Ärzte online – Sprechstunde und Symptomcheck online durchführen

Die Gefahr, sich oder andere mit dem Coronavirus zu infizieren, besteht unabhängig von Kontaktverboten, Ausgangssperren oder ähnlichem. Solange wir keinen wirksamen Impfstoff oder andere Medikamente haben, die gegen Covid-19 helfen, wird sie vermutlich auch bestehen bleiben und wir müssen voraussichtlich einfach mit dem Virus leben. Dabei ist es besonders wichtig, dass Infizierte so wenig weitere Personen anstecken wie möglich. Wer sich krank fühlt und zum Arzt geht, um seine Symptome checken zu lassen, riskiert aber genau das. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um mit Ärzten Online-Sprechstunden durchzuführen oder einen Symptomcheck online durchzuführen. Sei es per App oder per Video-Call.

In diesem Artikel stellen wir euch zwei Anwendungen vor, mit denen Ärzte online Videosprechstunden abhalten können. 

Die Online-Videosprechstunde bei KRY

Die App KRY hat sich auf Videosprechstunden spezialisiert. Hier könnt ihr eure Symptome auswählen und werdet dann einem verfügbaren Arzt zugeteilt, der anschließend mit euch eine Sprechstunde online durchführen kann. Für so eine Videosprechstunden müsst ihr euch zuvor registrieren und eure Patientendaten und Personalien angeben. Anschließend könnt ihr eure Symptome auswählen und werdet von der App durch ein paar kurze Vorab-Fragen geleitet. So können die Ärzte online besser auf euer Leiden eingehen und redundante Fragen werden von der App abgefangen. Alternativ könnt ihr in der Suche auch gezielt nach euren Symptomen suchen. Es ist erstaunlich, wie schnell die nächsten Termine nach dem Öffnen der App verfügbar sind. Selten musste ich länger als zwei Minuten auf den nächsten Termin warten. Die Öffnungszeiten der App sind ebenso flexibel. So bekommt ihr Werktags von 7 bis 22 Uhr einen Termin und an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 20 Uhr.   

Was ist in Online-Sprechstunden mit KRY möglich?

Auf eine eingehende körperliche Untersuchung müsst ihr in einer Online-Sprechstunde natürlich verzichten. Das ist aber auch gar nicht der Sinn der App. Vielmehr könnt ihr euch von Ärzten online medizinischen Rat holen und Rezepte oder Überweisungen abholen! Das ist auch ohne eine globale Pandemie schon ziemlich praktisch, denn um sich ein Rezept ausstellen zu lassen oder eine Überweisung zu einem Facharzt zu bekommen, ist es nicht immer nötig, physisch anwesend zu sein. Screenshot aus der App KRY

Der Coronavirus Symptomcheck von KRY

Neben der kostenlosen Videosprechstunde bietet die App außerdem einen ebenfalls kostenlosen Symptomcheck, den Patienten täglich selbst machen können, um anschließend eine Handlungsempfehlung zu bekommen. Dazu sei gesagt, dass dieser Check durch KRY keinen echten Test auf das Coronavirus ersetzt. Immerhin verläuft die Erkrankung bei vielen Infizierten völlig ohne Symptome und kann nur mit speziellen Tests nachgewiesen werden. Im Fall einer solchen symptomfreien Infektionen würde die App also keinen Alarm schlagen, auch wenn ihr vielleicht infiziert seid. Versteht den Symptomcheck also bitte nicht als Test-Ersatz, sondern als Handlungsempfehlung! Infektionen, die ohne Symptome verlaufen, sind vor Allem deshalb gefährlich, weil hier die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass Infizierte unwissentlich andere Menschen anstecken. Es gilt also, sich immer so zu verhalten, als hätte man die Coronaviren bereits in sich, um andere zu schützen. 

So funktioniert der Symptomcheck

Der Symptomcheck ist denkbar einfach gehalten. Anders als bei der Online-Sprechstunde, müsst ihr hier nicht mit einem Arzt sprechen. Auf der Startseite findet ihr lediglich eine Schaltfläche mit der Aufschrift. „Prüfe deine Covid-19-Symptome“. Klickt ihr diese an, werden euch ein paar Fragen gestellt. Hier müsst ihr zum einen angeben, welche Symptome ihr habt, wie sich euer Gesundheitszustand entwickelt hat und welche Vorerkrankungen ihr aufweist. Zum anderen müsst ihr Fragen zu euren Lebensumständen beantworten. So zum Beispiel, ob ihr Kontakt zu jemanden hattet, bei dem das Coronavirus diagnostiziert wurde oder ob ihr zur Risikogruppe gehört, die in Krankenhäusern oder dem öffentlichen Dienst arbeitet.

Daraus leitet die App eine Handlungsempfehlung ab. Solltet ihr beispielsweise grippeartige Symptome aufweisen, sagt euch die App, dass diese von Covid-19 stammen KÖNNTEN und dass ihr besser etwas mehr als zwei Wochen zuhause bleibt. Hier liegt der Fokus aber auf dem Wort könnte. Denn, wie bereits gesagt, ersetzt diese Möglichkeit Coronavirus-Symptome online checken zu lassen, keinen medizinischen Test. Das bedeutet: Ihr braucht keine Panik zu haben. Bleibt in so einem Fall einfach die empfohlene Zeitspanne zu Hause. Ihr müsst nicht zwingend Corona haben, aber in der jetzigen Situation ist beim Thema Krankheit Vorsicht definitiv besser als Nachsicht.

Was kostet KRY?

Das einzige Manko der App: Sie ist nicht gänzlich kostenlos. So fallen die Online-Sprechstunden im Normalfall mit etwa 30 bis 50 Euro zu Buche. Privatversicherte Patienten bekommen allerdings eine Erstattung. Es heißt in der App zudem, dass die Erstattung für gesetzlich Versicherte „aktuell“ noch nicht möglich sei. Es könnte also sein, dass auch die gesetzlichen Krankenkassen die Online-Sprechstunden bei KRY zukünftig übernehmen.

Kostenlose Sprechstunden für Coronavirus-Symptome  

Anders sieht die Kostenfrage aber aus, wenn es sich um Coronavirus-Symptome handelt. So sind die Videosprechstunden bei KRY momentan für Patienten mit Covid-19-Symptomen gänzlich kostenlos. Eine tolle Aktion in zweierlei Hinsicht, wie wir finden. Denn zum einen wird dadurch das Gesundheitssystem stark entlastet. Indem sie online Sprechstunden nutzen, bleiben Patienten mit Symptomen häufiger zu Hause, stecken so weniger Menschen an und verlangsamen damit die Verbreitung des Virus. Da so auch Ärzte und medizinisches Personal vor Infektionen geschützt werden, wird das Gesundheitssystem durch die Aktion vor einer Überlastung durch zu viele Ausfälle geschützt.

Für Patienten ist diese Aktion aber ebenso toll. Denn gerade durch die Berichterstattung in den Medien haben viele Angst vor der Infektion mit Corona. Stellt euch einfach vor, ihr bekommt die Krankheit jetzt. Mit dem Wissen über die vielen schlimmen Verläufe, dürfte das in vielen eine große Angst auslösen, die so vielleicht gar nicht immer angebracht ist. Mit einem Mediziner über Video-Chat zu sprechen und den eigenen Gesundheitszustand einordnen zu lassen, kann da unter Umständen sehr beruhigend wirken.  

ClickDoc als kostenlose Alternative

Eine Alternative zu KRY stellt die Plattform ClickDoc dar. Diese bietet euch nicht ganz so frei die Möglichkeit, mit verfügbaren Ärzten zu sprechen, wie es KRY tut. Vielmehr dient sie als Tool, um Termine bei seinen bestehenden Ärzten, online durchzuführen. Dafür ist es aber entscheidend, dass diese auch auf ClickDoc registriert sind und ihren Patienten diese Möglichkeit anbieten. Falls das der Fall ist, könnt ihr die Sprechstunde nun per Video-Call durchführen und auch so zum Beispiel eure Coronavirus-Symptome online checken lassen. Auch für Termine mit Therapeuten und Psychologen kann ClickDoc eine Alternative sein. Gerade in Zeiten von Social Distancing kann der Bedarf hier bei psychisch Erkrankten verstärkt werden. Die Möglichkeit Sprechstunden via Skype durchzuführen, besteht übrigens in der Regel nicht. Da es sich hier um medizinische Daten handelt, muss die entsprechende Software, die für den Video-Call verwendet wird, strenge Datenschutzauflagen erfüllen. ClickDoc tut das, weshalb häufig auch die Krankenkassen von Medizinern verlangen, dass sie diese Software benutzen, um Videosprechstunden durchzuführen. 

Auch ClickDoc kann helfen die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Denn auch mit dieser Plattform wird verhindert, dass Infizierte Praxen aufsuche und so Ärzte und andere Patienten anstecken. Um diesen positiven Effekt zu fördern, hat sich auch ClickDoc dazu entschieden, Ärzten das Tool kostenlos zur Verfügung zu stellen. Sollte euer Arzt also bisher noch kein ClickDoc verwenden, weist ihn doch gerne darauf hin!

CORONA PROJECTS ist eine Netzpiloten-Serie zu herausragenden Projekten, die uns derzeit positiv auffallen. Sie dokumentieren die Kreativität und Kraft der digitalen Macher. Schickt uns gerne Tipps, wenn ihr uns auf tolle Projekte aufmerksam machen wollt: ankunft@netzpiloten.de.

Moritz Stoll

kann ALLES, aber nichts so richtig. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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