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Destination Check: Die Goldenen Blogger 2018

Die Bloggerin des Jahres 2018 schreibt über das Sterben, eine Rechtsanwältin liefert mit einer Fast-Brandschrift zum §219a den besten Blogtext, die Bundeswehr erhält einen Preis und alle schwitzen. Zum zwölften Mal ist am 28. Januar 2019 der einzige bereichsübergreifende Social Media-Preis Deutschlands im Berliner Telefonica Basecamp vergeben worden.

Goldene Blogger gehen in die 12. Runde

Entstanden aus einem Scherz heraus auf dem Sofa von Franziska Bluhm, waren Die Goldenen Blogger ursprünglich als eine Art Satire auf Preisverleihungen gedacht. 2007 war das, als Bluhm und die weiteren Gründungsmitglieder Thomas Knüwer, Christiane Link und Daniel Fiene aus einer Laune heraus Blogs, die sie spannend fanden, in Kategorien sortierten, die besten auserkoren und darüber twitterten. Ohne Publikum, nicht mal die Nominierten wussten von ihren Ehren. Abgesehen vom Team, hat sich inzwischen einiges verändert. Blogger des Jahres, Blogtext des Jahres, Food- & Weinblog, Newcomer, Blogger ohne Blog, Blocker des Jahres – die Liste lässt sich noch um zwölf Kategorien fortsetzen, in insgesamt achtzehn sind dieses Jahr Preise vergeben worden.

Über das Event im vergangenen Jahr berichteten nicht „bloß“ Heute und Tagesthemen, selbst die Washington Post schrieb staunend. Entsprechend kuschelig war das Gedränge am Montagabend am Veranstaltungsort. Geschätzte 350 Gäste johlten den Nominierten und Gewinner*innen auf der kleinen Bühne zu. Viele hatten sich den von Sponsor GoDaddy am Empfang verteilten Fan-Schal mit aufgesticktem Motto You’ll never blog alone umgehängt.

Veranstaltung zeigt Vielfalt der Bloggerszene in Deutschland

Der Reihe nach wurden die Nominierten auf das Podest geholt und kurz, aber herzlich von Thomas Knüwer vorgestellt. Ulkige Momente gab es da, etwa als sich die für den besten Twitter-Account nominierten Sophie Passmann und Welt-Journalist Robin Alexander schlagfertig zankten, der erfahrene Gabor Steingart (Jahrgang 1962) seine Nominierung in der Kategorie Bester Newcomer mit „Ist doch Hammer!“ kommentierte oder Vanessa Giese von Fräulein Nessy trocken konstatierte, dass Handball ja wohl schon immer cool gewesen sei. Für Begeisterung sorgte bei vielen außerdem die thematische Vielfalt der Blogs. Jennifer Kosche, die mit kunecoco letztes Jahr die DIY-Kategorie gewann, nannte Truck Online (genau, der Blog eines Truckerfahrers über das Truckfahren) ihren Favoriten des Abends. Juramama Nina Katrin Straßner (Juristin, Mutter, Bloggerin) erhielt unter großem Beifall den Preis für den besten Text des Jahres 2018, in dem sie ihrem Ärger über den bestehenden § 219a StGB Luft macht.

Bundeswehr nimmt Negativpreis persönlich entgegen

Für einen der erstaunlichsten Momente sorgte die Bundeswehr, die für die Entgegennahme der Auszeichnung zum „Blocker des Jahres“ eigens jemand in Uniform entsandt hatte. Der stellte sich allen Vorurteilen zum Trotz gar nicht so uncool an, was mit knallendem Beifall belohnt wurde. Sehr viel tosender wurde dann aber doch der „Hashtag des Jahres“-Sieg der Aktion #wirsindmehr beklatscht. Mit langem Applaus wurde außerdem des letztjährig verstorbenen Robert Basic gedacht. Einzig nicht durchweg ganz so euphorisch waren die anwesenden Fotografen. Einer raunte leicht verstimmt, dass man kaum ein gutes Foto bekäme, weil alle ständig auf ihr Smartphone schauten. Das lag allerdings vor allem am Abstimmungsprozedere. In vielen Kategorien wurde der*die Gewinner*in online erwählt.

Ein Novum sei zu diesem Thema auch erwähnt: Zum ersten Mal in der Geschichte der Goldenen Blogger entschied in bestimmten Kategorien die sogenannte Akademie, sprich alle verfügbaren Gewinner*innen der Vorjahre, über die Preisvergaben.

 


Gründer: Thomas Knüwer, Moderator und Blogger


Eine Einordnung in das Geschehen lieferte Gründungsmitglied, Moderator und Blogger Thomas Knüwer.

Wie ist dein Blick auf die Blogosphäre in Deutschland, was hat sich da verändert?

Bloggen ist normaler geworden und auch die Wahrnehmung von Blogs hat sich verändert. Wenn man zurückblickt, vor vier oder fünf Jahren, was zum Beispiel über die Republica geschrieben wurde, da kam von den großen Medien Gift und Galle. Blogger waren im Grunde das personifizierte Böse, wie konnten die einfach irgendwas ins Internet schreiben, die „Klowände des Internets“, um mal nen alten Spruch zu bringen. Das hat sich drastisch verändert. Heute sind Blogger mit einem Mal Leute, die bewundert werden. Das sehen wir auch an der Berichterstattung. Das ist natürlich gut, denn wir sehen insgesamt immer mehr Blogs, die sehr liebevoll betrieben werden, und die einen Blick in Alltagswelten liefern, den man sonst nicht hätte. Und das sind wirklich Dinge, wo man sagen muss, dass weiterhin tolle Blogs nachwachsen. Ich hab das Gefühl, dass diejenigen, die wirklich Bock darauf haben, schneller gut werden als das früher der Fall war.

Hat sich denn damit heute der Druck erhöht oder anders: trauen sich Leute noch, einfach so ein Blog anzufangen?

Ja, ich glaube schon. Da gibt es keinen Druck. Die Frage ist halt, ob man es dann durchhält. Es gibt einfach Leute, die wollen schreiben. In meiner Jugend gab es Fanzines auf Papier kopiert, das waren auch Leute, die einfach schreiben wollten. Und genauso sind da heute Menschen, die einfach kreativ sein wollen. Und vielleicht hilft bei der Qualität natürlich auch, dass man früher, um das überhaupt Blog-technisch hinzukriegen, und zusammenzuschrauben und zu designen, viel mehr können musste. Heute gibt es so viele „Fertigpackungen“, die gut aussehen, dass man sich tatsächlich ganz auf das Schreiben konzentrieren kann.

Was ist der Grund für die Goldene Blogger Akademie, die in diesem Jahr erstmals über Gewinner entschieden hat?

Wir hatten bisher immer eine Jury, die aus uns Vieren bestand. Das ist natürlich sehr nett, aber es führte dazu, dass Leute zu Recht Zweifel hatten, ob diese Jurypreisvergaben mit rechten Dingen vonstatten gegangen waren. Ist ja klar. Das hat dann bei uns zu einer Schere im Kopf geführt, wir haben Blogger, mit denen wir befreundet waren, gar nicht mehr nominiert. Also kam uns die Idee, alle, die in den vergangenen zwölf Jahren gewonnen haben, an Bord zu holen. Alle erreicht haben wir zwar nicht, einige sind verschollen. Aber so ist die Akademie entstanden, und wir werden das auch so weiterführen. Wir haben sogar im Kopf, das auszubauen – mit Treffen oder man macht mal wieder Bloglesungen. Das war vor zehn Jahren etwas unglaublich Tolles, da sind ein paar hundert Leute zusammengekommen. Ich glaube, dass wir damit eine Art Hebel haben, generationen- und themenübergreifend Blogger zusammenzuführen.


You’ll never blog alone


Paul Ashcroft von Sponsor GoDaddy erläutert wiederholtes Engagement

Ihr seid zum zweiten Mal einer der Hauptsponsoren; was ist so besonders an Bloggern?

PA: „Das sind die neuen Meinungsmacher! Die sind in den meisten Fällen superkreativ, schnell und sympathisch. Und vor allem sorgen sie für Vielfalt im Netz, machen unterschiedliche Perspektiven sichtbar. Für uns als ein internationales, diverses Unternehmen ist das relevant.“

Die veränderte Wahrnehmung im Sinne von wertschätzender Akzeptanz gegenüber Blogger*innen und sogar Respekt attestiert auch Nina Katrin Straßner von juramama. „Es wird deutlich ernster genommen. Viele Blogs sind ja Nischenblogs, die die Leute indirekt erreichen, sodass tatsächlich Wirtschaft und Politik oder wer auch immer bestimmte Programme an den Mann oder die Frau bringen muss, dahin gucken müssen. Wenn ein Blogger mit einem etwas bekannteren Blog etwas verreißt, dann ist das Politik.“, so Straßner. Zu politisch wurde es an dem Abend aber schönerweise nicht. Nach Vergabe aller Preise endete der offizielle Teil des Abends mit einer textlich variierten Performance des Songs You’ll never walk alone. Gemäß dem schon erwähnten Sponsorenmotto sang man You’ll never blog alone und schwang im Kollektiv die Schals durch die Schwüle. Toll wars!


Images by Dan Zoubek/GoDaddy,

Der Text entstand in unbezahlter Zusammenarbeit mit der Agentur Frische Fische – Technology PR, Berlin.

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Wie war’s auf dem New Marketing Tech Summit, Tina Berns und Achim Peltz?

Anfang November trafen sich rund 250 Marketingexperten im Hamburger Mojo Club beim NewMartechSummit von Adzine, um sich über die neuesten Trends im Onlinemarketing auszutauschen. Im Fokus der zahlreichen Impuls-Vorträge standen neue Marketingtechnologien, aber auch die strategischen und praktischen Aspekte des Marketings im Zusammenwirken mit neuen Technologien. Wir haben Tina Berns, Marketingleiterin bei Wieners + Wieners und Achim A. Peltz, Brand-Consultant und Hochschuldozent beim NewMartechSummit um ein Fazit von der Veranstaltung gebeten.

Was ist Euer Gesamteindruck vom NewMartechSummit?

Tina Berns, Marketingleiterin Wieners + Wieners / Marketing Club Hamburg: Eine gute Auswahl an Speakern rund um das Thema Marketing Technologie, das uns im Marketingalltag maßgeblich herausfordert.

Achim A. Peltz, Brand Consulter: Bisher sehr positiv: Gute thematische Mischung, die Vorträge sind nicht zu lang. Ja, eine gute Mischung aus Technik und Zahlenlastigkeit einerseits, und andrerseits die Themen Emotion, Key Messages, Zielsetzung; dass man wieder erinnert wird, was über der Technik steht.

Habt Ihr einen Favoriten oder ein Thema, das euch heute besonders interessiert?

Tina Berns: Karl Kratz finde ich immer wunderbar! Er bringt die Dinge auf den Punkt und man nimmt immer auch noch eine schöne Watschen mit. Auch heute wieder.

Achim Peltz: Ich fand den Vortrag von Kerstin Pape von OTTO sehr interessant. Da konnte man sehen, wie professionell große Firmen inzwischen vorgehen, wie durchstrukturiert sie sind und was Marketingautomatisierung heute alles kann. Deshalb hat mich auch der Vortrag über Attribution von Adtriba sehr interessiert – wie da versucht wird, Top of the Funnel oder Bottom of the Funnel zu zurechnen, also was letztendlich welchen Beitrag zum ROAR geliefert hat.

Was habt ihr hier heute gelernt, was nehmt ihr mit?

Achim Peltzt: Dass heute schon wahnsinnig viel geht, zumindest dass es einem versprochen wird. Wobei die Skepsis bleibt, was in der Praxis beim jeweiligen Unternehmen wirklich möglich und umsetzbar ist.

Tina Berns: Dass wir vor lauter Technologie nicht verlernen dürfen, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen.

Wem würdet ihr den NewMartechSummit empfehlen, wer ist Zielgruppe?

Achim Peltz: Der NewMartechSummit trifft eine sehr breite Zielgruppe. Ich würde auch meine Studenten hier hin schicken, um denen klar zu machen, wie vielfältig die Landschaft wird. Nicht nur die Fragmentierung, verschiedene Tools, Kanäle, sondern wie wichtig IT zunehmen wird, und dass man da wahnsinnig analytisch vorgehen muss. Wie das bei einem Vortrag vorhin auch schon anklang: Man muss nicht jede Technik beherrschen – sie bleiben Werkzeuge – aber man muss verstehen, was heute geht, was möglich ist, und zwar ohne dabei die übergeordnete Zielsetzung zu vergessen. Also von daher: von CMO bis runter zum Einsteiger, spricht der Kongress eine breite Zielgruppe an.

Tina Berns: Ich würde den NewMartechSummit Leuten aus Marketing und Vertrieb gemeinsam empfehlen. Die Praktikabilität von MarTech nimmt jetzt derart Fahrt auf, da müssen Abteilungen schnell und konsistent direkt umsetzen. Das wird an Tagen wie heute noch mal doppelt deutlich.

Vielen Dank!


Image by Berns/Peltz

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Destination Check: So war der ForgeRock Identity Live Summit in Berlin

London, Paris, Singapur, Sydney, Texas – und jetzt auch Berlin: Es geht hier nicht um den Tourplan der Nachfolgerin von Lady Gaga. Vielmehr geht es um Visionen: Die internationale Digitalkonferenz Identitiy Live Summit von ForgeRock, dem Plattformanbieter für digitales Identitätsmanagement, bietet jährlich neue Einblicke zum Thema Customer Identity und Access Management.

Vom 12. bis zum 13. Juni 2018 war eine internationale Speakerriege aus Führungskräften, Analysten, Vordenkern und Entwicklern in Berlin zu Gast und boten den gut 250 Besuchern ein spannendes und vielseitiges Programm. Das Thema Trust wird besonders in der Post-NSA-Ära immer wichtiger.

Erstmals wurde zudem am Folgetag nach den Speakerpanels auch ein sogenannter UnSummit abgehalten. Hier wurde der technische Aspekt deutlicher herausgearbeitet. Mit Hands-on-Demos und tiefergehende Workshops konnten sich Entwickler und Visionäre ein genaueres Bild machen. Wie arbeiten Firmen mit den Daten ihrer Kunden, wie kann man das Zusammenspiel mit den Devices verbessern und die Mitarbeiter einbinden? Wie sieht die Kundenidentität im Jahr 2018 aus? Auf welche Weise gewährleisten Entwickler und internationale Firmen Datensicherheit und wie werden vertrauensvolle Verhältnisse zwischen Kunde, Produkt und Firma aufgebaut?

Zu diesem Thema gab beispielsweise die BMW Group oder Steinberg Media Technologies spannende Ein- und Ausblicke zur digitalen Identität und wie diese in den kommenden 100 Jahren aussehen wird. Kurzgefasst: Es wird noch vernetzter und persönlicher. Ein weiteres Highlight stellte zudem der letzte Panel-Talk des Tages dar: Die Softwareentwicklerin Anna Rosling Rönnlund von der Gapminder Foundation stellte mit „Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist“ ihr aktuelles Werk und damit eines der meistdiskutierten Themenblöcke des Jahres 2018 vor. Das Autorenteam rund um Röslund hält dem gefühlten Wissen um die Welt und die Gesellschaft knallharte Fakten entgegen, und versuchen so, den seit Kellyanne Conways berüchtigten „alternative facts“ mit wissenschaftlichen Methoden entgegenzutreten.

 

Zu diesen Themen haben wir von den Netzpiloten uns mit Hermann Wimmer getroffen. Wimmer, der einstige Senior Vice President for International Business, wurde im Februar 2018 zum Chief Revenue Officer (CRO) bei ForgeRock ernannt und stand uns in Berlin in einer Panel-Pause gern Rede und Antwort.

Netzpiloten: Wofür steht der Digital Identity Summit? Wieso ist es wichtig, hier dabei zu sein?

Hermann Wimmer: Das Event steht dafür, dass digitales Identitätsmanagement eine neue Bedeutung für die Unternehmen bekommt. Vor Jahren war das Thema stark securitylastig, heute wird es immer mehr ein Businessthema.

Wie sind deutsche Unternehmen hier aufgestellt? Was hat sich seit der DSGVO-Diskussion verändert und wohin geht der Trend?

Wo immer man sich einloggt, braucht man eine digitale Identity – bei der Bank, bei Medienunternehmen, wenn man etwas kaufen will. Das eigene Profil soll hier erkannt werden, um zum Beispiel eine funktionierende Transaktion durchzuführen. Aber was geschieht genau mit meinen Daten? Ich denke, jeder Kunde versteht, wenn die Firma die Daten so verwendet, dass sie den Service verbessern können. Ich glaube, dass sich das Verständnis für den Wert der eigenen Daten und die Möglichkeit des politischen Missbrauchs sich demnächst ändern wird – auch durch die Diskussion um die DSGVO. Man müsste, und das sage ich schon seit vielen Jahren, alle Services auch gegen Geld anbieten. Keine Dienstleistung ist umsonst, wir alle zahlen mit unseren Daten. Das klingt wie eine Binsenweisheit, aber es war auch lange ein gut funktionierendes Geschäftsmodell.

Kommt diese Diskussion nicht eigentlich viel zu spät? Hätte sie nicht schon vor mindestens zehn Jahren stattfinden müssen?

Damals gab es das Bewusstsein noch nicht. Ich bin seit über 20 Jahren im Daten- und Analytics-Geschäft, damals haben sich die Leute nicht damit beschäftigt. Und irgendwann zwischendurch ist das Thema aus den Diskussionen verschwunden. Ich glaube, die Begeisterung für die angebotenen Services hat hier überwogen. Jedoch haben viele Menschen nicht realisiert, was mit ihren Daten passiert. Ich glaube außerdem, dass die meisten Firmen anständig mit den Daten umgehen, es gibt nur ein paar Ausreißer. Es ist eine verunglückte Diskussion, dass unser Privacy-Gesetz angeblich geschäftsverhindernd ist. Das sehe ich nicht so. Ich glaube, wir werden in dieser Sache mit der Zeit eher einen Wettbewerbsvorteil erringen als einen Nachteil. Firmen, die nicht vertrauensvoll genug mit den Daten umgehen, werden vom Markt verschwinden, auch wenn sich das heute noch niemand so recht vorstellen kann.

Manche Firmen scheinen sich derzeit in Sachen Datensicherheit und Trustful Relationship alles erlauben zu können. Sie meinen, das geht nicht ewig so weiter?

Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem das Maß überläuft und man sich nicht ein X-tes Mal für den selben Fehler entschuldigen kann. Das ist im Privatleben so und ich denke, im Geschäftsleben sieht das genau so aus. Wir haben auf dem Summit auch viel über Consent gesprochen, was nichts anderes bedeutet, als die Zustimmung für Unternehmen, die eigenen Daten auch zu sammeln und weiterzuverkaufen. Das ist in Ordnung und das bringt auch den Service weiter. Doch oft kann der Kunde nur ein einziges seitenlanges Dokument absegnen und hat dann keine Macht mehr über seine Daten oder ob die Ergebnisse für politische Zwecke genutzt werden. Das wird und muss sich in den kommenden Jahren stark ändern.

Brauchen wir hier also mehr politische Regulierungen?

Die Politik hat mit der DSGVO schon viel getan. Zusätzlich denke ich, dass intelligentes Management von Firmen, die selber langfristig denken, selbst noch strengere Regeln definieren werden als der Staat und diese Regeln auch klar kommunizieren. Das Bewusstsein für den Wert der eigenen Daten kommt erst langsam in den Köpfen an, wie wir auch in Umfragen wie der vom Economist sehen. Wir wollen mittlerweile unseren privaten Lebensraum in der digitalen Welt ähnlich schützen wie wir ihn in der analogen Welt. Schliesslich gehen wir auch nicht mehr „ins Internet“, als wäre das ein eigener Raum, sondern das Netz ist längst ein Bestandteil unseres Alltagslebens.

Die drei Kernpunkte für die Zukunft der digitalen Identität sind also: Vertrauen, funktionierende Sicherheitsstandards und einfach genug Zeit?

So in etwa. Die Sicherheitsstandards für Transaktionen müssen zunächst einmal je nach Situation angepasst werden. Ob ich nun beispielsweise meinem Sohn von meinem eigenen Device aus etwas Taschengeld überweise oder ob ich in einem anderen Land einer fremden Person einen großen Betrag zukommen lasse, ist etwas Anderes. Hier unterscheiden sich frictionless und high security. Diese Punkte müssen in der nächsten Zeit verschmelzen und das entsprechende Trust-Level bei unseren Kunden aufbauen.


Über ForgeRock:

Immer mehr Firmen übernehmen das Plattform-Konzept von ForgeRock als eigene digitale Identitätsstrategie, um Kundenkontakte und Sicherheitsregulierungen wie die DSGVO im Blick zu behalten. Sie alle tragen zum Gelingen des Internet of Things bei. ForgeRock ist bei der Entwicklung der Customer Identity von Firmen wie Vodafone, GEICO, Toyota oder TomTom beteiligt. ForgeRock managed auch Verwaltungseinheiten in Norwegen, Kanada oder Belgien. Hier geht es zu den Vorträgen des Identity Live Summit

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit ForgeRock


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Destination Check NEXT Conference 2017

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„Digital sucks“– das war das Thema der diesjährigen Next Conference 2017. Seit über zehn Jahren findet die NEXT einmal im Jahr statt und ist für jeden, der aktiv an der Gestaltung der Digitalen Transformation teilhaben möchte. Hier treffen Marketing- und Produktleiter, Führungskräfte der digitalen Wirtschaft, innovative Konzerne sowie innovative Startups aufeinander. Zum dritten Mal hat die NEXT nun in ihrer Gründungsstadt Hamburg stattgefunden und wurde von SinnerSchrader und Faktor3 ins Reeperbahn Festival integriert. 1300 Teilnehmer sind vor Ort, die in einem Bewerbungsverfahren selektiert wurden. Ob sich die Mühe gelohnt hat? Und wie kommt das Thema an, das sich deutlich von dem üblichen Optimismus in der Branche abwendet? Wir haben bei Speakern und Besuchern nachgefragt.


Speaker: Sven Wedig, Founder und CEO von Vollpension Medien GmbH


Sven Weding (Image by Ania Kozlowska)

Wie ist dein Gesamteindruck von der NEXT17?

Ich habe einen sehr guten Eindruck! Ich war schon gestern bei der Next Minds dabei – also dem Vortrag der NEXT – das war sehr inspirierend. Vor allem gab es coole Formate: Man stand mit 20 – 30 Leuten zusammen und konnte Themen diskutieren. Hier bin ich jedoch erstaunt, wie hipster Hamburg sein kann, also wenn man sich die Hipster-Tische anschaut und die hochgekrempelten Jeans. Alles in allem ergibt sich eine sehr gute Stimmung, es sind viele gemischte Leute da, viel altes Coporate aber auch ein Haufen junger Leute – die Mischung zahlt sich aus. Zudem sind alle sehr offen und man kann gute Dialoge führen. Und man muss in Hamburg nicht die ganze Zeit Englisch sprechen – wie in Berlin zum Beispiel.

Welche Erwartung hattest du an die NEXT17 und wurden sie erfüllt?

Für mich schon. Ich hatte gestern die Erwartungen, gute und inspirierende Leute zu treffen und neue Sachen zu erfahren, die ich so vorher noch nicht gehört habe – das war auch der Fall. Für heute habe ich mir eine volle Hütte gewünscht und das hat auch gut geklappt. Die NEXT lebt einfach davon, dass viele Leute kommen und somit sind meine Erwartungen auch erfüllt.

Was genau war denn dein Highlight gestern?

Es ging zum Beispiel um das Thema Influencer-Marketing und war von den Kunden, die da waren, sehr breit gefächert: Von einem medizinischen-technischen Dienstleister, der sich die Frage gestellt hat, wie er mit seiner Zielgruppe umgehen kann, bis zu einem Coporate-Influencer. Da hieß die Fragestellung: Du bist du – aber auch ein Influencer für deine Company. In wie weit solltest du eine Anleitung bekommen, wie du ein Influencer für deine Firma sein kannst? Es geht also um Employer-Branding, Coporate-Branding, B2C und wie kann ich meine Angestellten auch zu einem Influcencer machen.

Und heute in Hamburg waren die Leute das Highlight und die Mischung der unterschiedlichen Branchen. Denn ich denke, das ist das Einzige, was die Leute noch weiterbringt. Die Leute in meinem Bereich zum Beispiel: Wir haben vielleicht noch nicht alles gehört, aber wir kennen uns schon gut aus und jeder Impact, der aus einem anderen Bereichen kommt – oder einer anderen Company, einem anderem Brand – ist wirklich spannend. Und oft findet man auch gemeinsame Nenner, die einem vorher nicht bewusst waren.

Was hältst du von dem Thema der NEXT dieses Jahr?

Ich finde es gut, es will provozieren. Aber man merkt auch, dass das Thema „Digital“ überhaupt nicht „sucked“, alleine wenn man sich ansieht wie viele Leute hier sind und dass alle an ihren Geräten unterwegs sind – jeder hängt am Handy, Laptop oder Tablet. Es „sucked“ halt Null, aber ich denke die Botschaft ist, dass man sich damit kritisch auseinandersetzt und nicht immer alles sofort als Gesetz annimmt, frisst und dann weitermacht. Und nur weil es andere machen, muss es auch nicht immer geil sein.

Wem würdest du die Veranstaltung weiterempfehlen?

Bei dem, was ich mitbekommen habe, würde ich es auf jeden Fall Marketing-Entscheidern empfehlen, egal ob B2C oder B2B, um einen Impuls zu kriegen, was in anderen Branchen passiert. Aber auch für viel klassische Kommunikation und Social Media ist es gut, auch für junge Leute, die sich in den verschieden Märkten orientieren wollen. In erster Linie sehe ich das Thema jedoch für Marketingleiter als ziemlich relevant an.


Speaker: Samuel West, Kurator des Museum of Failure


Was ist dein Eindruck der NEXT17?

Die Konferenz ist viel größer als ich es erwartet habe. Ich habe mit einem kleinen Innovationsevent gerechnet, da es weltweit viele solcher Konferenzen gibt und sie alle einem ähnlichen Format folgen. Aber diese Konferenz ist viel größer und cooler als ich gedacht habe. Und eigentlich verfolge ich die anderen Speaker nicht wirklich, aber diesmal finde ich es sehr interessant. Das haben die Organisatoren sehr gut gemacht.

Was sind deine Erwartungen an die NEXT17?

Ich möchte David Lee kennenlernen, der heute über die kollobrativen Innovationen in China geredet hat. Und dann werde ich ein paar Interviews führen und einfach die Zeit genießen.

Was ist anders an dieser Konferenz, als die Üblichen, die du besuchst?

Also einmal ist es die Größe der Konferenz und auch die Location, wie das schöne Schmidts Tivoli. Zudem findet die NEXT mitten im Rotlichtmilieu statt, was echt cool ist.

Was denkst du über das Thema „Digital sucks“?

Ich liebe es! Obwohl das Digitale natürlich nicht „sucked“, weil es auch einfach Teil unseres Lebens ist. Aber ich mag die alternative Meinung und dass nicht jeder nur „Halleluja“ sagt. Oft wird das Digitale auf Tech-Events angepriesen und gelobt, was eigentlich gar nicht stimmt. Dieses Umdenken finde ich somit sehr gut.

Hast du so eine Einstellung auf einer anderen Konferenz schon mal erlebt?

Ich habe den Eindruck, dass andere Organisatoren oftmals Angst haben und somit lieber alle glücklich machen wollen, sodass das Ganze im Endeffekt Mainstream wird – und keiner mehr glücklich ist. Es ist doch gut, ein bisschen zu riskieren! Es ist nur ein Event. Niemand wird sterben, wenn der Kaffee schlecht schmeckt. Ich bin froh, dass damit experimentiert wurde.

Wem würdest du dieses Event weiterempfehlen?

Jedem der an neuen Perspektiven interessiert ist, ob im Branding oder Product Development – es ist weder eine pure wissenschaftliche Konferenz noch eine CEO-Konferenz: Es ist ein guter Mix.

Das Thema deiner Rede war „Learning from Innovation Failure – Lessons from the Museum of Failure“. Was war dein größter Fehler bis jetzt?

Ich habe viele! Mein größter Fehler ist wahrscheinlich, dass ich viele kreative Ideen habe, die ich verwirklichen möchte, aber ich denke nicht an den finanziellen Aspekt. Somit habe ich am Ende kein Geld. Mit dem, was ich mache und kann meine Projekte nicht weiterführen, was sehr ärgerlich ist. Die letzten fünf bis sechs Jahre ging das jetzt so. Somit hoffe ich, dass es mit dem Museum of Failure in nächster Zeit finanziell besser laufen wird und ich das besser hinkriege.


Veranstalter: Volker Martens, Vorstand Faktor 3 AG Kommunikationsagentur


Volker Martens (Image by NEXTConf)

Wie ist dein Eindruck von der NEXT17 bis jetzt?

Best NEXT ever! Dieses Jahr sind 1300 Leute hier, davon 70 Prozent aus Corporates – und wir sind seit der ersten Veranstaltung ausverkauft. Hier sind also wirklich Leute, die in Unternehmen digitale Themen vorantreiben, viele Innovatoren, viele aus IT und Marketing Departments. Das Ganze wird ergänzt durch Kreativleute, Agency People, digitale Vordenker – das ergibt eine Mischung, die einfach sensationell ist und von Anfang an richtig gut funktioniert hat. Das hat sich nun rumgesprochen und deswegen sind wir meiner Meinung nach dieses Jahr eine fantastische Audience. Und das dann mit der Atmosphäre Reeperbahn, der Musik und dem Spirit hier – also mir geht’s gut!

Was habt ihr besser gemacht als im Vorjahr?

Wir haben jetzt vor allem ein Bewerbungsverfahren für die Tickets. Man kann sich nicht einfach ein Ticket kaufen, um auf die NEXT zu kommen, sondern man muss sich bewerben. Und wir haben ein Team, das sich intensiv darum kümmert, welche Leute das sind, die hier herkommen. Es wird also selektiert – passt die Person hier rein, ist sie ein inspirierender Mensch, kommt sie aus diesem Umfeld und passt sie zu der Idee der NEXT? Erst dann werden entsprechend die Tickets ausgestellt. Und das führt Stück für Stück dazu, dass wir uns immer weiter verbessern und qualitativ eine immer schönere, bessere Gruppe von Menschen zusammenkriegen. Das hat dieses Jahr noch besser geklappt.

Was dieses Jahr auch noch anders ist, ist, dass wir das Netzwerkzentrum ins Copper House in der Davidstraße verlegt haben – hier haben wir viel Energie reingesteckt. Hier gibt es Inhalte, ein Coworking-Space, eine gute Versorgungssituation – alles gleichzeitig. Das Ding hat eingeschlagen wie eine Bombe, man kann draußen sitzen und drinnen, abends gibt’s hier eine Party, sodass es als Netzwerk auch richtig gut funktioniert. Was auch neu ist, ist das Festival-Gelände auf dem Heiligengeistfeld. Damit haben wir auch ein neues Venue für Inhalte und Präsentationen und es ist auch ist von Beginn an voll gebucht. Somit haben wir viele kleine Dinge immer weiter optimiert.

Woher kam die Idee, das Digitale mit der Musikszene zu verbinden?

Viele sagen, das ist so ein bisschen wie die South by Southwest in Texas: Die Idee aus dem Merch aus Musik, Popkultur und digitalen Vordenkern. Den Anspruch jetzt auf Hamburg zu übertragen, ist natürlich sehr ambitioniert, aber im Kern kann man diese Idee hier zum Leben erwecken, was uns natürlich auch motiviert.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Tricia Wang “Why corporate “innovation” doesn’t work — and how to fix it“ und was es eigentlich bedeutet, diesen Innovationsprozess in bereits etablierten Unternehmen voranzutreiben und wie schwer das ist. Es gibt ja Ideen und Innovationslabore sowie viele junge Leute mit viele tollen Einfällen. Aber diese Ideen und dieses Neue, Innovative in das alte System reinzukriegend, damit sich der Laden verändert und die Konzerne Geschwindigkeit aufnehmen – diesen Gap hat sie super gut dargestellt und erklärt, warum es so kompliziert ist. Sie hat aber auch Ideen geliefert, wie man sich darauf vorbereiten und es beschleunigen kann. Ansonsten führe ich hier sehr viele Gespräche, da wir von Faktor3 auch viele Kunden eingeladen haben, genauso wie SinnerSchrader.

Wem würdest du die NEXT empfehlen?

Eigentlich geht es in ganz viele verschiedene Richtungen, es gibt nicht den einen Typus Mensch oder Unternehmenslenker, der hierhergehört. Ich kann somit nicht eine spezielle Gruppe ansprechen, denn der Charme der NEXT entsteht aus dem Zusammensetzen von verschiedenen Leuten aus Unternehmen, Incorporates, Leuten, die Innovationen vorantreiben, kreativen Geistern, digitalen Vordenkern. Dieser Mix bis hin zum Designer oder Programmierer, macht die NEXT aus und erschafft Ideen und Inspirationen. Wir wollen eigentlich nicht nur eine Konferenz für eine spezielle Zielgruppe sein, das würde uns nicht gerecht werden.


Besucher: Réne Dreske, Geschäftsführer von Hans Soldan GmbH


René Dreske (Image by Ania Kozlowska)

Was war deine Intention zur NEXT17 zu kommen?

Digitale Themen sind bei uns in der Firma ganz oben auf der Liste und ich bin häufig auf Konferenzen in dem Kontext, aber hier war ich noch nie.

Was war dein Highlight bis jetzt?

Ein Rede darüber, wie sich Demokratie durch das Internet verändern wird, fand ich bis jetzt toll. Leider ist hier im Copper House jedoch der Raum ziemlich klein und man versteht kaum etwas.

Wie findest du das Thema der NEXT17?

Ich finde das Thema cool gewählt. Es ist tatsächlich so, dass nicht jeder ein Gewinner dieser Entwicklung ist – es gibt viele Verlierer. Dass man auch mal diese Perspektive beleuchtet, finde ich gut. Jeder hat sich wahrscheinlich schon mal gefragt: „Komm ich da mit?“ „Krieg ich das hin in den Firmen?“ oder „Sind die Entwicklungen zu schwierig umzusetzen?“.

Denkst du, man kann in Zukunft dem Digitalen noch entfliehen?

Ich bin überzeugt, dass es in jeder Branche die Spielregeln verändern wird. Es gibt einige Branchen da, da hat es schon angefangen, aber das ist erst der Anfang, es wird weiter exponentiell ansteigen.


Besucher: Bendetik Lecheler, UX-Designer bei Aperto/IBM IX


Bendetik Lecheler (Image by Ania kozlowska)

Mit welcher Intention bist du auf die NEXT17 gekommen?

Zum einen bin ich wegen der Arbeit hier. Ich bin aber auch hergekommen, weil das Thema der Next17 den negativen Aspekt beleuchtet und ich das gut finde. Denn ich denke, es ist auch ein Zeichen der Zeit, dass man von diesem Optimismus – der immer vorherrschend war in der Tech-Branche – abweicht und kritisch hinterfragt. Die Leute merken mittlerweile, dass viele Dinge einfach nicht funktionieren oder zum Bösen genutzt werden. Daher denke ich, dass das in den nächsten zehn Jahren ein großes Thema sein wird und auch eine realistische Einstellung vermittelt.

Was war dein Hightlight bis jetzt?

Der Rede von David Mattin „We need to talk about Optimism“ hat mir sehr gut gefallen. Er hat nicht einfach alles schlecht geredet – so soll es ja auch nicht sein – sondern auch einen positiven Spin reingebracht. Es ging also darum, dass man schaut, wie die Dinge besser machen kann, indem nicht nur alles unkritisch produziert wird.

Wem würdest du diese Veranstaltung weiterempfehlen?

Jeder, der irgendwie technisch interessiert ist, kann die Topics hier verstehen. Egal, ob du Content im Web produzierst oder sonst irgendwas –  es ist auf jeden Fall keine reine Tech-Konferenz.


Images by Ania Kozlowska

Teaser (adapted by NextConf)

Image (adapted) „Volker Martens“ by NextConf [CC0 Public Domain]


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Destination Check dmexco 2017

Destination_Check_dmexco

Die dmexco als größte Fachmesse für digitales Marketing und Werbung in Europa stand dieses Jahr auf dem Prüfstand. Kaum hat die Messe ihre internationale Strahlkraft erhöht, vermuteten kritische Stimmen im Vorfeld eine Vernachlässigung nationaler Belange. Beäugt wurde auch, welchen Effekt die Einführung eines Ticketpreises von 99,00 Euro auf die Besucherstruktur haben würde. Mit 1.100 Ausstellern und 41.000 Besuchern in diesem Jahr haben die Veranstalter Grund, sich zufrieden zu zeigen. Wir haben mit Ausstellern, Besuchern und Speakern gesprochen, wie die Neuausrichtung der dmexco angekommen ist. 


Speakerin: Beate Rosenthal, Global Brand Director Digital & Media bei Merck Consumer Health


Beate Rosenthal (Image by Beate Rosenthal)
Image by Beate Rosenthal

Beate Rosenthal arbeitet mit ihrem internationalen Team daran, die Marken von Merck Consumer Health als „Love Brands“ aufzubauen. Da sie global agiert, wünscht sie sich von den dmexco-Machern, die stärkere internationale Ausrichtung weiter zu forcieren. 

Mit welcher Intention ist Merck auf der dmexco präsent?

Wir wollen dort dabei sein, wo die besten Marken zeigen, wie sie Menschen digital erreichen. Dazu gehört auch, unsere eigenen Erfolge zu präsentieren, um darüber mit Partnern in den Austausch zu kommen. Wir möchten an den Trends partizipieren und sie in der Markenbildung anwenden.

Was war Ihre persönliche Motivation heute hier zu sprechen?

Es ist wichtig, dass mein internationales Team und die Welt sehen, welch tolle Arbeit Merck leistet und dadurch Partnerschaften und Motivation entstehen.

Was ist Ihr Gesamteindruck der diesjährigen dmexco im Vergleich zu den Vorjahren?

Ich empfinde die dmexco ähnlich inhaltsreich und intensiv wie in den letzten Jahren. Allerdings spüre ich einen kleinen Ruck zurück zu mehr deutscher Sprache und deutschen Events. Dabei wünsche ich mir von den Machern weiterhin den Mut, das Event international zu positionieren. Die dmexco sollte die Talks in den großen Hallen vollständig englischsprachig anbieten und die Idee der Satellites weiterverfolgen. Mir hilft es, die Bedeutung der dmexco im Unternehmen zu platzieren, wenn das Event international ausgerichtet ist. 

Was war Ihr Eindruck von den Besuchern dieses Jahr?

Der Großteil kommt nach wie vor aus der Marketing-, Agentur- und Publisher-Branche. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich im Vergleich zu den Vorjahren signifikant unterschieden hat. Am ersten Tag war es ähnlich voll, am zweiten Tag gab es wie immer mehr Gelegenheit für Gespräche, die in die Tiefe gehen.

Wer sollte Ihrer Meinung nach künftig die dmexco besuchen, der bislang noch nicht vertreten ist?

2017 sind wir als einziges Healthcare-Unternehmen auf der dmexco vertreten. Das verwundert mich, denn hier gibt es viele Anregungen und Ideen, Marketing relevanter für Kunden, Ärzte und Apotheker zu gestalten. Das wird für die Healthcare-Branche wichtiger, da Konsument und Patient immer stärker in den Fokus rücken.

Welche Anregung nehmen Sie mit?

Mir ist einmal mehr bewusst geworden, dass wir Marketer uns nicht mehr nur als Kreative und konzeptionelle Strategen verstehen dürfen, sondern auch lernen müssen, mit Daten in der Tiefe umzugehen. Und andersherum sollten Datenexperten noch intensiver und schneller mit Brand Building und Konzeption vertraut werden. 


Besucher: Philipp Steuer, Digital Storyteller


Philipp Steuer (Image by Gesine Märten)Philipp Steuer hilft Marken dabei, neue digitale Trends und Innovationen zu verstehen und richtig einzusetzen. Die dmexco nutzt er in erster Linie für Networking. Sein Highlight? Neben einer Vielzahl an Bratwurstständen doch noch veganes Essen gefunden zu haben.

Wie ist Dein Gesamteindruck von der dmexco?

Die dmexco ist gut besucht, die Stände sind extrem voll. Ich war vorhin am Stand eines Publishers, der mit 400 Terminen in zwei Tage für das gesamte Team mehr als zufrieden ist.

Wieso bist Du heute hier?

Die dmexco bringt einen Großteil der Digitalleute nach Köln. Termine mit Freunden und Bekannten in dieser kompakten Form machen die Messe besuchenswert.

Wie würdest Du die Besucher einordnen?

Der typische dmexco Besucher feiert die Apple Keynote, bringt aber gleichzeitig sein Messeticket ausgedruckt mit. Auf der einen Seite sind es First Mover, die viel Neues ausprobieren, auf der anderen Seite vertrauen sie immer noch einem Blatt Papier.

Würdest Du wiederkommen?

Ich würde wiederkommen, wenn entweder krasse Speaker da sind, die ich sonst nirgends sehe oder mitbekomme oder wenn ich vorher meine Termine richtig gut gelegt habe. Nur über die Stände zu laufen, bringt mir als Besucher nichts.

Wem würdest Du einen dmexco Besuch empfehlen?

Allen, die im Onlinemarketing-Bereich arbeiten. Ansonsten lohnt sich die dmexco für Unternehmen, die Werbung machen und sich weiterbilden wollen. Wer die dmexco einplant, sollte im Vorfeld konkrete Termine machen. Hier geht es um Business, Meetings und darum, neue Produkte kennenzulernen. In allen Hallen gibt es mehr oder weniger das Gleiche von unterschiedlichen Anbietern. Deswegen sollte man sich im Vorfeld überlegen, wen man treffen will. Ein krasses Erlebnis ist die Messe für Besucher im Vergleich zu anderen Events sicher nicht, dafür sind die Parties am Rande da.


dmexco Brand Ambassador: Klaus Eck, Gründer und Geschäftsführer von d.Tales


Klaus Eck (Image by Gesine Märten)Klaus Eck, bekannt geworden als PR-Blogger, berät seit 1995 Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens- und Kommunikationsprozesse. 2015 hat er die Content-Marketing-Agentur d.tales gegründet. Er ist einer von sechs „Ambassadors“ der dmexco, ein Konzept, mit dem die Messe in diesem Jahr erstmals experimentiert hat, um Influencer aus dem Digitalbereich stärker einzubinden.

Wie ist Dein Gesamteindruck im Vergleich zu den letzten Jahren?

Der Eindruck ist positiv, da ich sehr gute Gespräche habe. Mit einer guten Planung findet man genügend Zeit und Raum, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Vor einigen Jahren schien es mir auf der dmexco noch schwieriger, Zeit für intensiven Austausch zu finden. Mit Themen wie künstlicher Intelligenz und Customer Experience ist das Vortragsprogramm an den Themen der Zeit.

Sind Deine Erwartungen im Hinblick auf Programm und Konzept erfüllt?

Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Das liegt an den guten Gesprächen, aber auch daran, dass ich tolle Messestände sehe, die eine Weiterentwicklung im Vergleich zu den Vorjahren zeigen. Die Auftritte sind qualitativ hochwertiger und die Art und Weise, wie die Stände organisiert sind, holt mich als Besucher ab.

Hast Du ein persönliches Highlight gehabt?

Das sind für mich die Get-together, die abends ab vier oder fünf Uhr beginnen, denn dort trifft man die Leute, die man kennt. Für mich steht auf einer Messe das Networking im Vordergrund und nicht unbedingt, dass ich alle Vorträge oder Stände gesehen habe.

Wie würdest Du die Besucher einordnen? Hast Du eine Veränderung durch die Einführung der Ticketpreise bemerkt?

Ich kenne die Entwicklungen auch von anderen Veranstaltungen, wie zum Beispiel der CeBIT, und finde die Effekte positiv. Ich mag es lieber, wenn etwas weniger Leute da sind, vor allem weniger „Jäger und Sammler“, die selbst keinen Beitrag zur Veranstaltung leisten. Auf der dmexco geht es um Business. Wer keine 99,00 Euro zahlen will, hat auch kein Business-Interesse. Die Besucher, die jetzt gekommen sind, interessieren sich entweder für Vorträge oder die ausstellenden Unternehmen.

Wem würdest Du die dmexco im kommenden Jahr empfehlen?

Allen, die im Bereich Performance Marketing unterwegs sind und generell im Marketing und Kommunikationsbereich arbeiten. Kommunikatoren fehlen mir hier im Verhältnis, das war immer so. Es sind viele Anbieter von Software vertreten und weniger von Dienstleistungen. Es wäre mein privater Wunsch, dass das Angebot in dieser Hinsicht noch vielfältiger wird. Die dmexco ist ein Ort, an dem sich die Digitalbranche treffen und austauschen kann. Hier geht es primär um Business und Sales, und das ist ja auch legitim.


Ausstellerin: Olena Sikorska, Director Online Marketing von eviom


Olena Sikorska (Image by Gesine Märten)Eviom stellt als Unternehmensberatung für Digital Marketing seit 2014 auf der dmexco aus. Olena Sikorska empfand Besucherandrang und Neugeschäft beim „Klassentreffen der Onlinemarketer“ etwas schwächer als in den Vorjahren.

Wie ist Dein Gesamteindruck als Aussteller von der diesjährigen dmexco?

Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden, hatten aber den Eindruck, dass die Reichweite etwas nachgelassen hat. Das Hauptziel unseres Messeauftrittes ist das Neukundengeschäft, das dem ersten Eindruck nicht ganz so ausgeprägt war wie sonst, weil weniger Besucher von Unternehmensseite vorbeigekommen sind. Dafür ist der Austausch mit Partnern wie Tool-Anbietern oder anderen Dienstleistern sehr intensiv, was für uns als Agentur auch unglaublich wichtig ist.

Wie würdest Du die Besucher einordnen?

Es kommen Menschen, die auf Unternehmensseite arbeiten und sich einen Überblick über Tools und Anbieter verschaffen wollen. Dann gibt es die Unternehmen, die feste Termine ausmachen, um ihre Agenturen und Dienstleister zu treffen. Mit dabei sind außerdem die Agenturen, die Neukundengeschäft machen wollen entweder am eigenen Stand oder als Besucher, und die Big Player wie SevenOne Media, Amazon und die größten Media-Unternehmen. Die dmexco ist ein Klassentreffen für alle, die sich mit Onlinemarketing beschäftigen.

Wem würdest Du die dmexco empfehlen?

Jedem, der sich in einer der beschriebenen Gruppen wiederfindet. Die dmexco ist nicht nur eine der größten Fachmessen für Digitalmarketing in Deutschland, sondern auch international. Wir hatten heute am Stand viele Besucher aus Europa, aber auch den USA. Besucher können sicher inhaltlich viel aus Debatten mit bekannten Marken in den großen Hallen mitnehmen. Da man viele bekannte Gesicht trifft, ist die dmexco außerdem ein guter Ort für Networking und Kontaktpflege.


Ausstellerin und Speakerin: Ines Köhler, Director of Marketing & PR bei Canto GmbH


Ines Köhler (Image by Gesine Märten)Ines Köhler ist mit Canto ebenfalls Aussteller der dmexco – genau wie eviom in Halle 8. Sie zeigt sich zufrieden mit dem Neukundengeschäft und nimmt die Messe als Ort wahr, an dem konkrete Kaufentscheidungen getroffen werden.  

Wie ist Ihr Gesamteindruck der dmexco im Vergleich zu den Vorjahren?

Das „Familiäre“ aus früheren Jahren ging etwas verloren, und die Messe wurde unübersichtlicher, aber eben auch business-orientierter. Durch den Overload an Ausstellern, Vorträgen und Nebenevents fällt es schwerer, das für sich Relevante herauszupicken.

Wurden Ihre Erwartungen an Speaker und Besucher erfüllt?

Meine Erwartungen wurden übertroffen. Für uns als Anbieter von Digital Asset Management kann ich auf jeden Fall sagen, dass sich Besucher nicht nur informiert haben, sondern konkrete Kaufentscheidungen getroffen wurden. Die dmexco hat sich von einer Fun- und Trendmesse hin zu dem Treffen für Werbetreibende entwickelt, bei dem über Budget entschieden wird.

Wie würden Sie die Besucher einordnen?

Es kommen weniger „Blogger und Freelancer“ und mehr Mittelstandsunternehmen und Vertreter von Konzernen. Die Messe ist auch sehr viel internationaler geworden. Früher hat man einen jungen Kollegen oder eine junge Kollegin hingeschickt, um Trends zu recherchieren. Jetzt geht man als Team- oder Abteilungsleiter selbst hin, um sich zu informieren und um Kaufentscheidungen zu untermauern.

Werden Sie nächstes Jahr wiederkommen? Wem würden Sie die dmexco empfehlen?

Wir werden auf jeden Fall wieder als Aussteller dabei sein. Ich empfehle die dmexco jedem, der als Werbetreibender, Agentur oder Freelancer im Bereich digitale Kommunikation und Marketing tätigt ist. Entscheider sind vor Ort, und man bekommt ein sehr gutes Gespür für Trends in der Branche.

Was war das persönliche Highlight bzw. Aha-Moment?

Der Sekt nach meinem Vortrag – und natürlich die Möglichkeit, viele Gesprächspartner, mit denen ich sonst vor allem per E-Mail und Telefon zu tun habe, persönlich zu treffen. Der Aha-Moment ist wohl, dass man das im digitalen Zeitalter in einer digitalen Branche unbedingt braucht. Um erfolgreich zu sein, muss man wissen, wem man vertrauen kann, da man nicht für jedes Thema selbst Experte sein kann. Um genau dieses persönliche Netzwerk zu pflegen und auszubauen, ist die dmexco ein idealer Ort.


Images by Gesine Märten

Teaser by Gesine Märten (adapted by Netzpiloten)


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Destination Check: VivaTechnology 2017

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Vergangene Woche ging die Technik-Messe VivaTechnology in die zweite Runde. Unsere Redakteurin Lisa hat sich nach Paris begeben, sich unter die Menge gemischt und mal unter den Besuchern, Ausstellern und Speakern nachgefragt, wie die Messe so ankommt und ob die VivaTech den Trip wert ist – Paris ja sowieso! Hier könnt ihr zudem nochmal ihren Kommentar zum Event nachlesen und die Artikelreihe, die im Vorfeld zur VivaTech entstanden ist. Jetzt geht’s aber um die Stimmen aus dem – internationalen – Volk!


Speakerin: Rahaf Harfoush, Digitale Anthropologin, Panel „New ways to attract women to science and technology“


Rahaf Harfoush

Wie war dein Gesamteindruck?

Meine allgemeiner Eindruck der VivaTech ist großartig. Ich liebe die Diversität unter den Speakern, dem Content und den Startups, darunter viele Frauen und Menschen verschiedener Nationen. Es ist wunderbar, unter solch internationalen Einflüssen, Ideen, Unternehmern und Experten zu sein.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ja, ich liebe es zu solchen Events zu kommen, weil ich mich immer darauf freue, mit neuen Tools und Technologien herumzuspielen. Virtual Reality macht großen Spaß und ich mag es, herauszufinden, woran Startups gerade arbeiten. Ich finde es toll, Leute zu treffen, die am Rand der innovativsten Bereiche dieser Branche arbeiten und ich liebe es einfach auch, mit ihnen zu reden und dazuzulernen. Ich habe viel über Probleme erfahren, mit denen sich die Unternehmen im Technikbereich ausgesetzt sehen. Sie haben alle möglichen technischen, kulturellen und personelle Probleme. Sie haben sich hier ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, all diese Themen in drei Tage Messe zu packen, aber es ist ihnen gelungen!

Wofür interessierst du dich hier und was war dein persönliches Highlight?

Ich interessiere mich vor allem für Themen wie die, wie man mehr Frauen in die Technikbranche bekommt. Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, mehr Frauen für diese Bereiche zu begeistern. Außerdem interessiere ich mich auch sehr für die Zukunft der Arbeit und wie Dinge wie Algorithmen und künstliche Intelligenz unsere Arbeit zukünftig verändern werden und wie sie neue Jobs schaffen und alte beseitigen werden und was wir in der Übergangszeit machen.

Ich arbeite an einer Pariser Uni als Dozentin zu den Themen Innovation und Businessmodelle und ich liebe es, die verschiedenen Businessmodelle und die Experimente, die  die Leute ausprobieren, zu untersuchen. Dieses Jahr war in der Hinsicht besonders toll, da viele große Unternehmen angekündigt haben, kleinere Startups zu unterstützen und ich denke, dass das eine gute Sache für das Ökosystem ist, um Leuten Innovation in kleineren Formaten zu ermöglichen.

Und zu meinem Highlight – es gab einen Stand mit Virtual Reality, bei dem man in solche Zylinder ging, die VR-Brille aufsetzte und sich in einer Simulation unter Wasser befand. Das war sehr bizarr und verwirrend. Ich kann schon jetzt sehen, wie disruptiv diese Technologie für die Zukunft sein wird. Ich bin mir auch sicher, dass unsere Enkelkinder uns für diese großen „Helme“ auslachen werden, aber es fühlt sich auch wirklich so an, als ob wir da am Beginn von etwas Großem und Aufregendem sehen würden.

Wie hat sich die VivaTech seit dem letzten Mal verändert?

Ich denke, weil sich durch Innovation alles so schnell bewegt, können wir viel mehr auf Dinge wie KI und Chatbots erkennen. Diese Themen haben die Agenda in diesem Jahr quasi übernommen, aber es gefällt mir, dass dieses Thema so wichtig ist. 

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Jedem, der das hier spannend findet. Ich habe hier viele Studenten gesehen, Investoren, Startups – einfach jeder, der sich für das Ökosystem interessiert. Was mir an dieser Veranstaltung wirklich gut gefällt, ist, dass es die Probleme innerhalb des Ökosystems anspricht – es ist nicht nur für Startups oder die Uni oder nur für Führungskräfte. Die Tatsache, dass alle diese verschiedenen Player miteinander interagieren, spiegelt die echte Welt wieder, und das ist wichtig. Ich würde das Event also jedem empfehlen, der sich auch nur irgendwie für Technik interessiert – egal, ob er von einer großen Firma, einem Startup oder als Investor kommt. Hier werden neue Perspektiven zu anderen Parts des Ökosystems eröffnet, von denen man vielleicht nie wusste, dass sie existieren.


Besucherin: Lisa Boisneault, Communication Officer, IGN


Lisa Boisneault

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist mein zweites Mal hier und ich mag die Atmosphäre und das Ökosystem der VivaTech sehr, sie ist sehr groß – ich mag das Event!

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Die Konferenzen und Panels interessieren mich sehr. Ich arbeite in der Kommunikation, deswegen interessieren mich Themen wie Video Advertising oder wie man mehr Frauen in die Branche bringen kann. Ich erinnere mich an eine Konferenz aus dem letzten Jahr, in der es um Frauen im Business und großen Unternehmen ging, und das fand ich sehr interessant. Ich interessiere mich auch sehr für das Thema Mobilität, also Transport und so weiter. Für diese Themen gibt es hier viele interessante Startups. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde an der Messe toll, dass sie sehr international ist. Es gibt hier nicht viele solcher internationaler Events – die VivaTech ist für mich wie die CES in Las Vegas. Es ist toll, hier Englisch zu hören und zu sprechen und internationale Speaker mitzubekommen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Allen, die sich für Technologie interessieren – hier geht es um so viele verschiedene Themen: Transport, Shopping, Banking – also wirklich etwas für Leute aus allen Bereichen.


Aussteller: Henry Harris-Burland, VP of Marketing, Starship


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Es ist fantastisch. Hier ist so viel los, das Event ist erstaunlich. Und sehr viele Leute sind an unseren Lieferrobotern interessiert.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir sind nur für einen Tag hier, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen.

Welche Themen interessieren dich besonders?

Alles, was mit selbstfahrenden Autos zu tun hat und alles über Liefer- und Versorgungsketten, egal, ob es um Lebensmittel, Pakete oder Essen geht. Das sind meine Hauptinteressen.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event Startups empfehlen, die Menge an Ausstellern ist groß und übertrifft meine Erwartungen.


Besucher: Alexander Demling, Journalist, Handelsblatt


Alexander Demling

Wie war dein Gesamteindruck?

Mich beeindruckt, dass hier neben vielen Franzosen – was ja selbstverständlich ist – auch viele chinesische oder überhaupt asiatische Unternehmen sind, was ich von Konferenzen in Europa eigentlich wenig kenne. Das ist dann immer sehr europazentrisch, so viel Amerika, wie es geht, aber man guckt eigentlich ganz wenig nach Osten, wo ja gerade die neuen Internetgiganten entstehen. Hier ist der Alibaba-CEO und viele andere, auch viele Aussteller, das find ich ganz beeindruckend.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Es ist zwar noch ein bisschen kurz, aber als Journalist hab ich natürlich die Erwartung, dass ich hier viele Leute treffen kann, die das Internet der Zukunft erfinden und vordenken. Das ist hier definitiv möglich. Hier trifft man die erste, zweite und dritte Reihe: beeindruckende CEOs, von Eric Schmidt über Benedict Evans bis hin zu Andreessen Horowitz. Der ist zwar auch als Technologie-Vordenker bekannt, aber man sieht, man hat sich nicht nur bemüht, ein paar große Köpfe für das Marketing zu bekommen, sondern es gibt durch die Bank spannende Internetvordenker.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich leitete ein Panel zu „Music meets Tech“, mit einem Musikproduzenten, der Gründerin einer musikbasierten Messaging-App und der CFO des größten Radiokonglomerats der USA. Darauf habe ich mich natürlich sehr gefreut. Und generell finde ich es toll, dass man hier mit sehr vielen unterschiedlichen Themen in Kontakt kommt. Es reicht von Machine Learning, KI, Blockchain, also eher technischen Themen, bis hin zu wirklich sehr anwendungsnahen Themen wie zum Beispiel das Musikthema. Man findet alles und es ist wirklich sehr gut besetzt.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Bestimmt, auf jeden Fall. Im Vergleich zu Konferenzen in Berlin ist die VivaTech viel größer, viel internationaler und auch thematisch einfach abwechslungsreicher. Ich kann noch nicht sagen, wie ich die Diskussionsformate finde und wie gehaltvoll das ist, weil ich noch nicht viel gesehen hab, aber wenn sie die Qualität dieses Line-ups halten können, dann auf jeden Fall.


Aussteller: Nicolas Lozancic, Head of Marketing & Communication, Speedernet


Nicolas Lozacic

Wie war dein Gesamteindruck?

Mein Eindruck ist sehr positiv! Hier sind viele Besucher vor Ort. Die Viva Technology findet jetzt zum zweiten Mal statt und ich finde, es ist sehr wichtig, ein Event wie dieses in Europa zu haben.

Welche Erwartungen hattest du und wurden sie erfüllt?

Ich habe einige Erwartungen. Vor der Show ist es wichtig, unsere Präsenz hier zu zeigen. Während der Show ist es wichtig, mit vielen Menschen zu kommunizieren, es ist selbstverständlich ebenso wichtig, viele Kontakte zu knüpfen und ihnen unsere Lösungen zu präsentieren. 

Was war dein persönliches Highlight?

Es gibt hier viele spannende Teilnehmer und viele Dinge in den unterschiedlichen Bereichen der Technologie. Wir haben ähnliche Techniken, außerdem gibt es hier immer Unternehmen, mit denen wir Partnerschaften verhandeln und unser Wissen teilen können. Besonders für kleine Unternehmen ist es wichtig, dass man sich mit anderen kleinen Unternehmen zusammentut.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Ich würde die VivaTech auf jeden Fall empfehlen. Für alle Startups, denn hier sind Vertreter fast jedes Marktes vertreten, außerdem für die Themen HR, Sales und Energie. Und ich finde es wichtig, dass Unternehmen, egal aus welchem Teil Europas sie sind, zeigen können, was sie tun.


Images by Lisa Kneidl


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Destination Check: DialogSummit 2017

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Marketing ist „schmierig, allgegenwärtig und unerträglich„- ein Zitat aus einem der beliebtesten Vorträge von Prof. Dr. Christian Blümelhuber, Fußball-Trikots werden emotionalisiert und man solle doch mehr wie Bob Ross sein, also locker kreativ und – ebenfalls laut Speaker Blümelhuber – sich auf das konzentrieren, was man kann – also in Bobs Fall, Wolken und Bäume malen. Auf dem DialogSummit 2017 gab es also einiges zu hören! Zum 3. Mal wurde zum Forum rund um Data-Driven Marketing geladen und der Veranstaltungsort des Summit war vom 03. bis 04. Mai das Steigenberger Hotel Frankfurt.

Zu unseren Favoriten der Vorträge zählten definitiv der Wake-up-Call von Prof. Dr. Christian Blümelhuber zu Marketing im Jahr 2017 oder die Keynote von Anne M. Schüller zu Touchpoints mit den Kunden und einem Plädoyer zu mehr Menschlichkeit im Marketing. 

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EDDI Night. Image by Lisa Kneidl

Am ersten Abend des Summit wurden zudem die nunmehr 24. EDDI-Awards verliehen, die Preise für nachhaltige Erfolge im crossmedialen Dialogmarketing. Gewinner der B2C-Kategorie ist ESPRIT und im Bereich B2B konnten sich die VHV Versicherungen durchsetzen. Am zweiten Summit-Tag wurde zudem der E-Mail- und Data-Driven-Marketing-Award verliehen, der 1. Platz im Bereich „E-Mailing“ ging an REWE Digital und im Bereich „Newsletter“ konnte sich Saturn Österreich unter der Agentur Dialogschmiede über die Siegertrophäe freuen.

Wir waren für euch dabei und wollen euch wie immer an den Eindrücken zum Event teilhaben lassen.


Veranstalter: Helmut Blocher, Geschäftsführer Succus, Veranstalter DialogSummit


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Image by Helmut Blocher

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Ein guter Start zu einer Veranstaltung ist außerordentlich wichtig und der ist natürlich mit Christian Blümelhuber sehr gut gelungen. Auch Prof. Ovcharova hat gut dazu gepasst. Was mich natürlich immer besonders freut, ist, wenn auch ein Dialog stattfindet und das Publikum mitdiskutiert. Die Diskussion mit Christoph Pause hat gezeigt, dass auch Interesse von Seiten des Publikums ist, sich einzubringen.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Auf jeden Fall! Man hat ja doch eine gewisse Erwartungshaltung und auch Hoffnungen, wie dann die einzelnen Sprecher sein werden, aber weiß natürlich auch nicht, wie sie dann an einem konkreten Tag sein werden. Aber soweit herrscht hohe Zufriedenheit!

Wie würden Sie die Teilnehmer einorden?

Ich glaube, dass der Level immer höher wird. Wir maschieren auch von reinen E-Mail-Marketing-Managerinnen Richtung CRM-Verantwortliche. Das zeigt auch ein bisschen, dass Silos in den Unternehmen ein Stück weit eingerissen werden, dass eher das Übergreifende im Blickfeld ist. Von daher sind tolle Brands und Unternehmen da, von B2B und B2C, auch von uns aus gesehen und von Entscheider-Level aus in toller Anzahl.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Christian Blümelhuber hat mir sehr gut gefallen, aber ich denke, dass jeder auf seine Weise hier einen Beitrag geleistet hat. Besonders gefallen hat mir natürlich auch Lorenzo Tural Osorio, der gerade erst 15 geworden ist und schon unglaublich interessante und spannende Dinge sagt, gerade wenn es um die Perspektive der Generation Z geht.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Das geht von den CMOs, also von Marketingverantwortlichen in den Unternehmen, aber dann auch über Verantwortliche für Digitales, Online-, E-Mail- und Data-Driven-Marketing und alles mit generellem Marketingschwerpunkt. Wie gesagt, auch CRM ist eine stärkere Zielgruppe für das Event.


Speaker: Rafael Dudda, CRM / Digital Marketing Manager, Deutscher Fußballbund


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Image by Lisa Kneidl

Wie war Ihr Gesamteindruck?

Es ist eine sehr interessante Veranstaltung! Man bekam viele Einblicke in Unternehmen, sehr gute Fachvorträge, auch weg von einem Vertrieb, mit sehr guten Inhalten und Anregungen. Das deckt das digitale Spektrum gut ab.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Gerade die Vorträge von Christian Blümelhuber und Prof. Ovtcharova zeigen aktuelle Trends im digitalen Bereich und aktuelle Annäherung an das Thema Digitalisierung – das fand ich sehr spannend!

Wie würden Sie die Teilnehmer einorden?

Hier finden sich vorwiegend Menschen aus Unternehmen, die auch die Digitalisierung anwenden und das Thema in den Unternehmen mit Leben füllen. Sie kommen vor allem aus dem E-Mail-Marketing und dem CRM-Bereich, viele die mit Daten und Kommunikation zu tun haben und tatsächlich auch mit Kunden in Kontakt treten und diese Verknüpfung schaffen – das bedeutet, es geht um Kundenansprache und Ummünzung in Digitalisierung

Was war Ihr persönliches Highlight?

Mein Highlight war der Vortrag von Christian Blümelhuber. Das war fernab von den Anbietern und klassischen Prozessproblemen hin zu Kommunikation und schön mit Künstler-Metaphern beschrieben – das fand ich sehr spannend.

Würden Sie wieder auf die Veranstaltung kommen?

Ich bin sogar Wiederholungstäter und würde sehr gerne wieder kommen!

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde es allen Mitarbeitern, leitenden Angestellten und sogar den Geschäftsführern aus den Bereichen CRM, E-Mail- und Online-Marketing empfehlen, die Interesse haben sich Anregung zu holen ihr Unternehmen weiter zu entwickeln und da auch mit dem Unternehmen entsprechende Sprünge zu machen.


Speaker: Lorenzo Tural Osorio, CEO lorenzotural.com, „jüngster Unternehmer Deutschlands“


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Image by Lorenzo Tural Osorio

Wie war dein Gesamteindruck?

Gut. Ich dachte, dass die Atmosphäre etwas angespannt war, aber jetzt hat sich das inzwischen gelockert. Die Leute wirken ein wenig konservativer, aber das ist nicht schlimm. Man sollte den Dialog deswegen sogar trotzdem suchen, um seine Argumente an deren Auffassungen anzupassen.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Den Vortrag von Frau Ovtcharova fand ich sehr spannend, denn mit dem Thema ihres Vortrags – unter anderem Virtual Reality – hatte ich mich noch nicht befasst. Leider waren dann die Diskussionsrunden nach den Vorträgen immer etwas zu kurz.

Wie würdest du die Teilnehmer einorden?

Es gibt hier die, die eigentlich schon viel Ahnung haben und das in den Diskussionsrunden auch zeigen und die, die eigentlich nur an ihrem Handy gammeln.

Würdest du wieder auf die Veranstaltung kommen?

Wenn ich eingeladen werde, gerne!


Besucherin: Miriam Haas, Junior CRM Manager E-Mail, Tchibo GmbH


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Image by Lisa Kneidl

Wie war dein Gesamteindruck?

Eigentlich sehr gut. Es waren viele interessante Themen dabei. Klar werden die Themen eher angerissen, was manchmal schade ist, weil es wegen dem Zeitdruck nicht vertieft werden kann. Aber eine super gute Anregung, um ein paar Denkanstöße zu geben und im Team zuhause nochmal tiefer einzusteigen und zu brainstormen.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Jein. Vom jüngsten Unternehmer Deutschlands hätte ich beispielsweise etwas anderes erwartet. Das Alter spielte natürlich auch eine Rolle, aber ich hatte etwas total innovatives und neues erwartet und die Denkweise ist dann doch nicht so neu, wie ich’s erhofft hatte. Aber trotzdem gute Eindrücke!

Wie würdest du die Teilnehmer einorden?

Ich würde sagen, wie es in den Diskussionen herauskam, sind hier definitiv auch die Anwender selbst vor Ort, die Onlinemarketing oder E-Mail-Marketing betreiben, um sich Tipps für die Praxis zu holen. Sie wollen lernen, was man besser machen kann und was andere Unternehmen machen. Sie wollen nach rechts und links und über den Tellerrand schauen und ein paar Inspirationen holen.

Was war dein persönliches Highlight?

Herr Simon von Merifond und seine Art der Präsentation haben mir gut gefallen. Ich fand es ein bisschen negativ angehaucht, was es natürlich auch ist – es ging um Nichtbeachtung von Kundenbedürfnissen – und es wurde nur herausgestellt, was wir falsch machen. Wie man es besser machen könnte, wäre da noch ein Schritt weiter gewesen, aber das kam ja dann in der Diskussionsrunde, was natürlich auch der Zeit zuzuschreiben ist. Aber das fand ich sehr gut und treffend dargestellt.

Was war deine Motivation, auf die Veranstaltung zu kommen und würdest du wieder kommen?

Meine Motivation war einfach mal, über den Tellerrand zu schauen und Kontakte zu knüpfen. Es würde auf das Programm im nächsten Jahr ankommen, wie die Inhalte sind und was andere Personen anders beleuchten und betrachten, weil man dann ja selbst auch wieder auf einem anderen Stand ist. Wenn ich nicht wieder kommen würde, dann wäre das nicht wegen der Veranstaltung, sondern weil es einfach auch viele andere sehenswerte Veranstaltungen zum Thema Marketing gibt.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Vielleicht tatsächlich jemandem aus dem Startup-Bereich. Hier sind ja schon große Firmen und Anbieter vertreten. Jemand aus dem Startup-Bereich hat noch einmal eine ganz andere Perspektive und Denkweise. Das würde eine gute Brücke schlagen zwischen dem jüngsten Unternehmer Deutschlands und dem Alteingesessenen.


Besucher: Raoul Vogg, Senior Campaign Manager, 1&1 Internet SE


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Image by Raoul Vogg

Wie war dein Gesamteindruck?

Man kriegt viele interessante Denkanstöße. Es geht jetzt nicht so ganz in die Tiefe, sodass ich sagen könnte, dass es total innovativ ist und dass mir der Mund offen steht, aber es ist definitv was schönes dabei, was ich auch für meine eigene Arbeit verwenden kann.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ich habe erst gestern erfahren, dass ich hierher komme, weil ich für eine Kollegin eingesprungen bin. Dafür würde ich sagen, ist das ein solides Programm. 

Wie würdest du die Teilnehmer einorden?

Es sieht mir danach aus, dass hier ziemlich viele Leute sind, die recht weit oben in der Hierarchie stehen. Also diejenigen, die nicht selber umsetzen, sondern hier Ideen sammeln und gucken, dass sie es in ihrem Unternehmen irgendwie unterbringen können. Der hohe Ticketpreis schreckt den normalen Menschen da schon eher ab.

Was war dein persönliches Highlight?

Es waren schon coole Sachen dabei, beispielsweise als Herr Blümelhuber und Herr Osorio in der Podiumsdiskussion meinten: „Wir müssen die Gegenwart nicht aus der Vergangenheit betrachten, sondern aus der Zukunft .“ Oder die Bewertungs-App, bei der sie die schlechten Bewertungen rausfiltern und diese so gar nicht erst in die Bewertung reinkommen – die Rede war von Alexej Antropov, der das Potential von Push- und App-Kommunikation bei limango vorgestellt hatte. Das hielt ich für eine coole Idee, habe ich so noch nie gesehen und das sind so die kleinen Sachen, von denen ich denke, dass sie ganz cool sind.

Was war deine Motivation, auf die Veranstaltung zu kommen und würdest du wieder kommen?

Momentan in meinem Job nicht, weil es von der Thematik nicht ganz passt. Aber von der Veranstaltung her denke ich schon, dass ich noch einmal kommen würde, wenn ich im E-Mail-Geschäft oder im allgemeinen Kommunikationsbereich tätig wäre.

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde die Veranstaltung Leuten empfehlen, die E-Mail-Marketing machen oder neue Medien à la Apps sind hier denke ich ganz gut aufgehoben.

 

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Destination Check: Year Of The Rooster 2017

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Die Year of the X Reihe ging dieses Jahr in die dritte Runde: Nach dem Jahr der Ziege und des Affen stand 2017 alles im Zeichen des Hahns. Das Team um Gründer Markus von der Luehe lässt sich jedes Jahr von den chinesischen Sternzeichen inspirieren, um die Digitalkonferenz immer wieder neu zu inszenieren. So wandelte sich das Backstage in München dieses Jahr mit Liebe zum Detail in eine Farm, die Besucher trugen Cowboy-Hüte und Latzhosen und wurden mit dem Weckruf des Hahns begrüßt.

Organisator: Markus von der Luehe, CEO und Gründer von Year of the X

Image by Markus von der Luehe
Image by Gesine Märten

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Alles in allem gut, abgesehen von den Minidramen, die im Hintergrund ablaufen. Ich bin sehr begeistert von der Energie, die entstanden ist. Das Programm war mit Themen von Mindfulness und Tech Talks über Prototyping Workshops bis hin zu Massagen mit sehr vielen Inhalten vollgepackt. Diese Diversität von Inhalten und Leuten ist super spannend.

Haben die Speaker und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Bei den Speakern gibt es immer diejenigen, die positiv herausstechen und einige, die weniger überzeugen. Ich glaube, das ist normal. Was wir dieses Mal gut gemacht haben – das habe ich auch als Feedback bekommen – sind die Workshops, die sehr interaktiv und dynamisch waren. Dagegen sind die 15-Minuten-Talks oft eindimensional. Deswegen haben wir uns diesmal entschieden, drei Streams mit Workshops und nur einen mit Talks zu füllen.

Was ist Dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war das Team. Sie waren unglaublich engagiert. Darunter waren Leute, die kurzfristig dazugekommen sind, ausgeholfen haben und trotzdem sehr energetisch waren. Die internationalen Speaker und die Atmosphäre haben dazu beigetragen, dass der Festival Spirit spürbar war.

Wem würdest Du Year of the X empfehlen?

Wir richten uns an Early Adopter, die offen sind für neue Ideen, die verstanden haben, dass sich unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird und die bereit sind, ihr eigenes Mindset zu hinterfragen. Das ist leider im Moment aus meiner Sicht noch eine relativ kleine Gruppe.

Was ist Deine persönliche Motivation, das Event auf die Beine zu stellen?

In meinem Talk am Vormittag ging es darum, dass sich unser Bildungssystem grundlegend verändern muss. Erste Ansätze dafür gibt es schon. In Tutzing hat beispielsweise eine Australierin eine neue Form der Schule aufgebaut, die Create Schools. Dort geht es nicht mehr um Frontalbeschallung und Auswendiglernen. Gearbeitet wird stattdessen in Projektgruppen, die Schüler starten gemeinsame Initiativen und lernen emotionale Intelligenz, indem sie Strategien verhandeln müssen. Das ist das Bildungsmodell der Zukunft, das die neue Form der Arbeit braucht. Viele Organisationen agieren meist noch nach dem Modell der alten Schule, auch das muss sich ändern. Teil dieser Bewegung zu sein, neue Menschen zu finden, die diese Veränderung mitgestalten wollen, das ist es, was mich antreibt.

Was können wir im kommenden Jahr des Hundes erwarten?

Erst hatte ich Zweifel, ob der Hund spannend sein kann. Doch dann habe ich über meinen eigenen Hund, einen belgischen Schäferhund, nachgedacht. Cool an ihm ist, dass er immer das Rudel zusammenhalten will. Wenn meine Freundin und ich mit dem Rad unterwegs sind und in verschiedenen Richtungen fahren, stresst ihn das sehr, weil er immer versucht, uns zusammenzubringen. Ich glaube, das kommende wird das Jahr der Community, in dem es um Themen wie Loyalty und Netzwerke geht.

Besucherin: Maria Justus, digitale Künstlerin

Image by Maria Justus
Image by Gesine Märten

Maria Justus nutzt digitale Medien und Werkzeuge, um ihre Kunstwerke zu kreieren. Außerdem ist sie Mitorganisatorin des Hackers & Founders Meetups in München.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Sehr positiv! Das war das erste Event in diesem Format, das ich besucht habe. Mir hat das Thema und Motto „Country“ mit Verkleidung sehr gut gefallen, genauso die entspannte Atmosphäre mit vielseitigem Publikum und dass es sehr viel Input von vielen verschiedenen Seiten gab.

Welche Themen haben dich heute am meisten interessiert?

Mich beschäftigt das Thema persönliche Entwicklung. Dazu habe ich den Workshop „Zen Leadership Way“ von Hinnerk Polenski besucht. Großartig war der Workshop von Suzannah Scully „How to create a clear vision”. Sie hat das Publikum begeistern können.

Haben die Redner und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Übertroffen. Mir hat die Vielfalt gefallen. Die Leute sind entspannt, es macht Spaß, man fühlt sich wohl, die Veranstaltungen sind alle gut besucht.

Was ist Dein persönliches Highlight?

Dazu gehörte der Talk zur digitalen Zukunft der Arbeit von Claude Ritter. Wenn man zukunftsorientiert arbeitet, und das betrifft auch meine künstlerische Arbeit, ist es sehr wichtig, am Zeitgeist zu bleiben und nach vorne zu schauen. Für mich ist es wichtig zu wissen, was gerade in der Welt passiert und mich nicht nur mit Kunstthemen zu beschäftigen. Darum bin ich hier. Es gab viele Vorträge, die den Kopf öffnen und Horizont erweitern.

Würdest Du nächstes Jahr wiederkommen? Wem würdest Du die Veranstaltung empfehlen?

Ich werde gerne wiederkommen, wenn ich in München bin. Ich würde die Veranstaltung auf jeden Fall meinen Künstlerkollegen empfehlen und jedem, der mit interessierten und offenen Augen durch die Welt geht, offen für neue Dinge ist, frei denken kann. Auch für klassische Office-Mitarbeiter ist es gut, aus der Routine auszubrechen und über den Tellerrand zu schauen.

Speakerin: Suzannah Scully

Image by Suzannah Scully
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Suzannah Scully coacht Führungskräfte der Fortune 500 Unternehmen, ist TEDx Speakerin, und moderiert den Podcast „The Cosmos In You“. In ihrem Workshop bei Year of the Rooster hat sie die Teilnehmer inspiriert, ihre eigene Vision zu entwickeln und zu verfolgen. „Say ‚Hell yes‘ or say ’no'“ ist ihr Motto und hilft ihr dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Inspirierend. Innovativ. Vorausdenkend. Wegbereitend. Die rustikale Atmosphäre ist so viel inspirierender als typische Corporate-Events. Es ist eine freundliche und offene Umgebung und ich bin froh, hier zu sein.

Haben Redner und Teilnehmer Deine Erwartung erfüllt?

Absolut. Die Speaker sind gut vorbereitet und auf den Punkt. Das Event ist gut kuratiert, ich finde die Vielfalt der Themen faszinierend. Das einzige Problem, das ich habe ist, dass es so viele spannende Vorträge gibt, die ich alle gerne besuchen würde.

Würdest Du wiederkommen, und wem würdest Du Year of the X empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen und das Event jedem empfehlen, der sich mit der digitalen Welt beschäftigt – also Vorausdenker, und jedem, der sich für Innovationen begeistert und wissen will, was als nächstes kommt.

Warum hast Du ‚Hell Yes‘ zu Year of the Rooster gesagt, zu was hast Du deshalb ‚No‘ gesagt?

Für mich war es ein ‚Hell Yes‘, weil ich die aufgeschlossene Art von Markus mochte und die Vision, die er mit dem Event verfolgt. Dafür hieß es ‚No‘ zu einem persönlichen Ausflug: Mein Mann und ich hatten den Plan, unseren Lieblings-DJ in Las Vegas zu hören.

Was war Dein persönliches Highlight?

Ich mochte den Moment, bevor es losging, diese Energie, die durch die Aufregung entsteht. Ich mag die prickelnden Momente der Vorfreude. Das ist wie Geschenkeöffnen zu Weihnachten.

Besucherin: Michaela Jausen, Strategy Brand & Communication Consultant

Image by Michaela Jausen
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Michaela Jausen ist digitale Strategin in München mit Leidenschaft für Menschen und Marken.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Ich mag die Location, ich mag die Liebe zum Detail. Enttäuscht bin ich von einigen deutschen Speakern, deren Talks etwas verkäuferisch waren. Umso begeisterter bin ich von dem Workshop-Format, das ich bei Suzannah Scully erlebt habe. Interaktion mit einer so großen Gruppe ist schwierig, aber hier hat es funktioniert.

Haben Redner und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Ja, es sind viele Leute aus München da, die man kennt, aber durch den internationalen Aspekt sieht man auch viele neue Gesichter. Genau das ist der inspirierende Moment von außen, den ich super finde.

Was war Dein persönliches Hightlight?

Dazu gehörten definitiv der Vortrag von Gael de Talhouet über Robotic Marketing und der Workshop von Suzannah Scully über die Entwicklung einer eigenen Vision. Denn das sind Themen, die mich gerade beschäftigen.

Würdest Du wiederkommen, und wem würdest Du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event eher jungen Leuten empfehlen, die in Themen einsteigen möchten, Dinge noch nicht gehört haben, die für Themen brennen. Ich bin schon relativ nüchtern, weil ich schon viele Events und Formate gesehen habe. Für Austausch und Netzwerken ist die Bandbreite an Unternehmen von Corporates bis hin zu Design- und Werbeagenturen spannend. Würde ich wiederkommen? Nein, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich den Ticketpreis nicht für eine deutsche Konferenz ausgeben würde. Ich würde stattdessen eine Veranstaltung in einem anderen Kulturkreis aussuchen.

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Destination Check: Digital Innovators‘ Summit

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Am 20. und 21. März fand die Digital Innovators‘ Summit in Berlin statt. Dieses Mal sogar mit einem großen Jubiläum: Die #DISummit feierte ihren zehnten Geburtstag. In der Zeit seit 2007 hat sich eine ganze Menge getan im Netz und auf dem Verlegermarkt. Eins ist schon mal klar: Nostalgische Stimmung kam hier kaum auf, dazu waren die vielen Trends und Umbrüche viel zu spannend. Ich habe mich in den zwei Konferenztagen für die Netzpiloten umgeschaut.


Organisator: Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer VDZ


Image by Stephan Scherzer
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Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Die Konferenz gibt es jetzt seit zehn Jahren. Die erste Konferenz in Hannover hatte gut 150 Besucher, da ging es nur um Visionen, dann ging es irgendwann um Trends und jetzt haben wir heute hier 600 Leute aus 34 Nationen. Aus den Trends sind jetzt Geschäftsmodelle geworden. Und wenn ich mir anschaue, dass wir als Verlagsbranche auf drei verschiedenen Bühnen Inhalte transportieren – und es geht um Virtual Reality, Mobile, Augmented Reality, Communities, Social – dann sieht man, wie sich die Themen mittlerweile in der DNA der Verlage festgesetzt haben. Dieses Jahr geht es vor allem darum, Inhalte mit Hilfe von Technologie zu optimieren, also Audience Matrix, um den Content noch besser auf die Interessen der Menschen zuzuschneiden. Die Vision gibt es schon lange, aber jetzt sind endlich die Tools da und es ist nicht mehr so teuer, so dass auch die kleinen Firmen dabei mitmachen können.

Ein anderes wichtiges Thema ist Mobile, und zwar nicht als Kanal selbst, sondern auch in Bezug auf die Frage, wie Mobile andere Kanäle beeinflusst. Es geht darum, wie ich meine Marke so einbaue, dass sie auch zuerst genutzt wird. Heute würde niemand mehr behaupten, dass Mobile nicht wichtig ist, besonders in der Generation Z. Für die sind das alles Tools, das ist wie Strom aus der Steckdose, das ist nicht mehr überraschend. Das ist eine entscheidende Veränderung, das wahrzunehmen, anzuerkennen und damit umzugehen. Wenn wir über Zeitschriften reden, merkt man in diesem Jahr auch: es reden alle über Content. Ein gut gemachtes analoges Magazin ist ein guter Anker für Markenstärke im Digitalen.

Welche Erwartungen hatten Sie an den diesjährigen Kongress?

Wir haben mit Visionen angefangen, aber mittlerweile erwarten die Leute ganz handfeste Beispiele und Best Practice. Wie funktioniert was, wie setzt man es ein? Und das funktioniert hier sehr gut. Es geht darum, von der Vision über den Trend zum Geschäftsmodell zu gelangen. Das ist allen, die hier sind, gut gelungen. Die Mischung zwischen den großen Verlegern und den kleinen Startups mit der großen Idee zeichnet diese Konferenz aus. Es ist sehr hands-on, keine visionäre Spielerei, und man kriegt immer Inspirationen. Dafür sind diese Marktplätze da. Und dass das ein Verband macht, zusammen mit dem Weltverband, zeigt, denke ich, dass Verbände auch modern und zukunftsorientiert sein können. Und das gefällt mir sehr gut.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Ich fand Geoff Ramsey, den CEO von eMarketer, sehr gut, der sehr schön und datenbasiert erklärt hat, in welche Richtung die Welt geht. Dann war Jeremy Gilbert toll, der ist einfach ein klasse Typ und er hat interessante Visionen. Das ist auch das, was uns von allen anderen in der Branche unterscheidet, das darf man nie vergessen: Verlage sind redaktionelle Editorial Media, das zeichnet sie vor allem aus. Deshalb ist es spannend, solchen Leuten zuzuhören, wie sie mit der digitalen Transformation umgehen.

Wer muss nächstes Jahr unbedingt noch dabei sein?

Es muss immer der dabei sein, der die tollen Ideen hat. Hier sind ganz viele Companies dabei, die ganz klein angefangen haben und groß geworden sind, wie Twitter und Facebook. Das ist auch ein großer Reiz, sich das über die Jahre anzuschauen.

Warum machen Sie das Ganze?

Lebenslanges Lernen. Ich war immer in den Medien unterwegs und ich finde unsere Branche super spannend. Wir werden noch so viele spannende Entwicklungen sehen, für mich ist die Konferenz Druckbetankung. Food for Thought.


Besucherin: Nadja Scholz, Head of Corporate Strategy bei der Deutschen Welle, Berlin


Image by Nadja Scholz
Image by Nadja Scholz

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich fand es sehr informativ und gebündelt. Wir haben in vielen Vorträgen gehört, dass es um Voice geht, um Bots und natürlich um AI, das war für mich in vielen Fällen noch einmal die Bestätigung dessen, was man auch schon anderswo gehört hat. An manchen Stellen haben sich die Speaker auch widersprochen, das fand ich sehr interessant. Es wurde beispielsweise versucht, die Zukunft der Homepages zu deuten, und ob sie überhaupt eine Zukunft hat – und andere sagten, dass Homepages ganz besonders wichtig werden. Das war für mich ein sehr spannendes, anschauliches Bild.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich fand die Redner teilweise qualitativ recht unterschiedlich, aber das liegt natürlich auch immer am persönlichen Interessensspektrum. Leider fand ich es oft sehr schnell und für Fragen war fast nirgendwo Zeit, das war etwas schade. Aber ich habe mich mit ein paar Speakern danach via Twitter verabredet, um das Gespräch noch weiterführen zu können. Ich hatte außerdem gedacht, es würde mehr über Snapchat geredet, aber darum geht es dann vielleicht im nächsten Jahr. Jedenfalls ist nichts Grundlegendes unbeantwortet geblieben.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Ich fand die Vorträge von Jeremy Gilbert von der Washington Post sehr interessant, seine Themen haben mich noch einmal bestärkt. Überraschend spannend fand ich Andrew Losowsky vom Coral Project, dessen Non-Profit-Tool hat mich sehr angesprochen.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich werde versuchen, es zu schaffen, ich wäre gern mit dabei. Ich denke, die Themen sind für jeden interessant, der sich in der Medienbranche umtreibt, vor allem für Journalisten, die aktiv im Thema sind, ist es sicher super interessant, so etwas mitzubekommen.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Ich bin natürlich als strategische Unternehmensplanerin hier, aber wir entwickeln auch gerade eine Digitalstrategie. Außerdem bin ich auch für das Innovationsmanagement zuständig, es waren im Grunde alle Themen abgedeckt, die mich interessieren.


Besucher: Stanley Chien, CEO und Co-Founder von Kono, Mountain View, Kalifornien


Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Wir haben unseren Hauptsitz in den USA und wir haben Vertretungen in Asien, aber in Europa haben wir noch keine Kontakte aufgebaut, also habe ich die Chance genutzt, um viele europäische Verlage und Kollegen zu treffen. Unsere Firma besteht erst seit ein paar Monaten, daher sind wir hier zum ersten Mal zu Besuch – und auch das erste Mal überhaupt in Europa zu Gast.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich fand die meisten Speaker gut. Das Angebot ist ziemlich breit gefächert, vom Medienunternehmen bis hin zu Tech-Leuten und Video. Und weil wir aus dem Silicon Valley kommen, kannten wir natürlich schon eine ganze Menge der Themen, die hier besprochen wurden. Es ist also nichts wirklich Neues für mich, aber ich finde es immer interessant, die europäische Perspektive kennenzulernen. Manche Technologietrends sind natürlich nicht neu, aber sie müssen sich erst einmal durchsetzen und eine Breitenwirkung entwickeln.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Der Vortrag von Michael Isaacs von Vindicia hat mir gut gefallen. Hier konnte man gute Vergleiche zwischen den Geschäftsmodellen von Zeitungen und Zeitschriften anstellen und was die nächsten Renevue Generators für die Verlage sein werden. Ich bin schon sehr gespannt, was passieren wird, weil unsere Firma sich auf Zeitschriften spezialisiert hat. Die Aggregatoren sind eine der am schnellsten wachsenden Geschäftszweige im Verleger Business.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich würde es spannend finden, wenn ich noch einmal teilnehmen kann, aber das muss unsere Firma entscheiden. Die Konferenz als solches würde ich definitiv weiterempfehlen, solche Themen sind für uns sehr wichtig.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Mich hat die europäische Perspektive interessiert, also wie die Menschen hier denken, und natürlich zum Kontakte pflegen und neue aufzubauen.


Julia Redner, Marketingleitung, knk Business Software AG, Anbieter für Verlagssoftware, Microsoft-Partner, Kiel


Julia Redner und ein zugeschalteter Kollege, Image by Anne Jerratsch
Julia Redner und ein zugeschalteter Kollege, Image by Anne Jerratsch

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich war in den vegangenen zwei Jahren auch bereits hier und muss sagen, es wird immer internationaler und immer größer. Was mir besonders gefallen hat, waren die vielen internationalen Best Practices. Das ist häufig vor allem technologiegetrieben, aber heute gab es hier einen tollen Vortrag über den Umbruch eines Editorenteams in Indien, das fand ich spannend, weil es die Erfahrungen in diesem digitalen Wandel sehr gut dargestellt hat. Das ist für mich auch eine ganz wichtige Message aus dem Kongress: Der Fokus auf den Kunden, auf die User Experience und auf das Engagement, die durch die Bank aus den Vorträgen deutlich wurde.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich denke, ich konnte viele neue Ideen mitnehmen. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt, ich konnte mich mit vielen spannenden Leuten unterhalten und austauschen. Auch auf unseren mobilen Roboter-Kollegen haben wir viele positive Resonanzen bekommen. Es hat sich auf jeden Fall für uns gelohnt!

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Ich fand viele Vorträge toll und interessant, aber am spannendsten fand ich den Vortrag von John Wilpers über Top Innovationen in den Medien. Der Vortrag war sehr aktiv gestaltet, das fand ich toll. Und den Vortrag „How Editorial Innovation Really Works“ mit John Wilpers und dem indischen Kollegen Ananda Vikatan, der anhand des indischen Verlags den Innovationsprozess und die menschlichen Rückschläge, die er mit seinem Personalstab hatte, sehr bildhaft dargestellt hat. Das fand ich wirklich beeindruckend.

Würden Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Sehr gerne, allein schon um zu sehen, wohin sich die Trends entwickeln. Vor ein paar Jahren haben alle nur über 3D gesprochen, das war auf dieser Konferenz gar nicht mehr so sehr Thema. Ich finde es spannend, zu sehen, wie sich so etwas verschiebt.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Ich möchte allein schon aus Marketingsicht wissen, was unsere Kunden bewegt, genau wie die Verlage ihre Leser analysieren. Wir wollen wissen, was die Top-Themen sind und wie wir ihnen dabei helfen können, diese Herausforderungen mit unseren Lösungen und Kompetenzen zu stemmen, auch wenn und gerade weil der mediale Wandel und die Digitalisierung nun schon eine ganze Weile stattfindet


Michael Schöning, Vice President Sales DACH bei 1plusX, Schweiz/Düsseldorf


Image by Michael Schöning
Image by Michael Schöning

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Wir sind in diesem Jahr das erste Mal da. Die Konferenz hat ziemliches High-Level-Niveau und ist sehr strategisch, es werden sehr grundlegende Dinge besprochen. Einige Themen waren für uns in Ansätzen sehr interessant, wir haben auch einige Gespräche geführt, die uns durchaus weiter oder generell erst einmal in eine Startposition gebracht haben. Für uns als technischer Dienstleister ist dies hier durchaus eine lohnende Veranstaltung. Und ich finde es wichtig, den Geist der Branche mitzubekommen, und die Richtung, in die es geht.

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Teils, teils. Natürlich ist es bei so einer Konferenz immer eine Produktshow, andererseits gab es auch viele High-Level-Vorträge. Die Balance zu finden, ist da wohl manchmal etwas schwierig, es gab also Licht und Schatten.

Hatten Sie ein persönliches Highlight?

Wir haben viele spannende Kontakte knüpfen können, das fand aber eher abseits der Vorträge statt, die waren für mich nur teilweise interessant. Beim Vortrag von Max Amordeluso über Alexa Home habe ich mir ein bisschen mehr erwartet, weil ich das Thema hochspannend finde, und alles, was mit Spracheingabe zu tun hat. Ansonsten war es für uns einfach ein Netzwerk-Event.

Würdest Sie wiederkommen, und wem würden Sie den DI Summit empfehlen?

Ich habe die Frage gerade mit meinem Kollegen diskutiert, ob wir hier herein passen, und er würde wohl wiederkommen. Ich persönlich denke aber, dass wir auf den reinen Technik-Konferenzen besser aufgehoben sind.

Was war Ihre Motivation, dabei zu sein?

Uns war es wichtig, herauszufinden, ob diese Veranstaltung etwas für uns ist und ob wir hier die Kontakte pflegen können, die uns interessieren. Jetzt müssen wir erst einmal diskutieren, ob wir das fortführen und auf welchem Niveau, vielleicht ist beim nächsten Mal auch nur noch jemand für das C-Level dabei.

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Destination Check: Online Marketing Rockstars Festival 2017

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Vom 2. bis 3. März 2017 fand in Hamburg das Online Marketing Rockstars Festival statt. Am ersten Tag haben sich über 200 Aussteller aus der Marketing-Branche auf der Expo in zwei Hallen vorgestellt. Den Besuchern wurde Marketing-Wissen, Branchen-Austausch und Unterhaltung geboten. In diesem Jahr waren auch die Netzpiloten auf der Expo als Aussteller vertreten. Wir haben uns unter die Leute gemischt und hier ein paar Eindrücke für euch festgehalten: 


Speaker: Philipp Klöckner, Managing Director bei Trade Machines 


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Wie ist dein Gesamteindruck?

Es ist mehr als beeindruckend, wie sich eine Konferenzreihe wie die OMR in nur wenigen Jahren zu einer solchen Relevanz und dem damit einhergehenden wirtschaftlichen Erfolg entwickeln konnte und sich dennoch jedes Jahr selbst übertrifft. Im Vergleich zu den langsamer wachsenden Fachkonferenzen und der etwas unambitioniert wirkenden DMEXCO gelingt es Philipp Westermeyer und dem OMR-Team, sehr viel dynamischer zu wachsen. Durch das vernetzte Konzept von Festival-Event, Expo, Conference, Podcast, Experten-Netzwerk und dergleichen wird das Ökosystem vielleicht noch einmal wirklich disruptiv verändert. In jedem Fall ein komplett neuer Weg, ein potenzielles nächstes Mainevent der Digitalbranche in Deutschland zu etablieren.

Welche Erwartungen hattest du?

Durch das extrem hohe Level der letzten Jahre und die konsistente Steigerung sind die Erwartungen an die OMR immer extrem hoch. Während Erstbesucher in der Regel sicher komplett weggeblasen werden von der Fülle der Highlights, spürt man auch als Stammbesucher aber noch Entwicklung und neue Höhepunkte. Respekt!

Würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich denke, dass man die OMR durchaus uneingeschränkt empfehlen kann. Um das Beste aus der Konferenz zu machen, bedarf es inzwischen aber einigem an Vorbereitung, um die inzwischen erklärungsbedürftige Komplexität der Veranstaltungen auch optimal zu nutzen. Das Team adressiert diese Notwendigkeit aber auch sehr durchdacht durch Vorab-Berichterstattung in Podcasts, Guided Tours vor Ort und eine pfiffige Konferenz-App.

Hattest du einen Favoriten unter den anderen Vortragenden?

Ich fand es der Qualität keinesfalls abträglich, dass der Veranstalter zum ersten Mal beschlossen hat, dem Event eine Art Keynote voranzustellen und diese auch selbst abzuliefern. Auch auf die Fortsetzung dieses Formats bin ich gespannt. Zudem freut mich auch, dass Philipp regelmäßig ein paar „Hidden Champions“ ausgräbt und ins Bühnenlicht zerrt.


Aussteller: Alexander Dobbert, Senior Frontend Developer bei fischerAppelt


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Wie ist dein Gesamteindruck?

Ich habe es als sehr schade empfunden, dass es anfangs solche Probleme mit dem Einlass gab. Aber der Schlagzeuger, der Musik für die Leute in der Warteschlange gemacht hat, hat mir gut gefallen. Diese ansprechende Musik mit dem leichten Hamburger Regen und den kalten Füßen – das war ein interessanter Auftakt. Außerdem ist hier eine gute Stimmung in der Halle. 

Welche Erwartungen hattest du an die Veranstaltung?

Bisher ist es hier ziemlich cool. Ich habe viele gute Gespräche geführt; man trifft hier ja auf viele Fachkollegen, die aber aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen und dementsprechend ganz verschiedene Perspektiven auf die Veranstaltung haben. Das ist schon sehr spannend! Die Leute hier sind auch sehr aufgeschlossen und interessiert.

Was war deine Motivation, heute hier herzukommen?

Ich wollte gerne mal schauen, wie die Leute das, was wir in der letzten Zeit gebastelt haben, so finden. Das hier ist ein digitaler Kleiderschrank, der dir sagt, welche Kleidung zueinander passt – und welche nicht. Meine Beobachtung bisher war, dass das bei Frauen nicht so richtig gut ankommt, weil sie einen solchen Kleiderschrank nicht als notwendig empfinden. Bei Männern kam er allerdings ganz gut an! Das entsprach aber auch so in etwa unseren Erwartungen. Es ist ja außerdem ganz interessant, mal eine Messe zu besuchen, auf der sich die Leute „Rockstars“ nennen. Ich wollte mal gucken, wie Rockstars so aussehen. 

Wem würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich würde die OMR Leuten empfehlen, die das Internet nicht nur als Tool des freien Informationsaustausches nutzen, sondern auch als Marketing-Instrument. Aber das kann man – so wie ich das einschätze – sehr weit fassen.


Besucherin: Sarah Zehnter, Werkstudentin bei Eventim


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Wie ist dein Gesamteindruck?

Mein Gesamteindruck ist bisher ganz gut. Ich bin ein bisschen überfordert, weil es hier so voll ist. Ich finde es etwas schade, dass das Cashless Payment System heute nicht funktioniert und sich dadurch der Einlass etwas verzögert hat. Grundsätzlich finde ich das Konzept aber gut. 

Hattest du irgendwelche Erwartungen an die Speaker?

Ich hatte tatsächlich gar keine Erwartungen an die Speaker. Es ist nicht böse gemeint, aber diese Marketing-Themen beinhalten oft viel Geschwafel. Lieber lese ich mir einen kurzen, prägnanten Text zu einer Thematik durch. 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich finde das Design von den einzelnen Ausstellern sehr ansprechend und die Aufmachung des Festivals sagt mir auch zu. Von Adobe, Facebook und Google habe ich einige interessante Aspekte mitbekommen, die mir gut gefallen haben. Obwohl mich Marketing als Sache nicht so sehr interessiert, haben mich diese Aussteller überzeugt. Außerdem habe ich einen tollen Turnbeutel von InnoGames bekommen! 

Würdest du die OMR weiterempfehlen?

Ich würde die OMR allen empfehlen, die sich etwas mehr mit Marketing auseinandersetzen und sich dafür wirklich interessieren. Auch zum Kontakteknüpfen bietet das OMR-Festival sicherlich eine gute Plattform. Für mich persönlich ist die Veranstaltung aber leider nichts. 

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Destination Check: VDZ Tech Summit 2016

Zum bereits vierten Mal hat am 22. und 23. November der VDZ Tech Summit stattgefunden. Die VDZ Akademie begrüßte als Teilnehmer vor allem Vertreter aus den IT-Bereichen von Verlagshäusern und Entscheidungsträger aus Medienhäusern im Empire Riverside Hotel Hamburg. An zwei Konferenztagen wurden den Teilnehmern zahlreiche, auch internationale Vorträge, Startup-Pitches und Workshops zu den Leitthemen IT, Daten und Publishing geboten.

Den Startschuss des Events gab eine Keynote vom Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Stadt Hamburg, Dr. Carsten Brosda. Die Konferenz-Kulisse des Hamburger Hafens stellte auch gleich eine perfekte Vergleichsfläche zur IT- und Medienwelt dar. Brosda lobte es als eines der größten Digitalisierungsprojekte Deutschlands und erstellte so ein Gleichnis zu Verlagshäusern, die sich ebenfalls immer mehr mit dem digitalen Wandel konfrontiert sehen und diesem immer einen Schritt voraus sein sollten. Die Digitalisierung und Algorithmisierung der redaktionellen Arbeit war häufiges Thema verschiedener Vorträge, aber Brosda stellte schon zu Beginn klar: „Ein Diskurs kann nicht digitalisiert werden. Journalistische Sprache muss so stark sein, dass sie sichtbar bleibt“.

Zu den einprägsamsten und beliebtesten Vorträgen zählte Peter Buhrs (Senior Consultant Digital & Innovations Axel Springer SE) unkonventionelle, energetische Präsentation zum Thema „Digitalen Journalismus erfolgreich machen“. „Man gewinnt den Krieg in den Köpfen nur mit Wörtern, nicht über Technologie!“, plädiert Buhr. Man solle den Kern der Elemente finden und mit den besten Formulierungen gegen die Konkurrenz angehen. Peter Kropsch, Geschäftsführer der dpa untermauerte dies mit seiner Aussage, dass „journalistische Inhalte zu produzieren […] kein aussterbendes Gewerbe“ sei. Die Riege der Online-Redakteure darf also noch getrost aufatmen!

Eindrücke gab es viele, Begrifflichkeiten wie Big Data, B2B oder e-Commerce fielen links und rechts, als „Key-Takeaway“ formulierten die Moderatoren allerdings, dass die Technologie in Verlagshäusern von den Anwesenden zu verantworten ist und die sich in einem Dilemma zwischen dem gestern, heute und morgen befindet. Technologen sollen „out of the box“ denken, aber auch das gemeinsame Lernen voneinander stehe als Motto der Veranstaltung im Vordergrund. Zusammengefasst heißt es also, um dem berühmten Technologie-Journalisten Nicholas Carr zu wiedersprechen: „IT does matter!“.


Moderator: Stephan Huegel, IDG


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Image by IDG

Stephan Huegel hat auf dem VDZ Tech Summit mit seinem Kollegen Jannis Moutafis die Moderation übernommen und ist selbst begeisterter Techie. Bei IDG ist er Chief Technology Officer.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Der Gesamteindruck ist ein vor allen Dingen positiver. Am Ende des Tages steht das vor allem die Erkenntnis, dass Technologie viel tun kann für Publisher. Und sie kann nicht nur viel tun, sie ist auch in der Pflicht, gewisse Dingen zu treiben. Wie die Daseinsberechtigung der Online-Journalisten zu definieren, Geschäftsmodelle zu erschließen und auch neue Monetarisierungs-Modelle zu finden, abseits der Monetarisierungen über Werbeerlösmodelle. Also insofern habe ich als Technologe selber einen sehr positiven Eindruck dieses Tages, weil ich weiß, Technologie ist tatsächlich Bestandteil der DNA der Verlagshäuser.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, teilweise sogar übertroffen. Ich fand uns Referenten nur teilweise etwas holprig, aber das ist eben der Veranstaltung der Größenordnung zu verschulden, da spielte ein bisschen Nervosität mit. Aber ich war sehr angetan, die Qualität war super, alle Referenten haben sich wirklich auch bemüht, aus der Praxis zu berichten und Einblicke in die eigene verlegerische oder technologische Arbeit zu gewähren – also genau so, wie das eigentlich sein sollte. Ich habe mir die Reaktionen der Teilnehmer hier vor Ort angehört, ich habe es mir auch auf Twitter durchgelesen und glaube, erkennen zu können, dass wir da in Summe eine Punktlandung gemacht haben und die Erwartungen auch erfüllt haben.

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand den Vortrag von Nils Wollny ganz visionär und interessant, der skizziert hat, wie die digitale Strategie bei AUDI aussieht. Ansonsten haben wir den Peter Buhr gehabt und das war ja sowohl vom Inhalt als auch vom Format her sehr disruptiv, ein engagierter Vortrag. Auf so etwas stehe ich sowieso immer.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Jedem Technologen, der ein besseres Verständnis dafür generieren möchte, welche Anforderungen das Business in Verlagshäusern an Technologie stellt und jedem Geschäftsführer oder Business-Verantwortlichen in Verlagshäusern, der mehr darüber lernen will, welchen Wertbeitrag Technologie in Vertragshäusern erbringen kann.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Ich sehe Verlagshäuser nach wie vor als ein Quality- und Gatekeeper für qualitativ hochwertige Inhalte, denke das ist der primäre Informationsauftrag und die primäre Daseinsberechtigung für Marken. Wir haben das auch am Beispiel von AUDI oder dem Beitrag von Burda, die über Thunder referiert haben. Es geht auch darum, Alternativen oder Optionen – ich will nicht von Gegengewicht reden – zu großen, marktbestehenden digitalen Playern zu definieren. Facebook, Twitter, die großen Netzwerke wie Amazon oder Apple, da müssen Verlage noch viel tun, um sich zu positionieren. Aber ich bin vollkommen zuversichtlich, dass wir das können – nicht zuletzt durch Technologie.


Start-up Trend-Pitcher: Evgeni Kouris, Gamewheel


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Image by Evgeni Kouris

Evgeni Kouris ist Gründer und CEO des Startups Gamewheel, welches er zusammen mit dem Stichwort der „Gamification“ den Teilnehmern des VDZTS im Rahmen eines fünfminütigen Startup Trend-Pitches in einer Präsentation vorgestellt hat.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Also auf jeden Fall gab es sehr viele neue Impulse für die Industrie, die aus meiner Startup-Sicht auch sehr klassisch ist und auch eine gewisse Konservativität besitzt. Ich glaube, dass die meisten Leute hier sehr daran interessiert sind, neue Dinge zu erfahren, es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und alle tauschen sich aus, ein echt cooles Event!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich bin nicht unbedingt mit Erwartungen gestartet, eher mit Neugier auf die Themen, die in der Industrie gerade sehr spannend sind. Wir arbeiten mit Gamewheel eher mit Markenwelten zusammen. Wir helfen auch dabei, Geschichten zu erzählen und das ist natürlich für uns sehr spannend, wohin sich die Publishing-Industrie bewegt und welche Fragen gestellt werden. Natürlich wurde ganz viel Big Data und Daten, Daten, Daten erwähnt, das ist nicht überraschend. Es gab aber auch ein paar spannende Vorträge wie der von DuMont Net mit Patrick Wölke, das fand ich sehr interessant. Also insgesamt ein gutes Niveau!

Hatten Sie einen Favoriten?

Ich fand gerade den Vortrag von DuMont spannend. Dort wurde die Mediennutzung sehr stark heruntergebrochen. Wir beschäftigen uns viel mit der Frage, auf welchen Kanälen man die Menschen erreicht. Das wurde auch mit eigenen Daten belegt, dass beispielsweise morgens die Leute mit mobilen Daten eher zu erreichen sind und wir helfen Mobile First Content zu bauen. Das ist für uns gut zu wissen, dass auch die Publishing-Industrie tatsächlich sehr gezielt auf verschiedenen Kanälen Content aufbaut.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Ich empfehle sie jedem, der sich um Content-Erstellung oder Technologie in dem Bereich bemüht oder auch einfach mit der Industrie zusammenarbeiten möchte. Ich hab ja auch einige der Start-ups empfohlen, die für dieses Event dazu gekommen sind. Beispielsweise 12k, die sich mit Randanalysen beschäftigen, die sind auch aus dem Berliner Inkubator von Project Flying Elephant dazugekommen. Es ist schon für beide Welten sehr spannend, sich auszutauschen. Durch Diskurs entstehen ja dann auch neue Ideen!

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Da kann ich natürlich, wie in meinem Vortrag, nur sagen: Gamification! Wir glauben daran, dass durch diese Änderung des Nutzerverhaltens, wenn die meisten auf mobilen Geräten Games nutzen und das tagtäglich, dann wird sich natürlich auch irgendwann der Content wandeln müssen. Das ist immer so, wenn der Nutzer darüber entscheidet was der Publisher produziert.

Das wird zwar deutlich langsamer geschehen als bei Social Media, wo Instant oder Social Games auch schon immer ein Teil davon sind, aber ich glaube, es kann auch im Storytelling oder im klassischen, konservativen Content mehr Verspieltheit oder leichte Gamification-Prinzipien geben, damit man ein höheres Engagement erzielt. Da gibt es im Advertising-Umfeld immer mehr Premium-Formate, die dann mit diesen Stories mehr zusammenhängen und ein Ganzes ergeben, damit einem nicht mehr einfach ein bisschen fremdgesteuert die ganze Ad-Deck vors Gesicht gesetzt wird.


Aussteller: David Best, Kirchner + Robrecht


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Image by Kirchner + Robrecht

David Best ist Consultant bei Kirchner + Robrecht und war auf dem VDZTS als Aussteller vertreten.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Die Startup-Kurzvorstellungen waren durchweg spannend, zudem einige Vorträge. Einiges kennt man schon, manches war neu und vieles hat gut illustriert, wie man IT-Themen zukunftsfähig angehen kann.

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte keine dedizierten Erwartungen an das Programm oder die Vortragenden, da ich mit Kirchner + Robrecht in erster Linie als Aussteller vor Ort war. Dennoch nehme ich die Erkenntnisse zu den IT-Themenfeldern, mit denen wir uns regelmäßig als Beratung auseinandersetzen, sehr gerne mit!

Hatten Sie einen Favoriten?

Peter Buhr von Axel Springer fand ich jedenfalls am unterhaltsamsten.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Letztlich schon der vertretenen Kernzielgruppe, also IT-Führungskräfte und Verlagsmanager. Die Veranstaltung wäre sicherlich auch für Redakteure interessant, die dadurch einen noch stärkeren Einblick in IT-Trendthemen bekommen können – die sie bereits betreffen und zukünftig immer mehr beschäftigen werden.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Es wird weiterhin für Verlage herausfordernd bleiben. Die Verlage müssen sehr genau darauf schauen, was die Zielgruppen benötigen und ob und mit welchen digitalen Produkten und Services man für die Zielgruppen Wert und Nutzen schafft. Hierbei kann die Technologie ein Mittel sein, die „Assets“ sind Daten und Content. Die durch die Tech-Player vorangetriebenen Ansätze (Big Data, Cognitive Computing, Deep Learning, Chatbots, um nur ein paar zu nennen) dürfen nicht als „Buzzwords“ abgetan werden, sondern müssen auf strategische Relevanz und konkrete Einsatzfelder für das eigene Geschäft betrachtet und bearbeitet werden.


Besucher: Lorenz Zehetbauer, verlag moderne industrie


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Image by verlag modern industrie gmbh

Lorenz Zehetbauer ist Head of Digital Products bei verlag moderne industrie und war als Besucher auf dem VDZTS.

Wie war ihr Gesamteindruck?

Lorenz Zehetbauer: Gut! Spannende Vorträge, interessante Pitches!

Haben die Speaker Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, ich bin mit vielen Erwartungen gekommen! Insbesondere die Pitches haben mich interessiert! Da waren auch zwei, drei Sachen dabei, die man so dann auch nochmal nachrecherchieren wird.

Hatten Sie einen Favoriten?

Vor allem der Kollege Peter Buhr von Axel Springer mit seinem Impulsvortrag, der auch mal bisschen lauter war zwischendrin, aber sehr interessant, spannend und unterhaltsam.

Wem würden Sie die Veranstaltung empfehlen?

Redakteure haben ja heute ihr Fett wegbekommen! Also ich denke, die Veranstaltung richtet sich schon eher an Techies oder die Entscheidungsträger, die über Technologie entscheiden, es gibt ja dann auch andere Events, die speziell an Redakteure gerichtet sind.

Wo sehen Sie die Zukunft des Publishings?

Das kommt ein bisschen auf den Bereich an, sprich Fachzeitschriften oder tagesaktuelle und News-Bereiche. Ich denke, das sind schon sehr unterschiedliche Themen. Ganz interessant wird die Auseinandersetzung mit den großen amerikanischen Portalen. Wie das genau aussieht in fünf Jahren kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, es wird ein entscheidender Punkt sein, wie man mit Google, Facebook und den anderen umgeht. Alle reden von Snapchat, aber die meisten haben das gar nicht richtig verstanden – ist das was für die Medienhäuser – oder nicht?

In fünf Jahren gibt’s dann wahrscheinlich noch zehn, zwanzig andere, mit denen man sich auseinandersetzen muss und da sollte man grundsätzlich eine Lösung finden. Schön wäre natürlich auch, wenn so etwas aus Deutschland kommen würde. Aber das wäre dann auch keine Aufgabe der Publisher, sondern da müssten wahrscheinlich ganz andere Rahmenbedingungen in Europa geschaffen werden.

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Destination Check: NEPTUN Award 2016

Der NEPTUN Award hat am 17.11 zum bereits 11. Mal die besten Crossmedia-Kampagnen Deutschlands ausgezeichnet. Neben Preisen wie dem „NEPTUN Talents Award“ (Sieger: „Wir sind das Volt“) oder den „best use of mobile Award“ (Sieger: Volkswagen up!-Kampagne) wurden selbstverständlich auch die begehrtesten Preise des Abends verliehen: der durch das Publikum gevotete Grand Prix, sowie der durch die Jury bestimmte X-Media Award. Das Preisgeld der Hauptpreise und Platzierten beläuft sich dabei auf einen Gesamtwert von 120.000€ als Werbefläche in ausgewählten Titeln des Axel Springer Verlags.

Herzstück des Abends waren vor allem die Präsentationen der 5 Kampagnen-Teilnehmer, denn das Herausragende am NEPTUN Award sind die 10 minütigen, einem Pitch ähnelnden Vorträge der Vertreter der jeweiligen Agentur. Hierbei wird noch einmal das Konzept, die Umsetzung und Reichweite der Kampagne erläutert und kreativ und einladend dargestellt. Anschließend hatte neben der Jury auch jeder aus dem Publikum die Chance mittels eines Voting-Geräts an der Entscheidung teilzunehmen. Gevotet wurde in den 5 Kategorien Innovation, Kreation, Intelligenz, Viralität und Effizienz. Hier nochmal die Teilnehmer im Überblick:

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Startnummer 1: Grabarz & Partner, mit einer Kampagne für den VW up!, vor allem an die „Generation Y“ gerichtet. Image by Lisa Kneidl
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Startnummer 2: Überground mit einer Kampagne für Freeletics, die zu mehr Sportlichkeit motivieren soll. Image by Lisa Kneidl
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Startnummer 3: Grabarz & Partner die 2. – Für den Art Directors Club 2016: Battle of Content (ADC) setzten sie auf die Experten schlechthin, wenn es um Viralität geht: Katzen! Image by Lisa Kneidl
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Startnummer 4: Kolle Rebbe mit dem Aktion Mensch e.V. und einem als Casting getarnten sozialen Experiments gegen zwischenmenschliche Berührungsängste. Image by Lisa Kneidl
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Startnummer 5: GUD. Grüner und Deutscher mit #weilwirdichlieben für die BVG. Image by Lisa Kneidl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Besondere in diesem Jahr – Jury und Publikum waren sich einig und bestimmten einen gemeinsamen Sieger: die Kampagne „#weilwirdichlieben“ von GUD. Grüner und Deutscher für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Eine mutige und schlagfertige Kampagne, wie sich die Besucher einig waren. Einem Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel ein gutes Image zu bereiten ist schon ein wahnwitziges Unterfangen, es gibt wohl weniges, was der arbeitenden Gesellschaft mehr Unmut bereitet als die um zwei Minuten verspätete U-Bahn.

So löste der Kampagnen-Hashtag zunächst auch einen regelrechten Shitstorm aus. Aber wie man so schön sagt: Jede Presse ist gute Presse – und so hat sich die Kampagne wie ein Lauffeuer durch Social Media und die Medienkanäle verbreitet und im Endeffekt ihr Ziel erreicht.

Wir haben mit Vertretern der Gewinnern, Jury und dem Publikum über den Abend gesprochen:


Gewinner: Christian Artopé, GUD. Grüner und Deutscher


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Image by Lisa Kneidl
Wie ist dein Gesamteindruck?

Wir sind das erste Mal dabei und sehr glücklich und überwältigt von unserem doppelten Gewinn.

Was hältst du vom Voting?

Toll und herausfordernd. Die Tatsache, dass man für die Präsentation nochmal bewertet wird, ist durchaus ungewöhnlich und wird bei den meisten Award-Zeremonien nicht so gehandhabt. Deswegen waren wir auch ein klein wenig aufgeregt. Aber es ist ja gut ausgegangen.

Haben die Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Das steht uns natürlich nicht zu zu beurteilen, aber es waren großartige Kampagnen und Kollegen dabei, was es noch so unglaublicher macht, dass wir gewonnen haben. Die Kollegen von Kolle Rebbe und Grabarz & Partner und auch die jüngeren Agenturen waren fantastisch und haben sich auch sehr viel Mühe bei den Präsentationen gegeben, deswegen haben wir mit überhaupt nichts gerechnet.

Hattest du einen Favoriten?

Mein Favorit waren die ADC Katzen von Grabarz & Partner, das war schon großer Sport!

Wem würdest du die Veranstaltung empfehlen?

Kreativen Kollegen, die einen schönen Abend haben wollen und ihre Arbeit prämieren lassen wollen, weil das grade für Agenturen auch ein Sprungbrett sein kann.

Wo siehst du die Zukunft der Crossmedia-Vermarktung?

Es gibt keinen einen guten Social-Media-Kanal für Vermarktung, es muss immer eine Geschichte, die zum Produkt passt, dahinter stehen. Wenn ich weiß, was ich erzählen will und welches Produkt ich bewerben will, kann ich mir Gedanken machen, welcher Kanal der Richtige ist und das kann ich niemals verallgemeinern. Deswegen gibts für jede Marke, jedes Produkt, zu jedem Zeitpunkt und gegebenenfalls auch für die einzelnen Zielgruppen ganz unterschiedliche Kanäle und nicht den einen richtigen Kanal. Wenn Sie die maximale Reichweite wollen, dann ist es aktuell Facebook.


Jury-Mitglied: Florian Lormes, fandom by wikia


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Wie ist dein Gesamteindruck?

Toll! Die Stimmung war gut, die Leute hatten Spaß und die Kampagnen waren sehr nah beieinander. Alle fünf sind dann am Ende gevotet worden und der Gewinner hat dann offensichtlich jeden überzeugt und beides gewonnen (Jury- und Publikums-Voting).

Was hältst du vom Voting?

Ich war ja in der Jury und auch sofort von Berlin (Grüner und Deutscher) begeistert und alle anderen waren auch gut, aber das war einfach rund und toll und es war interessant zu sehen, dass das Publikum das genauso gesehen hat. Im letzten Jahr war ich auch dabei, da war das nicht so und das ist auch schön. Insofern ist es immer spannend, es ist der einzige Award, der das bietet, dass eben das Publikum auch seine Meinung abgeben kann und nicht nur die „langweilige“ Jury.

Haben die Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Die Erwartungen wurden übertroffen. Wer hier überhaupt schon auf der Shortlist ist, ist ja schon herausragend. Wir als Jury haben uns ja durch alles andere durchgegraben, was auch schon gute Einreichungen waren, aber das waren schon die Top 5 und das hat man auch gesehen.

Hattest du einen Favoriten?

Ja und der hat auch gewonnen!

Wo siehst du die Zukunft der Crossmedia-Vermarktung?

Crossmedia ist heute zum Glück ja eigentlich alles. Also die Kampagne „machen wir nur Plakat“ oder „machen wir nur Radio“ ist ja selten geworden. Insofern sehe ich eine große Zukunft dieses Awards. Ich finde nur die Stadt Hamburg müsste sich mehr engagieren, müsste hier nochmal einsteigen. Alle Unterstützung außerhalb von Hamburg läuft in Berlin und das hilft weder der Stadt und noch dem Award. Dieser Award hat, eben, weil er so besonders ist, das Potential, viel größer zu sein. Da müssten eben auch mal in Institutionen mit hinein gehen und nicht nur die Privatwirtschaft.


Jury-Mitglied: Gunnar Brune, STORIES


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Image by Lisa Kneidl
Wie ist dein Gesamteindruck?

Extrem gut! Wir haben volles Haus gehabt, super Kampagnen und eine Veränderung gespürt, denn die Kampagnen sind wesentlich druckvoller gewesen, kreativer, multimedialer, crossmedialer – alles, was man will. Die schnelle Form der Präsentation, die Inhalte der Kampagnen und dann nicht einer, der herausragt, sondern alle – es hat sich was getan und das haben wir hier gesehen. Das kann man in keinem anderen Award sehen, denn dort findet das auf einer anderen Ebene statt.

Was hältst du vom Voting?

Es gibt zwei Dinge, die den NEPTUN Award besonders machen: er ist der einzige Award, bei dem eine crossmediale Kampagne als crossmedial und nicht nach ihrem Leitmedium ausgezeichnet wird. Das zweite ist diese Kombination aus einer Fach-Jury und dem Live-Pitch, bisschen wie eine TED-Konferenz, wo die besten Kampagnen auf die Bühne gehen und sich vor einem Fachpublikum präsentieren, weil diese wissen wollen, was crossmedial passiert. Die haben gevotet und dann sogar gemeinsam mit der Jury den Sieger gewählt, das gibts sonst nirgendwo.

Haben die Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Die Teilnehmer hier, ja. Man weiß mittlerweile, was der NEPTUN Award ist und wenn man in der Shortlist ist, weiß man, dass man auf der Bühne performen muss und das kann einen zwei bis drei Plätze nach vorne oder hinten bringen. Wir haben gesehen, dass Kampagnen, die in der Jury-Bewertung mäßig abgeschnitten haben, dann hier auf der Bühne richtig performt haben und das ist ganz interessant für unsere Branche. Normalerweise sehe ich eine nicht fertige Kampagne als Marketingleiter im Pitch. Das hier sind fertige Kampagnen, die gelaufen sind, im Pitch auf einer Bühne und vor einem sehr fachkräftigen Publikum. Da sind wir stolz drauf!

Hattest du einen Favoriten?

Das Problem war, dass es dieses Jahr keinen richtigen Favoriten gab. Nehme ich den, der mein Herz am meisten bewegt hat? Da hatten wir zwei. Oder nehme ich den, der in die Breite der technischen Möglichkeiten geht? Nehme ich einen der sein Konzept super witzig überall ausrollt? Nein! Wir haben dieses Jahr keinen Hornbach-Hammer oder Opel-Kampagne. Dieses Jahr war es ganz knapp, das haben wir auch in den Zahlen gesehen. Wer gewonnen hat, hat verdient gewonnen, weil beide Jurys, Publikum und Fachjury, gleich entschieden haben.

Wo siehst du die Zukunft der Crossmedia-Vermarktung?

Die Zukunft wird noch eine Steigerung haben. Wir haben heute gesehen, wie wichtig Snapchat, ein Kanal, den viele hier wahrscheinlich gar nicht richtig kennen, in den Gewinnerkampagnen war und wir werden uns hier also vorbereiten müssen, Kampagnen auf Kanälen zu machen, die wir nicht einfach abends beim Lagerfeuer betrachten können. Wir müssen viel mehr unterwegs sein und medial kleine, private Abenteuer wagen, damit wir unseren Kunden die besten Kampagnen vorschlagen können.


Besucherin: Yanni Subki, Schülerin


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Image by Lisa Kneidl
Wie ist dein Gesamteindruck?

Ich finde ihn eigentlich ganz schön, die Raumgestaltung ist sehr schön und das Publikum entspannt.

Was hältst du vom Voting?

Ich fands ganz cool, ich finde Sie hätten das ein paar Sekunden schneller machen können und das Schulnoten-System war leicht verständlich.

Haben die Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Da ich die meisten davon auch kannte würde ich sagen ja. Ich war total begeistert und fand es auch schön sich mit dem Publikum darüber zu unterhalten.

Hattest du einen Favoriten?

Ich finde Aktion Mensch mega cool. Ich gehe selber noch zur Schule und das war so ein Thema, über das alle gesprochen haben und fand das dann auch cool und interessant, als es hier erwähnt wurde.

Aus welcher Motivation bist du zum Award gekommen?

Mein Vater arbeitet bei der Bild und meinte, ich sollte mir das unbedingt ansehen. Ich fand es sehr spannend und würde auf jeden Fall nochmal kommen!


Images by Lisa Kneidl


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Destination Check: VDZ Publishers‘ Summit

Vom 7. bis 8. November 2016 fand der diesjährige Publishers‘ Summit in Berlin statt. Hier trafen sich die Vertreter der großen Verlagshäuser, um sich über die Entwicklungen in der Medienwelt auszutauschen – von wirtschaftlichen Themen wie die Zukunft des Print- und Onlinegeschäfts bis hin zu journalistischen Grundfragen wie dem Pressekodex wurden die Themen der Zeit besprochen.

Neben den großen Köpfen der deutschen Verlagswelt waren auch Chefredakteure wie Giovanni di Lorenzo, Jörg Quoos und Tanit Koch zu einer Expertenrunde geladen. Bei den politischen Keynotes äußerten sich unter anderem Wolfgang Schäuble und besonders Martin Schulz , der Präsident des Europäischen Rats und Can Dündar mit sehr berührenden Worten zur Lage der Medienwelt. Ich habe mich für die Netzpiloten umgehört, wie die Besucher und die Teilnehmer die Konferenz einordnen.


Moderation: Andrea Thilo, Journalistin, Filmproduzentin, Moderatorin


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Image by Körber Stiftung

Andrea Thilo ist Filmproduzentin, Journalistin und Moderatorin und hat für verschiedene Rundfunk- und Fernsehformate wie DAS!, Tagesschau, Tagesthemen und Liebe Sünde gearbeitet. Auf der Publishers‘ Summit führte sie wie in den letzten Jahren durch das Programm.

 

Wie ist Ihr Gesamteindruck?

Ich habe das schon mehrere Jahre gemacht und mich wieder sehr wohl gefühlt. Ich habe das Gefühl, dass es hier wirklich ein Interesse an Diskurs gibt, auch ein Interesse an Selbstbefragung und auch daran, Antworten zu finden auf die Frage, welche Rolle und Verantwortung Medien in einer wirklich herausfordernden Zeit haben. Egal, ob wir nach Amerika, nach Deutschland oder weiter Richtung Osteuropa gucken. Ich habe das Gefühl, ich habe es mit leidenschaftlichen Leadern in dieser Branche zu tun, die das sehr Ernst nehmen.

Das sind aber keine schnellen Antworten, die man darauf findet. Insofern kann man die Welt in 26 Stunden beim Publishers‘ Summit nicht komplett verändern, aber man kann ganz wichtige Denkanstöße geben, und ich glaube, das ist hier passiert. Die Tatsache, dass das Thema Pressefreiheit wieder so hoch auf der Agenda war, oder die Frage nach der Reaktion auf die Digitalisierung, Adblocking, Steuerfragen, dass das weiterhin so hoch gespielt wird, ist ein gutes Zeichen von genau dieser Verantwortungsübernahme. Ich bin gespannt, worüber wir 2017 diskutieren.

Die Diskussionen werden angestoßen und gehen auch in die Redaktionen zurück. Was hier Verleger besprechen, wird auch seine Rückschlüsse haben auf das, was wir erleben werden. Also zum Beispiel die Frage, wie wir als Medien kritisch miteinander umgehen sollen, oder die Frage nach dem journalistischen Ehrenkodex. Wir müssen uns noch stärker mit einer gefühlten Realität dort draußen auseinandersetzen, die vielleicht nicht die ist, die in München und Hamburg herrscht. Ich glaube, das nehmen die Leute mit zurück und bringen das auch in Diskussion mit ihren Redaktionen, und das ist wichtig.

Ganz wichtig fand ich auch den letzte Appell von Manfred Braun, dieses „Gemeinsam sind wir stark“. Wir sind zwar ganz klare Konkurrenten, aber wir müssen in dieser Welt der Googles, in einer Welt, in der diese Player womöglich auch noch Autos bauen, in der sich so viel verschiebt, noch stärker zusammenhalten und nach Verbündeten suchen und Wege gemeinsam beschreiten, wo wir es können, ohne uns gegenseitig zu beschädigen.

 

Haben die Speaker und Teilnehmer Ihre Erwartungen erfüllt?

Hier sind ganz viele Fachsprecher gewesen, ich kann daher nicht in Gänze beurteilen, ob in der Tiefe bestimmte Fragen, die diese Branche gerade betreffen, in extenso hier beantwortet worden sind. Vielleicht nicht. Vielleicht bleiben Fragen, aber dafür gibt es dann auch nochmal einzelne, fachspezifische Tagungen. Ich glaube, es sind wichtige Impulse gesetzt worden.

Ich kann nicht sagen, was unbeantwortet blieb, ich kann nur sagen, dass diese Frage der Aufgabe der Journalisten, dass wir eine stabile Demokratie haben wollen, die eine freie Presse unbedingt braucht, dass das so ein Appell gewesen ist, auch für meine eigene Selbstvergewisserung als Journalistin, die ich auch als Moderatorin arbeite, um herauszufinden, wo wir vielleicht diese Flamme noch stärker zum Leuchten bringen können, damit gehe ich bereicherter aus diesen zwei Tagen hervor.

 

Was war Ihr persönliches Highlight?

Die Dankesrede von Can Dündar, der sein Leben und das Leben seiner Familie einer Wahrheit in den Dienst stellt, nach der er sucht, das hat mich einfach unglaublich bewegt. Auch die Rede von Martin Schulz, der als Europäer des Jahres ausgezeichnet worden ist, fand ich toll. Ich hatte immer das Gefühl, er weint gleich, weil es ein so großes Projekt ist, für das er ausgezeichnet wurde, und wir haben es ja heute Morgen beim Talk von Herfried Münkler gehört: Die Rückbindung an 70 Jahre Frieden ist so schwer zu vermitteln, aber es geht um nichts weniger als das.

Ich muss also fragen, wie wir in Bildung, in Schule, in unseren Medien noch stärker appellieren können, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Die Frage ist auch, wie wir bessere Bilder vermitteln können, was Journalismus alles ermöglicht. Da müssen wir ran. Da sind auch Plattformen wie eben auch die Netzpiloten total wichtig, um das zu vermitteln. Vielleicht können wir uns da auch gegenseitig helfen, jenseits des Mülls, der auch im Netz verbreitet wird, eine analysierende Stimme zu haben, eine einordnende Stimme, und was es braucht, um zu einer Haltung zu kommen – und wie man das aufbereiten und weitergeben kann.

 

Würden Sie nächstes Jahr wieder mitmachen?

Also, an mir soll es nicht liegen!

 

Wie würden Sie die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Einer der Speaker hat gesagt, wenn alles immer schneller wird, brauchen wir die Auszeit vielleicht umso mehr. Wir sehen gerade, dass Wellness-Magazine wie Pilze aus dem Boden schießen. Vielleicht wird das Magazin und das Zeitschriftenlesen noch mehr Gewicht bekommen, wenn es nämlich ganz spezielle und individuelle Interessen bedient. Ob das dann gedruckt wird oder nicht, ist völlig egal, wichtig ist, dass Menschen bereit sind, dafür zu zahlen, dass sie sich diese kostbare Auszeit in einem 24-Stunden-Informationsgetöse nehmen können. Daran glaube ich fest.


Besucher: Anna Suckow und Moritz Künkel, Volontäre beim Burda-Verlag


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Image by Anne Jerratsch

Anna und Moritz werden derzeit als Print-Volontäre beim Burda-Verlag ausgebildet. In ihrem Volontariat bekamen sie die Chance, die Konferenz zu besuchen. Sie nutzten diese Chance, um die wichtigen Köpfe der Branche live zu sehen und Kontakte zu knüpfen und sich ein Bild davon zu machen, wie die Chefetage die jetzige wirtschaftliche und politische Situation bewertet.

 

Wie ist euer Gesamteindruck?

Moritz: Für mich war es die erste Veranstaltung so einer Art. Ich fand es super interessant, mal verschiedene Einblicke aus allen bereichen der Medienwelt zu bekommen. Vor allem die Studie des Allensbach-Instituts, wie die Menschen die Medien und die Zeitschriften, also uns, bewerten, besonders in Hinblick auf das Stichwort „Lügenpresse“, fand ich spannend, und auch, um mal einen Einblick zu bekommen, wie unsere Arbeit in Deutschland ankommt.

Anna: Für mich war die große Journalistenrunde am interessantesten. Es ist auch als Volontär spannend, mal so einen Einblick zu bekommen, aber natürlich richtet sich das an eine ganz andere Ebene. Für unsere Praxis konnte ich da noch nicht so viel rausziehen.

 

Haben die Speaker und die Teilnehmer eure Erwartungen erfüllt?

Anna: Von den Ansätzen fand ich die Gesprächsrunde am Besten, also die Frage danach, wie man zur Basis zurückkommen kann. Ich glaube, wenn man in seinem Newsroom sitzt mit seinen Chefredakteuren, kann man leicht den Zusammenhang verlieren, daher fand ich es gut, dass das dann doch in den Köpfen etwas mehr ankommt. Ansonsten fand ich es nicht so sehr innovativ. Ich habe eher gedacht, das wir mehr Sachen hören, die uns überrascht hätten, aber ich habe kaum Sachen gehört, die mir völlig neu gewesen wären.

Moritz: Wir haben uns gestern schon darüber unterhalten. Wir kriegen durch unsere Ausbildung natürlich viel davon mit, weil wir immer mal wieder in allen möglichen Bereichen Input bekommen, darum waren uns viele Ansätze schon bekannt. Ich fand es aber auch ganz gut, mal ein paar Leute aus dem Vorstand zu sehen und miteinander in Kontakt zu kommen.

 

Was war euer persönliches Highlight?

Anna: Für mich war es die Preisverleihung, und mal zu sehen, wer alles da ist und was da passiert. Besonders die Rede von Can Dündar, dem Chefredakteur der Cumhuriyet, hat mich wahnsinnig berührt. Der Moment, als die Standing Ovations kamen und er dastand und sprachlos war, das war Wahnsinn. Wichtig war auch, dass er dazu aufgerufen hat, dass wir nicht mehr besorgt sein brauchen, sondern endlich etwas tun müssen, das fand ich sehr aufrüttelnd. Das werde ich nicht vergessen.

Moritz: Ja, das geht mir auch so. ich fand auch Martin Schulz sehr gut und auch, wie er auf Herrn Dündar eingegangen ist. Dafür, dass er eigentlich ein Politiker ist, von denen man eher erwartet, dass sie ein bisschen herumschwafeln, hat er gesagt, was er selbst von dem Konflikt hält. Das fand ich überraschend und richtig gut.

 

Würdet ihr nächstes Jahr wiederkommen?

Anna: Wenn es klappt, sehr gerne. Es werden aus jedem Jahrgang nur einmal Volontäre eingeladen, also wird das so nicht mehr klappen, aber unseren Nachfolgern kann ich nur dazu raten, sich das anzuschauen und die Möglichkeit wahrzunehmen.

Moritz: Ich würde auch definitiv nochmal kommen.

 

Wie würdet ihr die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Anna: Ich glaube und hoffe, dass beides nebeneinander bestehen bleiben wird. Es hat sich ja schon eingeschleift, dass die Leute News online konsumieren, also hoffe ich, dass Print ergänzend dazu wirkt. Wenn ich mir wirklich die Zeit nehmen will für eine Longread und mich wirklich informieren will, dafür gibt es auf jeden Falle eine Zukunft, für die nächsten fünf Jahre auf jeden Fall.

Moritz: Wir als Print-Volontäre sind damit ja täglich konfrontiert. Es wird sich sicherlich viel verändern, aber es ist auch eine Generationenfrage. Einer der Speaker hat auch die Exklusivität angesprochen, das muss das Medium natürlich liefern, aber wir hoffen natürlich, dass es Print auch mit der entsprechenden Qualität weiter geben wird. Let’s go Print!


Besucher: Darbaz Darwesh, Stipendiat Deutschlandstiftung


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Image by Anne Jerratsch

Darbaz ist Stipendiat der Deutschlandstiftung und lebt derzeit in Stuttgart und promoviert in Luft- und Raumfahrtwissenschaften. Das Stipendium gab ihm die Möglichkeit, wichtige Persönlichkeiten aus dem Medienbusiness und Politiker wie Günther Oettinger zu treffen.

 

Wie ist dein Gesamteindruck?

Ich fand es sehr interessant, die Vorträge und die Sprecher waren sehr spannend. Wir haben viele neue Eindrücke, wie die Lage im europäischen Finanzsektor und in den Medien allgemein ist. Ich fand alles sehr interessant.

Haben die Speaker und die Teilnehmer eure Erwartungen erfüllt?

Ich war noch nie auf so einer Medienkonferenz, daher wusste ich nicht, was mich erwartet. Ich fand es aber toll. Wenn ich nochmal herkomme, würde ich mich vorher aber lieber ein bisschen mehr in die aktuellen Debatten einlesen. Ich wurde aber auf jeden Fall inspiriert, das jetzt im Nachhinein zu tun.

 

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand den Vortrag von Herrn Burda gut, auch die Rede von Herrn Schäuble hat mir gut gefallen. Und die Party auf der Publisher’s Night gestern fand ich toll.

 

Würdet ihr nächstes Jahr wiederkommen?

Wenn es sich nochmal ergibt, gerne.

 

Wie würdest du die Zukunft der Zeitung oder des Printbusiness allgemein in den kommenden fünf bis 10 Jahren etwa einschätzen?

Ich denke, dass durch die Industrie 4.0 noch viel mehr online passieren wird, darum denke ich, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen. Wir sind die Generation, in der sich alles zum Digitalen hin verändert. Es wird ein sehr großer Schritt von Print ins Internet, und genau das wird auch passieren. Ich glaube aber, es wird nicht so schwierig werden, wir haben ja schon viele Methoden. Wir sind da auf einem guten Weg.

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Destination Check: Das war die Data Natives 2016

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Die Data Natives-Konferenz war vom 26. bis zum 28. Oktober 2016 in Berlin zu Gast. An zwei Standorten konnten sich Interessierte über Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence und dem Internet of Things informieren und vernetzen.

Der Konferenzauftakt fand mit drei Workshops im Coworking Space Ahoy Berlin zu Themen wie Python und Data-as-Service-Produkten statt. Am zweiten und dritten Tag gaben sich dann Speaker wie Alexandra Deschamps-Sonsino, Director bei Designswarm, Philipp Krenn, Developer Advocate bei Elastic oder Anish Mohammed die Klinke oder viel mehr das Mikro in die Hand. Die Bolle-Festsäle in Berlin waren an beiden Konferenztagen gut gefüllt. Die Netzpiloten waren als Partner dabei und haben sich unter das Volk gemischt, um ein paar Eindrücke zu sammeln.


Besucherin: Indre J. – Studentin, Data Analyst bei Webtrekk


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Image by Indre

Indre studiert Statistik an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg und arbeitet in der Datenanalyse bei Webtrekk. Sie sucht nach Trends, Themen und Jobmöglichkeiten für die Zeit nach der Uni.

Was ist dein Gesamteindruck?

Mir gefällt es sehr gut, ich war sehr positiv überrascht. Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, weil ich schon bei anderen Veranstaltungen war, dass die Speaker eher Produktpräsentationen machen, statt über die Methoden, die sie implementieren wollen, zu reden. Aber hier war das zum Glück ganz anders. Außerdem habe ich Glück gehabt und die Tickets gewonnen, weil ich für den Newsletter angemeldet war.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich habe nichts Spezielles erwartet und habe mir viel angehört. Ich finde, man kann hier gut mitkriegen, wie der Business-Alltag funktioniert. Leider suchen die Firmen eher nach Programmierern als nach Statistikern, aber man bekommt ein Gefühl für das Berufsfeld.

Was war dein persönliches Highlight?

Ich fand die Panel-Debatte zur Zukunft des Grundeinkommens ziemlich toll, das war ein wichtiges Thema.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich würde die Data Natives natürlich Programmierern empfehlen, aber auch für mich als Studentin war es sehr interessant. Leider ist der Eintritt nicht unbedingt etwas für ein Studentenbudget, vielleicht könnte man da noch mehr Möglichkeiten schaffen.


Besucher: Henrik Laurentz, Consultant bei Findwise


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Image by Henrik Laurentz via Findwise

Hendrik entwickelt Lösungen für Suchmaschinen und Datenanalyse. Auf der Data Natives wollte er mehr über den Stand der Dinge herausfinden und welche Ideen er für Findwise integrieren kann.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich habe zwar die Workshops verpasst, aber die Konferenz gefiel mir sehr gut. Die Talks waren sehr unterschiedlich, das mochte ich auch, viele waren auf einem Einsteigerlevel gehalten, für einige musste man auch technisch mehr im Thema sein – da gab es ja alles; angefangen damit, wie man Data Scientist wird bis hin zu neuralen Netzwerken. Es gab sogar einen Vortrag darüber, wie Machinelearning-Apps gebaut werden.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bißchen erwartet, dass die Konferenz akademischer angehaucht sein würde, ich bin aber nicht enttäuscht, dass es nicht ganz so war. Ich fand die meisten Speaker gut, vielleicht hätten einige von ihnen sich noch etwas besser vorbereiten und das Publikum mehr einbinden können. Vielleicht ist das aber auch nicht so einfach, wenn das Publikum aus allen möglichen Bereichen kommt.

Was war dein persönliches Highlight?

Das war eigentlich der erste Speaker, Daniel Molnar, mit den wichtigsten Grundlagen zu Data Science und Datenanalyse. Er hat ein paar Hinweise dazu gegeben, was gut oder besonders schlecht funktioniert und auf was man achten muss, wenn man mit Data Science arbeitet. Das fand ich sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natives empfehlen?

Ich denke schon, dass ich wiederkommen werde. Ich mag Berlin sowieso, es war eine gute Wahl, herzukommen. Die Data Natives ist für Datenspezialisten auf jeden Fall gut geeignet, das Niveau ist schon eher anspruchsvoll. Es gibt hier aber auch viele Manager und Leute mit geschäftlichem Hintergrund. Das ist aber nicht schlecht, es ist nur etwas anders.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Meine Firma hat mich spontan als Besucher hergeschickt und weil alle meine Kollegen unterwegs waren, bin ich allein hergekommen.

 


Speaker: Iwan Lappo-Danilewsk, Technik und Betrieb bei aaron.ai


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Image by Iwan Lappo-Danilewsk

Iwan arbeitet als CTO bei aaron.ai und nahm am Startup-Battle teil, der am letzten Konferenztag angesetzt wurde und bei dem man seine Firma ins Gespräch bringen konnte. Er überzeugte schließlich nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury der Data Natives.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich war bei den Workshops nicht dabei, aber am zweiten und dritten Tag fand ich es klasse. Ich habe Sachen gesehen, von denen ich mir gut vorstellen kann, sie bei uns einzubauen. Ich konnte ein bißchen über den Tellerrand hinausblicken und mehr darüber erfahren, mit wem man sich vernetzen kann.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich hatte ein bisschen erwartet, dass die Leute von der Größe des Events und der Bühnen eingeschüchtert sein würden, das war zum Glück nicht der Fall. Ein Speaker wollte ein bisschen zu sehr fachsimpeln, das hat nicht so funktioniert, dazu ist es dann doch nicht technisch genug. Aber insgesamt habe ich das Gefühl, dass man hier auf gebildetes, passendes Publikum trifft und dass auch die Nachfragen sehr fair sind, vor allem bei dem Startup-Battle.

Was war dein persönliches Highlight?

Mein Highlight war der Vortrag von Francisco Webber von Cortical.io Die haben eine Technologie, mit der man ein neuronales Hirn nachbilden kann, das um das Zehnfache schneller ist als andere das darstellen können. Wie sie das genau machen, finde ich gar nicht so wichtig, aber dass man jetzt Sachen machen kann, die vorher gar nicht möglich waren, das finde ich sehr spannend. Vorhin gab es auch noch einen sehr guten Talk von Steven Lemm von Outfittery über Produktentwicklung und Data Science, den fand ich auch sehr interessant.

Würdest du wiederkommen? Wem würdest du die Data Natvies empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen. Generell sollten alle aus meiner Zielgruppe, IT-Manager und verantwortliche Technische Entwickler, also alle, die generell in einem Unternehmen arbeiten, hier herkommen. Ich glaube auch, dass hier alle gut hinpassen, die sich generell für technische Entwicklung interessieren. Egal, ob sie selber so etwas machen wollen oder sich nur in dem Bereich umschauen wollen. Solche Konferenzen können Augenöffner sein.

Mit welcher Motivation bist du hergekommen?

Ich wollte über meinen Tellerrand schauen und neue Leute kennenlernen, die in einem ähnlichen Feld unterwegs sind. Bei dem Battle habe ich mitgemacht, weil wir dazu eingeladen wurden und ich die Möglichkeit nutzen wollte, um das Projekt bekannter zu machen und uns zu vernetzen. Außerdem wollte ich ein bisschen Erfahrung sammeln, wie das ist, wenn man auf so eine große Bühne geht.

 

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Destination Check: Codemotion Berlin 2016

Partner-Codemotion

Am 24. und 25. Oktober fand die Codemotion in der Kulturbrauerei statt. Die Tech-Konferenz mit den Kernthemen Big Data, Internet of Things und Sicherheit ist die größte Konferenz mit einem städteübergreifenden Konzept in Europa. In den vergangenen Jahren fand sie bereits in Rom, Madrid und Mailand statt, dieses Mal war Berlin wieder an der Reihe.

Die Codemotion hat sich wieder als beste Netzwerker-Plattform für internationale Entwickler, Programmierer und Communities gezeigt. Mit über 40 Vorträgen und jeder Menge Platz zum Netzwerken und Kennenlernen konnte man sich hier auch als Nichtprogrammierer ein interessantes und buntes Programm zusammenstellen. Mit Louis De Bruin von IBM Corporation und Kerstin Puschke von Xing gab es Talks von großen Firmen zu begutachten, aber auch Talks von kleineren Unternehmen und Communities wie Andrea Bezold von den Women Techmakers Berlin boten interssante Einblicke.


Marie Claire Le Blanc Flanagan, Expermentielle Spieledesignerin


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Image by Marie Claire Le Blanc Flanagan

Marie ist Gründerin und Executive Director von Wyrd Arts Initiatives und Editor in Chief von Weird Canada. Als Marie vor einem Jahr von Kanada nach Berlin zog, ist sie eher durch Zufall zum Programmieren und Gamedesign gekommen. Sie hat sich auf Gesichtserkennung, Musik und VR spezialisiert und probiert alles aus, was Spaß machen könnte und sich in ein Spiel verwandeln lässt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag es sehr hier. Als ich ankam, war man sehr freundlich zu mir, auch an der Tür – es sind diese kleinen Sache, die wichtig sind. Ich war schon auf vielen Events und das macht Einiges aus, wenn dich jemand anlächelt und dir das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Und es gibt auch nicht so viel Diversität auf diesen Tech-Events, darum fand ich es besonders toll, dass die sehr nette Türsteherin eine Frau war. Das fühlte sich sehr gut an, es war viel los und alle waren sehr nett.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte, aber alle Leute hier waren toll. Ich lerne gerade programmieren, daher waren manche Themen für mich eher herausfordernd, aber es gab eine Menge interessante Anfänger-Sachen, die gut zugänglich waren, aber auch viele Sachen, die ich auf jeden Fall noch verstehen lernen will.

Was war dein persönliches Highlight?

Ein kleines Highlight war für mich, als mir der Speaker, der vor mir dran war, mir seine Fernbedienung für meine Präsentation geliehen hat. Ich denke, das sagt viel über Events wie dieses aus, dass man sich gegenseitig hilft, obwohl man sich nicht kennt, und dass jemand dafür sorgt, dass ich mich wohlfühle, kurz bevor ich meinen Talk halte.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Ich würde das Event auf jeden Fall Programmierern empfehlen, die ein bißchen mehr Erfahrung haben als totale Anfänger, aber auch Erfahrenen, die nach Höhrerem streben, sind hier sicherlich gut aufgehoben. Und definitiv würde ich dieses Event Frauen empfehlen, denn ich will auf jeden Fall mehr Frauen auf diesen Veranstaltungen sehen.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich wurde durch einen Freund aufmerksam, der meinte, ich sollte mein Spiel hier vorstellen. Er war selbst noch nicht hier, aber hat von der Codemotion gehört und meinte, ich soll hier unbedingt hin. Als man mich dann fragte, ob ich einen Vortrag halten wollte, war ich total dafür.


Organisatorin: Ellen König, Data Scientist bei Soundcloud, Mitorganisatorin Codemotion


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Image by Ellen König

Ellen arbeitet bei Soundcloud und ist seit zwei Jahren Mitorganisatorin der Codemotion und für die Organisation der Speaker zuständig. Sie kennt die Berliner Community-Szene durch ihre Teilnahme an diversen Frauen-Workshops und freut sich über jeden, der den Spaß am Coden entdeckt.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich mag die Codemotion sehr, es ist eine sehr entspannte, aber trotzdem interessante Konferenz. Ich mag auch den starken Fokus auf die Community sehr.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich bin zum zweiten Mal hier, da war ich auch schon im Programmkomittee, also wusste ich ungefähr, was für Referenten hier sind.

Was war dein persönliches Highlight?

Für mich ist immer ein Highlight, vor allem auf der Codemotion, aber auch auf anderen Berliner Events, dass ich Leute wiedersehen kann, die ich nur bei Communityevents treffe, das ist immer sehr schön. Außerdem hat der Tobias Pfeiffer einen Vortrag über Elixir gehalten, den fand ich hervorragend.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Die Codemotion ist glaube ich optimal für Leute, die sich auf dem Level zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen befinden. Man findet hier wenig Advanced Talks, aber eine Menge Intermedia Talks, also für Leute, die sich über ihr eigenes Gebiet hinaus informieren wollen, was sonst noch so los ist in der Tech-Szene und in Berlin. Es ist eine schöne Konferenz, um den Horizont zu erweitern.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Ich versuche, so viele Events wie möglich in Berlin zu besuchen, weil es eine sehr freundliche und sehr vielseitige Community ist. Da fühle ich mich immer sehr wohl.


Besucher: Johnathan Bender, Entwickler bei Contactually


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Image by Jonathan Bender

Jonathan Bender ist Entwickler bei Contactually und besucht die Berliner Tech-Konferenz, um neue Möglichkeiten für seinen Arbeitgeber zu finden, um besser und effektiver zu arbeiten. Außerdem war die Codemotion eine Möglichkeit für einen Europabesuch.

Was ist dein Gesamteindruck?

Es war toll, alle Speaker waren wirklich toll!

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich wusste nicht genau, was ich zu erwarten hatte, aber ich war positiv überrascht von der Qualität der Talks. Meistens waren auch dei Fragen aus dem Publikum sehr gut, aber die meisten Speaker haben ihre Redezeit voll ausgenutzt, sodass es dafür nicht immer Zeit gab.

Was war dein persönliches Highlight?

Es gab ein paar sehr tolle Talks, vor allem gab es viele Talks über Microservices, Go, Elixir und Phoenix. Einer meiner liebsten Themen behandeln die Philosophie hinter der Technik und der Sprache, es gab eine Menge Talks darüber, wieso wir die Dinge so tun, wie wir sie tun, und wie es besser gehen könnte, und das Thema mochte ich sehr.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Codemotion empfehlen?

Es gab eine menge Anfänger-Talks und eine Menge Talks, die schon auf einem höheren Programmier-Niveau waren, aber das waren sicherlich nur die, auf denen ich jetzt war. Ich denke auch, dass es eine tolle Idee wäre, hierherzukommen, wenn jemand keine Ahnung von der Technik hat, denn da wird eine Menge davon erklärt, was gerade in der Industrie los ist. Ich glaube, einige meiner Kollegen würden davon sehr profitieren. Vielleicht kommen die dann nächstes Jahr mal her.

Was war deine Motivation, hier herzukommen?

Unsere Firma hat ein jährliches Reisebudget, um uns dahinzuschicken, wo wir hinwollen, und ich wollte mal nach Deutschland kommen. Ich bin sogar das erste Mal seit 15 Jahren wieder in Europa. Unsere Firma macht aber auch eine Menge zum Thema Systemverteilung und wir bewegen uns gerade weg von einem einzigen Anwendungsbereich hin zu Microservices, also gab es hier vieles, woran wir anknüpfen konnten.

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Destination Check: Online Marketing Konferenz

OMK

Am 29. September war es wieder soweit: Zum fünften Mal lud die Leuphana Universität gemeinsam mit den Experten der Online-Agentur web-netz zur Online Marketing Konferenz (OMK) nach Lüneburg ein. Marketingexperten, SEO Profis, Wissenschaftler, Gründer und zahlreiche andere wissbegierige Besucher kamen zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen der digitalen Welt auszutauschen. Wir waren mittendrin statt nur dabei und haben einige Eindrücke der #OMK2016 eingefangen.


Speaker: Sebastian Kluth, E-Mail Strategist bei Return Path


Speaker Sebastian Kluth
Speaker Sebastian Kluth

Wie ist dein Gesamteindruck der OMK?

Es ist erstaunlich, wie wahnsinnig gewachsen das Event ist, wenn man es mit dem letzten Jahr vergleicht. Gefühlt wird die Veranstaltung in Zukunft sehr groß. Die Universität Leuphana, in der die OMK hier stattfindet, sorgt für ein entspanntes Umfeld.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ich kam ohne große Erwartungen hierher, habe aber dennoch viel Interessantes für mich mitnehmen können. Besonders der Vortrag über Amazon SEO löste bei mir einen Aha-Effekt aus. An den Reaktionen der Zuhörer konnte man sehr schön erkennen, dass verstanden wird, wovon man spricht. Außerdem fand ich die Fragen, die aus dem Publikum gestellt wurden, spannend.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight waren die Foodtrucks in der Mittagspause! Thematisch äußerst spannend fand ich den Vortrag über Amazon Analytics.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die OMK empfehlen?

Inzwischen empfehle ich das Event mit ruhigem Gewissen jedem aus meinem Netzwerk. Es hat meiner Meinung nicht mehr die Lokalität, die es mal hatte und ich würde ganz klar wiederkommen.

Was war deine Motivation, heute herzukommen und hier zu sprechen?

Die Einladung von den Veranstaltern.


Speaker: Patrick Henke, Mitgründer und Chief Marketing Officer von Heute in Hamburg


Speaker Patrick Henke
Speaker Patrick Henke

Wie ist dein Gesamteindruck der OMK?

Sehr positiv, die Organisation ist gut und es läuft alles wie geplant ab, ohne große Verzögerungen. Die Vorträge sind sehr spannend und interessant. Es gab keine „Bla-bla-Sessions“, die einem kein wirklich neues Wissen bringen, sondern alle Vorträge, die ich bisher gehört habe, waren inhaltlich wirklich gut gemacht.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ja, total! Ich habe mich auch vorab über die Speaker informiert und war überrascht, wer da alles anzutreffen ist, gerade aus dem SEO-Bereich. Die Sessions, die ich bisher gesehen habe, fand ich sehr interessant und vor allem verständlich aufbereitet.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Es sind einige Studenten hier, aber auch viele Marketing-Experten. Etwas gefehlt hat mir die Diskussion am Ende der Vorträge, denn gerade, wenn man gemeinsam über etwas spricht, kommen immer neue Fragen auf. Die Leute sind aber insgesamt sehr interessiert und haben wirklich Bock auf die Themen, die vorgestellt werden.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war zu Beginn die Keynote von Facebook. Es war spannend, Sachverhalte aus der Sicht von Facebook zu hören, auch wenn die Antworten auf Fragen meist nicht ganz so konkret waren. Besonders gut fand ich auch die Session von Jens Fauldrath, der seinen Vortrag sehr humorvoll gestaltete und kein Blatt vor den Mund nahm.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die OMK empfehlen?

Ich war dieses Jahr das erste Mal mit dabei auf der OMK und würde auch wiederkommen. Empfehlen kann ich die Veranstaltun jedem, der im SEO Bereich und Marketing arbeitet. In meinen Augen ist die OMK eine inhaltsstarke Veranstaltung, von der man viel mitnehmen kann.

Was war deine Motivation, heute herzukommen und hier zu sprechen?

Ich wurde von den Veranstaltern gefragt, sah mir daraufhin das Programm der letzten Jahre an, das sich spannend anhörte, und sagte zu. Außerdem gefiel mir die Idee, unsere Gründungsgeschichte von Heute in Hamburg als Praxisbeispiel zu erzählen. Darüber hinaus gebe ich gerne meine Erfahrung als Gründer an andere weiter.


Besucherin: Alexa Domachowski, Content Managerin bei Heise RegioConcept


Besucherin Alexa Domachowski
Besucherin Alexa Domachowski

Wie ist dein Gesamteindruck der OMK?

Die Veranstaltung ist sehr spannend und vielseitig. Ich finde es nett, dass die OMK in der Universität stattfindet, die dem ganzen eine lockere Atmosphäre gibt, was meiner Meinung gut zu Online Marketing passt. Dies macht die Kontaktaufnahme mit anderen direkt leichter, wie ich finde.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Es war thematisch sehr breit gefächert, wodurch nicht alle Vorträge für mich relevant waren. Die Sessions, dich ich gehört habe, fand ich gut. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Wissenschaft und Wirtschaft, die man sehr selten so findet.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Total bunt gemischt! Man trifft hier Leute aus verschiedensten Branchen, aus Klein- als auch Großunternehmen an. Es war sehr heterogen, was es eventuell etwas schwierig gestaltete, die Zielgruppe zu treffen. Insgesamt aber eine gelunge Mischung.

Was ist dein persönliches Highlight?

Ich fand den Vortrag des Startups Heute in Hamburg sehr spannend. Darüber hinaus war es sehr schön, alte Bekannte aus früheren Praktika oder der Unizeit wieder zu sehen. Das Event bietet eine gute Gelegenheit zum Netzwerken.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die OMK empfehlen?

Ja, ich würde wiederkommen! Ich empfehle den Event allen, die an Online Marketing und digitalen Neuigkeiten interessiert sind. Vor allem aber auch Leuten, die nicht unbedingt im Bereich des Online Marketings arbeiten, sondern in anderen Abteilungen, da man sehr viele verschiedene Eindrücke mitnehmen kann.


Besucher: Jan Ebersbach, Inhaber von Ebersbach Mediendesign


Besucher Jan Ebersbach
Besucher Jan Ebersbach

Wie ist dein Gesamteindruck der OMK?

Von dem, was ich bisher gesehen und gehört habe, ist mein Eindruck durchweg positiv. Ich finde es im Vergleich zum letzten Jahr noch besser organisiert und es wird den Besuchern eine bunte Mischung an Themen sowie Speaker geboten, womit ich sehr zufrieden bin.

Welcher Vortrag hat dir bisher am besten gefallen?

Ich fand die Keynote von Oliver Busch von Facebook zu Beginn sehr interessant. Es wurden viele Praxisbeispiele gezeigt, wodurch es nicht allzu theorielastig war. Für mich waren aber nicht einzelne Speaker, sondern das Gesamtpaket, das geboten wird, entscheidend, heute herzukommen.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Neben einigen Studenten, die man antrifft, habe ich den Eindruck, dass zahlreiche etablierte Firmen hier sind und eher wenige Startups. So habe ich es auch vom letzten Jahr in Erinnerung.

Würdest du wiederkommen und die OMK weiterempfehlen?

Ich war bereits letztes Jahr hier, was, wie ich denke, ein gutes Zeichen ist. Sofern sich der Nachmittag so weiterentwickelt wie der Vormittag, komme ich nächstes Jahr sehr gerne wieder und kann die Veranstaltung definitiv weiterempfehlen.

Was war deine Motivation, heute herzukommen?

Meine Motivation war es, mich weiterzubilden und Einblick in Bereichen zu bekommen, in denen ich noch nicht über ein solch fundiertes Wissen verfüge. Außerdem erhält man hier Denkanstöße zu verschiedenen Bereichen, in denen man sich zukünftig weiterentwickeln könnte.


Images by Melanie Kroepfl


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Destination Check: Bits&Pretzels 2016

Vor zwei Jahren als Weißwurstfrühstück für die Gründerszene in München gestartet, hat sich die Bits&Pretzels mittlerweile zum dreitägigen Festival für Startups mit internationalem Flair entwickelt. Kevin Spacey und Richard Branson waren sicher die schillerndsten, aber längst nicht die einzigen sehenswerten Speaker auf der Bühne.


Speaker: Max Wittrock, Co-Founder von mymuesli.com


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Image by Max Wittrock

Max Wittrock, Co-Founder von mymuesli.com, hat vor neun Jahren mymuesli.com mitgegründet und fühlt sich auf der Bits&Pretzels an die Anfangstage erinnert. Heute beschäftigen das Gründerteam Themen wie Vertriebsausbau, Internationalisierung und der Umbau der Produktion. Das fühlt sich an wie Erwachsenwerden. Auf der Academy Stage hat Max jungen Startups Tipps gegeben, wie sie an die großen Player herankommen.

Was ist dein Gesamteindruck?

Mit 5.000 Leuten hat sich die Bits&Pretzels zu einem Riesen-Event entwickelt. Es ist wirklich toll, dass sich eine Konferenz dieser Größe ausschließlich Themen rund ums Gründen und dem Aufbau von Startups widmet. Ich bin ganz begeistert.

Haben die Speaker und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Mir gefällt die Auswahl der Speaker von Kevin Spacey bis hin zu Hidden Champions. Hier sieht man Startups, von denen man noch nicht gehört hat und die dennoch erfolgreich und riesengroß sind. Ich finde den Mix sehr gelungen.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Es sieht sehr bunt gemischt aus. Es sind wirklich viele Startups hier, ich habe aber auch schon viele Leute mit Investoren-Badge gesehen.

Was ist dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight ist der Food-Court mit Live-Musik. Veranstaltungen, die schnell wachsen, neigen dazu, einen Corporate-Charakter anzunehmen, wie jeder Kongress. Aber Bits&Pretzels hat es wieder einmal hinbekommen, sich das besondere Flair zu bewahren.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Bits&Pretzels empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall nächstes Jahr wiederkommen. Viele Startups, aber auch Unternehmen, unterschätzen, wie wichtig es ist, inspiriert zu werden und verschiedene Sichtweisen zu bekommen. Gerade wir im Süden sollten dankbar sein für alles, was hier passiert, da wir ja doch mit Berlin eine kleine positive Rivalität haben. Schön, dass ein solches Event in München stattfindet.

Was war deine Motivation, heute herzukommen und hier zu sprechen?

Ich hoffe, dass ich den Einen oder Anderen inspirieren konnte, es zu versuchen – so wie ich und meine beiden Mitgründer. Ich möchte gerne die Angst vor Teamgründungen nehmen, denn bei uns funktioniert es nach wie vor sehr gut. Vielleicht habe ich es geschafft, bei ein, zwei Leuten den Schalter umzulegen, wenn der letzte Schritt oder Denkanstoß gefehlt hat.


Organisatorin: Magdalena Rogl, kümmert sich um den Social-Media-Auftritt von Bits&Pretzels und ist Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland.


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Image by Magdalena Rogl

Magdalena Rogl war schon 2014 als Teilnehmerin bei der ersten Bits&Pretzels im Löwenbräukeller dabei. Einen Social-Media-Auftritt zum Event gab es damals noch nicht, also hat sie dem Orga-Team kurzerhand Unterstützung angeboten. Ihre Arbeit hier ist für sie Herzblutprojekt und Freundschaftsdienst.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich bin überwältigt, denn ich habe das Gefühl, das letzte Jahr wurde noch einmal getoppt. 2015 hat das Event erstmals in diesem Setup stattgefunden. Die Veranstaltung ist dieses Jahr noch internationaler geworden. Und wenn jemand wie Kevin Spacey die Keynote hält, ist das natürlich Wahnsinn.

Haben die Redner und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Ich habe vor allem die Vorträge auf der Mainstage vom Backstage-Bereich aus mitbekommen, da ich den Livestream auf Facebook mitbetreut habe. Ich finde die Mischung toll, dass sowohl kleine Startups unter den Speakern sind als auch große internationale Player. Die Gelegenheit, von Unternehmen wie airbnb und uber Insights zu bekommen, hat man nicht alle Tage.

Was ist dein persönliches Highlight?

Kevin Spacey war natürlich ein Highlight. Ich hatte gestern selbst Gänsehaut, als er gesprochen hat. Überwältigend.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Es sind natürlich sehr viel junge Gründer da, die gerade starten, aber auch viele Investoren und große Unternehmen. Ich bin positiv überrascht, dass dieses Jahr auch die Teilnehmer internationaler sind. Dadurch, dass Menschen aus so unterschiedlichen Bereichen da sind, bleibt man nicht in seiner Filterbubble, sondern kann seinen Horizont wirklich erweitern.

Wem würdest du die Bits&Pretzels empfehlen?

Ich würde es jedem empfehlen, der im Entferntesten mit der Internetbranche zu tun hat. Die Ticketpreise sind sehr gestaffelt, sodass auch junge Gründer dabei sein können. Hier kann man verfolgen, wie sich die Internetbranche entwickelt, welche Startups und Ansätze es gibt, aber auch Ideen entdecken, die die Welt verbessern möchten. Gestern hatten wir beispielsweise Raphael Fellmer von Foodsharing auf der Mainstage. Wir haben alle eine Verantwortung, unsere Zukunft mitzugestalten. Für diese Inspiration ist das die richtige Konferenz.


Besucher: Alexander Nast, Gründer von Passionly Curious und Snapchat-Reporter von Bits&Pretzels


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Image by Christian Jantz

Alexander Nast hat mit Passionly Curious nicht sein erstes Unternehmen gegründet. Das Startup hilft Unternehmen mit einer neuen Methode dabei, leidenschaftliche Mitarbeiter zu finden. Auf Basis von Interviews mit bestehenden Mitarbeitern ergründet das Team deren Motivation, um daraufhin Stellenbeschreibungen so zu gestalten, dass sie die richtigen Bewerber anziehen und die ungeeigneten abhalten.

Was ist dein Gesamteindruck?

Sehr bunt, sehr vielfältig, sehr herzlich, und trotzdem sehr intensiv und strukturiert. Man findet hier beides: entweder die strukturierte Seite, aber auch die bunte, leidenschaftliche, fröhliche Seite. Das gefällt mir sehr gut.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartung erfüllt?

Ich gehe meistens ohne Erwartungen an die Dinge heran und lass mich lieber überraschen. Wenn das, was ich mitnehme, wichtige Learnings sind und die Leute, die ich treffe, genau die richtigen Leute sind, dann sind meine Ansprüche erfüllt.

Was war dein persönliches Highlight?

Dazu gehören auf jeden Fall Kevin Spacey und Richard Branson. Es war interessant, dass sie mit Kara Swisher eine sehr kritische Journalistin als Gesprächspartnerin für ihn ausgewählt haben, die das Interview mit ihren teils sehr wertenden Zwischenfragen fast bis zur Schmerzgrenze getrieben hat. Und genauso spannend war es natürlich, zu beobachten, wie er sehr souverän und entspannt auf die Sachen eingegangen ist. Das war ein schönes Spiel.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Sehr vielfältig: Es sind wirklich alle dabei – von Leuten, die über eine Gründung nachdenken, bis hin zu Startups, die schon wirklich gut unterwegs sind und ein paar Millionen eingesammelt haben. Ich hatte das Glück, dass ich mich nur mit Menschen unterhalten habe, die ich sehr interessant und spannend fand.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Bits&Pretzels empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wieder hingehen und würde das Event Leuten empfehlen, die schon eine Startup-Idee haben, an der sie mindestens ein bis zwei Jahre gearbeitet haben, um hier mit Investoren zu sprechen und bei den Pitches mitzumachen. Sofern sie dafür bereit sind – denn die Investoren in Deutschland investieren erst, wenn ein Startup User-Zahlen und Umsätze nachweisen kann. Wer sich vor der Gründung erst einmal orientieren möchte, sollte die Masterclasses besuchen.


Besucherin: Martina Löhner, PR-Manager bei Kleiderkreisel


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Image by Gesine Märten

Martina Löhner kommuniziert für Kleiderkreisel, einer Recommerce-Plattform, die seit acht Jahren auf dem deutschen Markt aktiv ist und 4 Millionen Mitglieder hat. Das Late Stage Startup ist gerade dabei, sich und insbesondere das Marketing neu aufzustellen.

Was ist dein Gesamteindruck?

Ich bin das erste Mal auf der Bits&Pretzels und empfinde sie als coole Veranstaltung, um zu netzwerken und Inspiration zu finden.

Haben Redner und Teilnehmer deine Erwartungen erfüllt?

Meine Erwartungen ans Netzwerken haben sich erfüllt, ich habe viele Leute wieder oder neu getroffen. Allerdings hätte ich mir – da ich aus einem Startup komme, das schon länger auf dem Markt und etabliert ist – beispielsweise in den Academy Sessions inhaltlich mehr Tiefgang gewünscht.

Wie würdest du die Teilnehmer einordnen?

Meinem Eindruck nach sind viele junge Startups da, aber auch Investoren und Studenten. Ich hatte weniger das Gefühl, dass etablierte Startups die Plattform genutzt haben.

Würdest du wiederkommen, und wem würdest du die Bits&Pretzels empfehlen?

Ich würde wiederkommen, wenn mich die Speaker und präsentierenden Unternehmen wieder ansprechen. In erster Linie empfehle ich das Event aber Leuten, die dabei sind, ein Startup zu gründen, wenn sie in den ersten Jahren sind, sich präsentieren wollen und auf der Suche nach Investoren sind. Dafür ist Bits&Pretzels die richtige Plattform.

Was war dein persönliches Hightlight?

Richard Branson! Er ist eine beeindruckende Persönlichkeit und ein Typ Unternehmer, den es selten auf der Welt gibt. Ich fand es wahnsinnig spannend, von seinem Unternehmergeist und seiner Persönlichkeit eine Ecke mitzukriegen.

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Destination Check: Wie war es auf der „hy! demo“?

Am 18. Januar fand die erste hy!-Konferenz im Jahr 2014 statt. Die beiden Gewinner unserer Ticketverlosung berichten im Destination Check, wie es war. // von Tobias Schwarz

hy! demo

Auch in diesem Jahr erwarte hy! Berlin die Pioniere der digital economy und Technologieszene. Am vergangenen Samstag eröffnete der erste gemeinsame Demo Day europäischer Top?Accelerator im Berliner Stattbad Wedding die diesjährige hy! demo. Wir haben zwei Karten für den hy! Demo Day verlost und die beiden Gewinner, Peter Schlecht und Linda Dertinger, berichten uns nun im Destination Check, wie es auf der Konferenz war.

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