lesetipps geht es um die Zukunft durch das Programmieren, Facebooks Trumpf gegenüber Google, den Podcast Serial, die Industrie 4.0 und die Wichtigkeit von Daten für Unternehmen. Ergänzungen erwünscht.

  • ZUKUNFT WIRED: Why the Future Will be Made by Creators, Not Consumers: In der Zukunft sollen die Kinder schon von Klein  an Creator anstatt Consumer werden. Dies soll dadurch geschehen, dass jedes Kind das Programmieren lernen soll, so der Wunsch von Megan Smith, CTO der USA. Mit der kreativen Fähigkeit und technischen Alphabetisierung werden die Schüler die Zukunft in ihren eigenen Händen halten und die nächste Generation an Gründern werden. Dies sei wichtig, um mit dem Rest der Welt zu konkurrieren und nicht den Anschluss an andere Länder zu verlieren.

  • FACEBOOK TIME: Facebook Just Took a Huge Shot at Google: Mit seiner verbesserten Suche hat Facebook einen großen Trumpf gegenüber Google gelandet, schreibt Alex Fitzpatrick für TIME.com. Bislang war die interne Suche die größte Schwachstelle des sozialen Netzwerkes. Dies hat Facebook nun aber geändert. So hat das Unternehmen angekündet, dass man mit der verbesserten Suche nun auch weiter in die Vergangenheit zurück suchen kann. Damit könnte Facebook zum direkten Konkurrenten von Google werden und dem Suchmaschinenkonzern einige Suchanfragen wegnehmen.

  • SERIAL Neue Digitale Medienwelt: Was Radiojournalisten vom Podcast – Rekord Serial lernen können: Der Podcast Serial ist zurzeit in aller Munde. Millionen verfolgen die Ermittlungen der Hörfunkjournalistin Sarah Koenig. Der Podcast hat somit viel richtig gemacht und liefert einige gute Beispiele, was Radiojournalisten von Serial lernen können. Stefan Westphal hat den Podcast genau analysiert. Für ihn sind vor allem die hohe Interaktivität, die Gradwanderung zwischen Seriosität und Emotionalisierung, das Storytelling, der große Aufwand und die Distribution über Online-Kanäle für den enormen Erfolg von Serial verantwortlich.

  • INDUSTRIE 4.0 DIE WELT: Industrie 4.0: Deutschland droht die Zukunft zu verschlafen: Deutschland ist ein starkes Industrieland – noch, denn Deutschland droht die digitale Zukunft zu verschlafen. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 soll, um dies zu verhindern, das Land für die digitale Zukunft fit gemacht werden. Doch auch wenn selbst Angela Merkel sich hierfür einsetzt, ist das Ergebnis bislang erschreckend. Bis auf ein paar vereinzelte Industrieunternehmen ist die Initiative bei kaum einem Industrieunternehmen angekommen. Deswegen müsse dringend ein Mentalitätswandel stattfinden, so Andre Tauber von der Welt.

  • DATEN Golem: Big Data: Daten sind wie Baumwolle: Daten gehören zu den wichtigsten Informationsquellen im Internet. Doch wie lässt sich aus diesen, oft unüberschaubaren Daten, eine Wertschöpfung für Unternehmen generieren? Damit hat sich Prof. Dr.-Ing. habil. Alexander Löser auf Golem.de auseinandergesetzt und kommt zu dem Schluss, dass Daten den Unternehmen gut dabei helfen können, Prozesse zu optimieren und Marktlücken zu entdecken. Damit kann die Datenanalyse das Risiko für die Zukunft mindern. Wichtig ist hierbei aber auch, dass die Informatiker die Grenzen der Datenanalyse kennen und Verantwortung übernehmen.

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„Serial“ – Ein Podcast erobert die Welt

Serial, Podcast, Mashable

Langer, hintergründiger Recherche-Journalismus kann auch in Zeiten des kollektiven ADS erfolgreich sein. „Serial“ entwickelt sich zum globalen Phänomen und trotzt dem Hype ums Binge-Prinzip. // von Leonard Novy

Serial (Image by Mashable)

Der Herbst gilt allen Umbrüchen in den Seh- und Sendegewohnheiten zum Trotz in den USA als Hochzeit der TV-Serie. Mit Spannung erwarten Senderverantwortliche, Werbekunden und Zuschauer die Ausstrahlung neuer oder wieder aufgewärmter Formate, spekulieren darüber, welche Sendungen als erstes abgesetzt werden oder sich zum Publikumsliebling entwickeln. 2014 gilt, wie schon 2013, als eher durchschnittlich. Solides Handwerkzeug, nichts Spektakuläres. Kaum zu glauben nach all dem Hype, aber auch Breaking Bad oder Orange is the New Black entstehen nicht am Fließband.

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