Aero 17 HDR im Test – volle Creator Power

Gigabytes Aero-Serie richtet sich an die Bedürfnisse von Creatorn. Ziel der potenten Notebooks ist es, Kreativen die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben und ihnen gleichzeitig ein mobiles Arbeiten zu ermöglichen. In der Vergangenheit haben wir bereits das Aero 17 HDR getestet. Das kam in der damaligen Iteration mit einer RTX 2070 Super und einem Intel Core i7. Nun hatten wir das Aero 17 HDR XD im Test, das mit einer RTX 3080 und einem i9 der neuesten Generation ausgestattet ist. Was das Gerät im Alltag eines Creators taugt, wie es sich in Sachen “Mobilität” schlägt und ob Gaming damit gut möglich ist, erfahrt ihr in diesem Test. 

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Optik und Design

Optisch hat sich beim Aero 17 HDR nicht viel verändert und es gliedert sich recht nahtlos in die Riege der Aero Notebooks ein. Schlichtes Aluminium Gehäuse, weiß beleuchtetes Logo auf der Display-Rückseite und ein mattes Finish. Für derart potente Notebook sind die Aero-Laptops sehr schmal. So auch das Aero 17 HDR in meinem Test. Die etwa zwei Zentimeter Dicke macht optisch definitiv etwas her und damit hebt sich das Aero deutlich von anderen Creator- oder Gaming-Notebooks ab. Die lassen sich häufig ganz gut mit dem Wort „Backstein“ beschreiben. Allerdings liefern auch andere Hersteller zunehmend elegantere Gehäuse für potente Hardware. Ganz konkurrenzlos ist Gigabyte hier also nicht unterwegs.

Stattliche Größe

Das Aero 17 HDR verfügt über den namensgebenden 17,3 Zoll HDR Display. Der kommt nicht nur auf eine 4K-Auflösung sondern deckt den gesamten Adobe-Farbraum ab, ist bereits kalibriert und stellt Farben sehr akkurat dar. Insgesamt ist das Notebook natürlich schon eher groß. Aber dank des nahezu randlosen Displays immer noch in einem akzeptablen Rahmen. Mit etwa 2,8 Kg Gesamtgewicht kann man das Aero 17 HDR aber durchaus als einen “Klopper” bezeichnen. Zwar einen sehr schlanken und eher hübschen „Klopper“, aber ein Leichtgewicht ist der Laptop nicht. 

Das wirkt sich natürlich auf die Portabilität aus. Für kurze Strecken oder einen Arbeitsweg ist es gut zu transportieren. Für Creator, die den Anspruch haben von überall aus zu arbeiten und ihr Notebook immer mitnehmen zu wollen, ist es meines Erachtens einfach zu schwer.

Gamer Chic war gestern

Wer den einen oder anderen meiner Tests in der Vergangenheit gelesen hat, weiß: Ich hasse Gamer Chic. Mir will nicht in den Kopf, warum wir Gamer nicht auch ästhetisches Equipment bekommen sollen und stattdessen mit bunten LEDs bombardiert werden. Umso besser gefällt mir das schlichte Aero-Design. Auch die RGB-Hintergrundbeleuchtung der Tastatur lässt sich einfach auf Weiß einstellen und macht dann wirklich was her. 

Das steckt drin: Hardware

Kommen wir zu den harten Fakten und schauen uns an, was im Aero 17 HDR der RTX 30-Generation verbaut ist. Keine Sorge, falls ihr euch mit Hardware nicht auskennt. Ihr könnt den Absatz auch einfach überspringen. In den nachfolgenden Absätzen gehen wir näher darauf ein, wie geeignet das Notebook für welche Tätigkeiten ist. 

Zum einen ist in dem Aero 17 HDR ein Intel Core i9 Prozessor der 11. Generation verbaut. Das ist ein wirklich sehr leistungsstarker Prozessor, der selten wirklich an seine Grenzen stößt. So waren: Photoshop, Blender und Google Chrome parallel für mich nie ein Problem. Andere Rechner hätte diese Leistungshungrige Kombi längst in die Knie gezwungen. Hinzu kommen 32 GB Arbeitsspeicher. Auch das ist wirklich mehr als ausreichend und macht da Arbeiten in mehreren Programmen zugleich sehr viel angenehmer.

Zum anderen sorgt eine RTX 3080 Laptop-GPU für entsprechende Grafikpower. Hardware-Kenner unter euch werden sicherlich skeptisch, ob denn eine so potente Grafikkarte in einem zwei Zentimeter dicken Notebook ihre volle Power entfalten kann. Ich habe keinen direkten Vergleich zur 3080 in einem Tower-PC beispielsweise und kann wenig dazu sagen. Was ich aber sagen kann ist: Das die 3080 sich schon sehr stark bemerkbar macht. Ich arbeite normalerweise auf einem Aero 15 OLED mit RTX 2070 Super. Die ist gerade für 3D-Anwendungen wie Blender wirklich Gold wert. Doch hier ist die 3080 noch einmal um längen potenter und rendert spürbar schneller. Dasselbe gilt für Videoschnitt- und rendering, Game Engines und Bildbearbeitung. Auch an Speicherplatz mangelte es dem Aero 17 HDR im Test nicht. So kommt es mit zwei SSDs, die über 500 und 1000 GB Speicherkapazität verfügen. Das ist amtlich und damit seid ihr auf jeden Fall gut bedient. Insbesondere, wenn ihr beispielsweise mit großen 4K-Dateien hantiert, habt ihr hier definitiv genügend Platz.   

Das Aero 17 HDR verfügt weiterhin über 3 USB 3.0-Anschlüsse, einen Kopfhörer-Ausgang und ein Mikrofon-Eingang, einen SD-Karten-Slot sowie einen USB-C -Eingang und einen Thunderbolt-Anschluss. Über den HDMI-Anschluss kann außerdem ein 4K-Fähiger Monitor angeschlossen werden.

Kühlung und Lüftergeräusche des Aero 17 HDR im Test 

Bei einem potenten Notebook ist die Frage der Kühlung eine sehr wichtige. Denn: leistungsstarke Bauteile brauchen ordentlich Strom und der wiederum erzeugt Wärme. Hier habe ich eine deutliche Verbesserung zu der Vorgängergeneration der Aero-Notebooks festgestellt. Während mein Aero 15 OLED wirklich sehr laut und leider auch sehr warm werden kann, sind Kühlung und Lüftergeräusche beim 17 HDR um einiges besser. So liegt hier die CPU-Temperatur im Normalbetrieb bei 40 bis 50 Grad Celcius. Das 15 OLED liegt hier zum Vergleich bei eher 50 bis 60 Grad und dreht die Lüfter teilweise ohne ersichtlichen Grund auf. Auch unter Last ist das 17 HDR nicht unangenehm laut. Natürlich pustet es bei einem Rendering oder wenn es eine VR-Anwendung darstellt, aber im Normalbetrieb bleibt das wirklich im Rahmen. 

Das bringt die Microsoft Azure AI

Die AERO Notebooks sind mit der Microsoft Azure AI ausgestattet. Diese soll Lüfter- und Performanceeinstellungen je nach Anwendung automatisch einstellen. Dafür kann sie auf vorgefertigte Profile zugreifen, die sich aus Nutzerdaten aus einer Cloud speisen. Das klingt in der Theorie sehr gut, besonders für diejenigen, die keine Lust haben, sich selbst mit den Einstellungen in dem vorinstallieren Control Center von Gigabyte zu beschäftigen. In der Praxis hingegen nervt die Azure AI ziemlich. So hat sie bei mir beispielsweise den Creator Modus nicht dann eingeschaltet, wenn ich die recht Rechenintensive Game Engine Unity gestartet, sondern erst dann, wenn ich die Entwicklungsumgebung Visual Studio geöffnet habe. In der Praxis sind die verschiedenen Modi nicht immer ganz nachvollziehbar und es kommt zu einem plötzlichen Aufdrehen der Lüfter. Deshalb habe ich sie in meinem Aero 17 HDR Test irgendwann einfach deaktiviert und die Einstellungen dann doch händisch vorgenommen. Das fühlt sich mit dem Control Center übrigens relativ intuitiv an. Generell bin ich großer Fan der Software, da ich hier auch Grafikkarten-Treiber und andere wichtige Software immer aktuell halten kann.

Wofür eignet sich das Aero 17 HDR – Test im Alltag

Ich habe das Aero 17 HDR für etwa drei Monate als mein Hauptarbeitsgerät benutzt. Alles in allem war ich sehr zufrieden mit dessen Performance und empfehle es jedem Creator, der etwas leistungsstärkere aber dennoch mobile Hardware braucht. Allerdings solltet ihr euch hier darüber im Klaren sein, dass es sich um ein High-End Gerät handelt. Solltet ihr beispielsweise eher auf Text, Bild oder 2D-Ebene arbeiten, dann ist dieses Notebook für eure Bedürfnisse eventuell zu viel und auch zu teuer. Immerhin ist die RTX 3080-Grafikkarte  zumindest im Moment so ziemlich die stärkste Grafikkarte auf dem Markt. Fragt euch also, ob ihr all diese Power wirklich braucht. Wenn ihr in 3D Arbeitet, viel Multitasking braucht und auf schnelles Rendering setzen wollt, dann seid ihr hier Goldrichtig. Digital Painter allerdings sind mit dem Aero 17 HDR etwas „überbedient“.

Das Aero 17 HDR für verschiedene Nutzungsarten

Ich habe das Aero aus der Brille verschiedener Creator-Typen getestet, um zu schauen, wie es in den jeweiligen Bereichen performt. Dabei hat das Notebook in allen Bereichen gut abgeliefert. Besonders Tastatur und Trackpad gefallen mir hier sehr gut. Die Tastatur setzt angenehme Druckpunkte und das Trackpad ist sehr präzise. Das Macht das Notebook in Kombination mit dem brillanten Display auch zu einem guten Arbeitsgerät ohne zusätzlichen Monitor.

Das Aero 17 HDR für Office-Tätigkeiten

Natürlich lässt sich das Aero auch für ganz alltägliche Office-Tätigkeiten verwenden. Schreiben, Emails, Telefonieren – all das ist damit möglich. Wie ihr euch vermutlich aber denken könnt, wäre es nicht sinnvoll, sich das Aero 17 HDR nur dafür zuzulegen. Ein Manko hat das Aero 17 HDR allerdings in Bezug auf Video-Calls. Die Webcam sitzt unterhalb des Displays. Das ist vermutlich dem schmalen Displayrand geschuldet, ergibt für mich aber wenig sinn. So schauen sich die anderen Call-Teilnehmer nämlich permanent das innere meiner Nasenhaare an.

Das Aero 17 HDR für 3D-Artists

Im Bereich 3D-Art performt das Creator-Notebook aus dem Hause Gigabyte sehr gut. Getestet habe ich es mit der freien 3D-Software Blender und konnte dabei auch in großen Szenen mit vielen Vertecies sehr flüssig arbeiten. Hier glänzt der verbaute i9-Prozessor, der derartige Projekte locker händeln kann. Auch die Renderzeiten sind dank der RTX 3080 deutlich kürzer als mit anderen Grafikkarten. Die Rendered-Ansicht im Viewport fühlt sich auch mit Cycles sehr flüssig an. Wir können uns die gerenderte Szene beinahe in Echtzeit anschauen. So macht die Kreative Arbeit mit Software wie Blender oder Maya absolut Spaß. Zwar tut es hier auch eine der RTX 20-Karten aus der Vorgängergeneration aber angenehm ist ein beschleunigter Workflow alle mal. 

Ich habe an das Aero 17 HDR zwar noch einen externen Monitor angeschlossen, da dieser noch größer ist und ich die Arbeit auf einem Notebook direkt nicht allzu komfortabel finde, aber besonders beim Shading ergibt es absolut Sinn, auf den 17,3 Zoll zu wechseln. Dieser ist nämlich von vornherein kalibriert, deckt den gesamten Adobe Farbraum ab und stellt Farben sehr klar und realistisch dar. Auch sind die Bildschirmgröße und die 4K-Auflösung sehr angenehm für die Augen. 

Das Aero 17 HDR für 2D-Artists

Auch für zweidimensionale Arbeiten eignet sich das Aero hervorragend. So habe ich es beispielsweise für Photoshop und für digitales Zeichnen benutzt. Dank der leistungsstarken Hardware läuft hier alles flüssig und ohne Probleme. Allerdings muss man hier klar sagen, dass es keinen Sinn ergibt, sich dieses Gerät zu kaufen, wenn ihr ausschließlich in 2D arbeiten wollt. Dafür reichen auch etwas weniger Leistungsstarke Geräte. 

Das Aero 17 HDR für Game Development

Ich habe ein komplettes Spieleprojekt in Unity in meinem Test umgesetzt und war mit der Leistung des Aero 17 HDR für eine derartige Aufgabe sehr zufrieden. Ich konnte flüssig arbeiten, dank des Leistungsstarken i9 mehrere benötigte Programme parallel laufen lassen und das Spiel mit guter Performance testen. Die Arbeit war dadurch sehr angenehm und lief nahezu reibungslos. Im Gegensatz zu meinem privaten Laptop, hat auch die Lüftung hier nicht so stark aufgedreht. 

Fazit: Ein perfektes Notebook für grafisch Anspruchsvolles

Wer also grafisch anspruchsvollen Tätigkeiten nachgeht, ist mit dem aktuellen Aero 17 HDR sehr gut beraten. Ob Video-Editing, 3D-Modelling, Scultping oder Game Development. All das schafft das Aero 17 HDR locker. Auch für Office-Tätigkeiten, Gaming und 2D-Grafik taugt das Gerät allemal. Solltet ihr euch allerdings darauf beschränken wollen, schaut besser in einem etwas niedrigen Preissegment. Mit knapp 2600 Euro gebt ihr hier vermutlich zu viel Geld aus. Falls ihr einen alltäglichen mobilen Begleiter sucht, dürfte das 17-zoll Notebook ebenfalls etwas zu groß und schwer sein. Um aber zwischen bestimmten Arbeitsplätzen wechseln zu können, ist es hervorragend. 


Titelbild von Gigabyte

Moritz Stoll

kann vieles, aber nichts so richtig. Beschäftigt sich gerne und viel mit Tech und Trara, ist fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion und moderiert den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara. Die (digitale) Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, die man ausprobieren, bearbeiten und hinterfragen kann.


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