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PostSecret – wo die verratenen Geheimnisse geheim bleiben

Pascal Brokmeier Unsplash com

PostSecret ist ein Kunstprojekt, das Menschen ermöglicht, ihre Geheimnisse anonym auf einer Postkarte zuzusenden.

Jeder hat Geheimnisse. Manche haben nur eins. Manche wiederum Hunderte. Viele Geheimnisse sind unschuldig. Und viele tragen eine schwere Verantwortung mit sich.

Es tut immer gut, Geheimnisse loszuwerden. Sei es mit einer vertrauten Person oder mit einem wahllosen Fremden. Doch Frank Warren hat einen Weg gefunden, um den Menschen ihre Geheimnisse abzunehmen – ohne, dass sie sich die Konsequenzen fürchten müssen.

Was ist PostSecret überhaupt?

Die Aktion startete im Jahr 2004 und ist bis heute aktiv. Auf der PostSecret-Homepage kann man mehrere Bilder mit Inhalten finden, die teilweise zum Lachen bringen und teilweise erschreckend sind. Denn es gibt nur eine Regel: Das Geheimnis muss der Wahrheit entsprechen und der Einsender darf noch nie über dieses Geheimnis gesprochen haben. Natürlich können diese Bedingungen nicht überprüft werden. Der Empfänger und die internationale Community hoffen einfach, dass es sich um echte Probleme, Sehnsüchte und Ähnliches handelt.

Jeden Sonntag werden 20 ausgewählte Postkarten auf PostSecret veröffentlicht. Frank Warren erhält wöchentlich gut 1.000 Stück und wählt dann die Besten aus. Es gibt zwar kein Archiv auf der Blogseite, was den Inhalt deutlich eingrenzt, doch die Sammlung auf Facebook ist mittlerweile riesig. Wer diese ganz durchstöbern möchte, muss sich Zeit nehmen (am besten drei bis vier Urlaubstage, sonst gibt es keine Chance auf Erfolg). Die Sammlung beträgt nämlich über 1.400 Fotos; dazu haben andere Personen 2.550 Bilder gepostet, die wahrscheinlich auch eine ganze Menge skurriler, interessanter Geheimnisse enthalten.

PostSecret spricht auch vor allem seriöse Themen an, die uns vielleicht peinlich vorkommen und zählt deshalb als eine der zehn Webseiten, die unseren Weltanblick verändern könnten.

PostSecret und Suizid

Warren ist hauptberuflich Vertreter für medizinische Produkte und arbeitet ehrenamtlich bei Hopeline – einer Telefonseelsorge für Suizid-Gefährdete. Bisher erschienen vier seiner Bücher zum Thema PostSecret. Die Einnahmen aus dem Verkauf landen bei Hopeline.

Frank Warren schenkt dem Selbstmord-Thema viel Aufmerksamkeit. Auch die PostSecret-Galerie zeigt, dass dieses Problem nicht der Vergangenheit angehört. Im Gegenteil, Selbstmord ist ein weltweit aktuelles Thema. Zur Veranschaulichung kann man sich die Anzahl an Suizid-Suchen in Suchmaschinen anschauen. Allein in den USA suchen monatlich mehr als eine halbe Million Menschen nach Suizid-verwandten Ergebnissen bei Google. In Deutschland sterben durchschnittlich 10.000 Personen im Jahr durch Suizid.

PostSecret ist keine direkte Hilfestelle, aber das Kunstprojekt verdeutlicht die schwersten Themen unseres Lebens.

Es macht klar, dass jeder mit eigenen Dämonen kämpft und man sich dafür nicht schämen muss. Und die Anzahl der verschickten Postkarten beweist, dass es hilft, darüber zu sprechen. PostSecret zeigt am unteren Seitenende die Anzahl der Besucher. Diese zählt derzeit knapp 808 Millionen Views.

Frank Warren besucht öfter Schulen, Universitäten und andere öffentliche Plätze auf der ganzen Welt, um über PostSecret zu sprechen. Diese Treffen erfolgen durch Nachfragen von Interessierten. Mittlerweile gibt es von Warren überprüfte PostSecret Blogs in der französischen und deutschen Sprache.


Pascal Brokmeier via Unsplash.com

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ShortRead: LinkedIn startet Freiwilligen-Marktplatz

LinkedIn integriert in seinen vor allem von Berufstätigen genutzten sozialen Netzwerk einen Marktplatz für freiwilliges Engagement. // von Tobias Schwarz

Volunteering-Is-Good-for-Your-Career

LinkedIn kündigte heute in einem Blogpost den sogenannten ?The Volunteer Marketplace?an (TechCrunch berichtete), auf dem LinkedIn-Mitglieder sich über Tätigkeiten bei gemeinnützigen Organisationen und Vereinen erkundigen können, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Da so gut wie alle Mitglieder von LinkedIn ihr Profil als eine Art Online-Lebenslauf pflegen, möchte LinkedIn scheinbar nutzen, dass ehrenamtliches Engagement hoch angesehen ist und Mitglieder sich somit leichter dazu entschließen, umsonst eine gemeinnützige Aufgabe zu übernehmen, wenn sie damit attraktiver für potenzielle Arbeitgeber werden. Kommt es zu einem erfolgreichen Abschluss auf dem Marktplatz und ein Mitglied beginnt eine ehrenamtliche Tätigkeit, kann die Organisation diese bewerten. Die Bewertung erscheint dann im LinkedIn-Profil des Helfers. LinkedIn-Mitglieder können ab sofort auch in ihrem Profil angeben, wenn sie dazu bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren.

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Helden-Web: Blut, Schweiß und Tränen für Berlin!

Helden-Web: Blut, Schweiß und Tränen für Berlin!Titelbild-Quelle (Screenshot-Montage) © www.s-f.com

Die Boulevardzeitung „B.Z.“ wirbt in Berlin für ehrenamtliches Engagement. Dumm nur, dass die Werbeplakate an Bus- und Bahnhaltestellen so gar nicht zur freiwilligen Arbeit motivieren. Dreck an der Wange und Blessuren im Gesicht. Die schweißgebadeten Gesichter auf den Porträtfotos haben eher ein Trainingslager oder Boxkampf hinter sich, als dass sie an Schulen Pausenbrote für Kinder geschmiert hätten. Auch Blut spenden oder Obdachlose vor dem Erfrieren rettet, sieht wohl anders aus. Gänzlich unverständlich bleibt auf den Plakaten der Appell an Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. Die „taz“ empfindet die Schmerzensmänner und -fau zum Davonlaufen.

Tatsächlich wirbt so die „B.Z.“ für die eigene Aktion „Berliner Helden“. Der Bär in Heldenkostüm, unten rechts auf den Plakaten, verweist auf das Ehrenamtsprojekt, das Freiwilligen- und Ehrenamtsverbände untereinander verknüpft und Berlinerinnen und Berliner dazu aufruft, sich für ihre Stadt einzusetzen. Mit einer Erwähnung in der Zeitung ernennt die „B.Z.“ ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Helden.

Eigentlich doch eine tolle Sache. Sind der Werbeagentur also nur die Plakate missraten?

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NGO arbeiten – Luxus schlafen

Interessante und Aktion von der SAGE-Hotelgruppe (Marriott, Starwood and Hilton). Dort läuft derzeit eine Aktion bei der Hotelgäste 50 Prozent Preisnachlass auf ihr Zimmer bekommen wenn sie nachweisen, dass sie 8 Stunden ehrenamtlich für eine NGO gearbeitet haben. Leider ist die Aktion auf ausgewählte Hotels in den USA beschränkt. Dennoch: Eine Idee, die auch in anderen Branchen, anderen Ländern und mit anderen Boni für ehrenamtliches Engagement gut laufen dürfte….

[via Springwise]

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