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Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure – den Klassiker online spielen

Das Hitchhiker's Guide to the Galaxy Text Adventure kann auch über 30 Jahre nach seiner veröffentlichung noch online ganz offiziell gespielt werden.

Ich weiß nicht, wie oft ich „Per Anhalter durch die Galaxis“ schon gelesen habe. Zumindest so oft, dass ich mir anmaße, den unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb verstanden zu haben und nie ohne mein Handtuch aus dem Haus gehe. Umso mehr hat es mich gefreut, zu entdecken, dass der britische Radiosender BBC Radio 4 das The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure nach wie vor auf der eigenen Homepage als Browsergame anbietet.

Während wir uns heute dank immer mehr Rechenpower über immer realistischer dargestellte Spielwelten freuen dürfen, wurden diese in den Achtzigern häufig über reinen Text vermittelt. Auch das The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure gehört zu diesen Spielen. Aus dem Jahr 1984 stammend, veröffentlichte BBC Radio 4 anlässlich des 20. Geburtstages des Spiels auf der eigenen Website eine online spielbare Flash-Version des Klassikers. Zehn Jahre später folgte schließlich die 30th Anniversary Edition. Umgesetzt mit moderneren Technologien, auch heute noch wirklich unterhaltsam und dem Original zu 100 Prozent treu.

Entstanden aus einem Hörspiel

Damit aus der verschrobenen Geschichte rund um Arthur Dent, Ford Prefect, Zaphod Beeblebrox und Tricia McMillan ein textbasiertes Computerspiel werden konnte, musste zuvor eine Menge geschehen. 1978 veröffentlichte BBC Radio die erste Episode des Abenteuers als Hörspiel. Auch das könnt ihr euch übrigens immer noch auf der Website von BBC Radio 4 anhören.

Von 1979 bis 1992 veröffentlichte der Autor der Hörspielserie Douglas Adams dann fünf Romane, die die Handlung des Hörspiels aufgriffen, jedoch stark veränderten und erweiterten. Die Romane erfreuen sich dabei bis heute großer Beliebtheit. Das haben sie in erster Linie den sympathischen Figuren sowie dem speziellen und sehr intelligenten Humor ihres Schöpfers zu verdanken.

Die Umsetzung als Computerspiel erfolgte dann 1984 durch Douglas Adams, der die Texte schrieb und durch den Programmierer Steve Meretzky. Dieser arbeitete für Infocom, die neben dem  Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure auch für andere Klassiker wie die Zork-Titel verantwortlich sind. Infocom wurde zwei Jahre später von Activision übernommen. Das Spiel war ein kommerzieller Erfolg und wurde von der Presse stark gelobt.

Als Arthur Dent per Anhalter durch die Galaxis

Im The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure schlüpft der Spieler in die aus den Romanen bekannte Hauptfigur Arthur Dent. Der pessimistische, etwas ängstliche und neurotische Engländer sieht sich eines Morgens mit der Situation konfrontiert, dass ein Bulldozer im Begriff ist, sein Haus dem Erdboden gleichzumachen. Kurz darauf taucht sein Freund Ford Prefect auf, entpuppt sich als außerirdischer, auf der Erde gestrandeter Anhalter und nimmt ihn mit, um als Anhalter auf einem Vogonen-Schiff mitzureisen. Das ist deshalb dringend nötig, weil diese gerade im Begriff sind, ganz nach dem Vorbild des Bulldozers, die gesamte Erde für eine intergalaktische Umgehungsstraße plattzumachen. Daraufhin entspinnt sich ein wirklich komisches Abenteuer quer durch die Galaxis. Unter anderem wird hier übrigens auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest beantwortet. Also fast.

Text Adventure – Eine ganz andere Art zu spielen

Klassische Text Adventures wie das The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure bieten ein völlig anderes Spielgefühl als heutige Spiele. Dem Spieler werden die Situation und die Spielwelt mit reinem Text beschrieben. So heißt es im aller ersten Abschnitt: „You wake up. The room is spinning very gently round your head. Or at least it would be if you could see it which you can’t. It is pitch black.

Handlungen nimmt der Spieler über Texteingaben vor, mit denen er seine nächsten Schritte beschreibt. Die Textparser der meisten damaligen Spiele waren noch sehr rudimentär. Daher mussten die Eingaben häufig einem gewissen Format entsprechen und simpel gehalten sein. So empfiehlt sich an der beschriebenen Stelle die Eingabe „stand up“, um aufzustehen. Der Spieler navigiert über die Himmelsrichtungen zwischen den verschiedenen Orten. Dabei werden in der Beschreibung eines Ortes in der Regel die angrenzenden Orte erwähnt, um die Navigation zu erleichtern.

Zusätzlich verfügen wir über ein Inventar, in dem wir Objekte lagern können. Dann gilt es die richtigen Handlungen herauszufinden, mit denen wir im Spiel weiter vorran kommen. The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy ist dabei ziemlich gnadenlos und bringt uns eigentlich nach jeder potenziell falschen Entscheidung direkt um. BBC Radio 4 empfiehlt daher regen gebrauch von den Befehlen „save“ und „restore“ zu machen, mit denen sich das Spiel speichern und wieder laden lässt.

Macht das heute noch Spaß?

Auch wenn das Genre der Text Adventures nicht mehr ganz zeitgemäß ist, so ist es im Hitchhiker’s Guide to the Galaxy Text Adventure die wahnsinnig kluge und lustig geschilderte Erzählung, die mich immer wieder zu dem Spiel zurückkehren lässt. Das Spiel hebt sich deutlich von seinen Altersgenossen ab. Hier und da bricht es mit Konventionen und gestaltet vieles etwas alberner. Wo sonst stellt ein Handtuch eine ideale Waffe dar? Alleine der Humor in den Beschreibungstexten und die Notwendigkeit sich teilweise wirklich skurrile Lösungen einfallen lassen zu müssen, schaffen es, einen in die Welt hineinzuziehen. Nicht etwa durch eine schöne Darstellung, sondern weil einen das Spiel zwingt, die absurde Denke und Logik der Romane zu adaptieren. So wird man selbst zu einem Teil der Geschichte.

Auch hat BBC Radio 4 es mit der Neuumsetzung geschafft, dem rein textbasiertem Interface einen guten neuen Anstrich zu verleihen. So haben wir zum Beispiel immer eine grafische Übersicht über unser Inventar und die simplen Illustrationen der Orte, an denen wir uns befinden, helfen, sich in der Welt zurechtzufinden.

Douglas Adams ist 2001 leider an einem Herzinfarkt gestorben, sein Werk lebt aber weiter. Umso schöner, wenn Klassiker wie das Text Adventure trotz technischen Fortschritts am Leben erhalten werden. Es lohnt sich wirklich dem Klassiker eine Chance zu geben. Zwar mag das Format eines Text Adventures etwas abschreckend wirken, aber wie heißt es so schön auf dem Einband des Reiseführers? „Don’t Panic!“

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Image by Lanju Fotografie via unsplash

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