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Tech-Check: 2001: Odyssee im Weltraum

Wer sich mit der Geschichte der Science Fiction beschäftigt, kommt um den Film 2001: Odyssee im Weltraum nicht herum. Wenn auch von der Regie für heutige Standards übermäßig träge, beeindruckt der Blick fürs Detail in der Darstellung auch heute noch. Doch wie präzise war die Darstellung der damaligen Raumfahrt-Technologie? Welche Zukunftsvisionen hatten Regisseur Stanley Kubrick und Drehbuch Co-Autor Arthur C. Clarke und wie halten sie der heutigen Realität stand? Unser Tech-Check nimmt den Klassiker aus dem Jahr 1968 unter die Lupe.

Die Stille des Weltraums

Was die Geräuschkulisse angeht, ist der mittlerweile schon 50 Jahre alte Film vielen modernen Produktionen voraus. Einer der größten Kritikpunkte von Science Fiction-Produktionen ist das Ignorieren der Stille im Weltall. Der soundverwöhnte Kinogänger kennt es fast schon nicht anders, als dass bassiges Brummen die Bewegung gigantischer Raumschiffe untermalt. Doch im All gibt es keinen Schall oder zumindest nicht für uns wahrnehmbar. Odyssee im Weltraum ist einer der wenigen Filme, die dieser Stille gerecht werden und es sogar als Stilmittel verwenden.

Dazu muss man sagen, dass der Film langsam, wenn nicht gar regelrecht träge ist. Mechanische Funktionen werden in aller Genauigkeit gezeigt, lange und statische Einstellungen sorgen für ein Gefühl von Einsamkeit in den Weiten des Weltalls. Überhaupt sind im 143 Minuten langen Epos nur etwa 40 Minuten mit Dialog gefüllt. Am Anfang und dann nochmal in einer Intermission wird der Zuschauer sogar mit einem Schwarzen Bildschirm und Orchesteruntermalung „allein gelassen“.

Um die Schwerelosigkeit möglichst realistisch darzustellen, ließ Kubrick übrigens für 750.000 US-Dollar eine zwölf Meter hohe Zentrifuge bauen.

HAL 9000: Sinnbild für Künstliche Intelligenz

Einer der wichtigsten Figuren auf der Discovery One ist die künstliche Intelligenz HAL 9000. Aufgrund einer möglichen Fehlanalyse, beratschlagt die Besatzung, HAL 9000 abzuschalten. HAL 9000 liest diesen Plan von den Lippen der Astronauten David Bowman und Frank Poole ab. Um sich selbst zu retten und seinen Auftrag zu beenden, beschließt die KI, die Besatzung des Raumschiffes zu töten. HALs Fähigkeit zu fühlen wird spätestens deutlich, als er am Ende doch noch abgeschaltet werden kann. Während des Abschaltungsvorgangs gesteht HAL, dass er Angst hat. HAL entwickelt sich nach und nach zurück in den Zustand seiner „Kindheit“. Zum Schluss singt er noch das Lied „Daisy Bell“, dass ihm sein Schöpfer beigebracht hat. Dabei handelt es sich um eine Hommage an den IBM 704 Computer, der 1962 als erster Computer ein Lied sang – Daisy Bell.

Der Supercomputer HAL 9000 war eine der ersten Darstellungen künstlicher Intelligenz. Obwohl unsere heutige KI sich deutlich von der im Film unterscheidet, steht HAL 9000 noch immer sinnbildlich für all unsere Visionen und Ängste zu künstlicher Intelligenz. HAL 9000 ist klug, berechnend und kontrolliert sämtliche Systeme des Raumschiffs Discovery One. Und er entwickelt ein eigenes Selbstbewusstsein.

Die Erfindung des Tablets

Zu Zeiten des Filmes sahen Computer noch ganz anders aus, als wir sie kennen. Sie hatten die Ausmaße von Schränken und erste grafische Benutzeroberflächen gab es erst ein paar Jahre nach 2001: Odyssee im Weltraum. Mit diesem Kenntnisstand ist es umso beeindruckender, dass die Vision tragbarer Computer im Film extrem nah an unseren heutigen Tablets ist. Zwar zollen einige Konsolen-Ausgaben der damaligen Zeit Tribut, doch das grobe Design und die Art der Nutzung während des Essens ist so zutreffend, wie es nach 50 Jahren nur sein kann. Denn nach dem damaligen Stand der Technik waren tragbare Computer eine geradezu wahnwitzige Idee.

Fehlende Konsequenz zeigt die Idee in Form der Videotelefonie. Statt einer Integration in die Tablets oder mobile Kommunikatoren sitzt Dr. Heywood R. Floyd in einer Telefonzelle und tippt die Nummer sogar noch händisch ein. Dafür trifft die generelle Nutzung flacher Bildschirme den Nagel wieder überraschend auf den Kopf.

Raumfahrt noch nicht so weit

2001: Odyssee im Weltraum spielt 18 Jahre vor unserer Zeit. Und auch wenn unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten durch die Technologie einen noch nie dagewesenen Wandel erlebt, ist unsere Raumfahrt nicht annähernd so weit, bemannte Missionen zum Jupiter zu schicken, der nochmal weiter entfernt ist, als der Mars.

Heutzutage ist die Faszination Weltraum nicht mehr ganz so groß und die Gesellschaft kritischer, wohin die Milliarden geschossen werden. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch private Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin, erlebt die Raumfahrt derzeit jedoch eine kleine Renaissance.

Ein wahrer Klassiker

Zugegeben, 2001: Odyssee im Weltraum ist nicht für jeden geeignet. Als ich den Film vor wenigen Jahren erstmals sah, musste ich mich regelrecht durchquälen. Obwohl ich kein Freund der aktuellen Hollywood-Standards bin, war mir die Entschleunigung dann doch deutlich zu viel. Trotzdem hinterließ der Film nachbleibenden Eindruck. Dieser alte Film, noch vor der Mondlandung uraufgeführt, macht wissenschaftlich so vieles besser, als die millionenschweren Produktionen unserer Zeit.

Der Film zelebriert seine Genauigkeit, indem wir minutenlang zusehen, wie sich Personen langsam durch die Schwerelosigkeit bewegen oder Mechaniken der Raumschiffe funktionieren. Man spürt in jeder Szene, wie akribisch Kubrick auf jedes kleine Detail achtete. Auch HAL 9000 ist noch immer ein Sinnbild für Hoffnungen und Ängste bezüglich künstlicher Intelligenz – auch abseits der philosophischen Frage über Selbstbewusstsein und Leben.

Man muss den Film als solchen nicht zwingend mögen, um ihn für seine Genauigkeit und den visionären Blick in die damalige Zukunft zu würdigen. Auch die Qualität seiner Produktion ist so herausragend, dass 2001: Odyssee im Weltraum jüngst sogar als erster Film in 8K ausgestrahlt wurde.

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  • FALCON HEAVY deutschlandfunk: Falcon Heavy erfolgreich gestartet: Das wahre Wettrennen kommt erst noch: Am Abend des 6. Februars, gegen 21:45 Uhr, war es soweit, die Falcon Heavy startete erfolgreich Ihren Erstflug. An Board der Rakete von SpaceX befand sich zudem ein Tesla Roadster des Firmengründers Elon Musk. Der PR-Coup wirkt fast perfekt, nach nur sieben Jahren hat es SpaceX geschafft mit der Falcon Heavy eine der leistungsstärksten Raketen zu Bauen, die sich jetzt, unterlegt mit “Life on Mars” von David Bowie, auf dem Weg in eine Mars-Umlaufbahn befindet. Das nächste Space-Race, das es so schon in den 1960er Jahren gab, könnte jetzt kurz bevorstehen. Konzerne wie Boeing sitzen SpaceX schon im Nacken.

  • GEOBLOCKING gamestar: Online-Einkäufe – EU verbietet Geoblocking – außer bei Digital-Inhalten: Häufig werden EU-Bürger davon abgehalten in Online-Shops aus dem Ausland einzukaufen. Das Ganze nennt sich Geoblocking. Die Händler sperrten bisher Käufer aus dem EU-Ausland auf diese Weise von ihrem Angebot aus und verhinderten eine potenzielle Schnäppchenjagd in anderen Ländern. Das hat jetzt ein Ende, wie das EU-Parlament mit einer deutlichen Mehrheit beschlossen hat. Unabhängig vom Wohnort können EU-Bürger jetzt also grenzübergreifende Einkäufe tätigen. Einzig digitale Inhalte wie e-Books, Filme, Musik und Online-Spiele sind davon ausgenommen.

  • WHATSAPP engadget: Bezahlen via WhatsApp gestartet: Die bargeldlose Gesellschaft scheint kurz bevor zu stehen. In China ist das Bezahlen per App – WeChat in diesem Fall – quasi schon Gang und Gäbe. WhatsApp testet jetzt ebenfalls eine Bezahl-Funktion. In vorerst nur Indien startet jetzt die Betaversion. Dort wird das ganze über ein so genanntes Unified Payments Interface realisiert, was Banken in Indien ermöglicht, direkte Zahlungen über Smartphones von Bankkonto zu Bankkonto in Sekundenschnelle zu realisieren.

  • JOHN PERRY BARLOW heise: Er kam aus dem Cyberspace. Zum Tode von John Perry Barlow: Internet-Aktivist und Gründer der Bürgerrechtsorganisation EFF John Perry Barlow ist am Mittwoch im Alter von 70 Jahren verstorben. Seines Zeichens war Barlow Kämpfer für die Unabhängigkeit des Internets und kämpfte 1996 dafür mit der “Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace”. Neben zahlreichen Auftritten für die EFF arbeitete John Perry Barlow am Berkmann Center for Internet & Society und war „Professor of Cyberspace“ an der Schweizer European Graduate School. Neben seinem Engagement für die Freiheiten im Internet gehörte die eigenständige Entwicklung von Afrika zu seinen Herzensangelegenheiten.

  • IOS t3n: „Größter Leak der Geschichte“: iOS-Quellcode geklaut und ins Netz gestellt: Eine ältere Version des Quellcodes der Trusted-Boot-Routine iBoot, eine Komponente von Apples iOS, wurde jetzt von Anonymen auf der Software-Plattform GitHub veröffentlicht. Es ist einer der größten Leaks dieser Art und kann es Cyber-Kriminellen ermöglichen, leichter Zugang zu Sicherheitslücken zu erhalten. Deshalb werden in Zukunft neue Jailbreaks befürchtet.

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Wie ein Raketenmotor aus dem 3D-Drucker eine neue Ära der Raumfahrt einläutet

Raketenstart (adapted) (Image by WikiImages [CC0 Public Domain] via pixabay)

Die Rakete, die am 25. Mai von Neuseeland aus ins All geschossen wurde, ist etwas ganz Besonderes: Sie ist nicht nur die erste Rakete, die von einem Privatgelände aus gezündet worden ist, sondern auch die erste, die von einem Motor angetrieben wird, der fast ausschließlich aus dem 3D-Drucker kommt. Das mag vielleicht die Erwartungen nach Schlagzeilen erste Rakete aus dem 3D-Drucker im All, die viele Medien veröffentlicht haben, nicht ganz erfüllen, zeigt aber, wie ernst diese Technik von der Raumfahrtindustrie genommen wird.

Die Teammitglieder, die hinter der Electron-Rakete der US-Firma RocketLab stehen, sagen, dass der Motor innerhalb von 24 Stunden gedruckt wurde und dass er die Effizienz und Leistung anderer Systemen übertrifft. Es gibt noch nicht viele Informationen über die genauen Details der im 3D-Verfahren gedruckten Komponenten, aber es ist wahrscheinlich, dass viele von ihnen in Richtung minimales Gewicht bei gleichbleibender struktureller Leistung designed wurden, während andere Teile optimiert wurden, um einen effizienten Durchlauf von Flüssigkeiten aufrechtzuerhalten. Die Vorteil daran, das Gewicht zu reduzieren und komplexe Designs erschaffen zu können, sind wohl die wichtigsten Gründe dafür, dass der 3D-Druck sein wichtigstes Anwendungsgebiet in der Raumfahrt finden könnte – inklusive dramatischer Auswirkungen.

Die Technologie, die man umgangssprachlich als 3D-Drucker bezeichnet, kann höchst komplizierte Formen produzieren. Zum Beispiel waren wir in der Lage, Gitterstrukturen exakt so zu produzieren, dass sie weniger Gewicht aufweisen als zuvpr, aber genau so robust sind wie ähnliche, feste Komponenten. Das ermöglicht die Produktion optimierter, leichter Teile, die vorher nicht kostengünstig genug herzustellen waren.

Das Mikrogitter von Boeing ist ein Extrembeispiel: Das mechanische, feste Gerüst besteht zu 99,9 Prozent aus Luft. Nicht alle 3D-Druckprozesse können solch komplexe Dinge produzieren, aber auch Gewichtseinsparungen von ein paar Prozent machen in der Luftfahrt einen großen Unterschied im Spritverbrauch.

3D-Druck funktioniert meist am besten in der Produktion von vergleichsweise kleinen, komplizierten Teilen, da in der Produktion von größeren Teilen die hohen Material- und Verarbeitungskosten überwiegen. Zum Beispiel kann ein neuer Stutzen das Mischen von Treibstoffen in einem Motor optimieren, was zu einer höheren Effizienz führt. Die Oberfläche eines Hitzeschildes zu vergrößern, indem man eine strukturierte statt einer glatten Oberfläche produziert, kann dazu führen, dass die Hitze wesentlich effizienter abtransportiert und somit die Gefahr der Überhitzung deutlich minimiert wird.

Auch der Abfall kann durch die Technik reduziert werden – das ist wichtig, da besonders in der Raumfahrt teure und seltene Materialien verwendet werden. 3D-Druck kann auch ganze Systeme auf einmal produzieren, statt sie aus vielen Teilen zusammenzusetzen. Zum Beispiel konnte die NASA die Anzahl der Komponenten eines ihrer Injektoren für eine Rakete von 115 auf nur noch zwei Stück verringern. Außerdem können 3D-Drucker auch geringe Stückzahlen fertigen – was in der Raumfahrtindustrie wichtig ist – ohne gleich teure Herstellungswerkzeuge fertigen zu müssen.

Im Orbit

3D-Drucker finden auch im All ihren Platz, wo es in tausenden Kilometern Entfernung schwierig ist, viele Teile mitzunehmen und Ersatz zu organisieren. Es gibt bereits einen 3D-Drucker auf der Internationalen Raumstation ISS, der es den Ingenieuren ermöglicht, ein Design zu schicken, das die Astronauten ausdrucken können.

Der momentante Drucker arbeitet nur mit Plastik, also wird er hauptsächlich zum Werkzeugmachen verwendet oder für Einweg-Ersatzteile von Komponenten, die schnell kaputt gehen wie Türgriffen. Aber sobald 3D-Drucker auch andere Materialien unkompliziert verarbeiten können, werden wir einen weiteren Anstieg in ihrer Verwendung sehen. Eines Tages werden die Leute im All sogar ihr eigenes Essen und biologisches Material produzieren können. Recycling könnte auch die kaputten Teile wieder zu Rohstoffen für 3D-Drucker machen.

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Astro-Drucken. Image by Barry Wilmore/NASA

Wenn man noch weiter in die Zukunft blickt, könnten 3D-Drucker sogar nützlich sein, um Kolonien zu bauen. Am Mond gibt es beispielsweise kaum traditionelles Baumaterial, aber die Europäische Agentur für Raumfahrt (ESA) hat bewiesen, dass Sonnenenergie die Produktion von Ziegeln aus Mondstaub antreiben kann – ein erster Start für ein solches Unterfangen. Forscher untersuchen nun, wie man 3D-Druck auf dieser Idee aufbauend verwenden und komplett gedruckte Gebäude auf dem Mond entwickeln kann.

Um diese Ideen in die Realität umzusetzen, wird weitere Forschung, verbesserte Materialien und Prozesse nötig sein – nur so können Komponenten den extremem Konditionen im All standhalten. Ingenieure werden auch an optimierten Designs arbeiten müssen und Methoden finden, die 3D-gedruckten Teile einer Sicherheitskontrolle zu unterziehen. Auch die Schwerkraft – oder eher ihre Abwesenheit – ist eine Herausforderung an die Technologie: Viele Prozesse verwenden aktuell Pulver oder Flüssigkeiten als Rohstoffe – daher wird bei fehlender oder geringer Schwerkraft einiges an Tricks aufgewendet werden, um 3D-Druck zu ermöglichen.

Möglicherweise werden auch neue Materialien und Technologien erforderlich sein. Aber die Forschung geht weiter und 3D-Druck wird immer mehr im All einsetzt werden – auch wenn ein komplett gedrucktes Raumfahrzeug in nächster Zeit noch nicht ins All starten wird. Da ist noch Luft nach oben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Raketenstart“ by WikiImages (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • SPACEX golem: Wiederverwendung soll normal werden: Nachhaltigkeit im Weltraum – das Projekt war 15 Jahre in Arbeit und nun ist es den Entwicklern von SpaceX endlich gelungen, eine wiederverwendbare Antriebsrakete, die „Falcon 9“, ins All zu schicken. In der Nacht zum Freitag startete die Rakete im Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida und landete rund zehn Minuten später auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Gründer und Multi-Unternehmer Elon Musk sprach von einem Meilenstein in der Raumfahrt. Für 2018 hat sich Musk für das Projekt „Falcon 9“ schon wieder höhere Ziele gesetzt.

  • VIRTUAL REALITY gruenderszene: Oculus-Gründer Palmer Luckey verlässt Facebook: Er brachte mit seiner Firma “Oculus VR” das angestaubte Thema “Virtual Reality” wieder ins öffentliche Intersse, um kurz darauf von Social-Media-Übermacht Facebook aufgekauft zu werden. Heute ist jedoch Oculus-Gründer Palmer Luckeys letzter Tag bei Facebook. Der Konzern möchte sich derzeit nicht weiter zu den Gründen äußern, Luckeys Ruf hat jedoch die letzten Monate durch diverse Vorkommnisse – beispielsweise die Unterstützung durch Donald Trump und aktive Verunglimpfung von Hillary Clinton – gelitten und auch von seinen Social-Media-Kanälen hat sich der 24-jährige seit Wochen zurückgezogen.

  • FILESHARING t3n: Illegaler Upload: Eltern müssen Kind verraten – oder selber zahlen: Der Bundesgerichtshof (BHG) hat jetzt entschieden, dass Eltern den Namen ihrer Kinder angeben müssen, wenn diese im Internet auf Tauschbörsen unterwegs waren und Urheberrechtsverletzungen begangen haben. Ausgangspunkt für das Urteil war eine Schadensersatzklage der Plattenfirma Universal an einen Münchner Familienvater. Wenn die Eltern also wissen, dass die Kinder eine Urheberrechtsverletzung begangen haben und dies nicht melden, dann machen sie sich selbst schadenersatzpflichtig. Der Schadensersatz beläuft sich auf rund 3.500 Euro.

  • TWITTER computerbild: Einer der größten Störfaktoren ist beseitigt!: Die 140 Zeichen, die ein Tweet maximal lang sein darf, machten schon so manchem Plappermaul Probleme. Bei direkten Antworten an Tweets – vor allem, wenn mehrere Gepsprächspartner verlinkt wurden – wurde der Platz schnell knapp und man musste sich extreme kurz fassen. Einen der größten Störfaktoren hat Twitter jetzt mit einem Update beseitigt. Der Nutzername am Anfang des Antwort-Tweets entfällt und taucht stattdessen über dem Tweet selbst auf. Somit stehen die vollen 140 Zeichen für Antworten zur Verfügung.

  • KINO heise: Ghost in the Shell: Die Renaissance des Cyberpunk: Zu Beginn der Dreharbeiten war die Manga-Verfilmung “Ghost in the Shell” noch Gegenstand heftiger Debatten, vor allem auch aufgrund des angeblichen “Whitewashing” mit der Besetzung von US-Amerikanerin Scarlett Johansson in der japanischen Hauptrolle Motoko Kusanagi. Erste Kritiken äußern jedoch ein größtenteils positives Urteil und gleichzeitig kann der Film das Genre des Cyberpunk – einer Subkategorie der Science Fiction – ganz neu beleben.

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  • WLAN heise: Neuer WLAN-Gesetzentwurf: Mehr Sperren, weniger Störerhaftung: Die Bundesregierung hat einen dritten Referentenentwurf zur „Änderung des Telemediengesetzes“ (TMG) vorgestellt. Demnach sollen Betreiber offener WLAN-Netzwerke noch stärker aus der Haftung entlassen werden. Besitzer von Cafés oder Hotels sollen von sämtlichen Kosten für Gerichtsprozesse befreit werden, wenn Gäste über ihr WLAN beispielsweise illegale Filme herunterladen. Eine Einigung über den Entwurf besteht aber noch nicht, die Ressortabstimmung dauert an.

  • SMARTPHONE zeit: Die Erweiterung des Hörizonts: Noch bis Donnerstag findet in Barcelona der Mobile World Congress, kurz MWC, statt. Trend ist dabei ein Wort, ohne das die Veranstaltung beinahe nicht auskommt. Ein solcher Trend auf der Konferenz sind vor allem auch kabellose Ohrhörer, nicht mehr nur Wearables, sondern „Hearables“. Eine Einschätzung, ob es die kabellosen Kopfhörer in die Allgemeinheit schaffen können oder ob es doch nur ein Hype in der Technik-Szene ist, ähnlich den Smartwatches.

  • GAMING golem: PC-Plattform ist bei Spieleentwicklern am beliebtesten: Der PC wird in Gaming-Kreisen gerne auch als „Masterrace“, also den Konsolen um einiges überlegen, bezeichnet. Dies scheint sich nun auch auf der GDC 2017 bestätigt zu haben. Die Game Developers Conference, kurz GDC, ist eine jährlich in San Francisco stattfindende Veranstaltung für die Entwickler von Computerspielen. So arbeiten laut einer Umfrage auf der Konferenz mehr als die Hälfte der Entwickler an einem PC-Titel, was die Plattform mit Abstand zur beliebtesten macht. Ebenfalls wurde sich zum VR-Trend geäußert, das Fazit: zwar positiv, aber die Technologie brauche noch Zeit.

  • RAUMFAHRT welt: Riesenrakete soll zwei Touristen 2018 zum Mond bringen: Elon Musk will hoch hinaus, bis zum Mond, um genau zu sein. Mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX bewegt sich der Multiunternehmer auch im Bereich Weltraumtourismus. Nun gibt es Pläne, 2018 zwei Privatpersonen alleine auf den ersten Touristenflug zum Mond zu schicken. Laut Branchenkennern ein regelrechtes Ding der Unmöglichkeit, zumindest im vorhergesehenen Zeitraum.

  • WHATSAPP focus: Der wahre Grund für den Status-Ärger: Volksaufstand gegen WhatsApp? Sobald es etwas Neues gibt kann man sich fast sicher sein, dass das Internet es erstmal nicht gut findet. So stieß offenbar auch die Statuts-Funktion von WhatsApp auf regen Unmut unter den Nutzern. Nachdem der App-Entwickler vergangene Woche das neue, Snapchat- und Instagram-Story-ähnliche, Status-Feature eingeführt hatte, rudert das Unternehmen nach massiver Kritik nun zurück.

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  • RANSOMWARE zeit: Infiziere deine Freunde, dann kriegst du deine Daten zurück: Die Taktiken von Cyber-Kriminellen werden auch immer perfider: jetzt werden die Opfer damit erpresst, dass sie statt dem Bezahlen eines Lösegeldes auch zwei weitere Opfer infizieren können. Ransomware ist eine Malware, die Ihren Computer infiziert, sperrt und dann Geld dafür verlangt, ihn zu entsperren. Die sogenannte „Popcorn Time“-Ransomware stellt das Opfer also vor die Entcheidung innerhalb weniger Stunden entweder das Lösegeld (eine Bitcoin, mit derzeitigem Wert von 736€) zu zahlen oder die Mail weiterzuleiten.

  • RAUMFAHRT heise: Mars One: Bemannte Mars-Missionen rücken in weitere Ferne: “Is there life on Mars?” fragte sich schon David Bowie. Noch nicht, aber zumindest bald, wenn es nach den Begründern des Projektes “Mars One” geht. Per Casting wurden für die Mars-Mission einst Teilnehmer gecastet, dass dies eine Reise ohne Wiederkehr sein wird war allen bewusst. Anfangs war 2022 als Ankunftsjahr vorgesehen, dieses musste aber später auf 2026 und schließlich auf 2032 verschoben werden und das nicht ohne Kritik an der ganzen Sache. In diesem Jahr wurde bereits ein Experiment abgeschlossen, bei dem die Teilnehmer am Hang eines hawaiianischen Vulkans 365 Tage lang das Leben auf dem Mars simulierten.

  • VIRTUAL REALITY t3n: Große Umstrukturierungen: Oculus verliert seinen CEO, Palmer Luckeys Zukunft ungewiss: Oculus sind die Vorreiter in Hinblick auf die Massentauglichkeit von Virtual Reality-Brillen. Mit als Erste haben sie vor einigen Jahren mit ihrer Oculus Rift den Hype wiederbelebt und ins 21. Jahrhundert geholt. 2014 wurde die Firma für 2 Milliarden US-Dollar von Facebook gekauft, jetzt werden im Unternehmen große Umstrukturierungen eingeleitet. So ist der Oculus CEO Brendan Iribe gestern von seiner Position zurückgetreten. Für die Nachfolge wird gesorgt, Iribe bemüht sich gemeinsam mit Facebook CTO Mike SChroepfer um ein neues Team.

  • INSTAGRAM digiday: Publishers see promise with Instagram Live: Facebook hat mit den 360-Grad-Live-Videos bereits vorgelegt. Jetzt zieht Instagram mit “Instagram Live” nach. Die Funktion wurde im November angekündigt und ist jetzt zunächst für US-amerikanische Nutzer verfügbar. Bereits mit “Instagram Stories“ näherte sich der Social-Media-Kanal an andere Branchen-Kollegen an. Jetzt soll über die Stories-Funktion auch das Live-Streamen auf der Schnappschuss-Plattform möglich sein. Einen großen Unterschied zu anderen Live-Funktionen gibt es aber: live heißt live!

  • BIOMETRIK digitaltrends: The future of biometric tracking will make step counters look like antiques: Ob einfache Schrittzähler-App oder Activity-Band mit GPS, Herzfrequenz-Messung oder Schlafrhythmus-Analyse – Technologien zur Messung unserer biometrischen Daten gibt es schon länger. Biometrik, also die Wissenschaft hinter der Analyse von biologischen Daten, die durch die entsprechenden Wearables nachvollzogen werden kann, kann viel, aber in Zukunft noch mehr! Für professionelle Athleten sollen die technologischen Helferlein sogar Verletzungen vorbeugen können und auch genetische Informationen sollen ermittelt werden können.

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Check-up Ireland: Odyssee in der Weltraumforschung

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die „Tech-Insel“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Ireland – a Space Odyssey?

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2016 und NASA, ESA mit ihren großen Nationen, Russland und China haben das gesamte Weltall unter sich aufgeteilt. Das gesamte Weltall? Nicht das gesamte Weltall – eine kleine Nation auf einer Insel am Rande Europas macht Schritte, die nicht nur wichtig für Irland selbst sind, sondern gleichzeitig auch bedeutend für die Menschheit.

Als Johann-Dietrich Wörner, seines Zeichens Direktor der Europäischen Raumfahrt-Agentur ESA, im Sommer Irland besuchte, traf er nicht nur mit etablierten Wissenschaftlern zusammen. Die Tatsache, dass er auch von Ministerpräsident Enda Kenny empfangen wurde, unterstrich die Bedeutung, die die irische Regierung und ihre halbstaatlichen Förderungsorgane dem Bereich Raumfahrt-Technologie zumessen. ESA verkündete im Beisein von Enda Kenny die Gründung eines multidisziplinären Inkubators, in dem sich bis zum Jahr 2020 25 irische Startups entwickeln sollen. Federführend auf irischer Seite ist hierbei das Tyndall National Institute in Cork, aber auch die Universität in Maynooth und das Technologie-Institut in Athlone (Technologie-Institute in Irland = ähnlich wie Fachhochschulen in Deutschland) spielen eine wichtige Rolle.

Des Weiteren gab Johann-Dietrich Wörner auch eine Partnerschaft mit dem irischen Forschungverband bekannt, die es irischen Absolventen in den Bereichen Ingenieurswissenschaften, Physik oder Chemie ermöglichen wird, an Trainee-Programmen von ESA teilzunehmen.

Schon jetzt können sich irische Firmen, bedingt durch die Mitgliedschaft Irlands bei ESA, bei Ausschreibungen um Verträge bewerben, die pro Jahr einen Gesamtwert von 5 Milliarden Euro haben. Das Ministerium für Arbeit, Wirtschaft und Innovation erwartet zudem in den ersten vier Jahren nach der Unterzeichnung des Abkommens mit ESA eine Verdoppelung der Arbeitsplätze im Bereich Raumfahrt-Technologie auf ganze 1000 – eine Zahl, die nicht zu ambitioniert ist. Der Umsatz, den irische Firmen mehr oder weniger unbeachtet schon heute im Raumfahrt-Sektor erzielen, liegt bei geschätzten 300 Millionen Euro.

Bei einer Veranstaltung im Rahmen der Ireland Science Week, die gerade zu Ende ging, wurde allerdings selbstbewusst das Ende des unbeachteten Daseins des Sektors verkündet. David Gibbons, Manager des bereits oben erwähnten ESA Space Solution Centre am Tyndall National Institute in Cork, beschrieb in seiner Rede den Weg, den Irland gerade im Raumfahrt-Sektor beschreite.

Weg vom versteckten Juwel, der noch nicht erzählten Geschichte hin zu etwas Unübersehbaren, zu einer Erfolgsgeschichte, ähnlich wie der der Pharmaindustrie.

Mittels Clusterbildung bekannter multinationaler Firmen wie Pfizer an Universitäts-Standorten wie Dublin, Galway und Cork wurde die Pharmaindustrie zu einem der Vorreiter in der so erfolgreichen Ansiedlungspolitik der irischen Wirtschaftsförderung. Cork, Maynooth und Athlone wollen dem Beispiel folgen.

Wenn es um das Warum oder gar die Daseinsberechtigung von Raumfahrt-Technologie geht, ist oft von Synergien die Rede. Wie kann eine innovative Idee, die einen wichtigen Zweck in der Raumfahrt erfüllt, in ein Gerät transformiert werden, das auf Erden die Lösung eines Problems darstellt? Die Weiterentwicklung ist laut David Gibbons ein hervorragendes Beispiel. Was als Raumfahrt-Projekt des US-Verteidigungs-Ministeriums begonnen habe, sei heute aus unseren Smartphones nicht mehr wegzudenken.

Gibbons erklärt am Beispiel GPS auch jungen Unternehmen, wie wichtig es ist, sich um ESA-Aufträge zu bewerben. Die Höhe der Verträge an sich sei aber nur ein Teil des Puzzles. Ebenso wichtig seien die Expertise und die Glaubwürdigkeit, die die ESA-Mitarbeiter mit sich bringen, sowie das schier unendliche Potential sowohl bei der Entwicklung von innovativen Produkten als auch der Erschließung neuer Märkte. Der Weltraum. Unendliche Weiten.


Image „hut“ by Christian_Birkholz (CC0 Public Domain)


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  • SMARTPHONE sz-magazin: Sechs Regeln gegen den Smartphone-Wahnsinn: Bei vielen Menschen hat man den Eindruck, sie seien zu Sklaven ihrer Smartphones geworden. Dauernd schlagen Mitteilungen von Freunden oder Apps auf dem Bildschirm ein. Minütlich wandert der Blick auf das Smartphone, um ja keine Nachricht zu lange unkommentiert zu lassen. Man scheint komplett auf dieses Leben im Netz fixiert zu sein. Einer SZ-Autorin wird es irgendwann zu viel. Unbewusst hart wirft sie ihre Tasche samt Smartphone auf den Boden – es geht kaputt. Sie greift zu einem alten Nokia Mobiltelefon und macht sich wieder auf in die Offline-Welt. Doch können wir ohne die Vorteile des Smartphones leben.
  • INSTAGRAM wsj: Publishers Flock to New Instagram Stories: Anfang August wurde ein neues Update von Instagram bereitgestellt, das eine neue Funktion in die App bringen sollte – Instagram Stories. Was eigentlich schon lange auf der App Snapchat zu sehen ist, lässt nun den Content auf Medienaccounts bei Instagram explodieren. Diese Entwicklung hilft auch Snapchat, weil die App professioneller aufgebaut ist und mehr Möglichkeiten bietet, um seine Fotos und Videos zu bearbeiten.
  • LYFT techcrunch: GM expressed interest in buying Lyft, but Lyft declined: Der US-amerikanische Autokonzern General Motors (GM) arbeitet schon länger mit dem kalifornischen Mitfahrdienst Lyft zusammen. 500 Millionen Dollar investierte GM dieses Jahr in das Startup, das mit Uber konkurriert. Uber wird allerdings immer stärker und Lyft braucht neue Investitionen. GM wollte Lyft nun übernehmen, was die Führung des Startups allerdings ablehnte. Man wolle mit neuen Finanzierungsrunden Investoren gewinnen, um einen erneuten Angriff zu starten.
  • SPACEX digitaltrends: Elon Musk landed his sixth Falcon 9 rocket after launching a satellite into orbit: Das Projekt SpaceX macht weiter Fortschritte. Nachdem ein Satellit in den Orbit geschossen wurde, konnte sich CEO Elon Musk nun auch über die erfolgreiche Landung einer weiteren Falcon 9 Rakete freuen. Das ist die sechste Rakete, die Musk mit seinem Luftfahrtkonzern unbeschadet auf den Boden zurück bringt.
  • ELEKTROAUTOS handelsblatt: Anschluss gesucht: Die großen deutschen Autokonzerne haben strickte Pläne vorgestellt, die sich auf die Elektromobilität beziehen. Geplante Milliardeninvestitionen bei VW, eine Submarke bei Daimler und auch BMW hat die Priorität des Themas erhöht. Man will sich der Pioniersarbeit des US-Konzerns Tesla anschließen, doch in Deutschland gibt es ein großes Problem. Es mangelt an Ladestationen, deren Ausbau nur stockend vorangeht.
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Warum das Reisen zu den Sternen plötzlich ein realistisches Ziel ist

Space (image by Ronobald (CC0 Public Domain) via Pixabay)

Man muss schon mutig sein, um zu verkünden, dass interstellare Raumfahrt von nun an durchaus in unserer Reichweite liegt. Als Teil der „Breakthrough Starshot“-Initiative hat der Physiker Stephen Hawking gezeigt, dass genau das auf ihn zutrifft. Das Projekt hat ein mit 100 Millionen US-Dollar ausgestattetes Forschungsprogramm angekündigt, das untersucht, wie die Lichttechnologie aus dem Sonnensystem zum Antrieb von Raumfahrzeugen genutzt werden kann, um benachbarte Sterne zu entdecken. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist die interstellare Raumfahrt nun ein realistisches und erreichbares Ziel und nicht mehr nur Spielplatz für Science Fiction.

Was hat sich also verändert, dass interstellare Raumfahrt möglich wird? Zu allererst: die Erwartungen. Es geht hier nicht um ein beeindruckend großes Raumschiff mit einer Kolonie von Astronauten an Bord, die einen entfernten Stern einnehmen und für zukünftige Generationen bewohnbar machen wollen. Auch geht es nicht darum, schneller als das Licht durch Wurmlöcher zu reisen und im Bruchteil einer Sekunde am anderen Ende des Universums wieder herauszukommen. Vielmehr geht es um Technologie, die bereits oder so gut wie existiert und in einer neuen, aufregenden Art und Weise genutzt wird.

Grundlage ist die Technologie von Sonnensegeln in Kombination mit der Möglichkeit, die Instrumente in kleiner Form bauen zu können. Die Idee hinter Sonnensegeln ist die, dass das von der Sonne ausgestrahlte Licht zum Antrieb von Objekten genutzt werden kann. Langsam fängt das Objekt an sich zu bewegen und nimmt immer mehr an Geschwindigkeit zu, bis es Werte erreicht, die einen signifikanten Anteil der Lichtgeschwindigkeit ausmachen. Bislang wurden die Tests an Segeln ausgeführt, die mehrere Meter breit sind und eine Traglast von mehreren Kilogramm haben. Und die Technologie funktioniert – sowohl die Europäische Raumfahrtstation (ESA) als auch die NASA haben Systeme entwickelt, die auf Raumfahrzeuge angewendet werden könnten. Um effizient funktionieren zu können, müssen die Segel mehrere Meter breit sein, ebenso wie die Segel eines Segelboots eine gewisse Größe haben müssen, um das Schiff vorwärts bewegen zu können.

Die Verkleinerung von Instrumenten war schon seit Inbetriebnahme von Sputnik – der erste künstliche Satellit, der die Erdumlaufbahn umkreiste – der ausschlaggebende Antrieb für die Weltraumforschung. Das ideale Instrument für eine Weltraummission hat eine möglichst geringe Masse und einen minimalen Energieverbrauch. Diese Auflagen führten zur Konzeption von CubeSat, einem kleinen Satelliten, auf dessen Basis eine Standardplattform entwickelt wurde, auf die unterschiedliche Instrumente angepasst werden können. Der ganze Satellit kann außerdem von einer Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge gestartet werden.

Wir alle wissen um die rasche Entwicklungszeitspanne, in der das Equipment immer kleiner wird – ein einziger Blick auf das Smartphone mit seiner präzisen Kamera, seiner Fähigkeit, gigabytegroße Mengen von Audio- und Bilddateien zu speichern und abzuspielen, zeigt uns, was Technologie heute bereits alles kann. Es gab Pläne, einen CubeSat zu nutzen, um viele kleine Sonden herzustellen und mit ihnen Instrumente auf den Mond und den Mars zu fliegen. Die „Breakthrough Starshot“-Initiative setzt jedoch auf einen einzigen Mikrochip – ein Raumfahrchip, der ein Raumfahrzeug ist (und andersherum!).

Das Konzept baut auf individuellen Mikrochips auf, die jeweils von einem Sonnensegel angetrieben werden sollen. Vorausgesetzt, dass das Segel deutlich größer ist als das Schiff – der Chip wird etwa einen Zentimeter groß sein – gilt es, diverse praktische und technologische Schwierigkeiten zu bewältigen. Das Segel am Schiff zu befestigen, dürfte jedoch eine der am wenigsten schwierigen Herausforderungen darstellen.

Interstellare Bedrohungen

Der interplanetare und interstellare Raum ist voller Bedrohungen für so einen winzigen Reisenden. Die zwei größten Bedrohungen sind in dem Fall Staub und Strahlung. Auch wenn es große Fortschritte in der Fertigung von dünnen, aber starken Materialien gab, die geeignete Sonnensegel darstellen würden, könnte ein schnell beschleunigtes Staubkorn das Sonnensegel auseinanderreißen. Zudem sind Mikrochips hohen Dosen von Strahlung gegenüber sehr sensibel – und der interstellare Raum ist voll von kosmischen Strahlen. Und: Wie verletzungsanfällig werden die Chips sein, wenn sie sich noch im Sonnensystem befinden und mit Veränderungen der Solarwinde fertig werden müssen?

Wenn alle technologischen Entwicklungen abgeschlossen sind und die Chips eingeführt wurden – was eher früher als später der Fall sein könnte, sollte die „Breakthrough Starshot“-Initiative erfolgreich sein – wohin sollen die Chips dann reisen und was sollen sie tun, wenn sie dort angekommen sind? Der Plan ist, dass sie zum nächsten Nachbarn unseres Sonnensystems reisen, Alpha Centauri, wohin sie etwa 20 Jahre unterwegs sein werden und mit einer Geschwindigkeit von 60000 km pro Sekunde reisen werden.

Dies ist nicht nur eine beeindruckend kurze Zeit, um eine Distanz von 40 Billionen Kilometer zurückzulegen, sondern ebenfalls eine vernünftige Zeitspanne, die eine Raummission beanspruchen sollte – man denke nur daran, wie lange das Hubble-Teleskop im Einsatz war und mit was für spektakulären Bildern es zurückgekehrt ist. Unterwegs nach Alpha Centauri werden die Chips sich wie Touristen verhalten – sie machen Bilder, treffen die Einheimischen vor Ort (Planeten? Kometen?) und betrachten die Landschaft (wie beispielsweise weiter entfernte Sterne).

Diese möglichen Forschungsergebnisse an sich dürften bereits eine ausreichende wissenschaftliche Rechtfertigung für die Durchführung des Projekts sein. Wir haben noch nie einen Stern oder eine Supernova aus dem interstellaren Raum beobachtet – wir schauen immer durch die Linse des Sonnensystems. Sobald die winzigen Reisenden Alpha Centauri erreicht haben, werden die Instrumente Messungen des Weltraums vornehmen und uns – wiederum zum allerersten Mal – detaillierte Einsichten in Sterne ermöglichen, die ganz anders als unser eigener sind. Sie könnten sogar neue Planeten und Monde finden.

Wir haben darüber spekuliert, auf Gravitationswellen zu surfen und dabei durch die Zeit zu reisen – was noch immer sehr viel Science Fiction ist. Zumindest aber segeln wir jetzt in einem Solarwind und interstellare Reisen sind in unsere Reichweite gerückt. Wir mögen noch nicht an dem Punkt angekommen sein, an dem interstellare Reisen für Menschen möglich sind, aber die Möglichkeit zu haben, dabei zuzusehen, wie das Reisen durch den interstellaren Raum aussieht, während wir dabei noch in der gemütlichen Umgebung unseres eigenen Zuhauses sind, ist sicherlich ein erster Schritt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Space“ by Ronobald (CC0 Public Domain)


The Conversation

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