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Fake News: „Soziale Medien sind Emotionsmedien“

Browser Fake News (adapted) (Image by Pexels) (CC0 Public Domain) via Pixabay

Fake News. Der Begriff ist den meisten mittlerweile bekannt, aber definitiv kein ausschließlich aktuelles Phänomen. Die Bezeichnung Fake News gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert, aber seit einigen Jahren ist der Begriff aus der Internet und Nachrichtensprache kaum noch wegzudenken. Gründe dafür sind besonders soziale Medien und die Berichterstattung um den US-Präsidenten Donald Trump, der in seinem Wahlkampf öfter mit „alternativen Fakten“ argumentierte.

Nun gibt es Internetseiten, mit welchen man selbst eine Nachrichtenmeldung fälschen kann. Facebook hat kürzlich angekündigt, dass die Seiten, die Falschmeldungen verbreiten, den Zugang zu Werbung verbieten. Das ist ein weiterer Schritt des sozialen Netzwerks im Kampf gegen Fake News.

Aber wie gefährlich sind Fake News für unser Mediensystem und was können Nutzer tun, um Fake News aus dem Weg zu gehen? Darüber haben wir mit der Journalistin und Fernsehproduzentin Michaela Hummel gesprochen.

Doclights_Michaela Hummel
Michaela Hummel / Doclights

Sie entwickelte und produzierte verschiedene Factual-Entertainment-Formate und Dokumentationen, wie die Dokumentation „Auf der Flucht“ für die sie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Weitere Produktionen sind u.a. der ZDFdonnerstalk mit Dunja Hayali, die NDR-Reportagen mit Judith Rakers, die ZDFneo Dokumentation „Der Rassist in uns“. Ihr neustes Projekt dreht sich rund um das Thema Fake News.

Frau Hummel, sie haben gerade in Zusammenarbeit mit Sascha Lobo die Dokumentation, der offizielle Titel ist Social Factual, ein Einzelstück „Manipuliert“ mit dem Thema Fake News produziert. Haben sie sich davor bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt?

Ich habe mich schon seit Jahren mit dem Thema Fake News beschäftigt, was auch einen privaten Grund hat. Ich habe einige Jahre in den USA gelebt und ein Teil meiner Verwandtschaft dort ist eher im konservativen Spektrum angesiedelt. Aufgefallen ist mir, dass sie als einzige Nachrichtenquelle Breitbart News genutzt haben. Natürlich hat jeder das Anrecht auf eine eigene Meinung, aber dadurch habe ich mich früh sehr intensiv mit dem Thema Manipulation von Informationen, Emotionalisierung und Polarisierung beschäftigt. Das hat (in der Familie) nicht zu wenig Streit geführt.

Man hat über die Zeit hinweg gemerkt, dass sich der Begriff „Fake News“ gewandelt hat vom rein beschreibenden Begriff, zum Anglizismus des Jahres und schlussendlich zum politischen Kampfschrei. Wie definieren Sie den Begriff „Fake News“?

Ich denke die meisten wissen, was es im wahrsten Sinne heißt, „Falschmeldung“. Über die eigentliche Bedeutung  müssen wir uns nicht unterhalten. Aber mir ist eine Veränderung aufgefallen. Beispielsweise Donald Trump, der in Pressekonferenzen die Medien mittlerweile schon mit „Fake News“ anspricht. Damit bekommt das Ganze einen stark politischen Charakter.

Zudem deckt es für mich das ganze Thema der Verschwörungstheorien, falsche Fakten und Propaganda ab. Fake News gibt es an und für sich schon lange. Aber durch das Internet haben sie eine neue Wirkmacht erreicht.

Interessant ist, was wir im Rahmen der Sendung „Manipuliert“ im Februar 2017 über eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen herausgefunden haben: 82 Prozent der Befragten kennen das Phänomen „Fake News“, 47 Prozent der Deutschen halten es für ein großes oder sehr großes Problem und fast ein Drittel der Wahlberechtigten denkt, dass es einen starken oder sehr starken Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl haben kann. Und hierbei machen sich Frauen mehr Sorgen als Männer. Ich nenne diese Zahlen, da sie eine statistische Sicht auf das Thema zeigen und unterstreichen, wie brandheiß es ist.

Herrscht ihrer Meinung nach zu wenig Transparenz und Aufklärung im Umgang mit Fake News?

Meiner Meinung nach gibt es jede Menge Transparenz und Aufklärung, man muss sie natürlich nur finden. Und bei Fake News geht es oft um Geschwindigkeit. Wenn man etwas wiederholt liest, hält man es eher für wahr und durch sharing (das Teilen in Sozialen Medien) erreicht eine solche Nachricht vielleicht eine Millionen Menschen oder mehr –  und von der späteren Richtigstellung erfährt dann keiner.

Es gibt im Netz zwei sehr gute Tools, um Falsche Fakten im Netz zu entlarven: die Rechercheeinheiten MimiKama oder Hoax Map. Aber letztlich bleibt es eine Frage der Geschwindigkeit. Man braucht eine Menge Ressourcen, um am Ball zu bleiben und dagegen anzugehen.

Nehmen Menschen alles, was sie im Internet lesen, zu ernst?

Ich denke nicht, dass die Leser alles zu ernst nehmen.  Ich glaube eher, dass sie oft zu wenig nachdenken. Der Like ist quasi die Währung des Internets und viele denken: „Was meine Freunde geliked haben kann ich in der Hinsicht auch direkt übernehmen“ – meist auch ungefiltert. Die Sozialen Medien sind eben ein sehr schnelles Medium. Daher denke ich, dass viele Nutzer sich nicht die Mühe machen,  den Wahrheitsgehalt der Posts und News zu prüfen.

Was haben Filterbubbles in Sozialen Medien mit Fake News zu tun?

Das Phänomen Filterbubbles gilt für alle Seiten – auch für Journalisten. Jeder kann sich im Internet seine eigene Welt bauen und dann sehen wir nur, was wir selber mögen. Alles was nicht unserem Weltbild entspricht, wird aus der Timeline herausgefiltert. Journalisten sollten allerdings diejenigen sein, die durch Recherche und kritische Prüfung für Meinungsvielfalt sorgen.

Diese Filterblasen bestätigen also letztlich  nur die eigenen Perspektiven und Meinungen. Wenn diese Blasen nur noch aus Fake News bestehen oder von einem Algorithmus entsprechend bestückt werden, kann das fatale Folgen haben.

Finden Sie, die Einrichtung von Löschzentren von beispielsweise Facebook ist der richtige Weg?

Das ist eine schwierige Frage. Allein das Wort Löschzentrum empfinde ich bereits als sehr stark und hart. Erstens ist es traurig, dass wir diese Wege gehen müssen und dass sich solche Abgründe auftun.  Wie ein Artikel in der SZ aufgezeigt hat, müssen auch die Mitarbeiter einiges mitmachen. Mir wäre es lieber, dass die Menschen, die das Netz nutzen, wissen was sie tun. Denn für eine funktionierende Netiquette und einen konstruktiven Austausch in Interessengruppen und Communities gibt es ja sehr viele positive Beispiele.

Aber zweitens, sind wir ja bereit, eine grundsätzliche Kontrolle zu akzeptieren. Und das nur, weil Menschen nicht in der Lage sind, mit dem Medium vernünftig umzugehen. Das ist schon ein großer Schritt. Eigentlich müsste es Social Media Schulen geben und wir müssten ganz früh mit der Aufklärung beginnen.  Dadurch wird es letzendlich zu einer Bildungsfrage.

Sie plädieren für die Einführung von Social Media Workshops schon im Kindesalter?

Absolut. Wir kennen alle kleine Kinder, die schon in der Lage sind, das Smartphone zu bedienen und damit unreflektiert umzugehen.

Sie haben zu Beginn bereits erwähnt, dass sie eine Zeit in den USA gelebt haben. Wie schätzen sie den Umgang der Medien mit Fake News in Amerika im Gegensatz zu Deutschland ein?

Ich hab damals beim Fernsehen gearbeitet und die Sozialen Medien spielten noch keine große Rolle. Aber zum Fernsehen kann ich sagen:  Es wird mehr polarisiert und provoziert, es gibt viel mehr schwarz-weiß Malerei. Wir Deutschen sind da eher in Grautönen unterwegs. Vergangenen November, zur Zeit der Wahlen, war ich zuletzt in den USA, wo sich dieses Bild bestätigte: DieSender greifen sich gegenseitig an. Ich denke Fake News sind auch deshalb ein größeres Thema, weil in den USA mit viel mehr reißerischen Schlagzeilen gearbeitet wird. Das ist mehr Show als Information. Die ausgewogene Information gibt es dort eher im Print. Und man darf nicht vergessen: Soziale Medien sind Emotionsmedien. Es geht um Klicks! Und letztlich sind sie auch ein Kommerz-Medium.

Wie gefährlich denken Sie können Fake News noch werden?

In Deutschland stellen sie in meinen Augen keine große Gefahr dar. Wir haben ein sehr gut funktionierendes Mediensystem, dass die Meinungsvielfaltn abdeckt. Wir haben auch die Möglichkeit, Sendeformate wie Manipuliert mit Unterstützung eines öffentlich-rechtlichen Senders zu entwickeln und damit Aufklärung zu leisten. Deswegen sehe ich Fake News nicht als Gefahr für das deutsche Mediensystem.

Dazu muss man sagen: Wir verteufeln bei unserer Sendung die Sozialen Netzwerke nicht und sind auch nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs.  Schließlich nutzen wir alle Facebook und Co und wollen Spaß damit haben. Es ist also wichtig, dass Aufklärung nicht als belehrend angesehen wird.

Hat sich durch das Aufkommen von Fake News Verbreitung ihr eigenes Bild der Medien oder ihr Medienkonsum verändert?

Ich denke wirklich, dass wir in Deutschland und auch in vielen Ländern Europas den Luxus der Qualitätsmedien haben. Das gilt nicht für jedes Land.

Aber heute benötigen wir viel mehr Zeit als früher, um alles zu lesen und richtig zu erfassen. Die Medien sind so schnell geworden, dass es manchmal kaum möglich, ist die Menge an Informationen überhaupt zu verarbeiten. Und wenn dann in dieser Masse Falschmeldungen dabei sind, die man eigentlich recherchieren, vergleichen und nachverfolgen sollte, können sie als wahre Meldungen aufgefasst werden. Der Zeitaufwand im Umgang mit den Medien und die Informationsflut haben sich also definitiv erhöht.

Was ist ihr letzter Rat an Leser im Umgang mit Fake News?

Man kann es mit Humor nehmen, wie zum Beispiel die Satireseite „Der Postillion“ immer wieder zeigt. Abgesehen davon, sollte jeder sofort alles hinterfragen und nicht nur schnell klicken, sofort alles liken oder anhand der Überschrift kommentieren. Man sollte sich die Nachrichten genauer anschauen. Aber dabei immer eine Prise Humor behalten.


Image „Browser“ by Pexels (CC0 Public Domain)

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • NETZWELTsüddeutsche zeitung: Fadi spielt um sein Leben: Eine Freundschaft über alle Grenzen. Kennengelernt haben die beiden Männer sich über das Spiel „Plants vs. Zombies Heroes“. Der eine aus Damaskus, der andere aus Cobur. Zwischen den Beiden beginnt sich eine Art Freundschaft zu entwickeln. Der Austausch über Musik und Hobbies weicht dem Austausch über Familie und Lebensumstände. So kommt die Idee Ayan nach DEU zu bringen…

  • ÜBERWACHUNG mashable: Teachers are using facial recognition to see if students are paying attention Eine Schule in Frankreich überrascht mit einem Programm, welches unaufmerksame Schüler entlarvt. Mithilfe von Psychologen werden nun Webcams entwickelt, die die Augenbewegung und Gesichtsausdrücke der Schüler untersuchen. Diese Errungenschaft soll selbstverständlich kein Ersatz für die Lehrer werden, sondern diene der Unterstützung von Kindern aus sozial schwächeren Verhältnissen in ihrer schulischen Laufbahn. Die Daten werden zwar nicht gesammelt, dennoch wird sich die Schule die Frage stellen müssen, wie sie mit diesen sensiblen Daten umzugehen haben werde.

  • TWITTERthe new york times: How Twitter Is Being Gamed to Feed Misinformation: Facebook stand in harter Kritik aufgrund der „Fake News“, Twitter, als weiteres soziales Netzwerk wurde hierbei jedoch bis jetzt übergangen. Denn auch Twitter beeinflusst die Medienwiedergabe, unwichtige Themen werden über wichtige gestellt und die Gefahr in der Verbreitung von Propaganda und Falsch-Informationen besteht genau sowie bei Facebook auch bei Twitter. Die Plattform kann kleine Gruppen als sehr groß darstellen, beispielsweise durch Bots. So können Falschinformationen durch große Like und Retweet Anzahlen bedeutsamer wirken. Twitter als eine neue Oase für Manipulatoren?

  • FACEBOOK gründerszene: Mit dieser Unternehmenskultur wurde Facebook groß
    Der einstige Facebook-Manager Antonio García Martínez verrät die Geheimnisse des Erfolgs von sozialen Netzwerken. Neben einem enormen Durchhaltevermögen, sei auch Mark Zuckerbergs Marketing Grund für Facebooks Berühmtheit. Zu Zuckerbergs Marketing gehörten zum Einen das Ausprobieren über „Hackathons“, Veranstaltungen bei denen neue Produkte entwickelt und ausprobiert werden, zum anderen die spätere Vermarktung des Produktes, von dessen Erfolg man schon von Anfang überzeugt war.

  • REKORDhorizont: Facebook zählt mehr als 30 Millionen Nutzer in Deutschland a> Facebook ist und bleibt eines der wichtigsten sozialen Netzwerke. Dies zeigt sich bei der aktuellen Verkündung-, mehr als 30 Millionen Deutsche nutzen Facebook, mobil sind es 27 Mio. Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook bedankt sich im Namen von Facebook für dieses Engagement unter anderem bei 30 deutschen Gruppen.

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Fake News: Das geplante Gesetz ist nicht die Lösung

Das Fake-News-Gesetz soll politische Manipulationen und Propaganda, insbesondere im Umfeld der bevorstehenden Bundestagswahl, sanktionieren und somit hoffentlich unterbinden. Allerdings birgt ein solches Gesetz auch Nachteile und Risiken. Kritiker, unter anderem der IT-Branchenverband Bitkom, befürchten eine gefährliche Verschiebung von Machtverhältnissen und auch ganz praktische Probleme bei der Umsetzung. Die Kritik ist berechtigt. Das durch das Fake-News-Gesetz adressierte Problem ist real, aber das Gesetz ist keine taugliche Lösung.

Fake News: ein reales Problem

„Fake News“ – also unwahre, meist in propagandistischer oder zumindest manipulativer Absicht veröffentlichte Nachrichten – sind derzeit in aller Munde. Der aktuelle Hype ist in gewisser Hinsicht übertrieben, das zugrunde liegende Problem jedoch ist real.

Das Internet erlaubt es allen seinen Nutzerinnen und Nutzern, Informationen und Meinungen zu veröffentlichen, auf Wunsch sogar anonym. Das hat viele Vorteile. Es wirkt demokratisierend, untergräbt alte, häufig schädliche Hierarchien und erschwert Zensur. Allerdings ist der Nachteil, dass sich häufig auch die Fachkompetenz des Urhebers oder der Urheberin einer Meldung schwer prüfen lässt. Auch ob diese Person womöglich Hintergedanken bei der Veröffentlichung hat, ist im Internet noch schwerer nachvollziehbar als in der physischen Welt oder bei traditionellen Medien. Viele Menschen mit eher fragwürdigen Meldungen und Ansichten, vom harmlosen Spinner über Scherzbolde mit geschmacklosem Humor bis hin zu verblendeten Ideologen und staatlichen Akteuren, insbesondere beim Geheimdienst, nutzen dies nach Kräften aus. Lügen, Propaganda und Verschwörungstheorien füllen das Internet. Für Laien ist es häufig schwierig, festzustellen, ob es sich bei einer Nachricht um Fake News handelt, oder nicht.

Ein Gesetz soll helfen

Um dieser Problematik Herr zu werden, wird derzeit ein Gesetz diskutiert, das das absichtliche Verbreiten von Fake News unter Strafe stellen soll. Zudem wären Plattform-Betreiber in der Pflicht, entsprechende Inhalte von ihren Diensten fernzuhalten. Entfernen sie nachweislich falsche Meldungen nicht rechtzeitig, würden empfindliche Bußgelder drohen. Unter anderem gilt Bundesjustizminister Heiko Maas als großer Verfechter eines solchen Gesetzes, nachdem er längere Zeit vergeblich versuchte, insbesondere Facebook auf anderem Wege zur Löschung problematischer Inhalte zu bewegen. Unter anderem im Umfeld der nächsten Bundestagswahl, die im Herbst 2017 stattfinden soll, fürchtet die Regierung Manipulationen durch Fake News.

Das Zensurmonster im Sozialen Netzwerk

Das geplante Gesetz allerdings ist – bei aller Besorgnis über die grundsätzliche Problematik – der falsche Weg, um der Flut an irreführenden Meldungen Herr zu werden. Es verschiebt Machtverhältnisse und Deutungshoheiten wieder gänzlich in Richtung offizieller Stellen oder großer Infrastruktur-Betreiber. Das dient nicht in erster Linie der Wahrheit, sondern eher dem Aufrechterhalten von Machtstrukturen.

Berechtigte Kritik übt unter anderem der IT-Branchenverband Bitkom in seiner aktuellen Presseerklärung zum geplanten Fake-News-Gesetz. Bitkom erklärt, man verstehe zwar die Problematik, dass Menschen mit Hilfe von Fake News manipuliert würden, allerdings dürfe es „nicht Aufgabe der Plattformbetreiber werden, über richtig oder falsch [und] wahr oder unwahr zu entscheiden“. Die von den Befürwortern geforderte Rechtsschutzstelle der Provider, die über Nutzer-Beschwerden entscheiden und die Löschung problematischer Inhalte veranlassen soll, bezeichnet Bitkom als „Zensurmonster“.

Hassbotschaften und Diffamierungen, so Bitkom weiter, seien bereits strafbar. Dafür reiche die aktuelle Rechtslage aus. Auch ihre Löschung von Online-Plattformen sei möglich. Falschmeldungen seien hiervon streng zu unterscheiden.

Bitkom schlägt vor, dass Nutzer, die eine Falschmeldung entdecken, diese stattdessen durch eine eigene Nachricht mit entsprechenden Quellen widerlegen. Das ist ein zweifellos aufwändiger, aber dafür ungleich demokratischerer Weg. Zudem soll es auf einigen Plattformen demnächst die Möglichkeit geben, Fake News zu melden und so dafür zu sorgen, dass sie als weniger vertrauenswürdig gekennzeichnet werden.

Neben den ethischen Bedenken sieht Bitkom bei dem diskutierten Gesetz auch ganz praktische. „Die geplante Rechtsschutzstelle wäre im Übrigen auch bei bestem Bemühen zum Scheitern verurteilt. Selbst Gerichte scheitern regelmäßig an der Aufgabe, zuverlässig und nachvollziehbar über den Wahrheitsgehalt von Aussagen zu entscheiden. Wie soll dies einer von Unternehmen betriebenen Rechtsschutzstelle gelingen, die weder über die forensischen Mittel der Sicherheitsbehörden noch über die notwendigen Auskunftsrechte und sonstigen Möglichkeiten von Behörden verfügt?“, fragt der IT-Branchenverband nicht zu unrecht. Es wäre nicht das erste Mal, dass unsere Regierung eine Maßnahme plant, deren technische und praktische Umsetzung alles andere als durchdacht ist.

Letztendlich, so das Fazit der IT-Experten, „ist es aber jedem Nutzer selbst überlassen, Meldungen auf Basis der verfügbaren Informationen hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts einzuschätzen und zu bewerten“. Sie fordern, dass die Regierung dafür sorgt, den Menschen besseres Handwerkszeug für den kritischen Umgang mit Quellen an die Hand zu geben. „Dazu werden die Plattform-Betreiber ihren Beitrag leisten, aber gefragt sind hier vor allem die Schulen, Volkshochschulen oder Institutionen wie die Bundeszentrale für politische Bildung. Nur so bringen wir diese Kompetenzen in die Fläche.“ Auch Freiwillige könnten womöglich – wie es etwa beim Thema Datenschutz und Verschlüsselung schon geschehen ist und weiterhin geschieht – einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung leisten.

Diskussion und Aufklärung statt Zensur

Das geplante Fake-News-Gesetz ist gefährlich und fehlgeleitet. Lügen, Propaganda und Manipulation sind ein echtes und ernstzunehmendes Problem im Internet. Sie aber mit einer Zensur-Infrastruktur zu bekämpfen, ist eine für unsere Politiker typische Überreaktion, die mehr schadet als sie nützt.

Der Weg einer flächendeckenden Aufklärung und eines Bemühens um informierte Diskussionen und Dialoge ist zwar zweifellos ein langwierigerer und umständlicherer als einfach ein Gesetz zu erlassen und als Allheilmittel zu deklarieren – er ist aber der einzig gangbare Weg, wenn wir gleichzeitig die Meinungsfreiheit und den offenen Dialog im Internet erhalten wollen. Deswegen sind wir alle in der Pflicht, eine solche Zukunft möglich zu machen und gleichzeitig die fehlgeleiteten Gesetzgebungs-Exzesse der Politiker zu bekämpfen. Fake News sind zweifellos gefährlich – sie aber als Ausrede für Zensur zu instrumentalisieren, ist auf lange Sicht ungleich gefährlicher.


Image „magnifying-glass“ by geralt (CC0 Public Domain)


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Die Leimspur des Donald Trump – Wer selbst Phrasen sät, erntet phrasendreschende Populisten

Haben die klassischen Medien im amerikanischen Wahlkampf um das Präsidentenamt wirklich keine Rolle mehr gespielt, sondern die konstruierte Filterblasen-Realität der Kampagne von Donald Trump? Zu dieser Schlussfolgerung gelangt etwa Jan Fleischhauer, der sich auf Facebook unter dem Namen seiner Frau und einer Berglandschaft von Caspar David Friedrich in die Echokammer des nationalistischen Lagers einsortierte.  Es sei erstaunlich, wie sich die Wahrnehmung verdüstert, wenn Facebook einen als AfD-Sympathisanten identifiziert hat. „Man tritt in eine Welt, in die selten ein Sonnenstrahl fällt.“ Man liest Meldungen, dass in der Stadt Neuss auf Druck der Muslime an einem ersten Kiosk statt Bockwurst nur noch Hühnchenspieße verkauft werden. Man sieht Schockbilder von Tierschlachtungen, verbunden mit dem Aufruf, sich für einen Bann der Schächtung einzusetzen.

Mit Bockwurst-Verbot und Sparschwein-Alarm

„So geht es immer weiter, Tag für Tag. Auf die Meldung über das Bockwurst-Verbot folgt die Nachricht, dass jetzt die Sparschweine verschwinden, nach dem Sparschwein-Alarm kommen neue Schlägervideos. Wer das länger mitmacht, muss unweigerlich zu dem Schluss gelangen, dass Deutschland vor die Hunde geht, wenn sich nicht bald etwas ändert. Und das Irrste ist: Nichts davon findet sich in den herkömmlichen Medien“, schreibt Fleischhauer. So ähnlich hat dann wohl auch der US-Wahlkampf funktioniert. In den seriösen Medien sei über die Lügen und Wahrheitsverdrehungen von Donald Trump berichtet worden, über seine Vergangenheit als Konkurskünstler und Steuervermeider, über die Klagen und Gerichtsverfahren, weil er Leute übervorteilt hat, die ihm vertraut hatten.

„Das Problem ist: Die Leute, die Trump wählen, scheren sich nicht darum, was in der ‚New York Times’ oder der ‚Washington Post’ steht. Sie sehen auch nicht CNN oder MSNBC“, schreibt der Spiegel-Redakteur. Sie würden ihr Wissen aus dem Internet beziehen. „Und wenn sie den Fernseher einschalten, dann gehen sie zu einem Sender ihres Milieus wie Fox News“, so Fleischhauer. Ist damit alles erklärt? Erleben wir ein Meinungsklima, das sich immer mehr vom Medientenor entfernt?

 Meinungsklima versus Medientenor

Klaffen veröffentlichte und öffentliche Meinung auseinander, spricht man von einem doppelten Meinungsklima. In der Regel folgte das Meinungsklima dem Medientenor. Nur in Ausnahmefällen wich die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung vom Medientenor ab. Gibt es jetzt gar ein dreifaches Meinungsklima? Diese Frage stellte ich übrigens schon vor fünf Jahren. Gute Antworten dazu gibt es nur wenige. Wohl eher Schockstarre.

Der Rhetorik-Trick von Trump & Co.

Vielleicht sind wir aber gerade dabei, Donald Trump und seinen nationalistischen Kollegen in Europa gewaltig auf dem Leim zu gehen, bemerkte Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen beim NRW-Journalistentag in Duisburg.

Journalisten unter Druck #jnrw16

Posted by Gunnar Sohn on Samstag, 19. November 2016

Der rhetorische Trick von Trump funktioniert wie der Verkauf von warmen Semmeln – übrigens war das in den 1960er Jahren bei den Rassisten des  Ku-Klux-Klan auch schon so: „Es gibt eine Geschichte, die Trump immer wieder erzählt hat und die ist unfassbar erfolgreich. Es existiere ein politisches und mediales Establishment in Washington, das eng zusammenarbeitet und dafür sorgt, dass Trump nicht Präsident werden soll. Das liegt hinter seinen Erzählungen. Damit stilisiert er sich zum Underdog und sorgt dafür, dass alle Berichte von der New York Times bis zur Washington Post ständig im Schein dieser Erzählung gesehen werden.

Jede wahre Geschichte, die publiziert wurde, zahlte immer auf seine Story ein: ‚Ich stehe außerhalb des Establishments. Seht mal, die versuchen mich fertig zu machen“, erklärt Schmiechen. Trump habe das sehr geschickt hinbekommen.

Klassische Medien machten Trump groß

Ist der prahlerische Bauunternehmer deswegen ein Held der sozialen Medien? Mitnichten. Es waren die klassischen Medien, die ihn groß gemacht haben und auf seine Erzählungen reingefallen sind. So investierte Trump bei den Vorwahlen der republikanischen Partei lächerliche zehn Millionen Dollar für klassische Fernsehwerbung. Die freiwillige Sendezeit der TV-Anbieter brachte dem reaktionären Parolenschwinger einen Gegenwert von 1,9 Milliarden Dollar. Jede Provokation, jeder Kalauer und jede Unverschämtheit, die Trump hinaus posaunte, fand den Weg in die Nachrichtenformate der Massenmedien. Trump bediente die Sucht nach krassen Sprüchen und skandalträchtigen Überschriften.

Die Sucht nach der schnellen Schlagzeile

Ähnlich agieren seine Gesinnungsfreunde und Gesinnungsfreundinnen in Europa. Man wirft den Journalisten haarsträubende Hass-Botschaften vor die Füße und erntet Schlagzeilen. Fragt man aber bei den besorgten abendländischen Schreihälsen nach, wie sie sachpolitisch vorgehen wollen, welche Gesetzgebungsvorschläge in der Pipeline sind oder welche haushaltspolitischen Überlegungen vorliegen, starrt man in leere Gesichter. Nur diese Themen eignen sich halt nicht für knackige Überschriften. Vielleicht leben ja auch die Chefinterpreten der öffentlichen Meinung in bequemen, anschauungsdichten und begriffsarmen Kapseln, in denen die Welt mehr Wille als Vorstellung ist, fragt sich Jürgen Kaube von der FAZ.

„Dass es nur Emotionen und Affekte wären, die diese Wahl erklären können, ist insofern ein wohlfeiles Besserwissen. Es führt zur Replik ‚Was heißt hier nur?’ und bestenfalls zu der Frage, weshalb es den Demokraten nicht möglich war, einer Mehrheit die angeblich irrationalen Globalisierungsängste, ihre angeblich irrigen Affekte gegen Washington und New York und ihren Zorn über eine Politik, die als verlogen wahrgenommen wird, zu nehmen.“ Den Wählern ihre Unbildung vorzuhalten, lenke davon ab, dass die Bereitschaft, von Trumps Redensarten nicht mehr als krasse Unterhaltung zu verlangen, auf Erfahrungen mit den Redensarten der anderen beruht und auf Erfahrungen mit der Wirklichkeit, die diesen Redensarten folgte.

Talkshows als Nährboden für Populisten

„Für Deutschland gilt, dass jede politische Talkshow den Populisten Wähler zuführt, weil viele die Phrasen nicht mehr anders als durch Affekte verarbeiten können. Man kann sich leicht ausrechnen, wie es in einem Land aussieht, das in puncto sozialer Ungleichheit und womöglich sogar in puncto Phrasen noch ganz anderes zu bieten hat“, kommentiert Kaube. Wer Phrasen sät, auf jede Phrase wie ein Pawlowscher Hund mit Sendezeit und Schlagzeile reagiert, darf sich nicht wundern, wenn Phrasendrescher Erfolg haben.

Das Notiz-Amt sieht die Notwendigkeit für mehr Kompetenz und Relevanz in Politik, Medien und Wirtschaft.


Image “man” by ArtsyBee (CC BY 2.0)


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Kann Facebook unsere Wahlergebnisse beeinflussen?

Domino's (adapted) (Image by David Pacey [CC BY 2.0] via Flickr)

Facebook geriet im Mai diesen Jahres aufgrund von Anschuldigungen einer liberalen Einflussnahme in seiner „aktuelle Themen“-Funktion in Schwierigkeiten. Dies war nicht das erste Mal, dass Facebook beschuldigt wurde, sich heimlich in die Politik einzumischen. Im Jahr 2012 wurde Facebook von dem Vorwurf entlastet, die Nachrichteneinspeisung von 1,9 Milionen Nutzern zu optimieren, indem man diese mit politischen Inhalten anreicherte.

Im Jahr 2014 fragte Clay Johnson, der Mitgründer von Blue State Digital, einer Firma, die die Online-Kampagnen von Barack Obama für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 plante und verwaltete, nach einem Experiment in der Emotions-Manipulation, an dem 689.ooo Menschen teilnahmen, folgendes: „Könnte Mark Zuckerberg eine Wahl drehen, indem er für Upworthy (eine Website, auf der sich virale Inhalte sammeln) zwei Wochen vor der Wahl dafür wirbt? Und sollte das überhaupt erlaubt sein?“

Aber Facebooks politisch einflussreichstes Instrument ist vielleicht eines, das sich gut versteckt. Man denke nur an den „Ich habe gewählt“-Button. Der Button, der von Facebook als ‚Sprachrohr der Wähler‘ bezeichnet wird, ermöglicht den Nutzern, mitzuteilen, ob sie gewählt haben und zeigt, welche ihrer Freunde auch gewählt haben.

Ein einflussreiches Instrument

Der harmlos aussehende Button ist ein politisch sehr einflussreiches Instrument. Wie fast jede Funktion auf fast jeder kommerziellen Internetseite wird das Sprachrohr auf Facebook für kontrollierte, vermittelnde Experimente genutzt. Facebook wandte den Button in einem großen Experiment bezüglich der amerikanischen Kongresswahlen im Jahr 2010 an. 61 Millionen Menschen wurden in einer Gemeinschaftsstudie der Universitäten von Kalifornien und San Diego zusammen mit Datenwissenschaftlern von Facebook verschiedene Versionen des Buttons gezeigt, manchmal war auch gar kein Button zu sehen.

Sie nutzten Wählerverzeichnisse, um den Einfluss des Buttons auf das tatsächliche Wahlverhalten zu ermitteln. Es stellte sich heraus, dass der Aufruf zum Handeln die Gesamtzahl der Wähler um 340.000 Wähler anstiegen ließ. Der Bericht dieser Studie, der im Magazin Nature veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass selbst kleinste Veränderungen an der Wahlbeteiligung „den Ausgang der Wahl beeinflussen können“. Es wird das Beispiel der Wahl des amerikanischen Präsidenten im Jahr 2000 zitiert, bei der George W. Bush seinen Konkurrenten Al Gore in Florida durch lediglich 537 Stimmen schlagen konnte. Hätte Gore im Staat Florida gewonnen, hätte er die Wahl zum Präsidenten gewonnen.

Kann das Sprachrohr Wahlen beeinflussen?

Wenn Facebook gewillt war, seine parteienneutrale Selbstdarstellung aufzugeben, wäre es einfach, das Wahlergebnis mit einem Instrument, das zum Wählen animiert, zu beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass das Feststellen einer politischen Tendenz der Facebook-Nutzer einfach ist, auch für jene, die sich von politischen Aktivitäten im Netz fernhalten.

Facebook könnte deshalb das „Ich habe gewählt“-Instrument gezielt nur für die Unterstützer von Kandidaten oder politischen Parteien seiner Wahl anbieten und so nur deren Stimmen vermehren. Das wäre sogar legal, selbst wenn es heimlich geschehen würde. Aber nehmen wir einmal an, dass Facebook nicht gewillt wäre, solche Risiken auf sich zu nehmen. Kann es einen Einfluss auf Wahlen haben auch ohne, dass man verschiedene Wähler verschieden behandelt?

„Ich habe gewählt“ und Voreingenommenheiten

Der Bericht über die Facebook-Studie aus dem Jahr 2010 erwähnt nicht, ob die Zunahme in der Wahlbeteiligung in irgendeiner Weise mit der Voreingenommenheit für eine Partei in Verbindung stand und es gibt keine Möglichkeit, das zu überprüfen. Aber statistisch gesehen ist es beinahe unmöglich, ein solches massives Eingreifen in den politischen Prozess durchzuführen, ohne damit Voreingenommenheit zu erzeugen.

Es wäre sehr überraschend und würde einiges an Erklärung verlangen, wenn keine Beeinflussung entstehen würde. Der Grund hierfür ist, dass die hierbei involvierten Variablen kaum unabhängig sind. Die Zugehörigkeit zu einer Partei hängt stark von anderen Eigenschaften ab, wie zum Beispiel vom Alter und dem Bildungsgrad. Diese wiederum können davon abhängen, wie sehr man mit dem Button auf Facebook konfrontiert wird und von der Wahrscheinlichkeit, dass man durch den Gruppenzwang im Internet, falls vorhanden, beeinflusst wird.

Es gibt deshalb keinen Grund zu der Annahme, dass der gleiche Button alle Wählergruppen gleichermaßen beeinflusst. Wenn der Anstieg der Wählerstimmen aufgrund des Buttons in allen Gruppen nicht exakt gleich ist, erzeugt dies Voreingenommenheit.

Eine absichtliche Voreingenommenheit?

Die Existenz einer solchen Voreingenommenheit ist an sich nicht welterschütternd. Man kann mit einer ähnlichen Begründung sagen, dass Veränderungen des Wetters das Wahlergebnis auf eine Art beeinflussen können, sodass das Wahlergebnis beeinflusst wird. Der „Ich habe gewählt“-Button unterscheidet sich in der Hinsicht von den Methoden, die Facebook verwendet hat, um die Wahlbeteiligung zu beeinflussen, dass dieser individuelle Wahlinformationen liefert.

Indem die Information, wer gewählt hat, mit den Informationen der politischen Tendenzen kombiniert werden, verfügt Facebook über eine einzigartige Position und weiß, wie jede Veränderung des Knopfes jede Wählergruppe beeinflusst hat. Dementsprechend kann Facebook vorhersagen, welche Voreingenommenheiten durch das Anwenden einer jeden Button-Variation quer durch alle Wählergruppen bei zukünftigen Wahlen erzeugt werden.

Zum Beispiel hätte sich Facebook dazu entschließen können, das Sprachrohr der Wähler bei der US-Präsidentschaftswahl einzusetzen oder auch nicht. Weil Facebook weiß, welche Aktion welcher Partei nutzen wird, konnte die Wahl nicht unvoreingenommen sein. Schon das Sammeln der Daten selbst hat Facebook zu einem politischen Mitspieler gemacht.

Die Wahl des Anwendens oder Nichtanwendes ist ein einfaches Beispiel der absichtlichen Voreingenommenheit. Man stelle sich vor, es gäbe Unterschiede in den Wahlmustern der Parteien abhängig von der Tageszeit, zu der gewählt wird. Indem man sich dazu entschließt, dass der Button erst am späten Nachmittag erscheint (wie es Facebook für ein paar Nutzer bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 2012 getan hat), wird ein feinerer Grad der Kontrolle über die Voreingenommenheit erzeugt.

Im März, als Facebook-Mitarbeiter Mark Zuckerberg die Frage stellten, welche Verantwortung Facebook hat, um dabei zu helfen, zu verhindern, dass Trump im Jahr 2017 Präsident wird, ging es nicht um die Befähigung. Wie wir festgestellt haben, kann Facebook die Wahlbeteiligung beeinflussen. Sheryl Sandberg aus dem Facebook-Vorstand für das operative Geschäft sagte dazu: „Facebook würde nie versuchen, Wahlen zu kontrollieren.“ Aber wenn Facebook Millionen von Stimmen mit dem sprichwörtlichen Klick auf einen Knopf kontrollieren kann, ist das dann noch Demokratie?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Domino’s“ by david pacey (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 23. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Originale unterstützende Remixe, die Chromecast-App im Play Store, Apple fehlt es nicht an Innovation sondern Strahlkraft, die Wikipedia wehrt sich gegen Manipulation und die Grenzen des Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • REMIX Netzpolitik.org: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling: Auf Netzpolitik.org erzählen in der Serie “Remixer/in” Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal stellt Leonhard Dobusch eine Studie zum ökonomischen Verhältnis von Remix und Original vor.
  • CHROMECAST Internetworld.de: Chromecast-App außerhalb des US-Markts: Google bietet die Android-App für den Streaming-Stick Chromecast jetzt auch international zum Download an. Das legt den Schluss nahe, dass der Stick demnächst auch außerhalb der USA in den Verkauf kommen könnte.
  • APPLE ReadWrite: Innovation Isn’t Dead At Apple—But Excitement Is: Die gestrige Keynote von Apple hat zumindest bewiesen, dass das Unternehmen immer noch exemplarische Produkte herstellen kann. Noch herrscht Innovation bei Apple, wie Dan Rowinski schreibt. Doch ohne ein Genie wie Steve Jobs verliert die Marke deutlich an Strahlkraft.
  • WIKIPEDIA Zeit Online: Wikipedia geht gegen bezahlte Manipulation vor: Um sich gegen bezahlte Manipulationen von Wikipedia-Artikel zu wehren, hat die berühmte Online-Enzyklopädie mehr als 250 Nutzerprofile gesperrt oder von der eigenen Seite verbannt. Mitstreiter der englischsprachigen Wikipedia-Version untersuchten Vorwürfe, dass Autoren unter falscher Flagge unterwegs gewesen seien.
  • JOURNALISMUS Berliner Gazette: Die Grenzen des Journalismus werden neu verhandelt: Die Zukunft des Journalismus wird derzeit neu verhandelt. Buzzfeed und Huffington Post sind nur die Vorboten für eine komplett neue Art von Berichterstattung – und Formen der Finanzierung. Der Blogger und Online-Redakteur Martin Giesler schaut sich innovative Beispiele aus den USA an und überlegt, was davon in Deutschland funktionieren könnte.

 

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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