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Licht, Strom, Klima: Großes HomeKit-Upgrade von Eve Systems

Eve Light Switch IFA 2018 Eve Systems

Im intelligenten Zuhause von Apple-HomeKit-Fans schließt Eve Systems nun eine wichtige Lücke. Künftig müssen sie nicht mehr darauf achten, ob der Stromkreis geschlossen ist, wenn sie ihre smarten Lampen per App oder Sprache steuern wollen. Denn mit dem Bluetooth-Lichtschalter namens Eve Light Switch können sie auf die Beleuchtung zugreifen, unabhängig davon, in welcher Position sich die Schalterwippe befindet. Auf der IFA 2018 gab Eve Systems bekannt, den in den USA erhältlichen Schalter endlich auch nach Deutschland zu bringen. Außerdem zeigte der Smart-Home-Spezialist, der bis vor kurzem Elgato hieß, die neue LED-Leiste Eve Light Strip, die WLAN-Steckdose Eve Power Strip sowie die zweite Generation des Raumklimamessgeräts Eve Room. Wir konnten uns einen ersten Eindruck davon machen.

Eve Light Switch: HomeKit-Lichtschalter kommt nach Deutschland

Hätte uns jemand früher gefragt, ob wir 100 Euro für einen Lichtschalter ausgeben würden, hätten wir ihn für verrückt erklärt. Im Fall von Eve Light Switch werden aber viele Nutzer von Apple HomeKit genau dazu bereit sein. Der Schalter sorgt nämlich dafür, dass sie nicht mehr daran denken müssen, ja nicht das Licht an der Wand zu löschen. Das bedeutet ein Plus an Komfort und macht smarte Beleuchtung erst richtig smart.

Weil der Schalter aber selbst ein smartes Gadget ist, können Nutzer es ebenfalls per iPhone, Siri, HomeKit-Regel oder über die Eve-App bedienen, um Lichtstimmungen zu dirigieren. Vom Formfaktor her handelt es sich um einen herkömmlichen Schalter, der in die Unterputz-Dose montiert wird. Eve Systems empfiehlt, dies einem Fachmann zu überlassen, vor allem, wenn die Passform nicht auf Anhieb stimmt. In manchen Fällen ist nämlich Zubehör nötig, um Eve Light Switch an gängigen Schalterfabrikate anzupassen. Eine Lichtschalterwippe inklusive Zwischenrahmen in klassischem Weiß sind im Lieferumfang von Eve Light Switch enthalten.

Eve Light Switch erscheint zum Preis von 99,99 Euro voraussichtlich noch dieses Jahr und damit etwas früher als die Lichtschalter von Busch-Jaeger für Philips Hue.

Eve Light Strip: Flexible LED-Leiste für stimmungsvolles Licht im Smart Home

Apropos, Philips Hue. Der Champion im Bereich smarte Beleuchtung zählt unter anderem eine flexible Lichtleiste namens Hue Lightstrip zu seinem Portfolio. Eve Systems eifert diesem Vorbild nach und bringt ein eigenes Produkt namens Eve Light Strip auf dem Markt. Nach der Kugelleuchte Eve Flare (die die Avea-Serie ersetzt) ist es das zweite Lichtprodukt von Eve Systems.

Eve Light Strip IFA 2018 Eve Systems
Die LED-Leiste Eve Light Strip leuchtet heller als die von Philips Hue. Berti Kolbow-Lehradt

Wie Eve Flare taucht Eve Light Strip den Wohnbereich in eine der zahlreichen, vorinstallierten Lichtstimmungen und bietet außerdem die Möglichkeit, eigene Farbkreationen, basierend auf dem gesamten Farbspektrum zu erstellen. Alternativ beleuchtet Eve Light Strip den Raum auch in klassischen kalt- oder warmweißen Farbtemperaturen. Eve Light Switch lässt sich auf eine Länge von bis zu 10 Metern erweitern. Zum Signalaustausch kommt WLAN zum Einsatz. Eine Bridge wird nicht benötigt.

Die Lichtleistung beträgt bei zwei Metern Länge 1.800 Lumen, was die Lightstrips von Philips Hue um 200 Lumen übertrifft. Die Leuchtkraft beeindruckte uns auf der IFA.

Eve Light Switch erscheint als Zwei-Meter-Version für rund 80 Euro voraussichtlich noch in diesem Jahr. Das entspricht dem Preis von Philips Hue. Was eine Erweiterung kostet, nannte Eve Systems noch nicht.

Eve Power Strip: Smarte Dreifach-Steckdose von Eve Systems im edlen Design

Mit Eve Energy hat der Hersteller bereits eine smarte Steckdose im Programm. Mit ihr können Nutzer Geräte ins Smart Home einbinden, die an sich gar nicht vernetzt sind, beispielsweise Ventilatoren.

Eve Power Strip IFA 2018 Eve Systems
Sieht aus wie eine simple Dreifach-Steckerleiste ist aber dank WLAN-Anbindung smart: Eve Power Strip. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Eve Power Strip verdreifacht nun die Zahl der möglichen Verbrauchergeräte, sieht mit dem Gehäuse aus schwarzem Kunststoff und Aluminium schicker aus und funkt über WLAN statt Bluetooth. Dadurch ist die Steckerleiste über eine größere Entfernung erreichbar als Eve Energy. Mit drei Tasten auf dem Gehäuse können Nutzer die jeweiligen Verbraucher auch separat vom Strom trennen. Außerdem ermöglicht sie mithilfe der Eve-App den Energieverbrauch zu messen.

Wann und zu welchem Preis Eve Power Strip erscheint, gab Eve Systems noch nicht bekannt.

Eve Room 2: Neues Raumklimamessgerät ab Mitte September erhältlich

Angekündigt hatte Eve Systems die Messstation schon im Januar auf der CES, auf der IFA fiel nun der Startschuss. Die stark überarbeitete Version von Eve Room lässt sich vorbestellen und wird am 12. September 2018 ausgeliefert.

Für etwa 100 Euro erhalten HomeKit-Nutzer ein schickes Messgerät für Luftqualität und Raumklima. Es ist deutlich kleiner als der Vorgänger und verfügt nun über ein E-Ink-Display. Außerdem wurde die Designsprache aus schwarzem Kunststoff übernommen, die uns auch beim Power Strip oder beim Eve Button gefällt. Energie zieht Eve Room 2 nicht mehr aus vier AA-Batterien. Stattdessen laden Nutzer die Messstation alle sechs Wochen per USB-Kabel auf. Sensortasten auf der Front ermöglichen das Durchschalten von verschiedenen Werten.

Eve Room 2 IFA 2018 Eve Systems
Kleiner und mit Display und mehr Messwerten – das ist die smarte Messstation Eve Room 2. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Eve Room 2 verwendet Technologie des Schweizer Sensorspezialisten Sensirion und misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Konzentration flüchtiger organischer Komponenten (VOC). Der VOC-Messwert ermöglicht eine präzisere Aussage über die Luftqualität als nur der Kohlenstoffdioxidgehalt, weil er nicht nur angibt, wie stickig, sondern auch wie staubig die Luft ist. Über die Eve-App können Nutzer Verlaufswerte einsehen und Eve Room 2 in HomeKit-Regeln einbinden.

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Philips Hue Sync im Test: Ambilight für den Computer ausprobiert

Philips Hue Sync

Smarte Lampen sind die simpelsten und gleichzeitig vielleicht am meisten unterschätzten Smart-Home-Gadgets. Denn sie sind einfach einzurichten und werten dank verschiedenfarbiger Lichtstimmungen die Wohnatmosphäre erheblich auf. In diesem Segment ist die Produktreihe Philips Hue vom Hersteller Signify (bis vor kurzem Philips Lighting) Platzhirsch. Kein anderes System vernetzter Beleuchtung bietet so ein breites Sortiment an Glühbirnen, Lichterketten, Komplettleuchten und Schaltzubehör für Innen und Außen. Die vergleichsweise sehr hohen Preise rechtfertigt Signify auch mit kontinuierlich weiterentwickelten Steuerungsprogrammen. Nach Apps für Mobilgeräte stellt Philips Hue mit Hue Sync ab sofort auch ein Programm für Windows- und Apple-Computer bereit. Dadurch können Anwender die Lichtfarben ihre Hue-Beleuchtung auf den Rhythmus von Musik, Videos und Spiele abstimmen. Ich konnte Hue Sync für macOS bereits vorab ausprobieren.

So funktioniert Hue Sync

Wer mit einem Philips-TV fernsieht, kennt das Prinzip bereits. Dort passen sich auf der Rückseite verbaute LED-Leisten der Lichtfarbe einer auf dem Display gezeigten Sendung an. Die Ambilight genannte Technik lässt das Geschehen im gewissen Sinne über den Rand des TV-Displays hinauswachsen. Hue Sync funktioniert ähnlich, nur eben auf Computern und im Zusammenspiel mit externen Wand-, Decken- und Stehleuchten von Philips Hue.

Philips Hue Sync iMac
Hue Sync ist eine kleine Software für Mac und Windows, die smarte Glühbirnen so steuert, dass sie sich dem Rhythmus von Musik und der Lichtstimmung von Filmen und Videospielen anpasst. Image by Signify

Dazu laden Anwender zunächst die Hue-Sync-Software auf ihren Windows- oder Mac-Rechner und installieren sie (zum Download von Hue Sync). Bevor sie sie einrichten können, müssen sie in der Smartphone- oder Tablet-App von Philips Hue einen „Entertainment-Bereich“ bestimmen. Das ist das Zimmer bzw. der Wohnbereich, in dem Hue-Leuchten auf die Inhalte eines Computers reagieren sollen. Dafür fragt die mobile Hue-App ab, wie die Leuchten um die Sitzposition herum positioniert sind. Anwender ziehen die Hue-Produkte mit dem Finger an den jeweiligen Standort und speichern ihn ab.

Anschließend wechseln Anwender zum Computer, auf dem Hue Sync installiert ist. In der Computersoftware selbst lässt sich der Entertainment-Bereich nicht definieren, sondern nur für die Zusammenarbeit auswählen. In der Bedienoberfläche von Hue Sync bestimmen Anwender dann, ob sie Musik, einen Film oder ein Computerspiel mit der Lichtfarbe abgleichen wollen und drücken den grünen Knopf „Synchronisierung starten“. Fertig.

Was man für Hue Sync braucht

Hue Sync funktioniert mit allen aktuellen Hue-Leuchten. Dabei können Anwender RGB-Glühbirnen genauso wie die Lichterketten Hue Lightstrip oder beispielsweise die mobile Lampe Hue Go über die Software steuern. Nur weiße Glühbirnen band Hue Sync in meinem Test nicht in das System ein.

Logischerweise müssen sich die Glühbirnen im gleichen WLAN befinden wie der Computer, auf dem Hue Sync diese anspricht. Denn nur dann gelangen die Steuersignale zu den smarten Glühbirnen, die auf den drahtlosen Kommunikationsstandard Zigbee setzen. Zudem müssen die Lampen angeschaltet sein. Selbst Stehlampen, die nicht per kabelgebundenem Schalter sondern nur per Software-Befehl vom Strom getrennt sind, kann Hue Sync nicht aus dem Standby wecken.

Hue Sync läuft unabhängig davon, ob Anwender es mit einem Windows- oder Mac-Rechner nutzen wollen. Auf Laptops funktioniert das Programm genauso wie auf Standrechnern. Zum Smartphone oder Tablet müssen Anwender nach der ersten Einrichtung nicht mehr greifen. Denn die Hue-App für iOS und Android, die seit kurzem in der stark überarbeiten Version 3.0 vorliegt, ist für den Betrieb nicht nötig.

Praxistest: Mit Apple TV läuft Hue Sync auch auf Fernsehern ohne Ambilight

Im Kurztest auf einem iMac von 2012 und einem MacBook Pro von 2015 überzeugte Hue Sync durch eine schnelle Einrichtung und einen praktisch reibungslosen Betrieb. Auf Playlisten von Apple Music, Video-Streaming bei Netflix im Chrome-Browser und zwei Videospielen (Duke Nukem Forever, Mindcraft) sprach die Software tadellos an. Nur bei schnellen Wechseln zwischen diesen Medienarten hakte die Software mehrfach, sodass ein Ein- und Ausschalten der Synchronisierung notwendig wurde. So viel, wie ich während meines Ausprobierens, werden Anwender im Alltag der Software wohl aber nicht abverlangen. Deshalb betrachte ich diese Hickups nicht als zwingend praxisrelevant.

Hue Sync ist zwar für Computer gedacht, doch mit einer Streaming-Lösung lässt sich das Geschehen vom Computer auch auf einen Fernseher spiegeln, der nicht von Philips stammt. In meinem Praxistest war es kein Problem, Bild und Ton eines MacBooks über einen Apple TV an einen Samsung-Fernseher durchzuschleifen. Weil dieser mit Sonos-Lautsprechern verbunden ist, konnte ich meine iTunes-Sammlung auf diese Weise nicht nur von farbigem Licht untermalen lassen, sondern auch in einer Qualität hören, die über die von Laptop- und Fernseherlautsprechern hinaus geht.

Die Wirkung der Lichtsteuerung war je nach Medium komplett unterschiedlich. Titel aus dem Genre Drum & Bass begleiteten die Hue-Birnen in meinem Wohnzimmer mit einem wilden und bunten Stroboskop-Gewitter. Hingegen während einer Mindcraft-Partie schimmerten die Wohnzimmerwände kontinuierlich in Pastellgrün. Bei den meisten Videos war die Wirkung unerwartet gering. Es brauchte schon einen extrem farbstichigen Film wie Matrix, um die Lichtstimmung aus dem Weiß-Spektrum heraus zu bewegen. Zwar lässt sich die Intensität innerhalb der Hue-Sync-Software in vier Schritten zwischen „subtil“ und „intensiv“ anpassen. Am grundsätzlichen Eindruck änderte das aber nichts.

Fazit: Hue Sync als stimmungsvolle Ergänzung fürs Smart Home

Mit Hue Sync erweitert Signify das Philips-Hue-Ökosystem um eine sinnvolle Komponente. Weil die Software für Computer designt ist, spricht sie in erster Linie Gamer an und Anwender, die Musik über ihren Computer steuern. Mit einer Box oder einem Adapter fürs Streaming lässt sich jedoch auch wunderbar ein Fernseher einbinden, sodass die Lösung auch ein viel breiteres Publikum anspricht. Im Test überzeugte die Software ohne nennenswerte Schwächen. Weil Hue Sync kostenlos nutzbar ist, können Anwender sie ohnehin risikofrei ausprobieren.

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Razer Blade 2018: Gaming-Flunder mit Dampfkammer

Image by Razer

Gaming wird für immer mehr Menschen zur Alltagskultur. Dies ermutigt den bisherigen Peripherie-Hersteller Razer sein Portfolio zu einem Ökosystem mit spieletauglichen Smartphones, Computern und einer Download-Plattform auszubauen. Jüngstes Ergebnis dieser Entwicklung ist die verbesserte Neuauflage des Gaming-Laptops Razer Blade 2018. Zwecks größerer Massentauglichkeit setzt Razer hier vor allem auf ein ultraflaches Design, das weniger nach Technik und eher nach Lifestyle-Gadget anmutet.

Flunderflaches und fast rahmenloses Design

Weil Gaming-Laptops nicht nur jede Menge Leistung bringen, sondern auch was her machen sollen, baut Razer das Gerät sehr kompakt. Der Hersteller bezeichnet es als den weltweit flachsten Gaming-Laptop mit 15,6 Zoll Bildschirmdiagonale, Windows 10 und separater Grafikkarte. Im zusammengeklappten Zustand ist er demnach nur 0,66 Zoll (16,8 mm) dick. Der Bildschirm ist nahezu rahmenlos. Das Gehäuse wurde aus einem einzigen Aluminium-Block CNC-gefräst und mit einem kratzfesten, eloxierten schwarzen Finish versehen.

Dampfkammer kühlt den Gaming-Hitzkopf

Unter der Haube sorgen ein sechskerniger Prozessor vom Typ Intel Core i7-8750H der achten Generation sowie eine Nvidia-Grafikkarte der GeForce-GTX-10-Serie für gehörig Rechenleistung. Dabei können Käufer zwischen der GeForce GTX 1060 und der GeForce GTX 1070 wählen. Damit das Razer Blade 2018 mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen kann, stattet der Hersteller das Gerät mit 16 GB 2667 MHz Dual-Channel System Memory und einer schnellen PCIe SSD Festplatte aus – wahlweise mit bis zu 512 GB. Der RAM kann auf bis zu 32 GB und die Festplattenkapazität auf bis zu 2 TB erweitert werden.

Außerdem können Käufer sich für unterschiedliche Bildschirm-Auflösungen entscheiden. Zur Auswahl stehen Full HD (1920 x 1080 Pixel) oder 4K (3840 x 2160 Pixel). Die 4K-Variante ist zudem Touch-fähig. Für eine sehr flüssige Darstellung sorgt bei jeder Bildschirm-Konfiguration eine Bildwiederholrate von 144 Hz.

Damit der Laptop auch bei Höchstleistung nicht überhitzt, kühlt Razer das System mit einer Dampfkammer-Technologie und verzichtet auf herkömmliche Heat Pipes. Dabei trägt eine in einer Vakuum-Dampfkammer befindliche, verdampfende Flüssigkeit dazu bei, die von anderen Komponenten erzeugte Hitze innerhalb des Laptops umzuleiten.

Für Gamer, Smart-Home-Enthusiasten und Kreative

Damit die Zielgruppe nicht zu eng wird, verbaut Razer einige Funktionen, die weitere Käuferkreise ansprechen. Weil das Gerät die Razer-Chroma-Technologie unterstützt, können Smart-Home-Enthusiasten ihre Philips-Hue-Leuchten auf die Lichtfarben von Filmen und Lieblingsspielen anpassen. Kreative adressiert Razer beispielsweise mit farbkalibrierten Bildschirmen für Grafikarbeiten, mit einem sehr präzisen und großen Touchpad sowie mit großzügigen Anschlussmöglichkeiten. So können Anwender über den eingebauten Mini DisplayPort, einen HDMI- und einen Thunderbolt-3-Anschluss bis zu drei externe Monitore an das neue Razer Blade 2018 anschließen.

Razer Blade 2018
Mit farbkalibriertem Display, großem Touchpad und vielen Monitoranschlüssen will Razer auch Kreative ansprechen. Image by Razer

Razer Blade 2018 ist für rund 2.000 Euro aufwärts ab sofort erhältlich

Dieser Gaming-Luxus hat seinen Preis. Je nach Konfiguration kostet das Razer Blade 2018 zwischen 1.950 Euro und 2.900 Euro. Es ist ab sofort im Online-Shop von Razer sowie ausgewählten Händlern verfügbar.

Gaming-Rechenpower für deutlich weniger Geld bietet Razer hingegen Nutzern, die sich statt für einen neuen Laptop für eine externe Grafikkarte entscheiden. Parallel zum neuen Razer Blade 2018 hat der Hersteller nämlich ferner das externe Grafikkartengehäuse Razer Core X angekündigt. Nutzer können in das Aluminium-Gehäuse eine Nvidia- oder AMD-Grafikkarte einbauen und dann per Thunderbolt 3 (USB-C) mit aktuellen Windows-Laptops und MacBooks verbinden. Razer Core X kostet 299 Euro. Eine Grafikkarte kaufen Nutzer extra.

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Nest Cam IQ Outdoor wirft jetzt auch ein Auge auf Deutschlands Grundstücke

Nest Cam IQ Outdoor

Immer mehr Haushalte interessieren sich hierzulande dafür, ihr Heim mit einer smarten Sicherheitskamera zu schützen. Schließlich sind sie einfach einzurichten und erschwinglich in der Anschaffung. Die Google-Tochter Nest nutzt dieses Momentum und setzt ihre Expansion in Deutschland fort. Mit der Nest Cam IQ Outdoor komplettiert der Smart-Home-Spezialist sein Kamera-Portfolio auf dem deutschen Markt. Nachdem das wetterfeste Modell mit Gesichtserkennungsalgorithmen bereits seit dem Herbst vergangenen Jahres in den USA erhältlich war, erscheint es heute auch im deutschen Handel für 379 Euro.

Das macht die Nest Cam IQ Outdoor zu einer smarten Sicherheitskamera

Als smarte Sicherheitskamera streamt die Nest Cam IQ Outdoor Full-HD-Aufnahmen per WLAN zum Nest-Account des Nutzers und lässt sich per Smartphone-App für Apple-Geräte und Android-Geräte steuern.

Weil es den Namenszusatz IQ trägt, kann das Modell Gesichter der Bewohner von denen unbekannter Menschen unterscheiden. Zudem ist die Kamera-Software in der Lage, Bewegungen in vorher definierten „Acitivity Zones“ zu registrieren und andere zu ignorieren. Dies setzt allerdings ein kostenpflichtiges Zusatz-Abo beim Online-Dienst Nest Aware voraus. Ohne Nest Aware informiert die Kamera auf Wunsch zwar ebenfalls, wenn sich Personen nähern, trennt dabei aber nicht zwischen Freund und Feind.

Entdeckt die Kamera Berichtenswertes, schickt sie auf Wunsch einen Alarm ans Smartphone. Unabhängig davon, können Nutzer unerwünschte Besucher automatisch abschrecken, indem sie die Nest Cam IQ Outdoor mit den smarten Steckdosen und Glühbirnen von Philips Hue, LIFX, Wemo und TP-Link verknüpfen, sodass sich die Lampen im und am Haus einschalten. Über die Plattform Conrad Connect lässt sich die Nest-Kamera mit weiteren Smart-Home-Geräten vernetzen.

Nest Cam IQ Outdoor Smart Home Vernetzung
Per App lassen sich die Bilder überall abrufen. Wird die Kamera mit smarten Glühbirnen vernetzt, kann sie automatisch Lampen anschalten und Eindringlinge abschrecken. Image by Nest Labs

Trendgemäß versteht sich die smarte Sicherheitskamera auch mit Sprachassistenten. Als Tochterunternehmen des Google-Konzerns Alphabet ist die Kompatibilität zum Google Assistant Ehrensache. Allerdings versteht das Modell nicht mehr als genau eine „Ok, Google“-Sprachanweisung. So können sich Nutzer auf diese Weise derzeit nur den Video-Feed auf ihren Fernseher streamen lassen – sofern sie dafür einen Chromecast als Signalüberträger verwenden. Im Vergleich dazu versteht die Nest Cam IQ Indoor nach einem Update viel mehr Google-Assistant-Befehle.

Diese Nest-Kamera will an die frische Luft

Anders als die von uns bereits getestete Nest-Kamera ist dieses Modell für den Außeneinsatz gedacht und daher wetterfest. Gemäß IP66-Standard widerstehen die Dichtungen des Gehäuses aufdringlichen Staubkörnern ebenso wie starkem Regen. Ihrem Betrieb sollen auch extreme Temperaturen von 40 Grad unter und 45 Grad über dem Nullpunkt nicht stören.

Damit Eindringlinge nicht einfach die Energieversorgung kappen, lässt sich das USB-C-Stromkabel durch eine Öffnung in der Bodenplatte unerreichbar in der Wand versenken. So nah heran kommen Einbrecher aber im besten Fall gar nicht. Denn die Kamera verfügt über einen integrierten Lautsprecher, mit dem Nutzer unerwünschten Personen verbal die Leviten lesen können. Der Schallwandler soll 15-mal lauter sein als im älteren, verwandten Outdoor-Modell ohne IQ-Namenszusatz.

Nest Cam IQ Outdoor draußen
Die Nest Cam IQ Outdoor ist gemäß IP66 geschützt gegen Staub und Regenwasser. Image by Nest Labs

Automatischer Zoom auf Gesichter

Im Normalzustand nimmt die Nest Cam IQ Outdoor ihre Umgebung in einem sehr großen Bildwinkel von 130 Grad auf. Dabei ist die interne Bilderkennung so programmiert, dass sie automatisch an Gesichter heranzoomt, wenn sie Menschen erkennt. Eine bis zu 12-fache Bildvergrößerung ist möglich. Für ausreichend Detailschärfe sorgt dabei ein 8-Megapixel-Sensor, der Standbilder in 4K und Videos in Full-HD (1080p) ausgibt. Starke Helligkeitsunterschiede mildert eine HDR-Aufbereitung des Bildes. Infrarot-Dioden gewährleisten außerdem, dass die Kamera selbst nachts noch klare Sicht hat.

Längerfristige Speicherung nur mit Cloud-Abo

Wie bei Nest-Kameras üblich, können Nutzer die Aufnahmen nicht lokal auf einer Speicherkarte oder Netzwerk-Festplatte sichern. Stattdessen lädt die Nest Cam IQ Outdoor den Feed auf die Internetserver von Nest. Von dort streamen Nutzer die Aufnahmen auf dem Smartphone, Tablet oder Laptop. Schließlich sei nur mit der Rechenpower aus der Cloud eine aufwendige Personen- und Gesichtserkennung realisierbar, lautet die Begründung des Anbieters. Eine mit 128-Bit AES stark verschlüsselte TLS/SSL-Verbindung und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung sollen für ein technisch hohes Sicherheitsniveau sorgen und Vorbehalte gegenüber Cloud-Diensten entkräften.

Nest Cam IQ Outdoor Personenerkennung
Mithilfe von Rechenpower aus der Cloud kann die Kamera-Software Personen und Gesichter identifizieren. Image by Nest Labs

Wollen Nutzer mehr als kurze Clips rund um ein Ereignis sehen, das den Alarm ausgelöst hat, können sie eine kontinuierliche Speicherung bei Nest Aware buchen. Neben einer 30-tägigen Speicherung für 30 Euro im Monat und einer 10-tägigen Speicherung für 10 Euro im Monat bietet Nest Aware nun auch eine 5-tägige Speicherung für 5 Euro im Monat an. Diese Kosten kommen zu dem einmaligen Kauf einer Nest Cam IQ Outdoor oben drauf.

Weitere Infos und einen Shop bietet die Produktseite der Nest Cam IQ Outdoor.

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Philips Hue Go – Smart Home zum Mitnehmen?

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Die Philips Hue Go ist das erste Smart-Home-Gerät der Philips Hue Serie, welches sich ohne Stromanschluss verwenden lässt. Der Hersteller verspricht „stimmungsvolle Akzente im ganzen Zuhause“ oder schlägt vor, die Lampe mitzunehmen, wenn ihr mit Freunden die Grillsaison auf der Terrasse einläutet. Nun ja, sie bietet jedenfalls neben weißem Licht ein Leuchtmittel mit 16 Millionen Farben und natürlichen, dynamischen Effekten. Diese könnt ihr direkt am Produkt steuern oder die Philips Hue Go über die Hue Bridge mit Apple HomeKit verbinden. Ich habe die Lampe ausprobiert.

Hochwertige Hardware mit Designfehler

Der Lieferumfang ist schlicht gehalten. Neben der Lampe selber findet man nur einen weißen Ladestecker und eine Bedienungsanleitung in der Box. Die Lampe wirkt hochwertig verarbeitet und ist in einem milchig-weißen Plastikgehäuse untergebracht. Das einzige wirkliche Manko an dem Produkt ist der Netzstecker. Dieser besitzt zwar ein ausreichend langes Kabel, welches sich aber nicht tauschen lässt. Leider setzt Philips hier auf eine eigene Konstruktion, statt Micro-USB oder USB-C zu verbauen. Außerdem lässt sich das Kabel, wie auf dem Foto zu sehen, nur nach vorne wegführen. Hier sollte Philips bei einer zweiten Generation auf jeden Fall nachbessern.

Überzeugen kann die Lampe hingegen in der wichtigsten Kategorie: ihrer Leuchtkraft. Die Lampe erzeugt ein sehr schönes, gleichmäßiges Licht. Über einen Knopf an der Rückseite könnt ihr zwischen acht verschiedenen Einstellungen wählen. Unter anderem stehen hier ein warmes und entspannendes Licht, ein kaltes und konzentrationsförderndes Licht, sowie einige farbige Lichttöne zur Auswahl. Sehr gut gefallen hat mir auch die Möglichkeit, ein flackerndes Kerzenlicht auszuwählen.

Volles Smart-Home-Erlebnis nur per App

Um den vollen Funktionsumfang der Philips Hue Go nutzen zu können, musst ihr per Philips-Hue-App die Lampe mit dem Steuerungselement HueBridge verbinden. Wie bei jeder Hue Glühbirne oder Lampe, kann man der Philips Hue Go einen Namen für die Bedienung per Sprache geben und sie einem Raum im Haus zuordnen. Anschließend lässt sich die Lampe per App bedienen sowie mit Apple HomeKit, Alexa und Google Home oder auch Conrad Connect per Sprache steuern. In der App kann man aus tausenden Lichtfarben und Stärken sowie vielen Voreinstellungen wählen, so wie man es von sämtlichen Philips-Hue-Geräten gewöhnt ist.

Um die Lampe abseits einer Steckdose zu verwenden, muss man lediglich warten, bis der Akku voll geladen ist und das Stromkabel abziehen. Leider gibt es keine Möglichkeit den Ladestand der Philips Hue Go zu überprüfen. Der Akku ist nicht wechselbar und reicht für eine Nutzungsdauer von circa drei Stunden. Auch im Akkubetrieb sind alle Smart-Home Funktionen weiterhin verfügbar. Allerdings trennt die Lampe nach einer Standbyzeit von ein paar Stunden die WLAN-Verbindung und lässt sich dann nicht mehr über Smart Home einschalten. In diesem Fall muss man den Button auf der Rückseite betätigen, um das Gerät wieder zu aktivieren beziehungsweise zu verbinden. Außerhalb des heimischen WLAN müsst ihr zudem auf die Bedienung per App verzichten und könnt lediglich auf die acht voreingestellten Optionen zurückgreifen.

Philips Hue Go als günstiger Lichtwecker

Abseits der Standardfunktionen lässt sie die Philips Hue Go noch in vielen weiteren Szenarien einsetzen. Philips bietet mit den sogenannten Wake-up-Lights eine Reihe von Weckern an, die euch mit einem künstlichen Sonnenaufgang wecken und mit einem Sonnenuntergang beim Einschlafen helfen. Diese sind jedoch deutlich teurer als die Philips Hue Go und lassen sich nicht ins Smart Home einbinden. Über die Philips-Hue-App könnt ihr aber an der Hue Go unter dem Menüpunkt „Routinen“ die Funktionen „natürliches Aufwachen“ und „schlafen gehen“ aktivieren. Hierzu müsst ihr die Hue Go allerdings per Kabel mit dem Strom verbinden. In jedem Fall ist die Philips Hue Go ein praktischerer Lichtwecker als die Elgato Avea Sphere.

Fazit: Solide, aber ausbaufähig

Die Philips Hue Go ist eine sehr gute Erweiterung für euer Philips-Hue-System, doch auch für diejenigen die noch keine Philips-Hue-Geräte besitzen, kann sich die Anschaffung durchaus lohnen. Sofern man sich mit dem etwas unpraktisch angebrachten Stromkabel anfreunden kann. Besonders angetan hat es mir die Möglichkeit, die Hue Go abends als „Kerze“ und morgens als Lichtwecker zu nutzen. Im Akkubetrieb verwende ich die Lampe aufgrund der eingeschränkten Funktionalität und etwas kurzen Akkulaufzeit hingegen eher selten. Die Hue Go bei Amazon kaufen (Provisions-Link)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Apple.


Images by Timo Brauer

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Highlights der CES 2018: Sprachassistenten und Roboter ziehen ins Smart Home

Highlights der CES 2018

Die weltgrößte Technik-Messe CES kennzeichnet dieses Jahr neben zahlreichen neuen Gadgets, autonomen Autos und Virtual Reality vor allem die schiere Masse an Lösungen fürs Smart Home. Wir haben uns für euch durch die Trilliarden Technik-News gewühlt. Das sind unsere Highlights der CES 2018.

Fernseher: Jetzt mit Sprachassistenten kompatibel

Smart TVs sind immer komplexer zu bedienen, weil sie so viele Funktionen erhalten haben. Dies durch Sprachsteuerung zu vereinfachen, haben zwar schon einige Hersteller versucht. Aber ohne durchschlagenden Erfolg. Jetzt soll es die Integration bekannter digitaler Sprachassistenten richten.

Ein Vorreiter ist hier LG: Neben einem aufrollbaren OLED-Screen überzeugte der Konzern die Fachpresse durch die Implementierung von beiden großen Sprachassistenten, nämlich Google Assistant und Alexa. Solltet ihr also entweder einen Google Home oder einen Amazon Echo haben, wird die Steuerung durch einfache Sprachbefehle enorm erleichtert. Auch der Google Assistant auf eurem Smartphone kann die TV-Geräte aktivieren.

LG Smart TV Google Assistant
LG Smart TVs lassen sich künftig mit Google Assistant per Sprache steuern. Image by LG Electronics

Neben grundlegenden Funktionen wie dem Wechseln des aktuellen Senders sollen bei den LG-Fernsehern auch die vorinstallierten Anwendungen bedient werden können. Die Suche nach Youtube-Videos oder Netflix-Filmen klappt bei Demonstrationen auf der CES bereits sehr gut.

Auch Samsung, der weltgrößte Produzent von Displays, lässt sich nicht lumpen und wird seine Fernseher seine zukünftig über eure Stimme steuern lassen. Allerdings nutzt Samsung die Eigenentwicklung Bixby. Der Sprachdienst der Koreaner ist seit kurzer Zeit auch auf Deutsch verfügbar, besitzt aber noch lange nicht den Funktionsumfang eines etwas länger gereiften Assistenten.

Nutzer der neuesten Galaxy-Smartphones wie etwa dem Samsung Galaxy S8 oder Note 8 dürften sich über die Einbindung von Bixby freuen. Auf anderen Smartphones ist der Dienst nicht verfügbar.

Smarte Displays ergänzen smarte Lautsprecher

Den jüngeren Hype um digitale Sprachassistenten transportieren vor allem sprachgesteuerte Lautsprecher in die Wohnungen und Häuser von Konsumenten. Nach dem Vorbild des Amazon Echo Show wird in diesem Jahr ein neuer Schwerpunkt auf smarten Displays liegen, die daher auch zu unseren Highlights der CES 2018 zählen.

Ein Beispiel ist Brilliant Control Smart Light Switch. Er wurde 2017 ursprünglich als cleverer Lichtschalter designt. Nun übernimmt der Lichtbringer Funktionen des Amazon Echo Show und wird dadurch zur Smart-Home-Zentrale. Ihr könnt auf dem hochkant montierten 16:9-Monitor die sogenannten „Display Cards“ aufrufen, die auch beim Show auf Suchanfragen gezeigt werden. Mit einem dieser besonders schlauen Lichtschalter in jedem Zimmer des Hauses ließe sich euer gesamtes Smart Home problemlos steuern, ohne auch nur einen Amazon-Echo-Lautsprecher verbaut zu haben. Das Kontrollpanel, welches zum Beispiel auch in die Wand eingelassen werden kann, kostet zum Start in den USA 199 US-Dollar. Wie der Euro-Preis aussieht, ist noch nicht bekannt.

Die AR-Brille Vuzix Blade hört aufs Wort

Nun erobern Sprachassistenten auch Headsets für Augmented Reality. Der Hersteller Vuzix integriert Alexa in seine AR-Brille namens Blade: Das beim Marktstart rund 1000 Euro kostende Gadget zeigt euch die Cards an, wie es das oben genannte Brilliant Control auch tut. Alle Sprachfragen werden durch Amazons Stimmenservices verarbeitet, die Navigation zu einem bestimmten Ort wird direkt im vor euren Augen fliegenden Display dargestellt.

Vuzix CES 2018
Das Augmented-Reality-Headset von Vuzix sieht nicht nur so aus wie eine ganz normale Brille, sondern lässt sich per Alexa-Sprachsteuerung bedienen. Image by Vuzix

Bis die Vuzix Blade auf den Markt kommt, wird noch der ein oder andere Monat vergehen. Der hohe Preis wird ein Ausschusskriterium für Privatkunden sein. Trotzdem ist die Brille eines der wenigen Anwendungsszenarien, bei denen die Implementierung von Alexa außerhalb des eigenen Heims sinnvoll ist.

Whirlpool zeigt eine komplett smarte Küche

Noch ein wenig mehr Alexa haben die cleveren Küchenzeilen des US-Herstellers Whirlpool. Die Firma setzt in die verbundenen Geräte ein Touchscreen ein, der unter anderem Rezepte und Ernährungstipps der App Yummily anzeigen kann. Zusammen mit cleveren Kühlschränken, wie Samsung sie inzwischen schon anbietet, lässt sich so eine besonders gesunde Ernährung realisieren. Denn: Yummily gibt Informationen zum Kaloriengehalt, hilft beim Einhalten von Diäten, umgeht glutenhaltige Produkte und kann mit einem verknüpften Kühlschrank ein Rezept aus den vorhandenen Zutaten zusammenbasteln.

Die per WLAN verbundenen Küchengeräte sind nicht günstig: 800 US-Dollar werden für eine Mikrowelle fällig, eine Ofenzeile wird 1950 US-Dollar kosten. Das Whirlpool-Geräte-Lineup ist in Deutschland stark eingeschränkt, deswegen gehen wir nicht davon aus, dass die smarten Geräte hier aufschlagen werden. Aber: Der Ofen und die Mikrowelle zeigen, wo der Weg hin geht und in Zukunft wird mit Sicherheit auch eine alt eingesessene Firma wie Siemens oder Bosch entsprechende Küchen-Hardware präsentieren.

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Ein smartes Haus ist nicht richtig clever, wenn es nur auf den Input vom Nutzer reagiert. Hier setzt Viaroom mit dem Home an. Das ist ein Gerät, welches ohne Display und ohne Kamera euer Verhalten im Haus analysiert. Innerhalb von 48 Stunden lernt das System euren Tagesablauf kennen. Danach automatisiert das Gadget das Haus ganz von alleine: Solltet ihr jeden Abend kurz vor der Tagesschau ein Beistelllämpchen aktivieren, lernt der Viaroom Home das und wird nach kurzer Zeit diese Lampe automatisch aktivieren, sobald ihr in den Raum geht. Der Viaroom Home ist mit den meisten gängigen Smart-Home-Systemen kompatibel. Unterstützt werden die Lösungen von Amazon und Google.

Viaroom Home
Die Box von Viaroom Home nutzt künstliche Intelligenz um das Zuhause zu automatisieren. Image by Viaroom

Smarte Lichtsteuerung für Gamer

Philips-Fernseher sind seit längerem mit Ambilight ausgestattet. Dabei reagieren Leuchtdioden auf das Display-Geschehen und beleuchten die Umgebung in gleicher Lichtfarbe. Seit kurzem passen sich auch die Lampen und Glühbirnen von Philips Hue an die Farbe des Fernsehers an. Dieses Prinzip greift nun Razer, Hersteller für Gaming-Peripherie auf und zählt damit buchstäblich zu den Highlights der CES 2018.

Gamer können sich darüber freuen, dass die bunt beleuchteten Razer-Peripheriegeräte mit dem Chroma-Protokoll demnächst auch Philips-Hue-Lampen steuern können. Dadurch ist bald die ganze Wohnung problemlos in der typisch giftgrünen Razer-Farbe beleuchtbar. Sinnvoll? Wohl kaum, aber in einigen Spielen wird das Licht der Mäuse, Tastaturen und Mauspads zum Feedback genutzt. Zum Beispiel bei Shootern: Ein Treffer kann dafür sorgen, dass die Steuergeräte kurz aufblitzen. Tun das die Hue-Lampen ebenfalls, erhöht das die Immersion auf ungeahnte Höhen.

Razers Vorstoß ist typisch für ein aktuelles Marktphänomen. Jeder Hersteller versucht, irgendwelche Smart-Home-Funktionen zu bieten. Viele werden sich nicht durchsetzen. Dennoch ist diese Entwicklung positiv. Denn gerade zum Beginn der Smart-Home-Ära gilt: Je mehr, desto besser. So kann nämlich jeder Kunde abgeholt werden und Smart Home gewinnt schnell an Akzeptanz.

Humanoide Roboter ante Portas

Staubsaugerroboter haben einen Vorgeschmack auf die automatisierte Haushaltsführung gegeben. Allmählich ist die Zeit reif für Serviceroboter mit menschlicher Form. Sie zählten zu den Highlights der CES 2018. Zu den sehr aktiven Herstellern zählt UBTech. Die Firma aus Asiens Technik-Hauptstadt Shenzhen etabliert sich seit 2012 auf dem Markt der Roboter. Unter anderem produzierte UBTech zusammen mit Disney einen per App steuerbaren Stromtrooper.

Mit dem sogenannten Walker präsentiert der Hersteller nun einen humanoid wirkenden Roboter. Er kommt zwar ohne Arme daher, ist aber eine der ersten Maschinen, die nicht auf Räder, sondern richtige Beine setzt. Die in den Beinen verbauten Motoren sind nicht komplett lautlos, lärmen aber nicht so stark wie vergleichbare Produkte. Dafür ist der Walker noch etwas wacklig auf den Beinen und fällt schneller um.

UBTech Walker CES 2018
Serviceroboter wieder UBTech Walker werden künftig eine humanoide Form haben. Image by UBTech

Der Walker soll euch im Alltag als beweglicher Terminassistent, Sekretär und Verwalter dienen. Dafür hat das hüfthohe Gadget mehrere Mikrofone und Lautsprecher verbaut. Mit den Sensoren kann der Roboter Bewegungen erkennen und Hindernissen ausweichen. Schon jetzt läuft er Treppen herauf.

Marktreif ist das Produkt noch nicht. UBTech plant einen Release im nächsten Jahr. Preislich soll der Walker die bisherigen Angebote schlagen. Wir sprechen hier immer noch von vierstelligen Summen. In wie weit der Walker 2019 mit euren Smart-Home-Geräten kompatibel ist, steht in den Sternen. Chinesische Firmen halten sich oft mit der Implementierung westlicher Standards zurück.

Die Highlights der CES 2018 sind eher Idee als fertige Produkte

Es sind weniger die fertigen Produkte, die die Highlights der CES 2018 ausmachen. Vielmehr begeistert der Marktplatz für Technik-Ideen mit Visionen, wie es in naher Zukunft zuhause aussehen könnte. In ein paar Jahren wird ein Serviceroboter in vielen Haushalten Standard sein. Die jetzigen Pionierprodukte dürften schnell intelligenter, leiser und zuverlässiger werden. Mit Ansätzen wie maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz wird humanoider Roboter unterstützen. Dann heißt es vielleicht „T-850, reiche mir das Salz“ und schon würzt ein Schwarzenegger-Verschnitt eure Mahlzeit in eurer automatisierten Küche, während farbige Glühbirnen eine gemütliche Stimmung für einen angenehmen Abend erzeugen.

Zu den Highlights der CES 2018 für Apple-Nutzer geht es hier entlang.


Images by CTA, LG Electronics, Viaroom, UBTech, Vuzix


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Google Home im Test: Intelligente Interaktion auf Zuruf

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Wohl keine andere technologische Entwicklung polarisiert derzeit so stark wie die smarten digitalen Assistenten. Sie wissen dank Suchmaschinen- und Kalenderanbindung über alles und jeden Bescheid. Sie spielen die Lieblingsmusik und können das smarte Zuhause steuern. Sprachassistenten leben nicht nur in eurem Smartphone, sondern auch immer öfter in intelligenten Lautsprechern. Mit Google Home – zum Hands-On – hat einer der größten Akteure im Tech-Markt vor knapp drei Monaten sein erstes Produkt auf dem deutschen Markt eingeführt. Seitdem nutze ich das System in den eigenen vier Wänden intensiv und möchte euch über meine Erfahrungen berichten.

Schnelle Einrichtung per Smartphone

Die Einrichtung des schicken Zylinders geschieht nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Das heißt, ihr könnt das Gadget einfach mit einer in der Nähe befindlichen Steckdose verbinden. Danach ladet ihr die „Google Home“-App herunter und nehmt den Lautsprecher darüber in Betrieb. Wichtig ist hierbei, dass ausreichend WLAN-Signal vorhanden ist. Innerhalb von wenigen Minuten ist das Gerät online und einsatzbereit. Es folgt das Kennenlernen der Stimme durch mehrmaliges Einsprechen des „Ok Google“-Befehls. Dann ist der smarte Assistent auch schon betriebsbereit.

Durch das Sprechen der Keywords „Ok Google“ oder „Hey Google“ aktiviert sich das Gadget und wartet auf weiterführende Eingaben – oder besser: Einsprachen. Eine nützliche Phrase zum Start in den Tag ist etwa die Frage „Was steht heute an?“. Dann gibt Google Home das aktuelle Wetter, die Wettervorhersage, Termine im Google Kalender, Informationen zur Verkehrslage und Nachrichten in einem Stück aus. Das funktioniert zuverlässig und semantisch in einem sehr guten Deutsch.

Zwischen Produktivität und Unterhaltung

Generell lässt sich mit dem Google Assistent der Alltag spürbar erleichtern. Fragen wie „Benötige ich heute einen Regenschirm?“ oder „Wie weit ist es bis Ort X?“ und Ansagen wie „Setze Mehl auf die Einkaufsliste!“ oder „Timer auf fünf Minuten“ finden schnell einen festen Platz in meinem heimischen Tagesablauf. Selbst in großen Räumen hört das sensible Mikrofon die Sprachbefehle recht zuverlässig. Menschen mit starkem regionalem Akzent dürften anfangs allerdings so ihre Probleme haben.

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Die drei verbauten Lautsprecher bieten eine überraschend gute Klangqualität. Image by Jonas Haller

Auch als Lautsprecher-Ersatz leistet Google Home einen guten Job. Dank TuneIn-Integration startet etwa bei „Spiele MDR Sputnik“ das zugehörige Radio-Programm als Internet-Stream. Wer Google Play Music, Spotify oder Deezer nutzt, kann sich direkt Interpreten, Alben oder Playlists auf Zuruf abspielen lassen. Das funktionierte im Fall von Spotify allerdings nicht immer fehlerfrei: Interpreten und Alben werden falsch verstanden oder nicht gefunden. Einfacher ist es da, direkt per Smartphone oder Tablet die Tracks über die Connect-Funktion abzuspielen.

Natürlich kann man sich auch von Google Home unterhalten lassen. So erzählt der Assistent auf Zuruf einen Witz oder einen interessanten Fakt. Selbst Empfehlungen für Filme gibt der smarte Zylinder. Dafür greift Google auf eine große Datenbank im Hintergrund zu. Auf Fragen wie „Was denke ich gerade?“ oder „Liebst du mich?“ weiß Google Home kreativ und clever zu antworten. Entscheidungsfaule Gemüter können dem Assistenten per Münzwurf die Wahl überlassen. Freestyle-Rapper freuen sich auf eine kleine aber feine Beatbox-Funktion.

Volles Potential erst mit Smart-Home-Peripherie

Google Home Test
Google Home kann per rückseitigem Mute-Button stummgeschalten werden. Image by Jonas Haller

So richtig sinnvoll ist der Einsatz von Google Home allerdings erst mit der richtigen Geräte-Peripherie. Das sind in erster Linie die Chromecast-Produkte, die zusätzliche Lautsprecher und TV-Geräte mit Namen in das Google-Netzwerk einbinden. Per Sprache startet so auf dem Fernseh-Gerät das präferierte YouTube-Video oder Beiträge aus Mediatheken etwa der ARD oder des ZDF. Auch die Lieblingsserie auf Netflix landet per Audio-Eingabe auf dem Smart TV. Amazon Prime wird hingegen noch nicht unterstützt.

Die nächste Ausbaustufe ist das Integrieren von smarten Thermostaten, Schließsystemen oder auch Lampen. Letztere konnte ich in Form des Philips-Hue-Systems unkompliziert einbinden. Dann erschließen sich noch ganz andere Möglichkeiten. Der Befehl „Licht an!“ lässt etwa die smarten Glühlampen im Nu erstrahlen. Auch die Farben der LED-basierten Leuchtmittel verändern sich auf Zuruf. Durch die Verknüpfung mit dem jeweiligen Zimmer ist die Aktivierung auch per Sprache ortsbasiert möglich. Leider funktionierte die Eingabe nicht immer. Das ist besonders ärgerlich, wenn man nachts im Dunklen tappt. 

Fazit: Google Home als Smart-Home-Zentrale nur mit Peripherie sinnvoll

Google Assistant Google Home
Google Assistant Google Home. Image by Jonas Haller

Google hat mit seinem Sprachassistenten Home eine spannende, leistungsfähige Alternative zum Platzhirsch Amazon Echo auf den Markt gebracht. Für mich persönlich war es die erste längere Alltagsbegegnung mit einem solchen Gadget. Umso größer war meine Überraschung, wie schnell ich mich an die neuen Funktionen und den Komfort gewöhnt habe. Selbst Radio und Lautsprecher vermag Google Home zu ersetzen. Zwar bietet Google Home bereits für sich genommen eine Menge an Mehrwert, der das tägliche Leben erleichtert. Allerdings entfaltet der Assistent erst mit der richtigen Peripherie seine volle Funktionsfähigkeit. Und das zieht eine radikale Technisierung der eigenen vier Wände nach sich. Das geht natürlich zum einen ins Geld, ist zum anderen auch in Sachen Datenschutz nicht ganz unbedenklich. Denn der kleine unscheinbare Google-Zylinder fungiert dann als Schaltzentrale für die Elektronik der eigenen Wohnung.

Aktivitäten bleiben im Google-Konto gespeichert. Auch per App lässt sich Google Home komfortabel steuern. Trotz allem sehe ich die Sprachassistenten als Zukunft der Heimsteuerung. Mit Google Home Mini und Home Max hat der Konzern bereits weitere Schwestermodelle vorgestellt, die das Sortiment sinnvoll erweitern. Freunde kompakter Geräte greifen zur kleinen Ausführung, Audio-Fans holen sich mit der großen Variante besseren Sound in die heimischen vier Wände.

Neue Familien-Funktionen wie Family Link und Broadcast, bei der gesprochene Nachrichten direkt an Zweitgeräte gesendet werden, werten Google Home weiter auf. Mit 150 Euro im Google-Store kostet der Sprachassistent ebenso viel wie das Pendant von Amazon, weiß aber durch eine geschickte Einbindung der eigenen Dienste zu überzeugen. Für Android-Nutzer stellt er deshalb die erste Wahl dar. Besitzer des Amazon Echo müssen sich allerdings nicht ärgern – in Sachen Funktionsumfang befinden sich Google Assistant und Amazon Alexa auf einem ähnlich hohen Niveau. Wer lieber einen smarten Lautsprecher von einer der traditionellen Audio-Marken bevorzugt, findet zudem immer mehr Modelle mit integriertem Sprachassistenten von Google oder Amazon.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Images & Screenshots by Jonas Haller


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HomeKit im Praxistest: Apples Smart Home wird endlich bewohnbar

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Seit zwei Jahren versucht Apple mit HomeKit einen Fuß ins vernetzte Heim zu bekommen. Nach langer Bauphase nimmt die Smart-Home-Plattform endlich brauchbare Konturen an. So kündigte Apple auf der WWDC 2017 an, die Anforderungen für die Entwickler zu lockern und die Einrichtung für Konsumenten zu erleichtern, wie 9to5Mac berichtet. Schon jetzt ist die Auswahl an Apple-kompatibler Haustechnik deutlich größer als noch zum Marktstart. Mittlerweile gibt es viele smarte Produkte, die auch dann in Frage kommen, wenn ihr – so wie ich – als Mieter keine baulichen Veränderungen an Haus und Wohnung vornehmen dürft. Welche Möglichkeiten und welchen Mehrwert bietet Smart Home mit Apple HomeKit inzwischen? Eine Bestandsaufnahme.

Das steckt dahinter: Apple HomeKit kurz erklärt

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HomeKit-Geräte lassen sich über das Kontrollzentrum des iPhone steuern. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Kurzer Crashkurs für Einsteiger, die erstmals intensiver mit Smart Home á la Apple befassen. Mit HomeKit möchte Apple einen Standard etablieren, mit dem sich vernetzte Haustechnik bequem im Alltag bedienen lassen soll. Denn heutzutage lässt sich allerlei Haushaltseinrichtung per WLAN oder Bluetooth fernsteuern. Das gilt etwa für Lampen, Sicherheitskameras und Steckdosen, aber auch für Thermostate, Schlösser oder Türklingeln.

Doch lange Zeit war das nicht mehr als eine umständliche Spielerei, weil die Hersteller auf eigene Steuer-Apps und Funkprotokolle setzten. HomeKit schlägt eine Brücke und macht aus all diesen Insellösungen eine vernetzte Technik-Landschaft. So können Nutzer seit iOS 10 ihre HomeKit-fähigen Geräte zentral über Apples Home-App auf iPhone, iPad und Apple Watch steuern.

In iOS ist sie besonders tief integriert. Dort ermöglicht sie auch im Kontrollzentrum den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen, wenn ihr zweimal nach links wischt. Für den Apple TV gibt es keine eigene Home-App. Dennoch spielt die Set-Top-Box als Steuerzentrale eine wichtige Rolle, sofern ihr eure HomeKit-Geräte auch von unterwegs aus fernsteuern wollt. Dazu muss lediglich iCloud aktiviert sein. Natürlich stellt sich dabei die Frage nach der Sicherheit der Daten und deren Angreifbarkeit. Zum Glück gehört das Datensammeln an sich – anders als etwa bei Google – nicht zum Geschäftsmodell von Apple.

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Mittels Siri könnt HomeKit-Geräte per Sprachbefehl ein- oder ausschalten. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Eine App-Bedienung ist übrigens nicht die einzige Option. Alternativ leitet Apples Sprachassistenz Siri eure Kommandos an die entsprechenden Geräte weiter. Wem es auf der Couch zu dunkel zum Lesen wird, der geht nicht mehr zum Lichtschalter, sondern bleibt sitzen und ruft in sein iPhone: „Siri, mach das Licht im Wohnzimmer an.“ Ähnlich wie Amazon und Google möchte Apple mit dem angekündigten HomePod bald auch einen Lautsprecher bieten, der Sprachkommandos entgegennimmt.

„Szenen“ helfen bei der Heimautomatisierung

Ein weiteres Feature: Weil sich die Geräte dank der gemeinsamen Plattform über die Hersteller-Grenzen hinweg verstehen, lässt sich eine respektable Heimautomatisierung realisieren. Mit der „Szenen“-Funktionen können Nutzer mehrere Geräte auf einmal ein- oder ausschalten. Beispielsweise aktiviert eine iPhone-Nutzerin in einem Werbeclip gleichzeitig die Jalousien und Kaffeemaschine, einfach, indem sie Siri einen „Guten Morgen“ wünscht.

Auch komplexere Automatisierungsroutinen sind möglich. In solchen Fällen lösen definierte Sensor-Werte vorgewählte Aktionen aus. Einen Ventilator automatisch anspringen zu lassen, wenn die Temperatur einen definierten Wert übersteigt, ist auf diese Weise ein Leichtes.

Diese Geräte verstehen sich mit HomeKit

Nach einem schleppenden Start in 2015 ist die Zahl mit der Home-App steuerbaren Geräte auf eine Größe gestiegen, die den Aufbau eines Smart-Home-Netzwerks aus HomeKit-Produkten sinnvoll macht. Apple zählt 17 Produktkategorien und 113 erhältliche oder angekündigte Produkte, die viele Einsatzzwecke abdecken (Stand Juni 2017). Leider ist davon hierzulande erst rund die Hälfte der Produkte erhältlich. Ob ein Gerät mit Apple Home kompatibel ist, verrät das „Works with HomeKit“-Logo auf der Verpackung.

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Anhand dieses Logos erkennt ihr, ob das Gerät mit Apples Smart-Home-Plattform zusammenarbeitet. Image by Berti Kolbow-Lehradt

In Sachen Beleuchtung verstehen sich zum Beispiel die Leuchtmittel und Lampen von Philips Hue ebenso mit Apple Home wie die LED-Panels von Nanoleaf Aurora. Der deutsche Hersteller Elgato bietet in seiner Connected-Home-Produktreihe Eve einen breiten Strauß vernetzter Sensoren und Steckdosen. Neben Elgato haben auch Honeywell, Tado und Netatmo HomeKit-taugliche Heizthermostate im Programm. Zudem misst Netatmo mit seinem Healthy Home Coach das Raumklima sowie den Lärmpegel und leitet diese Werte an die Home-App weiter.

Eine erste HomeKit-fähige Indoor-Überwachungskamera ist auch erhältlich: Die Omna 180 Cam von D-Link. Im Gegensatz dazu soll Logitechs gerade vorgestellte Sicherheitskamera Circle 2 soll erst in Kürze ein HomeKit-Update erhalten. Schade: Viele andere vielversprechend klingende Kategorien wie smarte Türschlösser und Ventilatoren sind vorerst nur den Nutzern von Apple Home in den USA vorbehalten.

Die kompakteste, aber keine vollständige Übersicht über hierzulande erhältliche HomeKit-Produkte bietet der deutsche Apple Store. Auch Apple-Händler Gravis ist in Sachen HomeKit gut sortiert. Eine erschöpfende HomeKit-Liste inklusive Preisvergleich ist bei Tink zu finden.

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Es gibt immer mehr passende Geräte für Apple HomeKit, zum Beispiel von Elgato, Philips, Netatmo und D-Link

HomeKit in der Praxis

Ein Praxistest mit aktueller Apple-Hardware auf jüngstem OS-Stand sowie einer Reihe von HomeKit-kompatiblen Geräten führt zu einem erfreulichen Ergebnis – allerdings mit Verbesserungspotenzial. Zum Einsatz kommen dabei Hue-Glühbirnen von Philips, außerdem die Klimasensoren Eve Room und Eve Weather sowie die Steckdose Eve Energy und der Bewegungsmelder Eve Motion von Elgato. Ferner habe ich die Überwachungskamera Omna 180 von D-Link und den Healthy Home Coach von Netatmo getestet. Die Test-Exemplare stellten mir die Hersteller sowie der Apple-Händler Gravis zur Verfügung.

Ihre Kernaufgabe als Bindeglied erfüllt die HomeKit-Plattform einwandfrei. Das getestete Zubehör lässt sich mühelos hinzufügen. Entweder gelingt das über die herstellereigene App oder – noch einfacher – über Apples Home-App. Im zweiten Fall liest die Kamera einen HomeKit-Code auf dem Produkt oder dessen Verpackung ein.

Anschließen im normalen Betrieb die jeweiligen Geräte per App ein- oder auszuschalten, klappt

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Per HomeKit-Code liest die Kamera das Gerät und bindet es in die Apple-Home-App ein. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

reibungslos. Auch die Szenen-Funktion, mit der ich mehrere Geräte auf einmal steuere, macht ihren Job einwandfrei. Nachdem ich meinen Apple TV als Steuerzentrale richtig konfiguriert habe, kann ich sogar aus der Ferne mit dem iPhone auf die vernetzten Geräte zugreifen. Noch einfacher als die App-Bedienung ist jedoch die Sprachfunktion.

Ich finde es einfach cool, mit einem „Hey Siri“-Zuruf das Licht zu bedienen oder die Temperatur abzufragen. Mein liebster Life-Hack bisher: Weil ich meinen nicht-smarten Standventilator mit der HomeKit-Steckdose Elgato Eve Energy verbunden habe, brauche ich ihn nicht mehr von Hand einzuschalten. Stattdessen kann ich per Sprachkommando einfach die Steckdose aktvieren, um mir kühle Luft um die Ohren pusten zu lassen.

Das darf noch besser werden

So gut die App- und Sprachsteuerung über Apple Home auch funktioniert – die App-Gestaltung selbst dürfte gern übersichtlicher und selbsterklärender sein. Ein großes Manko in Sachen Oberflächendesign ist die Kachel-Optik. In die Zeilen der kleinen Quadrate passt zu wenig Schrift, sodass sie viele Begriffe unvollständig anzeigen. Dadurch lässt sich zum Teil nur erraten, welche Geräte und Sensoren gerade gemeint sind. Möchte ich Sensorwerte abrufen, sind die herstellereigenen Apps mitunter übersichtlicher.

Auch den Assistenten für automatisierte Vorgänge finde ich nicht benutzerfreundlich genug. Er ist unter

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Was soll das bedeuten? Die Anleitung in im Automations-Menü ist zum Teil sehr kryptisch. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

dem Punkt „Automation“ unten rechts in der Menüleiste der Home-App zu finden. Darüber lassen sich ereignisbasierte Aktionen programmieren. Etwa, dass sich die mit dem Ventilator verbundene Steckdose startet, wenn die Raumtemperatur einen Schwellenwert übersteigt oder wenn die Omna 180 registriert, dass ich den Raum betrete.

Jedoch sind die Oberflächen-Elemente des Automationsmenüs zum Teil leider so kryptisch beschriftet, dass es mich mehrere Versuche kostet, die korrekte „If this, then that“-Regel zu erstellen. Intuitiv geht anders. Allerdings nervt diese Fummelei nicht allein in der Home-App von Apple, sondern auch in der Eve-App von Elgato, in der sich mittels HomeKit ebenfalls solche Routinen programmieren lassen. Das ist bedauerlich. Denn erst mit solchen Automationsregeln wird ein vernetztes Zuhause auch im Wortsinne zu einem Smart Home.

Fazit

Mit der HomeKit-Plattform macht Heimvernetzung richtig Spaß! Einrichtung und manuelle Bedienung per App oder Siri funktionieren einwandfrei. Wer bereits als Apple-Nutzer über ein iPhone oder ein iPad verfügt, findet leichten Zugang zum Thema Smart Home. Er braucht dann nur noch passende Haushaltstechnik, die mit dem HomeKit-Label versehen ist. Das Zubehörsortiment ist hierzulande noch klein, aber es wächst kontiniuerlich. Zudem genügt die Auswahl, um sich ein alltagstaugliches HomeKit-Szenario zusammenzustellen.

Nachbessern darf Apple gerne noch in bei der Oberfläche der Home-App und bei der Automatisierungsfunktion. Mehr Übersichtlichkeit und Verständlichkeit würden den Mehrwert der Plattform nochmals deutlich steigern. Beim derzeitigen Stand werden viele entnervt darauf verzichten, komplexere Routinen vorzuplanen. Insgesamt hat sich Apple HomeKit nach zweijähriger Reifezeit zu einer ordentlichem Plattform entwickelt, die das Smart-Home-Thema einen breitenwirksamen Schub geben dürfte.

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Apple Home-App. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dieser Artikel erschien zuerst bei Applepiloten


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