Highlights der CES 2020: Flugtaxis und faltbare PCs

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas ist eine der größten Technik-Messen der Welt. Jahr für Jahr hagelt es hier Neuankündigungen und Vorstellungen aus der Welt der Technik. Auch dieses Jahr wollen wir euch unsere Highlights der CES 2020 nicht vorenthalten und haben uns mit Themen wie Automobilität, Smart Home, aber auch der Faltbarkeit unserer Geräte beschäftigt.

Automobilindustrie weiterhin zunehmend auf der CES

Ein Trend der vergangenen Jahre, setzt sich auch dieses Jahr auf der CES fort: Automobilhersteller präsentieren auf der Elektronik-Messe zunehmend ihre neuesten technischen Errungenschaften und Konzepte für die Zukunft der Automobilindustrie. Hier eine Auswahl unserer Highlights der CES in Sachen Automobilität.

Vision-S – Sony präsentiert E-Auto

So hat beispielsweise der japanische Tech-Gigant ein E-Auto auf die Bühne gefahren. Mit dem – in einer Kooperation mit Bosch, Continental, ZF und Magna Steyr entstandenen – Vision-S zeigt Sony, was man so alles an Sensor-, Sicherheits- und Unterhaltungselektronik in einem Wagen verbauen kann. Ob Sony sich nun jedoch unter die Autobauer mischen wird, ist noch unklar. Bei dem Vision-S handelt es sich aber lediglich um ein Konzept, das so vermutlich nicht in Produktion gehen wird.

Vision-S Image - Image by Sony
Auch wenn das Vision-S nur ein Konzeptfahrzeug ist. Ein E-Auto aus dem Hause Sony ist durchaus eine Sensation. / Image by Sony

Augmented Driving Concept – Honda zeigt Konzept für autonomes Fahren

Eines unserer Highlights der CES ist außerdem Hondas Augmented Driving Concept. So präsentierte der Automobilhersteller den sehr futuristisch anmutenden Prototypen eines selbst fahrenden Autos, der so aber nie in Serie gehen dürfte. Mit dem Konzept des Augmented Driving wolle man aber das Gefühl des Fahrens für ein Auto erhalten, das eigentlich autonom fährt. So lassen sich beim Augmented Driving Concept die Strecken anpassen oder verändern. Der Fahrer hat also durchaus noch Einfluss auf seine „autonome“ Autofahrt. Außerdem soll das Auto trotzdem noch von einem Fahrer gesteuert werden können. Dafür steht Allerdings lediglich ein Lenkrad zur Verfügung. Indem dies nach vorne geschoben oder nach hinten gezogen wird, beschleunigt und bremst der Wagen.

S-A1 – Uber und Hyundai stellen ein Flugtaxi vor

Auch die Lüfte erobert die Automobilindustrie zunehmend. So stellen Uber und Hyundai ein Flugtaxi mit dem Namen S-A1 vor, dass definitiv eines unserer CES Highlights darstellt. Bereits 2030 soll der Senkrechtstarter aller Voraussicht nach Personen mit bis zu 290 km/h und einer Flughöhe von 300 bis 600 Metern durch die Lüfte tragen. Die Kabine bietet dabei Platz für vier Passagiere und Handgepäck.

Flugtaxi von Hyundai und Uber / Image by Hyundai
Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass das SA-1 schon 2030 über San Francisco fliegt. / Image by Hyundai

BMW iNext

Zum Abschluss noch ein etwas Handfestere CES Highlight aus der Automobilbranche. BMW und Samsung haben auf der CES ihre Kooperation sowie das selbsterklärte Ziel bekanntgegeben, bereits 2021 das erste mit 5G vernetze Auto auf die Straßen zu bringen. Der BMW iNext wird ein Elektroauto sein und ihm sollen nach Veröffentlichung schnell weitere – mit 5G vernetzte Modelle – folgen.

Pressebild des BMW iNext / Image by BMW
Der BMW iNext wird 2021 das erste mit 5G vernetzte E-Auto sein. / Image by BMW

Alles wird Smarter

Auch die zunehmende Vernetzung eingebetteter Systeme, Smart Home und smarte Lösung für die verschiedensten Probleme waren wieder Thema und lieferten einige Highlights der CES, auf die wir hier eingehen. Dazu gesellen sich kleinere Meldungen aus dem Bereich Smart Home, aber auch einige Perlen, die durch ihre Besonderheit hervorstechen.

Auf smartem Wege Stürze verhindern

Stürze im Alter sind tatsächlich ein größeres Problem, als man annehmen mag. Eine häufige Ursache für das Stürzen sind schwache Muskulatur oder ein mangelndes Gleichgewicht. So stellte beispielsweise die Firma Zibrio auf der CES eine Waage vor, die neben dem Gewicht auch die Balance eines Patienten erfassen kann. Mithilfe dieser Daten ist es einfacher das Risiko für einen Sturz vorherzusagen. Stellt die dazugehörige App eine mangelnde Balance fest, liefert sie zudem Vorschläge, um diese wieder zu verbessern.

Die koreanische Firma Welt stellte außerdem einen Gürtel vor, der in der Lage sein soll, die Bewegungsdaten des Trägers so präzise auszuwerten, dass er bei entsprechenden Abweichungen rechtzeitig vor einem Sturz warnen kann. Dabei sehen die Gürtel aber nicht nach einem Gesundheitsgadget aus, sondern eben wie ganz normaler Gürtel.

Schatz, ich glaub der Katze gehts nicht gut?

Ein wenig ab vom Thema, aber wusstet ihr, dass der Kot einer Katze ziemlich viel über ihren Gesundheitszustand aussagen kann? Das Startup LuluPet dürfte gerade für Haustierhalter für eines der Highlights auf der CES sorgen. Das Katzenklo von LuluPet analysiert nämlich neben dem Gewicht, die Häufigkeit der Toilettengänge sowie Menge und Konsistenz der Exkremente. So sollen Erkrankungen der Nieren frühzeitig erkannt und die Besitzer gewarnt werden. Optisch erinnert das Katzenklo an eine Mischung aus einem klassischen Transportkäfig und einer kleinen Raumkapsel.

Wer sich mit Daten- und Augmented Reality-Brillen befasst hat, wird bei dem Wort Datenbrille vermutlich ein klobiges Stück Technik vor Augen haben (Ups, das Wortspiel war unbeabsichtigt), dass nicht gerade alltagstauglich ist. Mit seiner Light Drive verfolgt Bosch einen etwas anderen Ansatz. Rein optisch ist die Brille kaum von einer herkömmlichen Brille zu unterscheiden. Über einen Laser wird hier das Bild zeilenweise auf die Gläser projiziert. Von außen ist es allerdings nicht sichtbar und die Gläser sehen aus wie normale Gläser. Das somit erzeugte zweidimensionale Bild ist allerdings noch ziemlich klein.

Intels erster dedizierter Grafikchip nach über 20 Jahren

Auch Intel sorgte auf der CES für das ein oder andere Highlight. So stellte Intel in Las Vegas seinen ersten dedizierten Grafikchip nach über 20 Jahren vor. Dabei handelt es sich um den DG1, der auf der Xe-Architektur basiert. Der auf der CES gezeigte Chip wird es allerdings in dieser Form nicht in den Handel schaffen. Stattdessen soll der Chip in die nächste Core-i-Generation mit dem Namen Tiger Lake verbaut werden. Zwar hat Intel keine technischen Details Preisgegeben, verspricht aber laut dem Magazin Engadget eine stark verbesserte Grafik- sowie CPU-Performance gegenüber der aktuellen Generation.

Es wird weitergefaltet

Das Thema Falten war außerdem wieder stark auf der CES vertreten. So sorgten Hersteller wie Dell, Intel, und Lenovo für einige CES Highlights in Sachen faltbarer Geräte. Anders als in 2019, wo der Fokus klar auf faltbaren Handys lag, stachen dieses Jahr vor allem faltbare PCs ins Auge.

Horseshoe Bend – Intels faltbares Notebook

Zwar stellt Intel selbst keine PCs her, doch das Konzept des faltbaren Notebooks ist ein echtes Highlight. Es zeigt, wie ein faltbarer PC aussehen kann. So kann das 17 Zoll OLED Display des Konzept-Gerätes in der Mitte gefaltet werden. Mit sieben Millimeter Dicke ist es dabei recht schlank gehalten. Das Gerät lässt sich zum einen auf seine volle Größe auffalten. Zum anderen kann es als Laptop verwendet werden. Eine Touch-Tastatur in der unteren Bildschirmhälfte ersetzt hier eine physische Tastatur.

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Concept Ori und Concept Duet – Dell präsentiert zwei faltbare Notebooks

Dell sorgte mit seinen Konzepten zu faltbaren PCs gleich für zwei unserer Highlights der CES. Optisch unterscheidet sich Dells Concept Ori nicht so stark von Intels Konzept-Gerät. Auch hier kann das 13 Zoll große OLED Display in der Mitte gefaltet werden. Die etwas geringere Größe erinnert im voll aufgefalteten Modus eher an ein großes Tablet, als an einen vollwertigen Monitor. Das Concept Duet besteht anders als das Concept Ori (Ori = jap. falten) aus zwei separaten Displays, die in der Mitte mit einem Gelenk verbunden sind.

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Lenovo Thinkpad X1 Fold – Falten mit physischer Tastatur

Während es sich bei den Geräten von Intel und Dell nur um Konzeptgeräte handelt, stellt Lenovo mit seinem Thinkpad X1 Fold ein faltbares Notebook vor, das Mitte dieses Jahres in den Verkauf gehen soll. Äußerlich ähnelt es dabei am stärksten dem Concept Ori. So wird das 13 Zoll große Display auch hier in der Mitte gefaltet. Lediglich die magnetisch andockbare physische Tastatur sticht hier hervor. Im „Laptop-Modus“ des Gerätes kann sie auf die untere Hälfte gesetzt werden. Mit einem voraussichtlichen Preis um die 2500 Dollar, wird das Thinkpad X1 Fold allerdings nicht gerade günstig werden.

All diese Geräte sollen sich laut dem Magazin The Verge noch etwas unfertig anfühlen. Vermutlich dürfte aber die Anpassung an faltbare Geräte, die Windows 10X mit sich bringen soll, in der Zukunft Abhilfe schaffen.

Lenovo Thinkpad X1 Fold Pressebild / Image by Lenovo
Das Lenovo Thinkpad X1 Fold wird tatsächlich mitte 2021 erscheinen. / Image by Lenovo

Viele Neuerungen, die begeistern – „weniger“ KI

In unseren Highlights der CES können wir natürlich bei Weitem nicht all das abdecken, was auf der CES das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Doch zeigt die CES, dass uns 2020 auch weiterhin Themen wie E-Mobilität, autonomes Fahren, Smart Home aber auch das Design und die Konzepte unserer alltäglichen Begleiter beschäftigen werden. Was mir persönlich aufgefallen ist: Das Buzzword KI hatte dieses Jahr etwas weniger Gewicht, als im vergangenen Jahr. Scheinbar haben wir uns nun darauf geeinigt, dass eine KI in einer Kamera jetzt nichts revolutionäres mehr ist.


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Moritz Stoll

hat Medieninformatik studiert und ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion. Nebenbei arbeitet er als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.


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