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Smartes Shoppen mit der Produktbewertungs-App Scatch

Robert Kneschke/stock.adobe.com

Als wichtige Kaufhilfe nutzen viele heutzutage Produktbewertungen von anderen Kunden, um sich vor dem Kauf mehr Informationen und Meinungen ansehen zu können. Oft steht man vor einem Regal mit einer Riesenauswahl an Produkten und man weiß nicht, für welches Produkt man sich letztendlich entscheiden soll. Die kostenlose Scatch App ist für iOS sowie Android verfügbar und hilft einem jetzt bei dieser Entscheidung. Ganz einfach den Barcode von dem Wunschartikel scannen und schon werden einem die Informationen angezeigt. In der App erhältst du schnell eine Übersicht über die Top-Bewertungen. Über 1,2 Millionen Produkte sind bereits in der App gelistet.

Schluss mit unzähligen Bewertungen

Produktbewertungen bestimmen unser Kaufverhalten und dienen nicht mehr nur noch als Informationsquelle. Studien zu Folge liegt der Einfluss von digitalen Inhalten auf den Offline-Kaufprozess bei über 50 Prozent. Oftmals wird das Internet auch für weiterführende Informationen über das Produkt oder dem Hersteller genutzt. Die Kundenrezensionen spielen eine immer größere Rolle und sagen häufig mehr aus als eine persönliche Beratung. Denn Kundenbewertungen erzeugen Vertrauen. Doch häufig findet man zwischen den zahlreichen Rezensionen nur ein paar wirklich brauchbare und nicht selten auch gefälschte Bewertungen.

Deswegen hat sich Scatch dazu entschieden, eine App zu entwickeln, die einem die Kaufentscheidung erleichtert. Und zwar mit nur einer Produktbewertung. Aus einer Menge verschiedener Bewertungen errechnet Scatch mithilfe eines Algorithmus eine einzige. Andere App User bestätigen dann die Produktbewertung. Das zeitaufwendige Recherchieren von Bewertungen und Testberichten hat ein Ende und man spart so eine Menge Zeit.

Ansicht, nachdem man ein Produkt gescannt hat. Screenshot by Lina Schilling
Ansicht, nachdem man ein Produkt gescannt hat. Screenshot by Lina Schilling

Produktvideos, Tutorials und vieles mehr

Scatch bietet neben den Kundenrezensionen künftig auch weitere spannende Vorteile, die durch die enge Zusammenarbeit mit Markeninhabern möglich sind. Dazu zählen interessante Hintergründe zum Produkt oder Tutorials zum Nachmachen. Außerdem informiert euch die App über Lebensmittelwarnungen. All diese Informationen sind jederzeit abrufbar und werden direkt auf dem Produkt angezeigt.

Um die Markentreue und Kundenbindung zu steigern, bietet Scatch für Unternehmen viele Möglichkeiten, um Kundenbeziehungen aufzubauen. Wenn du als Nutzer sehr zufrieden oder enttäuscht mit einem Produkt bist, kannst du selbstverständlich auch deine Bewertungen abgeben.


Image by Robert Kneschke via stock.adobe.com

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ANDROID APPS Connect: Diese 1000 Android-Apps belauschen ihre Nutzer: Achtung, eure Apps haben Ohren! Wie die Tageszeitung “The New York Times” jetzt herausgefunden hat, nutzen zahlreiche Spiele-Apps die sogenannte „Automated Content Recognition“-Technologie (ACR). Mit der App soll über die Mikrofone der Smartphones ermittelt werden, was sich deren Nutzer gerade im Fernsehen anschauen. Entwickelt wurden diese Apps von dem Start-up Alphonso Inc., welches die gesammelten Informationen der Nutzer an Werbetreibende verkauft. Der Sinn dahinter ist, dass somit personalisierte Werbung ausgespielt werden soll. Das Smartphone nimmt selbst dann auf, wenn die Apps nicht aktiv genutzt werden, sondern auch nur im Hintergrund laufen. Oftmals stimmen dem sogar die Nutzer zu, denn bei der Installation verlangen diese Apps den Zugriff auf das Mikrofon. Im Nachhinein kann diese Zustimmung allerdings widerrufen werden. Betroffen sind hiervon etwa 1.000 Apps im Google Play Store und im iTunes Store.

  • FACEBOOK Handelsblatt: Zuckerberg will Facebook reparieren: Viele starten mit guten Vorsätzen in das neue Jahr. Auch Mark Zuckerberg hat sich einen ganz besonderen Vorsatz gemacht: Er möchte Facebook reparieren. Dazu zählt vor allem gegen Wahlmanipulationen, Hasskommentare und Beleidigungen vorzugehen. Zuckerberg scheint immer mehr an seinem Unternehmen zu zweifeln und schreibt daher, dass ein Missbrauch der Plattform nie ganz verhindert werden könne, es aber dennoch zu viele Fehler, unter anderem beim Durchsetzen der Richtlinien seitens des Unternehmens, gemacht werden. Seinen Worten ist anzumerken, dass das soziale Netzwerk unter starkem politischen Druck steht. Bleibt abzuwarten, wie ernst Zuckerberg seine guten Vorsätze für dieses Jahr nimmt.

  • GOOGLE Chip: Google Maps für Rache ausgenutzt: Google reagiert mit Verbot: Schaut man sich auf Google Maps nach bestimmten Adressen um, kann man oftmals auch entsprechende Rezensionen dazu finden. Allerdings sind diese nicht immer positiv. Oft stammen diese negativen Bewertungen von Ex-Mitarbeitern, denen gekündigt wurde. Für die Unternehmen ist das durchaus schädlich. In den aktualisierten Geschäftsbedingungen geht Google nun aber gegen negative Bewertungen an. Somit verbietet das Unternehmen schlechte Rezensionen und erklärt diese negativen Inhalte als unzulässig.

  • DATENSCHUTZ Heise: Verbraucherzentralen fordern mehr digitalen Datenschutz: Laut den Verbraucherzentralen steht in der digitalen Welt leider nicht der Kunde im Fokus sondern vielmehr seine Daten. Zu sehr sind die digitalen Angebote an die Bedürfnisse der Werbeindustrie angepasst und das müsse sich ändern, wie Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), meint. Hoher Datenschutz sollte daher die Norm sein und nicht nur die Ausnahme. Viel zu häufig geben wir erst unsere Daten preis, um sie anschließend durch eine Vielzahl von Klicks rückgängig zu machen. Laut dem Verbraucherschützer sollte es eher andersherum sein: Wer mehr personalisierte Werbung bekommen möchte, der sollte selbst durch das Setzen von einem Häkchen entscheiden, ob er dies wirklich möchte, oder eben nicht.

  • KREDITKARTEN Spiegel Online: Kreditkarten von Aldi-Kunden mehrfach belastet: Wenn man seinen Einkauf gleich zwei Mal bezahlt – einigen Kunden, die am Dienstag und Mittwoch dieser Woche bei Aldi Süd mit Kreditkarte eingekauft haben, sollten einen genauen Blick auf ihre Kreditkartenabrechnung werfen. Wie die Firma mitteilte sei ein technischer Fehler schuld an den mehrfachen Abbuchungen und bemühe sich eine Rückabwicklung schnellstmöglich in die Gänge zu leiten. Hierbei müssen Kunden nicht selbst tätig werden, das Ganze soll automatisch geschehen. Allerding können die Rückzahlungen ein paar Tage dauern.

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Fake-Bewertungen im Netz: Was Rezensions-Raudis antreibt

Fake-Bewertungen im Internet

Nervt es euch auch so, wenn Leute statt „Rezension“ ständig „Rezession“ schreiben? Das ist aber nicht das Schlimmste an manchen Produktbewertungen. Viel ärgerlicher ist, dass einige von ihnen schlicht gefälscht sind. Es handelt sich dann um sogenannte Fake-Bewertungen.

Nicht nur in sozialen Netzwerken treiben sogenannte Trolle ihr Unwesen. Überall, wo Meinung gemacht werden kann, finden sich teils aggressive oder überspitze Kommentare zu Personen, Unternehmen oder Produkten wieder. Doch warum machen sich Menschen Mühe, ein Produkt oder eine Dienstleistung im Web zu verreißen, obwohl das sachlich nicht gerechtfertigt ist?

Im Auftrag des Kölner Unternehmens Trusted Shops hat das britische Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov nun eine Studie herausgegeben, die sich mit Fake-Bewertungen in Online-Shops auseinandersetzt. Im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage, an der 2.035 Deutsche ab 18 Jahren teilnahmen, sollte vor allem „der Typ Mensch“ ermittelt werden, der im Internet Fake-Bewertungen schreibt.

Christstollen und Weihnachts-Fakes

Die Ergebnisse der Studie suggerieren zumindest für den deutschen Markt ein eher harmloses Fake-Verhalten. Demnach gaben rund drei Prozent der befragten Personen an, jemals im Internet eine Fake-Bewertung geschrieben zu haben. Immerhin vier Prozent der Befragten gingen laut Umfrage davon aus, während der konsumgetriebenen Weihnachtszeit eine Fake-Bewertung im Internet zu hinterlassen. Zehn Prozent seien zudem noch unentschlossen, ob sie die Wochen vor den Festtagen mit falschen Bewertungen begleiten würden oder nicht. Doch warum schreiben Menschen im Internet Fake-Bewertungen?

Jeder kann zum Troll werden

Viele Studien zum Thema Internet-Trolle gibt es bislang noch nicht. Die Frage, welche Persönlichkeiten im Internet zu welchem Anlass Fake-Bewertungen oder negative Kommentare in sozialen Netzwerken hinterlassen, ist demnach noch nicht geklärt. Die britische Forscherin Jackie Gray von der University of Middlesex setzt sich als eine der wenigen Forscherinnen mit der Frage auseinander, welche Persönlichkeitsmerkmale Internet-Trolle aufweisen. Zwar existieren auch hier noch keine repräsentativen Forschungsergebnisse. Laut Gray lässt sich allerdings festmachen, dass Internet-Trolle meist männlich und jung seien. Zudem ließe sich ein gewisser „Alltags-Sadismus“ bei Trollen erkennen. Eine psychische Störung solle allerdings nicht vorliegen.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 kam außerdem zu dem Ergebnis, dass Internet-Trolle, entgegen der allgemeinen Annahme, oft ihren Klarnamen für Fake-Bewertungen und Hetze im Netz benutzten. Trollen sei demnach wichtig, ihren Kommentaren und Meinungen eine gewisse Glaubwürdigkeit zu verpassen. Für diese Erkenntnis wurden von der University of South Australia über 500.000 Internet-Kommentare in Online-Petitionen untersucht.

Diese Menschen stecken hinter Fake-Bewertungen

Über die Motive der Menschen hinter Fake-Bewertungen und negativen Kommentaren ist hingegen nicht sehr viel bekannt. Um sich diesem Phänomen anzunähern, hat Trusted Enterprise Kundenbewertungen im Internet ausgewertet und neben dem klassischen Troll drei weitere Typen von Fake-Bewertern ausgemacht. Bewusst überspitzt unterscheidet Trusted Enterprise hier zwischen dem „Ego-Pimper“, dem „Digital-Rambo“, den „Scherzkekse“ und den „Trollen“. Dabei hat das Unternehmen charakterisierende Typologien zu jedem einzelnen Fake-Bewerter formuliert:

  • Ego-Pimper: „Ich fake, also bin ich. Die Ego-Pimper blähen ihr mangelndes Selbstbewusstsein mittels großspurigen, überheblichen Fake-Bewertungen in der virtuellen Welt auf“.
  • Digital-Rambo: „Wo kein Richter, da kein Henker. Für die Digital Rambos ist das Internet wie der Wilde Westen – sie schießen im Netz mit Kanonen auf Spatzen und hinterlassen eine Schneise der digitalen Verwüstung“.
  • Scherzkeks: „Was haben wir über ihre Fake-Bewertungen gelacht…oder auch nicht. Für die Scherzkekse ist das ganze Internet bloß eine Comedy-Bühne. Hauptsache, sie finden sich selbst lustig“.
  • Trolle: „Die Trolle sind Passionsstänkerer, die einfach zu allem ihren Senf abgeben. Ob in Social Media oder auf einschlägigen Bewertungsseiten – die Trolle lassen lautstark überall im Netz ihre heiße Luft ab“.
Fake-Bewertungen Trolle
Image by Trusted Shops

In Kombination mit den Ergebnissen der YouGov-Umfrage konnten die einzelnen Kommentare den Bewertungstypen zugeschrieben werden. Demnach schrieben Trolle mit einem Gesamtanteil von 35 Prozent die meisten Fake-Bewertungen im Internet. Digital-Rambos (26 Prozent) und Ego-Pimper (20 Prozent) bewerteten häufiger als die sogenannten Scherzkekse, die noch 19 Prozent der Fake-Bewertung von Dienstleistungen und Produkten ausmachten.

Weil sich die massive Flut an Bewertungen im Internet nicht mehr manuell prüfen lässt, greift Trusted Enterprise verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Selbst lernende Algorithmen helfen demnach dabei, gefälschte Bewertungen zu identifizieren. Künstliche Intelligenz besiegt stumpfe Troll-Fakes – das wäre mal wirklich smart.


Image (adapted) Arbeitsstation by Janeb13 (CC0 Public Domain),
Trusted Shops


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  • AMAZON t3n: Schluss mit Fakes? Amazon-Rezensionen nur noch von Kunden mit 50-Dollar-Umsatz: Gefälschte Rezensionen sind ein großes Problem für Amazon, weil sie Kunden verunsichern und die Händler verärgern. Der E-Commerce-Riese geht schon seit längerer Zeit dagegen vor, aber jetzt wurde in den USA eine Umsatzhürde eingeführt. Nur Käufer oder Verkäufer, die Produkte in Höhe von 50 US-Dollar mit ihrem Account gekauft haben, dürfen auch Produkte bewerten. Mit diesem Verfahren sollen Fake-Accounts keine Rezensionen mehr abgeben können.

  • SMARTPHONE Süddeutsche Zeitung: Diese Smartphone-Tastatur will das Tippen revolutionieren: Swiftkey ist eine beliebte App, ein Mini-Programm für Smartphones und Tabletrechner: eine Tastatur, die treffsicher vorhersagt, welches Wort der Nutzer als nächstes eingeben will und Tippfehler korrigiert. Swiftkey hat gerade eine komplett überarbeitete Version seiner Tastatur auf den Markt gebracht. Bisher nur auf Englisch und nur für Handys mit Googles Betriebssystem Android. Andere Sprachen und Systeme sollen folgen.

  • SPOTIFY Gründerszene: Spotify soll Soundcloud-Übernahme verhandeln: Der schwedische Musikriese möchte das Berliner Startup SoundCloud übernehmen. Bereits im Juli wurde bekannt, dass die Investoren hinter SoundCloud einen Käufer suchen. Der gewünschte Kaufpreis liegt bei einer Milliarde US-Dollar. Aufgrund des hohen Preises ist es allerdings schwierig einen Käufer zu finden. Die Übernahme könnte Spotify mehr Musiktitel bringen und würde gleichzeitig einen Konkurrenten vom Markt nehmen.

  • GESUNDHEIT Handelsblatt: Digitale Gesundheitsangebote wachsen rasant: Der digitale Gesundheitsmarkt wächst rasant, wie eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt. Vor allem das Segment für mobile Dienste, wie zum Beispiel Apps für Smartphones, treibt mit einem jährlichen Wachstum von mehr als 40 Prozent die Digitalisierung der Branche voran. Apps sollen die Erstdiagnosen erstellen können und dem Benutzer bei Bedarf einen Arztbesuch oder direkt die passende Medikation empfehlen.

  • IKEA golem: Smarte Beleuchtung von Ikea: IKEA bietet ab Oktober 2016 LED-Leuchtmittel, LED-Lichtpaneele und Türen mit LED-Beleuchtung, die sich aus der Ferne dimmen oder farblich verändern lassen. IKEA Tradfri ermöglicht den Nutzern ihre Heimbeleuchtung mit einer Fernbedienung zu steuern. Dazu muss man einfach nur die bisher verwendeten Leuchtmittel gegen eine Tradfri-Lampe austauschen. Die Steuerungstechnik steckt im Leuchtmittel.

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Gekaufte Bewertungen: Wie HRS seine iPhone-App promotet

All about smartphones (adapted) (Image by Denis Dervisevic [CC BY 2.0], via flickr)

Studenten geben regelmäßig Geld aus: 30 Euro bei der Party am Wochenende, ein Lehrbuch für 50 Euro und jeden Monat ein paar hundert Euro Miete. Den Kontostand bessern die angehenden Akademiker typischerweise mit Kellnern oder einem Job im Call-Center auf. Wenn sie darauf keine Lust haben, können sie für kleine Aufgaben im Netz ein paar Euro verdienen. Das Hotelbuchungsportal HRS zahlt zum Beispiel für einen Test der eigenen iPhone-App – und eine damit verbundene positive Bewertung im App Store. 

Beauftragen Sie qualifizierte Studenten online – Fachexperten schreiben Ratgeber, Produktbeschreibungen, Kategoriebeschreibungen oder Kurzgeschichten.“ Mit diesen Sätzen wirbt das Studentenjob-Portal Mylittlejob.de auf seiner Startseite um Auftraggeber. Ergänzend könnte es wohl heißen: „Studenten bewerten Ihre App mit fünf Sternen!“ Doch dieser Satz fehlt.

Die Idee von Mylittlejob ist im Trend. So genannte „Microjob„-Portale gibt es inzwischen einige. Das Prinzip: Unternehmen teilen ihre umfangreichen Jobs in viele kleine Mini-Aufgaben. Die Betreiber von Online-Shops lassen so etwa Produktbeschreibungen für ihre Seiten erstellen. Jeder einzelne Student textet beispielsweise fünf Beschreibungen und erhält dafür 20 Euro.

„iPhone User gesucht: Kurzer App-Test“

Zwischen den Aufträgen für Texte über Modemarken, Standortbeschreibungen für eine Autovermietung und Produkttexten für einen Technik-Shop findet sich bei Mylittlejob.de auch der unscheinbare Microjob mit dem Titel „iPhone User gesucht: Kurzer App-Test“. 3,20 Euro werden den Studenten versprochen. Dafür sollen sie eine App installieren und ausprobieren, eine Feedback-Liste mit Pros und Contras erstellen sowie eine Rezension mit dem persönlichen Account im App Store verfassen. Die Aufgabe sei innerhalb weniger Minuten erledigt, wird versprochen.

Das klingt nach leicht verdientem Geld, denkt sich der arme Student. Und das klingt nach einem App-Entwickler, der ehrliches Feedback für seine App erhalten möchte. Wenn der arme Student den Auftrag allerdings bis zum Ende liest, erhält er noch eine weitere wichtige Anforderung: „In den Rezensionen sollen vor allem die positiven Aspekte hervorgehoben werden. Auch die Bewertung sollte dementsprechend ausfallen.

Bei der zu „testenden“ App handelt es sich um die „Hotel Suche“ des Buchungsportals HRS. HRS kauft sich also für 3,20 Euro eine Bewertung im App Store, bei der „vor allem die positiven Aspekte hervorgehoben werden“ sollen.

IT-Anwalt: Wettbewerbswidrige Schleichwerbung

Durch die Aufforderung, ausschließlich positive Bewertungen abzugeben, würde Schleichwerbung generiert, schätzt der Rechtsanwalt Christian Solmecke den Fall ein. Der Experte für IT-Recht erklärt: „Ein Verbraucher muss immer erkennen können, ob eine Bewertung aus freien Motiven heraus erfolgt oder unerlaubterweise durch ein Unternehmen beeinflusst worden ist. Hier wird die Objektivität der Bewertungen widerrechtlich gegen Zahlung von Geld beeinflusst.“ Dies verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und sei wettbewerbswidrig. Bei einem solchen Wettbewerbsverstoß drohten dem Unternehmen teure Abmahnungen, sagt Solmecke.

Auf Nachfrage teilt HRS mit, die „Usability-Tests“ würden dazu dienen, positives wie negatives Feedback der Nutzer zu sammeln und die Apps „kontinuierlich zu optimieren„. Dafür arbeite HRS unter anderem mit der Agentur „gjuice“ zusammen, die wiederum die Jobs bei Mylittlejob.de beauftragt habe.

HRS: Rezension dient nur der Kontrolle

Warum sind aber für die Usability-Tests die Rezensionen im App Store nötig? Für das Feedback würde doch auch die Pro/Contra-Liste genügen. HRS-Sprecherin Anja Klein: „Die Rezension im Store dient ausschließlich der Verifikation, um nachvollziehen zu können, dass die Nutzer die App auch tatsächlich installiert und getestet haben. Insgesamt machen diese Bewertungen jedoch nur einen sehr geringen Teil der gesamten Rezensionen im Store aus.

Auch das Microjob-Portal Mylittlejob.de äußerte sich auf Nachfrage zu dem Fall. Geschäftsführer Marlon Litz-Rosenzweig erklärt, nicht jeder einzelne Job würde manuell geprüft, bevor er für die Studenten freigeschaltet wird. Stattdessen überprüfe das System der Seite ständig, ob bestimmte Schlagworte auftauchen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Pornographie. „Da monatlich etwa vier- bis fünftausend Jobs veröffentlicht werden, können wir mit unserem kleinen Team nicht jeden einzelnen Auftrag händisch überprüfen. Da säßen wir ewig„, sagt Litz-Rosenzweig.

Er gibt aber zu: Die konkrete Auftrags-Passage, in der von den „positiven Aspekten“ die Rede ist, sei „zu schwammig formuliert„. Nach seinen Angaben hat HRS aber auch Jobs in Auftrag gegeben, bei denen in den App Store-Rezensionen konkret die negativen Aspekte hervorgehoben werden sollen. Das Team von Mylittlejob.de wolle außerdem Kontakt mit HRS aufnehmen und auf die „unglückliche Formulierung“ hinweisen.

Das Geschäft mit den Bewertungen

Wie wichtig gute Bewertungen und damit eine gute Position in den Rankings des App Stores ist, zeigt alleine schon die Masse an vorhandenen Smartphone-Apps. Über eine Million verschiedene Anwendungen bietet Apple seinen iPhone- und iPad-Nutzern zum Download an. Um aus dieser Masse hervorzustechen, scheinen manche App-Entwickler inzwischen neue Wege zu suchen. Es gibt Marketing-Agenturen, die sich rein auf „ASO“, die „App Store Optimization“ spezialisiert haben. Die gratizzz GmbH aus Mainz beispielsweise bietet 50 App-Bewertungen zum Preis von 290 Euro an und verspricht „die Pole-Position für Ihre App„. Die „App Promotion Agentur mit Transparenz“, wie sie sich selbst beschreibt, garantiere dabei aber keine hohen Durchschnittsbewertungen, „da unsere Nutzer zu aufrichtigem Feedback angehalten sind.“ Vorteile der bezahlten Rezensionen seien unter anderem das Aufsteigen der App in den Charts und der Ausgleich von schlechten Bewertungen. Dabei werden doch gar keine positiven Bewertungen gekauft, es geht doch um „aufrichtiges Feedback“ – oder doch nicht?

Wer auffliegt, fliegt raus

Der Einkauf von positiven App Store-Bewertungen kann für die Entwickler auch nach hinten losgehen. In Apples offiziellen App Store-Richtlinien heisst es: „Entwickler, die mit gefälschten oder gekauften Rezensionen das Ranking im App Store manipulieren, werden vom iOS Entwickler-Programm ausgeschlossen„. Wer im App Store etwas veröffentlichen will, muss zwingend Mitglied in diesem Programm sein. Sollten also Bewertungs-Manipulationen auffliegen und Apple konsequent sein, hätte dies unangenehme Folgen für die Entwickler.

Anfang Juni bemerkte das IT-Blog Techcrunch.com, dass bei der App „Better Fonts Free“ über Nacht rund 16.000 Bewertungen verschwunden waren. Techchrunch erklärt, dieser Vorgang zeige, dass Apple eingeschritten sei und gefälschte Bewertungen entfernt habe. Entwickler, die wegen gefälschter Rezensionen komplett ausgeschlossen wurden, sind jedoch bisher nicht bekannt.

Trotz rechtlicher Bedenken und der Gefahr, von Apple aus dem App Store geworfen zu werden: Für HRS scheint es sich gelohnt zu haben, bei den Studenten auf Mylittlejob.de einzukaufen. Die „Hotel Suche“-App war zwischenzeitlich im Durchschnitt mit viereinhalb von fünf Sternen bewertet. „Eine App wie sie sein sollte!“ und „Absolute Downloadempfehlung!“ schreiben die Rezensenten. Und bewerten die App allesamt mit der Bestnote – 5 Sterne.


Image (adapted) “All about smartphones“ by Denis Dervisevic (CC BY 2.0)


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