All posts under Hass

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • HASS-POSTINGS t3n: Wer pöbelt, darf in den Medien namentlich genannt werden: Mit der hohen Popularität wächst auch die Notwendigkeit über den Umgang mit Hass-Postings zu entscheiden. Das Saarländische Oberlandesgericht hat nun entschieden, dass zum Zweck der Berichterstattung der Name des Beitragserstellers voll zitiert werden darf. Der Name sei im Internet öffentlich zugänglich und der Nutzer sei sich dem Hass-Postings bewusst gewesen. Die Entscheidung des OLG hob eine vorherige Entscheidung auf.

  • BROWSER heise: Ehemaliger Mozilla-Technikchef: „Chrome hat den Browser-Krieg gewonnen“: Googles Browser „Chrome“ hat mittlerweile den Großteil des Marktes eingenommen. 54 Prozent nutzen den Browser, Mozilla Firefox, ein ebenfalls populärer Wettbewerber erreicht nur 6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind heute 22 Prozent weniger Firefox-Installationen aktiv, der Verlust beschleunige sich zunehmend. Diese Zahlen veröffentlichte der ehemalige Technikchef von Mozilla auf Github. Grund für den Rückgang der Aktiven Installationen von Firefox sei das aggressive Marketing und die Monopolstellung von Google. Mit wenig Aufwand kann das Unternehmen Aufmerksamkeit auf ihren Browser lenken.

  • STRAFE golem: Livestream-Mitschnitt des Stadtrats kostet 250.000 Euro: Auf den Mitschnitt und eine Weiterverwendung des Streams einer Stadtratssitzung des Stadtrats Schwerin steht nun eine hohe Geldstrafe, beschließt die Stadtvertretung. Beantragt wurde dieses Weiterverwendungsverbot da die Vertreter ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sehen. Die Fraktionen erklärten, dass der Livestream weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, aber die Aufzeichnung durch dritte zu weit gehe. Der Landesbeauftragte für Datenschutz- und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern habe der neuen Regelung des Stadtrats zugestimmt.

  • WERBUNG horizont: Das Duopol: Welchen Einfluss haben Facebook und Google auf das internationale Werbegeschäft? Laut der Pivotal Research Group landen in den USA inzwischen 70 Prozent der digitalen Werbespendings bei Google und Facebook. Zahlen für Deutschland sind nicht bekannt. Die Tatsache, mit welcher Rasanz sich im digitalen Werbegeschäft ein Duopol zwischen den beiden Unternehmen etabliert hat, sollte eigentlich abschrecken. Die Stärke dieser Unternehemen liegt unter anderem auch in der großen Anzahl an Ressourcen und dem mittlerweile etablierten Prozess des Trackings.

  • SMART wired: Anybody Can Fire This ‚Locked‘ Smart Gun With $15 Worth of Magnets: Es schien wie ein Durchbruch im Bereich der Waffenkontrolle. In den USA hat das Unternehmen Armatix eine “Smart-Pistole” vorgestellt, die nur feuern kann, wenn der Schütze das passende Gegenstück – eine Uhr – am Arm trägt. Hacker haben nun einen Weg um die Sperre gefunden und gezeigt, dass die Technologie nicht so sicher ist. Die Verriegelung der Waffe kann durch einfache Magneten umgangen werden.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • DATA heise: Dynamische IP-Adressen sind laut BGH personenbezogene Daten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hält dynamische IP-Adressen von Website-Besuchern für datenschutzrechtlich geschützte personenbezogene Daten. Dies stellt das höchste deutsche Gericht in einem heute gesprochenen Urteil klar. Es folgt damit einem im Oktober 2016 ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in derselben Sache. In dem Fall geht es um eine gerichtliche Auseinandersetzung des Piraten-Politikers Patrick Breyer gegen die Bundesrepublik Deutschland. Breyer möchte, dass die Websites des Bundes aufhören, IP-Adressen der Besucher ohne Einwilligung drei Monate lang zu speichern und damit Tracking zu ermöglichen. Letztlich geht es dem Datenschützer um ein generelles Verbot von IP-Logging ohne konkrete Einwilligung.

  • HASS golem: Facebook-Gesetz auf der Kippe : Heiko Maas (SPD) will noch in dieser Legislaturperiode das sogenannte „Facebook-Gesetz“ beschließen lassen. Allerdings ist die Frist dafür bereits verstrichen – streng genommen wäre der letztmögliche Termin Mitte Februar gewesen. Er ist dennoch zuversichtlich, dass das Gesetz noch beschlossen werden könnte. Jedoch droht schon jetzt Kritik von Seiten der CDU sowie von anderen SPD-Politikern.

  • TWITTER t3n: Twitter: Mitgründer Biz Stone kehrt zurück Im März 2006 hatte Jack Dorsey gemeinsam mit den Co-Gründern Biz Stone und Evan Williams den Microblogging-Dienst Twitter. Dorsey trat 2008 als CEO zurück, den Posten übernahm Williams, der ihn im Herbst 2010 wieder abgab. Biz Stone verließ Twitter im Jahr 2011. Jetzt, knapp zwei Jahre nach Jack Dorsey, kehrt Stone zu Twitter zurück, wie er am Dienstag in einem Blogeintrag bei Medium bekannt gab. In ein paar Wochen starte er „full time“ bei Twitter, schreibt Stone. Er werde sich künftig um die Unternehmenskultur kümmern – „that energy, that feeling“. Der genaue Jobtitel von Stone ist unklar, einem Insider zufolge, den Recode zitiert, wird der Twitter-Co-Gründer unter CMO Leslie Berland arbeiten und ihr bei der internen Kommunikation und dem Aufrechterhalten der Moral in der Firma helfen.

  • APPLE Welt: Apple kurz vor Vorstellung von drei neuen MacBooks : Apple wird wohl bei der Entwicklerkonferenz im Sommer drei neue Laptops vorstellen. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertrauten Menschen. Das MacBook Pro wird einen schnelleren Kaby-Lake-Prozessor von Intel bekommen, sagten die Insider. Apple arbeitet auch an einer neuen Version des 12-Zoll-MacBooks mit schnelleren Intel-Prozessoren. Zudem werde im Unternehmen auch über eine verbesserte Version der populären 13-Zoll-Version des MacBook Air nachgedacht. Die Nachfrage nach Apples günstigstem Notebook ist überraschend stark, sagte einer der Insider. Weder Apple noch Intel wollten die Informationen zunächst kommentieren.

  • CYBERMOBBING Zeit: Ist doch nicht so schlimm, machen doch alle: Eine am Dienstag veröffentlichte, nicht repräsentative Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing kommt nach Befragung von über 3.000 deutschen Eltern, Lehrern und Schülern zum Ergebnis: Etwa 13 Prozent der Schüler sind schon online gemobbt worden. Auf einen ähnlichen Befund kam die Entwicklungspsychologin Anja Schultze-Krumbholz. Sie hatte in ihrer Dissertation verschiedene deutsche Studien verglichen.
    Laut Bündnis gegen Cybermobbing sind 14-Jährige am häufigsten betroffen, aber auch 7-Jährige machen schon Erfahrungen mit Cybermobbing. Jeder zehnte Lehrer sagt, er habe regelmäßig damit zu tun, jeder zweite Lehrer habe es schon einmal erlebt.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • CYBERCRIME heise: Nach Hacker-Festnahme: FBI will Kelihos-Botnetz endgültig stilllegen: In Barcelona wurde vor einigen Tagen ein russischer Hacker festgenommen. Der Vorwurf lautet, dass er ein Rechnernetz angelegt haben soll, dass Login-Daten sammelt, jährlich Hunderte Millionen SPAM-Mails verschickt und Malware auf anderen Rechnern installiert. In der Vergangenheit wurde mehrfach versucht, dem Botnetz den Todesstoß zu versetzen – bislang jedoch erfolglos. Allerdings teilte nun das US-Justizministerium mit, dass am Samstag mit dem Botnetz verbundene Domains blockiert wurden, dass ein Ersatzserver eingerichtet wurde, um automatisierte Anfragen infizierter Computer anzunehmen und dass zudem alle Steuerungsbefehle des Hackers blockiert wurden.

  • HASS Spiegel Online: Gericht verurteilt Facebook-Hetzer zu 4800 Euro Strafe: Hetze im Netz bleibt nicht ohne Konsequenzen. Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wurde am Dienstag ein 57-Jähriger vorurteilt. Er habe auf Facebook die Grünen-Politikerin Claudia Roth beleidigt und gefordert, sie „aufzuhängen“. Der Vorwurf lautet somit „öffentliche Aufforderung zu Straftaten sowie Beleidigung“. Der Hetzer wurde zu einer Geldstrafe von 4. 800 Euro in 160 Tagessätzen von je 30 Euro verurteilt. Aufgeflogen war der Mann als Kunde in einer Digitaldruckerei. Ein Mitarbeiter war auf ihn aufmerksam geworden, weil er ihm wie ein „merkwürdiger Wutbürger“ erschien. Er stieß im Internet auf sein Facebook-Profil und damit auf „menschenverachtende und gruselige“ Kommentare.

  • iOS golem: Der Weg zurück zu HFS+ ist versperrt: Apple beendet mit dem aktuellen Update für iOS auf Version 10.3.1 die Signierung für das Dateiformat HFS+. Das ab jetzt verwendet Dateisystem ist APFS (kurz für „Apple File System“). Wenn Nutzer das Update durchführen, wird parallel dazu das Dateisystem konvertiert, deswegen dauert der Vorgang ungewöhnlich lange. Weil Apple die Signierung älterer iOS-Versionen beendet hat, ist ein Wechsel zurück zu iOS 10.2.1 unmöglich. Das neue Update beseitigt Sicherheitsprobleme bei WLAN-Verbindungen. Es werden auch 32-Bit-Geräte unterstützt, daher gibt es auch eine Aktualisierung für das iPhone 5 und 5C. Unter WatchOS und TVOS wird APFS bereits eingesetzt, der Einsatz unter MacOS ist geplant.

  • OFFICE t3n: Millionen Word-User von Onlinebanking-Virus betroffen: Microsofts Office-Programm ist derzeit einem Großangriff durch Schadsoftware ausgesetzt. Weltweit sind Millionen Word-Nutzer auf Windows-PCs betroffen. Gegen eine erst am Wochenende entdeckte Sicherheitslücke im Programm werde offenbar derzeit ein Angriff mit Schadprogramm gefahren. Die Angreifer versuchten, über eine groß angelegte SPAM-Aussendung den Banking-Trojaner Dridex auf den Rechnern der Anwender zu installieren. Die E-Mails haben als Anhang ein schadhaftes Word-Dokument im RTF-Format (Rich Text Format). Die Forscher berichten, dass ein Öffnen der infizierten Dateien bereits dazu führt, dass der Rechner des Opfers kompromittiert wird. Word blendet zwar eine Warnung vor potenziell gefährlichen Links ein, an diesem Punkt ist der Rechner aber bereits infiziert.

  • DIGITALISIERUNG WIRED: Die Ampel der Zukunft ist ein digitales Verkehrsschild: Beim diesjährigen Lexus Design Award gilt das Konzept des russischen Industriedesigners Evgeny Arinin als Finalist. Sein Vorschlag ist eine komplette Überarbeitung der Verkehrszeichen an Kreuzungen. Die Ampel der Zukunft ist demnach ein Schild in Form der Kreuzung. Dieses verfügt über LED-Technologie und kann in den gewohnten Farben Rot, Gelb, Grün anzeigen, welche Fahrtrichtung gerade Vorfahrt hat. Arinin will damit die Ampel zukunftsfähig machen. Schon bald könnten digitale Verkehrszeichen eine große Rolle spielen, da autonom fahrende Autos mit ihnen kommunizieren müssen. Große und deutliche Schilder sollen zuverlässiger sein als kleine, schwankende Farbkreise.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • WINDOWS heise: Microsoft erläutert die Datensammelwut von Windows 10: Microsoft hat ein neues Update für Windows 10 veröffentlicht, dass nächste Woche in Windows Update erscheinen soll. Damit können Nutzer die Datenschutzeinstellungen auf den Stand zurücksetzen, den sie vor dem Upgrade auf Windows 10 gesetzt hatten. Statt der „Express-Einstellungen“-Schaltfläche wird es ein übersichtliches Menü mit fünf Klicks geben. Außerdem hat Microsoft eine Liste veröffentlicht, die Auskunft gibt über den Umfang der Daten, die im äußersten Fall an den Hersteller übertragen werden – und diese Liste ist lang.

  • APPLE golem: Magsafe-Adapter für USB-C denkbar: Apple hat ein neues Patent eingereicht, das Hoffnung auf einen Magsafe-USB-C-Adapter macht. Beim bisherigen Ladekabel für MacBooks war die Verbindung sehr instabil und es reichte schon wenig Zug am Kabel, um die Verbindung zu lösen. Laut Apple wollte man damit verhindern, dass das MacBook aufgrund von Zug am Kabel versehentlich zu Boden fällt. Bei den neusten Geräten wird es einen Anschluss zum Aufladen des USB-Typ-C geben. Das Patent schafft einen Adapter, mit dem man den neuen und den alten Anschluss verbinden kann. Allerdings bleibt unklar, ob der Adapter auf wirklich in die Produktion geht. Es wäre nicht das erste Patent, dass niemals auf den Markt kommt.

  • HASS t3n: Internet-Verbände kritisieren Gesetzentwurf gegen Hasskriminalität: Am Mittwoch, den 05. April 2017 hat das Bundeskabinett ein Gesetz beschlossen, das gegen Hasskommentare im Internet wirken soll. Das Gesetz sieht vor, dass soziale Netzwerke binnen 24 Stunden dafür sorgen müssen, dass strafbare Äußerungen gelöscht werden. Andernfalls drohen ihnen Bußgelder von bis zu 50 Millionen Euro. Prompt kommt Kritik aus der IT- und Internet-Branche. Die neue Regelung sei zwecklos, da sich oft nicht vollständig klären ließe – erst recht nicht binnen 24 Stunden -, ob ein Verstoß vorliegt, sagte Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom. Auch Oliver Süme von Eco, Europas größtem Branchenverband der Internetwirtschaft kritisiert die Bundesregierung. „Zwangsläufig erkennen wir bei starren Fristen die Gefahr einer Löschkultur des vorauseilenden Gehorsams. Es wird im Zweifel mehr gelöscht, als notwendig wäre“.

  • ALDI Welt: iPhone bei Aldi zum Schnäppchenpreis: Kommende Woche Mittwoch wird es in einigen Filialen von Aldi Süd das iPhone 6 zum Preis von 479 Euro zu kaufen geben. Das Gerät kommt ohne Vertrag und ohne SIM-Lock, dafür aber mit einem zusätzlichen Jahr Garantie und einer Aldi-Talk-SIM-Karte im Wert von 10 Euro. Allerdings hat das Angebot einen Haken. Zum einen wird der interne Speicher lediglich 16 GB betragen. Das Kleingedruckte verrät darüber hinaus, dass die iPhones schon im Laufe des Vormittags des ersten Verkaufstags ausverkauft sein könnte und dass es das Gerät nicht in allen Filialen geben wird. Auch der Preis ist nicht außergewöhnlich niedrig. Im Internet findet man das iPhone 6 vereinzelt schon für ca. 480 Euro.

  • FACEBOOK CNBC: Facebook plant kostenlose Version des Slack-Konkurrenten: Facebook hat angekündigt, eine kostenlose Version von Workspace auf den Markt zu bringen. Die Software ist ein Konkurrenzprodukt zu Slack, dass sich vor allem an Anwender im Business richtet und die Möglichkeit bietet, zu chatten und zusammenzuarbeiten. Der Look and Feel des Produkts wird der gleiche sein, wie bei der kostenpflichtigen Version, allerdings wird auf Verwaltungs- und Analysewerkzeuge verzichtet werden. Derzeit befindet sich das Produkt noch in einer Testphase, daher ist es noch nicht überall erhältlich.

Weiterlesen »

Ärger bei 4chan: Ein finsterer Teil des Internets breitet sich aus

Das Internet ist voller finsterer Orte. Es gibt Webseiten, auf denen sich Leute zusammenfinden, um illegale Bilder miteinander zu teilen, verbotene Substanzen zu kaufen und anstößige Mitteilungen öffentlich kundzutun, die auf den meisten gewöhnlichen Seiten nicht geduldet werden würden. Aber genauso wie die Memes und Witze, die in Foren wie 4chan entstehen und sich in das weitere Internet verbreiten, bleibt auch der dort ausgedrückte Hass nicht an Ort und Stelle.

So wurde besonders die politisch inkorrekte, oder auch „/pol/“ genannte Pinnwand von 4chan zu einer Heimat für den Nationalismus der (Alt-Right). Dieser war ein zentraler Bestandteil für die Online-Unterstützung Donald Trumps bei den US-Wahlen. Aber es ist auch ein Ort, an dem die Nutzer Trollaktionen und Missbrauch auf anderen Webseiten organisieren.

Während 4chan vermehrt durch die etablierten Medien thematisiert wird, wissen wir wenig darüber, wie die Seite tatsächlich funktioniert und wie sie dazu dient, den Hass auf anderen sozialen Plattformen zu verbreiten. Das ist der Grund, warum meine Kollegen und ich uns dazu entschieden haben, /pol/ zu beobachten. Wir haben seit dem 20. Juni 2016 acht Millionen Beiträge analysiert. Die Aktion sollte einen Versuch darstellen, einen Teil des Einflusses zu ermessen, den die Seite auf das restliche Internet hat.

4chan ist eine Seite mit Bildern, die um ein typisches Pinnwandmodell  gebaut wurden, auf der Nutzer Bilder teilen, die zum spezifischen Thema einer jeweiligen Pinnwand passen. Andere Nutzer können durch einen Kommentar oder mit mehr Bildern darauf antworten. Zwei der wichtigsten Aspekte von 4chan sind die Anonymität (die Nutzer haben kein öffentliches Profil) und die Vergänglichkeit (inaktive Themen werden routinemäßig gelöscht).

4chan betreibt zurzeit 69 Pinnwände, welche in sieben Kategorien auf hohem Niveau aufgeteilt werden, einschließlich japanische Kultur und Erwachsene. Der erklärte Zweck der politisch inkorrekten Pinnwand ist die „Diskussion von Nachrichten, des Weltgeschehens, politischer Angelegenheiten und anderer, verwandter Themen“. Aber es gibt wohl zwei Haupteigenschaften der /pol/-Themen. Eine davon ist der aggressive und rassistische Tonfall und das Verwenden einer beleidigenden und abwertenden Sprachweise. Dies bezeichnet seine Verbindung zur Bewegung der extremen Rechten, die den gängigen Konservatismus sowie Immigration, Multikulturalität und politische Korrektheit ablehnen.

Das andere interessante Merkmal ist die bedeutende Menge an neuen Inhalten und die Online-Kultur, die sie erschafft. Insbesondere verwandelte die Seite den unbedeutenden Comicbuch-Charakter Pepe der Frosch in einen Meme und in ein Symbol für die Rechten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von /pol/ ist sein Ruf für die Koordinierung und für die Organisation von sogenannten Überfällen auf andere Plattformen. Überfälle sind in gewisser Weise ähnlich wie verteilte Dienstblockaden (DDoS-Angriffe) und Attacken, bei denen Hacker versuchen, Webseiten zum Erliegen zu bringen. Aber anstatt zu versuchen, die Dienste auf der Basis des Netzwerks zu stören, versuchen sie, die Gemeinschaft einer Seite zu stören, indem sie aktiv Nutzer belästigen oder versuchen, die Gespräche an sich zu reißen.

Im Sommer 2016 starteten /pol/-Nutzer das „Unterfangen Google“ als Antwort auf die Einführung von Anti-Troll-Technologien der Suchmaschine, um die Seiten mit beleidigender Sprachverwendung bei den Seitenauflistungen weiter nach unten zu schieben. Die Nutzer begannen damit, hasserfüllte Worte durch die Namen von großen Technikfirmen zu ersetzen, indem zum Beispiel „Google“ und „Skype“ verwendet wurden, um rassistische Bezeichnungen für schwarze und jüdische Menschen zu ersetzen. Unsere Studie zeigte, dass das Unterfangen Google einen beträchtlichen Einfluss auf /pol/ hatte und dieser Einfluss hält in gewisser Weise noch an. Aber die Wirkung außerhalb von 4chan selbst war tatsächlich ziemlich begrenzt und weniger verbreitet, als es zu dieser Zeit berichtet wurde.

Wir entdeckten dann das raubzugartige Verhalten auf anderen sozialen Medien-Plattformen. Eine ausfällige Sprache scheint ein derart fundamentaler Bestandteil von /pol/ zu sein, dass seine Nutzer anscheinend dazu in der Lage sind, diese Beleidigungen, die an sie gerichtet werden, für sich auszuklammern. Aber Internet-Mobbing ist ein ernsthaftes Problem, das zu Depressionen, Selbstverletzungen und sogar zu Suiziden führen kann. Daher können wir Fälle, in denen das hasserfüllte Gift von 4chan auf andere Seiten überspringt, wie zum Beispiel auf YouTube, nicht ignorieren.

Wir fanden Beweise, dass bestimmte YouTube-Videos einen Anstieg in ihren Kommentar-Aktivitäten verzeichnen konnten, nachdem sie auf /pol/ verlinkt wurden. Außerdem fanden wir heraus, dass wenn die Kommentare kurz nach der ersten Erscheinung der Verlinkung auf /pol/ geschrieben wurden, viel wahrscheinlicher hasserfüllte Worte beinhalteten. In anderen Worten gibt es einen bedeutenden statistischen Beweis, dass /pol/-Nutzer YouTube mit ihren Kommentaren attackieren.

Locker bleiben

Unsere Forschungsanalyse liefert auch eine Erklärung, wie einige der Schlüsselfunktionen von 4chan (wie Vergänglichkeit und Anonymität) Inhalt und Verhalten auf der Pinnwand beeinflussen. Zum Beispiel sorgt das System des „Dellen-Limits“ dafür, dass bestimmte Themen die Unterhaltung nicht monopolisieren, wodurch sichergestellt wird, dass neue Inhalte konstant generiert werden.

4chan und /pol/ entwickeln sich kontinuierlich. Während des letzten Jahres wurde die Seite an den Gründer eines japanischen Rivalen verkauft und es wurde eine sehr weiche Moderation eingeführt. Zusätzlich wird Berichten zufolge nach neuen Wegen gesucht, die Seite zu monetarisieren, um mit den finanziellen Engpässen umgehen zu können. Die vergängliche Natur der Pinnwand erschafft eine natürliche Verlagerung der Themen und Aktivitäten und führt ebenfalls dazu, dass Nutzer zu anderen, einigermaßen ähnlichen Seiten wechseln, wie zum Beispiel zu 8chan.

Aber die zunehmend organisierten Aktivitäten der Nutzer der Pinnwand und ihre Fähigkeit, Inhalte zu erschaffen, die das Internet verändern, demonstrieren die Kraft ihres zugrunde liegenden Einflusses. Während die Welt auf 4chan schaut, wird 4chan ihr nicht ganz so dezent entgegenblicken.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image “matrix” by geralt (CC BY 2.0)


Weiterlesen »

Licornes vs. Haters – mit Einhörnern gegen Cyber-Mobbing

Lego Einhorn (Image by d97jro [CC0 Public Domain], via Pixabay

Es tummelt sich zuviel Hass in der virtuellen Welt. Um den Diskriminierungen entgegenzuwirken, ersetzt die französische Assoziation „Respect Zone“ in ihrer originellen Kampagne „Licornes vs. Haters“ (dt. etwa: Einhörner gegen Neider) Beleidigungen von Internetnutzern mit niedlichen Emojis. Anhand eines Plugins werden in den Kommentarbereichen von Blogs, Informationsseiten oder Foren respektlose Publikationen nach Veröffentlichung durch harmlose Bildchen ausgetauscht.

„Solche {Wölkchen} wie dich sollte man alle {Häschen}!“

„Du Nutte“ (das Schimpfwort, das im Übrigen Tabellenführer der meist genutzten Beleidigungen laut “Respect Zone” ist) wird dann zu „Du {Muffin + Wolke}“. Auf der Videoplattform YouTube wirbt die französische Vereinigung, die sich seit 2014 für mehr Respekt im Internet einsetzt, für ihr Projekt „Licornes vs. Haters“ und zeigt dabei Situationen aus dem Alltag:

In der Sprache der Jugendlichen

Die klare Zielgruppe der Kampagne sind Schulkinder und Jugendliche. Und das aus gutem Grund: Laut einer Studie des französischen Bildungsministeriums im November 2014 geben zwei von zehn Schülern an, bereits Opfer von Cyber-Mobbing via SMS, Mail oder in den sozialen Netzwerken gewesen zu sein.

Nicht anders sieht es in Deutschland aus: Laut einer internationalen Studie von Vodafone und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im September 2015 ergab sich unter deutschen Jugendlichen ein ähnlich bedenkliches Bild. Fast jeder fünfte Jugendliche gab an, schon einmal unter Hassattacken im Internet gelitten zu haben.

Die Idee der Kampagne ist, den Hass lächerlich zu machen: „Wir bieten Kontra mit einer Geste, die die Sprache der Jugendlichen spricht – die Botschaft kommt an, ohne dass wir belehrend sind“, erklärt Philippe Coen, Präsident und Gründer von Respect Zone. Beleidigungen ins Leere laufen zu lassen, soll gerade den jungen Internetnutzern einen Denkzettel verpassen. „Das Ziel ist, dass sich jeder Nutzer selbst zu zügeln lernt. Er muss wissen, dass das, was er schreibt, Personen verletzen kann.“

Die Charta für ein respektvolles Online-Verhalten

Ein wenig schulmeisterlicher geht es auf Respect Zone selbst zu: Regeln für ein besseres, respektvolleres Verhalten sind in der eigenen Charta zusammengefasst. Diese wurde bereits auf Englisch, Italienisch, Griechisch und Niederländisch übersetzt und zusammen mit dem Logo zum Download bereitgestellt. Ein lobenswertes Engagement, das von namhaften Organisationen wie der UNESCO bereits anhand der Einbindung des Logos auf der Homepage unterstützt wird.

Die Einhorn-Kampagne wartet bisher noch auf den durchschlagenden Erfolg – obwohl die Reaktionen bei der Präsentation der Projekts in Schulen und Workshops meist mit einem „Genial!“ und großer Begeisterung quittiert wird, beklagt Coen.  „Das zeigt die Verlegenheit der Medien auf die schwierige Frage der Moderation ihrer Seiten und den Fakt zu reagieren, dass mindestens 27 Prozent der Kommentare beleidigend, gewalttätig oder hasserfüllt sind.


Image „Lego Einhorn“ by d97jro (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

Warum Disneys Zoomania vielleicht der wichtigste Film des Jahres ist

Zoomania (Screenshot (adapted) by Disney Deutschland via YouTube)

Bei Disneys neuestem Film, dem hochgelobten Zoomania (oder Zootropolis, bzw. Zootopia, je nachdem wo Sie den Film sehen), handelt es sich um ein animiertes Filmkonzept mit einem interessanten Twist – alle Charaktere in dieser Stadt, von Tundra Town bis Rainforest, sind Tiere.

Der Film begleitet Judy Hopps, ein Kaninchen vom Land, das davon träumt, die erste Kaninchen-Polizistin der Zoomania-Polizei zu werden. Sie trifft den durchtriebenen, aber auch liebenswerten Fuchs Nick Wilde, entdeckt eine Verschwörung, die alle „Raubtier“-Bürger in Wilde verwandeln möchte und droht sich schließlich selbst im Verwirrspiel und die Hysterie zu verfangen, als sie versucht, den Bösewicht aufzuspüren.

Es ist eine Kombination aus Kumpel-Film, romantischer Komödie, Mystery und Action-Streifen – eine pelzige Version von Lethal Weapon.

Doch das ist nur die oberflächliche Ebene der Geschichte. Während man über die lebensechte Computeranimation staunt und über die Faultiere lacht, die die Kraftfahrzeugbehörde mit ihrer einzigartigen und zur Weißglut treibenden Geschwindigkeit leiten, wird man in einen wichtigen politischen Film hineingezogen. Denn Zoomania ist auch eine essentielle Reaktion auf die Politik der Angst in den Vereinigten Staaten – nicht nur auf das neueste Trumpopolis der Aggression und des Hasses, sondern auch die Jahrzehnte des Argwohns und der gelegentlichen Panik, die dem vorausgegangen sind, Stimmungen, die das Fundament für die Wahlkampfkampagne von 2016 gelegt haben.

Raubtiere und Beute

Zootropolis ist eine Mega-Stadt, in der die Bürger den tierischen amerikanischen Traum leben. Alle Arten, von der kleinsten bis zur größten, Pflanzenfresser und Fleischfresser, zahm und ehemals wild, leben in Harmonie zusammen. Es ist kein zuckrig süßer Schmelztiegel – Nick Wilde, der Fuchs, ist nach wie vor ein Hochstapler und die Kaninchen-Polizeibeamtin Judy Hopps muss Diskriminierung durchstehen – aber dennoch ist Zoomania ein Beweis für Amerikas Vormachtstellung eines “natürlichen” Zustands des Konflikts und der Aggression.

Der Zustand ist jedoch nicht annähernd beständig. Es braucht nur einen bösartigen Auslöser, um die zerbrechliche Waffenruhe zwischen den “Beutetieren”, die 90 Prozent der Bevölkerung von Zootropolis ausmachen, und den “Raubtieren” zu zerstören.

Und wie aufs Stichwort nutzt ein machthungriger Politiker die Serie von Vermisstenfällen, um ein Klima der Spaltung und Angst zu erzeugen. Arbeiter tauschen beunruhigte Blicke untereinander aus. Eine Mutter zieht ihr Kind näher zu sich heran, wenn sich ein Löwe in der U-Bahn neben sie setzt. Fensehsender verbreiten die neuesten Nachrichten von Angriffen der Raubtiere auf Beutetiere und der Beutetiere auf Raubtiere. Bald fordert man, alle Raubtiere zusammenzutreiben.

Dies ist keine direkte Reaktion auf die Politik von Donald Trump, da sich Zoomania bereits lange bevor der Geschäftsmann seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gab, in der Produktion befand. Der Film ist in der Tat noch viel nachhaltiger, da seine Botschaft nicht bloß an Donald und seine Unterstützer gerichtet ist – er ist eine Kampfansage an die gesamten amerikanische Öffentlichkeit.

An einem der Wendepunkte des Films spricht Polizeibeamtin Judy Hopps – inzwischen eine Heldin – bei einer Pressekonferenz an, dass Raubtiere möglicherweise “biologisch” handeln, da sie auf urzeitliche Instinkte zurückfallen. Panische Reporter fragen, ob dies nun bedeute, dass überall in Zoomania die Barbarei ausbrechen werde – und so geht auch Judys Freundschaft zu Nick Wilde in die Brüche, während sie tiefer in die Politik des “wir gegen sie” hineingerät.

Der Film erinnert daran, dass nicht nur ein Politiker der Liga Trump oder ein bösartiges Genie einen Konflikt anzettelt kann, welcher Nachbarn und Partner spaltet. Es muss nicht einmal jemand mit bösen Absichten sein – auch unschuldige und wohlgesinnte Bürger, Bürger wie Judy Hopps können ernsthaften Schaden anrichten, indem sie leichtsinnig “primitive” Aussagen weitertragen.

Natürlich hört der Film an dieser Stelle nicht auf und lässt traumatisierte Kinder und besorgte Eltern zurück. Die Krise in Zoomania geht vorüber, die Pelzträger und scharfzahnigen Mitbürger finden wieder Frieden, die Bösewichte bekommen ihre gerechte Strafe. Aber die Stadt kann den Moment nicht ausmerzen, die Beschlüsse können den Argwohn und die Angst nicht zunichtemachen. Niemand ist immun gegen die aufgepeitschte Bedrohung gegen die Gemeinschaft.

Das amerikanische Paradoxon

Das Timing der Veröffentlichung des Films Zoomania beleuchtet das amerikanische Paradoxon. Die Vereinigten Staaten sind nicht nur ein Land des sozialen Fortschritts oder eines der sozialen Feindseligkeit – sie sind beides.

Letztes Jahr kam der Supreme Court zu der epochemachenden Entscheidung, gleichgeschlechtliche Ehen zu erlauben. Ein Afroamerikaner ist Präsident und viele andere haben hohe Ämter inne, ebenso wie viele Lateinamerikaner, Amerikaner mit asiatischem Hintergrund und anderen ethnischen Wurzeln. Eine Frau leitet das höchste Amt im Land. Die Kultur der USA feiert die Vielfalt der Lebensstile und Wurzeln als ein gemeinsames amerikanisches Erlebnis.

Aber gleichzeitig ist das Land auch zerrissen vom Diskurs des Hasses. Denn obwohl einige amerikanisch-muslimische Gemeinden von der Regierung freudig als ein Beispiel der Harmonie begrüßt werden, finden Politiker wie Trump noch immer einen Weg, um die gesamte Gruppe der Muslime anzuschwärzen.

Öffentlicher Rassismus ist verpönt und dennoch erschießen Polizisten unbewaffnete farbige Männer. Die Ungleichheit des Einkommens hält Angst und Spaltung aufrecht. Lateinamerikaner verfangen sich in dem Wirbel um die das Land überflutenden “Immigranten”, da es keine Mauer um Mexiko gibt. Frauen werden als hysterische Geiseln ihrer Biologie dargestellt oder im Kampf zwischen Politikern zu sexualisierten Stützen.

Das ist bei weitem kein neues Paradoxon. Der Fortschritt der USA im 20. Jahrhundert wurde begleitet von der Roten Angst. Jeder gewöhnlicher Amerikaner war ein potenzieller Kommunist und die perfekte Entschuldigung dafür, Bürgerrechte vorzuenthalten und Progressive auf die schwarze Liste zu setzen. Das Ende des Kalten Krieges brachte keinen Frieden, der “Sieg” löste sich bald in erneuten Rassenspannungen, angefangen bei den Unruhen in Los Angeles von 1992 bis hin zum OJ Simpson-Prozess.

Doch im Jahr 2016 ist gerade der Fortschritt in einigen Bereichen der Grund für die starke Rückentwicklung in der Politik. Gespeist durch den Krieg gegen den Terror und von Medienverlagen, die eher Meinungen polarisieren, anstatt Diskussionen anzuregen, verbreitet sich die Sprache der Angst und des Hasses. Donald Trump ist beides: ein Sympton und Mitwirkender dieses giftigen Diskurses.

Zoomania legt dieses amerikanische Paradoxon offen. Die Frage ist, während der Film viel Lob einheimst, ob er auch zu einem Ausweg beiträgt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image: Screenshot Trailer Zoomania (adapted) by Disney Deutschland, via Youtube


The Conversation

Weiterlesen »

#EsIstVorbei: Schlussmachen im Zeitalter des Internets

Love (of technology) (adapted) (Image by Matthew G [CC BY 2.0] via flickr)

Warum es Algorithmen uns so schwer machen, mit einer Beziehung endgültig abzuschließen. Menschliche Beziehungen umspannen mittlerweile längst auch unsere sozialen Netzwerke. Wir sind über etliche Social Media Accounts miteinander verbunden. Das ist aber nur so lange wünschenswert, bis wir eine Beziehung beenden wollen. Denn auch wenn das Internet uns besser als je zuvor vernetzen kann, kann es eins bisher noch nicht sehr gut: Beziehungen beenden. Müssen wir also eine adäquate Schlussmach-Netiquette entwickeln?

Es war einmal vor langer Zeit, da hatten die Menschen noch kein Internet und auch keine Smartphones. Ich kann mich noch gut an diese Zeiten erinnern, in der ich noch die Telefonnummern meiner Freunde auswendig kannte und meine Eltern aus Telefonzellen anrief, um zu sagen, um wie viel Uhr ich zu Hause sei.

Es war auch die Zeit, in der ich meinem damaligen Schwarm eine Postkarte mit meiner Telefonnummer als einziger Nachricht schickte und er daraufhin tatsächlich in mühsamer Kleinarbeit über’s Jahrbuch und die Suche im Telefonbuch herausfand, wer ich denn war. Es war also eine Zeit, in der man sich tatsächlich ein bisschen anstrengen musste, um eine neue Beziehung aufzubauen.

Social Media hat dies für uns erheblich einfacher gemacht. Mit nur wenigen Klicks können wir heutzutage Menschen über Facebook, Snapchat, Instagram, Twitter oder Tinder kennenlernen. Soziale Medien sind darauf ausgerichtet, das Aufbauen neuer Beziehungen so einfach und unkompliziert wie möglich zu machen. Doch was passiert, wenn wir eine Beziehung beenden wollen? Wenn die Liebe, die einmal da war und zwei Menschen über sämtliche soziale Netzwerke hinweg verbunden hat, plötzlich aufhört? Im echten Leben können wir relativ einfach einen Schlussstrich ziehen: “Es ist aus!” Schluss. Ende. Vorbei. Doch im Internet gibt es bisher noch keinen äquivalenten digitalen Schlussstrich.

Ein Algorithmus vergisst nie

Schuld daran sind vor allem die Algorithmen, die von Programmieren nur darauf ausgerichtet sind, Beziehungen zu finden, nicht aber, diese zu beenden. Wenn sich der Algorithmus von Google Mail erstmal gemerkt hat, dass der Partner immer mit in die Betreffzeile gesetzt wird, vergisst er das nicht mehr. Wenn beim Venmo-Zahlformular lange nach Beziehungsende immer noch der Name des Ex-Partners als Zahlungsvorschlag auftaucht, dann nur weil ein Algorithmus so programmiert wurde. Algorithmen sind hervorragend, um Verbindungen zu finden und sich diese zu merken. Doch vergessen können Algorithmen nicht. Beziehungsende? Nicht vorprogrammiert! Die schmerzhafte Erinnerung an die zerbrochene Beziehung starrt uns jedes Mal ins Gesicht, wenn wir unseren Facebook-Feed öffnen oder unsere alten Instagram-Fotos durchschauen.

Wenn es vorbei ist, ziehen wir im echten Leben einfach in einen anderen Stadtteil, löschen Telefonnummern und packen gemeinsame Erinnerungsstücke in eine Kiste, die wir in der hintersten Ecke des Dachbodens verstauen. Für die digitale Welt der sozialen Medien gibt es eine solche Kiste leider noch nicht. Es gibt aber mittlerweile zumindest einige Versuche, um uns auch das digitale Schlussmachen leichter zu machen.

Brauchen wir einen digitalen Schlussmach-Coach?

Die bekannteste Applikation ist wohl Block Your Ex, mit dem der bisherige Partner aus dem persönlichen Newsfeed geblockt wird. Wer einen ganz radikalen Schlussstrich ziehen will, nutzt den Kill Switch. Eine sehr hilfreiche Applikation gegen schwache Momente kann auch die iPhone-App Drunk Dial sein. Oder für die ganz dramatischen gibt es mittlerweile auch eine Applikation, mit der man digital “Fotos verbrennen” kann.

Doch all diese Applikationen haben noch ihre Schwächen. Selbst mit der Block Your Ex-App sehen wir immer noch, welche Events in unserer Nähe unser Ex-Partner besucht. Auch Tinder zeigt uns immer noch die Freunde unserer ehemaligen Partner als möglichen Match an. Wenn Schlussmachen schon im echten Leben nicht einfach ist, kann es in der digitalen Welt eine riesige Anstrengung sein, alle Spuren an den Ex-Partner zu verwischen. So anstrengend, dass sich die Idee eines Social Media Break Up Coordinator derzeit rasant im Internet verbreitet. Bisher ist dieser Schlussmach-Coach nur eine theatralische Performance von Caroline Sinders, einer Künstlerin und digitalen Anthropologin aus den USA. Doch die Idee dahinter könnte zu einem echten Kassenschlager werden: In ihrem Stück kümmert sich Sinders als Break-Up-Koordinatorin darum, alle Spuren an den oder die Ex im Netz zu entfernen – gegen Bezahlung versteht sich. Das erspart ihren Kunden die Mühe und den Kummer, selbst alle Social Media Profile nach dem Ex-Partner durchforsten zu müssen. Sinders kann das, was die Schlussmach-Apps noch nicht können: Mit menschlichem Mitgefühl nachvollziehen, welche digitalen Verbindungen wir nach einer zerbrochenen Beziehung kappen möchten.

Wir haben keine Netiquette für’s Beziehungsende

Es besteht also eindeutig Bedarf an einer Verbindung zwischen menschlichen Gefühlen und Algorithmen, wenn es um das digitale Schlussmachen geht. Denn es gibt bisher auch keine wirklichen Konventionen darüber, was die richtige “Beziehungsende-Netiquette” denn eigentlich ist. Darf ich noch ein “like” setzen, wenn mein Ex-Freund etwas Lustiges auf Facebook postet? Ist es in Ordnung auf den Tweet der Ex-Freundin zu antworten?

Die digitale Anthropologin Ilana Gershon von der Indiana University in den USA hat sich in einer Studie mit diesen Fragen ausführlich beschäftigt. Sie wollte herausfinden, was uns das Nutzerverhalten in sozialen Medien über das Beenden von Beziehung sagen kann. Ihre Schlussfolgerung: Selbst wenn uns vom persönlichen Schlussmachen bis zum Schicken einer WhatsApp-Nachricht immer mehr Kommunikationsformen zur Verfügung stehen, nutzen User diese in sehr differenzierter Form. Eine SMS zum Schlussmachen wird nicht gleich gesetzt mit einem Gmail-Chat, in dem man die Beziehung beendet. Doch wer was als angebracht empfindet und welche Normen es zum Schlussmachen gibt, das konnte selbst diese Studie nicht klären.

Doch es kann nicht mehr lange dauern, bis Programmierer auch Algorithmen dies beibringen werden. In Zukunft installieren wir dann vielleicht nur noch eine Schlussmach-App, mit der wir all die schmerzhaften Spuren zu unserer alten Beziehung automatisch verwischen können: Aus und vorbei, klick und weg.


Image (adapted) „Love (of technology)“ by Matthew G (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

Zurückgeblättert: Hass im Internet gibt es nicht erst seit Pegida

Gegensätze (adapted) (Image by David Schiersner [CC BY 2.0] via Flickr

Das Säen von Hass im Internet ist keine Erfindung der besorgten Bürger der Gegenwart. Vom Widerstand gegen Hass im Netz berichtete die Zeit bereits 1998 in Ausgabe 52. “Wisset, die euch Haß predigen, erlösen euch nicht.” Das Zitat der österreichischen Schriftstellerin Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach stammt aus dem Jahr 1911 und ist doch aktueller denn je. Die Diskussion darüber, wie Hass-Posts in sozialen Netzwerken gehandhabt werden sollen, war in den vergangenen Wochen und Monaten fester Bestandteil deutscher Tagespolitik. Dass die Diskussion um Hass im World Wide Web auch schon vor Pegida und Co. geführt wurde, beweist ein Blick in die Zeit-Ausgabe vom 16. Dezember 1998.

“Die Leute sollen wissen, was im Netz und in ihrer Nachbarschaft passiert, und sie sollen wissen, daß man diese Kerle nicht unterschätzen darf.”

Unter dem Titel „Haßparolen im Cyberspace“ berichtete Zeit-Autor Sven Stillich vor 17 Jahren von der Online-Initiative HateWatch, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den im Internet verbreiteten Hass auf Minderheiten offenzulegen. David Goldman, der Gründer von hatewatch.org, hatte mit Erschrecken feststellen müssen, wie Nazis, Schwulenfeinde und andere Hassgruppen vollkommen offen ihre kruden Werte- und Weltvorstellungen im Internet verbreiteten, und beschloss, selber die Gegenstimme zu bilden. Es ist Zeit, sich anzusehen, was aus HateWatch geworden ist, wie heute die Überwachung der Hasserfüllten gestaltet wird und was aus den Menschen aus Stillichs Artikel von 1998 geworden ist.

Hass war schon damals weit verbreitet

Hatewatch.org taucht in den Archiven von archive.org erstmals 1996 auf. Bereits damals gab es eine beachtliche Zahl an Rubriken, die beweist, dass sich zahlreiche unterschiedliche Hassgruppen schon damals im Internet breit gemacht hatten. Neben „Holocaust Deniers“, „Anti-Arab“ und „Racist Skinheads“ gab es etwa auch das „Who’s who in Hate“. Am 16. Januar 2001, genau zwei Jahre und einen Monat, nachdem die Zeit über die lobenswerte Arbeit der Initiative berichtet hatte, verkündete der Gründer und Leiter das Ende des Hass-Monitorings durch HateWatch. Goldman zog damals eine erfolgreiche Bilanz des Angebots: „Wir glauben, dass wir Erfolg bei unserer Mission hatten, die Online-Community über Fanatismus im Netz aufzuklären und ihnen die Werkzeuge zum Kampf dagegen an die Hand zu geben.“

“Seine Götter sind die ‚weißen Gene’, die er bedroht sieht von Schwarzen, Juden und anderen sogenannten ‚Schlammrassen’.”

Sven Stillich schrieb unter anderem über Matt Hale, „Oberhaupt der Weltkirche des Schöpfers“, der sich auf einen „heiligen Rassenkrieg“ vorbereite und mit seinen Machenschaften in das Visier von HateWatch geraten sei. Ein Mitglied seiner Kirche, Benjamin Nathaniel Smith, beging – angestachelt vom Hassgerede Hales – 1999 einen Amoklauf, bei dem er zwei Menschen tötete und neun verletzte, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Schaut man sich an, wo der religiöse Rassist Hale heute seine Tage verbringt, weiß man, dass nicht nur seine hasserfüllten Worte hochgefährlich waren. Er selbst hatte den Mord an einer Richterin angeordnet, wurde aber überführt und 2003 zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Voraussichtlich wird er bis 2037 hinter Gittern sitzen.

Matt Hales „Weltkirche des Schöpfers“ war lange Jahre eine der am schnellsten wachsenden rassistischen Vereinigungen der USA, 2002 wurde sie in „Creativity Movement“ umbenannt. Nach der Gefangennahme Hales verlor sie dann vollkommen an Bedeutung. Die meisten anderen Hetzseiten, die Zeit-Autor Stillich in seinem Artikel erwähnte, haben heute nicht mehr die Bedeutung von damals. Die Aryan Nations verfiel in den später 2000ern in zahlreiche kleine Splittergruppen, die um die Macht in der Vereinigung kämpfen. Das schwulenfeindliche The American Guardian ist heute unauffindbar. Stormfront hingegen ist weiter aktiv und wird auch heute noch von Don Black geleitet. In dem Forum werden täglich zahlreiche Einträge veröffentlich. Im Thread “Describe your ideology in one word/phrase” schrieb erst am 31. Oktober ein Forumsmitglied: “Hitlerian”. Bemerkenswert: Don Blacks Sohn Derek wendete sich 2013 von den Thesen seines Vaters ab.

Initiative als Speerspitze im Kampf der guten gegen die schlechten Informationen

Nachdem Goldman seine HateWatch-Arbeit für beendet erklärt hatte, verkündete er als letzte Nachricht auf hatewatch.org, dass das Projekt vom Southern Poverty Law Center (SPLC) weitergeführt werde. David Goldman war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch das SPLC hat über die Jahre jeglichen Kontakt zu ihm verloren. Die ehrenvolle Aufgabe, über die Verkündung von Hass im Netz zu informieren und ein Auge auf all jene zu haben, die Hetze verbreiten, wird bis heute fortgeführt. In „Haßparolen im Cyberspace“ ist von rund 200 Hassgruppen die Rede, nach Angaben des SPLC werden mittlerweile mehr als 1600 solcher Gruppierungen überwacht. Neben dem bloßen Informieren über die Machenschaften der extremen Rechten in den USA, werden Polizei-Trainings und Expertenanalysen für Medien angeboten.

Ganz offensichtlich hat David Goldmans Gründung von hatewatch.org Früchte getragen und den Grundstein dafür gelegt, dass gegen den Hass im Netz angesprochen wird. Der Blick aus der Vergangenheit auf unsere Gegenwart zeigt aber auch: das Problem nimmt eher zu als ab. In Deutschland scheint es salonfähig geworden zu sein, in der Öffentlichkeit der sozialen Netzwerke unter eigenem Namen von Fremdenhass durchzogene Beiträge zu veröffentlichen. In dem Glauben, dass die, die da “Wir sind das Volk” rufen, wirklich das Volk sind, schreiben Menschen – in der Annahme, das sei normal – sich den Hass von der Seele und säen damit mehr und mehr Ablehnung gegen Flüchtlinge und Ausländer. In diesem Zusammenhang ist es unfassbar wichtig, lautstark auf die Hetzer aufmerksam zu machen, gegen sie anzureden, nicht stillzuhalten, sondern für Menschlichkeit einzustehen und Hass abzulehnen. David Goldman hat mit HateWatch vor fast zwei Jahrzehnten damit angefangen. Im Herbst 2015 ist Engagement wie das Seine wichtiger denn je.


Image (adapted) “Gegensätze” by David Schiersner (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »

Nazis in Sozialen Medien: Hass bekämpfen – aber ohne Flamewar

Racismo no (adapted) (Image by Daniel Lobo [CC BY 2.0] via Flickr)

Wie leider im ganzen Land, erleben faschistische und fremdenfeindliche Strömungen derzeit auch im Internet einen Aufschwung. Teilweise sind fremdenfeindliche Agitatoren online aufgrund der besonderen kommunikativen Voraussetzungen sogar besonders erfolgreich. Klar ist: derartige Theorien und Agitation unkommentiert zu lassen, wird leicht als Zustimmung gewertet – zumal die dahinter stehende Bedrohung real und auch in der Offline-Welt zu finden ist. Flamewars allerdings bringen niemanden weiter. Eine Patentlösung gibt es nicht, aber Aufklärung kann helfen – ebenso wie Humor und Satire.

Desinformation im Netz

Bei Nazis, Fremdenfeinden und sogenannten „besorgten Bürgern“ ist das Internet ein populäres Medium für Rekrutierung, Werbung und die Verbreitung von Desinformation. Das liegt in der Natur des Mediums – und zum Teil spielen genau die Faktoren, die das Internet zu einem freien und zukunftsweisenden Medium machen (könnten), auch denen, die Hass und Intoleranz predigen, in die Hände. Im Internet kann jeder seine Meinung (oder Informationen) relativ einfach und mit großer Reichweite verbreiten. Das kann einerseits helfen, Machtstrukturen zu untergraben und damit Wissen und Freiheit zu fördern. Andererseits lassen sich so aber auch dumme, gefährliche und menschenverachtende Gedanken, sowie Lügen aller Art, in alle Welt tragen – zumal die Online-Kultur prägnante und populistische Ausdrucksformen mitunter fördert und so einer kritischen Reflexion eher im Weg steht (das muss nicht so sein, die Tendenz lässt sich aber vielerorts in Foren, Sozialen Medien und Kommentarspalten beobachten).

Dabei schrecken die Hassprediger des Abendlandes auch nicht vor Manipulation und handfesten Lügen zurück, um mehr Menschen von ihren Positionen zu überzeugen. Jedes Mittel scheint recht, um die Menschen gegen Flüchtlinge, Asylanten und letzten Endes alles Fremde aufzubringen.

Dem Hass nicht das Feld überlassen

Angesichts der sehr realen rechten Gewalt, die durch die Hetze im Netz gefördert und legitimiert wird (und der unsere Mächtigen leider größtenteils ratlos, hilflos und teilweise auch allzu verständnisvoll begegnen), ist es keine realistische oder wünschenswerte Option, den Online-Hass zu ignorieren oder zu verharmlosen. Nur allzu oft wird Schweigen als Zustimmung gedeutet, wird gerade von rechten Hassern auf die angeblich schweigende Mehrheit, die ihren Ideen zustimmt, verwiesen. Zwar ist es nicht realistisch, auf absolut jede entsprechende Äußerung zu reagieren. Wo immer möglich, sollte aber Contra gegeben werden. Das ersetzt zwar nicht das Engagement in der Offline-Welt, ist im 21. Jahrhundert aber eine notwendige und anerkennenswerte Ergänzung dessen. Das Internet als ein Medium, das nie gekannte Chancen zur Völkerverständigung und zur Freiheit bietet, sollte denjenigen, die für das genaue Gegenteil dieser Werte stehen, nicht kampflos überlassen werden.

Mit Fakten gegen Lügen und Desinformation

Wie aber bewaffnet man sich für diesen rhetorischen Online-Kampf? Nicht der beste Weg ist es, den Hetzern mit Hass und Beschimpfungen zu begegnen und womöglich einen handfesten Flamewar vom Zaun zu brechen. Das wirkt unsouverän und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass sich die Gegenseite aufgrund des gemeinsamen Feindbildes nur noch enger zusammenrauft.

Eine bessere Strategie ist das ruhige Vorbringen von Gegenargumenten (und, im Falle von Fakes und Lügen, von Beweisen für die Unwahrheit dieser Behauptungen), wie es auch Sascha Lobo in seinem viel beachteten Kommentar empfiehlt. Susan Benesch hat unter dem Begriff „Counter Speech“ friedliche und sachliche Kommunikationsstrategien untersucht und zusammengestellt, die helfen sollen, sogenannter “hate speech”, also Hasspropaganda (insbesondere gegen Minderheiten), zu begegnen. Generell gilt: Wissen und Bildung sind zwar kein absoluter Schutz gegen Intoleranz, können aber helfen, dieser zu begegnen, wie es die „heute show“ des ZDF plakativ und humoristisch zusammenfasst.

Mitgefühl stärken

Neben allen Fakten kann natürlich auch die Gefühlsebene helfen, die Botschaft von Toleranz herüber zu bringen. Emotionale Appelle können unter Umständen dazu führen, Mitgefühl und Identifikation zu ermöglichen und somit den anderen nicht als Fremden oder Bedrohung, sondern als Mensch wahrzunehmen. Das erreicht zwar – ebenso wie oftmals auch die faktische Argumentation – eher diejenigen, die noch nicht restlos von den rechten Theorien überzeugt sind. Wer dieser hasserfüllten Ideologie bereits komplett verfallen ist, der sieht die Welt vielfach nur noch durch den Filter eben jener Ideologie und wird alles andere als Unwahrheit, Propaganda oder gar eine Verschwörung abtun. Wenn jedoch die wütenden, ängstlichen, zweifelnden Menschen, die in ihrer Frustration (und oftmals aus Unwissenheit und mangelnder Bildung) mit rechten Ideologien flirten, überzeugt werden können, ist bereits viel gewonnen – denn eben diese Menschen, mehr als die überschaubare Zahl der unverbesserlichen Hasser, machen die aktuelle Bewegung so stark und so gefährlich.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Last but not least kann auch Humor ein probates Mittel sein, um Hass und Intoleranz zu begegnen. Humor ist eng mit dem Denken in neuen Bahnen, mit Kreativität und Mut verbunden und somit ein Gegenentwurf zu dem, wofür die Rechten stehen. Zudem hilft er dabei, die teilweise erhebliche Dummheit und Unlogik der rechten Theorien plakativ zu entlarven – auch dafür ist das oben verlinkte Statement der „heute show“ ein gutes Beispiel. Dabei sind Witze, Cartoons und Satire zugänglich, prägnant und kommen ohne erhobenen Zeigefinger aus – ideal für eine weite Verbreitung. Natürlich sind Hass, Gewalt und Intoleranz, die sich noch dazu gegen Menschen richten, denen schon mehr als genug Leid widerfahren ist, alles andere als lustig. Aber dennoch ist das Lachen über Nazis ausdrücklich erlaubt und wünschenswert. Neben den bereits genannten Mechanismen verhindert es auch, den Gegner als übermächtig wahrzunehmen und zu verzweifeln oder aus Angst zu schweigen. Denn noch ist es nicht zu spät. Noch können wir das Netz von den Hassern zurück erobern.


Image (adapted) “Racismo no” by Daniel Lobo (CC BY 2.0)


 

Weiterlesen »