Asus ZenBook Duo 14 im Test: Mehr Ergonomie im Home Office

Die Arbeitswelt verändert sich durch die Corona-Pandemie nachhaltig. Unternehmen und Konzerne werden auch weiterhin Home Office und Mobiles Arbeiten für Arbeitnehmer:innen ermöglichen. Dazu braucht es das richtige Gerät, das nicht nur die Produktivität erhöht, sondern auch die Ergonomie sicherstellt. Mit dem Asus ZenBook Duo 14 hat der taiwanische Hersteller ein spannendes Notebook mit zwei Displays und praktischem Anstellwinkel auf dem Markt gebracht. Ich habe das Arbeitstier im Alltag getestet.

Auf den richtigen Winkel kommt es an

Vor genau einem Jahr hatte ich das Vorgänger-Gerät im Test und war begeistert. Mit dem neuen Modelljahr hat der Computer-Hersteller an einigen Stellschrauben gedreht, die das Arbeiten erleichtern und beschleunigen sollen. Direkt nach dem Aufstellen und Öffnen des Asus ZenBook Duo 14 fällt das geneigte Touchdisplay unterhalb der bekannten Hauptanzeige ins Auge. Das nunmehr 12 Zoll große FullHD-Panel löst sich von der Haupteinheit und sorgt neben einem angenehmeren Blickwinkel für zusätzlichen Luftstrom und eine um 49% erhöhte Kühlung der Recheneinheit.

Möglich wird dies durch weiterentwickelte Scharniere, die nicht nur langlebiger, sondern um 30 Prozent schmaler sind. Positiver Nebeneffekt: Das Asus ZenBook Duo 14 ist mit knapp 17 Millimeter rund 3 Millimeter dünner als das 2020er Modell. Die weiteren Abmaße bleiben ähnlich und orientieren sich am bekannten A4-Blattformat. Dank einer Masse von 1,6 Kilogramm ist es also auch ultraportabel. Dem Zeitgeist entsprechend reduziert Asus bei seinem neuesten Sprössling die Anzahl der verfügbaren Anschlüsse: Das Notebook besitzt zwei USB-C-Anschlüsse (Thunderbolt 4.0), einen USB-A- (mit 3.2-Zertifizierung), HDMI- sowie 3,5-mm-Klinkenanschluss und microSD-Kartenleser.

Durch das hochschwenkende Display steigert Asus Ergonomie und Thermomanagement.
Durch das hochschwenkende Display steigert Asus Ergonomie und Thermomanagement. Image by Jonas Haller

Alles Touch oder was?

Mit unseren Smartphones und Tablets haben wir Wischen und Tippen lieben gelernt. Und auch das Asus ZenBook Duo 14 will dem in Nichts nachstehen. Erstmals ist auch das 14 Zoll große Hauptdisplay touchfähig und so besonders intuitiv bedienbar. Allerdings hat der Hersteller an der Auflösung gespart: FullHD ist bei dieser Größe nicht mehr zeitgemäß. Das wird besonders beim direkten Vergleich meines Hauptgerätes, das Apple MacBook Pro 13, sichtbar. Pixel sind deutlich erkennbar. Ähnlich sieht es beim oberhalb der Tastatur angeordneten ScreenPad Plus aus. Zumindest bietet es eine minimal höhere Pixeldichte.

Verbessert wurde im Vergleich zum Vorgänger die Bildschirmhelligkeit. Sie liegt nunmehr bei 400 nits. Der TÜV Rheinland bestätigt die Augenverträglichkeit. Auch in Sachen Farbtreue erhielt das Hauptpanel ein Upgrade. Foto- und Videofans freuen sich auf 100% sRGB-Abdeckung, die nach PANTONE zertifiziert wurde. Für diese Berufsgruppe lohnt sich besonders das untere Display, denn einige Programme unterstützen das Auslagern und damit den Schnellzugriff bestimmter Elemente. Alle anderen nutzen das Display als Zusatzanzeige für Mail, Musik oder für Quick Keys. Ferner lässt sich der Bildschirm als XXL-Touchpad oder handschriftliche Eingabefläche verwenden.

Das Zweitdisplay des Asus ZenBook Duo 14 bietet allerhand Anpassungsmöglichkeiten.
Neben nützlicher Erweiterungen installiert Asus auch nervige Bloatware für das Zweitdisplay. Image by Jonas Haller

Im Test reagiert das verbesserte ScreenPad Plus deutlich flinker auf die Eingaben als das Vorgängergerät. Zudem ist die Steuerung spürbar präziser. Das Display ist für die Anordnung der Apps in drei Segmente aufgeteilt, die sich jedoch anschließend frei konfigurieren lassen. Einige Programme, wie etwa Spotify, passt die Software jedoch gewöhnungsbedürftig an, sodass nicht alle Funktionen vollumfänglich angezeigt werden. Im Vollbildmodus klappt’s dann. Hier schlummert noch Verbesserungspotenzial. Leider verringert das verbesserte Zweitdisplay den Platz für Tastatur und Maus-Pad, die gegenüber den Mitbewerber-Produkten deutlich verkleinerte Tasten aufweisen.

Performt wie ein Großer

So richtig angenehm wird das Arbeiten erst, wenn die Leistung und Hardware-Ausstattung stimmt. Asus kleckert nicht, sondern klotzt. Es kommt die neueste Generation der Intel-Prozessoren zum Einsatz. Im Testgerät arbeitet neben dem Intel Core i7-1165G7 die Nvidia GeForce MX450 Grafikeinheit und 32 Gigabyte DDR4-RAM. Diese Konfiguration sorgt im Zusammenspiel mit dem 1 Terabyte großen und schnellen SSD-Speicher für ein grandioses Arbeitstempo bei gleichzeitig geringer Energie-Aufnahme. Aber dazu später mehr.

Bemerkbar machte sich die Leistungsfähigkeit etwa beim Test-Videoschnitt. Ein rund 15 Minuten langes 4K-Video renderte das Asus ZenBook Duo 14 in 45 Minuten durch. Dabei wechselte das Laptop vom energiesparenden 15-Watt- in den 28-Watt-Modus und der Lüfter startete. Allerdings ist dieser im ausbalancierten Modus leiser als etwa das Pendant von Apple. Hier hat Asus eine intelligente und schnell reagierende Software zum Performance- und Energie-Management spendiert. Der Spagat zwischen mobiler und akkusparender Einstellung sowie stationärer Leistungsfreigabe gelingt nahezu perfekt.

Selbst für das Spiel zwischendurch ist das Asus ZenBook Duo 14 gewappnet. Im Test stellte das neuartige Laptop AAA-Spiele mit durchaus flüssigen 40 bis 60 Bildern pro Sekunde dar. Ältere Games wie Tomb Raider oder DiRT Rally laufen sogar mit hohen Grafikeinstellungen passabel. Mit dem Microsoft Flight Simulator 2020 aus dem Xbox Game Pass for PC lässt sich zum Feierabend mit geringer Grafikqualität flüssig eine Runde drehen. Wer mehr will, sollte auf die neuen ROG Zephyrus Duo Modelle zurückgreifen. Diese kommen neben einem AMD Ryzen 9 Prozessor mit der Nvidia GeForce 3080 GPU daher.

Aufgrund des Zweitdisplays fällt das Mausfeld sehr klein aus.
Aufgrund des Zweitdisplays fällt das Mausfeld sehr klein aus. Image by Jonas Haller

Lautsprecher machen Namen alle Ehre

Bereits seit einigen Jahren arbeitet der taiwanische Elektronikhersteller Asus mit dem US-amerikanischen Audio-Unternehmen Harman Kardon zusammen. Und so wundert es kaum, dass auch im Asus ZenBook Duo 14 klangstarke Stereo-Speaker zum Einsatz kommen. Sie verstecken sich rechts und links unterhalb des Gerätes, das als Resonanzkörper fungiert. Die Klangergebnisse überzeugen: Es entsteht sogar spürbar ein räumlicher Effekt.

Fürs Feintuning spendiert Asus eine eigene DTS Sound Processing App. Mit aktiviertem Equalizer lässt sich dem Notebook sogar etwas Bass entlocken. Vergleiche mit dedizierten Lautsprecher-Boxen sind sicher fehl am Platze. Für unterwegs bietet das Asus ZenBook Duo 14 aber einen angenehmen Funktionsumfang. Ferner filtert die intelligente Mikrofon-Software bei Video-Telefonaten unliebsame Störgeräusche heraus und überträgt einen besonders gut verständlichen Sound.

Das Asus ZenBook Duo 14 ist etwas dicker als die Geräte der Konkurrenz
Unterhalb des Asus ZenBook Duo 14 befinden sich die Lautsprecher. Image by Jonas Haller

Akku läuft und läuft und läuft

Die beiden Displays benötigen sicher reichlich Strom. Müsste man zumindest meinen. Doch wirft man einen Blick auf die Akkulaufzeit, kann das Notebook mit den Konkurrenzprodukten mithalten. Und: In den meisten Fällen sogar übertreffen. Beschränkt man sich auf die Bearbeitung von Office-Dokumenten und klassischen Buchhalter-Tätigkeiten hält die 70-Wattstunden-Lithium-Polymer-Batterie bis zu 15 Stunden durch. Selbst bei der Foto- und Videobearbeitung sind laut Anzeige fünf bis sechs Stunden Laufzeit möglich.

Geladen wird der Energiespender des Asus ZenBook 14 Duo per USB-C-Anschluss im Schnellverfahren. Das dauert zwar länger als wir es von unseren Smartphones gewöhnt sind. Mit drei bis vier Stunden bewegt sich die Ladezeit im branchenüblichen Bereich. Um die Lebensdauer des Akkus zu erhöhen, integriert Asus zwei ressourcenschonende Modi. Ladungen sind dann nur noch lediglich bis 80 respektive 60 Prozent der Maximalkapazität möglich. Das ist besonders im stationären Betrieb sinnvoll.

Fazit Asus ZenBook Duo 14: Gelungene Weiterentwicklung der Dual-Screen-Philosophie

Mit den ZenBook Duo denkt Asus nichts geringeres als das Laptop neu. Der zweite Bildschirm erweitert sowohl Produktivität als auch Ergonomie spürbar. Zudem sorgt der Winkel für ein besseres Thermomanagement. Das macht sich im alltäglichen Nutzen bemerkbar: Der Lüfter des Notebooks kann länger ausgeschaltet bleiben und damit den Akku schonen. Dank der großen Batterie eignet sich das Asus ZenBook Duo 14 nahezu perfekt für Digitalnomad:innen ohne regelmäßigen Stromanschluss.

Die Rückseite besteht aus gebürstetem Aluminium.
Die Rückseite besteht aus gebürstetem Aluminium. Image by Jonas Haller

Negativ fiel im Test die komprimierte Tastatur und das kleine Mausfeld auf. Ferner hätte ich mir zumindest einen zweiten USB-A-Anschluss gewünscht. Auch auf dem Hintergrund des Testgerät-Kaufpreises von 2.500 Euro ist die Display-Auflösung mit Full-HD nicht mehr zeitgemäß. Alles in allem liefert Asus jedoch ein spannendes und leistungsstarkes Gesamtpaket, welches wieder einmal zeigt, dass uns das angestaubte Notebook noch eine Vielzahl an Innovationen bereit hält.

Das Asus Zenbook Duo 14 gibt es auch in deutlich günstigeren Varianten auf Amazon (Provisionslink)


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Jonas Haller

arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht unter anderem 3D-Druckverfahren. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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