Reparatur statt Neukauf: Wie Repamo alten Smartphones neuen Glanz verleiht

Smartphones sind unsere alltäglichen Begleiter und ein Großteil unseres Lebens spielt sich auf ihnen ab. Umso ärgerlicher, wenn sie kaputt gehen: Einmal nicht aufgepasst und das Display wird zum Rissplay. Altersbedingte Ermüdungen wie etwa beim Akku sorgen im Alltag für Schweißausbrüche. Ein Großteil von uns greift dann zum kostspieligen Neugerät. Doch das muss nicht sein: Etliche Online-Anbieter bieten preiswerte Reparaturen an. Ich war beim Platzhirsch Repamo in Hartmannsdorf bei Chemnitz zu Gast und verrate euch, was alles hinter einer professionellen Instandsetzung steckt.

Repamo bietet eine preiswerte Instandsetzung

Möglich ist die ressourcenschonende Smartphone-Reparatur unter anderem bei Repamo, einem Tochterunternehmen der in Hartmannsdorf bei Chemnitz ansässigen KOMSA-Gruppe. Das Gelände ist abgeriegelt, als Verbraucher kommt man kaum in die heiligen Räume. Vor dem Eintritt sind isolierende Schuhüberzieher und spezielle ESD-Kleidung gegen elektrostatische Entladungen Pflicht. Fotografieren ist für uns Blogger und Journalisten strengstens verboten. Dann geht’s hinein in perfekt ausgeleuchtete Bereiche.

Rund 50 Mitarbeiter kümmern sich um in die Jahre gekommene und demolierte Smartphones. Ihre Expertise haben sie in jahrelanger Erfahrung aus dem zertifizierten Schwesterunternehmen W-Support generiert. Sie sind auf die großen Marken Apple, Samsung, Huawei oder auch Sony spezialisiert und kennen alle Kniffe der Geräte. Kunden haben die Möglichkeit ihre Telefone einzuschicken oder direkt vor Ort am Tresen abzugeben. Geschieht letzteres bis 10 Uhr, ist das Gerät pünktlich bis 17 Uhr repariert. Versandkunden erhalten ihr Smartphone innerhalb von 48 Stunden zurück.

Ein typischer Displayfehler bei Repamo
Gesplitterte Displaygläser sind der Hauptgrund für Einsendungen bei Repamo. Image by Repamo

Zu Beginn werden die defekten Telefone registriert und auf ihre Beschädigungen überprüft. Die häufigsten Schäden sind Displayprobleme wie Bruch, Pixelfehler oder Touch-Defekte. Außerdem sind Lade- und Kopfhörerbuchsen nachgefragte Reparaturen. Nicht zuletzt tauschen die Mitarbeiter lahmende Akkus. Die Techniker haben Zugriff auf alle Ersatzteile der namhaften Hersteller. Sie könnten somit in der Theorie komplett neue Smartphones aufbauen. Dies ist verständlicherweise verboten.

Jeder Mitarbeiter repariert 20 Geräte am Tag

Mit fachmännischer Hand werden die Geräte mit allerhand Spezialwerkzeug bearbeitet. Zum Öffnen der Cover stehen spezielle Öfen zur Verfügung, feine Pinzetten und Schraubendreher helfen bei der Demontage. Je nach Fabrikat verweilt ein Telefon nicht länger als eine halbe Stunde beim geschulten Experten, 20 Minuten sind die Regel. Somit verleiht jeder Mitarbeiter am Tag rund 20 Geräten neues Leben.

Im Selbsttest ließ sich die Leistung des Repamo-Personals erahnen: Eine einfache Reparatur schaffe ich in gerade einmal 45 Minuten. Eine ruhige Hand und Fingerspitzengefühl sind besonders wichtig. Schon beim Entfernen des Backcovers splittert das Acrylglas des Test-Smartphones. Besonders herausfordernd sind zudem die filigrane Mikroelektronik und die kompakte Bauweise. Unbekannte Demontage-Abfolgen sorgen bei mir für Frust. Umso grandioser war das Gefühl, als ich das Gerät endlich funktionsfähig repariert hatte. Hut ab also vor der Spezial-Expertise der Mitarbeiter.

Selbst repariertes Smartphone.
Nach rund 45 Minuten funktionierte mein Reparatur-Gerät wieder einwandfrei. Image by Jonas Haller

Datenrettung im Kupferlabor

Wessen Telefon durch Wasserschaden, Stürze und Co einen ärgerlichen Datenverlust erlitten hat, für den bietet Repamo zudem eine umfangreiche Datenrettung an. Dafür steht einer handvoll Beschäftigten ein spezielles Kupferlabor zur Verfügung. Der abgeriegelte Raum lässt keinerlei Mobilfunk-Strahlung hinein, Kommunikation nach Außen ist nicht möglich.

Für den Otto Normalverbraucher nicht mehr auszulesende Daten stellen die Experten mehr oder weniger lückenfrei wieder her. Dafür stehen hochwertige Hilfsmittel zur Demontage und Reparatur etwa mittels Laser und Ultraschall zur Verfügung. Wie dabei genau vorgegangen wird, bleibt für uns unbekannt. Wohl auch, weil der Raum hin und wieder von Polizei und Kripo genutzt wird, um Geräte auszulesen und mit dem Beweismaterial Kriminelle dingfest zu machen.

Arbeiter bei der Datenrettung.
Im Kupfer ausgekleideten Datenrettungslabor können Dateien wiederhergestellt werden. Image by W-Support

Fazit Repamo: Private Handy-Reparatur ist nachhaltig und preiswert

Nachhaltigkeit ist in diesen Tagen ein wichtiges Thema. Dabei liegt der Fokus vor allem in der Ernährung, Energiegewinnung und der Mobilität. Doch ein ebenso wichtiger Faktor ist die Telekommunikation. Die Lebenszyklen von ressourcen-vernichtenden Smartphones werden immer kürzer, Menschen kaufen in immer kürzeren Zeitabständen neue Geräte. Und das obwohl das Smartphone nahezu “ausentwickelt” scheint. Die Smartphone-Reparatur ist deshalb eine gelungene Möglichkeit, um die Lebensdauer eines Gerätes zu verlängern. Umwelt und Geldbeutel werden es danken.


Images by Jonas Haller, Repamo, W-Support

Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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