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Huawei Mate X: 5G Falt-Smartphone für 2299 Euro!

Nachdem der eher unbekannte, chinesische Hersteller Royole den Startschuss abgefeuert hat, legen nun auch die großen Hersteller nach. Erst kürzlich kündigte Samsung sein Galaxy Fold an, jetzt setzt Huawei bereits nach. Auf dem Mobile World Congress (MWC) wurde das Foldable Huawei Mate X vorgestellt. Das Mate X setzt neben dem faltbaren Display auf High-End-Technologie. Herausgekommen ist das bislang teuerste Smartphone der Welt.

Richard Yu, CEO von Huawei CBG äußert sich zum neuen Flaggschiff: „Der revolutionäre Form-Faktor des Huawei Mate X wurde durch Huaweis unermüdlichen Einsatz in Forschung und Entwicklung erreicht. Es spiegelt eine Reise in neue Gefilde wieder. Als eine neue Art der Smartphones, kombiniert das Huawei Mate X 5G, einen faltbaren Bildschirm, KI und eine völlig neue Art des Interfaces, um Konsumenten eine noch nie dagewesenen Nutzererfahrung zu bieten.“

Revolution des Phablet

Mit allgemein immer größeren Smartphones, ist der Begriff Phablet fast schon wieder aus der Mode geraten. Für das Huawei Mate X ist es jedoch einfach das passendste Wort. Das faltbare OLED-Display bringt es schon zusammengefaltet auf 6,6 Zoll auf dem Hauptdisplay, sowie 6,4 Zoll auf der Rückseite. Die ungleiche Größe entsteht durch eine Wulst am rechten Rand des Geräts mit der die linke Hälfte beim Zusammenklappen abschließt.

Ausgeklappt kommt das Huawei Mate X sogar auf eine Größe von 8 Zoll, bei 2.480 x 2.200 Pixeln. Im Gegensatz zum Galaxy Fold verzichtet Huawei zudem auf eine deutliche Kante. Die zuvor erwähnte Wulst bietet außerdem mehr Griff, wenn das Gerät ausgeklappt ist. Der „Falcon Wing“ getaufte Klapp-Mechanismus soll Technologie und Ästhetik auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Aufgeklappt ist das Display 5,4 mm dünn, zusammengeklappt bringt es das Mate X auf 11 mm.

5G und ein geteilter Akku

Auch hinter dem Display lässt Huawei sich nicht lumpen. Mit dem Ziel die Tür zum Smart Living zu öffnen, kommt das Huawei Mate X bereits mit 5G auf den Markt. Der neue Mobil-Standard kann also kommen. Das im Januar erst vorgestellte Balong-5000 5G-Modem wird zusammen mit einem leistungsstarken Kirin 980 verknüpft.

Damit dieses Powerhouse auch genug Saft hat, setzt der chinesische Hersteller auf einen zweigeteilten Akku – einen je Displayhälfte. Zusammen bringt es der Akku auf eine stolze Kapazität von 4.500mAh. Mit Huawei Super Charge braucht der Akku lediglich 30 Minuten, um wieder auf 85 Prozent zu laden.

„Nur“ drei Kameras

Im Vergleich zur Samsung-Konkurrenz ist Huawei fast schon sparsam und stattet das Mate X mit nur drei Leica-Kameras aus. Eine Unterscheidung in Vorder- und Rückkameras fallen durch das faltbare und damit beidseitig nutzbare Design weg. Alle drei Kameras sind in der Wulst des Smartphones untergebracht.

Besonders praktisch: Zusammengefaltet zeigt das Huawei Mate X auf beiden Seiten eine Vorschau, sodass sich auch das Motiv entsprechend sehen und darauf reagieren kann.

Preis und Release

Das Huawei Mate X soll Mitte 2019 mit 8 GB RAM und 512 GB Speicher für 2299 Euro auf den Markt kommen. Damit ist das Huawei Mate X das teuerste Smartphone der Welt.

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Huawei Mate 20 X erscheint nun doch in Deutschland

Das Smartphone Huawei Mate 20 X kommt nun doch nach Deutschland. Mitte Oktober kündigte Huawei seine neuen Mate 20-Modelle an, doch nur das Mate 20 und das Mate 20 Pro kamen auch zu uns. Nun gab Huawei bekannt, die Mate 20-Familie mit dem Huawei Mate 20 X zu vervollständigen.

Perfekt für Gamer und Serienenthusiasten

Prunkstück des Mate 20 X ist das extragroße 7,2 Zoll OLED-Display, das vor allem Gamer und Serienenthusiasten anspricht. Ebenso lässt die Größe des Displays eine sinnvolle Nutzung des Split-Screen-Features zu. Auch das Soundsystem soll mit einem vollen Klang punkten. Um dieses Smartphone-Monstrum auch entsprechend zu versorgen, besitzt das Huawei Mate 20 X einen ausdauernden 5.000 mAh-Akku. Wie auch seine Geschwister, verfügt der Akku über Huawei Super Charge. Per Super Charge lädt das Smartphone mit 40 Watt auf und schafft es, in nur 30 Minuten bis zu 70 Prozent des Akkus aufzuladen.

Ein Kraftpaket mit Dreifach-Kamera

Auch beim Huawei Mate 20 X ist das Herz der leistungsstarke Kirin 980-Prozessor mit 8 Kernen. Zusammen mit den 6 GB RAM ist das Smartphone auch für die anspruchsvollsten Spiele bestens aufgestellt. Kamera-Enthusiasten freuen sich zudem über die 24 MP Frontkamera, sowie die Leica Triple-Hauptkamera, die auch schon im Mate 20 Pro verbaut ist.

Die Triple-Kamera besteht aus einem 40 Megapixel RGB-Sensor mit Weitwinkel-Objektiv, einem 20 MP Sensor mit Ultraweitwinkel-Objektiv, sowie einem 8 MP Sensor mit Teleobjektiv. Mit den Blenden f/1.8, f/2.2 und f/2.4 sind auch Ultraweitwinkel-Aufnahmen und Makrofotografie aus 2,5 cm Entfernung kein Problem. Motive in weiterer Distanz werden durch den fünffachen Hybrid-Zoom eingefangen.

Die starke Technik erhält außerdem Unterstützung von einer Kamera-KI. Diese erkennt Motive automatisch und stellt die Kamera optimal darauf ein. Sogar bei Videoaufnahmen lassen sich durch zahlreiche Modi Highlights setzen.

Der biometrische Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sorgt außerdem für blitzschnelles Entsperren, damit einem auch kein Motiv entgeht.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Mate 20 X erscheint Anfang Dezember pünktlich zum Weihnachtsgeschäft im Handel. Das Mate 20 X kommt in der Farbe Midnight Blue und ist mit einer UVP von 899 Euro angegeben.

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Huawei P20 Pro lenkt alle Augen auf die erste Triple-Kamera

Huawei P20 Pro Triple-Kamera

Mit Dual-Kameras versuchen immer mehr Smartphone-Hersteller die Foto-Qualitäten ihrer Modelle denen von herkömmlichen Kameras mit Wechselobjektiv anzunähern. Huawei hat dieses Prinzip mit dem P9 populär gemacht. Mit dem Ur-Enkel, dem Huawei P20, geht der Hersteller einen Schritt weiter und präsentiert das erste Smartphone mit drei Kameras auf der Rückseite. Die zwei preisgünstigeren Geschwistermodelle, das P20 lite und das P20 ohne Namenszusatz verzichten auf diese Weltneuheit, sind ansonsten allerdings technisch ebenfalls stark ausgestattet.

Huawei P20 Pro: Drei Kameras für einen fünffachen Zoom

Das Leistungsvermögen von Smartphones ist etwas mehr als zehn Jahre nach dem ersten iPhone zwar fast ausgereizt. Bei den Foto-Qualitäten geht aber noch was. Denn der Abstand zu den kreativen Möglichkeiten herkömmlicher DSLR und kompakter Systemkameras ist noch groß. Daher preschte Smartphone-Marktführer Samsung kürzlich mit einem Modell vor, dessen Objektiv erstmals die Blende variieren kann. Allerdings ist der praktische Mehrwert dieser Funktion in der ansonsten sehr guten Dual-Kamera des Galaxy S9+ gering.

Huawei Mate 20 Pro
Das Huawei P20 Pro. Image by Huawei

Samsungs Verfolger Huawei kontert jetzt mit einem Modell, das trotz Smartphone-typischer Bauweise einen bis zu fünffachen Zoom anbietet. Dafür sollen drei Sensoren deren Aufnahmen zu einer Bilddatei verrechnet werden. Dabei handelt es sich um einen Farbsensor mit 40 Megapixel, einen Schwarz-Weiß-Sensor mit 20 Megapixeln und einen Farbsensor mit 8 Megapixel. Vor dem 8-Megapixel-Sensor befindet sich zudem Vario-Summilux-Objektiv von Leica optischen Dreifach-Zoom, der einer Brennweite von 80 Millimetern (Kleinbild-äquivalent) entspricht.

Durch das Plus an Bildinformationen und den optischen Zoom sollen Nutzer den Bildausschnitt im Sinne eines Hybrid-Zooms bis zu fünffach vergrößern können, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen in der Qualität kommt. Wie bei den vorherigen Flaggschiff-Geräten von Huawei stand die Traditionsmarke Leica Pate. 

Auf der Front bleibt Huawei bei einer Aufnahmeeinheit. Diese ist jedoch ungewöhnlich hoch aufgelöst. Denn der Sensor zählt satte 24 Megapixel.

Super-Zeitlupe, Studiolicht-Effekte und KI-Bildstabilisator

Darüber hinaus ist das Huawei P20 Pro in der Lage, Videos mit 960 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und in Super-Zeitlupe in einer HD-Auflösung (720p) abzuspielen. Diese rechenintensive Funktion bieten sonst nur noch Spitzenmodelle von Samsung und Sony.

Huawei P20 Pro
Wie Samsung und Sony ermöglicht Huawei eine Super-Zeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde.

Außerdem bietet das Huawei P20 Pro einen Porträtmodus, der neben dem Bokeh-Effekt auch Lichteinstellungen wie im Studio simuliert. In diesem Punkt eifert Huawei dem Vorbild des iPhone X nach. 

Wie schon das Mate 10 nutzt auch das P20 Pro Verfahren des Maschinellen Lernens (Künstliche Intelligenz, KI), um dem Fotografen bei der Belichtung zu helfen. Die schlauen Algorithmen sollen Motive viel besser identifizieren und automatisch belichten als dies die Szenenprogramme herkömmlicher Kameras können.

Huawei NPU
Die KI-gestützte Kamera-Software soll die Belichtung in über 500 Szenarien präzise automatisch einstellen.

Außerdem soll die interne KI im Zusammenspiel mit dem optischen Bildstabilisator Langzeitbelichtungen aus freier Hand bis bis zu 8 Sekunden Länge ermöglichen. Huawei AIS nennt der Hersteller diese Funktion, die ein Stativ entbehrlich machen soll. Das sind große Worte, die wir bei nächster Gelegenheit durch einen Praxistest prüfen werden.

Huawei AIS
Huawei will mit einem KI-gestützten System das Stativ bei Langzeitbelichtungen überflüssig machen.

Huawei stattet das P20 Pro mit Technik vom Feinsten aus

Auch Display und Rechenleistung und sonstige Ausstattung des Huawei P20 Pro zählen zur Créme de la Créme dessen, was der Markt für Smartphone-Komponenten derzeit hergibt. Beim Bildschirm setzt Huawei auf eine aufwendig zu produzierende Konstruktion fast ohne Rahmen an allen Seiten, aber mit einem Sensorsteg am oberen Ende. Trendgemäß verfügt das 6,1 Zoll in der Diagonale messende Display über das langgezogene 19:9-Format. Das farbstarke OLED-Panel löst in knackscharfe 2.240 x 1.080 Pixel auf und verspricht damit eine hervorragende Bildqualität.

Ein sehr schnelles Arbeitstempo gewährleistet der von Huawei selbst gefertigte Prozessor vom Typ Kirin 970. Neben acht Rechenkernen verfügt er auch über die aus dem Huawei Mate 10 bekannte Prozessoreinheit, die Aufgaben mit Künstlicher Intelligenz löst. Dem Kirin 970 an die Seite stellt Huawei imposante 6 GB Arbeitsspeicher, was für schnelle App-Starts und flüssiges Multitasking sorgen dürfte. Mit 128 GB Festspeicher bietet das P20 Pro auch viel Platz für Apps, Fotos und Musik. Allerdings ist er nicht erweiterbar, denn auf einen Slot für eine Micro-SD-Karte verzichtet Huawei.

Auch bei der übrigen Ausstattung lässt Huawei sich nicht lumpen. Das Betriebssystem ist mit Android in der Version 8.1 topaktuell, der Akku ist mit einer Kapazität von 4.000 mAh recht groß dimensioniert und gemäß IP67-Standard ist das Modell auch sicher vor Wasser und Staub.

Dieses vorzüglich zusammengestellte Paket hat natürlich auch seinen Preis. So ruft Huawei zum Marktstart im April 899 Euro für das in drei Farbvarianten erhältliche Top-Smartphone auf. Der Unterschied zum Luxus-Preis des iPhone X schmilzt somit bei Android-Geräten immer mehr.

Huawei P20 und P20 lite bieten viel Leistung für weniger Budget

Dem neuen Vorzeige-Gerät an die Seite stellt Huawei zwei preisgünstigere Geschwistermodelle: Das Huawei P20 für 649 Euro und das Huawei P20 lite für 369 Euro. Wegen des niedrigeren Preises sind einige Leistungsdaten im Vergleich zum P20 Pro abgespeckt.

Huawei P20
Das Huawei P20. Image by Huawei

Wer auf die Triple-Kamera verzichten kann, sollte das P20 in Betracht ziehen. Es verfügt über eine Dual-Kamera mit Know-how von Leica, deren Sensoren mit 20 und 12 Megapixel auflösen. Das Display basiert auf der helleren, aber nicht so farbstarken LCD-Technologie. Außerdem ist es mit 5,8 Zoll in der Diagonale etwas kleiner als beim Pro-Modell. In das Gehäuse passt daher auch nur ein Akku mit 3.400 mAh Kapazität. Der Arbeitsspeicher zählt 4 GB, was aber immer noch gehoben ist. Wie beim Pro-Modell unterstützt eine KI Smartphone-Nutzer beim Fotografieren.

Das P20 Lite (zu unserem Test) setzt wie das P20 auf ein vergleichbar großes LC-Display. Die Dual-Kamera auf der Rückseite nutzt einen 16-Megapixel- und einen 2-Megapixel-Sensor. Der Akku fasst 3.000 mAh. Statt dem neusten Android kommt die Hauptversion 8.0 zum Einsatz. Im Gegensatz zum P20 und P20 Pro ist der 64 GB große Festspeicher des „kleinen“ Modells dafür durch eine Micro-SD-Karte erweiterbar. Unter der Haube rechnet nicht der KI-Prozessor, sondern ein Mittelklasse-Rechenknecht namens Kirin 659.

Huawei P20 lite
Das Huawei P20 lite. Image by Huawei

Insbesondere das Preis-Leistungsverhältnis des Huawei P20 lite ist äußerst attraktiv. Denn obwohl es auf Spitzen-Technik verzichtet, bietet es immer noch eine gehobene Ausstattung für vergleichsweise kleines Geld. Ein Smartphone mit fast rahmenlosen und nahezu vollflächigen Display (abgesehen von der Notch) ist in dieser Preisklasse neu.

Porsche Design Huawei Mate RS mit Fingerabdruckleser im Display

Neben der P20-Serie kündigte Huawei in Paris auch eine neues Luxus-Modell namens Porsche Design Mate RS an. Es wird Mitte April für 1.699 Euro erscheinen. Neben einem besonderen Design und dem Prestige eines exklusiven Modells erhalten Käufer dann das erste Gerät, das über einen Fingerabdrucksensor im Display verfügt. Außerdem ist Spitzentechnik aus dem Huawei P2o Pro dabei. So sind die Triple-Kamera von Leica mit 40 Megapixeln, die KI-gestützte Fotografie, ein 4.000-mAh-Akku und der IP67-Wetterschutz an Bord.

Welchen ersten Eindruck das Huawei P20 Pro macht, berichtet Jonathan Kemper in diesem Kurztest. Er war als Autor von Netzpiloten Android bei der Vorstellung der P20-Serie in Paris vor Ort.

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Die Pro-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
Die lite-Variante des P20 bei Amazon (Provisions-Link)
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Images by Huawei; Sebastian Seitz; Berti Kolbow-Lehradt

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Große Marke, wenig dahinter: Lasst euch beim Smartphone-Kauf nicht von Traditions-Labels einlullen

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Die Qualität der Kamera ist eines der Hauptverkaufsargumente bei Smartphones aller Preiskategorien. Deshalb wird neben immer besseren Leistungen von den Mobilgeräte-Herstellern auch gerne die Zusammenarbeit mit großen Namen aus der Welt der Kameras angepriesen. In manchen Fällen werden Geräte sogar direkt unter dem Markennamen eines Kameraherstellers vermarktet. Diese Maßnahmen sollen gegenüber dem Konsumenten überdurchschnittliche Kompetenz im Bezug aufs Imaging suggerieren. Allerdings steckt dahinter nicht immer allzu viel Substanz.

Traditionsmarken zieren Billig-Geräte

Vor allem im niedrigen Preissegment sollen traditionsreiche Marken völlig unaufregenden Geräten etwas Glanz verleihen. So hat Archos, eine französische Elektronikmarke, zum Beispiel gerade angekündigt, eine Reihe günstiger Tablets unter dem Markennamen Kodak zu vetreiben. Zudem verkauft ein anderer Lizenznehmer der Kodak-Marke, die Bullit Group aus Großbritannien, mit dem Kodak Ektra (hier zu meinem Kurztest) ein Smartphone im Retrokamera-Design. Zwar sieht das sehr nett aus, bietet aber selbst im Kameramodul nur Durchschnittstechnik. Und der legendäre Polaroid-Schriftzug ist auf Action-Cams der Einstiegsklasse und Selfie-Sticks zu finden.

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Kodak Ektra, vertrieben von der Bullit Group. Image by Lars Rehm

Marken-Protz bei Mittelklasse und High-End-Geräten

Aber auch im Hochpreissegment werden Marken lizensiert. So nutzt die weltweite Nummer drei im Smartphone-Markt, Huawei, Leicas Namenszug auf den Kameras seiner Topmodelle, zum Beispiel auf dem P10 (hier zu meinem Kurztest). Auf Sonys Smartphones der Xperia-Reihe prangt das Zeiss-Logo. Und Motorolas „True Zoom“-Kameramodul für die Moto-Z-Reihe wird unter dem Hasselblad-Namen vertrieben (hier mein ausführlicher Test).

All diese Produkte sind insgesamt von hoher Qualität und kosten viel Geld. Jedoch dürfte sich der tatsächliche Einfluss der berühmten Kameramarken auf Entwicklung und Fertigung in vielen Fällen in Grenzen halten. Zwar hat Leica laut eigener Aussage bei den Huawei-Smartphones P9, P10 und Mate 9 (zu Jonas’ Test) an der Optimierung von Bildatmosphäre, Farbanmutung und Rauschverhalten gearbeitet. Auch das Zusammenspiel der beiden Linsen in der Dual-Kamera soll Teil des Engagements gewesen sein. Gemessen an der gesamten Ingenieursleistung, die in ein Kamerasystem einfließt, scheint dies aber ein relativ kleiner Beitrag zu sein.

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Huawei Mate 9 mit Dual-Kamera „von“ Leica. Image by Jonas Haller

Wie konkret Traditionsmarken die Produkte der Lizenzpartner mitentwickelt haben, bleibt oft schwammig. Wohl aus gutem Grund. So muss sich keiner der Beteiligten rechtfertigen, wenn die Technik nicht so toll funktioniert, wie das Marketing suggeriert.

Denn in vielen meiner Tests stellte ich fest, dass der Deal mit den Traditionsmarken für den Kunden überhaupt keinen funktionellen Mehrwert bietet. So war die Qualität der Objektive in Sonys Smartphone-Kameras in der Vergangenheit oft nicht auf dem Niveau, das man mit Zeiss-Produkten assoziiert. Und das bereits erwähnte „True Zoom“-Modul basiert auf typischer Kompaktkamera-Technologie, mit der Hasselblad normalerweise keine Berührungspunkte hat. Schließlich ist das Unternehmen hauptsächlich für seine professionellen Mittelformatkameras bekannt.

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Das Hasselblad „True Zoom“-Modul am Lenovo Moto Z Force Smartphone. Image by Lars Rehm

Schaut beim Kauf auf’s Produkt, nicht auf die Marke!

Und genau das ist es, was den Marken-Kooperationen oft einen etwas faden Beigeschmack gibt. Gut informierte Verbraucher lassen sich natürlich nicht von einem Label in die Irre führen. Der Durchschnittskonsument könnte aber durchaus den Eindruck gewinnen, er erwirbt ein Mobilgerät, das eine bessere Kamera hat als das Konkurrenzprodukt ohne den Namenszug eines Kameraherstellers. Das kann der Fall sein, ist es oft aber nicht.

Marken-Kooperationen können die Reputation versauen

Aber nicht nur Verbraucher könnten auf der Verliererseite stehen. Auch die Lizengeber setzen ihre Reputation bei der Stammkundschaft aufs Spiel. In manchen Fällen, wie Polaroid oder Kodak, ist das Lizensieren inzwischen zum Hauptunternehmenszweck geworden. Hier muss man sich sicher nicht allzu viele Sorgen ums Markenimage machen.

Marken wie Leica, Zeiss oder Hasselblad, die ihr Geld immer noch mit Profifotografen sowie ambitionierten und solventen Amateuren verdienen, haben aber einiges zu verlieren. Kunden, die mehrere Tausend Euro für eine Leica-Kamera oder ein Zeiss-Objektiv ausgeben, dürften nicht immer darüber erfreut sein, dass der Schriftzug „ihrer“ Marke auf einem Smartphone prangt, das für einen Bruchteil dieser Summen zu haben ist. Denn zumindest aus dem Blickwinkel dieser Klientel haben Smartphones im Vergleich mit den Kernprodukten der Marke nur unterklassige Bildqualität zu bieten.

Hey Marken, bitte ein bisschen mehr Klartext für Käufer!

Sinkende Umsätze in der Foto-Industrie bedeuten, dass auch diese Firmen nach neuen Märkten und Zielgruppen Ausschau halten müssen. Es wäre aber wünschenswert, dass dem Kunden mehr Transparenz im Bezug auf diese Kooperationen gewährt werden würde. Wenn es sich um einen reinen Licensing-Deal handelt, sollte dies ersichtlich sein. Echter Technologie-Transfer ist natürlich gewünscht und kann mittel- und langfristig zu Kamera-Performance und Features führen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Aber auch in diesen Fällen sollte von Anfang an kommuniziert werden, auf welcher Ebene und in welchem Umfang dieser Transfer stattfindet. Dann wüsste auch der Verbraucher genau, woran er ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Teaser Image adapted by Lars Rehm; Images by Lars Rehm, Jonas Haller


 

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