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Die dunkle Vergangenheit von Social Media

Dunkelheit (adapted) (Image by KristopherK [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Im April des Jahres 2016 gab Facebook Gründer Mark Zuckerberg bekannt, dass die Social Media-Plattform seinen nahezu zwei Milliarden Benutzern die Möglichkeit des Livestreams von Inhalten zur Verfügung stellt. Dieser Schritt wurde als die natürliche Erweiterung der grundlegenden Ziele der Plattform betrachtet: Das Anbieten einer Plattform, auf der durchschnittliche Menschen ihre tagtäglichen Erfahrungen mit anderen teilen können – von Alltagserfahrungen bis hin zu bedeutsamen, einschlägigen Ereignissen.

Beinahe genauso schnell fanden die Benutzer der Plattform einen Weg, auch die schlimmsten Vorfälle live im Netz zu verbreiten, darunter das sogenannte Easter Day Slaughter, bei dem die fatale Schießerei auf einen 74-jährigen Rentner live übertragen wurde.

Als Resonanz forderten immer mehr Menschen Facebook dazu auf, das Anbieten des Livestreams zu beenden, oder wenigstens eine Möglichkeit zur besseren Überprüfung der Inhalte zu finden. Der Pastor Jesse Jackson merkte beispielsweise an, dass Facebook Live von den Menschen als Plattform genutzt wird, um ihre Wut, ihre Ängste und ihre Dummheit zu äußern.

Viele haben wegen dieser Verhaltensweisen Facebook eine Schattenseite zugeschrieben und fordern, dass das Unternehmen nach einer Lösung zur Prävention derartigen gesellschaftsfeindlichen Verhaltens sucht. Doch schon ein flüchtiger Blick auf die Geschichte der Sozialen Medien zeigt, dass die Verhaltensweisen, die aus den Schattenseiten resultieren, weder einmalig in der Geschichte von Facebook sind, noch als etwas Neues von den heutigen Benutzern betrachtet werden.

Eine dunkle Geschichte

Die Dichterin und Technologieautorin Judy Malloy beschrieb die ältesten Vorgänger der Social Media Netzwerke als Orte der Kreativität und Gemeinschaft. Programme wie beispielsweise die Berkeley’s Community Memory boten den Benutzern der 1970er einen digitalen Ort, um Inhalte zu posten und Geschichten, die von der Community gelesen wurden, zu teilen. Beliebte Inhalte waren dabei unter anderem persönliche Anzeigen und Kurzgeschichten.

Doch selbst diese friedvollen Tage hatten ihre dunklen Momente. Im Jahr 1985 schrieb die Autorin Van Gelder über ihre Erfahrungen mit dem CompurServe CB‘-Simulator einer der ersten online Chatrooms weltweit. Inmitten der beliebten Programme im CB-Simulator waren diese der Romantik und den Beziehungen gewidmet. Diese stoßen auf das besondere Interesse von LGBTQ-Menschen, denen es im Allgemeinen schwer fiel, über ihre geschlechtliche Identität und sexuellen Präferenzen im öffentlichen Raum zu sprechen. Während viele Nutzer auf der Suche nach der Liebe im Internet fündig wurden – 1991 wurde eine Hochzeit im CB-Simulator veranstaltet, bis heute gilt diese als die erste Online-Hochzeit – wurde Van Gelder getäuscht. Sie hatte eine intime, romantische Onlinebeziehung zu einem Mann, der sich als behinderte Frau ausgab.

Geschichten von sexueller Aggression bekamen im Jahr 1998 einen noch negativeren Touch, als der Technikjournalist Julian Dibbell von einer sexuellen Nötigung, die auf einer textbasierten Onlineplattform namens LambdaMoo stattfand, berichtete. Die Vorstellung einer sexuellen Nötigung im Internet mag abwegig erscheinen, wenn man bedenkt, dass die Benutzer keinen körperlichen Kontakt zueinander haben. Und doch war es einem Nutzer namens ‚Mr. Bungle‘ möglich, das Programm zu hacken und infolgedessen die komplette Kontrolle über die Handlungen der anderen Nutzer zu übernehmen, wie deren Gespräche und Beschreibungen ihrer Handlungsschritte.

Laut Dibbells Bericht benutzte ‚Mr. Bungle‘ diesen Hack, um die Nutzer zu veranlassen, obszöne Handlungen vorzunehmen und gewalttätige sexuelle Aktionen an ihren eigenen Körpern auszuführen. Die Benutzer der Plattform beschrieben auf welche Art und Weise sie sich und andere – ohne Erlaubnis – berührten. Mr. Bungle behauptete im Nachhinein, seine Aktionen seien lediglich ein Streich gewesen, trotz dem Beharren seiner Opfer darauf, dass sie durch seine Aktionen gedemütigt worden sind (oder zumindest durch die Aktionen die seine Opfer dazu gezwungen haben, sich vorzuführen). Die Geschichte ist denkwürdig angesichts der Tatsache, dass Beziehungen über das Internet genauso intim und wichtig sein können wie die Beziehungen außerhalb des Internets.

Springt man ins Jahr 2006, gerät man schnell an die Geschichte von Evan Guttmann und dem gestohlenen ‚Motorola Sidekick‘-Handy seines Freundes, das die Internetnutzer von damals faszinierte. Zunächst fing alles als schlichter Blogeintrag über einen Jugendlichen an, der es ablehnte, das Handy an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Zum Schluss mündete es in einen wachsenden Internetmob, bei dem die Leser von Evans Blog die Adresse des Jugendlichen aufspürten und dessen Familie schikanierten.

Später im gleichen Jahr erfuhren die Nutzer der Plattform MySpace von der tragischen Geschichte der Megan Meier, einem Teenagermädchen aus Missouri, das sich das Leben nahm, nachdem sie von einem Jungen, den sie online kennengelernt hatte (es handelte sich um einen MySpace-Nutzer namens „Josh“), auf der Plattform gemobbt wurde. Erst nachdem Ermittlungen erfolgten, fand Megans Familie heraus, dass es sich bei „Josh“ tatsächlich um die Mutter eines Mädchens handelte, mit der Megan zuvor in einen Streit geraten war. Dieser Vorfall führte zum ersten Gesetzesentwurf in Bezug zum Onlinemobbing in den USA.

Soziale Medien verstehen

Diese Geschichten sind Beispiele dafür, was passieren kann, wenn einzelne Nutzer die Möglichkeiten zur Benutzung von moderner Technik entdecken: Man nutzt die Anonymität von CompuServe für Betrug, modifizierte mit cleveren Programmierungsskripten das Verhalten der anderen Nutzer, es wurden Blogs instrumentalisiert, um maximale Aufmerksamkeit auf ein geringes Vergehen zu lenken. Auch nutzt man Soziale Medien, um eine falsche Identität aufzubauen. In allen Fällen hatten die betrügerischen Aktionen dramatische Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen in deren realen Leben.

Das Wichtigste ist, dass diese Geschichten als Beispiele dienen, wie besonders Facebook und auch andere soziale Medien im Allgemeinen aufzufassen und zu verstehen sind. Es ist wichtig, dass die Nutzer die Gleichwertigkeit der Moral sowohl in Bezug auf Facebook-Kommunikation als auch in Bezug auf zwischenmenschliche Kommunikation erkennen. Statt soziale Medien generell als sinnlos und ablenkend abzutun und diese Perspektive an unsere Kinder abzugeben, sollten sie eingestehen, dass die zwischenmenschliche Kommunikation online genauso bedeutsam ist wie offline.

Berichterstatter haben die Livestreaming-Option von Facebook als „wesentlich grenzenloses Verbreitungssystem“ verflucht. Derartige Kritiken ignorieren jedoch die Vorteile dieser „grenzenlosen“ Verbreitung, wie das Vernetzen von Familien und die Möglichkeit, dass auch Stimmen von Verfolgten gehört werden können. Selbst Filmmaterial mit Gewalttaten kann zur richtigen Zeit von Vorteil sein: Die Facebook Live-Übertragung von der Schießerei in Minnesota im Juli 2016 diente als einflussreiche Mahnung, um auf soziale Ungerechtigkeit und Polizeiarbeit in den Vereinigten Staaten aufmerksam zu machen.

Anti-Terror-Streitkräfte setzen auf soziale Medien, um terroristische Aktivitäten zurückzuverfolgen und besser nachvollziehen zu können. Um den Missbrauch von Livestreaming zu bekämpfen, hat Facebook kürzlich bekanntgegeben, 3.000 zusätzliche Monitore für die Kontrollierung der Livevideos einzusetzen. Jedoch liegt meiner Meinung nach die Verantwortung für den Inhalt in den sozialen Medien letztlich bei den Nutzern, die die Inhalte tagtäglich erstellen und sich auf der Plattform bewegen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Dunkelheit“ by KristopherK (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Die „Ehrlichkeits-App“ Sarahah: Bestätigung um jeden Preis

Woman with Smartphone (adapted) (Image by Daria Nepriakhina) (CC0 Public Domain) via Unsplash

Seit ein paar Monaten gibt es eine englische Variante der App Sarahah (Arabisch für “Ehrlichkeit”). Mit ihr soll es anonym möglich sein, Teams am Arbeitsplatz konstruktive Kritik zu geben. Seitdem hat sie mehr als 300 Millionen Nutzer angezogen und gehört in über 30 Ländern zu den Top-Downloads im App Store. Aber Nutzer vermelden jetzt schon, dass sie belästigende und obszöne Nachrichten bekommen.

Der Entwickler von Sarahah erklärt, dass die App es Nutzern ermöglicht, „ein ehrliches Feedback von Mitarbeitern und Freunden zu bekommen“ und „die Selbstentfaltung zu fördern – alles Dank eines konstruktiven und anonymen Feedbacks“. Die Nutzer erstellen einen Account und erhalten einen Link, den sie dann auf den anderen sozialen Netzwerken teilen können. Dabei kann jeder, der Zugriff auf ihr Profil hat, anonyme Nachrichten senden. Dazu brauchen sie keinen eigenen Account.

In der arabischen Welt, in der die Redefreiheit sehr argwöhnisch beäugt wird, wurde die App schon für Liebeserklärungen, Homosexualität und alles Mögliche, was normalerweise verboten wäre, genutzt. Der 29-jährige saudische Gründer Zain al-Abidin Tawfiq war sich über den möglichen Missbrauch im Klaren und integrierte eine Blockier- und Filterfunktion, um diesen vorzubeugen. Aber mit nur drei Mitarbeitern kann das Unternehmen keine Millionen Nachrichten pro Tag kontrollieren.

Die englische Version der App ist bei Snapchat-Usern unter 25 Jahren weit verbreitet. Sie rutschte in die Download-Charts, als Snapchat ein Update rausbrachte, mit dem die Nutzer ihren Sarahah-Account verknüpfen konnten. Während einige Nutzer finden, dass Sarahah und andere ähnliche Ehrlichkeits-Apps den Nutzern Kraft geben das Selbstwertgefühl steigern, ist auch Cybermobbing ein Thema. Einige User nutzen die einseitige Anonymität aus, um gefahrlos ihren Freunden und Klassenkameraden all das zu sagen, was sie sich nicht trauen, ihnen ins Gesicht zu sagen.

In einer Bewertung der App im Google App-Store schrieb der Nutzer Jordan Adams:
Zuerst war es wirklich cool, solange es ein Scherz unter Freunden war und so. Dann hat einer meine Adresse gesendet und da bin ich richtig ausgeflippt. Daraufhin haben mir Leute einen Haufen perverses Zeug geschickt. Ich wollte meinen Account löschen, aber es war nicht möglich.

Ebenfalls auf Google Play schrieben die Eltern Paul und Olivia Parsons :
Unsere Tochter nutzte die App für einen Tag und bekam erst nette Kommentare, aber dann kamen langsam immer mehr fiese Sprüche… bevor Sie ihren Account löschte, forderte Sie jemand auf, sich umzubringen.

Nicht die Erste, auch nicht die Letzte

Für Forscher wie mich ist Sarahah wie der Murmeltiertag – aus dem Teufelskreis kommt man nicht mehr heraus. Im Jahr 2009 kam mit Formspring die erste der vielen halb-anonymen Kommentier-Apps heraus. Sie war nachweislich für Suizidfälle bei Jugendlichen in den USA und Großbritannien mitverantwortlich. Der Inhaber überarbeitete die Seite und wirkte bei Strategien zur Mobbingprävention mit. Doch das Originalkonzept wurde von einem lettischen Team für die App Ask.fm übernommen, was wieder eine Reihe von Selbstmorden nach sich zog.

Es gibt noch eine Reihe weiterer kontroverser Apps wie Yik Yak – die App wurde dieses Jahr eingestellt –, After School und Secret. Sie alle bieten ihren Nutzern das gleiche: eine manchmal schmerzhafte Möglichkeit, um herauszufinden, was die Leute “wirklich” von Ihnen denken. Außerdem erliegt der Nutzer schnell der Versuchung, sich jemandem gegenüber grausam zu verhalten, „der danach gefragt hat“.

Bei meiner Recherche auf Ask.fm und Formspring waren die jungen Mädchen vorwiegend in zwei Gruppen aufgeteilt. Es gab die Gruppe, die den Mobbern vorwarf, “Hass zu schicken”. Die andere Gruppe gab des Empfängerinnen die Schuld, weil sie sich bewusst angemeldet hatten. Einige Mädchen gaben an, die Nutzer, die sich über Mobbing auf anonymen Seiten beschweren, würden nur Aufmerksamkeit suchen. Sie sollten nicht online präsent sein, wenn sie so empfindlich sind. Vor allem sollten sie nicht “überrascht” darüber sein, dass nicht alle Kommentare positiv sind.

Genau die Art von Victim Blaming kann man auch bei Bewertungen auf Sarahah beobachten. Ein oft benutztes Beispiel, bei dem die App mit 5 Sternen bewertet wurde, lautet wie folgt:

An all die, die sich darüber beschweren, dass diese App Mobbing fördert, es stimmt überhaupt nicht. Es ist allein die Schuld des Nutzers, der sich für jeden online stellt, der anonym etwas über ihn sagen möchte. Es ist ganz einfach: Wenn du nicht gemobbt werden möchtest, solltest du die App nicht nutzen. Frag nicht nach Kommentaren und beschwere dich danach.

Gegenprüfung durch Fachkräfte

Diese Art des Victim Blaming missachtet das große Interesse der Menschen nach Bestätigung aus ihrem sozialen Umfeld. Leider sind die empfindsamen Gemüter hierfür besonders anfällig, vor allem die, die nirgendwo hineinzupassen scheinen oder bereits Erfahrung mit Mobbing haben.

Rachel Simmons von Odd Girl Out arbeitet mit jungen Mädchen und beschreibt diesen Wunsch, den gesellschaftlichen Wert zu ermitteln zu wollen als „giftiger, selbstverstärkender Kreislauf“. Diese einseitigen anonymen Apps wie Sarahah locken Ihre Nutzer mit dem Versprechen, eine Bestätigung aus ihrem sozialen Umfeld zu bekommen. Das kann man fast mit dem Verlangen nach Wasser in der Wüste vergleichen. Doch die Kommentare können vor allem deshalb kränken, weil sie von Personen kommen, die den Nutzer gut kennen. Sie kennen die geheimen Wünsche, sie wissen, was du neulich für Klamotten anhattest und was Du gesagt hast – und das alles können sie gegen Dich nutzen.

Wie geht man mit diesem Problem um? Das wiederholte Auftauchen dieser Apps und ihre hohe Popularität weisen darauf hin, dass sie einem tiefen Bedürfnis nachgehen und nicht so einfach verschwinden werden. Trotz allem bereiten sie oft Probleme, die sogar zum Selbstmord führen können. Aber es gibt so viele grundlegenden Schutzmaßnahmen, die einzuführen sind. Zunächst sollte man mehr Moderatoren einstellen, einen gut sichtbaren Meldebutton einrichten und kontrollieren. Zudem sollten sie mit Mobbingexperten zusammenarbeiten. Ask.fm hat das bereits getan.

Solche breit angelegten Maßnahmen kann allerdings nur ein bereits etabliertes Unternehmen treffen. Für ein Start-up mit klammen Mitteln könnte das komplizierter werden. Vielleicht liegt die Verantwortung am ehesten bei den App-Stores, die diese Apps beherbergen, wie beispielsweise Google und Apple. Diese personalintensiven und lukrative Unternehmen könnten sicherstellen, dass halbanonyme Nachrichtendienste bestimmte Mindeststandards erfüllen, bevor die Apps im Store erscheinen, statt einfach eine Bewertung der „Erziehungsberechtigten“ einzuführen, was die meisten Eltern sowieso nie zu sehen bekommen werden. Es gibt jede Menge Beispiele dafür, was diese Apps alles falsch machen. Es ist an der Zeit, dass sie anfangen, aus ihren Fehlern zu lernen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Woman with Smartphone“ by Daria Nepriakhina (CC0 Public Domain)


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  • DATA heise: Dynamische IP-Adressen sind laut BGH personenbezogene Daten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hält dynamische IP-Adressen von Website-Besuchern für datenschutzrechtlich geschützte personenbezogene Daten. Dies stellt das höchste deutsche Gericht in einem heute gesprochenen Urteil klar. Es folgt damit einem im Oktober 2016 ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in derselben Sache. In dem Fall geht es um eine gerichtliche Auseinandersetzung des Piraten-Politikers Patrick Breyer gegen die Bundesrepublik Deutschland. Breyer möchte, dass die Websites des Bundes aufhören, IP-Adressen der Besucher ohne Einwilligung drei Monate lang zu speichern und damit Tracking zu ermöglichen. Letztlich geht es dem Datenschützer um ein generelles Verbot von IP-Logging ohne konkrete Einwilligung.

  • HASS golem: Facebook-Gesetz auf der Kippe : Heiko Maas (SPD) will noch in dieser Legislaturperiode das sogenannte „Facebook-Gesetz“ beschließen lassen. Allerdings ist die Frist dafür bereits verstrichen – streng genommen wäre der letztmögliche Termin Mitte Februar gewesen. Er ist dennoch zuversichtlich, dass das Gesetz noch beschlossen werden könnte. Jedoch droht schon jetzt Kritik von Seiten der CDU sowie von anderen SPD-Politikern.

  • TWITTER t3n: Twitter: Mitgründer Biz Stone kehrt zurück Im März 2006 hatte Jack Dorsey gemeinsam mit den Co-Gründern Biz Stone und Evan Williams den Microblogging-Dienst Twitter. Dorsey trat 2008 als CEO zurück, den Posten übernahm Williams, der ihn im Herbst 2010 wieder abgab. Biz Stone verließ Twitter im Jahr 2011. Jetzt, knapp zwei Jahre nach Jack Dorsey, kehrt Stone zu Twitter zurück, wie er am Dienstag in einem Blogeintrag bei Medium bekannt gab. In ein paar Wochen starte er „full time“ bei Twitter, schreibt Stone. Er werde sich künftig um die Unternehmenskultur kümmern – „that energy, that feeling“. Der genaue Jobtitel von Stone ist unklar, einem Insider zufolge, den Recode zitiert, wird der Twitter-Co-Gründer unter CMO Leslie Berland arbeiten und ihr bei der internen Kommunikation und dem Aufrechterhalten der Moral in der Firma helfen.

  • APPLE Welt: Apple kurz vor Vorstellung von drei neuen MacBooks : Apple wird wohl bei der Entwicklerkonferenz im Sommer drei neue Laptops vorstellen. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertrauten Menschen. Das MacBook Pro wird einen schnelleren Kaby-Lake-Prozessor von Intel bekommen, sagten die Insider. Apple arbeitet auch an einer neuen Version des 12-Zoll-MacBooks mit schnelleren Intel-Prozessoren. Zudem werde im Unternehmen auch über eine verbesserte Version der populären 13-Zoll-Version des MacBook Air nachgedacht. Die Nachfrage nach Apples günstigstem Notebook ist überraschend stark, sagte einer der Insider. Weder Apple noch Intel wollten die Informationen zunächst kommentieren.

  • CYBERMOBBING Zeit: Ist doch nicht so schlimm, machen doch alle: Eine am Dienstag veröffentlichte, nicht repräsentative Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing kommt nach Befragung von über 3.000 deutschen Eltern, Lehrern und Schülern zum Ergebnis: Etwa 13 Prozent der Schüler sind schon online gemobbt worden. Auf einen ähnlichen Befund kam die Entwicklungspsychologin Anja Schultze-Krumbholz. Sie hatte in ihrer Dissertation verschiedene deutsche Studien verglichen.
    Laut Bündnis gegen Cybermobbing sind 14-Jährige am häufigsten betroffen, aber auch 7-Jährige machen schon Erfahrungen mit Cybermobbing. Jeder zehnte Lehrer sagt, er habe regelmäßig damit zu tun, jeder zweite Lehrer habe es schon einmal erlebt.

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  • FACEBOOK businessinsider: Facebook wants to launch its big attack on TV next month – here’s what we know Facebook hat schon vor einer Weile angekündigt den Streaming-Platzhirschen Amazon Prime und Netflix Konkurrenz machen zu wollen. Im Juni soll nun das Projekt rund um eigens produzierte Serieninhalte starten. Derzeit sind rund zwei Dutzend Serien geplant. Facebook will damit einen weiteren Schritt in die Richtung gehen, um mehr Kontrolle über den Kontent auf der eigenen Plattform zu haben. Für den Angriff auf TV und Streaming-Konkurrenz hat sich Facebook im Dezember den Collegehumor-Mitgründer Ricky Van Veen an Bord geholt, der seitdem als strategischer Kreativdirektor fungiert.

  • APP spiegel: Wie Tellonym mit Mobbing kämpft Die Anonymität im Netz ist einer der größten Katalysatoren für Cyber-Mobbing und ein stets ernstzunehmendes Problem. Mit jedem Aufkommen von neuen Plattformen zur sozialen Interaktion, gibt es auch neue Möglichkeiten Hassbotschaften zu verbreiten. Die App „Tellonym“ gibt den Nutzern die Möglichkeit anonyme Nachrichten zu verschicken. Schon die Frage-und-Antwort-Plattform Ask.fm stand vor Jahren in der Kritik eine ideale Cybermobbing-Plattform zu sein. Auch Tellonym hat solches Potential, behauptet aber aktiv dagegen vorzugehen.

  • RE:PUBLICA zeit: Mit den Trollen tanzen: Die re:publica, die Konferenz rund um soziale Medien und die digitale Gesellschaft, steht in den Startlöchern! Rund 8.000 Menschen diskutieren ab heute bis Mittwoch über Digitalisierung und was sie mit uns macht. Die erste re:publica fand 2007 in der Kalkscheune neben dem Friedrichstadtpalast statt. Der Mann, an dem sich die Netzgemeinde in diesem Jahr inhaltlich abarbeiten wird, ist Donald Trump.

  • MESSAGING heise: Datenschutzbeauftragter warnt vor WhatsApp & Co. An Schulen: Messaging-Dienste wie WhatsApp, der Facebook Messenger, Telegram und Co. gehören zum Alltag dazu, so natürlich auch zu dem von deutschen Schülern. Der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Dieter Kugelmann, weist darauf hin, dass WhatsApp zu schulischen Zwecken tabu ist. Manch ein Lehrer sage, in einer WhatsApp-Gruppe könne er am einfachsten Hausaufgaben verteilen. Kugelmann sieht darin aber ein Risiko. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Hamburg darf Facebook weiter keine Daten deutscher Nutzer von WhatsApp nutzen.

  • STROMNETZAUSBAU heise: Stromnetzausbau: weiter Rückstand bei Autobahnen: Jahrelang ging es beim Stromnetzausbau kaum voran. Jetzt nimmt der Ausbau langsam Fahrt auf. Die Bundesnetzagentur hofft, mit Erdkabeln langwierige juristische Streitigkeiten zu vermeiden. Der für die Energiewende dringend nötige Stromnetzausbau kommt nach jahrelangen Verzögerungen langsam in Gang. Es bleibt aber dabei, dass die drei großen neuen Nord-Süd-Stromautobahnen zur Versorgung Bayerns und Baden-Württembergs bis zur Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke 2022 noch nicht fertig sein werden.

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Licornes vs. Haters – mit Einhörnern gegen Cyber-Mobbing

Lego Einhorn (Image by d97jro [CC0 Public Domain], via Pixabay

Es tummelt sich zuviel Hass in der virtuellen Welt. Um den Diskriminierungen entgegenzuwirken, ersetzt die französische Assoziation „Respect Zone“ in ihrer originellen Kampagne „Licornes vs. Haters“ (dt. etwa: Einhörner gegen Neider) Beleidigungen von Internetnutzern mit niedlichen Emojis. Anhand eines Plugins werden in den Kommentarbereichen von Blogs, Informationsseiten oder Foren respektlose Publikationen nach Veröffentlichung durch harmlose Bildchen ausgetauscht.

„Solche {Wölkchen} wie dich sollte man alle {Häschen}!“

„Du Nutte“ (das Schimpfwort, das im Übrigen Tabellenführer der meist genutzten Beleidigungen laut “Respect Zone” ist) wird dann zu „Du {Muffin + Wolke}“. Auf der Videoplattform YouTube wirbt die französische Vereinigung, die sich seit 2014 für mehr Respekt im Internet einsetzt, für ihr Projekt „Licornes vs. Haters“ und zeigt dabei Situationen aus dem Alltag:

In der Sprache der Jugendlichen

Die klare Zielgruppe der Kampagne sind Schulkinder und Jugendliche. Und das aus gutem Grund: Laut einer Studie des französischen Bildungsministeriums im November 2014 geben zwei von zehn Schülern an, bereits Opfer von Cyber-Mobbing via SMS, Mail oder in den sozialen Netzwerken gewesen zu sein.

Nicht anders sieht es in Deutschland aus: Laut einer internationalen Studie von Vodafone und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im September 2015 ergab sich unter deutschen Jugendlichen ein ähnlich bedenkliches Bild. Fast jeder fünfte Jugendliche gab an, schon einmal unter Hassattacken im Internet gelitten zu haben.

Die Idee der Kampagne ist, den Hass lächerlich zu machen: „Wir bieten Kontra mit einer Geste, die die Sprache der Jugendlichen spricht – die Botschaft kommt an, ohne dass wir belehrend sind“, erklärt Philippe Coen, Präsident und Gründer von Respect Zone. Beleidigungen ins Leere laufen zu lassen, soll gerade den jungen Internetnutzern einen Denkzettel verpassen. „Das Ziel ist, dass sich jeder Nutzer selbst zu zügeln lernt. Er muss wissen, dass das, was er schreibt, Personen verletzen kann.“

Die Charta für ein respektvolles Online-Verhalten

Ein wenig schulmeisterlicher geht es auf Respect Zone selbst zu: Regeln für ein besseres, respektvolleres Verhalten sind in der eigenen Charta zusammengefasst. Diese wurde bereits auf Englisch, Italienisch, Griechisch und Niederländisch übersetzt und zusammen mit dem Logo zum Download bereitgestellt. Ein lobenswertes Engagement, das von namhaften Organisationen wie der UNESCO bereits anhand der Einbindung des Logos auf der Homepage unterstützt wird.

Die Einhorn-Kampagne wartet bisher noch auf den durchschlagenden Erfolg – obwohl die Reaktionen bei der Präsentation der Projekts in Schulen und Workshops meist mit einem „Genial!“ und großer Begeisterung quittiert wird, beklagt Coen.  „Das zeigt die Verlegenheit der Medien auf die schwierige Frage der Moderation ihrer Seiten und den Fakt zu reagieren, dass mindestens 27 Prozent der Kommentare beleidigend, gewalttätig oder hasserfüllt sind.


Image „Lego Einhorn“ by d97jro (CC0 Public Domain)


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