Resident Evil 3 Remake im Test – ein kurzer Trip nach Racoon City

Ein Spiel, in dem ein tödliches Virus sich über ganze Städte ausbreitet, hat wohl nie einen unpassenderen Release-Termin gehabt. Doch als Capcom das Remake zu Resident Evil 3 auf der State of Play im Dezember ankündigte, konnte man mit der aktuellen Situation in keinster Weise rechnen. Jetzt dient es uns als Alternative zum sonst langweiligen Quarantäne-Alltag. Kann das Resident Evil 3 Remake auf dem Erfolg des letztjährigen Resident Evil 2 aufbauen?

Resident Evil 3 spielt wenige Stunden vor den Ereignissen des zweiten Teils. Unser Hauptcharakter ist eine alte Bekannte: Jill Valentine, ihres Zeichens Mitglied des Alpha-Teams des Special Tactics and Rescue Service (S.T.A.R.S) und Zeugin des T-Virus-Ausbruch bei den Ereignissen in der Spencer-Mansion in Resident Evil 1. In den Wochen nach dieser Katastrophe setzte Jill ihre Untersuchung des mysteriösen Pharma-Unternehmens Umbrella fort, nur um schließlich suspendiert zu werden. Nun will sie nur noch weg aus Racoon City. Doch kurz bevor sie aufbricht, bricht erst einmal die Wand ihres Appartements auseinander. Eine riesige Kreatur nimmt sie ins Visier, die kaum hörbar das Wort „Stars” murmelt.

Resident Evil 3 Remake – Nemesis nimmt die Verfolgung auf

Dieses Wesen mit dem Codenamen „Nemesis” wurde von Umbrella ausgesandt, um die letzten Zeugen der Spencer-Villa auszuschalten. Blöd für Jill: sie und ihr wenig kompetenter Kollege Brad Vickers sind die letzten S.T.A.R.S.-Mitglieder in der Stadt. So muss Jill sich durch die immer mehr von Zombies überrannte Stadt schlagen und dabei Nemesis entkommen. Unterstützt wird sie hierbei von Carlos Oliviera, einem Mitglied einer von Umbrella geschickten Söldnertruppe, die angeblich Zivilisten retten soll.

Ähnlich wie in Resident Evil 2 spielen wir auch im Resident Evil 3 Remake zwei Figuren, Jill und Carlos. Hier sind schon arge Unterschiede in Punkto Charakterzeichnung zu erkennen. Soll heißen: Serien-Veteranin Jill ist um einiges spannender, als die Eintagsfliege Carlos. Immerhin wurde sein Design im Vergleich zur alten Version deutlich aufpoliert. Bleiben wir an dieser Stelle gleich einmal bei der Optik. Diese hat sich im Vergleich zu Resident Evil 2 leider eher verschlechtert als verbessert. Die Areale in Racoon City sehen angemessen aus, einige Assets erkennt man auch wieder. Sehr schade ist allerdings die Anpassung des Schadensmodells der Untoten. Dieses war in Resident Evil 2 äußerst detailreich, die Zombies vielen auf schaurig-schöne Weise auseinander. Dies hatte aber auch eine nützliche Gameplay-Komponente, da das Schadensmodell uns Auskunft über die Lebenskraft der Feinde gab. Im neuen Spiel gibt es nur eine Art Windrausch-Effekt, wenn wir einen Infizierten vorübergehend ausschalten.

Image by Capcom via igdb.com
Jill und Carlos versuchen Überlebende aus der Stadt zu retten.

Ein Klassiker im neuen Gewand

Gameplay-technisch bleibt vieles beim Alten. Wir zielen in einer angenehmen Third-Person Over-Shoulder-Kamera, müssen dabei aber geschickt mit unserer spärlichen Munition haushalten. Neu ist aber ein alter Bekannter: das Kampfmesser. Dieses war im vergangenen Ableger noch eine Verteidigungswaffe, die mit der Zeit kaputt ging. Jetzt ist sie wieder eine normale Waffe, mit denen wir am Boden liegende Gegner aufschlitzen können. Um die fehlenden Verteidigungsmöglichkeiten auszugleichen, haben Jill und Carlos nun einen Ausweich-Move. Lösen wir ihn im allerletzten Moment aus, aktiviert sich eine Art Bullet-Time für einen starken Gegenangriff. Dieser ist allerdings nicht zu overpowert, was das gesamte Spiel um einiges kniffliger als den Vorgänger macht.

Im Remake zu Resident Evil 2 bin ich genau ein einziges Mal im ersten Durchlauf gestorben. Im Resident Evil 3 Remake habe ich bereits nach einer halben Stunde ins Gras gebissen. Ohne die Verteidigung durch Messer und Granaten, müssen wir uns wir uns auf ein Quick-Time-Event verlassen, um uns zu befreien. Trotzdem bekommen wir so um einiges mehr Schaden, als im ersten Teil. So sterben wir um einiges schneller und öfter, was ein großes Problem dieses Spiels aber nur teilweise überschattet.

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Nemesis verfolgt Jill und Carlos durch die Straßen der Stadt.

Resident Evil 3 Remake – eine kurze Stadtrunfdfahrt

Auf der kurzen Reise durch Racoon City werden Jill und Carlos von Nemesis verfolgt. Immer wieder taucht diese furchterregende Kreatur auf und sorgt für Angstschweiß auf der Spieler-Stirn. Immer wieder setzt er uns nach, mit Tentakel, Raketen- und Flammenwerfer, und kann nur mit hartem Gerät gestoppt werden. Jill und Carlos können zum Glück auf ein großes Waffenarsenal zurückgreifen. Jill hat einen Granatwerfer und eine Schrotflinte, Carlos kann sich auf sein Sturmgewehr verlassen. Zum Ende des Spiels darf Jill sogar eine riesige Railgun benutzen. Mit diesen Waffen gehen wir dann auf Untoten-Jagd. Neben der normalen Zombie-Schar treffen wir auch noch auf weitere mutierte Wesen. Hier gibt es zum Beispiel die Hunter, die reptilienartigen Kreaturen, die besonders schnell sind. Und die Gamma-Hunters, eine Art riesiges Maul auf Beinen, die uns mit einem Haps verschlingen können. Besonders gruselig sind die Regenerators, die normalen Kugeln aufsaugen, wie ein Schwamm.

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Jill Valentine ist ganz schön eingekesselt. Sie muss sich mit allen Mitteln verteidigen.

Resident Evil 3 ist leider kein besonders langes Spiel geworden. Man merkt dem Game seine relativ kurze Entwicklungszeit durchaus an: Nach fünf Stunden war ich mit dem ersten Spieldurchlauf fertig und hatte dabei nicht einmal wenige Geheimnisse abseits der Wege entdeckt. Auch einen zweiten Spieldurchlauf, wie noch in Resident Evil 2, vermisst man in diesem Spiel komplett. Dafür spielt sich die Geschichte komplett ohne Längen ab. Sie wirkt beinahe wie ein Action-Film, der unsere Protagonisten von einer Szene in die nächste schleudert. Nach dem ersten Spieldurchlauf können wir erspielte Punkte in einem Ingame-Shop benutzen. Hier können wir nützliche Dinge erstehen, zum Beispiel ein Messer, das Gegner anzündet oder ein Cheat, der uns unendlich Munition verschafft.

Project Resistance – Teamplay gegen Tyrants

Ein weiterer Grund, warum sich weniger Zeit für den Story-Modus genommen wurde, ist Project Resistance. Dieser Modus dient als Multiplayer-Ergänzung und muss separat heruntergeladen werden. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten asymmetrischen Multiplayer. Ähnlich wie in Spielen wie Dead by Daylight steuert ein Spieler einen übermächtigen Gegner, den ein Team aus maximal vier Spielern durch cleveres Teamwork bezwingen muss. In Project Resistance kontrollieren wir den Forschungsleiter einer Umbrella-Laboranlage, der seine neuesten Versuchsobjekte auf die Probe stellt. Vier junge Menschen wurde entführt und in die Forschungseinrichtung gesperrt. Sie müssen nun versuchen, gemeinsam zu entkommen und sich dabei gegen allerlei Untote zur Wehr setzen.

Image by Capcom via igdb.com Project Resistance
Project Resistance ist der Multiplayer-Modus von Resi 3.

Die Zombies platziert dabei der Einzelspieler an taktisch klugen Stellen. Jede Figur bringt seine eigenen Fähigkeiten mit. Ein Spieler schlüpft dabei in die Rolle des Medic, einer in die eines besonders starker Nahkämpfers und eine andere kann besonders gut mit Schusswaffen umgehen. Wird es wiederum dem Aufseher zu bunt, kann er einen Tyrant spawnen und ihn kontrollieren. Project Resistance ist ein durchaus spaßiger Mehrspieler-Modus. Es kann allerdings mitunter ein paar Minuten dauern online ein Spiel zusammen zu bekommen. Ob das Spiel aber über die wenigen Inhalte des Hauptspiels hinwegtäuscht, wage ich zu bezweifeln.

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Philipp Bader

ist Journalistik-Student an der Hochschule Hannover und hat seit dem unter anderem bei der N-Zone in Fürth und beim Lokalteil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einige Erfahrungen sammeln können. Ob Videospiele, Filme oder Serien - in diesen Bereichen fühlt er sich am wohlsten.


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