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Mit Adobe Acrobat DC PDF-Dateien jetzt auch auf dem Tablet editieren

Adobe Acrobat DC Tablet PDF editieren

PDF-Dateien sind das Rückgrat für den Austausch von Dokumenten und Adobe Acrobat das Standard-Programm dafür. Und zwar nicht nur am Laptop und Schreibtisch-Rechner, sondern immer öfter auch unterwegs an Smartphone und Tablet. Aus diesem Grund hat Adobe sein Abo-Paket Adobe Acrobat DC stark überarbeitet und um wichtige Funktionen für mobiles Arbeiten im Team ergänzt. Dazu zählen mobiles Einfügen von Text und Fotos am Tablet, was bisher nur am Desktop ging. Außerdem können Anwender den Versand und Verbleib von Projektdateien leichter nachvollziehen und für eine Freigabe unterschreiben lassen.

Dokumente leichter unterwegs bearbeiten

Dokumente werden zwar häufig als PDF verschickt, damit sie sich gerade nicht nachträglich verändern lassen. Aber manchmal möchte man als Autor oder Projektbeteiligter selbst doch noch etwas einfügen. In der Desktop-Variante von Adobe Acrobat DC ist das schon immer möglich gewesen. In der mobilen Version für iOS und Android hingegen ließen sich PDF-Dateien bisher nur mit Anmerkungen versehen. Ab sofort können Anwender jedoch die Text- und Bildelemente eines PDFs auch bearbeiten, zumindest auf einem Tablet. Einen Satz zu ergänzen oder ein Foto auszutauschen, geht dadurch auch unterwegs deutlich leichter und schneller als das Ursprungsdokument anzufassen.

Außerdem lassen Formulare sich in Acrobat Reader mit der Unterstützung von Adobes KI-Verfahren namens Adobe Sensei leichter ausfüllen. Sensei erkennt Formularfelder und unterbreitet Text- und Zeichenvorschläge, sodass Anwender die Dokumente schneller mit Inhalt befüllen und unterschreiben können.

Wer die Scannen-Funktion in der mobilen Acrobat-App aktiviert, wird seit längerem automatisch zur eigenständigen Anwendung Adobe Scan weitergeleitet, um ein Dokument zu digitalisieren und in der Document Cloud von Adobe zu speichern. Nun ist Adobe Scan auch in der Lage, Visitenkarten als solche zu erkennen und in digitale Kontaktdaten zu verwandeln. Dabei können Visitenkarten neben Deutsch auch in Englisch, Italienisch, Französisch und Spanisch vorliegen. Auch dabei kommt Adobe Sensei zum Einsatz und soll dank maschinellem Lernen Daten präzise und möglichst fehlerfrei konvertieren.

Bessere Übersicht und Zusammenarbeit: Projektdateien leichter ändern und freigeben lassen

Wer Textbeiträge, Angebote oder Präsentationen gemeinsam mit anderen erstellt und auf Feedback angewiesen ist, kann sich diesen Vorgang künftig mit einem Überprüfungsdienst erleichtern. PDFs können aus Acrobat heraus an beliebig viele Personen per Link versandt und mit Erinnerungen und Fristen versehen werden. Änderungen und der aktuelle Status werden zentral erfasst. Das soll überflüssige Feedbackschleifen vermeiden und E-Mail-Postfächer entschlacken.

Für das rechtsgültige Unterschreiben von Freigaben und Dokumenten kommt Adobe Sign zum Einsatz. Diese Signatur-Dienst war bislang ein separates Paket und nur über eine Browsermaske am Desktop zugänglich. Nun ist es direkt in Adobe Acrobat integriert und ersetzt das bisherige Werkzeug „Zum Unterschreiben senden“.

Startansicht Adobe Acrobat DC
Die neu gestaltete Startansicht soll sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone und Tablet für eine bessere Übersicht bei PDF-Projekten sorgen. Image by Adobe

Zu einem besseren Überblick bei Dokumentenprojekten soll außerdem eine neu gestaltete Startansicht von Acrobat DC und Acrobat Reader beitragen. Sie dient als Zentrum für den Dateizugriff sowie alle anfallenden und erledigten Aufgaben. Das betrifft sowohl Dateien, die Anwender zur Überprüfung oder Unterschrift versandt als auch zu diesem Zweck erhalten haben. Anstehende Aufgaben zeigt die Startansicht in Form von To-Do-Karten an. Ferner unterbreitet die Startansicht in der Liste zuletzt geöffneter Dateien Vorschläge für Werkzeuge und Dienste, die beim Erledigen von Aufgaben hilfreich sein könnten.

Update für Adobe Acrobat DC ab sofort verfügbar

Wer die neuen Funktionen nutzen möchte, kann das Update ab sofort an Desktop- und Mobilgeräten einspielen. Neukunden erhalten beim Download vom Start weg die aktuelle Version. Der Einsatz der Bearbeitungs-, Überprüfungs- und Freigabefunktionen setzt ein kostenpflichtiges Abo für die Document Cloud ab 16 Euro monatlich oder für die Creative Cloud ab 60 Euro im Monat voraus. PDFs zu lesen und mit Hinweisen zu versehen, bleibt mit dem Acrobat Reader weiterhin kostenlos.

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„Einfach mal Mensch sein“: Julian A. Kramer von Adobe über Kundenorientierung im Digital Marketing

Julian A. Kramer im Interview zum Thema Kundenorientierung

Was soll man wie und wann ins Web oder in die App packen, damit der Nutzer klickt, liest, guckt, teilt oder gar kauft? In Zeiten, in denen keine Güter, Dienste oder Infos im engeren Sinn knapp sind, gewinnt das „Erlebnis“ an Bedeutung. Doch vielen Marken gelingt es noch nicht, im Digitalzeitalter ihren Kunden ein unwiderstehliches Markenerlebnis zu bieten. Meist liegt es daran, dass hinter den Kulissen Kreative, BWLer und die IT nicht an einem Strang ziehen, weiß Julian A. Kramer. Als neuer „Chief Experience Ambassador“ bei Adobe vermittelt er Unternehmen, wie ihr Knoten im „Digital Marketing“ platzen kann, wenn sich alle Abteilungen endlich mal zusammenraufen. Kundenorientierung ist das Schlüsselwort.

Julian A. Kramer, warum tun sich manche Firmen mit Digital Marketing leicht und andere so schwer?

Wirklich leicht fällt es ja keinem. Für „klassische Unternehmen“, also die, deren Geschäftsmodell nicht von Anfang an digital war, dürfte es beruhigend sein, dass alle erst Schritt für Schritt herausfinden, was im Bereich Digital Marketing geht. Manche sind schon ziemlich weit, aber Fragen und Hürden sind immer gleich. Wie gehen wir mit der Digitalisierung um? Was bringt uns eigentlich Kanal XY? Wie kriegen wir es hin, dass sich unsere Agenturen besser miteinander absprechen? Meist liegt es aber daran, dass die einzelnen Abteilungen innerhalb der eigenen Firma nicht an einem Strang ziehen. Auch die Welten von Kreation und Media scheinen häufig entkoppelt.

Wo ist das Problem? Denken Marketer nicht kreativ genug oder Kreative nicht datengetrieben bzw. performancebasiert genug?

Das ist gar nicht der Punkt. Man kann den meisten Kreativen ein Verständnis für wirtschaftliche Notwendigkeiten vermitteln und die meisten Marketingverantwortlichen sind im Anspruch auch kreativ, sonst wären sie ja im Controlling oder der Logistik gelandet. Es geht nicht um die Optimierung der ein oder anderen Funktionsabteilung. Das Silo-Denken ist das Problem. Viele reden einfach nicht miteinander und lassen zudem oft die IT außen vor – und dabei kommt dann nach allen Grabenkämpfen zu guter Letzt die Empathie für den Kunden als gemeinsamer Nenner verloren.

Du brauchst am Ende des Tages Leute, die Empathie haben und verstehen, wie man Erlebnisse kreiert. Dazu muss jeder verstehen, welchen Beitrag er dazu leistet. Ich möchte eine Analogie zum Filmset ziehen: Dort gibt es viele begnadete Spezialisten und manchmal auch Diven. Aber in der Regel wissen alle, wo sie verantwortlich sind, Mehrwert liefern und wann es sich zu arrangieren gilt. Denn ein guter Film ist niemals eine One-Man-Show. Und das gilt auch für das Markenerlebnis von Produkten und Dienstleistungen. Dort gibt es ebenfalls viele Spezialisten mit unterschiedlichen Interessen. Aber am Schluss geht es darum, ein gemeinsames Erlebnis zu liefern.

Kreation, Marketing und IT müssten sich also einfach mal offen an einen Tisch setzen? Warum tun sie das nicht?

Das ist in der Regel eine Leadership-Frage. Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung müssten dafür Hoheitsgebiete neu gezogen werden, also Teams zusammengebracht werden, die vorher nie wirklich miteinander geredet haben. Weil niemand von allein seine Privilegien aufgibt, muss das die Führung von oben vorantreiben. Entscheidend ist auch die Art der Incentivierung. Nur in zig Meetings mehr Zusammenarbeit zu proklamieren, verpufft. Stattdessen führen Unternehmen idealerweise alle Silos zusammen und schaffen eine zentrale Technologie-Plattform, sodass alle eine gemeinsame Basis haben. In der Zeit von Big Data und Customer Centricity hilft es keinem, wenn die linke Hand nicht weiß, was die Rechte tut – dabei hilft eine gemeinsame Infrastruktur. Getreu dem Motto „Culture Follows Structure“.  Nur wenn die Nebenschauplätze mit ihren strukturellen Reibungsverlusten beseitigt sind, kann die Kundenorientierung im Vordergrund stehen. Und genau dieser unbedingte Fokus auf das Kundenerlebnis ist das A und O im Digital Marketing.

Was zeichnet eigentlich Kundenorientierung im Digital Marketing aus?

Was am Ende beim Kunden als Eindruck ankommt, ist zwar immer subjektiv, aber es gibt ein paar Prinzipien, wie Unternehmen die Kundenorientierung forcieren können. Das wichtigste Prinzip ist „Context Awareness“. Damit meine ich eine mehrwertstiftende Personalisierung. Das heißt nicht, dass ich den Kunden detailliert kennen muss, sondern, dass das Erlebnis für mich als Endkunden in genau diesem Moment eine Bedeutung hat. Im Marketing spricht man gerne von „right person, right time, right message“. Dazu müssen Anbieter einfach mal aufhören zu senden und stattdessen Mensch sein und sich in den Kunden reinversetzen, verstehen wo er sich in seinem Entscheidungsprozess und Kommunikationsbedürfnis befindet und wie ich ihn da am besten abhole.

„Speed at Scale“ ist ein weiteres Prinzip. Damit ist ein Organisationsproblem gemeint. Wenn Unternehmen verschiedene Zielgruppen bedienen möchten, müssen sie in Millisekunden handlungsfähig sein. Der Kunde ist jetzt auf der Webseite und will eine Antwort oder eine Lösung. Dafür brauchen Firmen eine agile technische Infrastruktur, die eine Personalisierung im großen Stil automatisiert ermöglicht.

Das Prinzip der Integration dreht sich um das Zusammenführen von Informationssilos. Diesen Aspekt habe ich schon angerissen. Es ist kontraproduktiv, wenn jede Funktionsabteilung eine geschlossene Kommunikation betreibt und einen abgegrenzten Datenpool verwaltet. Nur wenn alle Puzzleteile auf einer technologischen Plattform gebündelt sind, und alle wissen, wie ihre jeweiligen KPIs auf ein Gesamtziel einzahlen, können alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

„Focused Innovation“ ist schließlich das letzte Prinzip. Nicht jeder Anbieter braucht eine App oder ein Augmented-Reality-Feature, um Kunden ein besseres Erlebnis zu bieten. Manchmal ist es zielführender, hinter den Kulissen die Lieferkette umzubauen, um innovativ zu sein. Es geht um den Kundenmehrwert der Maßnahmen, nicht um Symbolpolitik und kurzfristige technologische Strohfeuer. Und natürlich müssen Optionen kontinuierlich geprüft werden. Nur, weil vor fünf Jahren die App nicht gut ankam, heißt das nicht, dass sie heute immer noch nutzlos wäre.

Klingt einleuchtend. Warum handeln Chefs nicht einfach danach?

Viele Entscheider spüren natürlich den Anpassungsdruck und wollen etwas ändern. Das Problem dabei: Zwar haben viele C-Level-Manager einen Instinkt dafür, dass was passieren muss. Aber es fehlt ihnen an der Zeit, das Hamsterrad anzuhalten und Dinge wirklich anders zu machen – oder Prozesse wenigstens schrittweise umzustellen. Von spielerischem Experimentieren mal ganz zu schweigen.

Häufig haben die Entscheider all diese Themen schon gehört, im Kampagnen-Alltag wird dann aber wieder agiert wie im Marketing der 1960er Jahre. Wenn die Inbox geflutet wird und die nächste Kampagne raus muss, dann wird Innovation entweder auf Workshop-Events vertagt, wo wir dann drei Tage alle agil sind, oder es werden zwei Leute auf Marsmission geschickt, die dort das Innovations-Wasser suchen sollen. Die kommen dann mit ihrem Bericht zurück und das war’s.

Meinen Job als Chief Experience Ambassador bei Adobe sehe ich darin, den Leuten bei der Interpretation zu helfen und zumindest ein „Warum“ und klare Handlungsempfehlungen auf dem Weg zu einer stärkeren Kundenorientierung zu liefern. Es kommt ja immer wieder was Neues. Dann muss man das offen angehen und interpretieren.

Als neuer Chief Experience Ambassador von Adobe nehmen Sie eine Art Evangelisten-Rolle wahr. Wie wollen Sie einen langjährigen Marketer davon überzeugen, dass Sie der passende Ratgeber sind und nicht nur Marketing-Software wie den Adobe Experience Manager promoten?

Ich will gar nicht über Tech-Features von Adobe-Software reden, sondern darüber, wie es für die Kundenorientierung überhaupt sinnvoll ist, in Marketing und Kreation datengetrieben zu arbeiten. Adobe ist ein agnostischer Technologie-Lieferant, dessen Lösungen quer durch alle Firmenbereiche eingesetzt werden. Es spricht überhaupt nichts dagegen, auch andere Tools zu verwenden. Für viele Tools stehen APIs und Integrationsmöglichkeiten zur Verfügung, sodass sich beispielsweise Adobes Künstliche Intelligenz Sensei trotzdem einbinden lässt. Die richtige Implementierung in die Firmenprozesse ist der Knackpunkt. Ich versuche in meiner Funktion, sowohl Betriebswirtschaftler als auch Kreativer zu sein. Meine Mission ist es, mit Storytelling die Brücken in den Unternehmen zu bauen, die das Umdenken und Handeln anregen.

Was hat Storytelling damit zu tun? Machen Sie Ihre Gesprächspartner zu Protagonisten einer Heldengeschichte?

Storytelling ist ein Instrument, um mit Empathie einen Erkenntnisgewinn zu vermitteln. Dabei muss es sich nicht um eine klassische Heldengeschichte handeln. Ich freue mich natürlich über jeden Kunden, der in seinem Unternehmen heldenhaft einen Drachen erlegt hat und erzähle gerne von ihrer Reise, aber da kommen wir wieder zur Empathie. Welche Erzählform ich wähle, kommt auf den Empfänger an. Selbst ein Tweet mit 140 Zeichen kann Großes bewegen.

Gehen auch 280 Zeichen?

Nein, ich bleibe da lieber oldschool. Ich versuche es zumindest. Change Resistance und so…

Julian A. Kramer, danke für das Gespräch.

Kundenorientierung Adobe Interview
Julian A. Kramer von Adobe im Interview mit Netzpiloten-Redakteur Berti Kolbow-Lehradt. Image by Florian Beck

Über Julian A. Kramer, Chief Experience Ambassador, Adobe Central Europe

Als Chief Experience Ambassador nimmt Julian A. Kramer seit Oktober 2017 eine Art Evangelisten-Rolle bei Software-Hersteller Adobe ein. Wie Unternehmen im Digitalzeitalter durch datengetriebenes Marketing ihre Kundenorientierung forcieren und Kunden mit Erlebnissen an sich binden, ist seine Botschaft. Als MBA-Absolvent sowie durch seine Erfahrung als Regisseur und Hochschuldozent für Kreativtechniken kann er Quartalsberichte ebenso gut interpretieren wie packende Geschichten erzählen. Mit diesem Fähigkeitsmix hat Julian A. Kramer vor seinem Wechsel zu Adobe in der hauseigenen Kreativberatung THE ZOO von Google in der DACH-Region Kunden beraten. Außerdem hat er das Customer-Centric Marketing Executive Education Programme in der EMEA-Region verantwortet. Dabei gab er Top-Managern großer Werbekunden Know-how und Denkanregungen für ihren Weg durch die Digitale Transformation an die Hand.

Dieses Interview entstand in Zusammenarbeit mit Adobe.


Images by Florian Beck


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So geht’s: Smartphone-Fotos als Stock-Bilder verkaufen

Apple (adapted) (image by Stokpic [CC0] via pexels)

Jeder fotografiert heute ständig – und das Smartphone liefert oft Bildqualität, die bei gut ausgeleuchteten Motiven häufig selbst teureren Profi-Kameras das Wasser reichen kann. Warum eigentlich nicht das Hobby zum Nebenerwerb machen und Stock-Bilder an Agenturen verkaufen? Wer ein paar Tipps beherzigt, kann sich etwas dazuverdienen oder das Hobby mit etwas Glück gar zum Beruf machen.

Warum das Geschäft boomt

Dank Internet und Social Media ist in den letzten Jahren der Bedarf an Inhalten explodiert. Facebook-Seiten, Instagram-Feeds, YouTube-Kanäle plus Websites, Präsentationen, Smartphone-Apps und Drucksachen wollen nicht nur mit Texten, sondern auch guten Bildern gefüttert werden. Meistens ist bei den Produzenten das Budget für Bildmaterial nicht allzu groß, aber der Zeitdruck umso höher. Daher greifen viele von ihnen oft zum Bildmaterial von der Stange anstatt die Fotos zum Beispiel mit einem gebuchten Fotografen oder während einer Reise an verschiedene Orte in Eigenregie zu produzieren. Stock-Medien nennen sich die auf Vorrat produzierten Bilder.

Bildanbieter im Netz versorgen heute Millionen von Content-Produzenten mit Bildmaterial. Der Kauf ist so einfach wie Online-Shopping. Zudem ist die Verwendung der Bildlizenzen nicht nur bezahlbar, sondern vor allem rechtlich geklärt. So läuft der Anbieter nicht Gefahr, wegen unerlaubter Nutzung eines irgendwo gefundenen Bilds verklagt zu werden.

Damit Leser nicht zu häufig die gleichen Stock-Bilder zu Gesicht bekommen, ist die Nachfrage der Bilddatenbanken nach kontinuierlich frischem Nachschub groß. Deshalb versuchen sich Immer mehr Stock-Portale mit der wachsenden Zahl an Smartphone-Fotografen neue Lieferantenquellen zu erschließen. Mit etwas Geschick kannst du davon profitieren.

Jeder Smartphone-Nutzer kann Stock-Bilder verkaufen

Eigentlich kann jeder, der selbst und einigermaßen gut fotografiert, auf diesem sehr aktiven Markt mitmischen und selbst Stock-Anbieter werden. Nicht nur das iPhone 7 Plus mit seiner Dual-Kamera und der Raw-Funktionalität, sondern auch viele aktuelle Android-Smartphones bieten eine ausgezeichnete Bildqualität.

Die Bildagenturen stellen dabei die Plattform, auf die das Bildmaterial hochgeladen werden kann. In diesem Zuge kümmern sie sich um den Vertrieb und die Zahlungsabwicklung. Der Urheber wird dann beim Verkauf mit einer Umsatzbeteiligung entlohnt. Was die Portale für sich einbehalten, variiert stark. Etwa der Anbieter Fotolia bezahlt seinen Content-Lieferanten eine Kommission von 63 Prozent des Verkaufspreises. EyeEm nennt eine Umsatzbeteiligung von 50 Prozent.

Der Verkauf von Stock-Bilder kann von ein paar Groschen extra im Monat sich schnell auch zu einem eigenen Geschäft entwickeln. Als Teil ihres Selbstmarketings präsentieren die Anbieter jede Menge Erfolgsgeschichten. So hat es beispielsweise Arne Trautmann, ein ehemaliger Anwalt für Medienrecht, geschafft, unter dem Pseudonym Kzenon mit über einer halben Million verkaufter Lizenzen einer der Top-Verkäufer beim Bilderdienst Adobe Stock zu werden (mehr dazu in einem Youtube-Video).

 

Natürlich wird nicht jeder, der in das Geschäft für Stock-Bilder einsteigt, diesen Erfolg wiederholen können. Der Stock-Markt lebt von Massengeschäft. Viele Fotografen haben einfach nicht die Ressourcen, regelmäßig eine große Zahl an neuen Medien hochzuladen. Und weil der Erlös aus jedem einzelnen eingestellten Foto oder Video relativ gering ist und sich nur in der Summe läppert, kommen viele Anbieter nicht über eine gewisse Schwelle hinaus. Doch es kann klappen.

Stock-Bilder vor dem Verkauf checken

Wichtigster und erster Schritt für den erfolgreichen Verkauf sind natürlich gute Bilder – auch wenn das banal klingt. Die Aufnahmen müssen qualitativ gut, also zum Beispiel in hoher Auflösung, Schärfe und guter Beleuchtung vorliegen. Fotos und Videos mit typischen Fehlern wie etwa verzerrten Proportionen fallen bei der Freigabe durch. Ebenfalls wichtig sind rechtliche Fragen: Bist du der Urheber des Bilds? Sind Logos von Herstellern, urheberrechtlich geschützte Gebäude oder andere Personen im Bild? Bei erkennbaren Personen gilt es, sich ein „Model Release“, also eine schriftliche Freigabe einzuholen und diese mit einzureichen. Anbieter geben zu den Vorrausetzungen viele Infos wie hier bei Fotolia oder iStockphoto.

Beim Verkauf kommt es auch darauf an, die Qualitätsprüfer und später die Kunden zu überzeugen. Wer den hundertsten Sonnenuntergang einreicht, wird kaum in der Masse auffallen. Besser ist es eine Nische zu finden und diese zu besetzen. Außerdem ist es clever, sich nach Trends umzusehen. Es gibt zum Beispiel Bildmotive, die saisonal gefragt oder gerade einfach „hip“ sind.

Eigenen Stil mittels Bildbearbeitung kreieren

Die Bilder von den erfolgreichsten Anbietern sind auch nicht unbedingt gleich interessant. Viele helfen völlig legitim mit Bildbearbeitung nach und erzeugen so ihren eigenen Stil. Fürs Smartphone oder Tablet gibt es inzwischen leistungsstarke Foto-Editoren wie etwa Lightroom, Snapseed, Afterlight oder Enlight. Daher musst du die Bilder nicht zwingend am Desktop-Computer gestalten und kannst sie direkt vom mobilen Gerät aus hochladen.

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Shutterstock und viele andere Anbieter habe eigene Seiten, wo du deine Bilder direkt hochladen kannst. Screenshot by Stefan von Gagern

Den passenden Anbieter für sich auswählen

Dann gilt es noch den oder die besten Marktplätze für den Verkauf der eigenen Bilder zu finden. Hier gibt es mehrere Kriterien. Die Portale unterscheiden sich neben der Höhe der Umsatzbeteiligung auch durch die Zugangshürden. Immer mehr Anbieter wie Shutterstock, Adobe Stock und EyeEm haben eigene Webseiten für Foto-Verkäufer und erleichtern durch diese Automatisierung die Anlieferung der Bilder.

In seltenen Fällen müssen sich Bild-Produzenten zuvor erst einmal mit den besten Bildern bewerben, um in den Kreis der Verkäufer aufgenommen zu werden. Bei iStockphoto.com ist das zum Beispiel der Fall. Meistens können sich Nutzer jedoch einfach anmelden und sofort Dateien hochladen.

In der jüngeren Vergangenheit haben eine Reihe von Start-ups versucht, sich als spezialisierte Plattformen für den Verkauf von Smartphone-Fotos zu etablieren. Viele der Wettbewerber sind schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die bisher bekannteste aktive Plattform ist Foap.

Inzwischen mischen auch praktisch alle großen Bildagenturen mit, obgleich das nicht immer direkt ersichtlich ist. So ist etwa EyeEm mit dem Branchen-Schwergewicht Getty eine Kooperation eingegangen. Die Chance, dass die Bildkataloge der großen Adressen auf lange Sicht am Markt bleiben, ist natürlich ungleich größer als die im Fall von Start-ups. Zudem finden Foto-Produzenten bei den Platzhirschen vom Start weg eine viele größere Zahl potenzieller Kunden. Natürlich müssen sie sich dabei auch einem deutlich größeren Wettbewerb mit anderen Foto-Produzenten stellen.

Künstliche Intelligenz hilft beim Verkaufen

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Auf der Contributor-Webseite von Adobe Stock werden Stock-Bilder automatisch verschlagwortet. Screenshot by Stefan von Gagern

Praktisch ist es, wenn die Portale einem die zeitraubende Verschlagwortung der Bilder abnehmen. Auf diese Weise lassen sich Bilder viel schneller beim Anbieter zur Überprüfung einreichen.

So nutzen Adobe Stock und EyeEm Verfahren des maschinellen Lernens, um die Bilder automatisch mit passenden Suchbegriffen zu versehen. Spezielle Algorithmen erkennen dabei Muster in Bildern. Tauchen Menschen, Häuser, Bäume oder bestimmte Gegenstände auf, werden den Aufnahmen entsprechende Schlagworte zugeordnet.

Laut Adobe wählt die im eigenen Haus entwickelte künstliche Intelligenz „Sensei“ nicht nur inhaltlich passende Begriffe, sondern gleichzeitig auch solche, die zuletzt häufig gesucht wurden und daher eine bessere Verkaufschance ermöglichen.

Wer bei Adobe Stock Bilder verkaufen möchte, hat einen weiteren Vorteil. Der Software-Primus hat seine Desktop-Programme Lightroom CC und Bridge CC um Plugins ergänzt, sodass Nutzer ihre Fotos von dort aus direkt bei Adobe Stock einspeisen können, ohne die Contributor-Seite im Web zu besuchen.

Das ist dann praktisch, wenn du deine Smartphone-Bilder am Computer nachbearbeitest und nicht bereits mobil hochlädst.

Fazit

Eigene Smartphone-Bilder bei Portalen für Stock-Bilder anzubieten ist mit Aufwand verbunden und ob es sich lohnt, hängt stark von Einsatz und der Qualität der Bilder ab. Aber warum sollte man es nicht versuchen, wenn man sowieso gutes Bildmaterial in der Sammlung hat? Stock-Anbieter zu werden ist auf jeden Fall ein reizvoller, potenzieller Nebenverdienst für Foto-Begeisterte. Mit speziellen Upload-Portalen und automatischer Verschlagwortung machen die Plattformen das Anbieten von Fotos immer leichter.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten


Teaser Image (adapted) „Apple“ by Ed Gregory / Stokpic.com / Pexels (CC0 Public Domain); Screenshots by Stefan von Gagern


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KI, VR und Internet der Dinge: Adobe zeigt bei den Sneaks die Zutaten für die Zukunft des Marketings

Sneaks_Image by Stefan von Gagern

Auf dem Adobe-Summit in London präsentierten die Entwickler vor wenigen Tagen einige Features aus den Labors. Hierbei sind die sogenannten „Sneaks“ sind ein beliebtes Highlight jeder Adobe-Konferenz. Hier zeigen die Entwickler neue Entwicklungen aus ihren Labors, die es bald ins finale Produkt schaffen könnten. ‚Könnten‘, denn einige davon sind nur Experimente. Doch in der Vergangenheit haben es schon einige der Technik-Demos ins finale Produkt geschafft. Zum Beispiel ist das inhaltsbasierte Füllen heute ein fester Teil in Photoshop CC. Auf dem Summit in London ging es um aktuelle Zukunfts-Technologie für die Marketing-Produkte – mit spannenden Einblicken. Zum Einsatz kamen die neuen Produkte der Adobe Experience Cloud, über die wir vor kurzem berichteten. Das Publikum konnte per Twitter-Hashtags über die Technik-Demos interaktiv abstimmen.

VR in der Werbung

VR-Brillen sind nicht nur für die Konsumenten ein neues, spannendes Medium, sondern könnten bald auch Träger für Marketing-Botschaften sein. Adobe zeigte beim ersten Demo #MktgVR, wie das aussehen könnte: In der VR-Brille erschien der Londoner Picadilly Circus mit seinen Video-Werbetafeln.

Der Nutzer könnte jetzt virtuelle Werbung auf den Tafeln geliefert bekommen. Dass die realen Videotafeln in der VR-Umgebung dabei mit After Effects und Greenscreen mit eigenen Videos überlagert werden, ist noch gar nicht der Clou. Vielmehr dass passend zu den persönlichen Interessen die künstliche Intelligenz von Adobe Sensei zusammen mit den Analysefunktionen der Experience Cloud die geeigneten Inhalte in die Creative Cloud einspeisen kann. So kann also jeder Nutzer, der virtuell den Times Square oder Picadilly Circus besucht, personalisiert Werbung angezeigt bekommen.

Intelligenter personalisierte Angebote

Jeder kennt das Problem: Man hat gerade etwas gekauft und wird aber die folgenden Tage oder Wochen mit Angeboten zu dem jetzt eigentlich uninteressanten Produkt bombardiert. Hier ist mehr Intelligenz gefragt: Sensei lernte beim Demo #RightOffers, dass ein Kunde ein Angebot wie ein Hotelzimmer gerade gebucht hat. Das System kann die Inhalte sofort verändern und dem Kunden ein relevantes Angebot im Web, wie beispielsweise eine Massage im Wellness-Bereich anbieten, statt noch einmal das Hotelzimmer-Angebot anzuzeigen. Die frühe Version im Demo soll es bald ins Produkt schaffen.

Die nächste Generation der Sprachassistenz

Interaktionen mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa sind derzeit anonym und beschränkt: die Nutzer fragen Dinge wie den Beginn von Filmen oder Playlists ab. Künftig soll es noch einen Schritt weiter gehen: Hotelketten werden ihre Zimmer mit den Assistenten ausrüsten. So zieht das Internet der Dinge direkt ins Hotelzimmer ein. Der Gast fragt dann, zum Beispiel während er seinen Koffer auspackt: „Alexa, frage bitte an der Rezeption nach, wie mein Punktestatus ist.“

So können Kunden Alexa etwa zu ihren Treuepunkten bei Hotels oder Fluggesellschaften befragen. Alexa kann dann anhand der Daten aus den jeweiligen Nutzerprofilen sowie den individuellen Vorlieben des Nutzers gezielte Werbemaßnahmen oder sonstige Aktionen mit einem direkten Mehrwert vorschlagen. So könnte der Gast einen Gutschein für einen Drink an der Bar direkt aufs Smartphone geschickt bekommen. Treuepunkte können so einfacher und direkt nutzbar gemacht werden.

Websites (Image by Stefan von Gagern)
Websites (Image by Stefan von Gagern)

Webseiten mit einem Klick für Zielgruppen gestalten

Was die künstliche Intelligenz von Adobe Sensei leisten kann, zeigte das Demo #AIExperience. Sensei kann Inhalte analysieren und daraus eine Erlebnis selbständig erstellen.

Marketer müssen dann nur noch Zielgruppen wie zum Beispiel „Vegetarier“ auswählen und Sensei erstellt komplette, passende Webseiten, die passende Inhalte dafür anbieten. Mit einem Klick ist es so möglich, 100 Zielgruppen auszuwählen und 100 personalisierte Webseiten zu erstellen.

Fazit: Vollmundige Versprechen für große Veränderungen?

Eines muss man ihnen lassen: Adobe denkt mit dem Nutzer mit und versucht, die User Exprience möglichst angenehm zu gestalten. Die Versprechen, die mit einer werblich angepassten Virtual Reality und eine mobile Künstliche Intelligenz klingen vollmundig und noch etwas nach Zukunftsmusik. Viele Prototypen mit guten Ideen schaffen es letztlich oft nicht in fertige Produkte. Falls dem hier doch der Fall sein sollte, könnte sich das Marketing, wie wir es kennen, grundlegend verändern.

Was meint ihr? Welcher Trend wird sich durchsetzen, welche Entwicklung eher versanden? Inwiefern wird sich der Werbemarkt ändern müssen? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren.


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Digitalisierung: Kundenerlebnisse entscheiden über den Erfolg

adobe_experience_cloud (adapted) Image by Stefan von Gagern

Die Digitalisierung bringt derzeit alle Branchen in Aufruhr. Der Trend ist das Thema für den Adobe Summit in London, zu dem Anfang Mai über 5.000 Marketing und IT-Experten aus Europa zusammen kamen. „Es ist eine Zeit des Übergangs“, sagte Adobe CEO Shantanu Narayen zur Eröffnung seiner Keynote. „Digitale Technologie verändert unser Leben. Die Unternehmen liefern sich dabei einen Wettlauf, um vorne mit dabei zu sein und um die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen“, so Narayen. Riesige Datenmengen, das Aufkommen verschiedener Endgeräte und gleichzeitig immer höhere Kundenerwartungen zwingen die Unternehmen dazu mehr über den Kunden nachzudenken.

Es gilt heute, überall präsent zu sein, den Kunden persönlich anzusprechen und gleichzeitig einheitlich und mit anspruchsvollem Design zu kommunizieren. Keine leichte Aufgabe, doch laut Adobe lohnt es sich, hier zu investieren. Zum Beispiel können Unternehmen, die in gutes Design investieren, laut einer Studie von Adobe über 200 Prozent mehr Umsatz machen. Design ist gleichzeitig laut Adobe „der Treibstoff für das Kundenerlebnis“ sein. Denn Design kommt überall da zum Einsatz, wo es Berührungspunkte mit dem Kunden gibt – zum Beispiel auf der Website, in einer mobilen App oder einem Display im Showroom beim Autohändler.

Begeisternde Kundenerlebnisse sollen künftig nicht nur wichtig, sondern der Vorsprung gegenüber der Konkurrenz sein und künftig über den Erfolg mehr denn je entscheiden. Langfristig sollen die Erlebnisse die Kundenbeziehung sichern. „Wir von Adobe glauben, dass Kundenerlebnisse das große Unterscheidungsmerkmal sind, das Zünglein an der Waage, um lebenslanges Kundeninteresse und Wachstum zu entfachen“, sagt Brad Rencher, Executive Vice President und General Manager Digital Marketing bei Adobe.

Neue Komplettlösung mit Geheimzutat künstlicher Intelligenz

Um mit den Herausforderungen der Zeit Schritt zu halten geben Unternehmen deshalb Millionen aus, viele investieren aber dabei in alte Technologien die für die neue Welt gar nicht gemacht sind. „Das digitale Business braucht eine neue Plattform, ein zentrales Nervensystem“, so Narayen.

Die Antwort soll die neue Adobe Experience Cloud liefern. In der Plattform stecken gleich drei Cloud-Lösungen, die unter dem neuen Dach zusammengeführt werden: Die Adobe Marketing Cloud, Adobe Advertising Cloud und Adobe Analytics Cloud. Zudem kommen zwei schon bekannte Cloud-Lösungen zum Einsatz: Die Adobe Creative Cloud liefert alles fürs Design, die Document Cloud kümmert sich um den papierlosen Dokumentenaustausch mit PDF.

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Image by Stefan von Gagern

Die wichtige Basis dafür ist die Adobe Cloud Plattform, die gleichzeitig Adobe Sensei im Bereich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz nutzt. Die Adobe Cloud-Plattform ist offen und kann Kundendaten und Content aus einem beliebigen System zentralisieren und standardisieren. Adobe Sensei wurde letzten Herbst schon auf der Adobe MAX vorgestellt. Das Framework bringt übergreifend künstliche Intelligenz in die Plattform. Sensei kann große Datenmengen verarbeiten und verstehen. Zusammen mit Sensei sollen so detallierte Kundenanalysen möglich sein und die Einblicke zum Beispiel in Designentscheidungen übersetzt werden. Die künstliche Intelligenz soll dabei immer nur die Kreativität des Menschen verstärken, aber nie ersetzen.

Zugeschnittene Erlebnisse für verschiedene Kunden

Sensei und die künstliche Intelligenz kommt dann an vielen Stellen zum Einsatz. Die Herausforderung beim Design ist heute das Tempo: Designs müssen in kürzester Zeit entstehen dann an viele Geräte und Plattformen ausgeliefert werden. Oft wirken sich Anpassungen auf hunderte Bildschirmseiten in Apps oder Webseiten aus. Hier kommt Sensei zum Einsatz.

Die künstliche Intelligenz hilft Kreativen dabei in kürzester Zeit zum Beispiel das richtige Bildmaterial für die Zielgruppe zu finden. Ein Beispiel ist die intelligente Bildsuche bei Adobe Stock, die nach einer Vorlage ähnliche Bilder aus der 35 Millionen Bilder umfassenden Datenbank heraussuchen kann. Das ist jedoch nur ein Beispiel. Adobe will künftig immer mehr künstliche Intelligenz und neue Service zu seinen Tools bringen, um beispielsweise Design mit Kundendaten zu verzahnen. So können Webseiten oder E-Mails personalisiert werden und für den Kunden passend ausgeliefert werden.

Digitale Unternehmen verändern sich – von Autohandel bis zum Pizzadienst

Wie das Kundenerlebnis in der Praxis aussehen kann, zeigten einige Kunden, die mit den Lösungen schon arbeiten. Als Beispiel zeigte BMW wie sich der 100 Jahre alte Traditionshersteller angepasst hat. „Früher drehten sich alle Gedanken um das Auto, heute geht es darum was der Kunde braucht“, so Dr. Rainer Feurer von BMW.

Der Autohersteller will im Jahr 2025 nicht nur 100 Millionen Kunden haben, sondern jeden davon kennen. Dafür werden Daten benötigt, mit denen BMW dem Kunden personalisierte Angebote präsentieren will, der sich heute meist sein Auto schon selbst zuhause per Website selbst konfiguriert. Per Web kann er auch noch gleich die Finanzierung erledigen und seinen Gebrauchten in Zahlung geben. Beim Händler geht es dann nur noch um die Probefahrt.

Auch im Online-Handel herrscht ein enormer Konkurrenzdruck. Als Beispiel, wie man sich von der Konkurrenz durch nur ein paar digital umgesetzte Ideen absetzen kann, zeigte Adobe mit dem Fast-Food-Hersteller Domino´s Pizza. Die Marke war schon früher ein Pionier unter den Lieferdiensten und zeigt heute, wie das Kundenerlebnis helfen kann, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Durch die neue App, die auch für die Apple Watch erhältlich ist, und mittels einer neu gestaltete Website kann der Kunde nicht nur seine Pizza online bestellen, sondern auch verfolgen, wann sie im Ofen landet und wie sie knusprig wieder herauskommt. Seit der Einführung dieser kleinen Details in die Online-Apps verkauft das Unternehmen deutlich mehr – und 60 Prozent seiner Bestellungen werden seither mobil getätigt. Adobe hat also auch hier weiterhin die Nase vorn.


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Mehr Software-Intelligenz von Adobe entlastet Kreative

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Auf der hauseigenen Kreativkonferenz Adobe MAX stellt der Softwarehersteller eine Technologie vor, die mit künstlicher Intelligenz Kreativen viel lästige Arbeit abnehmen will. Stefan von Gagern berichtet aus San Diego, was es sonst noch rund um Creative Cloud und mobilen Apps zu sehen gab. Die diesjährige Ausgabe der Adobe MAX ist die bisher größte in der Geschichte der Kreativ-Konferenz: Über 200 Speaker und Sessions warteten auf die 10.000 Teilnehmer aus aller Welt, diesmal zum ersten Mal in San Diego.

Bei den Keynote-Speakern ist Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino dabei. Den Anfang der Keynote bestritt wie gewohnt Adobe CEO Shantanu Narayen, der aktuelle Trends der Kreativbranche präsentierte. Narayen betonte, dass sich die Welt für die Kreativen schneller denn je verändert. Kreative müssten oft neue Disziplinen wie 3D oder VR lernen und gleichzeitig immer mehr Inhalte innerhalb immer kürzeren Deadlines abliefern.

Intelligenz hilft bei lästigen Routineaufgaben

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Adobe will mit seiner Komplettlösung Creative Cloud helfen und den Kreativen entlasten, damit er sich auf die Idee konzentrieren kann. Bei zeitaufwändigen Aufgaben will künftig Adobe Sensei entlasten, indem Routineaufgaben durch Automatisierung komplett wegfallen oder einfacher werden. Sensei besteht aus einer Reihe von Diensten, die zu einem Framework zusammengefasst werden. Sensei kann so an vielen Stellen in Programmen von Creative Cloud genutzt werden und sie intelligenter machen.

Zum Beispiel können Kreative jetzt direkt aus einem Programm nicht nur nach Bildmaterial suchen, sie müssen künftig keine Schlagworte mehr einsetzen. Mit Sensei ist es möglich, nach ähnlichen Bildern zu suchen oder hochgeladene Bilder automatisch verschlagworten zu lassen. So können Bilder nach Segmenten analysiert werden. Später ist es dann einfacher, alle Bilder mit Gebäuden oder Himmel auszuwählen und diese Bereiche im Bild zu verändern. Genauso einfach ist es, Gesichter in Bildern zu finden und deren Ausdruck zu bearbeiten, während der Rest des Bildes gleich bleibt.

In Bildern ist es künftig so auch einfach, Schriftarten zu finden und ähnliche Fonts zu empfehlen – selbst bei handgeschriebenen Schriften. Zum Einsatz kommen dabei Techniken wie maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und „tiefes Lernen“. Adobe Sensei kann im Hintergrund große Mengen von Content, wie Millionen von Dokumenten oder Assets wie hochaufgelöste Bilder auswerten, daraus Daten erzeugen und ihre Bedeutung ableiten. So erhält der Content-Produzent zum Beispiel ein Stimmungsbild und kann Kreativen helfen, weitere Maßnahmen abzuleiten und so Inhalte auf die Zielgruppe abzustimmen.

Mehr VR und 3D für Filmemacher

Bei digitalen Inhalten sind laut Adobe Virtuelle Realität (VR) und 3D voll im Trend – allein in diesem Bereich gibt es auf dem Kreativnetzwerk behance.com – ebenfalls an Creative Cloud angebunden – ganze 29 Prozent mehr Jobangebote als noch vor einem Jahr. Anfang diesen Jahres bekam das Videoschnittprogramm Premiere Pro schon Funktionen für VR spendiert. Jetzt erkennt Premiere automatisch ob es sich um stereoskopische oder monoskopische Medien handelt und passt die Einstellungen an.

Außerdem bringt Adobe einen neuen Cinema 4D Renderer in After Effects heraus, der die Erstellung von 3D-Inhalten schneller und effizienter machen wird. Zusätzlich zeigte Adobe das neue Social-Publishing-Panel. Es spart Zeit bei der Ausgabe von Videos aus Premiere Pro für Social Media. Beim Export lassen sich Schlagworte für YouTube eingeben und schon die Auflösung einstellen – die Feineinstellungen passt Premiere dann automatisch an.

Viel Feinschliff für Photoshop und Co

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Neben den Neuheiten gibt es die Klassiker Photoshop, InDesign und Co in einer neuen Version erkennbar an der Versionsnummer CC 2017. Diesmal war der Fokus bei der neuen Version nicht darauf gelegt, neue Funktionen einzupflegen, sondern es wurde viel Pflege betrieben: Die Programme sollen nach dem Update insgesamt schneller, zuverlässiger und runder laufen. Neue Funktionen gibt es auch, hier lag der Augenmerk darauf, sie an verschiedenen Stellen bedienfreundlicher zu machen.

Photoshop zeigt zum Beispiel nach dem Start Vorlagen für gängige Bildgrößen – etwa für Social Media. Der Kreative kann einfach eine Vorlage anklicken und sich auf seine Idee konzentrieren, statt sich mit Pixeldimensionen aufhalten zu müssen. Wer mit Vorlagen arbeitet, verhindert auch aus Versehen eine bestehende Datei zu überschreiben. Der Kreative soll sich so direkt auf die Idee konzentrieren können und so schneller von der Idee zum Endergebnis kommen.

Pinselspitzen und Android-Versionen für die mobilen Apps

Auch die mobilen Ableger von Photoshop, wie die Bildbearbeitungs-App Photoshop Fix und das Zeichenprogramm Sketch, haben dazugelernt: Beide unterstützen jetzt Pinselspitzen aus Photoshop. Oft wurde in den letzten Jahren nach der Android-Version der Kreativ-Apps von Adobe gefragt. Einige davon gab es schon für beide Mobil-Plattformen. Zur Max gibt es jetzt die Android Ableger vom Zeichenprogramm Sketch, dem Bildbearbeiter Photohop Fix und der Layout und Entwurfs-App Comp CC.

Die restlichen Kreativ-Apps von Adobe gab es zuvor schon für beide Plattformen. Die Adobe Creative Cloud Mobile Apps sollen es auch unterwegs möglich machen, zu gestalten und Ideen umzusetzten. Eine Übersicht dazu findet Ihr hier. Die mobile Apps sind allesamt kostenlos. Zum Benutzen braucht man nur eine kostenlose Adobe-ID. Nur für den Austausch mit dem Desktop wird ein Creative Cloud-Abo benötigt.


Teaser by Adobe

Images by Stefan von Gagern


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