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Survival of the Funniest: Die evolutionären Anfänge des Lachens

Summer Laughter (adapted) (Image by BMiz [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Lachen spielt in jeder Kultur eine wesentliche Rolle. Allerdings ist nicht bekannt, warum man überhaupt lacht. Während es natürlich ein soziales Phänomen ist – Menschen lachen bis zu 30 Mal mehr in der Gruppe als allein – bleibt die Funktion des Lachens als eine Form der Kommunikation nach wie vor rätselhaft. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde und eine große Gruppe von Forschern unter der Führung Gregory Bryants von der UCLA miteinbezog, behauptet, dass Lachen Zuhörern den Freundschaftsstatus lachender Personen anzeigt. Die Forscher baten Zuhörer, den Freundschaftsstatus von Fremden und Freunden anhand von kurzen Ausschnitten, in denen gleichzeitig gelacht wurde, zu beurteilen. Aus Stichproben von 24 verschiedenen Kulturen fanden sie heraus, dass die Zuhörer in der Lage waren, anhand von bestimmten akustischen Merkmalen während des Lachens Freunde von Fremden zu unterscheiden. Um zu enträtseln, wie das möglich ist und was die wahre Bedeutung des Lachens ist, müssen wir zurück zum Ursprung.

Die Evolution des Lachens

Spontanes Gelächter, das unbewusst durch Konversation oder Ereignisse ausgelöst wird, taucht bereits in den ersten Lebensmonaten und sogar bei tauben oder blinden Kindern, auf. Lachen ist nicht nur kulturell, sondern auch zwischen den Spezies übergreifend: es findet auch in ähnlicher Form bei anderen Menschenaffenarten statt. Der evolutionäre Ursprung des menschlichen Lachens lässt sich etwa 10 bis hin zu 16 Millionen Jahre zurückverfolgen. Auch wenn Lachen mit einer höheren Schmerztoleranz und dem Signalisieren des sozialen Status in Zusammenhang gebracht wurde, besteht seine Hauptfunktion darin, soziale Bindungen zu schaffen und zu vertiefen. Da unsere Vorfahren anfingen in größeren und komplexeren sozialen Strukturen zu leben, wurde die Qualität der Beziehungen über-lebenswichtig. Die Evolution begünstigte die Entwicklung kognitiver Strategien, die bei der Bildung und Erhaltung kooperativer Allianzen halfen. Lachen entstand wahrscheinlich aus Atmungsstörungen während spielerischer Neckereien wie Kitzeln, was das kooperative und konkurrierende Verhalten junger Säugetiere förderte. Diese Art von Ausdruck geteilter Erregung, ausgelöst durch Spiel, könnte sich beim Stärken positiver Beziehungen als effektiv erwiesen haben. Tatsächlich wurde erwiesen, dass Lachen die Länge des Spielverhaltens von Kindern und Schimpansen verlängert und sowohl bewusste als auch unbewusste positive emotionale Reaktionen bei menschlichen Zuhörern auslöst.

Lachen als soziales Instrument

Lachen und andere Urvokalisierungen waren zunächst eng mit unseren Emotionen verknüpft: Wir lachten nur, wenn wir positiv erregt waren, genauso wie wir bei Kummer weinten oder bei Wut brüllten. Die wesentliche Entwicklung trat mit der Fähigkeit ein, sich freiwillig mit Hilfe der Stimme ausdrücken zu können, ohne dass notwendigerweise Schmerz, Wut oder positive Emotionen vorliegen mussten. Diese gesteigerte Kontrolle der Stimmung, die durch eine komplexere Entwicklung des Gehirns möglich wurde, war für die Entwicklung der Sprache entscheidend. Aber es erlaubte auch die bewusste Nachahmung von Lachen (und anderen Vokalisierungen) und stellte somit ein irreführendes Werkzeug dar, soziale Beziehungen künstlich zu beschleunigen und zu erweitern und damit die Überlebenschancen zu erhöhen. Die Vorstellung, dass willentliches Lachen einen evolutionären Ursprung hat, wird durch nachahmendes Verhalten, wie es bei erwachsenen Schimpansen vorzufinden ist, bestärkt. Sie ahmen Lachen als Reaktion auf spontanes Lachen anderer nach. Das falsche Lachen von Schimpansen und Menschen entwickelt sich während der Kindheit, unterscheidet sich akustisch von seinem spontanen Gegenstück, und hat ebenso die Funktion, soziale Bindungen aufzubauen. Heutzutage ist sowohl spontanes als auch willentliches Lachen in fast jedem Aspekt menschlichen Lebens vorzufinden, sei es, dass man einen Witz mit einem Freund oder während eines höflichen Smalltalks mit einem Kollegen teilt. Dennoch klingen sie in den Ohren des Zuhörers nicht gleich. Spontanes Lachen erkennt man an der höheren Tonlage (was unverfälschte Erregung zeigt), einer geringeren Dauer und kürzeren Ausbrüchen von Spontanlachern  gekennzeichnet, als es bei künstlichen Lachern der Fall ist. Forscher bewiesen vor kurzem, dass menschliche Zuhörer zwischen diesen beiden Arten des Lachens unterscheiden können. Sie bewiesen auch, dass Zuhörer dennoch das Langsamerwerden und Anpassen des Tonfalls an den des willentlichem Lachens (um es als weniger menschlich erkenntlich zu machen) von tierischen Lauten unterscheiden können. Bei spontanem Lachen, dessen akustische Struktur der nichtmenschlichen wie der von Primaten ähnelt, konnten sie diese jedoch nicht unterscheiden.

Freund oder Fremder?

Es ist dieser hörbare Unterschied, der in dem Beitrag von Bryant und seiner Kollegen dargelegt wurde. Freunde erzeugen öfter spontanes Gelächter, während Fremde, denen es an einer erprobten emotionalen Verbindung fehlt, öfter willentlich lachen. Die Tatsache, dass wir diese Unterschiede genau wahrnehmen, bedeutet, dass Lachen bis zu einem gewissen Grad ein ehrliches Signal ist. Im nie enden wollenden evolutionären Wettrüsten neigen angepasste Täuschungsstrategien dazu, sich parallel zu Aufdeckungsstrategien von Täuschungen zu bilden. Die akustischen Merkmale aufrichtigen Lachens sind daher wertvolle Hinweise auf die Beziehungen und den Status von Gruppenmitgliedern. Das ist etwas, das das Fällen von Entscheidungen in unserer evolutionären Vergangenheit erleichtert haben könnte. Die Studie fand heraus, dass die Urteilsgenauigkeit im Schnitt nur 11 Prozent höher als die Zufallsrate war. Das könnte zum Teil daran gelegen haben, dass Fremde spontanes Lachen und Freunde willentliches Lachen erzeugt haben. Doch es steht fest, dass die Nachahmung echten emotionalen Lachens ein nützliches Täuschungsinstrument und ein soziales Schmiermittel ist. Man muss nur dem ansteckenden Effekt von eingespielten Lachern bei bestimmten Fernsehserien beiwohnen, um sich dessen bewusst zu werden. In der komplexen Realität moderner menschlicher sozialer Interaktionen ist Lachen oft eine Mischung aus vollmundigen, spontanen und tiefen, aber sanften und künstlichen Lachern, die die Grenzen noch mehr verwischen lassen. Unabhängig davon ist das Ziel dennoch dasselbe. Und höchstwahrscheinlich werden wir jemanden, mit dem wir gelegentliche Lacher teilen, einfach besser leiden können. John Cleese sagte einst: „Lachen verbindet die Leute. Es ist fast unmöglich, Distanz oder ein Gefühl sozialer Hierarchien aufrechtzuerhalten, wenn Sie vor Lachen aufheulen.“ Er scheint den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben – auch wenn es vorgetäuscht ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Summer Laughter“ by BMiz (CC BY-SA 2.0)


The Conversation

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Whatsapp zu, Affe tot. (Naja, fast)

Smartphones (adapted) (Image by Esther Vargas [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Der bekannte Whatsapp-Affe wird sich wie eine Epidemie unter uns und auf unseren Smartphones ausbreiten.

Es gibt zwei Arten von Menschen, die ich überhaupt nicht ausstehen kann. Zum einen sind es die, die übermäßig viele Emojis beim Chatten einsetzen. Das nervt!  Zum anderen gibt es ja auch eine Spezies, die gänzlich ohne Emojis und Emoticons auskommt. Das sind meistens die Leute, die das ganze “Instant-Messenger-ersetzen-unsere-Face-to-Face-Kommunikation”-Prinzip nicht verstanden haben.

Aber lassen wir das. Mir geht es heute um Emojis. Genauer gesagt, um diese drei Affen.

Emoji 300x490   Emoji2 300x490

Anscheinend findet die auf einmal jeder oberaffengeil. Und ich frage mich, wieso. Dislike, Leute, dislike! Was treibt euch nur dazu, massig und völlig kontextfern Symbole aus einer buddhistischen Lehre in eurer täglichen Kommunikation zu verwenden?

Es nervt. Das kindliche Design dieser Dinger macht mich aggressiv. Diese Affenköpfe ziehen jeden Satz ins Lächerliche. Ja, wirklich. Unerträglich.

Ich frage mich, wie kommt man auf sowas? Kommt sowas bei raus, wenn die Whatsapp-Facebook-was-auch-immer-Kreativleute zusammen sitzen?

  • “Ey, ihr Affen, jetzt mal Brainstorming!”
  • “Super Idee, Chef!”

Wie der grinsende Kackhaufen entstanden ist, kann man sich ja denken. Oder auch nicht.

Ich befürchte, die Affen werden sich ausbreiten. Wie eine Epidemie. Heute noch in Whatsapp, morgen schon auf deinem T-Shirt!

Ein Blick in die Google-Vorschläge bestätigt meine leisen Vorahnungen:

Google 300x490

Leute, ich glaube, es gibt kein Entkommen. Wie damals mit den Hipsterdreiecken, ihr erinnert euch? Die waren auch alle so schön deep, aber gleichzeitig noch flach genug, dass man auch hardcore bekifft noch den Sinn versteht. Ergo, kommt an. Genau sowas steht uns nochmal bevor. Die Erinnerung ist zumindest bei mir noch frisch genug, dass ich mit Grauen in unsere, sich immer mehr digitalisierende Zukunft blicke. Bald sind sie überall.

Höchste Zeit also, sich zu wehren. Nachdem ich mit meiner “Ich-ignoriere-die-Dinger-einfach”-Masche nicht weitergekommen bin, habe ich kurzzeitig überlegt, meine Affen-Emojis verwendenen Kontakte eiskalt zu blockieren, aber diesen Gedanken schnell wieder verworfen. Vielleicht erfindet ja mal ein schlauer Informatiker eine App, die die Affen aufgrund ihrer Algorithmen erkennt und ausblendet. Das wäre mal richtig nice!

Bis dahin lasst uns das Ganze einfach mal mit Humor nehmen. Denkt mal ganz einfach. Da schickt dir jemand einen Affen und was machst du? … Du gibst ihm eine Banane.

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Image (adapted) “Smartphones” by Esther Vargas (CC BY-SA 2.0)


 

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5 Lesetipps für den 15. Dezember

In unseren Lesetipps geht es um Uber, das Urheberrecht beim Selfie eines Affen, Google Loon, Videos auf YouTube und Facebook, sowie Nachtzüge. Ergänzungen erwünscht.

  • UBER The Washington Post: Uber pressures regulators by mobilizing riders and hiring vast lobbying network: Rosalind S. Helderman hat für die Washington Post einen wirklich lesenswerten Artikel über das Lobbing von Uber geschrieben, der ohne Bashing auskommt und sich auf die journalistische Darstellung der Strategie konzentriert. Uber steht in der Debatte oft für Disruption (des Taxi-Gewerbes), selten für Innovation (im Bereich von Same Day Delivery), aber so gut wie nie für einen Modernisierungsfaktor in der Regulierung, die vor 100 Jahren ebenfalls von Lobbyverbänden geschaffen wurden, die jetzt ihre Monopole und Positionen sich auflösen sehen. Dabei nutzt Uber seine Community und zeigt einen weiteren Machtfaktor auf, denn Gestrige haben meist keine Freunde mit Smartphones.

  • URHEBERRECHT Techdirt: Photographer Threatens Copyright Experts With His Confused Understanding Of Copyright: Am Samstag bekam ich eine Ausgabe von iRights‘ netzpolitischen Jahresrückblick „Das Netz 2014/2015„, in der mich das berühmte Affen-Selfie wieder anschaute. Der Besitzer der Kamera, mit der sich der Affe selber fotografierte, David Slater, beanspruchte das Urheberrecht auf das Foto. Dies führte zwar leider nicht zu einer Diskussion über die sich auflösenden Grenzen zwischen Mensch und Affe, aber über das Urheberrecht. Slater kämpft weiterhin dafür, dass das Bild ihm zugesprochen wird und bekam nun von Sherwin Siy eine alles zusammenfassende Antwort, die Mike Masnick auf Techdirt.com veröffentlicht und kommentiert hat.

  • GOOGLE CNET: Google, France space agency partner up on Project Loon: Eines der interessantesten (und wohl auch sympathischstes) Google-Projekte kommt nach Europa. Die französische Raumfahrtagentur CNES kooperiert mit Google bei Project Loon, den Internet anbietenden Ballons. Google profitiert hierbei von den Erfahrungen der Agentur mit der Ballonfahrt, während Frankreich durch die Ballons sein Internetangebot verbessern könnte. Schon jetzt haben die Ballons mehr als 3 Millionen Kilometer geschafft, dem nächst werden wohl ein paar im französischen Himmel dazu kommen.

  • VIDEO Broadmark: Sind Facebook- und YouTubeaufrufe eine Währung?: In seiner Kolumne auf Broadmark.de zeigt Julian Banse einen interessanten Unterschied zwischen den in Konkurrenz zueinander stehenden Videos von YouTube und Facebook. Beide Plattformen lösen differenzierte Sehgewohnheiten aus, denn Facebook-Nutzer gucken vor allem kürzere Videos, wogegen YouTube-Nutzer längere Videos (zwischen fünf und sieben Minuten) schauen, in denen auch Werbung vor und im Video möglich ist. Facebooks Reichweite scheint größer zu sein, YouTube punktet noch mit dem besseren Umfeld für Werbung.

  • NACHTREISEZUGVERKEHR Skift: End of Berlin-Paris Sleeper Train Signals Last Call for Europe’s Night Trains: „Ich dachte, ich hätte WLAN, aber es war okay.“ Mit dieser Einschätzung eines mexikanischen Reisenden endet die letzte Fahrt des Nachtzugs zwischen Berlin und Paris. Und sie offenbart das Problem: die Nachtzüge sind alles andere als modern und deshalb auch nicht sehr beliebt. Doch anstatt zu modernisieren, stellt die Deutsche Bahn die Verbindung jetzt ein, dazu werden weitere Strecken nach Kopenhagen, Amsterdam, Prag und Basel gestrichen. Doch Nachtzüge wären wirtschaftlich sinnvoll und klimapolitisch nachhaltig, wie eine Studie der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen herausfand. Und sie würden auch wieder angenommen werden, wenn sie den Ansprüchen der heutigen Zeit (Strom, WLAN, Rauchverbot) genügen würden.

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