Was sind NFTs?

Das Investieren in Kryptowährungen wird langsam erwachsen und immer neue Trends erscheinen regelmäßig und zeigen Potenzial, dass sie das nächste große Ding in der Krypto-Welt werden könnten. In der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Kryptowährung hat die Technologie hinter den Non-Fungible Tokens (NFTs) als passive Anlagemethode schnell Gestalt angenommen. NFTs sind so populär geworden, dass angesehene Unternehmen, Prominente und Investoren ihre NFTs auf den Markt bringen oder darüber sprechen. Aber was genau ist ein NFT? Ist es ein Meme oder hat die Idee von NFTs Zukunft und könnte sie ändern, wie wir Geld anlegen? Wir schauen uns dieses Thema näher an.

Was bedeutet NFT überhaupt?

NFT steht für Non-Fungible Token und steht im Gegensatz zu Fungible Tokens. Ein Fungible Token ist ein ersetzbares Sachgut. Bitcoin zum Beispiel haben alle den gleichen Wert und sind somit ersetzbar untereinander, also Fungible. Ein Beispiel für einen non-Fungiblen Token wäre zum Beispiel ein digitales Kunstwerk. Dabei könnt ihr zwar zwei quasi gleiche digitale Kunstwerke besitzen, aber jedes ist dennoch einzigartig. Ein Beispiel bietet die Krypto-Künstlerin Josie. Ihre 21 Kunstwerke „Forward Together – Bitcoin Edition #1/21“ bis „Forward Together – Bitcoin Edition #21/21“, sehen vielleicht gleich aus, sind aber aufgrund der jeweiligen Blockchain völlig einzigartig.

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank mit einem ganz speziellen Mechanismus, der es möglich macht, Eigentum eindeutig zuzuweisen und Teilnehmern zuzuordnen. Dabei sind alle Teilnehmer miteinander vernetzt. Durch die Dezentralität der Blockchain wird diese Datenbank mit den Informationen über Eigentümer nicht an einem Standort gespeichert, sondern bei jedem Teilnehmer des Netzwerkes. Die „Eigentümer“ sind letztlich Transaktionen, die zwischen Netzwerkteilnehmern hin- und hergehen und können einen unterschiedlichen Wert haben.

Zum Thema Blockchains empfehlen wir euch unseren Artikel wie Blockchain genauer funktioniert.

Die Geschichte der non-Fungible Token

Auch wenn NFTs erst seit kurzem zu einem globalen Hype wurden, sind sie älter als man vielleicht denkt. Die frühesten Hinweise auf NFT lassen sich bis nach 2012 zurückverfolgen und heißen Colored Coins.

Colored Coins bestehen aus kleinen Stückelungen einer Bitcoin und können so klein sein wie ein einzelner Satoshi, die kleinste Einheit einer Bitcoin. Die Coins werden verwendet, um verschiedene Sachgüter darzustellen und haben mehrere Anwendungsfälle, wie Aktienanlagen, digitale Collectibles oder die Möglichkeit, die eigene Kryptowährung auszugeben. Das System der Colored Coins hatte grundlegende Probleme, nichtsdestotrotz öffneten sie die Tür für weitere Experimente und legte einen Teil des Fundaments für NFTs.

2016 haben Memes Blockchain für sich entdeckt und maßgeblich zu der Entwicklung von NFTs beigetragen. Rare Pepe’s sind Bilder von Pepe dem Frosch, einer Comicfigur des Illustrators Matt Furie. Diese werden auf der Krypto-Plattform Counterparty, die mit einer Bitcoin-Blockchain betrieben wird, verkauft. 2017 fanden die Rare Pepes ihren Weg auf Ethereum, ein quelloffenes verteiltes System, welches das Anlegen, Verwalten und Ausführen von dezentralen Programmen in einer eigenen Blockchain anbietet. Das Projekt Peperium wurde auf Reddit angekündigt und sollte genau wie Counterparty spezielle Krypto-Token anbieten, die verwendet werden konnten, um die Frosch Memes zu erwerben.

m Oktober 2017 eroberten die ersten modernen NFTs den Markt. Die Cryptokitties sind ein Blockchain-basierendes virtuelles Spiel, das es Spielern ermöglicht, virtuelle Katzen zu adoptieren, aufzuziehen und zu tauschen. Die Kätzchen eroberten Mainstream Medien und machten Profite von mehreren Hunderttausend Dollar. Die CryptoKitties ebneten den NFT-Pfad, aber sie hätten dies nicht ohne die vorherigen Projekte schaffen können, die den Grundstein für den Aufbau einzigartiger digitaler Assets gelegt haben. Auch heute sind die CryptoKitties populär und mit dem rasanten Anstieg des Wertes der Etherum-Währung Ether (ETH) auch deutlich teurer geworden.

Arten von NFTs

Was kann eigentlich ein NFT sein? Eine Menge Sachen. Die beliebtesten NFT sind immer noch Kunstwerke, speziell Digital Art Sammlerstücke. Eine der beliebtesten NFT Kunst-Reihen sind die CryptoPunks, die mit den Cryptokitties zu den ersten modernen NFTs zählen. Am 9. Dezember 2021 verkaufte sich ein CryptoPunk der ersten Generation für stolze 2500 Ether, die einen Umrechnungswert von 10.256.825 US-Dollar haben.

NFTs finden auch in der Gaming-Welt Anwendung. Das Spiel Illuvium ist ein Strategiespiel auf der Ethereum Blockchain mit einer eigenen Krypto-Währung $ILV. Das Spiel wird in der Krypto-Community oft als das erste Triple-A Game angepriesen. Es richtet sich sowohl an Gelegenheitsspieler als auch an Hardcore-Gamer. Spieler sollen Spieleinhalte sammeln können, die sie für $ILV an andere Spieler verkaufen können und die In-Game Krypto lässt sich anschließend für ETH umtauschen. So soll das Spiel einen eigenen NFT-Markt besitzen.

NFTs können aber auch in der realen Welt Anwendung finden. So gibt es bereits Firmen in den USA, die die NFT-Technologie nutzen, um Immobilien zu verkaufen. Auch andere Vermögensgegenständen, wie Schmuck, werden als NFT verkauft, da eine Blockchain dabei helfen kann, den rechtmäßigen Besitz bei Verkauf nachzuweisen. Digitale Blockchain-Echtheitszertifikate für Wertgegenstände, wie Diamanten, seltene Weinflaschen, Edelsteine und anderen Luxusgütern werden bereits von der Firma Everledger angeboten.

Es gibt aber auch skurrile Anwendungsbereiche für NFTs. Der CEO von Twitter Jack Dorsey verkauften seinen ersten Tweet von 2006 als NFT für 2,9 Millionen USD an den Bridge Oracle CEO Sina Estavi für einen guten Zweck. Estavi wollte mit seinem Gebot auf die Bedeutung von NFTs für die Zukunft der Krypto- und Technologiesphäre hervorheben. Darüber hinaus wollte er dazu ermutigen Wohltätigkeitsorganisationen im Krypto-Raum zu beteiligen. Verkauft wurde übrigens nur eine digitale Kopie des Tweets. Estavi erhielt damit also keine Rechte, den Tweet zu löschen.

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Wie man ein NFT erstellt

Überraschenderweise ist die Erstellung eines NFT nicht kompliziert, und es gibt Plattformen, auf denen man Anleitungen zum gesamten Prozess erhalten kann. NFTs werden von einer bestimmten Blockchain gebaut und unterstützt, wobei Ethereum NFT am beliebtesten ist. Neben Ethereum werden auch Flow und Binance, zwei andere Krypto-Blockchains, häufig für die Erstellung von NFTs verwendet. Man benötigt eine Krypto-Wallet und Kryptowährung, hauptsächlich Ether, um Transaktionen zu tätigen. NFTs können anschließend für Kryptowährung oder Fiatgeld über Smart Contracts verkauft werden und der Transfer wird in der Blockchain aufgezeichnet.

Ist es lohnenswert in NFTs zu investieren?

Am 11. März 2021 hat sich die Wahrnehmung von der Profitabilität von NFTs maßgeblich verändert. Das digitale Kunstwerk Everydays – The First 5000 Days, des Künstlers Mike Winkelmann, auch bekannt als Beeple wurde als non-Fungible Token für 42.392 Ether, umgerechnet 69,3 Millionen USD verkauft. Das Kunstwerk ist eine Kollage von 5000 verschiedenen digitalen Kunstwerken von Beeple und wurde vom Vignesh Sundaresan, einem Kryptowährungsinvestor und Gründer des Metapurse NFT-Projekts, gekauft. Sundaresan stellt sein neu-erworbenes Kunstwerk aktuell in einem Museum innerhalb des Metaverse aus.

Wenn ihr Interesse am Thema Metaverse habt findet ihr spannende Artikel hier.

Besonders nach dem Verkauf von Beeples Kunstwerk explodierte der Markt. Natürlich sind nicht alle NFTs so viel wert, wie Beeples gewaltiges Kunstwerk. Der Wert eines NFTs hängt aber immer noch, wie man es auch aus der realen Welt kennt, vom Angebot und der Nachfrage ab.

Am 15. November 2021 gab es erneut einen deutlichen Anstieg. Der Musiker Post Malone erwarb für umgerechnet 750.000 USD ein NFT der BoredApe-Reihe und löste für kurze Zeit einen NFT-Boom aus.

Kritik an NFTs

Einer der größten Kritikpunkte für non-Fungible Token hat nicht mit dem Konzept von NFTs zu tun sondern ihrer Anwendungsweise. Von Sportligen wie der NBA bis hin zu Prominenten und anderen Unterhaltungsfirmen, sie alle verkaufen Formen von NFTs. Fans dieser Gruppierungen haben oft das Gefühl, dass die verkauften NFTs keinen Weiterverkaufswert haben, sondern nur existieren um von dem Hype der non-Fungible Token zu profitieren. Marvel kam erst vor kurzem in Kritik dafür, dass sie über dem Twitteraccount des verstorbenen Marvel-Gründers Stan Lee Werbung für eine neue NFT-Reihe des Helden Chakra gemacht haben. Dabei sollen Bilder in begrenzter Anzahl verkauft werden, die alle „einzigartig“ sein sollen. Ob diese Bilder sich nur in der Blockchain unterscheiden oder auch optisch einzigartig sind, wird nicht von Marvel spezifiziert.

Auch Gaming-Publisher Ubisoft gab vor kurzem an, NFTs in das Spiel Ghost Recon: Breakpoint einzubauen. Fans waren wenig begeistert über diese Neuigkeit und warfen den Publisher auf Reddit vor nur aus Gier die non-Fungible Token anzubieten. Reddit beklagt auch, dass die NFTs keinen Mehrwert haben, da sie nicht wirklich für auslösbare Kryptowährung getauscht werden können.

In letzter Zeit häufte sich auch die Kritik an NFTs auch wegen ihrer Umweltgefahr. Der CO2-Fußabdruck von einigen NFTs entspricht dem von durchschnittlichen EU-Bürger*innen in einem Zeitraum von zwei Monaten. Grund hierfür ist der große Energieverbrauch von der non-Fungible Token, besonders bei der Erstellung des Tokens und der Blockchain die den Verkauf regelt.

Fazit

Das Prinzip von NFTs ist interessant und zeigt viel Potenzial, leider ist es nicht ohne Fehler. Digitale Transkationen mittels der Blockchain zu tracken kann in Zukunft immer mehr Anwendungsbereiche finden. Ob NFTs in der aktuellen Form eine Zukunft haben steht aber noch in den Sternen. NFTs werden oft von identischen Kunstwerken verkauft, die sich nur in der Blockchain unterscheiden, somit sind die oft „technisch“ unterschiedlich, aber nicht optisch. Aktuell scheinen die non-Fungible Token eher primär ein Statussymbol, als eine Anlegequelle zu sein. Ob diese Symbole wirklich ihren Wert halten werten, lässt sich nur schwer sagen. Je mehr Unternehmen auf den NFT-Hype mit aufspringen, desto verwässerter wird der Markt. Es wird sich also nur noch schwer sagen lassen, welche NFTs wirklich einen Mehrwert haben werden.


Cover Image by Alexander via adobe.stock

Luka Tosic

Studiert Informationsmanagement and der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Mit einer gesunden Portion Halbwissen in den Gebieten Gaming, Onlinemedien, Musik und Technik will er nun bei den Netzpiloten als Redakteur durchstarten.


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