Das Smartphone ist mittlerweile zum ständigen Begleiter geworden. Der erste digitale Gefährte kommt meist schon in jungen Jahren und begleitet uns – in wechselnder Form – womöglich bis ans Lebensende. Aber wie sieht die Smartphone-Nutzung in Deutschland genau aus?
Der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom veröffentlichte dazu im März diesen Jahres eine repräsentative Studie. Dazu wurden in den ersten fünf Wochen 2026 über eintausend Menschen ab sechzehn Jahren telefonisch zu ihrem Smartphone-Gebrauch befragt. Etwas mehr als 85% der Befragten gaben dabei an, überhaupt ein Smartphone zu nutzen.
Die zunehmend digitale Vernetzung der Welt und dessen Einfluss in unserem Alltag spiegelt sich auch im Nutzungsverhalten der Deutschen wider. In allen Altersgruppen steigt die tägliche Zeit die am Smartphone verbracht wird. Aber wie genau nutzen wir die Zeit vor dem Display?
So oft sind wir vor dem Bildschirm
Im Schnitt verbringen Personen in Deutschland etwa drei Stunden am Tag an ihrem Smartphone. Und je jünger die Personengruppe, desto höher ist ihre Bildschirmzeit. Täglich eine halbe Stunde mehr als der Durchschnitt verbringen Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren vor dem mobilen Bildschirm. Obwohl dies bei den 30- bis 49-jährigen etwas weniger wird, nutzen erst die 50- bis 64-jährigen ihr Smartphone für weniger als drei Stunden. Ab 65 Jahren nimmt die Bildschirmzeit dann merklich ab. Personen diesen Alters sind nur etwas weniger als zwei Stunden pro Tag – und damit eineinhalb Stunden weniger als die jüngste Personengruppe – vor dem Bildschirm.
Entgegen der altersbedingten Unterschiede bei der Bildschirmzeit, ähnelt sich die Dauer der Telefonate. Die Studie bezieht sich dabei auf die guten alten Sprachanrufe ohne Videofunktion. Der Großteil der Befragten hält beim Telefonieren sein Smartphone klassisch ans Ohr, zunehmend – gerade junge – Menschen telefonieren allerdings ganz ohne Hände. Viel lieber nutzen sie Kopfhörer, Headset oder die Lautsprecherfunktion. Und 37% halten sich dabei ihr Smartphone längs vor den Mund.
Bis zum Alter von 64 Jahren bleibt die Gesprächsdauer mit etwa einer halben Stunde am Tag relativ konstant, bei Personen über 65 Jahren schrumpft diese auf 18 Minuten am Tag. Mit zunehmendem Alter wächst auch der Vorzug des Festnetztelefons gegenüber dem Smartphone.
Konkret wird in Deutschland durchschnittlich 26 Minuten am Tag mit dem Smartphone telefoniert. Von den drei Stunden die die Deutschen durchschnittlich mit ihrem Smartphone verbringen sind das nur 14%. Wofür nutzen die wir unser Smartphone also sonst?
Das machen wir am Smartphone
Obwohl sich die Bitkom Studie überwiegend mit unserem Telefonier-Verhalten befasst, ist dies eben meist nicht unbedingt die primäre Nutzungsintention. Experte für Consumer Technology bei Bitkom Dr. Sebastian Köß beschreibt das Smartphone als eine Art Fernbedienung für den Alltag. Besonders jüngere Menschen organisieren Kommunikation, Entertainment und Erledigungen beinahe komplett über das kompakte Gerät. Smartphones navigieren ihre Nutzer*innen zielsicher durch die Gegend und bieten einen schnellen Wettercheck oder die Finanzübersicht zwischendurch. Köß weißt auch darauf hin, dass Personen die viel digital erledigen dies meist kürzer am Stück, aber dafür häufiger über den Tag verteilt, tun.
Zur Mediennutzung in Deutschland hat das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) diverse Studien zusammengesammelt. Daraus geht unter anderem hervor, dass 60% der Personen von 14 bis 49 Jahren ihr Smartphone nutzten, um ihr Leben zu organisieren. Gerade junge Menschen verlassen sich immer mehr auf ihr Smartphone – fast die Hälfte der 14- bis 29-jährigen denkt, dass ihr Leben ohne nicht funktionieren würde. Zudem würden in der selben Altersgruppe 35% ihr Nutzungsverhalten als süchtig bezeichnen.
Die Jugend und das Smartphone
Neben der Alltagsplanung steht auch Vernetzung und Unterhaltung auf dem Programm der deutschen Kinder und Jugendlichen. 94% der 14- bis 18-jährigen sind mindestens täglich auf Social Media unterwegs. Besonders unter Jugendlichen gilt es als uncool nicht auf den Plattformen vertreten zu sein. Dabei nutzen Jugendliche am liebsten ihr Smartphone um ins Internet zu gehen und diese zu besuchen.
Das Smartphone scheint generell das beliebteste mobile Endgerät der Jugend zu sein. Schon ab zehn Jahren nutzen es 88% mindestens ab und an, ab dreizehn Jahren sind es bereits 97%. Selbst besitzen 94% der 12- bis 19-jährigen in Deutschland ein Smartphone, und es ist in fast allen deutschen Haushalte vorhanden. Das erste eigene Smartphone bekommt der Großteil der deutschen Kinder bereits mit neun bis zwölf Jahren.
Der Austausch untereinander ist das wofür Kinder und Jugendliche sie ihr Smartphone am meisten nutzen – nur findet dieser primär über Text- und Sprachnachrichten anstelle von Anrufen statt. Etwa 20% nutzen ihr Smartphone nicht zum telefonieren. Eher spielen sie Videospiele, knipsen Fotos oder hören Musik und Podcasts.
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