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OnePlus 7 Pro im Hands-On: Oben Popup-Kamera, hinten dreifacher Tele-Zoom

OnePlus 7 Pro Nebula Blue Mirror Grey

Immer ausgeklügeltere und bessere Kameras bleiben weiterhin ein Hauptverkaufsargument der Smartphone-Hersteller. Nachdem OnePlus die Kamera-Abteilung lange vernachlässigt hat, lässt die Marke in diesem Bereich nun mehr und mehr die Muskeln spielen. Im neuen Spitzenmodell des Hauses, dem OnePlus 7 Pro, kommt ein ausgeklügeltes Setup auf Top-Niveau zum Einsatz. Da wäre zum einen eine Triple-Kamera, dessen Highlight eine Tele-Objektiv mit optischem Dreifach-Zoom ist. Zum anderen hebt sich OnePlus durch eine Frontkamera von der Masse ab, die gar nicht in der Front steckt, sondern bei Bedarf aus der Stirnseite herausfährt. Die Folge: noch mehr makellose Displayfläche. Wir konnten uns bereits vor dem offiziellen Launch einen Eindruck von der Hardware des OnePlus 7 Pro bilden.

Display: OnePlus denkt ganz groß

Kein Wunder, dass bei diesem Ansatz das Display noch mehr in den Vordergrund rückt. Nicht zuletzt durch die riesige Diagonale von 6,67 Zoll statt 6,41 Zoll wie beim Vorgänger 6T macht es mächtig Eindruck. Und mit einer Auflösung von 3.120 x 1.440 Bildpunkten rangiert der Bildschirm in puncto Schärfe in der Marktspitze. Bei einer Pixeldichte von 516 ppi können wir beim besten Willen tatsächlich keinen einzelnen Bildpunkt mehr unterscheiden.

Wegen des eingesetzten AMOLED-Panels erscheinen die Farben zudem kräftig und brillant. Weil die Displaykanten nach außen gekrümmt sind und die Deckschicht dünner, wirkt es so, als ob das Bild uns noch etwas direkter entgegenkommt als beim 6T.

Gamer wird die hohe Bildwiederholfrequenz von bis zu 90 Hz freuen. Ob sich das auch im Alltag beim Scrollen durch Social Media stark positiv bemerkbar macht, konnten wir noch nicht ausprobieren. Ebenso steht noch eine Inaugenscheinnahme von Netflix- und Youtube-Inhalten in HDR10+ aus. Dieser Standard sorgt gegenüber dem Vorgänger HDR10 für noch mehr Details in hellen und dunklen Bildteilen. Das OnePlus 7 Pro gehört zu den ersten Smartphones, die ihn unterstützen.

Wie uns OnePlus wissen ließ, zählt der Prüfdienstleister DisplayMate wegen all dieser Leistungsdaten den Monitor des 7 Pro zu den drei besten erhältlichen Exemplaren auf dem Markt.

Design: Ein Traum aus Metall und Glas

Trotz des riesigen Displays wirkt das OnePlus 7 Pro nicht übermäßig wuchtig, sondern noch verhältnismäßig schlank und handlich. Mit 210 Gramm zeigt die Waage aber doch ein stolzes Gewicht an. Was Formsprache und Verarbeitung betrifft, spielt OnePlus ganz vorne mit. Das Display mit dem gekrümmten Rändern geht nahtlos in die Rückseite aus Metall über. Das rückseitige Deckglas fühlt sich angenehm an, zieht aber Fingerabdrücke genauso schnell an wie alle Smartphones mit dieser Materialwahl. Das gilt für sämtliche Farbvarianten gleichermaßen.

Zum Start erscheint das OnePlus 7 Pro in Blau („Nebula Blue“) und Grau („Mirror Grey“), wobei letzteres Finish je nach Lichteinfall einen leichten Lila-Einschlag aufweist. Im Juni ergänzt OnePlus die Auswahl um eine Variante in Weiß („Almond“).

OnePlus 7 Pro Almond
Im Juni kommt „Almond“ als dritte Farbvariante. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Das Gehäuse ist nicht nur schick, sondern laut OnePlus auch hart im Nehmen. Gegen Staub und Wasser soll es ausreichend abgedichtet sein. Dass das Gerät dennoch nicht nach IP68 zertifiziert ist, begründete OnePlus uns gegenüber mit dem seltsamen Argument, Nutzer dadurch nicht zu waghalsigen Abenteuern verleiten zu wollen. Der Wasser- und Staubschutz gilt auch für die Popup-Frontkamera. Sie ist ein weiteres Design-Highlight, soll aber auch durch Funktionalität glänzen.

Kameras: Hinten drei, vorne null, oben eine

Die Popup-Frontkamera fährt in unserem Hands-On in einem Sekunden-Bruchteil heraus, wenn wir in der Kamera-App in den Selfie-Modus wechseln. Der Mechanismus ist für eine Lebensdauer von 300.000 Einsätzen ausgelegt. Das reicht für eine Menge Selfies.

Mit einer Auflösung von 16 Megapixeln und einer Blende von F2.0 geht OnePlus zumindest bei den nackten Leistungsdaten der Frontkamera nicht an die Grenze des Möglichen. Das muss in der Praxis nichts heißen. Wie gut die technische Bildqualität abschneidet, konnten wir während unseres kurzen Hands-Ons aber weder bei der Frontkamera noch bei der Hauptkamera testen.

Zumindest auf dem Papier protzt die rückseitige Hauptkamera immerhin mit einer bärenstarken Ausstattung. Nach Huawei, LG und Samsung ist OnePlus der nächste Premium-Hersteller, der auf eine Triple-Kamera setzt. Diese bietet folgendes:

  • Standardweitwinkel-Kamera: F1.6, optische Bildstabilisierung, 48 Megapixel bei 12 Megapixel Output
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 117 Grad Sichtfeld, F2.2, 16 Megapixel
  • Tele-Kamera: 78 Millimeter Brennweite (3x Zoom), F2.4, 8 Megapixel

In Sachen Tele bietet OnePlus damit nach dem Huawei P30 Pro (fünffacher optischer Zoom) die größte Tele-Brennweite.

Videos nimmt das OnePlus 7 Pro hinten maximal in 4K, vorne in Full-HD auf. Um das Bild zu schärfen, kombiniert das Kamera-System tagsüber einen Phasen-Autofokus und einen Kontrast-Autofokus, während nachts beziehungsweise bei schlechtem Licht der Kontrast-AF von einem Laser-AF unterstützt wird.

OnePlus 7 Pro Popup-Kamera
Die Frontkamera des OnePlus 7 Pro ist nich klassisch im Display eingelassen, sondern auf der Stirnseite befestigt. Dort fährt sie im Sekunden-Bruchteil heraus, wenn die Kamera-App im Selfie-Modus ist. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Natürlich hängt die Bildqualität immer mehr davon ab, was die Software aus den Daten macht. Deshalb hat OnePlus Bildverbesserungsalgorithmen entwickelt, die unter dem Marketing-Namen „UltraShot“ ins 7 Pro Einzug halten. Im Wesentlichen sollen davon zwei Modi profitieren – einer für HDR-Fotos und einer für eine superhohe Auflösung. Höhere Dynamik, weniger Rauschen und bessere Schärfe sollen das Ergebnis sein.

Dem DxOMark Mobile gefällt die Bildqualität jedenfalls so gut, dass das OnePlus 7 Pro mit 111 Punkten gleich hinter den Spitzenreitern Huawei P30 Pro und Samsung Galaxy S10 5G rangiert.

Leistung: Schnell, aber wenig Speicher

Eine hohe Rechengeschwindigkeit war schon immer ein Markenzeichen von OnePlus-Geräten. Dementsprechend lässt sich der Hersteller auch beim 7 Pro nicht lumpen. Unter der Haube sorgt der Achtkern-Prozessor Snapdragon 855 für ordentlich Tempo. Ihm stehen je nach Modellausführung 6, 8 oder 12 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite.

Apps, Fotos und Videos speichern Nutzer auf 128 und 256 Gigabyte internem Speicher. Das ist für ein Top-Modell ungewöhnlich wenig, aber wohl eine Kostenfrage. Denn die Speicherbausteine arbeiten mit dem neuen und sehr schnellen UFS-3.0-Standard. Trotzdem ärgerlich, dass OnePlus auf einen Micro-SD-Slot verzichtet. Dadurch lässt sich der Speicher nicht erweitern.

Software: Für Fanatiker und Gestresste

Angetrieben wird das OnePlus 7 Pro von Oxygen OS auf Basis von Android 9. Wie sind gespannt, wie sich in der Praxis ein paar Zusatzfunktionen von OnePlus bemerkbar machen. Beispielsweise soll ein „RAM-Boost“-Algorithmus lernen, wann Nutzer welche Apps häufig öffnen und diese dann schneller vorladen.

Für Gamer hat OnePlus einen „Fanatic Mode“ hinzugefügt. Das ist ein Gaming-Modus, der wirklich alles ausblendet und blockiert – außer das laufende Spiel. Das Gegenstück dazu ist ein „Zen Mode“. Ist dieser aktiviert, wird das Gerät für 20 Minuten fast vollständig unbenutzbar. Maximal Notrufe können Nutzer absetzen. Ansonsten können sie sich der Dauererreichbarkeit und einer etwaigen Handy-Sucht zumindest für ein kleines Zeitfenster vollständig entziehen. OnePlus versicherte uns, dass der Start des Zen Modes drei Schritte erfordert, sodass ein Versehen auszuschließen ist.

Selbst ausprobieren konnten wir die Software aber noch nicht, weil sie sich in einem Vorserien-Status befand.

Akku: Groß, gekühlt und schnell aufzuladen

Für Energie sorgt ein großer Akku mit 4.000 mAh. Ein Wert, der für ein Top-Gerät noch keine Selbstverständlichkeit ist. Mittels des mitgelieferten Schnellladenetzteils lässt sich der Akku in 20 Minuten bis zur Hälfte aufladen, erklärte uns OnePlus. Warp Charge heißt dass Schnellladeverfahren, das OnePlus erstmals in der 6T McLaren Edition vorstellte.

Weil das OnePlus 7 Pro unter anderem Gamer ansprechen soll, will der Hersteller darauf geachtet haben, dass Rechenhardware und Akku in „hitzigen“ Gefechten kühl bleiben. Das gelte selbst dann, wenn ein Spiel läuft und das Gerät ans Ladekabel angeschlossen ist. Dafür kommt eine Wasserkühlung zum Einsatz.

Sound: Dolby Atmos, aber keine Klinke

Im OnePlus 6 bot die Marke zuletzt einen Klinkenstecker an. Seitdem verzichtet sie darauf. Beim 7 Pro kehrt der Anschluss nicht zurück. Wer seine Kopfhörer per Kabel verbinden möchte, muss dafür zum USB-C-Port beziehungsweise einem Adapter dafür greifen.

OnePlus 7 Pro Lautsprecher
Das OnePlus 7 Pro bietet als erstes OnePlus-Gerät Dolby Atmos. Dadurch soll der Klang der Lautsprecher eine breite Bühne bieten. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dafür rüstet der Hersteller an anderer Stelle auf. Denn für Filme und Musik kommen jetzt statt einem Lautsprecher zwei zum Einsatz – der auf der Unterseite und der Telefonlautsprecher oben. Dadurch will OnePlus Stereo-Sound und sogar virtuellen Raumklang gemäß Dolby Atmos ermöglichen. Dieser Standard kommt erstmals in einem OnePlus-Gerät zum Zuge.

Sicherheit: Größerer Fingerabdruckscanner im Displayglas

Den Fingerabdruckscanner hat OnePlus ebenfalls überarbeitet. Dieser sitzt seit dem 6T direkt unter dem Deckglas des Displays. Das ist zwar cool, ging bisher aber mit Leistungseinbußen einher. Besonders schnell empfanden wir das Entsperren im Test des 6T nicht. Nun, im 7 Pro setzt OnePlus auf einen Sensor mit größerer Fläche. Dies soll sowohl das Tempo als auch die Präzision in Sachen Erkennungsleistung erhöhen.

Preis und Verfügbarkeit des OnePlus 7 Pro

Das OnePlus 7 Pro startet am 21. Mai in den Handel. Verfügbar ist das Gerät dann in zwei Farbvarianten namens Nebula Blue und Mirror Grey. Im Juni kommt die Variante namens Almond hinzu. Ferner ist das Smartphone in drei Speicherausstattungen zu unterschiedlichen Preisen erhältlich:

  • 6 GB RAM / 128 GB ROM (Mirror Grey) : 709 Euro
  • 8 GB RAM / 256 GB ROM (Mirror Grey. Nebula Blue, Almond): 759 Euro
  • 12 GB RAM / 256 GB ROM (Nebula Blue): 829 Euro.

Das sind zwar 100 bis 200 Euro mehr als OnePlus noch für die 6T-Modelle zum Start verlangte. Dennoch unterbietet der Hersteller damit weiterhin die Rivalen Apple, Samsung und Huawei, deren Spitzenmodelle längst die Marke von 1.000 Euro übersprungen haben.

OnePlus 7 ohne Pro als günstige Alternative

Trotzdem glaubt OnePlus offenbar, dass die angezogenen Preise für einige Fans bereits zu hoch sein könnten. Deshalb bringt die Marke erstmals eine günstige Alternative heraus. Das OnePlus 7 ohne Pro erscheint ab Juni in der Farbvariante Mirror Grey in zwei Konfigurationen:

  • 6 GB RAM / 128 GB ROM: 559 Euro
  • 8 GB RAM / 256 GB ROM: 609 Euro.

Das Modell bietet die gleiche Software- und Rechenausstattung. Abgesehen davon, gibt es einige Unterschiede.

OnePlus 7 Mirror Grey
Das OnePlus 7 kommt im Vergleich zur Pro-Version ohne dritte Kamera hinten und ohne Popup-Kamera auf der Stirnseite. Image by Berti Kolbow-Lehradt

So misst das Display in der Diagonale 6,41 Zoll wie beim 6T. Dabei löst es etwas geringer auf, nämlich in Full-HD+ (2.340 x 1.080 Pixel bei 402 ppi). Ferner kommt die Variante ohne Ultraweitwinkel-Kamera, bietet also nur eine Dual-Kamera hinten. Statt einer Popup-Kamera findet vorne eine herkömmliche Frontkamera Platz. Der Akku ist etwas kleiner: 3.700 mAh. Mit 182 Gramm fällt das Gewicht auch etwas niedriger aus. Dolby Atmos ist trotzdem an Bord.

Insgesamt ist das OnePlus 7 also eine leichte überarbeitete Version des 6T. Die wirklichen Innovationen stecken im 7 Pro. Insbesondere mit der Triple-Kamera inklusive Tele-Zoom schließt OnePlus mit den großen Marken an der Spitze auf.

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OnePlus 6T vorgestellt: Mini-Notch und Fingerabdruckscanner im Display

Smartphone-Hersteller OnePlus bleibt seinem Veröffentlichungsrhythmus treu. Nach dem im Frühjahr erschienenen neuen Hauptmodell OnePlus 6 (hier zum Test) folgt nun im Herbst die leicht verbesserte Neuauflage OnePlus 6T.

Die Unterschiede zum Vorbild sind gering. Wir konnten uns vor der heutigen Ankündigung bereits einen ersten äußeren Eindruck bilden und erklären, was das neue Modell im Inneren besser als das Vorbild kann.

Erster Eindruck: Unterschiede im Detail

Das OnePlus 6T knüpft an den edlen, puristischen Look des Vorbilds an. Das Finish macht viel her, allerdings nur so lange, bis wir die Oberfläche berühren. Fingerabdrücke und Schmutz fallen selbst auf der mattschwarzen Rückseite der Farbvariante Midnight Black sofort in den Blick.

OnePlus 6 und OnePlus 6T - Notch-Vergleich
Das OnePlus 6T (links) hat eine deutlich verkleinerte Notch als das OnePlus 6 (rechts) und bietet dadurch rechts und links mehr Platz auf dem Display. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Trotz nahezu identischen Maßen und gleicher Formsprache unterscheidet sich das Äußere des neuen Modells vom Vorgänger in einigen Details. Beim neuen Modell OnePlus 6T bleibt von der Notch genannten Kerbe unterhalb der oberen Displaybegrenzung nur mehr eine tropfengroße Fläche über. Weil sie weiterhin Frontkamera, Lichtsensor und Hörmuschel beherbergt, aber weniger Platz benötigt, ist mehr Displayfläche zum Betrachten nutzbar. Ihr Anteil auf der Frontseite wächst auf 86 Prozent.

Am „Kinn“ verzichtet OnePlus auf einen Klinkenstecker und kann den Rahmen unterhalb des Displays um rund einen Millimeter schmaler machen, was wir aber nur bei genauer Betrachtung merken.

OnePlus 6 und OnePlus 6T - mit und ohne Fingerabdruckscanner auf der Rückseite
Das OnePlus 6T (oben) hat anders als beim OnePLus 6 (unten) keinen Fingerabdruckscanner mehr auf der Rückseite – er ist nämlich ins Display gewandert. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die Rückseite des OnePlus 6T sieht etwas aufgeräumter aus als die des Vorgängers, weil kein Fingerabdruckscanner mehr vorhanden ist. Dieser ist nach vorne gewandert. Und zwar nicht in den Rahmen unter das Display, sondern ins Display!

Fingerabdruckscanner unterm Displayglas

Ein Fingerabdrucksensor im Display ist die bedeutendste Neuerung des OnePlus 6T. In diesem Punkt zieht der Hersteller mit dem größeren Wettbewerber Huawei gleich, der OnePlus mit der Ankündigung einer vergleichbaren Entsperrmethode im Mate 20 Pro nur um wenige Wochen zuvorgekommen ist. Damit gibt es nun schon zwei Mainstream-Geräte, die darüber verfügen. Ausprobieren konnten wir die Funktion jedoch nicht, weil die Software bis zur Pressevorführung noch nicht einsatzreif war.

Wie uns Will Thompsen von OnePlus Europa erklärte, dient der Fingerabdruckscanner im Display nicht nur zum Entsperren des Geräts, sondern soll auch die Bedienung häufig genutzter Funktionen abkürzen. So können Nutzer mit einem Wisch vom Scannerfeld auf ein eingeblendetes Symbol direkt Apps starten. Das gilt beispielsweise für das E-Mail-Programm oder den Browser.

OnePlus 6T Fingerabdruckscanner im Display
Nach dem Huawei Mate 20 Pro und dem Luxus-Modell Mate 10 RS hat auch das OnePlus 6T einen Sensor unter dem Display-Deckglas, der Fingerabdrücke unterscheiden kann. Image by OnePlus

Wichtigste Komponente des Fingerabdruckscanners ist ein CMOS-Sensor, der sonst als Foto-Chip in Kameras zum Einsatz kommt. Das Display ist an dieser Stelle teilweise lichtdurchlässig und ermöglicht dadurch eine Prüfung des Rillenprofils an der Fingerkuppe. Eigentlich wollte der Hersteller einen solchen Sensor schon vor einem Jahr in das Modell OnePlus 5T einbauen. Die Technik sei damals aber noch nicht weit genug gewesen. Erst jetzt sei der Sensor separat vom Display montierbar, sodass bei einem Defekt nicht die ganze Bildschirmeinheit getauscht werden muss.

An der Haltbarkeit bestehe aber kein Zweifel. Die Lebensspanne des Sensors sei auf zehn Jahre ausgelegt – also weit über die übliche Nutzungsdauer eines Smartphones. Auch an der Datensicherheit ändere sich nichts. Die Eingabe biometrischer Daten sei genau so sicher wie bei der Verwendung eines Fingerabdruckscanners auf der Rückseite oder im Home Button eines Smartphones.

Kein Platz mehr für den Klinkenstecker aber 20 Prozent mehr Akkukapazität

Beim OnePlus 6 hat sich der Hersteller noch gegen den Trend gestellt und eisern am Klinkenstecker für kabelgebundene Kopfhörer festgehalten. Die Kunden wollen das so, hieß es damals. Nur ein halbes Jahr später rückt OnePlus davon ab. Die Kunden wollen das nicht mehr, heißt es jetzt.

Wer weiterhin einen Kabelkopfhörer mit 3,5-Millimeter-Stecker anschließen möchte, findet einen Adapter dafür im Karton, der auf den USB-C-Anschluss passt. Ferner bringt OnePlus das hauseigene Kopfhörer-Modell OnePlus Bullets als USB-C-Variante in den Handel.

OnePlus 6T und OnePlus 6 - mit und ohne Klinkenstecker
Das OnePlus 6T (unten) bietet im Vergleich zum OnePlus 6 (oben) keinen Klinkenstecker für kabelgebundene Kopfhörer. Einen zweiten Lautsprecher erhält es dafür nicht. Der „Grill“ auf der linken Seite tut nur der symmetrischen Optik gut. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Durch den Verzicht auf den Klinkenstecker passt ein größerer Akku in das Gehäuse. Von 3.300 auf 3.700 mAh wächst dessen Kapazität. Weil OnePlus ihn auch mit besserer Software fürs Energiemanagement ansteuert, soll die Nutzungsdauer insgesamt um 20 Prozent zunehmen.

Größeres Display mit neuem Deckglas

Trotz vergleichbarer Proportionen wächst die Displaydiagonale minimal von 6,28 auf 6,41 Zoll. Bei einer Auflösung von 2.340 x 1.080 Bildpunkten erreicht das OLED-Display eine sehr hohe Pixeldichte von 412 ppi. Von einer knackscharfen Darstellung mit satten Farben und Kontrasten ist auszugehen. Einen ausführlichen Blick durften wir bei der Pressevorführung nicht werfen – wegen der nicht finalen Software. Kleines Update für die das Deckglas – das Display wird nun durch Gorilla Glas 6 geschützt.

Software-Feinschliff für Kamera

Insbesondere bei schlechtem Licht überzeugte die Kamera des OnePlus 6 im Netzpiloten-Test nicht. Auch die Simulation des Porträt-Effekts konnte nicht mit den Ergebnissen der großen Smartphone-Hersteller mithalten. OnePlus will insbesondere bei diesen Punkten im 6T nachbessern. An der Hardware ändert der Hersteller zwar nichts. Doch stattdessen überholt er die viel wichtigere Software.

OnePlus 6T - Kamera-Software - Video-Aufnahme
OnePlus will im neuen Modell die Kamera-Software massiv verbessert haben. Als Update kommt sie aber auch auf ältere Modelle. Image by OnePlus

Ein neuer Nachtmodus soll Städteansichten bei Kunstlicht viel besser in Szene setzen. Dabei soll eine Mehrfachbelichtung für mehr Detailschärfe, weniger Rauschen und einen höherer Dynamikumfang sorgen. In den Genuss besserer Porträt- und Nachtfotos kommen aber nicht nur Käufer des OnePlus 6T. Weil es sich eben vor allem um aufgeschlaute Algorithmen handelt, will der Hersteller die überarbeiteten Funktionen als Update auf ältere OnePlus-Geräte bringen.

Android 9 Pie mit einigen OnePlus-Tweaks

Als eines der ersten Smartphones wird das OnePlus 6T mit dem neusten Android 9 Pie ausgeliefert. Googles Betriebssystem stülpt OnePlus jedoch noch eine eigene Oberfläche namens Oxygen OS wieder. Sie ändert optisch wenig an der Android-Vorlage, erweitert sie jedoch um wirkungsvolle Tweaks, wie OnePlus verspricht.

Beispielsweise soll die Funktion Smart Boost häufig genutzte Apps in den Arbeitsspeicher packen und dafür sorgen, dass sie bis zu 20 Prozent schneller starten. Light Lock heißt eine Funktion, mit der Nutzer den Helligkeitssensor fixieren können. Dann ändert er die Helligkeit nicht mehr in wilder Folge, wenn Nutzer etwa im Zug schnell an Bäumen vorbeifahren, durch die die Sonne scheint.

OnePlus 6T erscheint am 6. November ab 549 Euro

An der Rechenhardware ändert OnePlus praktisch nichts. Mit dem Snapdragon 845 hatte das OnePlus 6 ja auch schon einen Top-Prozessor am Start. Stattdessen sortiert der Hersteller die Speicherausstattung neu. Eine Variante mit 64 GB gibt es nicht mehr, dafür aber eine mit 256 GB. Folgende drei Varianten stehen zur Auswahl: 6 GB RAM und 128 GB Speicher, 8 GB RAM und 128 GB Speicher sowie 8 GB RAM und 256 GB Speicher. Mit Preisen zu 549 Euro, 579 Euro und 629 Euro sind die Geräte sehr scharf kalkuliert und eine attraktive Alternative zu den Top-Modellen von Huawei, Samsung und LG. Marktstart ist am 6. November.

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OnePlus 6T in Midnight Black und Mirror Black
Das OnePlus 6T erscheint wie der Vorgänger mit matter schwarzer (Mirror Black, links) und glänzender schwarzer (Mirror Black, rechts) Rückseite. Image by OnePlus

Images by OnePlus, Berti Kolbow-Lehradt

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OnePlus 6 im Test: Premium-Hardware zum soften Preis

OnePlus 6

Noch vor wenigen Jahren war die Marke OnePlus lediglich für Android-Nerds ein Begriff. Mittlerweile hat das chinesische Unternehmen seinen festen Platz im High-End-Segment der Telefone mit Google-Betriebssystem eingenommen und bietet tolle Komponenten bei einem stimmigen Design. OnePlus 6 heißt das aktuelle Vorzeige-Smartphone der Marke. Ich habe das Gerät für einige Wochen im Alltag getestet und verrate euch wo Stärken, aber auch Schwächen sind.

Ohne Notch geht auch beim OnePlus 6 nichts

Mit dem iPhone X hat Apple im September letzten Jahres erstmals ein Telefon mit nahezu keinen Displayrändern vorgestellt. Zahlreiche Hersteller folgten und folgen diesem Trend – so auch OnePlus. Das aktuelle Modell besitzt die sogenannte Notch. Dabei handelt es sich um einen dünnen und schmalen Bereich in dem Hörmuschel, Sensoren und natürlich die Frontkamera untergebracht sind. Diese Kerbe ist sozusagen das einzige Überbleibseln was vom typischen breiten Rand früherer Tage übrig geblieben ist. In Verbindung mit den schmalen Seitenrändern wirkt das OnePlus 6 sehr modern und frisch.

Die Rückseite besteht aus mattem Glas, welches eine hohe Wertigkeit ausstrahlt. Dort findet sich neben der hervorstehenden Dual-Kamera auch ein Fingerabdrucksensor zum schnellen Entsperren. Als besonderes OnePlus-Gimmick besitzt auch das 2018er-Modell den Alert-Slider, über den schnell und unkompliziert der Vibrations- oder Lautlos-Modus aktiviert wird. Die Unterseite beherbergt neben USB-C-Anschluss und Lautsprecher einen nicht mehr selbstverständlichen-3,5 Millimeter-Klinkenanschluss. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und für ein Smartphone mit 6,3 Zoll (!) Anzeige ist es mit 177 Gramm angenehm leicht.

OnePlus 6
Die Rückseite des OnePlus 6 besteht aus Aluminium. Image by Jonas Haller

AMOLED-Display liefert gute Ergebnisse

Im OnePlus 6 kommt ein leuchtstarkes Super-AMOLED-Display mit schicken runden Ecken zum Einsatz. Dank einer Auflösung von 2.280 x 1.080 Pixel ist es zudem sehr scharf. Mit einer maximalen Helligkeit von 460 cd/m² macht es auch draußen in der Natur eine gute Figur. Inhalte lassen sich noch gut ablesen. Die Blickwinkelstabilität ist auf High-End-Niveau. Insgesamt bietet das Panel keinen Grund zum Meckern.

OnePlus 6
Auch im OnePlus 6 kommt eine Notch zum Einsatz. Image by Jonas Haller

Performance wie bei den Großen

Seit jeher sind die OnePlus-Telefone für ihre leistungsstarken Komponenten bekannt. Und auch im 6er-Modell lassen sich die Chinesen nicht lumpen und verbauen den aktuellen Top-Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Der Snapdragon 845 besitzt acht Kerne und taktet bis zu 2,8 GHz. In Verbindung mit 8 GB Arbeitsspeicher mit schneller LPDDR4X-Anbindung ergibt sich ein flinkes Nutzungserlebnis. Das zeigt sich auch in den Benchmarks, wo sich das Gerät auf dem Niveau eines HTC U12 Plus bewegt. Je nach Bedarf ist das OnePlus als Variante mit 64, 128 oder 256 GB erhältlich. Anders als bei den androiden Mitbewerbern lassen sich diese allerdings nicht erweitern. Für Videografen sind deshalb mindestens 128 GB Pflicht.

Dual-Kamera mit Bokeh-Effekt, aber nur durchschnittlicher Qualität

Für Hobbyfotografen verbaut OnePlus auf der Geräterückseite eine Dualkamera. Das Hauptmodul löst mit 16 Megapixel auf und besitzt eine lichtstarke Blende f/1.7. Dank optischen Bildstabilisator gelingen auch längere Belichtungszeiten ohne Verwackelung. Die Qualität fällt bei schummrigem Licht jedoch deutlich ab. Das zweite Modul besitzt eine größere Brennweite und ist für Zoom-Aufnahmen gedacht. Allerdings ist ähnlich dem HTC U12 Plus die Bildqualität deutlich schlechter.

OnePlus 6
Die Dual-Kamera des OnePlus 6 liefert gute Ergebnisse, kommt allerdings nicht an HTC oder Huawei heran. Image by Jonas Haller

Mithilfe der zwei Linsen lassen sich auch künstlerische Aufnahmen mit Bokeh-Effekt erzielen. Die Tiefenschärfe sorgt für ein schickes Abheben des Motivs vom Hintergrund. Im HDR-Modus landet ein farbdynamisches Foto auf dem Festspeicher. Gegenüber der Konkurrenz, die den Effekt mit Hardware statt Software erzeugt, ist die Qualität jedoch sichtbar schlechter. Bewegtbilder zeichnet das OnePlus 6 in 4K-Auflösung mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde auf.

Die Frontkamera löst mit 16 Megapixel auf und bietet ebenfalls eine lichtstarke Blende von f/2.0. Wie auch bei Mitbewerbern üblich besitzt sie einen festen Fokus und zeichnet Videos mit FullHD-Auflösung auf. Die Qualität reicht für den ein oder anderen Schnappschuss, kommt allerdings nicht ganz an Apple iPhone X und Co heran.

Mono-Lautsprecher liefert plärrigen Sound

Seit jeher sind OnePlus-Telefone für ihren mittelmäßigen Sound bekannt und auch im neuen Modell bleibt der Lautsprecher hinter den Erwartungen zurück. Das Klangbild ist plärrig und durch Höhen geprägt. Es empfiehlt sich deshalb auf den Klinkenanschluss zurückzugreifen. Auch wenn der Hersteller auf mitgelieferte In-Ears verzichtet, ist ein leistungsfähiger Equalizer an Bord. Er verbessert die Qualität spürbar und liefert je nach Zubehör einen grandiosen, druckvollen Sound.

OnePlus 6
Auf der Unterseite des OnePlus 6 verbirgt sich unter anderem der Mono-Lautsprecher. Image by Jonas Haller

Apropos druckvoll. Das ist auch das 3.300 mAh leistende Akkumodul. Auf dem Papier klingt das erstmal wenig, allerdings ermöglicht die ressourcenschonende Software Laufzeiten von über einen Tag – sogar bei extremen Temperaturen. Dank herstellereigenem Dash Charge ist das Modul zudem in etwas mehr als eine Stunde vollständig aufgeladen.

Oxygen OS lehnt sich stark an Android an

OnePlus ist dafür bekannt, keine eigene Nutzeroberfläche, sondern direkt ein eigenes Betriebssystem auf den Geräten vorzuinstallieren. Und so kommt auch auf dem OnePlus 6 das Oxygen OS in Version 5.1 zum Einsatz. Es zeichnet sich durch ein besonderes reines Design und wenig Software-Ballast aus. Der Nutzer soll sich sein System selbst von Grund auf zusammenstellen können. Lediglich Google-Apps sind vorinstalliert. Zudem liefert OnePlus zeitnah OS-Updates aus. Besonders die wichtigen Sicherheitspatches landen so schnell auf den Geräten. Daumen hoch!

Fazit OnePlus 6: Das High-End-Smartphone für den mittleren Geldbeutel

OnePlus hat sich auf die Fahne geschrieben, Premium-Hardware ohne Schnick-Schnack zu akzeptablen Preisen auf dem Markt zur Verfügung zu stellen. Das gelingt zweifelsohne auch beim aktuellen Derivat OnePlus 6: Sowohl Chipsatz, Speicher, Display als auch Design müssen sich vor der Konkurrenz keinesfalls verstecken. Auch die Kameraqualität sowie Akkulaufzeit geht vollkommen in Ordnung. Gimmicks wie der Alert-Slider werten das Gerät auf.

OnePlus 6
Der Alert-Slider ist ein Alleinstellungsmerkmal des OnePlus 6. Image by Jonas Haller

Allerdings müssen Fans von Jahr zu Jahr tiefer in die Tasche greifen. Für die getestete Version werden mittlerweile 569 Euro fällig. Das ist zwar immer noch weniger als die unverbindliche Preisempfehlung der Konkurrenzprodukte, jedoch fiel etwa der Straßenpreis des Samsung Galaxy S9 bereits wenige Wochen nach Erscheinung rapide. Die preisliche Differenz zu den Premium-Marken wird also geringer und es bleibt spannend wie sich das Unternehmen in den nächsten Jahren entwickelt.

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Images by Jonas Haller

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Honor 10 im Test: Highend-Smartphone zum Mittelklasse-Preis für 400 Euro

Honor 10 titelbild

Smartphone-Überflieger Huawei steht im Markt auch deshalb gut da, weil das Unternehmen seine Produktpalette mit der Tochter-Marke Honor dupliziert. Die Honor-Modelle sind viel günstiger, bieten aber fast genauso viel. Das trifft auch auf das Honor 10 zu, das eine lifestylige Variante des Huawei P20 darstellt, aber 250 Euro weniger kostet. Ob beide wirklich ebenbürtig sind, habe ich in einem Test des Honor 10 unter die Lupe genommen.

Beim direkten Vergleich zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20 fällt auf, dass es doch viele Unterschiede gibt. So verfügt das Honor 10 etwa über einen Infrarot-Port, mit dem sich das Gerät als Universalfernbedienung für Fernseher oder DVD-Player nutzen lässt sowie über einen 3,5-Millimeter-Stereoausgang für entsprechende Kopfhörermodelle. Darüber hinaus gibt es viele Detailunterschiede, die zusammen ein spannendes Bild vom Honor 10 ergeben.

Doppelgänger mit Designunterschieden im Detail

Die Vorderseiten der Modelle sehen sich zunächst zum Verwechseln ähnlich. So besteht die Front des Honor 10 ebenso wie beim Huawei P20 fast vollständig aus einem 5,8 Zoll großen Bildschirm, an dem hier lediglich ein etwas breiterer unterer Rand mit Home-Button inklusive Fingerabdrucksensor vorhanden ist. Am oberen Rand befindet sich eine Notch-Leiste, wie sie in vielen Smartphones mittlerweile zur Standard-Ausstattung gehört. In dieser Kerbe sind eine Frontkamera, Telefonlautsprecher, diversen Sensoren sowie eine Benachrichtigungs-LED integriert. Das Honor 10 und das P20 unterscheiden sich ebenfalls in den Maßen der Notch und auch die Abrundung der Displays ist nicht identisch. 

Honor 10 in Benutzung
Das Honor 10 liegt dank der leicht gewölbten Rückseite gut in der Hand. Image by Timo Brauer

Griffig und auffällig: reflektierende Rückseite

Auch farblich unterscheidet sich das Honor 10 vom Mitbewerber des Mutterkonzerns. So ist die Rückseite aus einem sehr stark vertikal reflektierenden Glas gefertigt. Dieses ist in den Farben Schwarz, Grau, Phantom-Grün und Phantom-Blau verfügbar. Die letzten beiden Farbtöne reflektieren, je nach Lichteinfall, an einzelnen Stellen des Gerätes lila. Diese Farbeffekte sind auf jeden Fall ein absoluter Hingucker. Der Rücken des Gerätes ist an den Seiten leicht gewölbt. Dadurch fällt es in der Dunkelheit leichter, das Smartphone gleich richtig herum in die Hand zu nehmen.

Der Rahmen des Gerätes ist aus einem glänzenden, farblich leicht abgesetzten Metall gefertigt und wird von vier Plastikstreifen für die Antennenbänder unterbrochen. An der Oberseite befindet sich neben einem Mikrofon auch eine Infrarot-LED, mit der sich das Handy als Fernbedienung für jeden beliebigen Fernseher oder DVD-Player verwenden lässt. An der Unterseite befinden sich ein USB-C Port zum Aufladen, der Lautsprecher sowie ein extra Kopfhöreranschluss.

Fingerabdrucksensor jetzt nicht doch zu gebrauchen?

Insgesamt macht das Gerät einen extrem wertigen Eindruck. Alles scheint sorgfältig verarbeitet und die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Der einzig schwerwiegende Kritikpunkt an dem Gerät ist meiner Meinung nach der Fingerabdrucksensor. Dieser soll laut Honor etwas ganz Besonderes sein, da er unter dem Displayglas verbaut ist. So revolutionär diese Technik auch sein mag, entstehen dem Nutzer dadurch aber keine Vorteile. Der Sensor nimmt den selben Platz unterhalb des Displays ein, wie es ein „normales“ Modell auch tun würde.

Das wäre ja noch kein Problem, doch leider funktioniert der Sensor auch nicht wirklich gut. Die Erkennung des Fingerabdrucks dauert meist länger als eine Sekunde und schlägt relativ oft fehl. Auch die eigentlich echt praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren dank des schlechten Sensors eher mäßig. Zum Glück bietet das Honor 10 noch andere Methoden, um das Gerät gegen ungewollte Zugriffe zu schützen. Die Gesichtserkennung funktionierte im Test auch bei schwierigen Lichtbedingungen einwandfrei.

Fingerabdrucksensor unter Glas (Update)

In vorherigen Softwareversionen funktionierte dieser Sensor sehr unzuverlässig und deutlich langsamer als Sensoren von vergleichbaren Smartphones, wie es auch hier im Testbericht zu lesen ist. Dieses Problem hat Honor allerdings in einem Softwareupdate (Version 8.1.0.120) behoben. Der Fingerabdrucksensor reagiert nun gewohnt schnell und auch die praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren nun zuverlässig. (aktualisiert 21.6.2018)

Highend-Specs zum Mittelklasse Preis

Der verbaute Octacore-Prozessor vom Typ Kirin 970 ist das gleiche Highend-Modell, das auch im teureren Huawei P20 Pro steckt. Zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt der Prozessor für ein absolut flüssiges Nutzungserlebnis. Durch den großzügig bemessenen Arbeitsspeicher müssen Apps nur sehr selten nachladen, wenn ihr sie aus dem Multitasking öffnet. Der Festplattenspeicher ist mit 64 Gigabyte ausreichend groß und gegen einen Aufpreis von 50 Euro könnt ihr ihn bei Bedarf auf 128 Gigabyte verdoppeln.

Aktuelle Software mit Huaweis MIUI

Bei der Software setzt Honor auf die aktuelle Android-Version 8.1 zusammen mit der hauseigenen Benutzeroberfläche MIUI. Diese ist einfach zu verstehen und sieht modern aus. Außerdem hat Honor beziehungsweise Huawei einige praktische Zusatzfunktionen ergänzt. So lassen sich beispielsweise die Blautöne des Displays reduzieren oder die Anordnung der Navigationstasten individuell anpassen oder diese komplett ausblenden.

Kleine Gimmicks werten das UI zusätzlich auf. So lässt sich per Lauter-Taste und Powerbutton eine Bildschirmaufnahme starten und beim Aufladen des Gerätes bekommt man eine coole Animation angezeigt, die euch über die verbleibende Ladedauer informiert. Die Ladedauer fällt dank USB-C-Schnellladegerät relativ kurz aus. Bei einer Ladedauer von lediglich 30 Minuten wird der Akku bereits zu 50 Prozent wieder aufgeladen. Ist der 3.400 mAh große Akku komplett aufgeladen, reicht dieser bei normaler Benutzung immer für einen Tag plus etwas Reserve.

Kamera AI-maizing?

Die Dual-Kamera auf der Rückseite des Gerätes bewirbt Honor als „AI Kamera“, sie nutzt also genau wie das Huawei Mate 10 Pro, das Huawei P20 und das Huawei P20 Pro Künstliche Intelligenz. Beim Fotografieren erkennt die Kamera dank selbstlernenden Algorithmen automatisch das Motiv und wählt die Einstellungen dementsprechend aus. Laut Honor kann die Kamera 500 verschiedene Szenarien unterscheiden. Im Test funktionierte das sehr gut. Die gewählten Einstellungen lassen das Foto allerdings manchmal etwas überzogen und nicht sehr realitätsnah wirken. Wer die AI-Funktion daher ausschalten möchte, kann das über die entsprechende Schaltfläche in der Kamera-App tun. Für Fotografie-Neulinge ist die AI-Funktion auf jeden Fall eine tolle Sache.

Honor 10 Kamera
Die Kamra des Honor 10 stammt nicht von Leica, wie beim P20. Sie macht aber dem Preis entsprechend gute Fotos. Image Timo Brauer

Fortgeschrittenen Nutzer bietet Honors eigene Kamera-App viele verschiedene Modi zum Herumspielen. So findet sich beispielsweise ein Modus für Lichtmalerei oder einer mit Snapchat-ähnlichen Filtern. Im sogenannten Profi-Foto-Modus könnt ihr Belichtungsdauer, Blendenöffnung oder den ISO-Wert manuell einstellen. Auch wenn die Kamera-App durch die zahlreichen Modi etwas überladen wirkt, ist sie logisch aufgebaut und läuft ohne Ruckler. 

Der 24 Megapixel große Monochrom- und 16-Megapixel-Farbsensor sorgen gemeinsam für sehr gute und farbenfrohe Aufnahmen, die der Preisklasse gerecht werden. Der Portrait-Modus liefert mit etwas Mühe ebenfalls gute Ergebnisse. Lediglich bei schwierigen Motiven, wie etwa einer Brille, schafft es die Software manchmal nicht, den Vordergrund vom Hintergrund zu unterscheiden.

Fazit: Honor 10 ist nicht nur ein billiges Huawei P20

Das Honor 10 ist keine billige Kopie des Huawei P20, sondern bietet gegenüber dem Vorbild sogar Vorteile. So ist die Rückseite anders gewölbt als die Vorderseite, was die Bedienung in der Dunkelheit verbessert. Außerdem verfügt das Gerät über einen Infrarot-Port, um Fernseher und ähnliches zu steuern, sowie über einen separaten Kopfhöreranschluss. Dadurch könnt ihr eure alten Kopfhörer weiterverwenden und auch Musik hören, während das Gerät über die USB-Schnittstelle lädt.

Die nur minimal schlechtere Kamera im Vergleich zum P20 lässt sich bei einem deutlich günstigeren Preis problemlos verkraften. Das einzige wirkliche Problem ist der Fingerabdrucksensor. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Honor 10 ein Highend-Smartphone zu einem sehr attraktiven Preis.

Das Honor-Flaggschiff bei Amazon (Provisions-Link)


Images by Timo Brauer

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • INFLUENCER horizont: Influencer Marketing wirkt nicht nur bei Teenies: Influencer, bei diesem Begriff denken viele an Youtube-Stars, die Teenager inspirieren und sie dazu veranlassen Produkte zu kaufen. Doch jetzt fand eine Studie von Goldmedia heraus, dass das nicht ganz stimmt. Zwar stimmt es schon, dass die Zielgruppe gerade die 14- 17-Jährigen sind, doch auch die Gruppe der 24-29-Jährigen geben nach dieser Studie an von Influencern inspiriert worden zu sein. Ein Potenzial, welches viele Unternehmen nicht so einfach abtun sollten, wie sich zeigt.

  • FIAT golem: Fiat Chrysler kooperiert mit BMW und Intel: Der Autohersteller Fiat Chrysler arbeitet ab jetzt mit Intel und BMW an selbstfahrenden Autos. Ein sportliches Unterfangen, denn bis Ende dieses Jahrs sollen schon 40 autonome Test-Fahrzeuge auf den Markt kommen, die Systeme dazu sollen dann 2021 folgen. Vorsicht ist jedoch geboten, denn bei dem Trend, der momentan beim autonomen Fahren ausgebrochen ist, wird es für viele Autohersteller schwierig werden marktspezifische Unterschiede anzubieten.

  • NOKIA heise: Nokia 8: Erstes Oberklasse-Smartphone von HMD Global :
    Endlich ist es soweit, das Nokia 8 ist das erste Oberklassen-Smartphone von Nokia unter HMD Global. Die Innovationen sind unter anderem die Hauptkamera auf der Rückseite und, wie in der Oberklasse inzwischen üblich, eine Doppel-Optik mit S/W-Kamera, die für Kontrast und Tiefenschärfe sorgen soll. Erhältlich ist das Modell in den Farben Silbergrau, Kupfer und zwei Blautönen, genauere Informationen zum neuen Modell, wie die Akkukapazität oder der USB-Anschluss, erfahrt ihr in diesem Artikel.

  • ISwired: Studie: So effektiv stört Twitter die Propaganda des IS: Laut einer Studie geht es dem IS nicht nur geographisch „an den Kragen“. Auch über die sozialen Netzwerke wird er weiterhin zurückgedrängt. Forscher bestätigten, dass 65% der IS-Propaganda-Accounts in nur 70 Tagen gelöscht werden konnten. Doch Vorsicht ist dennoch geboten, denn konzentriere man sich weiterhin nur einseitig auf diese Art von Accounts, würde die Aufmerksamkeit für jihadistischen Organisationen im Internet fehlen. Ein Spagat, den man in Zukunft versuchen wird zu bewältigen, damit pro-terroristische Accounts langfristig eingedämmt werden können.

  • t3n t3n: Flixbus gründet Flixtrain, Kerngeschäft soll Fernbus bleiben: Flixbus breitet sich jetzt auch auf den Schienen aus. André Schwämmlein, einer der Chefs des Unternehmens ist sich sicher, dass eine Vernetzung der öffentlichen Verkehrsmittel die Zukunft der Mobilität ist, auch in Deutschland, und somit eine Alternative zum eigenen Auto. Könnten sie somit eine zukünftige Konkurrenz für die deutsche Bahn sein? Das Unternehmen sei nach Angaben zumindest offen für verschiedene Möglichkeiten, dennoch bliebe der Fernbusbetrieb selbstverständlich das Kerngeschäft des Unternehmens. Wir werden sehen.

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