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Netzpiloten @newTV Kongress

Der newTV Kongress ist Hamburgs prominentes Event der Bewegtbild-Branche und zählt mittlerweile zu den gefragten Veranstaltungen in der Multi-TV-Industrie. Am 28. März findet der Kongress bereits zum zehnten Mal statt. Wir Netzpiloten sind wieder als Medienpartner mit dabei und sind gespannt darauf, welche aktuellen Trends und Entwicklungen die visuelle Bewegtbild-Szene bewegen. Die Veranstalter nextMedia.Hamburg und newTV Focus Group warten mit einer Reihe an Panels auf und versprechen viele spannende Vorträge. Neue mediale Formate und Variationen erfordern innovative Strategien. Content, Technology und Distribution werden im Bewegtbild-Bereich daher immer wichtiger. Wie sieht die Zukunft des Bewegtbilds aus? Welche innovativen Content-Formate können begeistern? Branchen- und Medienvertreter können sich also auf einen spannenden Konferenztag mit tollen Gästen freuen.

Welche Speaker werden da sein?

All diese Fragen und mehr werden beim newTV Kongress unter dem Motto „Business Innovation on Screen“ von nationalen und internationalen Branchenexperten diskutiert. Zu den exzellenten Keynote Speakern gehört der beliebte Trendforscher und Visionär Henry Mason, CEO von TrendWatching. Sein Thema lautet „2020: Will AI enslave or entertain us?“. Spannend wird es sicherlich auch mit Dominik Schilling von der ARD. Er ist für die ARD Mediathek zuständig und koordiniert darin die SmartTV-Distribution. Er wird über On-Demand-Plattformen referieren.

Welche Themen und Formate erwarten dich?

  • Masterclasses
  • Interaktive Workshops
  • Startup Pitches
  • Experten und internationale Keynotes
  • Mobiles FOODBOOM Studio
  • Innovation, Networking & Aftershow

Und sonst noch?

Das Event bietet ein buntes Programm mit exklusiven Masterclasses und interaktiven Sessions. Bewegtbildkunst & Digitales sorgen für ein kreatives Ambiente. Lasst euch dieses spannende Branchen-Event nicht entgehen! Tickets für den newTV Kongress gibt es hier. Wenn ihr wissen wollt, was euch erwartet, dann werft doch einen Blick auf den newTV Kongress des letzten Jahres. Wir sehen uns in Hamburg!


Image via Netzpiloten

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • VIRTUAL REALITY t3n: HTC soll über Verkauf der Virtual-Reality-Sparte nachdenken: Auch an der diesjährigen Gamescom war Virtual Reality an gefühlt jedem zweiten Stand vertreten und gar nicht mehr aus der Gamesbranche wegzudenken. Einer der größten Player auf dem VR-Markt, HTC, steht jetzt womöglich kurz davor, seine VR-Sparte zu verkaufen. HTC stellt mit der Vive eines der aktuell bekanntesten VR-Headsets her. Sogar ein Verkauf des kompletten Unternehmens soll in Erwägung gezogen werden.

  • HYBRID golem: James Bond fährt bald Hybrid: Das Kultfahrzeug des fiktiven, britischen Geheimagenten soll es in Zukunft in “umweltfreundlich” geben. Die Luxusmarke Aston Martin, die James Bond seit jeher den Dienstwagen bereitstellt, plant eine Zukunft als Hybridhersteller. Ab ca. 2025 sollen ausschließlich Hybridfahrzeuge angeboten werden und auch ein reines Elektroauto sei in Planung. Der Unternehmenschef Andy Palmer teilte der Financial Times zudem seine Prognose mit, dass 2030 schon 25 Prozent der verkauften Fahrzeuge Elektroautos seien sollen.

  • SEXISMUS sueddeutsche: Sexismus im Algorithmus: Wenn eine Bilderkennungssoftware das Bild einer Küche automatisch mit dem Wort “Frau” assoziiert, ist das nicht gerade erfreulich. Dem Informatiker Vicente Ordóñez ist kürzlich ein derart sonderbares Verhalten an der Bilderkennungssoftware aufgefallen, die er gerade entwickelt. Die Bilder von unterschiedlichen Aktivitäten werden dabei geschlechtsspezifisch gewertet. Einkaufen und Kochen wird Frauen zugeordnet, Schießen oder Trainieren dagegen Männern. Zwei IT-Professoren der Universität von Massachusetts, wollen sich mit der Software „Themis“ nun des Problems annehmen.

  • TV horizont: Pro Sieben Sat 1 hält trotz schwachem TV-Markt an Jahreszielen fest: Video on Demand-Dienste schwächen nach und nach den TV-Markt. Auch einem der größten Netzwerke, Pro Sieben Sat 1, macht dieser Wandel zu schaffen. Der Münchner Medienkonzern berichtete, dass sich die Werbeeinnahmen des dritten Quartals unter den Erwartungen entwickeln. Pro Sieben Sat 1 will nun die Konzernstruktur unter die Lupe nehmen, um sich besser auf den Wandel der Medienlandschaft auszurichten.

  • GAMESCOM ign: Gamescom 2017: Das waren die Highlights der IGN-Redaktion: Eine Woche ist bereits wieder seit dem Start der Gamescom 2017 in Köln vergangen und langsam aber sicher einigen sich die Redaktionen auf ihre Tops und Flops der dort vorgestellten Spieletitel. Die IGN-Redaktion hat sich die üblichen Verdächtigen wie Battlefield oder Need for Speed angesehen. Aber auch unbekanntere Titel wie das Playstation VR-Game Moss haben das Interesse der Redaktion geweckt. Zudem lässt die Hardware der präsentierten Xbox One X auf die wohl stärkste Konsole aller Zeiten hoffen.

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Wie Netflix den TV-Markt revolutioniert hat

Netflix VHS (adapted) (Image by karat [CC BY 2.0] via flickr)

Die erste Revolution: Die Sehgewohnheiten

Viele Fans hätten sich diese Option wohl gerne für das Ende der US-Sitcom „How I Met Your Mother“ gewünscht: Gerüchten zufolge experimentiert der Streaminganbieter Netflix mit der Interaktivität von Handlungsverläufen. Die Zuschauer sollen die volle Kontrolle erhalten und entscheiden können, wie die Serie auf dem eigenen Bildschirm weitergehen soll – ein Happy End auf Knopfdruck. Wie viel an den Gerüchten dran ist, lässt sich nur schwer beurteilen, doch sie unterstreichen die Rolle von Netflix als disruptive Kraft im Mediensektor. Seitdem der Video-on-demand-Anbieter (VoD), der 1997 noch als Online-DVD-Verleih startete, vor ziemlich genau zehn Jahren sein Streaming-Angebot auf den Markt warf, hat sich die TV-Branche extrem gewandelt.

Netflix war der erste Anbieter, der alle Episoden eigenproduzierter Serien auf einen Schlag zur Verfügung gestellt hat – ganz im Gegensatz zur gewohnten wöchentlichen TV-Ausstrahlung. Auch das „Binge Watching“, also das Schauen zahlreicher Folgen am Stück, geht letztlich auf den Streaminganbieter aus Los Gatos in Kalifornien zurück. Die Amerikaner bieten vor allem auch sicheres und ruckelfreies Streaming und schaffen es, mit den eigenen Algorithmen recht treffsicher den Geschmack der einzelnen Zuschauer vorherzusagen.

Netflix‘ Erfolg basiert demnach auch auf seiner Rolle als Technikunternehmen: „Ihre Stärke ist, dass sie ein wirklich gutes Produkt haben“, so formulierte es Media-Analyst Michael Nathanson im vergangenen Jahr gegenüber der New York Times. Hinten über fällt gerne die Tatsache, dass Netflix natürlich eine Menge Daten von seinen Nutzern sammelt: Wann bricht man eine Serie ab? Wann pausiert man die aktuelle Folge? Ab welchem Zeitpunkt wird man „süchtig“ nach einer Produktion? Alles wertvolle Kundendaten für das Unternehmen.

Die zweite Revolution: Der globale Anspruch

Insgesamt kann Netflix auf 93,8 Millionen Abonnenten verweisen und peilt für dieses Quartal die 100-Millionen-Marke an. Das Wachstum des Streaminganbieters ist immer noch immens: innerhalb des letzten Jahres legte die Zahl der Kunden um ein Viertel zu, die Umsätze stiegen um 40 Prozent. Dabei denkt die Unternehmensführung konsequent global: in jedem Land der Welt solle es möglichst dasselbe Angebot geben – und das setzt die klassischen Akteure der Branche mächtig unter Druck. Dieses Vorgehen entspricht nicht mehr dem alten Geschäftsmodell der Studios und Sender, die ihre Lizenzen teuer in andere Länder verkaufen. Und noch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hat Netflix gegenüber klassischen Sendern: im Vergleich zu US-Kabelanbietern, die zunehmend an Zuspruch verlieren, zahlen Kunden nur knapp die Hälfte pro geschauter Stunde.

Netflix hat sich durch seine globale Reichweite – fast die Hälfte der Netflix-Kunden stammt mittlerweile aus dem Ausland – im Rechtepoker in eine deutlich bessere Verhandlungsposition katapultiert. Doch gegen die Windmühlen der Studios hilft selbst das manchmal nicht, sodass Eigenproduktionen konzeptueller Mittelpunkt des Anbieters sind.

Die dritte Revolution: Die Inhalte

Unter anderem mithilfe gezielter Reboots alter Serien trifft Netflix den Nerv der Millenials: im vergangenen Jahr legte man sehr erfolgreich „Full House“ und „Gilmore Girls“ neu auf. Mit den eigenen Ideen erregt Netflix vor allem seit 2013 globale Aufmerksamkeit. Die Veröffentlichung von „House of Cards“ war einer der Game Changer in der Branche und der erste Schritt in Netflix‘ Positionierung als ernstzunehmender Konkurrent im Produktionsbereich. In diesem Jahr will der Anbieter sechs Milliarden Dollar für Inhalte ausgeben und langfristig sicherstellen, dass die Hälfte der auf der eigenen Seite gestreamten Inhalte Eigenproduktionen sind.

Die Masse an neu auf den Markt geworfenen Netflix-Serien ist für den einzelnen Zuschauer natürlich nicht zu bewältigen, doch das ist auch nicht das Ziel des Unternehmens. Der große Vorteil des eigenen Geschäftsmodells, so Programmchef Ted Sarandos, sei die Möglichkeit, Serien und Shows zu produzieren, die es im klassischen TV nicht gegeben hätte. Massentaugliche Serien entstehen bei Netflix selten, vor allem die Nische wird bedient. Auch klassische Branchen-Messgrößen wie die Einschaltquote verlieren im Video-on-Demand-Bereich zunehmend ihre Bedeutung – eine Serie muss nicht sofort bei der Veröffentlichung ein Zuschauermagnet sein.

Das bietet natürlich auch für die Kreativen hinter der Kamera neue Chancen. Nicht nur Einkäufe bekommen durch Netflix neuen Schub („Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan berichtet, dass die Bereitstellung auf Netflix die Zuschauerzahlen erst richtig in die Höhe getrieben hat, nachdem die AMC-Serie trotz toller Kritiken noch kein Quotenhit war), auch ungewöhnliche Ideen haben bei Netflix die Chance auf Verwirklichung. Und das ganz ohne Quotendruck, schließlich werden die Streaming-Zahlen selbst vor den Machern einer Serie geheim gehalten.

Die vierte Revolution?

Doch trotz der vielen Erfolge, die Netflix in den vergangenen Jahren feierte, prophezeien nicht alle dem Anbieter eine goldene Zukunft. Börsenanalysten gehen davon aus, dass der Höhenflug des Anbieters an der Wall Street nicht ewig andauern wird – in den vergangenen zwölf Monaten stieg der Aktienwert immerhin um über 40 Prozent.

Diese Einschätzung rührt vor allem daher, dass die klassischen TV-Anbieter mittlerweile verstanden haben, welche Gefahr für sie von Netflix ausgeht und steuern mit eigenen Angeboten dagegen. Anfangs nahm man die neue Konkurrenz noch nicht ernst, doch inzwischen setzt beispielsweise auch Sky Deutschland zunehmend auf selbstproduzierte Inhalte (das prestigeträchtigste Projekt ist derzeit die für 2018 angekündigte Serien-Fortsetzung von „Das Boot“).  Schon lange haben sich Disney, 21st Century Fox und Comcast für den gemeinsamen US-Dienst “Hulu” zusammengeschlossen – seit vergangenem Jahr schaltet der Streaminganbieter der drei größten Medienunternehmen in den USA mit zwei großen selbstproduzierten Dramen (u.a. von J.J. Abrams) einen Gang höher.

Auch die BBC und HBO scheinen sich der Veröffentlichungsstrategie von Netflix anschließen zu wollen. Und nicht zu vergessen Amazon Prime Video, der derzeit größte direkte Konkurrent – mit dem Vorteil eines riesigen Unternehmens im Rücken. Netflix‘ entscheidender Vorteil aus den Anfangsjahren ist inzwischen verschwunden: das Unternehmen hat nicht mehr den ganzen Markt für sich allein, sondern muss sich immer mehr mit ernstzunehmenden Konkurrenten herumschlagen.

Netflix bleibt im Moment der Platzhirsch auf dem Streaming-Markt und beeindruckt mit Innovationen und starkem Wachstum. Doch wie lange können die Kalifornier noch auf der Welle des Erfolgs reiten? Aber egal, in welche Richtung sich der VoD-Anbieter entwickelt: der Wandel der TV-Branche ist bereits in vollem Gange – und die Interaktivität von Handlungsverläufen ist vielleicht nicht die letzte von Netflix angestoßene Revolution.


Image (adapted) „Netflix VHS“ by karat (CC BY 2.0)


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  • DATENSCHUTZ politik digital: Apple und Microsoft: Die Speerspitzen des Datenschutzes? Datenschutz ist gerade in der digitalen Welt ein großes Thema. Das haben auch Apple und Microsoft erkannt. Diese wehren sich nun gegen die Ermittlungen von FBI und Co. Oft bedienen sich die Ermittlungsbehörden an Gesetzen, die der heutigen Zeit nicht gewachsen sind. Denn der Datenschutz ist nun mal ein sehr wichtiger Aspekt von vielen Geschäftsmodellen und Angeboten. Während das FBI versucht den möglichst einfachsten Weg zu gehen, wehren sich Apple und Co. vehement.

  • SPOTIFY techcrunch: Spotify sharpens its focus on video with 12 new music-themed original programs: Neben Netflix, Amazon Prime Instant Video und Co., will nun auch Spotify im TV-Business mitmischen. Zwölf neue Originalserien kündigte das schwedische Unternehmen an. Dabei soll es bei den Neuproduktionen um Musik und die Popkultur gehen. Verbunden mit einem gewissen Humor. Videos sollen nicht länger als 15 Minuten und für Abonnenten aus Großbritannien, Schweden, den USA und Deutschland kostenlos sein.

  • SMART CAR Golem: Siri kann Tesla Model S per Sprachbefehl ausparken: „Siri, bitte einmal ausparken!“ Den Satz könnten Autofahrer vielleicht schon bald öfters hören. Ein Entwickler hat mittels der Smartphone-Schnittstelle von Apple (Homekit), der Sprachsteuerung Siri und einer Apple Watch, das Tesla Model S ein- und ausgeparkt. Wer also um die 80.000 Euro zur Verfügung hat und Apple-Fan ist, der kann seinem Tesla bald aus 12 Meter Entfernung beim einparken zuschauen.

  • UBER Welt: Taxi-Schreck Uber plant Neustart in Berlin: Auf ein Neues: Uber möchte wiederholt in Berlin starten. Da UberBlack und UberPop in Berlin bereits verboten worden waren, will der Taxi Konkurrent mit UberX nun wieder in die Hauptstadt. Die günstige Alternative zum Taxi bietet Uber gemeinsam mit Mietwagenfirmen an, die auch Fahrer mit Personenbeförderungsschein einstellen. Bislang sei das daran gescheitert, dass kein passender Mietwagenpartner gefunden wurde.

  • DROHNE t3n: DHL meistert letzte Meile: Privatkunden verschicken Pakete erstmals per Paket-Drohne: Zuerst in Bonn am Rhein, später die Nordseeinsel Juist und jetzt Reit im Winkl in Oberbayern. DHL hat die dritte Generation ihres Paketkopters erfolgreich getestet. Als ersten Paketdienstleister weltweit sei es der DHL gelungen, eine Paketdrone in die logistischen Abläufe der Paketzustellung einzubinden.


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Apple-Chef Tim Cook: „Die Zukunft des TVs sind Apps“

Apple TV - HD 1080p (adapted) (Image by Silvio Sousa Cabral [CC BY 2.0] via Flickr)

Der Begriff des “Cord Cutters” hat sich in der Diskussion um die Zukunft des Fernsehens als Schlagwort etabliert. Noch sind es nur wenige, die auf reguläres TV zu Gunsten von Internet-Diensten wie Netflix verzichten, doch neue Geräte wie Apple TV machen das immer attraktiver. Die klassischen TV-Sender wissen um den Trend und bereiten sich schon länger auf die sich ändernden Nutzungsgewohnheiten vor.

Apple TV wird mehr als TV können

“Die Zukunft des TVs sind Apps”, hat Apple-Chef Tim Cook vergangene Woche von der Bühne in San Francisco posaunt (bei 52:06 im Video). Aus seiner Sicht klar: Mit dem baldigen Marktstart des neuen Apple TV hält ein App Store auf das Gerät Einzug, für dass Entwickler neue Software erfinden sollen. Basierend auf einem neuen Betriebssystem namens tvOS ist es Developern nun möglich, ihre Apps für Apple TV zu optimieren. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt: Neben den logischen Kandidaten Netflix, Hulu, HBO Now oder iTunes gibt es zum Start neben Games auch Apps von Airbnb oder Gilt. So soll man am Flat-TV seinen nächsten Urlaub buchen oder Kleidung shoppen können.

Wichtigstes Einsatzgebiet von Apple TV und seinen Konkurrenten (z.B. Fire TV von Amazon oder Nexus Player von Google) werden aber die bewegten Bilder bleiben. In den USA werden Menschen, die auf Kabel-TV verzichten und Serien und Filme ausschließlich nur mehr via Internet beziehen, bereits “Cord Cutters” genannt.

Einer Studie der Yahoo-Tochter Flurry zufolge hat in den USA im zweiten Quartal 2015 ein interessanter Wechsel stattgefunden: In dem Quartal wurden erstmals mehr Minuten mit Apps auf Smartphones und Tablets verbracht als vor dem TV-Bildschirm. Das bedeutet natürlich nicht, dass US-Nutzer in Apps nur Videos sehen, und die TV-Nutzungszeiten sind deswegen nicht gesunken. Für Anbieter von TV-Apps ist aber eines interessant: Laut Flurry wurde 2015 erstmals mehr Geld für Apps ausgegeben als für Mobile-Werbung (33 vs. 31 Milliarde US-Dollar), und zwar nicht mehr nur für Games, sondern eben auch für Anbieter wie Netflix, Hulu, HBO Now, Spotify und Pandora. Apple als App-Store-Betreiber ist dabei teilweise in der schönen Position, 30 Prozent der Monatsgebühren als Provision einzustreichen.

TV bleibt noch immer König

Zu glauben, dass Netflix & Co. dem klassischen TV bald den Rang ablaufen werden, wäre aber verkehrt. Schon allein, wenn es um Live-Übertragungen geht (z.B. Sport oder aktuelle Ereignisse), sind Fernsehsender natürlich ungeschlagen und bannen Millionen vor die Bildschirme. In Deutschland und Österreich ist das TV weiter das dominierende Medium, dem die meisten Minuten pro Tag Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die TV-Anstalten wissen aber auch, dass sie auf Internet-TV mit seinen Vorzügen (On Demand, auf allen Geräten) reagieren müssen, um bei jungen Konsumenten relevant zu bleiben. Von der BBC über ARD und ZDF bis zum ORF finden sich überall Bestrebungen, immer mehr Inhalte via Internet zugänglich zu machen. Und da könnte Tim Cook letztendlich recht behalten – denn über kurz oder lang werden sich die Apps der europäischen TV-Sender auch am Apple TV finden.


Image (adapted) “Apple TV – HD 1080p” by Silvio Sousa Cabral (CC BY 2.0)


 

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Netflix: in Deutschland kein Selbstläufer

conclusion netflix envelopes_tasty (adapted)(Image by Taro the Shiba Inu [CC BY 2.0] via Flickr)

Heute startet der Video-on-Demand-Anbieter Netflix in Deutschland. Die Markteinführung wird hierzulande als echte Herausforderung angesehen. Mit rund 50 Millionen Kunden in 40 Ländern ist Netflix der weltgrößte Anbieter für Video-on-Demand-Dienstleistungen (VoD). Ab heute sollen auch bei uns mittelfristig einige Millionen Kunden dazu kommen. Aufgrund der angespannten Wettbewerbslage wird von Unternehmenssprechern ein eher schwieriger Start erwartet. Die Zuschauer werden von der Software an keinem Punkt alleine gelassen. Ständig wird ausgewertet, welches Sehverhalten vorliegt, um den Kunden optimale Vorschläge für weitere Kinofilme und TV-Serien zu machen.

Der Name HBO wurde in Deutschland spätestens mit der Ausstrahlung der Fantasy-Serie “Game of Thrones“ populär. Auch Netflix erlangte in Deutschland zunächst Aufmerksamkeit mit einer selbst produzierten Fernsehserie. In den USA ist das Unternehmen schon weitaus länger bekannt. Dort begann man bereits im Jahr 1997 mit dem Verleih von Videokassetten und verschickte später unzählige DVDs und Blu-Ray Filme an die Abonnenten. Im Jahr 2007 stieg Netflix ins Video-on-Demand-Geschäft ein. 2011 begann das Unternehmen die Produktion eigener Fernsehserien. An den Erfolg des Polit-Thrillers „House of Cards“ mit Kevin Spacey in der Hauptrolle konnte aber bisher keine eigene Serie anknüpfen (Anmerkung: deutsche Netflix-Mitglieder werden sich aber nur die ersten beiden Staffeln von House of Cards auf Netflix anschauen können, da die Rechte für die dritte Staffel an Sky verkauft wurden).

„TV only“ ist nicht zukunftsfähig

Die Konzernleitung begriff sehr früh, dass die Auslieferung der Filme und TV-Serien plattformübergreifend geschehen muss. Netflix streamed auch auf Tablet-PCs, Smartphones und Smart-TVs. Genauso wichtig ist es dem Unternehmen zu wissen, welche Vorlieben bei den Abonnenten bestehen. Mithilfe der ständig weiterentwickelten Algorithmen werden passgenaue Vorschläge gemacht, welche Serien oder Filme für den Kunden als nächstes interessant sein könnten.

Der Hightech-Verband Bitkom stellte in einer aktuellen Studie fest, dass 40 Millionen Deutsche Videos im Netz per Stream konsumieren. Das sind immerhin 73 Prozent aller Surfer. Viele tun dies sogar mehrmals die Woche. Beim Thema Video-on-Demand gibt es aber noch viel Luft nach oben. Nur jeder Fünfte (19 Prozent) nutzt On-Demand-Portale für TV-Serien und Spielfilme wie Watchever, Maxdome oder Amazon Prime Instant Video. Immerhin 17 Prozent aller Nutzer sind grundsätzlich bereit, für Bewegtbilder Geld auszugeben. Die überwältige Mehrheit der deutschen Surfer besucht lieber kostenlose Anbieter wie YouTube, Vimeo & Co.

Trotz der enormen möglichen Wachstumsraten liegen Chance und Gefahr nah beieinander. So hat Konkurrent Amazon kürzlich mit mit Fire TV eine eigene Set-Top-Box vorgestellt. Auch Sky geht momentan in die Offensive. Der Nachfolger von Premiere senkte den monatlichen Beitrag auf den Kampfpreis von lächerlichen vier Euro. Maxdome hat sein Programm um einen Kinderkanal erweitert. Familienmitglieder finden nun unter der Rubrik „Kids“ eine große Auswahl an Kinderfilmen und -serien. Die Erweiterung ist kein Zufall, diese Sparte ist auch eine der Stärken von Netflix.

Netflix: in Deutschland ein Leisetreter

Derweil geistern Gerüchte durch die Medienlandschaft, dass der französische Medienkonzern Vivendi bereits aufgegeben haben soll. Aufgrund hoher Verluste soll der VoD-Anbieter Watchever verkauft werden. Im Vorjahr wurden 66 Millionen Euro Verlust generiert, im ersten Quartal 2014 waren es bereits 21 Millionen Euro. Der enorme Konkurrenzkampf und die schwierigen Bedingungen sind wohl auch der Grund, warum Netflix trotz seiner weltweiten Marktmacht bisher eher wie ein Leisetreter fungiert.

Zunächst wolle sich das Unternehmen lediglich auf die Einführung in Deutschland konzentrieren und Pressekontakte knüpfen, wurde bekannt gegeben. Auch wurden schon erste strategische Partner genannt. Beim Mobilfunk ist Vodafone der Partner der Wahl. Die Festnetzsparte wird von der Deutschen Telekom unterstützt. Derzeit hofft offenbar auch E-Plus mit Netflix ins Geschäft zu kommen.


BuzzFeed hat 12 Fakten über Netflix aufgelistet, die man vielleicht noch nicht alle kannte:


Filmmaterial für 200 Jahre Entertainment

Bei den vorliegenden Statistiken ist das Interesse der Unternehmen nicht weiter verwunderlich, da möchte jeder gerne mitmischen. Das Unternehmen ist 17 Jahre nach seiner Gründung die weltgrößte Online-Videothek mit 50 Millionen Abnehmern aus 40 Nationen. Nach eigenen Angaben verfügt Netflix über 75.000 Serienfolgen und Filme in Form hochauflösender HD-Videos. Bei einer Gesamtlaufzeit von 200 Jahren wird keiner der Abonnenten in die Verlegenheit kommen, auch nur einen Film doppelt anschauen zu müssen. Ob man mit dem vielen Material und Partnern hierzulande auch viel Geld verdienen kann, wird die Zeit zeigen. Zumindest die Zuschauer dürfen sich schon jetzt über die heutige Einführung freuen. Der Neue von drüben sorgt momentan bei allen VoD-Dienstleistern für ein breiteres und preiswerteres Angebot.


Image (adapted) „conclusion: netflix envelopes = tasty!“ by Taro the Shiba Inu (CC BY 2.0)


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