Die Hamburg Kreativ Gesellschaft ist eine wichtige Wirtschaftsförderung für die Kreativwirtschaft Hamburgs. Zu dieser gehört etwa nextMedia, die aus dem SPACE Hamburg Medien- und Digitalunternehmen fördern. Eine weitere sehr wichtige Anlaufstelle ist die Gamecity Hamburg. Diese ist nicht nur eine wichtige Gamesförderung, sondern auch ein Netzwerk der starken Hamburger Gaming-Branche.
Heute wollen wir daher zwei starke Programme der Gamecity Hamburg vorstellen. Zum einen gibt es derzeit ein wirklich einzigartiges Schulpraktikum, um die Branche von vielen Seiten kennenzulernen. Für Entwickler lockt außerdem die nächste Runde der Prototypenförderung mit bis zu 80.000 Euro.
Schulpraktikum Games: Die Hamburger Spielebranche kennenlernen
Es ist zugegeben nicht das typische Praktikum, bei dem man direkte Arbeitserfahrung in einem Unternehmen sammelt. Stattdessen lernen 16 Schüler*innen die Branche als komplettes System kennen. Das besondere daran: zu den beteiligten Unternehmen gehören europäische Größen wie InnoGames, Fishlabs, Playa Games, gamigo und Goodgame Studios. Hinzu kommen die HAW Hamburg, die Standortinitiative Gamecity Hamburg und die Initiative Creative Gaming e.V.
Betreut von Medienpädagogen der Initiative Gaming e.V. rotieren die Schüler*innen durch die beteiligten Unternehmen. Dort erhalten sie praktische Einblicke in den Berufsalltag und die Möglichkeit selbst Fragen zu stellen. Den Schülern soll so die ganze Berufs-Vielfalt gezeigt werden. Thorsten Rohmann, CEO bei Playa Games erklärt dazu:
„Bei der Entwicklung eines Videospiels arbeiten viele unterschiedliche Disziplinen eng zusammen. Game Design, Art, Programmierung, Produktion, Marketing oder Community Management brauchen jeweils andere Fähigkeiten und Persönlichkeiten. Genau diese Vielfalt macht unsere Branche aus. Das Schulpraktikum Games gibt den teilnehmenden Schüler*innen die Möglichkeit, verschiedene Berufsbilder kennenzulernen und durch praxisnahe Aufgaben selbst Erfahrungen zu sammeln.“
Neben dem Besuch der Unternehmen lernen die Schüler*innen an zwei Praktikumstagen mehr über spielnahe Studiengänge der HAW und können selbst aktiv Spielemechaniken und Charaktere entwickeln. Die Ergebnisse stellen sie am letzten Tag Vertreter*innen der Unternehmen vor.
Ich finde das Praktikum ist für Schüler*innen eine einmalig Chance, die Branche in ihrer ganzen Breite kennenzulernen und erste Kontakte zu gleich mehreren großen Unternehmen zu knüpfen. Schade, dass es das Schulpraktikum Games so nicht zu meiner Schulzeit gab.
Bewerbungsfristen
Gamecity Prototypenförderung
Die Prototypenförderung gehört schon lange zu den wichtigsten Projekten der Gamecity – 2020 noch gestartet als „Games Lift“-Inkubator. In dieser 2. Förderrunde 2026 können sich Start-Ups sowie kleine und mittlere Unternehmen für eine Förderung von insgesamt bis zu 180.000 Euro für die Entwicklung neuer Spiele bewerben. Die individuelle Förderhöhe beträgt dabei bis zu 80.000 Euro bei maximal 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Es entstehen keine Verpflichtungen zur Rückzahlung. Um sich zu bewerben muss man jedoch in Hamburg ansässig sein, den Sitz nach Hamburg verlegen oder zumindest eine Niederlassung in Hamburg eröffnen.
Für die aktuelle Förderrunde muss sich jedoch beeilt werden. Sie läuft nur noch bis zum 24. September. Außerdem ist ein Beratungsgespräch verpflichtend und wird eigentlich mindestens zwei Wochen vor dem Einreichtermin empfohlen, um die Bewerber*innen bestmöglich vorzubereiten. Auch ist eine Einreichung eine Woche vor Frist empfohlen, um Nachbesserungen zu ermöglichen. Am 3. November findet die Vergabesitzung für den Pitch am 17. November statt. Dort müssen die verbliebenen Antragssteller*innen ihr Projekt in einem 10-minütigen Pitch vorstellen.
Wer zu spät dran ist, sollte lieber auf die nächste Förderrunde vorbereiten, wo es erneut die Chance auf die Fördersumme von bis zu 80.000 Euro gibt. Wir empfehlen außerdem einen Blick in die FAQs der Förderung. Diese beantworten ausführlich Fragen zu Antragsstellung, Vergabe, Höhe der Förderung und mehr.
Was aus der Prototypenförderung hervorgehen kann, zeigte dieses Jahr übrigens „Map Map – A Game about Maps“. Das von Pipapo Games entwickelte Spiel erhielt damals 80.000 Euro Förderung, wurde unter anderem mit dem Ubisoft Newcomer Award ausgezeichnet und hält auf Steam derzeit 91% positive Bewertungen. Auch deren nächstes Spiel Manor Cartographer erhielt dieses Jahr schon die Förderung. In diesem geht es erneut um Karten, doch entgegen des friedvollen Erstlings, müsst ihr nun Fluchtwege aus einem Spukschloss kartographieren.
Für einen starken Standort
Hamburg ist ein starker Gaming-Standort und muss es auch bleiben. Doch die Branche wandelt sich jedoch. Die einst in Hamburg so erfolgreichen Browser Games sind mittlerweile weitgehend den Mobile Games gewichen, auch wenn InnoGames diesen Sprung ziemlich gut geschafft hat. Doch es ist gut, dass mit der Prototypenförderung vor allem Indie-Titel gefördert werden. Diese haben immer die Chance zu einem plötzlichen Erfolg zu werden und wirklich kreative Impulse zu setzen.
Auch das Schulpraktikum Games ist perfekt, um Schüler*innen bereits früh für die Branche zu begeistern. Es sind zwar „nur“ 16 Plätze in einer Millionenmetropole, doch diese schaffen schon eine neue Sichtbarkeit. Zudem bemüht sich Gamecity Hamburg auch darüber hinaus, ihre Branche an den Schulen sichtbar zu machen. So sucht man immer nach weiteren Schulen, die am Gamecity@School-Programm teilnehmen möchten. Wir finden solche und ähnliche Angebote, wie etwa die Hackerschool immer großartig, weil die Job-Vielfalt der Spieleentwicklung einfach noch zu selten wahrgenommen wird. Die Realität ist nämlich viel kommunikativer als die alten Keller-Klischees.
Image by Initiative Creative Gaming e.V., Grafik Gamecity Hamburg
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