Pokémon Schwert und Schild DLC – Die Insel der Rüstung

Was war das doch für ein Aufschrei, der durch die Fangemeinde ging, als die Pokémon Company mitteilte, dass in den neuen Generationen nicht alle Pokémon mit dabei sein würden. Ein Jahr und ein durchwachsenes Abenteuer in der Galar-Region später (hier geht es zum Test des Hauptspiels), soll sich der Pokédex jetzt doch erweitern. Und zwar durch die erste DLC-Welle, mit dem wohlklingenden Namen „Die Insel der Rüstung“.

Was bekomme ich für mein Geld?

15 Euro bezahlt man für die erste Hälfte des Season-Pass, die zweite Hälfte „Die Kronen-Tundra“ erscheint im Oktober. Für das Geld bekommt man eine neue Story-Episode mit exklusiven Pokémon, ein neues, frei erkundbares Areal und über 100 wiederkehrende Monster aus den vergangenen Generationen. Aber der Reihe nach: Die Geschichte beginnt im Bahnhof von Brassbury, in dem ein leicht verwirrtes Galar-Flegmon den Bahnsteig blockiert. Flegmon ist damit eines der wenig komplett neuen Pokémon des DLCs und ist nun ein Psycho/Gift-Monster. Um den Bahnsteig wieder freizuräumen, bekommen wir den Auftrag, das Monster einzufangen.

Dabei treffen wir bereits auf unseren Rivalen für das kommende Abenteuer: Sophora, eine Gift-Trainerin in Schwert oder Saverio, ein Psycho-Trainer, in Schild. Da ich aber Pokémon Schwert spiele, lernt ihr in diesem Text leider nur Sophora kennen. Die pinkhaarige Dame ist aber ein Highlight der Episode. Sie ist eine sehr ausdrucksstarke und unterhaltsame Person und ihr Gift-Team ist nicht von schlechten Eltern. Ihr Ziel ist es, irgendwann eine Gift-Arenaleiterin zu sein. Dafür zieht es sie, genau wie euch, zur Insel der Rüstung. Denn hier befindet sich ein Ort, der die besten Kämpfer der Galar-Region hervorgebracht hat: das legendäre Kampf-Dojo von Meister Mastrich.

Unsere Rivalin Sophora
Sophora ist unsere Rivalen auf der Insel der Rüstung – jedenfalls in Pokémon Schwert

Willkommen auf der „Insel der Rüstung“!

Wir erreichen also die Insel und können hier erst einmal machen, was wir wollen. Hier zeigt sich einmal mehr die Stärke der neuen Pokémon-Editionen. Die Insel ist im Grunde eine völlig neue Naturzone, die wir frei bereisen dürfen. Es gibt kleine Inseln, Sümpfe, Höhlen, Wälder und sogar eine Wüste zu erkunden. Überall tummeln sich Pokémon, die wir vorher noch nicht in der Galar-Region fangen durften. Und natürlich gibt es auch hier überall die Pokémon-Nester, in denen wir auf riesige Gegner treffen. Mit unserem Rotom-Rad bereisen wir die Gegend und können auch endlich die Surfer-Funktion richtig ausnutzen. Die Galar-Region hatte bisher nicht ein Stück Meer, das wir befahren konnten. Bei der Insel der Rüstung ändert sich dies nun logischerweise. Wilde Tohaido rasen uns mit einem Affenzahn hinterher, ein Wailord dümpelt auf den Wellen auf und ab. Auch Flüsse können wir überqueren und so in dunkle Grotten hineinfahren. All das macht durchaus Spaß und für Pokédex-Füller gibt es hier wieder einiges zu tun.

Aber kommen wir zurück zur Geschichte. Gemeinsam mit Sophora erreichen wir das Dojo, von dessen Dach uns ein kleines Hunde-Pokémon beobachtet. Begrüßt werden wir von der Frau des Meisters, Enia, die ein bisschen an Prinzessin Daisy erinnert. Im Inneren des Gebäudes werden wir von Meister Mastrich in Empfang genommen. Er ist ein lustiger alter Kauz, dessen Sprache nur so von Wortwitzen gespickt ist. Er überreicht uns feierlich unser gelbes Dojo-Outift. Doch als Sophora ihres erhalten soll, springen auf einmal drei überraschend schnelle Galar-Flegmon heran, schnappen sich die Uniform und stürmen aus dem Dojo. Der Meister schickt uns also auf unsere erste Aufgabe: die von ihm trainierten Flegmon einzuholen, sie zu besiegen und ihnen die Uniform wieder abnehmen.

Nach der Arbeit das Vergnügen

Dies ist die erste von drei Aufgaben, die euch in diesem DLC erwartet. Im Anschluss daran erhaltet ihr ein neues Pokémon, welches laut Mastrich die „Rüstung“ des Dojos ist. Das Hunde-Pokémon, dass euch schon bei eurer Ankunft beobachtet, trägt den Namen Dakuma. Unser Auftrag ist nun, Dakuma zu trainieren und es schließlich zu entwickeln. Als kleiner Tipp: versucht möglichst gegen viele Chaneiras auf der Insel zu kämpfen. Diese spawnen fast überall und geben sehr viele Erfahrungspunkte. Solltet ihr außerdem das Glück haben, einen Chaneira-Raid aufzudecken, bekommt ihr hier als Belohnung einen Haufen an Erfahrungs- und Sonderbonbons.

Makuma in Pokémon Schwert
Der kleine Kämpfer Makuma ist unser Weggefährte auf der Insel der Rüstung.

Bei der Entwicklung zu dem legendären Pokémon Wulaosu habt ihr die Möglichkeit, euch für einen von zwei Typen zu entscheiden. Wählt ihr den fokussierten Kampfstil, erhaltet ihr ein Kampf/Unlicht-Pokémon, entscheidet ihr euch für den fließenden Stil, ist Wulaosu ein Kampf/Wasser-Pokémon. Beide Stile bieten euch aber die Möglichkeit, die bereits aus dem Hauptspiel bekannte Gigadynamaxierung auszulösen. Dabei erhält euer Wulaosu in seiner Riesen-Form nicht nur ein neues Aussehen, sondern auch einzigartige Attacken.

Die „Insel der Rüstung“ bietet viele neue Inhalte

Um die Gigadynamax-Form auszulösen, könnt ihr auf der Insel der Rüstung nun eine sogenannte Dyna-Suppe kochen. Diese Suppe aus Dyna-Pilzen könnt nach Abschluss der Story-Episode für jedes Pokémon kochen, dass sich gigadynamaxieren lässt, immerhin 34 an der Zahl. Ich habe zum Beispiel meinem Starter Liberlo eine Suppe gekocht. Die drei Galar-Starter haben nämlich seit diesem DLC auch neue Formen spendiert bekommen. Allerdings muss man für jede neue Suppe drei Dyna-Pilze sammeln, was ein etwas langwieriger Prozess sein kann.

Das Dojo bietet auch noch ein paar andere neue Inhalte. Bei einem Attacken-Coach können wir vollkommen neue Moves wie zum Beispiel „Grasrutsche“ erlernen. Diese Pflanzen-Attacke hat während eines Grasfeldes eine Erstschlag-Garantie. Bei Mastrichs Frau Enia können Watt investieren, um das Dojo weiter auszubauen. Ein Friseur oder ein Pokémon-Center wird ab einer bestimmten Wattanzahl gebaut. Außerdem bastelt uns Mastrichs Sohn einen sogenannten Urglmator. Das auf dem Pokémon Urgl basierende Gerät lässt uns bis zu vier Items recyceln und erzeugt daraus neue. Für vier Superbälle gibt es zum Beispiel einen Superball oder aus vier Minipilzen wird ein Riesenpilz. Sehr nützlich, da vor allem in den Naturzonen wieder ein Haufen an verschiedenen Schätzen herumliegt. Nach Beendigung der Story-Episode könnt ihr außerdem an einem sogenannten Fokus-Sparring teilnehmen. Hier dürft ihr in speziellen Kämpfen nur mit Pokémon eines Typens antreten.

LiberloPokémonGigadynamax
Meinem Liberlo scheint die Dyna-Suppe geschmeckt zu haben,

Dyna-Suppe mit fadem Beigeschmack

Aber lohnt sich den jetzt die erste Hälfte des Pokémon-DLCs „Insel der Rüstung“? Die Story-Episode allein bringt nicht unbedingt den Mehrwert, den man sich aber nach den letzten Pokémon-Geschichten auch nicht unbedingt erhoffen durfte. Zu Erkunden gibt es aber einiges. Die „Insel der Rüstung“ ist echt groß und abwechslungsreich und die „neuen“ Pokémon sind ein Fest für Sammler. Auch aus kompetitiver Sicht bringen Features wie die neuen Attacken und vor allem die Dyna-Suppe viele Möglichkeiten. Dennoch beliebt eben immer ein fader Beigeschmack, wenn man sich überlegt, dass dies in alten Generationen wahrscheinlich das normale Post-Game hätte sein können. Vergleichen wir das DLC einfach mal mit der vierten Generation Perl, Diamant und Platin. Hier konnte man nach Abschluss der Pokémon-Liga auch zu einer Insel am Rande der Region fahren. Hier gab es auch Pokémon, die wir in der Hauptregion bisher nicht fangen konnten, legendäre Monster und neue Kampfherausforderungen. Allerdings war das das normale Post-Game und musste nicht für 15 Euro hinzugekauft werden. Spaß macht die „Insel der Rüstung“ zwar schon, aber die Entwicklung ist schon arg bedenklich.

Habt ihr das Hauptabenteuer Pokémon Schwert und Schild noch nicht gespielt? Dann könnt ihr es euch hier über Amazon bestellen (Provisionsink).


Bilder sind selbst angefertigte Screenshots aus der Nintendo-Switch-Version

Philipp Bader

ist Journalistik-Student an der Hochschule Hannover und hat seit dem unter anderem bei der N-Zone in Fürth und beim Lokalteil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einige Erfahrungen sammeln können. Ob Videospiele, Filme oder Serien - in diesen Bereichen fühlt er sich am wohlsten.


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