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Netzpiloten @buchmesse:blogger sessions

Via Tablets, Readern und Smartphones lesen wir heute mehr denn je. Deshalb widmet die Leipziger Buchmesse schon seit einigen Jahren einen Slot der digitalen Welt der Blogger und Bloggerinnen. Am 24. März gibt es wieder die Blogger Sessions (im Fachforum 1 in Halle 5, E600). Wir Netzpiloten sind zum dritten Mal als Medienpartner mit dabei. 

Welche Speaker werden da sein?

Zu den Teilnehmern der Blogger Sessions gehört unter anderem Gloria Manderfeld vom Blog Nerdgedanken. In ihrem Vortrag widmet sie sich der kreativen Ideenfindung für Blogger und Bloggerinnen. Passend zur Buchmesse ist auch Daniel Allertseder von WeLoveBooks mit dabei, der seine Erfahrungen teilt, wie man über die klassische Buch-Rezension hinaus mit smarten Aktionen Bücher bekannt machen kann. Über  DSGVO, Copyright und Werbekennzeichnung referiert der Medienrechtler André Stämmler. Roland Jesse von Büchergefahr widmet sich automatischen Analysen von Textstrukturen, von denen auch Buchblogger/innen stark profitieren können.

Welche Themen erwarten euch?

  • Monetarisierung von Blogs und Rezensionen
  • Das Ende der Blogs? – Rezensionen auf den Social-Media-Kanälen
  • Blog 4.0 – Die geheimen Superkräfte deines Blogs
  • Das darfst du nicht, oder doch? – Recht für Blogger
  • Sensitivity Reading für Romane
  • Wie können Methoden der künstlichen Intelligenz BuchbloggerInnen unterstützen?
  • Aus eins mach 10 – Kreative Themenfindung für Blogger

Und sonst noch?

Die Bloggersessions könnt ihr mit einem Ticket der Leipziger Buchmesse oder einer Presseakkreditierung kostenfrei besuchen. Das ausführliche Programm, sowie Infos zu allen Teilnehmern könnt ihr hier als PDF downloaden. Neben den interessanten Vorträgen, bieten die Blogger Sessions natürlich auch gute Gelegenheit sich zu vernetzen. Wir wünschen viel Spaß!

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Die Netzpiloten sind Partner der Leipziger Buchmesse 2018

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Vom 15. bis 18. März 2018 lockt das Frühjahresereignis der Buch- und Medienbranche wieder einmal Autoren, Verlage und Leser nach Leipzig auf die Leipziger Buchmesse.

Ihre hohe Beachtung hat die LBM nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit Leipzig liest, dem größten Lesefest Europas, zu verdanken. Als weitere besondere Höhepunkte der Veranstaltung, dienen dieses Jahr die in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse organisierteManga-Comic-Conam Sonntag in Halle eins sowie die parallel stattfindende 24. Leipziger Antiquariatsmesse.

Auch dieses Jahr präsentiert die Messe seinen Besuchern verschiedenste Themen von Trends und Neuerscheinungen bis hin zur klassischen Literatur. Neben deutschsprachiger Literatur spielt wie auch im vergangenen Jahr die osteuropäische Literatur und Kultur eine tragende Rolle auf der Messe. Unter dem Motto Romania.Zoom in“ finden über 50 verschiedene Veranstaltungen statt. Zu den diesjährigen Highlights gehören unter anderem die Romanian Film Days“, die Fotoausstellung Immer war diese Hoffnung – ehemalige Russland Deportierte erinnern sich“, rumänisch-deutsche Musikbeiträge, sowie die spannenden Podiumsdiskussionen und Workshops für Leser und Blogger.

Besucher können sich desweiteren auf Lesungen von unter anderen diesen namhaften Autoren freuen:

buchmesse:blogger session 18 auf der LBM

Mit der buchmesse:blogger session 18 ist am Messesonntag gerade für die Bloggerbranche auch 2018 wieder reichlich Unterhaltung im Angebot. Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, wird die rund 3.200 Journalisten und Blogger auf der Eröffnungskonferenz empfangen. So nehmen ausgewählte Buchblogger an dem Konferenzenprogramm nicht nur teil, sondern dürfen dieses erstmals sogar aktiv mitgestalten. Auf den Konferenzen und Podiumsdiskussionen können Blogger Meinungen und Fachgespräche in Disskussionsrunden austauschen und wertvolle Tipps und Tricks von anerkannten Experten wie zum Beispiel Wolfgang Tischer dazugewinnen. Außerdem können Kontakte und Kooperationen mit Verlagen gesammelt werden. Darüber hinaus bieten die zahlreichen Workshops sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen diverse Möglichkeiten zum kreativen Austausch und zur Inspiration, sodass für jeden etwas dabei ist.

Lassen Sie sich das großartige diesjährige Set-up nicht entgehen. Tickets sind nach wie vor im Online-Ticketshop der Leipziger Buchmesse erhältlich.

 

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Auf der Suche nach dem Karriere-Nadelöhr – Über die Zukunft des Journalismus

apple-minianwendungen-image-by-pexels-via-pixabay

Journalisten müssen ihr traditionelles Handwerk beherrschen und neue Kompetenzen mitbringen.

Der amerikanische Medienprofessor Jeff Jarvis steht vor den gleichen Herausforderungen wie alle anderen Journalistenschulen: wie man den Wandel lehrt, wie man dem journalistischen Nachwuchs genug Tools so beibringt, dass sie sie hinterher beherrschen, ohne deshalb unentbehrliche Zeit von der Vermittlung der grundsätzlichen Fähigkeiten und Wahrheiten des Journalismus abzuziehen, „wie man dem Wandel unseres Feldes voraus bleibt, aber die Studenten trotzdem auf die Stellen vorbereitet, die heute existieren.

Es gebe keine bessere Zeit, um Journalismus zu unterrichten, und keine bessere Zeit, um Journalist zu werden, als heute. „Unsere heutigen Studenten sind nicht nur technologisch versierter, als wir es je sein könnten, sondern sie sehen auch die Welt mit neuen Augen. Ich dränge sie, sich diesen frischen Blickwinkel zu bewahren und ihn zu benutzen, um alle unsere Annahmen infrage zu stellen und herauszufordern, damit sie sich eine neue Zukunft für den Journalismus vorstellen und sie aufbauen können“, betont Jarvis.

Social Media und Storytelling beherrschen

Optimistisch beurteilt auch der Hörfunk- und Fernsehjournalist Kai Rüsberg die Jobperspektiven in der Medienbranche: „Der Bedarf nach hochqualifizierten Kräften ist trotz Stellenabbaus vorhanden. Es scheiden in den kommenden Jahren viele Redakteure aus Altersgründen aus und es entstehen ständig neue Aufgabenfelder, sowohl in Print, Online und elektronischen Medien. Zudem gibt es in Unternehmen immer mehr Nachfrage nach qualifizierten Social Media Managern und Redakteuren und Autoren für Content Marketing in allen Facetten. Dafür werden Journalisten gebraucht, die ihr Handwerk gut beherrschen“, betont Rüsberg, der auch als Dozent für Kommunikationspolitik an der Westfälischen Hochschule tätig ist und das Netzwerk für Medieninnovationen MediaLab NRW initiierte.

Gefragt seien eine Vielzahl von Kompetenzen: „Es fängt damit an, sich kurz und prägnant auszudrücken, Storytelling zu beherrschen, kommunikativ zu sein sowie verschiedene Mediengattungen bedienen zu können und auch die technischen Fähigkeiten mitzubringen. Wer frei arbeiten will, muss zudem auch in der Lage sein, Innovationen zu entwickeln oder sie zumindest schnell zu adaptieren und seiner Arbeit eine deutliche persönliche Note und wiedererkennbare Marke zu geben. Besondere Bedeutung bekommt auch die Fähigkeit, eine Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu vermitteln“, sagt Rüsberg.

Die Chancen, eine feste Stelle zu bekommen, sind nach seiner Einschätzung nicht schlechter als in den vergangenen Jahren. „Die Frage ist eher, ob die Bezahlung auch fair ist. Nicht selten wird man Jobs unter Tarif oder zeitweilig unbezahlt angeboten bekommen. Dennoch wird auch bei den schlecht bezahlten Tätigkeiten besonderer Einsatz erwartet“, erläutert Rüsberg im journalist.de-Interview.

Für die Zukunft rechnet er in den Medienhäusern mit flacheren Hierarchien und weniger hoch bezahlten Chefposten. Spitzenpositionen in einem Blog seien schlechter dotiert als Chefredakteursposten alter Prägung. „Auch in der PR gehen aufgrund des Überangebots von Bewerbern seit Jahren die Gehälter drastisch nach unten. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden vermutlich nur noch wenige Spitzenpositionen mit externen Kandidaten besetzt – und nur dann, wenn man sich erhofft, damit Expertise zu bekommen, die man selbst nicht hat. In kleinen Medieneinheiten könnte es üblich werden, dass das Gehalt des Führungspersonals stark am Umsatz orientiert ist“, prognostiziert Rüsberg.

Liveübertragungen kann nicht jeder

Die Perspektiven für gute Journalisten sind nach Einschätzung von Franziska Bluhm, Leiterin für Digitale Vernetzung bei der Verlagsgruppe Handelsblatt, besser denn je: „Wer sein Handwerk versteht, ein Gespür für gute Geschichten hat und versteht und anwenden kann, wie seine Geschichten eine möglichst große Öffentlichkeit finden, wird als Journalist gut arbeiten können – ob fest angestellt oder frei.“ Es komme aber auf die Kompetenzen an: „Fähigkeit zur Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, was ein viel größeres Grundverständnis von Analytics, Coden, Videobearbeitung, Optiken und Datenvisualisierung voraussetzt. Und am besten hat man selbst auch Erfahrungen auf diesen Gebieten, um im Ernstfall auch aushelfen zu können“, sagt Bluhm. Anwachsen werde das projektbezogene Arbeiten in freien Tätigkeiten. Zudem werden gute Autoren noch spezialisierter unterwegs sein. „Die Vielzahl der unterschiedlichen Plattformen, die bedient werden müssen, erfordert mehr Spezialwissen. Also spezielles Storytelling für jeden Kanal – und das wird extrem kleinteilig“, vermutet Bluhm. Liveübertragungen in unterschiedlichen Kontexten könne beispielsweise nicht jeder: „Es ist eben etwas anderes, ob du live in einem mobilen oder stationären Szenario auf Sendung gehst.“ Für die Jobperspektiven seien Netzwerkstärken, eigene Communities und Managementfähigkeiten essentiell.

Wie gut ist die digitale Kompetenz von Verlagsmanagern?

Verlagsmanager, die den angehenden Journalisten empfehlen, Programmierkenntnisse zu erwerben, sollten allerdings selbst ebenso in der Lage sein, das eigene digitale Hundefutter zu essen. So etwas habe der Geschäftsführer einer großen Regionalzeitung, die online sehr erfolgreich ist, auf den Münchner Medientagen propagiert, sagt Frankfurter Rundschau-Chefredakteurin Bascha Mika gegenüber journalist.de: „Solange dieser Geschäftsführer selber nicht in der Lage ist, Programme für die Bilanz seines Verlages zu schreiben, solange kann er ähnliches nicht von Journalisten verlangen“, bemerkt Mika.

Wichtiger sei die enge Verzahnung unterschiedlicher Disziplinen. Sowie jedes gute Magazin zusammen mit einer Art-Redaktion entwickelt wird, komme es auf die gute Mischung zwischen Onlinern und Generalisten für unterschiedliche Plattformen an. Universaltalente hält das Notiz-Amt für unverzichtbar.


Image „Apple Minianwendungen“ by Pexels (CC0 Public Domain)


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Wie eine digitale Community lateinamerikanische Startups unterstützt

Chile's Flag Illuminated By Light (adapted) (Image by Kyle Pearce [CC BY 2.0] via flickr)

Für Unternehmer gilt es als selbstverständlich, dass es in den USA relativ einfach ist, eine Medienfirma zu gründen. Das Vorhandensein von Kapital und potenziellen Werbeeinnahmen sowie wenig oder keine Beschränkungen von Seiten der Regierung machen es für Leute mit einer guten Idee einfach, loszulegen. (Ob sie dazu in der Lage sein werden, für längere Zeit zu bestehen, ist dabei eine völlig andere Frage.) In anderen Ländern ist es da schwieriger. Beispielsweise hat die jahrelange Inflation in Venezuela die Lebensmittelpreise verdreifacht und das Wirtschaftswachstum zum Stagnieren gebracht. Das hat das tägliche Leben nicht nur für die Bürger von Venezuela, sondern auch für die Unternehmer in der nationalen Medienbranche stark erschwert. Diese sehen sich einem steten Kampf um Geldmittel für Gründung und Aufrechterhaltung von Unternehmen gegenüber. Medienunternehmer in anderen südamerikanischen Ländern sehen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber und ihnen fehlt dabei eine zentrale Anlaufstelle zum Gedankenaustausch und zur Problemlösung. SembraMedia hofft darauf, diese Lücke schließen zu können. Die Website, deren Name ein Wortspiel mit dem spanischen Begriff für „säen“ darstellt, versucht eine Anlaufstelle und zugleich eine digitale Community für Startups in Südamerika aufzubauen. Die Hoffnung liegt darin, diese Aspekte zusammenzuführen und dass SembraMedia Gründern zukünftig dabei helfen kann, Ideen in die Realität umzusetzen und Startups zu beständigen Unternehmen weiterzuentwickeln. „Unsere Mission ist es, Menschen zu unterstützen, die neue Projekte initiieren. Einer der besten Wege hierfür ist, so viele Menschen wie möglich zu fördern und sie zusammenzubringen“, sagt Janine Warner, die ausführende Leiterin bei SembraMedia ist. (SembraMedia selbst wird vom Institute for Nonprofit News unterstützt und finanziell von der Nationalen Stiftung für Demokratie und der Cook Family Foundation getragen.) Der erste Schritt dabei ist, herauszufinden, wer diese Menschen sind. SembraMedia schätzt, dass es mehr als 2.000 spanischsprachige Medienseiten in Lateinamerika gibt. Bislang existiert keine Anlaufstelle, die sie alle zusammenführt. Um diesen Prozess zu unterstützen hat SembraMedia Botschafter in jedem Land engagiert, die dafür zuständig sein werden die Communities in ihrem Land aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Die Idee für SembraMedia entstand durch Warners Unterrichtserfahrung, bei der es sich um einen Onlinekurs zum Thema Unternehmensjournalismus an der Universität von Texas handelte. Warner erkannte, dass es ausreichend Studenten mit großartigen Ideen gab, denen jedoch das Wissen zur Umsetzung ihrer Ideen in tatsächliche Unternehmen fehlte. Warner dazu:

Übergreifend benötigten die meisten Hilfe dabei, Geld zu verdienen, ein Geschäftsmodell aufzubauen und bei der Entwicklung eines Verständnisses dafür, was es heißt ein Geschäftsmann oder eine Geschäftsfrau zu sein.

SembraMedia plant, diese Bildungsmöglichkeiten Unternehmern über ihre Internetseite anzubieten. Dies soll über monatliche Fallstudien zu erfolgreichen Websites und Videointerviews mit den Personen, die sie leiten, erfolgen. Die Hoffnung liegt jedoch primär darin, dass Erkenntnisse durch die Konversationen zwischen den Unternehmern selbst gewonnen werden. Sobald einige Hundert Webseiten eingetragen sind, soll ein Forum für Unternehmer für Unterhaltungen, Ideenverbreitung und die Zusammenarbeit bei Projekten initiiert werden. Dieser Ansatz ist ähnlich dem von ALiados. Dies ist ein Netzwerk von unabhängigen Nachrichtenorganisationen in Lateinamerika, das im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Das Ziel war, ebenso wie bei SembraMedia, Mitgliederseiten dabei zu unterstützen durch einen Zusammenschluss bei Durchführungen und Marketinginitiativen Beständigkeit zu erreichen. Nach Mijal Iastrebner, der Regionaldirektorin von SembraMedia, ist die größte Herausforderung jedoch das Verständnis für und die Handhabung des Faktums, dass kein lateinamerikanisches Land dem anderen gleicht. Während die Regierungen von Kuba und Venezuela die Pressefreiheit stark einschränken, zeigt sich Chile sehr aufgeschlossen gegenüber der Presse und Unternehmern. Diese Unterschiede bedeuten, dass Dinge, die in einem Land funktionieren können, für ein anderes wiederum nicht geeignet sind. Letztendlich hofft SembraMedia, dass die vorteilhaftesten Verfahrensweisen, die es in Lateinamerika entdeckt, auch an anderen Orten angewandt werden können. Warner weist auf Ojo Público hin, eine gemeinnützige Website in Peru, die sich mit investigativem Journalismus und der Überprüfung von Fakten beschäftigt. Fabiola Torres, eine der Gründerinnen der Webseite (und eine Botschafterin von SembraMedia) präsentierte bei einer Konferenz des Nationalen Instituts für computegestützte Berichterstattung in Denver namens „Intensive Care“ eine durchsuchbare Datenbank mit 60.000 Ärzten und Versicherungsagenturen. Chequeado, eine Webseite zur Überprüfung von Fakten in Argentinien, hat ebenfalls ein Modell konzipiert, das Webseiten im Stile von Warner Media anderswo nachahmen soll. Sie sagte außerdem:“Wir hoffen darauf, dass das, was wir lernen, auch den traditionellen Medienunternehmen in Lateinamerika dabei helfen kann, innovativer zu sein und frische Ideen in US-Medienunternehmen einzubringen.Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Chile’s Flag illuminated by light“ by Kyle Pearce (CC BY-SA 2.0) 


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