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10 Jahre App Store – von der Revolution in den Scheintod?

App Store Man holding smart phone with colorful application icons comming out

Der 10. Juli 2008 ist ein historischer Tag in der Geschichte der Smartphone-Applikationen. Denn an jenem Tag, etwa ein Jahr nachdem das erste iPhone auf den Markt gekommen ist, ging der Apple iTunes Shop an den Start, heute als Apple App Store bekannt. Auch nach zehn Jahren beschäftigen wir uns täglich mit Apps und seit Jahren wird ihnen ein baldiger Tod vorausgesagt. Aktuelle Statistiken aber behaupten das Gegenteil – was ist dran?

Ist die App doch nicht tot? Zur Perspektive des App Store

Seitdem es Apps gibt wurde aus dem Smartphone nicht nur ein mobiles Telefon mit Internetzugang, sondern ein Gerät, das dem Nutzer in fast jeder Lebenslage behilflich sein kann. Lange Zeit wurde den Apps das unausweichliche Ende vorhergesagt. Sie würden durch Ergänzungen in den Smartphone-Betriebssystemen ausgetauscht und Big Player à la Facebook und Google würden mit ihren Marken den App-Markt quasi beherrschen. Eine aktuelle Studie des Bitkom-Verbands beweist allerdings, dass sich App-Umsätze auf einem Rekordhoch befinden und die Downloads im App Store von Apple und Google brummen.

In Deutschland ergaben die Umsätze durch Apps in 2018 bisher rund 1,6 Milliarden Euro. Das ist fast eine Verdreifachung im Vergleich zu 2013, als der Umsatz bei 547 Millionen Euro lag. Auch App-Downloads erfuhren ein Hoch und stiegen 2018 bisher um 17 Prozent. Das teilt der Digitalverband Bitkom auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts research2guidance mit. Die Devise dabei ist: weg vom bezahlten Download, hin zu In-App-Käufen!

Die App scheint also trotz vieler Voraussagen noch lange nicht auf ihr Ende zuzusteuern, ausgenommen kostenpflichtiger Apps, die wohl aber auf Dauer immer zurückgehen werden. Tatsächlich verzeichnete der App Store 2018 bereits den größten Zuwachs in seiner zehnjährigen Geschichte.

180710-App-Markt-PG (Image by research2guidance)
Image by research2guidance

Was sind Zombie-Apps?

Sogenannte Zombie-Apps sind solche, die in der schieren Flut der täglich hochgeladenen Anwendungen scheinbar untergehen – digitale Untote. Laut Berichten des Technik-Portals TechCrunch löscht Apple monatlich rund 14.000 Apps, die nur etwa null bis einige wenige Downloads erziehlen und so auch nicht im Store-Ranking auftauchen.

Die Anzahl der neuen Apps hat sich in den letzten Jahren beinahe verdoppelt. Zum Start des App Store 2008 waren rund 500 Anwendungen online, 2018 sind es rund 6 Millionen – 3,8 im Google Play Store und 2 Millionen im Apple App Store. 

WeChat – die ultimative App?

Bei uns im Westen hat man meist eine oder zwei Messenger-Apps, Shopping-Apps, Social-Media-Plattformen und vielleicht einen E-Wallet. Dafür benötigt der Nutzer schon einmal eine Hand voll verschiedener Apps. In China gibt es eine App, die alle von diesen Funktionen beinhaltet – und mehr! WeChat, eine App aus dem Hause Tencent, hat das Land im Sturm erobert und als Bürger in China kommt mal wohl kaum drum herum – selbst auf dem Wochenmarkt wird mit dem sogenannten WeChat Wallet bezahlt.

Ob sich Giganten wie Facebook oder Google bald an den Kollegen aus China angleichen bleibt abzusehen. In China ist die Plattform ein unverzichtbarer Marketingkanal, den hierzulande immerhin das Kaufhaus Breuninger schon nutzt.

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Schluss mit schlechten App-Reviews: Wie du mies bewertete Apps rettest

Bewertung (adapted) (Image by OpenClipart-Vectors [CC0 Public Domain] via pixabay)

Es ist die absolute Horror-Story eines App-Entwicklers: Die App ist fertig und geht live, aber niemand findet sie gut. Der Lieferdienst Foodora hatte genau dieses Problem und hatte bei seinen App-Reviews vor einem halben Jahr nur einen Durchschnitt von schwachen zwei Sternen. Ein Marketing-Manager des Unternehmens verriet auf der Mobile-Marketing-Konferenz MAMA Berlin, welche Lösung es dafür gab.

Das Fallbeispiel Foodora

Ein wichtiger Kommunikationskanal im Mobile Business sind App-Reviews. Die sind für Vermarkter Segen und Fluch zugleich: Läuft es gut, kann man geradezu in begeisterten Kommentaren baden. Doch es gibt wohl nichts, was für App-Entwickler frustrierender ist, als zu sehen, wie das eigene Produkt von Usern fertiggemacht wird. Der Lieferdienst Foodora hatte genau dieses Problem. Der Bewertungsdurchschnitt im Oktober 2016: Schwache 2 Sterne. Die Angabe bezieht sich auf den Apple App Store.

Auf der MAMA-Konferenz in Berlin verrät Raul Truckenbrodt die Strategie, mit der die App aus dem Sumpf der schlechten Bewertungen geholt wurde. Truckenbrodt ist Senior Mobile Marketing Manager bei Delivery Hero und betreut verschiedene Marken der Gruppe, zu denen in Deutschland neben Foodora auch die Dienste Lieferheld und pizza.de zählen. Das Unternehmen ist groß, allein in Berlin sind 1.000 Menschen beschäftigt. Gemeinsam bringen es die Lieferdienste weltweit auf 20 Millionen Bestellungen im Monat.

Bei App-Reviews ist der „Rating Flow“ wichtig

Zunächst einmal sei es wichtig, dass die App leicht zu bedienen ist – und sich zurückhält. Denn sind die Entwickler übereifrig und lassen das Programm jeden Tag eine Push-Benachrichtigung ausgeben, sind User schnell genervt und lassen ihren Frust im Bewertungsbereich des App-Stores aus.

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Screenshot by Anton Knoblach

Neben dem Verbessern der App selbst gibt es einen weiteren zentralen Punkt, den die Branche „Rating Flow“ nennt. Dabei lautet das Prinzip, schlechte App-Reviews abzufangen, bevor sie entstehen. Das lässt sich zum Beispiel so realisieren: Nach einer Bestellung oder ein paar Tagen Benutzung wird der Nutzer gefragt, ob er die App mag. Das kann ein simples „Ja/ Nein/ Später“ oder eine Zahl an wählbaren Sternen sein.

Gibt der Nutzer nun ein positives Feedback, wird er ermutigt, eine Bewertung im App-Store abzugeben. Hier gibt es laut Truckenbrodt auch kulturelle Unterschiede: So gelangen in südeuropäischen Ländern User nach einer positiven Rückmeldung direkt zum Store. In Deutschland hingegen frage man lieber erst, ob der User das möchte.

Ist das Feedback jedoch negativ, wird nicht zum App-Store, sondern zu einem Kontaktformular geleitet. Dabei ist die Botschaft klar: Man zeigt sich offen für Kritik und gelobt Besserung. Durch die direkte Kontaktmöglichkeit profitiert der Entwickler zusätzlich von den Verbesserungsvorschlägen der User, die sich wiederum verstanden fühlen.

Wie viel Sterne sind eigentlich gut genug?

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Screenshot by Anton Knoblach

Durch Maßnahmen wie die oben genannte schaffte es der Lieferdienst Foodora, von den nur zwei Sternen im vergangenen Oktober zu einem Bewertungsdurchschnitt von aktuell vier Sternen im Frühjahr 2017 aufzusteigen. Auch diese Angabe bezieht sich auf den Apple App Store.

Doch welchen Bewertungsdurchschnitt bei den App-Reviews braucht eine App nun eigentlich? Raul Truckenbrodt, Marketing Manager bei Delivery Hero, stellt klar: Alles unter vier Sternen sei unbrauchbar. Vier Sterne seien okay, viereinhalb „exzellent“. Und ganze fünf Sterne? Die gebe es eigentlich nur, wenn die App lediglich eine einzige Bewertung hat.

Dieser Text erschien zuerst auf Androidpiloten.


Teaser Image „Rating“ by OpenClipart-Vectors / Pixabay (CC0 Public Domain)


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