LTE: Schnelles mobiles Web in Stadt und Land

Morgen geht es los: Das schnelle Internet namens Long Term Evolution (LTE) oder auch fast 4G (3.9G) löst UMTS und die schneckenartigen Internetanbindungen auf dem platten Lande ab. Glasfaser- und DSL-Ausbau sind damit passé, denn das wirklich tolle an der neuen mobilen Webwelt ist nicht nur das Anbinden entfernter Landstriche janz weit draußen, sondern auch die Bandbreite von bis zu 100Mbit/s also DSL100.000 auf verschiedenen Frequenzen wie 1,25, 2,5, 10 und 20 MHz. Möglich wurden einige Frequenzbänder erst durch die Einführung des digitalen terrestrischen Überallfernsehen DVB-T und das Abschaffen der Übertragung analoger TV-Signale. Einige Probleme könnte es jedoch zwischen LTE und Fernsehen trotzdem geben, aber das soll bald behoben sein.

Telekom und Vodafone versprechen zunächst nur Geschwindigkeiten von 3-6 Mbit/s also DSL3000-6000. Aber das dürfte den meisten reichen, die UMTS zu langsam finden oder die Dorfbewohner, bei denen die E-Mails und Webseiten noch mit einem vorsintflutlichen 56k-Modem ins Haus tröpfeln. Leider wird bei den beiden Anbietern ab einem Volumen von 3 (Telekom) bzw. 5GB (Vodafone) im Monat der „Datenstrahl“ künstlich begrenzt auf 1 Mbit/s bei der Telekom und nur noch 384Kbit/s bei Vodafone, beiden zahlt man rund 40 EUR im Monat, Vodafone will in den ersten beiden Jahren sogar nur 30 EUR. Das Ganze ist aufgehübscht mit einer Telefonflatrate ins Festnetz.

Die zugrundliegende Technologie basiert auf einem Multiplexingverfahren, ähnliche dem früheren Fernsehsignal, wo mehrere Signale in der Phase um 90 Grad verschoben werden, sodass mehr Information pro Zeiteinheit transportiert werden kann – Orthogonal-Frequency-Division-Multiplexing (OFDM). Die Carrier müssen das Übertragungsverfahren also in Bezug auf UMTS nicht neu erfinden sondern können via HSDPA und HSUPA auf LTE upgraden. Theoretisch sind mächtige Datenrate möglich, Hauwei konnte schon mehr als 1 GBit/s mithilfe dieser Technologie übertragen. Bald kommen auch O2 und Base als Anbieter dazu und werden sicher das Angebot und die Preise durcheinanderwürfeln.

Man braucht natürlich neue Hardware wie LTE-Router bzw. ein Handy der nächsten Generation wie beispielsweise das in einigen Monaten erscheinende iPhone5. Das HTC Thunderbolt, einige Samsung (i520) und LG (CTIA) Handys sowie Motorolas Droid Bionic können den neuen Standard schon heute nutzen.

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)


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2 comments

  1. Also bei uns heißt es DSL1000 für das kleinste Gebinde und DSL16.000 für das Schnellste. Danach kommt dann VDSL mit 32 bzw. 48Mbit/s. 100Mbit/s wären dann eben DSL100.000. Kann aber sein dass es mittlerweile bei einigen Anders heißt, aber DSL 1 für die langsamste DSL-Anbindung habe ich echt noch nie gehört.

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