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Google I/O – Kotlin für Android als bevorzugte Programmiersprache

Google kündigt auf der diesjährigen I/O an: Kotlin wird die bevorzugte Programmiersprache für Kotlin.

Auf der diesjährigen Google I/O in Kalifornien hat Google eine ganze Reihe von Ankündigungen gemacht, die besonders für Android-Entwickler spannend sein dürften. Unter anderem wolle man zukünftig auf Kotlin als bevorzugte Programmiersprache für Android setzen.

Nun stößt Kotlin Java vom Thron

Bereits auf der Google I/O 2017 gab der Tech-Konzern an, Kotlin als offizielle Programmiersprache für Android unterstützen zu wollen. Daraufhin folgte mit Android Studio 3.0 die Integration in die eigene IDE (Entwicklungsumgebung) und die Sprache existierte eine Weile gemeinsam neben Java – der bisherigen Hauptsprache – im Android-Kosmos.

Die offizielle Unterstützung von Kotlin für Android war damals durchaus nahe liegend. So lässt sich die von JetBrains entwickelte Sprache genau wie Java in der JVM (Java Virtual Machine) kompilieren, bietet aber gerade für Entwickler einiges mehr an Komfort. Zudem deutet die große Beliebtheit der Sprache ebenfalls darauf hin. So verwenden laut Google mittlerweile über die Hälfte der professionellen Android-Entwickler Kotlin.

Das tschechische Software-Unternehmen JetBrains ist unter anderem für die Java-IDE IntelliJ verantwortlich. Diese benutzen viele Entwickler neben Android Studio in der Android-Entwicklung.

Nun verkündet Google, dass die typisierte Sprache nicht mehr bloß neben Java existieren soll, sondern dass künftig Kotlin für Android die bevorzugte Programmiersprache darstellen wird. Man empfiehlt Entwicklern dabei sogar, die Sprache für künftige Projekte zu nutzen. Auch will man gemeinsam mit JetBrains und der 2018 gegründeten Kotlin Foundation die Tools und Dokumentationen zur Programmierung mit Kotlin verbessern. Nebenher sollen unter dem Titel „Kotlin/Everywhere“ Trainings zum Umgang mit der Sprache angeboten werden.

Was macht Kotlin so besonders?

Vielen Entwicklern dürfte Kotlin bereits geläufig sein, erfreut sich die Sprache doch jetzt schon großer Beliebtheit. Veröffentlicht wurde sie dabei erst 2016 in einer stabilen Version. Für diejenigen, die die Sprache noch nicht kennen, geben wir einen kleinen Überblick:

Neben der Android-Entwicklung eignet sich Kotlin auch fürs Web und lässt sich in JavaScript übersetzen. Dabei ist die Interoperabilität zu Java besonders praktisch. Kotlin wurde unter der Anforderung mit Java kompatibel zu sein, entwickelt. Deshalb lässt sich in Projekten durchaus Code aus beiden Sprachen verwenden. Das macht Kotlin für Android besonders geeignet und erleichtert sicher in vielen Projekten den Übergang. So kann in bestehendem Java-Code problemlos Kotlin-Code aufgerufen werden. Weiterhin müssen Entwickler in neuen Projekten, die direkt in Kotlin angelegt sind, nicht auf ihre Java-Bibliotheken verzichten und können diese einfach importieren.

Eine moderne Syntax, die das Leben erleichtert

Der eigentliche Vorteil der Sprache liegt aber in seiner modernen und einfachen Syntax. Schließlich lässt sich mit Kotlin eine ganze Menge Boilerplate-Code vermeiden, der in Java noch unumgänglich war. Auch bietet die Sprache einige praktische Funktionen, die die Fehleranfälligkeit des Codes drastisch verringert. So müssen Entwickler beispielsweise explizit deklarieren, ob Variablen den Wert „null“ enthalten können, da sonst Compiler-Errors auftreten. Viele Entwickler werden aufatmen bei dem Gedanken, sich nicht mehr über Javas „NullPointerExceptions“ zur Laufzeit ärgern zu müssen. Vermutlich sind es diese moderneren Aspekte der Sprache, die Google dazu veranlassen, Kotlin als bevorzugte Programmiersprache für Android einzusetzen.

Für mehr Informationen zu Kotlin, solltet ihr euch unbedingt die sehr umfangreiche Dokumentation zu der Sprache aus dem Hause JetBrain anschauen. Google bietet auf seiner Seite ebenfalls eine umfassende Dokumentation zu der Sprache. Zudem findet ihr hier diverse Tutorials zur Nutzung von Kotlin für Android.

Das Buch „Android mit Kotlin – kurz & gut“ hilft euch beim Einstieg in die Programmiersprache (Provisionslink)


Teaser-Image by Kotlin

Code-Screenshots created with Carbon

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Google I/O 2018 – Android P und jede Menge Künstliche Intelligenz

google-io-2018

Heute geht im Shoreline Amphitheatre in Mountain View die diesjährige Entwicklerkonferenz Google I/O zuende. An drei Tagen tauschten sich hier Entwickler und Fachbesucher aus aller Welt über die neusten Technologien insbesondere aus dem Hause Google aus. Für ausreichend Gesprächsstoff hatte die Eröffnungsrede von Google-CEO Sundar Pichai nämlich gesorgt. So will Google etwa seine Chromebooks für Entwickler attraktiver machen, indem künftig Linux-Anwendungen auf den Google-Laptops laufen. Das schließt auch die Entwicklungsumgebung Android Studio ein. Damit können Entwickler künftig auf Chromebook arbeiten, ohne das Google-Ökosystem verlassen zu müssen.

Android P – Peanutbar maybe?

Aber obwohl die Google I/O sich schon seit den letzten Jahren immer stärker an Entwickler richtet – schließlich ist es eine Entwicklerkonferenz – machte Pichai auch einige spannenden Ankündigungen für Endnutzer. Besonders interessant: die Beta-Version von Android P mit einem neuen Bedienkonzept, das optisch an LGs Betriebssystem WebOS erinnert und ein eher gestenbasiertes Steuerschema bietet. Bis Android P den Namen einer Süßigkeit bekommt und auf den Geräten der Nutzer installiert wird, dürften allerdings noch Monate, wenn nicht Jahre vergehen. Dann soll Android P dank maschinellen Lernens unter anderem das Nutzer-Verhalten beobachten und Apps beenden, die unbenutzt im Hintergrund laufen.

Google I/O
Knapp 5.000 Entwickler haben es auf die Konferenz Google I/O geschafft. Das Unternehmen sucht sich seine Gäst vorher aus. Image by Google

Nicht stören: #LuxuryToDisconnect

Ein besonders zeitgeistiges Feature bietet Android P ebenfalls: es zeigt Nutzern an, wie viel Zeit sie in jeder einzelnen App verbringen und ermöglicht es ihnen, Zeitlimits für bestimmte Anwendungen festzulegen. Ist die voreingestellte Zeit abgelaufen, lässt sich die App nicht mehr öffnen, es sei denn man ändert in den Einstellungen das Zeitlimit. Auch der verbesserte Nicht-stören-Modus unterstreicht den Entschleunigungs-Trend. Nutzer können nun ihr Telefon so einstellen, dass es keine Benachrichtigungen mehr auf dem Bildschirm angezeigt, weder auf dem Sperrbildschirm noch in der Benachrichtigungsleiste. Zudem lässt sich der Modus neuerdings einfach aktivieren, indem Nutzer das Telefon mit dem Display nach unten auf einem Tisch ablegen. “Slush“ nennt Google dieses Feature.

Falls ihr ein Telefon besitzt, dass die Beta-Version unterstützt, könnt ihr sie jetzt schon installieren und ausprobieren. Allerdings wäre der Wechsel zurück auf Oreo nicht so einfach. Falls ihr Android P also testen wollt, benutzt am besten kein Telefon, dass ihr täglich braucht, denn die Beta-Version wird vermutlich noch etliche Bugs und Usability-Probleme aufweisen. Wem das zu umständlich ist, kann sich stattdessen gerne an den Spekualtionen rund um den neuen Versionsnamen beteiligen.

Ähm, ich hätte gerne einen Termin

Um Sprachassistenten und Künstliche Intelligenz ging es schon bei den I/O-Events in 2016 und 2017. In diesem Jahr war das nicht anders. Am meisten Furore sorgte Google-Chef Pichai wohl mit der experimentellen Google Assistant-Funktion namens “Duplex“: Nutzer können Google Assistant bitten, in ihrem Namen ein Unternehmen anzurufen, um einen Termin zu machen. Dass das tatsächlich schon ganz gut funktioniert, demonstrierte Google mit zwei Telefonanrufen. Im ersten macht Google Assistant mit weiblicher Stimme einen Friseurtermin, im zweiten versucht sich eine männliche Stimme an einer Tischreservierung. Beide Demos zeigen deutlich, dass Google in Sachen Natural Language Processing große Fortschritte macht. Um möglichst natürlich und menschlich zu wirken, baut die KI paraverbale Elemente, wie Verzögerungslaute, Interjektionen oder Stimmlage ein.

Dies und Das – Bitte, danke!

Die Liste mit Neuerungen umfasst noch etliche andere, eher kleinere Änderungen. So bietet Gmail etwa eine Autocomplete-Funktion, die sich in der Realität als ziemlich nervig erweisen dürfte. Google Fotos mit Gesichtserkennung kann Freunde in Bildern erkennen und die betreffenden Fotos per Knopfdruck mit ihnen teilen. Ebenfalls mit einem Knopfdruck könnt ihr jetzt Fotos in PDFs umwandeln. Google Assistant bekommt außerdem ein Höflichkeits-Feature, das Google speziell für die Kindererziehung entwickelt hat. Der Assistent lobt und ist besonders freundlich, wenn ihr bei Fragen an den Assistenten das Wörtchen “Bitte“ sagt. Daher der Name “Pretty Please“ – finde ich nicht nur für Kinder angebracht. Google Pretty Please von Soma Helmi auf Vimeo.

Google Assistant kommt in diesem Sommer auf iOS und Android auch in Google Maps. Dort soll er in den neuen Tabs “Explore“ und “For You“ personalisierte Ergebnisse liefern und Empfehlungen für Orte in der Nähe geben. Zudem kombiniert Google Maps auch die KI-Kamera mit Computer Vision Technologie und Street View. Google Lens erkennt Gebäude oder sogar Hunderassen, wenn ihr eure Kamera auf ein Objekt richten. Diese Objekterkennung wird auch in der Lage sein, Text zu identifizieren, in Echtzeit zu übersetzen oder einzulesen. Ein weiteres Feature namens “Style-Match“ sucht mit Hilfe von Objekterkennung und maschinellem Lernen in Googles Datenbank nach ähnlichen Kleidungsstücken, Möbeln und Objekten, die ihr kaufen könnt.

Material Design 2.0 mit neuem Material Theming-Tool

Mein persönliches Highlight bei der Google I/O dürften die wenigsten Nutzern bewusst bemerkt haben, aber Google hat sein Branddesign weiterentwickelt.

Google I/O Branddesign
Das neuen Design-Tool Material-Theme soll Unternehmen helfen, ihr Branddesign auf Interfaces zu übertragen. Image by Google

Dabei nutzte es das neue Material Theming-Tool, das auf Googles Designsprache Material Design basiert. Das Tool soll helfen, Brandelemente einfacher in Interfaces zu übersetzen. Google hat diese neue Funktion als erstes an seinen eigenen Produkten ausprobiert. So wechselt jetzt etwa der Ladenbalken bei YouTube mit jeder Umdrehung in eine der vier Google-Farben. Auch in Gmail könnt ihr das neue Design entdecken. Mir gefällt es gut. Vor allem der Aspekt, dass sich Apps zukünftig besser unterscheiden sollen und nicht mehr alles aussieht wie von Google, wenn Entwickler mit Material Design arbeiten. Android-Smartphones bei Amazon (Provisions-Link)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ANDROID golem: Android O und Android Go: Es ist Zeit der großen Entwicklerkonferenzen. Am Mittwoch den 17.5. kündigte Google auf der Google I/O Neuerungen und Pläne an. Darunter auch Android O und die etwas leistungsschwächere Variante Android Go. Das neue Betriebssystem soll nun Funktionen wie Bild-in-Bild Wiedergabe und ein neues Benachrichtigungssystem eingerichtet. Am meisten begeisterte die Besucher der Konferenz die Ankündigung nun auch die Programmiersprache Kotlin einzubinden. Android Go ist eine Abwandlung des neuen Systems und soll explizit für Geräte mit weniger als 1GB Ram verwendet werden können.

  • KI t3n: Konkurrenz für Siri: Der Google Assistant kommt aufs iPhone: Auf dem Google Pixel testete Google seinen neuen sprachgesteuerten Assistenten, der nun auf vielen weiteren Android-Smartphones und sogar iPhones oder iPads verfügbar sein soll. Bis Sommer 2017 soll der Assistent nur in den USA verwendet werden können. Bis dahin wird eine Umstellung auf Deutsch oder andere Sprachen möglich sein. Der Assistent soll auch mit kurzen Textkommentaren bedient werden können und Funktionen wie Paketverfolgung oder Appbedienung beinhalten.

  • CLOUD wired: Sundar Pichai Sees Google’s Future in the Smartest Cloud: Google ist jetzt ein Unternehmen mit dem Grundsatz ‘Künstliche Intelligenz zuerst’. Auf der I/O wurde ebenfalls ein neuer Chip angekündigt, der künstliche Intelligenz versorgen kann. CEO Pichai sagt, dass es wichtig sei, dass diese Technologie für alle zugänglich ist um ihr so den Mythos zu nehmen. Googles Entwicklungen im Bereich der KI sind vor allem für den Google Übersetzer oder andere Bereiche des maschinellen Lernens innovativ.

  • WHISTLEBLOWING sueddeutsche: Die Heldin ist frei: Seit gestern ist Whistleblowerin Chelsea Manning wieder frei. Manning hat vor sieben Jahren Dokumente und Kriegspraktiken der USA an die Plattform Wikileaks weitergegeben und so den größten Militärskandal der USA an die Öffentlichkeit gebracht. Nun kommen erneut Debatten um Whistleblowing und ob es ein Whistleblowerschutz per Gesetz geben sollte. Unter den Daten die Manning veröffentlichte waren Videomaterial, interne Kabelberichte mehrerer US-Botschaften oder Daten aus dem Militärgefängnis Guantanamo.

  • G20-GIPFEL heise: G20-Gipfel: Globales Wettbewerbsnetz soll digitale „Superstar-Konzerne“ einhegen: Der Beraterstab für den G20-Gipfel im Hamburg hat eine neue Strategie vorgeschlagen mit welcher man kartellrechtlich gegen Großkonzerne wie Facebook und Google vorgehen könnte. Mit einem sogenannten „Weltwettbewerbsnetzwerk“ möchte Ökonomin Dalia Marin ein Rahmenwerk schaffen um das Kartellrecht international anwenden zu können. Ebenso wichtig sei es digitale Entwicklungen wie Algorithmen und Big Data miteinzubeziehen.

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5 Lesetipps für den 28. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um Google I/O, Cortana, Rundfunkbeiträge, GoPro und den Smartphone-Markt. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE: Horizont.net: Google-Entwicklerkonferenz I/O: Auf der Suche nach neuen „Ponytricks“ beim Geldverdienen: Bei der Produktvielfalt von Google kann es schon mal passieren, dass man den Überblick verliert. Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O, die am heutigen Donnerstag in San Francisco beginnt, könnte sich die Liste an Produkten und Projekten noch etwas erweitern. Programmierer von Smartphone- und Tablet-Apps erwarten, dass sich das Investment von rund 800 Dollar pro Karte lohnen dürfte. Alle gehen davon aus, dass Google Details zur kommenden Android-Version vorstellt.

  • CORTANA: SPIEGEL ONLINE: Cortana: Microsoft bringt App für iOS und Android: Microsoft plant seinen digitalen Assistenten Cortana künftig auch unter iOS und Android nutzbar zu machen. Seit einiger Zeit arbeitet Microsoft bereits daran, Windows 10 näher an die konkurrierenden Mobil-Betriebssysteme Android und iOS heranzuführen. So soll man etwa auch die Apps der Konkurrenz ohne großen Aufwand auf Microsoft-Smartphones lauffähig machen können. Umgekehrt soll mit dem Start von Windows 10 der digitale Assistent auch für Android und iOS verfügbar sein.

  • RUNDFUNKBEITRAG: Golem.de: Digitalisierung: Studie fordert Ende von Rundfunkbeiträgen und ARD/ZDF: Deutschland verfügt über den teuersten und größten öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Welt, wie es in einer Studie heißt. Die Gründe der Schaffung stammen noch aus dem analogen Zeitalter, allerdings wachsen die Einnahmen aus den Rundfunkbeiträgen und das Angebot der Sender mit Ihnen. Nun fordert eine Studie die Abschaffung der Beiträge und die Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Zudem wird das Auflegen eines Fonds aus den Privatisierungserträgen gefordert, der Sendungen von öffentlichem Interesse finanzieren soll.

  • GOPRO: CNET: GoPro turns focus to drones, virtual reality: GoPro plant zwei neue Produkte, mit denen das Unternehmen in die Märkte für Drohnen und Virtual Reality eingeführt wird. Der Kamerahersteller für Abenteuerlustige plant noch dieses Jahr ein Produkt mir sechs Kameras zu veröffentlichen, welches in der Lage sei sphärische Inhalte einzufangen, sagte GoPro CEO Nick Woodman am Mittwoch, während einem Interview auf der Bühne der Recode Code Konferenz im kalifornischen Rancho Palos Verdes. Die Produkte seien Teil der Bemühungen von GoPro, in weiter Geschäftszweige zu expandieren.

  • SMARTPHONE: heise online: Wachstum im Smartphone-Markt verlangsamt sich: Nach den Einschätzungen von Marktforschen zu urteilen, flacht das einst so explosive Wachstum der Smartphone-Absätze deutlich ab. Für dieses Jahr rechnet die Analysefirma IDC mit einem Absatzplus von 11,3 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Computer-Handys. Letztes Jahr hat es noch einen Zuwachs von 27 Prozent gegeben. Grund dafür sei unter anderem eine Sättigung im weltgrößten Smartphone-Markt China. Dort dürften die Verkäufe in diesem Jahr nur um 2,5 Prozent steigen. Das dürfte auch das Absatzwachstum von Android-Geräten bremsen.

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Proteste stören Googles Entwicklermesse Google I/O

Google (adapted) (Image by Carlos Luna [CC BY 2.0] via Flickr)

Vergangene Woche fand in San Francisco die Entwicklermesse Google I/O statt, deren Eröffnungs-Keynote von zwei Demonstranten gestört wurde. Proteste gegen Google sind sicher nichts Neues, doch in der vergangenen Woche haben sie eine neue Qualität erreicht. Während der zweieinhalbstündigen Eröffnungs-Keynote zur Entwicklermesse Google I/O störten zwei Demonstranten die Veranstaltung, als sie ihrem Unmut Luft machten. Diese stammen von lokalen Aktivisten-Gruppen, die vor allem den, durch Tech-Riesen wie Google, stark beschleunigten Verdrängungsprozess der Anwohner aufgrund rapide steigender Mieten in San Francisco kritisieren.

Gestörte Idylle

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei Pressekonferenzen oder Aktionärsversammlungen von großen Tech-Unternehmen vor dem Veranstaltungsort auf Missstände aufmerksam machen wollen. Im Normalfall werden diese Aktivisten im Vorfeld bereits Sicherheitstests unterzogen und weitestgehend abgeschirmt, so dass die Veranstaltung ungestört über die Bühne gehen kann. Bei der Google-I/O-Keynote vor einer Woche, auf der Google in aller Ruhe den versammelten Entwicklern und Pressevertretern die neuesten Produkte vorstellen wollte, schafften es allerdings zwei Aktivisten in den Veranstaltungsort und in die Keynote, wo sie die Tech-Idylle störten.

Einer der Aktivisten rief lauthals „Ihr arbeitet für eine totalitäre Firma, die Maschinen baut, die Menschen töten“ in die Präsentation von Urs Hölzle, der nach kurzem Stocken allerdings professionell fortfuhr. Dabei bezieht er sich mit Sicherheit auf das von Google übernommene Unternehmen Boston Dynamics, das auch mit dem amerikanischen Militär zusammenarbeitet. Ob er allerdings diesen Umstand meinte, oder auf die verbreitete Verschwörungstheorie hinaus wollte, dass Google im Begriff ist, Skynet zu werden (oder bereits ist), ist nicht bekannt. Es fällt ohnehin schwer, einen Protest gegen Killer-Roboter auf einer Google-Veranstaltung ernst zu nehmen. Die andere Zwischenruferin dagegen hat mit ihrem Protest gegen die Verdrängung der Anwohner in San Francisco durch Tech-Unternehmen wie Google einen sehr wichtigen Punkt angesprochen und Google lautstark dazu aufgefordert, endlich ein Gewissen zu entwickeln.


Szene aus der Präsentation von Urs Hölzle auf der Google I/O:


Boom Town San Francisco

Die Nähe zum Silicon Valley und der dort anhaltende Tech-Boom haben in San Francisco zu erschreckenden Entwicklungen geführt. Während das Schlagwort Gentrifizierung inzwischen in fast jeder größeren Stadt, in der die Mieten steigen, überstrapaziert wird, zeigt sich in San Francisco eine der extremsten Ausprägungen dieser Entwicklung. Die Mieten steigen in der Metropole vor allem so gewaltig, da viele große Unternehmen wie Google, Facebook und Co im nahen Silicon Valley ihren Hauptsitz haben und die vielen gutbezahlten Angestellten eben in die nächstgelegene Stadt ziehen. Zum Leidwesen der dort seit langem lebenden Anwohner. Diese werden immer öfter aus ihren Wohnungen und Stadtteilen verdrängt, so wie auch die Demonstrantin Claudia Tirado. Sie wohnt noch im Mission District, muss aber spätestens zum Februar 2015 ihre Wohnung räumen, da der Eigentümer, Jack Halprin, der mithilfe des umstrittenen Ellis Act das gesamte Gebäude räumen und vom Wohnungsmarkt nehmen will. Tirados Protest richtet sich gegen Google, da Halprin ein Anwalt des Unternehmens ist.

Erin McElroy, Aktivistin bei den Gruppen Eviction Free San Francisco und dem Anti Eviction Mapping Project ist die Organisatorin hinter den Protesten. Sie erhofft sich davon, dass Google Halprin dazu bringt, sein Vorgehen zu überdenken und einen Rückzieher macht. Doch die Problematik ist ganz so einfach. Tirado fordert zudem ganz offen, dass Google Stellung bezieht und zugibt, dass die eigenen Mitarbeiter an dem Verdrängungsprozess beteiligt sind. Google soll sich also in das Privatleben der Mitarbeiter einmischen und ihre Handlungen zurückpfeifen, wenn diese den Anwohnern der Stadt schaden. Auch wenn dies aus moralischen Gesichtspunkten zwar durchaus nachvollziehbar ist, sieht die Sache auf rechtlicher Ebene dagegen deutlich schwieriger aus.


NPR Tech Team Podcast über Ungleichheit in der Bay Area:


Google ist nur der Anfang

Gegenüber The Verge hat Google erklärt, dass Tausende Angestellte in der Bay Area rund um San Francisco leben und dass man „gute Nachbarn“ sein wolle. Aus diesem Grund hat das Unternehmen seit 2011 mehr als 70 Millionen US-Dollar an lokale Projekte gespendet und die Angestellten haben in den Gemeinden mehrere Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit beigesteuert. 2014 werden diese Bemühungen mit der Bay Area Impact Challenge noch weiter ausgedehnt.

Doch das Problem, dass die gut bezahlten Angestellten die bisherigen Anwohner nach und nach aus den Wohnungen vertreiben, kann Google damit auch nicht aufhalten. Man kann allerdings auch nicht verlangen, dass Google die Angestellten schlechter bezahlt, oder anders in ihr Privatleben eingreift, wie es die Aktivisten fordern. Es bleibt höchstens zu hoffen, dass sich Google und seine Mitarbeiter and die, auf Bannern vor dem Veranstaltungsort verbreitete Aufforderung „Google: Don’t be evil!“ halten. Google ist allerdings auch nicht das einzige Unternehmen, das an dieser Entwicklung Schuld ist. Es ist abzusehen, dass auch Unternehmen wie Facebook und Co in Zukunft ein schärferer Wind aus Richtung der Demonstranten und Aktivisten entgegenwehen wird. Wenn es ihnen gelingt, die 900 US-Dollar für ein Google-I/O-Ticket aufzubringen um ihren Protest ins Herz des Unternehmens zu tragen, werden wir in Zukunft sicher noch öfter derartige Aktionen bei anderen Veranstaltungen sehen. Die Frage ist nur, ob und wie schnell sich dadurch etwas ändern lassen wird.


Video über Googles Bay Area Impact Challenge:


Image (adapted) „Google“ by Carlos Luna (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 26. Juni

In unseren Lesetipps geht es um die Kreativität von Netflix, Pressefreiheit. Andrea Voßhoff im Interview, die Google I/O und das Leistungsschutzrecht. Ergänzungen erwünscht.

  • NETFLIX Variety: Beau Willimon on Netflix’s Rule-Breaking Creativity: Im Interview mit Laura Prudom auf Variety.com gibt Beau Willimon, Drehbuchautor der Netflix-Serie „House Of Cards“, einen interessanten Einblick in die viel beachtete Revolution des Unterhaltungsfernsehen.
  • PRESSEFREIHEIT Zeit Online: Ermittler erzwingen von Zeitung Herausgabe von Nutzerdaten: Wegen eines Online-Kommentars haben Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss gegen die „Echo“-Zeitung erwirkt. Die Redaktion sollte den Namen eines Nutzers preisgeben. Die Daten seien übergeben worden, alles andere hätte die Tageszeitung und den Onlineauftritt gefährdet, hieß es am Mittwoch auf Echo Online.
  • ANDREA VOßHOFF Medienpolitik.net: Interview mit Andrea Voßhoff: Im Interview mit Medienpolitik.net spricht die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff über das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Suchmaschinen. Sie glaubt, dass eine gesetzliche Definition eines Abwägungsrahmens, ob ein Link gelöscht werden müsse oder nicht, diskussionswürdig ist.
  • GOOGLE ReadWrite: 10 Things Google Didn’t Talk About At I/O 2014: Auf ReadWrite stellt Dan Rowinski 10 Dinge vor, die Google auf seiner Entwicklerkonferenz nicht vorgestellt hat. Eine interessante Änderung des Blickwinkels, die vielleicht mehr über das Ergebnis der Konferenz aussagt als die Auflistung der Ankündigungen.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem.de: Heiko Maas stützt Verlage im Kampf gegen Google: Im Bundestagswahlkampf lehnte die SPD das Leistungsschutzrecht noch ab, bevor die SPD-regierten Länder es dann zusammen mit CDU/CSU und FDP im Bundesrat beschlossen. Nun stellt sich SPD-Justizminister Maas mit markigen Worten vollkommen auf die Seite der Verlage und will das Gesetz sogar noch verschärfen, wie Friedhelm Greis auf Golem.de schreibt.

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