AERO 17 HDR im Test – Die Gaming-Alternative zum MacBook Pro?

Für viele haben Apples MacBooks im Hinblick auf kreative Tätigkeiten noch die Nase vorn. Die Displays sind besser kalibriert, Verarbeitung und Performance stimmen hier einfach. Nun versucht ein Hersteller aus Taiwan, Apple diesen vermeintlichen ersten Platz streitig zu machen. Die Aero-Serie von Gigabyte kommt mit rechenstarken Notebooks daher, die sowohl für kreative Arbeit als auch fürs Gaming eine wirklich gute Figur machen. Ich hatte das Aero 17 HDR im Test, um herauszufinden, was das Notebook kann und für wen es geeignet ist.

Das Aero 17 HDR im Test – das steckt drin

Die Notebooks der Aero-Reihe kommen in verschiedenen Ausführungen. Zum einen gibt es hier das Aero 15 mit einer Bildschirmdiagonale von 15 Zoll, sowie das Aero 17. Das Aero 17 HDR, das ich im Test hatte, kommt auf eine Bildschirmdiagonale von 17 Zoll. Im inneren sind in meinem Fall eine NVIDIA GeForce RTX 2070 Super, ein Intel Core i7 der neunten Generation sowie eine 462 GB SSD verbaut. Der ohnehin schnelle Prozessor wird unterstützt von 16 GB DDR4 RAM von Samsung.

Alternativ gibt es das Gerät auch mit einer Grafikkarte aus der GeForce GTX 16-Serie und einem Intel Core i9 der neunten Generation. Das Innenleben des Aero 17 HDR beeindruckt im Test also schon mal durch leistungsstarke und Top-moderne Komponenten. Allerdings ist das bei einem Notebook für über 3.000 Euro auch nicht anders zu erwarten. Das Power-Notebook kann aber weitaus mehr, als auf dem Papier gut auszusehen.

Das Display des Aero 17 HDR im Test

Die wahre Stärke des Aero 17 HDR liegt für mich ganz klar im Display. Das ist nicht nur schön groß und mit einem Displayrand von 3 Millimetern auch beinahe randlos. Es hat unfassbar tolle Farben und bringt eine hohe Auflösung zustande. So könnt ihr auf dem AUO 4K HDR Display mit 100% Adobe RGB Farbtiefe perfekt Videos schneiden, Photos bearbeiten oder die aktuellsten Spiele in all ihrer Pracht genießen. Die Farbtiefe des Displays ist dabei an die Produkte von Adobe angepasst. Das Argument vieler Grafiker oder Cutter ist hier häufig, dass nur MacBooks die nötige Komptabilität mit Photoshop, Illustrator, Premiere und Co zustande bringen. Das Aero 17 HDR zeigt, dass auch ein Windows-Notebook für kreative Berufe eine gute Wahl sein kann. Anders als auf vielen anderen Notebooks dieser Klasse, kann man auf dem Aero 17 HDR aber eben auch wirklich gut zocken. Das habe ich im Test übrigens auch reichlich und mit Freude getan. 😉

Optimale Performance mit der Microsoft Azure AI

Notebooks und PCs dieser Größenordnung verfügen in der Regel über unzählige Leistungs- und Lüftereinstellungen. Die richtigen Einstellungen können hier dafür sorgen, dass das jeweilige Programm oder Spiel mit einer optimalen Performance läuft. Da aber kaum jemand diese Einstellungen immer perfekt an das gerade genutzte Programm anpasst, hat sich Gigabyte mit Microsoft zusammengetan. Über die Schnittstelle zur Microsoft Azure AI werden hier die Lüfter- sowie CPU- und GPU- Einstellungen automatisch an den jeweiligen Bedarf angepasst. Ganz ohne zutun des Nutzers. Wer hier allerdings bedenken hat, dass Daten an Microsoft gehen, kann die Funktion selbstverständlich ausschalten.

Ich habe sie in meinem Test zum Aero 17 HDR aber als sehr angenehm empfunden. Wenn ich zuerst in der Game Engine Unity arbeite, anschließend ein Video schneide und dann noch eine Runde Call of Duty: Warzone spiele, habe ich keine Lust, jedes Mal die Einstellungen meines PCs für die optimale Performance anpassen zu müssen. Nun, da das für mich erledigt wird, kann ich mich auf die Arbeit oder das Gaming selbst konzentrieren.

Optik und Verarbeitung des Aero 17 HDR im Test

In Sachen Optik und Verarbeitung hat für mich Apple nach wie vor die Nase vorne. Das liegt aber auch daran, dass mir, rein subjektiv, der Gamer-Chic überhaupt nicht gefällt. Ich mag es, wenn technische Geräte unauffällig und schlicht designed sind. Das ist aber rein subjektiv und das Aero 17 HDR ist hier im Vergleich zu anderen Gaming-Notebooks deutlich dezenter.

Objektiv beurteilt, konnten mich Optik und Verarbeitung des Aero 17 HDR im Test durchaus überzeugen. Zuallererst: Für sein sehr umfangreiches Interior ist das Gerät ziemlich schmal. Das Aluminiumgehäuse macht einen stabilen und wertigen Eindruck und auch das Scharnier des Bildschirms ist stabil und fest.

Die Tastatur des Aero 17 HDR ist flach, aber überzeugt dank guter Druckpunkte und Präzision. Ich persönlich finde die Tastenbeschriftung etwas unleserlich, das ist aber auch eine Frage der Gewöhnung. Lediglich die Zeichen der Funktionstasten sind besonders dann, wenn die Tasten beleuchtet sind, schlecht zu lesen, da diese selbst nicht beleuchtet sind. Auch das Touchpad sitzt fest im Gehäuse und lässt sich sehr präzise verwenden.

Für alles gibt es einen Anschluss

Ein Gerät dieser Größenordnung sollte ein Allrounder sein. Zumindest in Sachen Anschlüsse ist es das auch. So verfügt das Aero 17 HDR über drei USB 3.0 Anschlüsse, einen HDMI-Ausgang und einen SD-Karten-Leser. Außerdem verfügt der Laptop noch über einen Thunderbolt 3- und einen USB-C-Anschluss sowie einen Netzwerkstecker. Hinzu kommen ein Mikrofon-Eingang sowie ein Kopfhörer-Ausgang.

Viel Power braucht viel Kühlung

Alleine die RTX 2070 Super verlangt einiges an Kühlung! Doch für die ist im Aero 17 HDR gesorgt. So verfügt das Notebook insgesamt über zwei Lüfter mit 71 Flügeln, fünf Heatpipes, die die Wärme leiten sowie elf Belüftungsöffnungen. Das ist eine ganze Menge und macht sich akustisch auch bemerkbar. Für ein wenig Optimierung bei den Lüftereinstellungen sorgt die integrierte AI, aber lautes Rauschen bleibt bei grafisch anspruchsvollen Anwendungen nicht aus.

Die Lüftung ist dabei aber sehr unauffällig verbaut. So finden sich hier keine klobigen Lüfter-Öffnungen. Stattdessen sind diese dezent auf der Unter- und Rückseite sowie an den Seiten verbaut.

Aero 17 HDR im Test Rückseite mit Lüftern
Die Lüfter erstrecken sich über die komplette Rückseite des Laptops.

Das Aero 17 HDR im Test für Gamer

Wer ein Notebook fürs Gaming sucht, wird hier definitiv nicht enttäuscht werden. Dank modernstem Innenleben kann das Aero 17 HDR so ziemlich jedes moderne Spiel auf Maximal-Einstellungen flüssig ausführen. Call of Duty: Warzone lief in meinem Test zum Aero 17 HDR konstant über 50 FPS. Und das bei den höchstmöglichen Grafikeinstellungen. Selbst das Raytracing tat hier keinen Abbruch. Das hat mich sehr beeindruckt und mir so manche schöne Gaming-Stunde beschert.

Auch Raytracing sollte mit der verbauten GeForce RTX 2070 Super in der Theorie kein Problem darstellen. Bei Raytracing handelt es sich, vereinfacht gesagt, um eine realistische Berechnung der Lichtstrahlen. Diese wurde bisher häufig von Entwicklern gefaked und war somit eigentlich physikalisch nicht korrekt. Ich sage deshalb „in der Theorie“, weil Raytracing es aufgrund des hohen Performance-Anspruchs bisher noch nicht zur Marktreife gebracht hat. Zwar konnte ich die Option in Call of Duty: Warzone aktivieren ohne dabei einen merklichen Performance-Einbruch zu spüren, einen wirklichen Unterschied habe ich allerdings nicht gesehen.

Anders ist das bei Minecraft, dass in seiner aktuellen Beta die Technologie tatsächlich unterstützt. Theoretisch sollte die RTX 2070 Super hier keine Probleme bekommen. Zwar sieht man hier einen deutlichen Unterschied, ich bin aber nie über zehn Bilder pro Sekunde hinausgekommen solange Raytracing aktiviert war. Das kann aber natürlich noch am dem Beta-Status der Funktion liegen. Der optische Unterschied ist dennoch gut zu erkennen!

Das Aero 17 HDR im Test für Kreative und Gestalter

Aber das Power-Notebook kann nicht nur Gaming. Tatsächlich finde ich, es ist eine gute Alternative zu Apples MacBooks. Denen haftet nach wie vor der Ruf an, für Kreative und Gestalter die beste Option zu sein. Ich möchte dem MacBook Pro diesen Ruf auch überhaupt nicht absprechen. Dennoch ist das Aero 17 HDR mitunter eine vergleichbar gute Option, wenn auch ein wenig teurer. Dank des herausragenden, 4K-fähigen Displays stellt es Farben sehr gut dar. Visual Artists, Grafiker, Cutter, Illustratoren oder 3D-Artists werden hier definitv fündig. Eine leistungsstarke GPU kann zudem Render-Prozesse in Video-Editing-Software oder 3D-Modelling-Software verkürzen.

Das Aero 17 HDR für Entwickler und Programmierer

Auch Entwickler dürften mit dem Aero 17 HDR zufrieden sein. Wobei auch hier der Fokus eher auf rechenintensiven Aufgaben liegen dürfte. Zum Beispiel für die Arbeit mit Game Engines wie Unity oder mit 3D-Modelling-Software wie Blender ist das Aero 17 HDR bestens geeignet. Gerade für Entwickler oder Artists im Home Office ist die Portabilität nicht zu Unterschätzen.

Ein weiteres Anwendungsfeld für das Aero 17 HDR im professionellen Umfeld sind die Bereiche Data Science und Machine Learning. Hier werden in der Regel Berechnungen durchgeführt, die wie auch die Grafik von Spielen, mithilfe einer Grafikkarte beschleunigt werden. Wer also hier nach einem passenden Gerät sucht, könnte mit dem Aero 17 HDR durchaus glücklich werden.

Fazit: Eine leistungsstarke Gaming-Alternative zum MacBook

Nach meinem Test zum Aero 17 HDR lässt sich sagen: Das Notebook ist eine echte Alternative für Kreative, Gestalter und Entwickler. Zwar ist es mit einem Preis von über 3000 Euro nicht günstig, dafür bekommt man hier aber echt etwas geboten. Wer nach einem Gerät sucht, dass er sowohl für produktive Zwecke, als auch für das Spielen aktueller PC-Spiele nutzen kann, wird hier auf jeden Fall fündig. Bei all der Power büßt das Aero 17 ein praktisches Handling nicht ein und kann entspannt mitgenommen werden. Die 17-Zoll Bildschirmdiagonale machen einen zusätzlichen Monitor beinahe überflüssig.

Wer allerdings weder viel spielt oder rechenintensive Arbeiten erledigt, greift mit dem Aero 17 HDR unter Umständen etwas zu tief ins Portmonaie.

Moritz Stoll

kann ALLES... solange er googlen kann. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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