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OnePlus 6 im Test: Premium-Hardware zum soften Preis

OnePlus 6

Noch vor wenigen Jahren war die Marke OnePlus lediglich für Android-Nerds ein Begriff. Mittlerweile hat das chinesische Unternehmen seinen festen Platz im High-End-Segment der Telefone mit Google-Betriebssystem eingenommen und bietet tolle Komponenten bei einem stimmigen Design. OnePlus 6 heißt das aktuelle Vorzeige-Smartphone der Marke. Ich habe das Gerät für einige Wochen im Alltag getestet und verrate euch wo Stärken, aber auch Schwächen sind.

Ohne Notch geht auch beim OnePlus 6 nichts

Mit dem iPhone X hat Apple im September letzten Jahres erstmals ein Telefon mit nahezu keinen Displayrändern vorgestellt. Zahlreiche Hersteller folgten und folgen diesem Trend – so auch OnePlus. Das aktuelle Modell besitzt die sogenannte Notch. Dabei handelt es sich um einen dünnen und schmalen Bereich in dem Hörmuschel, Sensoren und natürlich die Frontkamera untergebracht sind. Diese Kerbe ist sozusagen das einzige Überbleibseln was vom typischen breiten Rand früherer Tage übrig geblieben ist. In Verbindung mit den schmalen Seitenrändern wirkt das OnePlus 6 sehr modern und frisch.

Die Rückseite besteht aus mattem Glas, welches eine hohe Wertigkeit ausstrahlt. Dort findet sich neben der hervorstehenden Dual-Kamera auch ein Fingerabdrucksensor zum schnellen Entsperren. Als besonderes OnePlus-Gimmick besitzt auch das 2018er-Modell den Alert-Slider, über den schnell und unkompliziert der Vibrations- oder Lautlos-Modus aktiviert wird. Die Unterseite beherbergt neben USB-C-Anschluss und Lautsprecher einen nicht mehr selbstverständlichen-3,5 Millimeter-Klinkenanschluss. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und für ein Smartphone mit 6,3 Zoll (!) Anzeige ist es mit 177 Gramm angenehm leicht.

OnePlus 6
Die Rückseite des OnePlus 6 besteht aus Aluminium. Image by Jonas Haller

AMOLED-Display liefert gute Ergebnisse

Im OnePlus 6 kommt ein leuchtstarkes Super-AMOLED-Display mit schicken runden Ecken zum Einsatz. Dank einer Auflösung von 2.280 x 1.080 Pixel ist es zudem sehr scharf. Mit einer maximalen Helligkeit von 460 cd/m² macht es auch draußen in der Natur eine gute Figur. Inhalte lassen sich noch gut ablesen. Die Blickwinkelstabilität ist auf High-End-Niveau. Insgesamt bietet das Panel keinen Grund zum Meckern.

OnePlus 6
Auch im OnePlus 6 kommt eine Notch zum Einsatz. Image by Jonas Haller

Performance wie bei den Großen

Seit jeher sind die OnePlus-Telefone für ihre leistungsstarken Komponenten bekannt. Und auch im 6er-Modell lassen sich die Chinesen nicht lumpen und verbauen den aktuellen Top-Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Der Snapdragon 845 besitzt acht Kerne und taktet bis zu 2,8 GHz. In Verbindung mit 8 GB Arbeitsspeicher mit schneller LPDDR4X-Anbindung ergibt sich ein flinkes Nutzungserlebnis. Das zeigt sich auch in den Benchmarks, wo sich das Gerät auf dem Niveau eines HTC U12 Plus bewegt. Je nach Bedarf ist das OnePlus als Variante mit 64, 128 oder 256 GB erhältlich. Anders als bei den androiden Mitbewerbern lassen sich diese allerdings nicht erweitern. Für Videografen sind deshalb mindestens 128 GB Pflicht.

Dual-Kamera mit Bokeh-Effekt, aber nur durchschnittlicher Qualität

Für Hobbyfotografen verbaut OnePlus auf der Geräterückseite eine Dualkamera. Das Hauptmodul löst mit 16 Megapixel auf und besitzt eine lichtstarke Blende f/1.7. Dank optischen Bildstabilisator gelingen auch längere Belichtungszeiten ohne Verwackelung. Die Qualität fällt bei schummrigem Licht jedoch deutlich ab. Das zweite Modul besitzt eine größere Brennweite und ist für Zoom-Aufnahmen gedacht. Allerdings ist ähnlich dem HTC U12 Plus die Bildqualität deutlich schlechter.

OnePlus 6
Die Dual-Kamera des OnePlus 6 liefert gute Ergebnisse, kommt allerdings nicht an HTC oder Huawei heran. Image by Jonas Haller

Mithilfe der zwei Linsen lassen sich auch künstlerische Aufnahmen mit Bokeh-Effekt erzielen. Die Tiefenschärfe sorgt für ein schickes Abheben des Motivs vom Hintergrund. Im HDR-Modus landet ein farbdynamisches Foto auf dem Festspeicher. Gegenüber der Konkurrenz, die den Effekt mit Hardware statt Software erzeugt, ist die Qualität jedoch sichtbar schlechter. Bewegtbilder zeichnet das OnePlus 6 in 4K-Auflösung mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde auf.

Die Frontkamera löst mit 16 Megapixel auf und bietet ebenfalls eine lichtstarke Blende von f/2.0. Wie auch bei Mitbewerbern üblich besitzt sie einen festen Fokus und zeichnet Videos mit FullHD-Auflösung auf. Die Qualität reicht für den ein oder anderen Schnappschuss, kommt allerdings nicht ganz an Apple iPhone X und Co heran.

Mono-Lautsprecher liefert plärrigen Sound

Seit jeher sind OnePlus-Telefone für ihren mittelmäßigen Sound bekannt und auch im neuen Modell bleibt der Lautsprecher hinter den Erwartungen zurück. Das Klangbild ist plärrig und durch Höhen geprägt. Es empfiehlt sich deshalb auf den Klinkenanschluss zurückzugreifen. Auch wenn der Hersteller auf mitgelieferte In-Ears verzichtet, ist ein leistungsfähiger Equalizer an Bord. Er verbessert die Qualität spürbar und liefert je nach Zubehör einen grandiosen, druckvollen Sound.

OnePlus 6
Auf der Unterseite des OnePlus 6 verbirgt sich unter anderem der Mono-Lautsprecher. Image by Jonas Haller

Apropos druckvoll. Das ist auch das 3.300 mAh leistende Akkumodul. Auf dem Papier klingt das erstmal wenig, allerdings ermöglicht die ressourcenschonende Software Laufzeiten von über einen Tag – sogar bei extremen Temperaturen. Dank herstellereigenem Dash Charge ist das Modul zudem in etwas mehr als eine Stunde vollständig aufgeladen.

Oxygen OS lehnt sich stark an Android an

OnePlus ist dafür bekannt, keine eigene Nutzeroberfläche, sondern direkt ein eigenes Betriebssystem auf den Geräten vorzuinstallieren. Und so kommt auch auf dem OnePlus 6 das Oxygen OS in Version 5.1 zum Einsatz. Es zeichnet sich durch ein besonderes reines Design und wenig Software-Ballast aus. Der Nutzer soll sich sein System selbst von Grund auf zusammenstellen können. Lediglich Google-Apps sind vorinstalliert. Zudem liefert OnePlus zeitnah OS-Updates aus. Besonders die wichtigen Sicherheitspatches landen so schnell auf den Geräten. Daumen hoch!

Fazit OnePlus 6: Das High-End-Smartphone für den mittleren Geldbeutel

OnePlus hat sich auf die Fahne geschrieben, Premium-Hardware ohne Schnick-Schnack zu akzeptablen Preisen auf dem Markt zur Verfügung zu stellen. Das gelingt zweifelsohne auch beim aktuellen Derivat OnePlus 6: Sowohl Chipsatz, Speicher, Display als auch Design müssen sich vor der Konkurrenz keinesfalls verstecken. Auch die Kameraqualität sowie Akkulaufzeit geht vollkommen in Ordnung. Gimmicks wie der Alert-Slider werten das Gerät auf.

OnePlus 6
Der Alert-Slider ist ein Alleinstellungsmerkmal des OnePlus 6. Image by Jonas Haller

Allerdings müssen Fans von Jahr zu Jahr tiefer in die Tasche greifen. Für die getestete Version werden mittlerweile 569 Euro fällig. Das ist zwar immer noch weniger als die unverbindliche Preisempfehlung der Konkurrenzprodukte, jedoch fiel etwa der Straßenpreis des Samsung Galaxy S9 bereits wenige Wochen nach Erscheinung rapide. Die preisliche Differenz zu den Premium-Marken wird also geringer und es bleibt spannend wie sich das Unternehmen in den nächsten Jahren entwickelt.

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Honor 10 im Test: Highend-Smartphone zum Mittelklasse-Preis für 400 Euro

Honor 10 titelbild

Smartphone-Überflieger Huawei steht im Markt auch deshalb gut da, weil das Unternehmen seine Produktpalette mit der Tochter-Marke Honor dupliziert. Die Honor-Modelle sind viel günstiger, bieten aber fast genauso viel. Das trifft auch auf das Honor 10 zu, das eine lifestylige Variante des Huawei P20 darstellt, aber 250 Euro weniger kostet. Ob beide wirklich ebenbürtig sind, habe ich in einem Test des Honor 10 unter die Lupe genommen.

Beim direkten Vergleich zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20 fällt auf, dass es doch viele Unterschiede gibt. So verfügt das Honor 10 etwa über einen Infrarot-Port, mit dem sich das Gerät als Universalfernbedienung für Fernseher oder DVD-Player nutzen lässt sowie über einen 3,5-Millimeter-Stereoausgang für entsprechende Kopfhörermodelle. Darüber hinaus gibt es viele Detailunterschiede, die zusammen ein spannendes Bild vom Honor 10 ergeben.

Doppelgänger mit Designunterschieden im Detail

Die Vorderseiten der Modelle sehen sich zunächst zum Verwechseln ähnlich. So besteht die Front des Honor 10 ebenso wie beim Huawei P20 fast vollständig aus einem 5,8 Zoll großen Bildschirm, an dem hier lediglich ein etwas breiterer unterer Rand mit Home-Button inklusive Fingerabdrucksensor vorhanden ist. Am oberen Rand befindet sich eine Notch-Leiste, wie sie in vielen Smartphones mittlerweile zur Standard-Ausstattung gehört. In dieser Kerbe sind eine Frontkamera, Telefonlautsprecher, diversen Sensoren sowie eine Benachrichtigungs-LED integriert. Das Honor 10 und das P20 unterscheiden sich ebenfalls in den Maßen der Notch und auch die Abrundung der Displays ist nicht identisch. 

Honor 10 in Benutzung
Das Honor 10 liegt dank der leicht gewölbten Rückseite gut in der Hand. Image by Timo Brauer

Griffig und auffällig: reflektierende Rückseite

Auch farblich unterscheidet sich das Honor 10 vom Mitbewerber des Mutterkonzerns. So ist die Rückseite aus einem sehr stark vertikal reflektierenden Glas gefertigt. Dieses ist in den Farben Schwarz, Grau, Phantom-Grün und Phantom-Blau verfügbar. Die letzten beiden Farbtöne reflektieren, je nach Lichteinfall, an einzelnen Stellen des Gerätes lila. Diese Farbeffekte sind auf jeden Fall ein absoluter Hingucker. Der Rücken des Gerätes ist an den Seiten leicht gewölbt. Dadurch fällt es in der Dunkelheit leichter, das Smartphone gleich richtig herum in die Hand zu nehmen.

Der Rahmen des Gerätes ist aus einem glänzenden, farblich leicht abgesetzten Metall gefertigt und wird von vier Plastikstreifen für die Antennenbänder unterbrochen. An der Oberseite befindet sich neben einem Mikrofon auch eine Infrarot-LED, mit der sich das Handy als Fernbedienung für jeden beliebigen Fernseher oder DVD-Player verwenden lässt. An der Unterseite befinden sich ein USB-C Port zum Aufladen, der Lautsprecher sowie ein extra Kopfhöreranschluss.

Fingerabdrucksensor jetzt nicht doch zu gebrauchen?

Insgesamt macht das Gerät einen extrem wertigen Eindruck. Alles scheint sorgfältig verarbeitet und die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Der einzig schwerwiegende Kritikpunkt an dem Gerät ist meiner Meinung nach der Fingerabdrucksensor. Dieser soll laut Honor etwas ganz Besonderes sein, da er unter dem Displayglas verbaut ist. So revolutionär diese Technik auch sein mag, entstehen dem Nutzer dadurch aber keine Vorteile. Der Sensor nimmt den selben Platz unterhalb des Displays ein, wie es ein „normales“ Modell auch tun würde.

Das wäre ja noch kein Problem, doch leider funktioniert der Sensor auch nicht wirklich gut. Die Erkennung des Fingerabdrucks dauert meist länger als eine Sekunde und schlägt relativ oft fehl. Auch die eigentlich echt praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren dank des schlechten Sensors eher mäßig. Zum Glück bietet das Honor 10 noch andere Methoden, um das Gerät gegen ungewollte Zugriffe zu schützen. Die Gesichtserkennung funktionierte im Test auch bei schwierigen Lichtbedingungen einwandfrei.

Fingerabdrucksensor unter Glas (Update)

In vorherigen Softwareversionen funktionierte dieser Sensor sehr unzuverlässig und deutlich langsamer als Sensoren von vergleichbaren Smartphones, wie es auch hier im Testbericht zu lesen ist. Dieses Problem hat Honor allerdings in einem Softwareupdate (Version 8.1.0.120) behoben. Der Fingerabdrucksensor reagiert nun gewohnt schnell und auch die praktischen Wischgesten von Honor-Smartphones, mit der sich die Navigationstasten ausblenden lassen, funktionieren nun zuverlässig. (aktualisiert 21.6.2018)

Highend-Specs zum Mittelklasse Preis

Der verbaute Octacore-Prozessor vom Typ Kirin 970 ist das gleiche Highend-Modell, das auch im teureren Huawei P20 Pro steckt. Zusammen mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt der Prozessor für ein absolut flüssiges Nutzungserlebnis. Durch den großzügig bemessenen Arbeitsspeicher müssen Apps nur sehr selten nachladen, wenn ihr sie aus dem Multitasking öffnet. Der Festplattenspeicher ist mit 64 Gigabyte ausreichend groß und gegen einen Aufpreis von 50 Euro könnt ihr ihn bei Bedarf auf 128 Gigabyte verdoppeln.

Aktuelle Software mit Huaweis MIUI

Bei der Software setzt Honor auf die aktuelle Android-Version 8.1 zusammen mit der hauseigenen Benutzeroberfläche MIUI. Diese ist einfach zu verstehen und sieht modern aus. Außerdem hat Honor beziehungsweise Huawei einige praktische Zusatzfunktionen ergänzt. So lassen sich beispielsweise die Blautöne des Displays reduzieren oder die Anordnung der Navigationstasten individuell anpassen oder diese komplett ausblenden.

Kleine Gimmicks werten das UI zusätzlich auf. So lässt sich per Lauter-Taste und Powerbutton eine Bildschirmaufnahme starten und beim Aufladen des Gerätes bekommt man eine coole Animation angezeigt, die euch über die verbleibende Ladedauer informiert. Die Ladedauer fällt dank USB-C-Schnellladegerät relativ kurz aus. Bei einer Ladedauer von lediglich 30 Minuten wird der Akku bereits zu 50 Prozent wieder aufgeladen. Ist der 3.400 mAh große Akku komplett aufgeladen, reicht dieser bei normaler Benutzung immer für einen Tag plus etwas Reserve.

Kamera AI-maizing?

Die Dual-Kamera auf der Rückseite des Gerätes bewirbt Honor als „AI Kamera“, sie nutzt also genau wie das Huawei Mate 10 Pro, das Huawei P20 und das Huawei P20 Pro Künstliche Intelligenz. Beim Fotografieren erkennt die Kamera dank selbstlernenden Algorithmen automatisch das Motiv und wählt die Einstellungen dementsprechend aus. Laut Honor kann die Kamera 500 verschiedene Szenarien unterscheiden. Im Test funktionierte das sehr gut. Die gewählten Einstellungen lassen das Foto allerdings manchmal etwas überzogen und nicht sehr realitätsnah wirken. Wer die AI-Funktion daher ausschalten möchte, kann das über die entsprechende Schaltfläche in der Kamera-App tun. Für Fotografie-Neulinge ist die AI-Funktion auf jeden Fall eine tolle Sache.

Honor 10 Kamera
Die Kamra des Honor 10 stammt nicht von Leica, wie beim P20. Sie macht aber dem Preis entsprechend gute Fotos. Image Timo Brauer

Fortgeschrittenen Nutzer bietet Honors eigene Kamera-App viele verschiedene Modi zum Herumspielen. So findet sich beispielsweise ein Modus für Lichtmalerei oder einer mit Snapchat-ähnlichen Filtern. Im sogenannten Profi-Foto-Modus könnt ihr Belichtungsdauer, Blendenöffnung oder den ISO-Wert manuell einstellen. Auch wenn die Kamera-App durch die zahlreichen Modi etwas überladen wirkt, ist sie logisch aufgebaut und läuft ohne Ruckler. 

Der 24 Megapixel große Monochrom- und 16-Megapixel-Farbsensor sorgen gemeinsam für sehr gute und farbenfrohe Aufnahmen, die der Preisklasse gerecht werden. Der Portrait-Modus liefert mit etwas Mühe ebenfalls gute Ergebnisse. Lediglich bei schwierigen Motiven, wie etwa einer Brille, schafft es die Software manchmal nicht, den Vordergrund vom Hintergrund zu unterscheiden.

Fazit: Honor 10 ist nicht nur ein billiges Huawei P20

Das Honor 10 ist keine billige Kopie des Huawei P20, sondern bietet gegenüber dem Vorbild sogar Vorteile. So ist die Rückseite anders gewölbt als die Vorderseite, was die Bedienung in der Dunkelheit verbessert. Außerdem verfügt das Gerät über einen Infrarot-Port, um Fernseher und ähnliches zu steuern, sowie über einen separaten Kopfhöreranschluss. Dadurch könnt ihr eure alten Kopfhörer weiterverwenden und auch Musik hören, während das Gerät über die USB-Schnittstelle lädt.

Die nur minimal schlechtere Kamera im Vergleich zum P20 lässt sich bei einem deutlich günstigeren Preis problemlos verkraften. Das einzige wirkliche Problem ist der Fingerabdrucksensor. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Honor 10 ein Highend-Smartphone zu einem sehr attraktiven Preis.

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BQ Aquaris X2 und X2 Pro ausprobiert – Mittelklasse mit Android One

Der Spanische Hersteller BQ hat in München die beiden Smartphones Aquaris X2 und Aquaris X2 Pro vorgestellt. Ich war für euch vor Ort und habe die Nachfolger der ersten X-Generation ausprobiert.

Hardwareunterschiede: Aquaris X2 Pro brilliert mit Glasrücken

Der größte Unterschied zwischen dem Aquaris X2 und Aquaris X2 Pro fällt direkt beim Auspacken auf. Die Geräte sind zwar gleich groß und verfügen über ein identisches 5,65 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln im 18:9 Format: Doch nur das Pro-Modell hat eine Rückseite aus Glas. Beim einfachen X2 hat BQ lediglich eine Rückseite aus Polycarbonat verbaut. Im Vergleich zum Vorgänger sind die Android-typischen Navigationstasten vom Displayrahmen auf das Display gewandert.

Im Hinblick auf die neuen Navigationsgesten in Android P könnte diese Entscheidung von Vorteil sein. Beim Prozessor setzt BQ auf den Octa-Core Prozessor Snapdragon 636, dem je nach Speicherausstattung 3 GB RAM (32 GB Speicher) oder 4 GB Arbeitsspeicher (64 GB Speicher) zur Verfügung stehen. Beim Aquaris X2 Pro setzt BQ hingegen auf den etwas älteren, aber leistungsstärkeren Octa-Core Prozessor Snapdragon 660. Diesem stehen je nach Speicherausstattung 4 GB RAM (64 GB Speicher) oder 6 GB RAM (128 GB Speicher) zur Verfügung. Beide Mobiltelefone verfügen über einen 3.100 mAh großen Akku, der sich mit Hilfe von Quick Charge 4.0 in relativ kurzer Zeit wieder aufladen lässt.

Software ohne größere Anpassung

Bei der Software setzt BQ schon länger auf pures Android ohne größere eigene Anpassungen. Auch die Update-Versorgung war bis jetzt sehr gut. So sind die Vorgängermodelle X und X Pro bereits mit Android 8.1 ausgestattet. Das Aquaris X2 und X2 Pro verfügen ab Werk über Android 8.1 und nehmen am Android One Programm teil. Damit erhalten die Smartphones garantiert zwei Android-Updates (Android P und Android Q) sowie Sicherheitsupdates für mindestens drei Jahre.

Baugleiche Kamera mit ordentlichen Werten

(Update: 8.10.18) Beide Smartphones verfügen über eine Dual-Kamera auf der Rückseite mit einem zwölf und einem fünf Megapixel großen Sensor mit einer Blende von f/1.8. Die Fünf-Megapixel-Kamera liefert lediglich Tiefeninformationen für den Porträtmodus. Videos nehmen die Smartphones in 4K mit 30 Frames und FullHD mit 120 Bildern pro Sekunde auf. Bei guten Lichtbedingungen macht die Kamera brauchbare Bilder. Die Poträtaufnahmen benötigen allerdings etwas Geschick und Licht von vorne um zu gelingen. Die Frontkamera löst mit acht Megapixeln auf und ist lediglich für Schnappschüsse geeignet.

Fazit: ein paar Monate zu spät

(Update: 8.10.18) Mit dem Aquaris X2 und X2 Pro bietet BQ zwei erschwingliche Smartphones in der oberen Mittelklasse, die dank Android One mit einer guten Update-Versorgung und purem Android punkten können. Leider sind die beiden Smartphones ein paar Monate später als gedacht auf den Markt gekommen und haben es dank deutlich günstigerer, aber ähnlich ausgestatteten Geräten wie dem Xiaomi Mi A2 schwer sich bei dem aktuellen Preis zu behaupten. Das X2 Pro gibt es mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher für einen Preis von 399 Euro. Mit 6 GB RAM und 128 GB Speicher kostet das X2 Pro 469 Euro. Die Standard-Version des X2 gibt es je nach Speicherausstattung für 319 bzw. 349 Euro. 

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


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HTC U11+ im Test: Multimedia-Bolide fast ohne Schwächen

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Einer der großen Trends in der Smartphone-Branche ist zurzeit zweifelsohne das 18:9-Display. Kaum ein Hersteller verzichtet bei seinem Flaggschiff-Gerät auf den langgezogenen Formfaktor. Auch HTC stellt seinem aktuellen Vorzeige-Smartphone U11 ein größeres HTC U11+ zur Seite, das mit einer 18:9-Anzeige aufwartet. Doch wie praktisch ist solch ein Telefon im Alltag. Nach dem kurzen Hands-On im Oktober, habe ich das Gerät in den letzten Wochen auf Herz und Nieren getestet.

Gläsernes Liquid-Design

Beim Blick auf das Gehäuse des HTC U11+ bleibt sich der taiwanische Hersteller seiner Premium-Linie treu. Die Rückseite beherrscht stark spiegelndes Glas. Unschöne Fingerabdrücke sind also wie auch bei den Mitbewerbern kaum vermeidbar. Die Kanten und Ecken des Mobiltelefons sind angenehm abgerundet. So erscheint es wie aus einem Guss. Mit Maßen von 158 x 75 x 8,5 Millimeter und einer Masse von 188 Gramm wirkt es etwas klobiger als so manches Konkurrenzprodukt wie beispielsweise das Galaxy S9.

Wie seit den letzten Jahren bei HTC üblich ist das U11+ sehr gut verarbeitet. Die auf der rechten Seite befindlichen Power-Button sowie Lautstärke-Wippe besitzen einen angenehmen Druckpunkt und sind fest im Gehäuse verbaut. Hier wackelt nichts. Auch der SIM- und SD-Kartenslot auf der Kopfseite des Gerätes schließt bündig mit dem Gehäuse. Das war beim HTC 10 noch anders.

HTC U11+
Das HTC U11+ ist deutlich wuchtiger als die Konkurrenz wie etwa das OnePlus 5T. Image by Jonas Haller

Scharfes Display mit hoher Farbtreue

Auf der Frontseite verbaut HTC ein 6 Zoll großes QuadHD+ Display, das mit 2.880 x 1.440 Pixel auflöst. Das Super-LCD-6-Panel besitzt eine sehr gute Pixeldichte von 537 ppi. Damit sind selbst bei näherem Betrachten keine Bildpunkte sichtbar. Hinzu kommt, dass die Anzeige den DCI-P3 Farbraum unterstützt. Dieser deckt den Bereich natürlich vorkommender Oberflächenfarben nahezu komplett ab. Zum Einsatz kommt er etwa in der Filmbranche.

In der Praxis glänzte das Panel zudem durch eine sehr gute Maximalhelligkeit. Unter der starken Sonneneinstrahlung Barcelonas war das Display stets gut ablesbar. Der Helligkeitssensor reagiert zudem prompt und regelt die Helligkeit auf das richtige Level. Einziger Negativpunkt beim Testgerät waren Lichthöfe im unteren Displaybereich. Das sollte im Jahr 2018 eigentlich kein Thema sein. HTC spendiert wie auch beim U11 einen Nachtmodus, der die Farbtemperatur nach Sonnenuntergang automatisch anhebt. Damit werden die Augen weniger belastet und der Schlaf besser.

Dank High-End-Prozessor für alle Alltagsaufgaben gerüstet

Unter der Haube des HTC U11+ kommt der High-End-Chip Qualcomm Snapdragon 835 aus dem Jahr 2017 zum Einsatz. Seine acht Kerne takten mit bis zu 2,45 GHz. Daher ist für ein mehr als flüssiges Nutzungserlebnis gesorgt. Dank 6 GB Arbeitsspeicher geht Multitasking sehr flott von der Hand. In den Benchmark-Tests AnTuTu sowie Geekbench erreicht das Flaggschiff Bestwerte: In ersterem stehen 211.400 Punkte zu Buche, im Geekbench 6720 Multi-Core-Punkte. Damit liegt es etwa vor Samsung Galaxy S8 und Note 8, aber auch dem Google Pixel 2 XL. Das Samsung Galaxy S9 und das Galaxy S9+ sind allerdings noch leistungsstärker. Auch anspruchsvolle Spiele laufen auf dem HTC U11+ flüssig und stellen die Komponenten vor nicht allzu große Herausforderungen. Allerdings erwärmt sich das Glasgehäuse bereits nach wenigen Minuten spürbar.

HTC U11+ Benchmark-Tests
In den Benchmark-Test macht das HTC U11+ eine sehr gute Figur. Screenshots by Jonas Haller

Mit 128 GB ist auch der interne Speicher sehr gut bestückt. Deswegen ist eine microSD-Karte kaum noch notwendig. Die Schreib- und Lese-Geschwindigkeit ist laut A1 SD Bench sehr flott: 473 MB/s beim Lesen stehen 175 MB/s beim Schreiben gegenüber. Wer mehr Speicher benötigt, kann per microSDXC um theoretisch 2 TB erweitern.

Ultrapixel-Kamera liefert grandiose Aufnahmen

Wie auch im “kleinen” Bruder HTC U11 kommt in der Plus-Version ein Ultrapixel-Kameramodul zum Einsatz. Es löst zwar lediglich mit 12 Megapixel auf, überzeugt allerdings durch besonders große Bildpunkte auf dem Sensor. Mit f/1.7 ist die Blende zudem sehr lichtstark. Dank optischem Bildstabilisator gelingen auch bei schlechten Lichtbedingungen scharfe Aufnahmen. Besonders herauszuheben ist der HDR Boost. Im Automatik-Modus aktiviert, liefert er hochdynamische Fotos. Dabei werden drei Aufnahmen kurz nacheinander gespeichert und zusammengerechnet. Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Wer eher auf Bewegtbilder steht, zeichnet diese wahlweise in 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde oder FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Zeitlupen-Aufnahmen sind mit 120 fps möglich. Im HTC U11+ steckt zudem die 3D-Audio-Funktion aus dem U11. Vier Mikrofone ermöglichen einen akustischen Fokus, der Hintergrundgeräusche reduziert. Das funktionierte im Test sehr gut, auch wenn der Ton etwas unwirklich erscheint. Ein kurzes Testvideo seht ihr hier.

Stadtansichten: Barcelona from Jonas on Vimeo.

BoomSound-Lautsprecher liefern vor allem lauten Sound

Seit dem One M7 ist HTC für seine überdurchschnittliche Audioqualität bekannt. Auch im U11 Plus kommt die BoomSound genannte Lautsprecher-Technik zum Einsatz. Die Hörmuschel im oberen Gerätebereich dient als Hochtöner, der Speaker auf der Unterseite als Tieftöner. Musik wird in einem breiten Frequenzspektrum wiedergegeben. Der Klang ist sehr gut und hebt sich von der Konkurrenz wie etwa dem OnePlus 5T deutlich ab.

Auch im Landscape- und Theatermodus macht das Android-Smartphone eine gute Figur. Dann agieren die zwei Lautsprecher als Stereospeaker und es kommt ein bisschen Heimkino-Flair auf. Noch bessere Qualität bieten die mitgelieferten USonic-Kopfhörer. Sie vermessen das Ohr per Ultraschall und bieten somit einen individuellen Klang, was nur wenige andere Kopfhörer wie der Aventho Wireless ebenfalls können. Außerdem bieten die USonic-Hörer eine aktive Geräuschunterdrückung. Im Test eine echte Wonne.

Einziger Wermutstropfen: Das Lauscherpaar wird über den USB-C-Anschluss verbunden. Gleichzeitiges Laden ist somit nicht möglich. Wer lieber eigene Kopfhörer nutzen möchte, greift zum beiliegenden Klinken-Adapter.

Großer Akku sorgt für sehr gute Laufzeit

Positiv überrascht bin ich ferner von der Akkulaufzeit des neuen HTC U11+. Während andere Hersteller die Kapazität drosseln, integrieren die Taiwaner ein 3.930 mAh starkes Modul in das recht dünne Gerät. Dieser versorgt das Mobiltelefon den Tag über mit Strom. Im stressigen Messealltag mit allerhand Nutzung besaß der Akku am Ende des Tages zehn Prozent Ladung. Ohne auch nur einmal eine Powerbank zu Gesicht bekommen zu haben. Auch das Laden geht dank Quick Charge 3.0 sehr flott von der Hand: In nicht einmal zwei Stunden ist der Energiespeicher wieder vollständig geladen.

HTC U11+
Unter dem glänzenden Glas-Rückseite befindet sich der 3.940 mAh starke Akku. Image by Jonas Haller

Android-Betriebssystem mit gelungenen Eigen-Features an Bord

Auf dem HTC U11+ ist Android in Version 8.0 Oreo vorinstalliert. Außerdem spendiert HTC seine unternehmenseigene Nutzeroberfläche Sense. Sie läuft butterweich und bringt spannende Funktionen mit sich. Beispielsweise zeigt der optionale Blinkfeed die aktuellsten Nachrichten und Mitteilungen aus den sozialen Netzwerken an. Apps können im Menü gruppiert und so in themenspezifische Ordner gepackt werden.

Mit der U-Serie führte HTC zudem Edge Sense ein. Dabei handelt es sich um einen drucksensitiven Rahmen über den etwa Kamera oder Digitalassistenten aktiviert werden. Je nach Händedruck lässt sich die Druckstufe anpassen. Im Test funktionierte das Feature sehr schnell und beschleunigt mit der richtigen Konfiguration den Workflow ungemein. So lassen sich auch innerhalb von Anwendungen bestimmte Aktionen einstellen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern. Neu ist zudem der Edge Launcher, über den sich oft genutzte Apps per Daumen schnell öffnen lassen.

Google Assistant und Alexa an Bord

Künstliche Intelligenz ist auch beim HTC U11+ ebenfalls ein wichtiges Thema. Neben dem standardmäßig installierten Google Assistant kommt das Premium-Smartphone mit Amazons Alexa daher. Per Spracheingabe aktiviert sich die KI. Allerdings geschieht dies öfters als einem lieb ist. Im Testzeitraum ploppte hin und wieder ungewollt Alexa auf. Zum Glück lässt sie sich auch deaktivieren. Beide Assistenten lassen sich problemlos parallel betreiben und nach Lust und Laune einsetzen.

HTC U11+
Auch Amazon Alexa ist am Bord des HTC U11+. Image by Jonas Haller

Außerdem integriert HTC seinen eigenen Assistenten “Sense Companion”. Er analysiert das Nutzungsverhalten und gibt zur richtigen Zeit entscheidende Tipps. Beispielsweise erinnert er den Weg zum nächsten Termin anzutreten oder das Mobiltelefon vor einer Partynacht noch einmal mit Strom zu versorgen. Der Schrittzähler protokolliert die täglichen Aktivitäten und gibt morgens einen Überblick über den vergangenen Tag. Natürlich muss dazu das Gerät permanent am Mann getragen werden.

Fazit HTC U11+: Gelungenes Premium-Smartphone für Nerds

Mit dem U11+ hat HTC endlich das ersehnte Flaggschiff auf den Markt gebracht, das ganz oben mithalten kann. Denn die Spezifikationen sind High-End. Insbesondere Kamera, Lautsprecher und Akku sind als die großen Stärken hervorzuheben. Außerdem besitzt das Display eine ausgeglichene Farbwiedergabe und Helligkeit. Es kommt allerdings an die Konkurrenz von Samsung, LG und Co. nicht ganz heran. Der wohl größte Kritikpunkt sind Maße und Gewicht, denn gegenüber der Konkurrenz wirkt das HTC U11+ sehr klobig und wuchtig.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 849 Euro ist es zwar alles andere als ein Schnäppchen. Es bietet allerdings ein interessantes Paket für all jene, die kein Smartphone von der Stange nutzen wollen. Die Multimedia-Funktionalitäten sind ebenfalls erstklassig. Android-Jünger begrüßen außerdem die cleveren Zusatz-Features, die HTC Sense mitbringt. Wer also ein großes Premium-Smartphone mit ordentlich Performance sucht, ist beim HTC U11+ an der richtigen Adresse.

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Forza Motorola: Moto Z2 Force im Kurztest

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Bricht alle Limits, aber niemals entzwei? Das aktuelle Flaggschiff von Motorola Moto Z2 Force tritt im Innovations-Wettstreit der Smartphone-Hersteller mit zwei herausragenden Features an: einem bruchfesten Display und dem hauseigenen Moto-Mods-Interface auf der Rückseite. Über diese Schnittstelle lässt sich diverses Zubehör ergänzen. Außerdem bietet das Smartphone eine Dual-Kamera mit 12-Megapixel-Auflösung mit vielen Einstellungsmöglichkeiten. Ob das Moto Z2 Force halten kann, was es verspricht, habe ich getestet.

ShatterShield-Display: bruchfest durchs Leben

Schätzt mal, wie oft das Smartphone einer Mutter von drei Kindern täglich auf den Boden fällt oder geworfen wird? Sagen wir einfach: zu oft. Nur dem Display des Moto Z2 Force scheinen Stürze dank der sogenannten ShatterShield-Technologie tatsächlich nichts mehr anzuhaben. Das bewegliche 5,5-Zoll-OLED-Display liegt sicher in Aluminium eingebettet unter dem Touchscreen und zwei weiteren Schichten für Innen- und Außenlinse. Abschließend ist das Gerät mit einer dünne Folie versiegelt.

Durch diesen Aufbau absorbiert das Display die Aufprallkraft statt zu zerspringen. Klasse gemacht, Motorola! Der Hersteller garantiert die Bruchfestigkeit für vier Jahre. Allerdings möchten die restlichen Geräteteile nicht zu oft runterfallen: Das Moto Z2 Force ist keineswegs stoßfest und auch nicht wasserfest, aber immerhin spritzwasserabweisend. Das OLED-Display erscheint durch den Aufbau insgesamt zwar etwas dunkler, liefert aber generell scharfe und satte Bilder in Quad-HD (2.560 x 1.440 Bildpunkte).

Magic Moto Mods: Von Accessoire bis Zoomobjektiv

Wie alle anderen Modelle der Z-Reihe bietet das Moto Z2 Force auf seiner Rückseite eine Schnittstelle für mittlerweile ein Dutzend verschiedene Hardware-Erweiterungen. Diese sogenannten Moto Mods verbinden sich über magnetische Pins mit dem Smartphone. Dazu braucht es nur einen „Klack“. Das funktioniert so ähnlich wie beim MacSafe-Stromstecker und Apple MacBooks – man spürt immer ein bisschen, dass die sich gegenseitig wollen.

Ich hatte den Alexa-Lautsprecher, das Moto Gamepad und die 360-Grad-Kamera im Test. Ebenso eine schicke Smartphone-Rückabdeckung, mit der sich über ein zusätzliches Ladepad das Smartphone theoretisch kabellos aufladen ließe. Ich gehe hier nur kurz auf die Lautsprecher ein, weil Motorola sie auch im Bundle anbietet. Über die verschiedenen Moto Mods für Fotografie berichte ich bald mehr in einem folgenden Artikel. Es sei nur verraten, dass mit die 360-Grad-Kamera so gut gefallen hat, dass mich die anderen Mods jetzt auch interessieren.

Moto Smart Speaker klingen auch ohne Alexa gut

Der Lautsprecher erfüllt einen guten Zweck, hier sogar ganz ohne Alexa. Die beiden Speaker im Inneren decken den Frequenzbereich zwischen 200 und 20.000 Hertz ab und bieten auch bei voller Lautstärke von 82 Dezibel einen satten, sauberen Klang. Mit 168 Gramm würde ich sofort die Soundbox wählen, wenn ich mich entscheiden müsste, was ich zum Angrillen bei Freunden mit auf die Terrasse nähme – über die verbauten Mini-USB-Schnittstelle ließen sich ja notfalls auch ein paar Lampions betreiben.

Was die Kompatibilität mit Streaming-Apps angeht, hatte ich zwar keine grundsätzlichen Probleme, aber immer wieder kleine Bugs. Spotify hängt sich auf, wenn man zu viel skipt, Soundcloud spielt Songs weiter, obwohl die App beendet ist. Erst bei Deezer und Shazam läuft bei einem kurzen Blick dann alles, wie es soll. Die Alexa-Moto-App muss man nicht installieren, obwohl der Speaker es immer mal wieder möchte, wenn man ihn an das Moto Z2 Force anklackt.

Smarte Fotos dank Moto z2 Force Profisoftware

Mit zwölf Megapixeln bietet die rückseitige Dual-Kamera des Moto z2 Force eine niedrigere Auflösung als andere Modelle. Sie teilt diese Auflösung jedoch mit anderen Flaggschiffen wie das Galaxy S9 oder Galaxy S9+. Denn eine niedrige Auflösung ist nicht zwingend von Nachteil. Dadurch sind die Pixel mit einer Größe von 1.25 Mikrometern größer und können mehr Licht aufnehmen, was zu weniger Rauschen führt. Die f/2-Blende ist zudem relativ lichtstark. Für bessere Detailzeichnung und Schärfe verrechnen die beiden Kamerasensoren vom Typ Sony IMX386 Außerdem je ein farbiges und ein schwarz-weißes Bild zu einer Aufnahme. Auch die Frontkamera mit fünf Megapixel-Auflösung, 85-Grad-Weitwinkelobjektiv und LED-Blitz ist anspruchsvoller ausgestattet als andere Selfie-Kameras.

Das echte Highlight des Moto Z2 Force ist in meinen Augen aber nicht die Hardware, sondern die entsprechende Fotosoftware auf dem Gerät. Aus der übersichtlich gestalteten Oberfläche könnt ihr neben dem Standard-Fotomodus aus vier weiteren Modi wählen: Panorama, Tiefeneffekte, Schwarz/Weiß und Professional.

Echtzeitbearbeitung vor Kameramodul

Dieser Professional-Modus ist sehr gut ausgestattet. Denn dort lassen sich Verschlusszeit, Belichtung, Weißabgleich, ISO und Brennweite manuell einstellen. Dadurch könnt ihr längere Belichtungszeiten oder höhere ISO-Werte für Nachtaufnahmen wählen. Das klare Oberflächendesign mit Schiebereglern für die einzelnen Werte macht die Bedienung ziemlich intuitiv, sodass ihr auch ohne viel fototechnisches Wissen durch ein bisschen Ausprobieren zu schönen Fotos kommt. Das war für mich umso erfreulicher, als der Kamerasensor nicht so gut mit dem Hamburger Wetter klar kam.

In der Tiefe verborgene Features

Im Tiefenschärfe-Modus unterscheidet die Software zwischen Vorder- und Hintergrund und lässt den letzteren in künstlerischer Unschärfe verschwimmen. Auf die Simulation des sogenannten Bokeh-Effekts könnt ihr Einfluss nehmen. So könnt ihr auf einer Skala von eins bis sieben den Zerstreuungskreis um das Objekt herum variieren. So lassen sich etwa Details aus dem Hintergrund fokussieren, die ihr damit hervorhebt oder anders herum.

Drei besondere Features für diese Tiefeschärfe-Fotos verstecken sich in den Bearbeitungsmöglichkeiten. Hier lassen sich unter Selective focus, Selective b&w oder Replace Background ausgewählte Bereiche dieser Bilder nachträglich fokussieren, freistellen oder monochrom färben.

Fazit: Sehr gute Performance gibts nicht geschenkt

Nach gut zwei Wochen habe ich der Schutzfolie des bruchfesten Displays leider doch schon ein paar Kratzer zugefügt, alle Falltests hat es aber gut überstanden. Die umfangreiche Kamerasoftware und ihr praktisches Interface haben mir ebenfalls gut gefallen. Das gibt euch viel kreativen Spielraum für gelungene Bilder. Zudem gefällt die Idee der Moto Mods. Daher ist das Motorola Z2 Force insgesamt ein leistungsstarkes wie elegantes Smartphone mit zu verkraftenden Mängeln. Mit einem vom Hersteller empfohlenen Preis von 799 Euro ist es allerdings auch nicht eben günstig. Im Online-Handel ist das Gerät aber zum Teil günstiger erhältlich.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


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Billig gegen Teuer: OnePlus 5T und HTC U11+ im Vergleichstest

OnePlus5T-HTCU11-Teaser

Android-Smartphones gibt es mittlerweile in jedem Preisbereich. Selbst im High-End-Segment besitzen die Geräte eine große Preisspanne. Zwei Modelle mit ähnlicher Ausstattung sind etwa das preiswerte OnePlus 5T für 499 Euro und das teuere HTC U11+ für 799 Euro. Wir haben die Mobiltelefone verglichen und für euch geschaut, wo die Unterschiede liegen. Ist das HTC-Gerät seinen saftigen Aufpreis wert?

Design: Matt oder Glänzend ist Geschmacksfrage

Dass die Geräte unterschiedlichen Philosophien nachfolgen, wird bereits beim Blick auf das Gehäuse deutlich. Das OnePlus 5T kommt in einem matten Aluminium-Unibody daher, das sich stark am iPhone 7 Plus orientiert. Es wirkt deshalb sehr elegant und edel – obwohl es das preiswertere der beiden Konkurrenten ist. Mit Maßen von 156 x 75 x 7,3 Millimeter und einem Gewicht von 162 Gramm wirkt es überaus kompakt.

Anders das HTC U11+ (hier zum ausführlichen Test). Es ist in den Händen des Nutzers ein echter Brocken. Die Maße sind mit 158 x 75 x 8,5 Millimeter und einem Gewicht von 188 Gramm spürbar größer als beim Konkurrenzprodukt. Das macht sich auch in der täglichen Nutzung bemerkbar. Zudem besitzt das HTC-Smartphone eine glänzende Glasrückseite, wie es auch das Samsung Galaxy S9 hat. Fingerabdrücke sind ab der ersten Minute sichtbar. Auch wenn der U-Gedanke mit dem Selbstbild auf der Rückseite ein interessanter Lifestyle-Faktor ist, gefallen mir persönlich matte Gehäuse besser. Aber das ist eine Geschmacksfrage.

Aluminium oder Glas ist wohl Geschmackssache. Image by Jonas Haller

Display: AMOLED im OnePlus 5T tritt gegen SLCD im HTC U11+ an

Mit einer Diagonale von 6 Zoll sind die 18:9-Displays auf dem ersten Blick nahezu identisch. Doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Im OnePlus 5T kommt ein AMOLED-Panel mit FullHD+-Auflösung (2.160 x 1.080 Pixel) daher. Es ist sehr leuchtstark und für meinen Geschmack etwas zu farbintensiv. Im HTC U11+ kommt ein Display mit QuadHD+-Auflösung (2.880 x 1.440 Pixel) zum Einsatz.

Obwohl beide den DCI-P3-Farbraum unterstützen, wirkt das HTC-Panel lebensechter und natürlicher. Mit einer Pixeldichte von 537 ppi ist es im Vergleich zum OnePlus-Pendant schärfer. Das macht sich im Alltag allerdings kaum bemerkbar. Erst wenn man Google Cardboard und VR-Anwendungen nutzt, sind Unterschiede sichtbar. Mit Corning Gorilla Glass 5 sind beide Anzeigen besonders gut gegen Kratzer geschützt.

Leistung: HTC und OnePlus auf Augenhöhe

Was die Leistungsfähigkeit der verbauten Hardware angeht, sind beide Geräte auf einen ähnlichen Niveau. Unter der Haube arbeitet sowohl beim OnePlus 5T als auch HTC U11+ der Qualcomm Snapdragon 835 Acht-Kern-Prozessor mit einer maximalen Taktleistung von 2,45 GHz. Unterstützt wird er von 8 GB Arbeitsspeicher im OnePlus 5T und 6 GB im HTC U11+. Die Differenz macht sich allerdings im Alltag kaum bemerkbar.

Auch im Benchmark bewegen sich die beiden High-End-Smartphones auf einem Niveau. Im AnTuTu-Test stehen 211.600 Punkte (OP 5T) 211.400 Punkte gegenüber. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim GeekBench: Dort erreichen beide Geräte 6.700 Punkte im Multi-Core-Test. Beide Smartphones werden mit einem 128 GB großen internen Speicher ausgeliefert. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist auf sehr hohem Niveau. Das OnePlus 5T erreicht jedoch minimal bessere Werte, es unterstützt UFS 2.1 mit schneller 2-Lane-Technologie. Per microSDXC-Karte lassen sich die Geräte zusätzlich erweitern.

Kamera: HTC U11+ bietet lebensechtere Farben

Die Spreu vom Weizen trennt sich erstmals beim Blick auf die Kameraqualität. Zwar bietet OnePlus ein Dual-Kamera-System mit 2-fach-Zoom und 16 Megapixel Auflösung. Allerdings bietet HTC die ausgereifte Ultrapixel-Technologie. Mit 1,4 Mikrometer sind die einzelnen Pixel fast um ein Drittel größer als beim Sony-Modul des OnePlus 5T. Die Folge sind bessere Fotos bei schummrigen Lichtbedingungen. Obwohl beide Hersteller eine f/1.7-Blende verbauen rauschen die Aufnahmen des HTC U11+ deutlich weniger als im OnePlus 5T.

Auch beim HDR-Modus hat das taiwanische Unternehmen die Nase vorn. Dunkle Bereiche werden fantastisch hervorgehoben und Lichter angenehm reduziert. Hier profitiert HTC von der Zusammenarbeit mit Google. Bei der Frontkamera ist der Abstand geringer. Das HTC U11+ bietet allerdings auch hier einen HDR-Modus, mit dem das OnePlus 5T nicht aufwarten kann.

Das OnePlus 5T besitzt eine Dual-Kamera, die qualitativ nicht ganz an das Monomodul im HTC U11+ herankommt. Image by Jonas Haller

Videos zeichnen beide Geräte in 4K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Bewegtbilder in FullHD sind mit 60 fps möglich. Das HTC U11+ bietet zudem einen Zeitlupen-Modus mit 120 Bildern pro Sekunde – sogar in FullHD. Des Weiteren spendierten die Ingenieure einen akustischen Fokus, der über die vier verbauten Mikrofone realisiert wird. Hier bietet OnePlus nur Standardkost.

Testfotos HTC U11+ und OnePlus 5T
Testfoto bei Sonnenlicht. Images by Jonas Haller
Testfotos HTC U11+ und OnePlus 5T
Testfoto innen bei mittelmäßigem Licht. Images by Jonas Haller

Lautsprecher: BoomSound schlägt Mono-Sound

Dieses Bild setzt sich bei den verbauten Lautsprechern fort. Das OnePlus 5T besitzt lediglich ein Mono-Modul auf der Geräteunterseite. Der emitierte Sound ist eher unterer Durchschnitt und plärrig. Ein kurzes YouTube-Video lässt sich damit problemlos den versammelten Freunden zeigen – mehr aber auch nicht. Anders beim teuren HTC U11+. Dort sind Lautsprecher mit BoomSound-Technologie verbaut. Die Hörmuschel dient als Hochtöner, der untere Speaker für die tiefen Frequenzen. Die Klangqualität ist auf einem sehr hohen Niveau und es lassen sich auch längere Serien bequem anschauen.

Doch wie sieht es bei den mitgelieferten In-Ear-Kopfhörern aus? OnePlus setzt hier auf Standard-Hörer mit 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Sie sind solide und klingen durchschnittlich. HTC verzichtet auf einen analogen Tonausgang. Stattdessen werden die mitgelieferten In-Ears am digitalen USB-C-Anschluss angedockt. Der große Vorteil ist hierbei, dass zusätzliche Informationen übertragbar sind. HTC nutzt das für eine Anpassung der Klangkurve per Ultraschall-Messung. Der Klang ist dementsprechend deutlich besser als beim OnePlus-Modell.

Akku: HTC hat mehr Energiereserven

Das rund ein Millimeter dickere Gehäuse des HTC U11+ bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich. Denn darunter findet ein deutlich größeres Akkumodul Platz. Mit 3.940 mAh bietet es rund 600 mAh mehr als der Mitbewerber von OnePlus. Das macht sich auch im Alltag bemerkbar: Dem OnePlus 5T geht später die Puste aus, auch wenn die Laufzeitunterschiede geringer sind als nominell vermutet.

Das HTC U11+ ist deutlich wuchtiger als das OnePlus 5T. Image by Jonas Haller

Beide Smartphones besitzen eine Schnellladefunktion. HTC greift auf die Quick-Charge-Technologie von Qualcomm zurück. Innerhalb von zwei Stunden ist das Modul wieder vollständig aufgeladen. Im OnePlus 5T kommt das unternehmenseigene Dash Charge zum Einsatz. Der Energiespender wird mit sage und schreibe 5 Volt und 4 Ampere mit Strom befeuert. Das Ergebnis ist eine deutlich kürzere Ladezeit: Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Akku zu 100 Prozent geladen.

Betriebssystem: OnePlus mit angepasstem OxygenOS

Nach etlichen Streitereien mit Software-Lieferant Google besitzen die OnePlus-Geräte seit einiger Zeit mit OxygenOS ein angepasstes Android-System. Im Kern finden sich Fans der offenen Betriebssoftware sofort zurecht und müssen sich nicht umgewöhnen – im Gegenteil. Es kommt eine Art Stock-Launcher zum Einsatz, die Anpassungen in Menü und Funktionen halten sich im Rahmen.

Da besitzt das HTC U11+ die umfangreicheren Anpassungen, obwohl Android 8.0 unter der Haube steckt. Denn die Taiwaner spendieren die eigene Benutzeroberfläche HTC Sense, die in eleganter und anpassungsfähiger Optik daher kommt. Geschmackvolle Widgets und schicke Schriftarten sorgen für ein erwachsenes Auftreten. Außerdem sorgen clevere Features wie der druckempfindliche Rahmen Edge Sense für ein komfortables Nutzen des Telefons. In Sachen Updates sind beide Hersteller ganz vorn dabei und liefern selbst große Aktualisierungspakete zeitnah aus.

Fazit OnePlus 5T gegen HTC U11+: Clevere Features sind ihr Geld wert

Muss es immer das teuere Smartphone sein? Die Antwort ist jaein, denn beide Mobilgeräte haben ihre Berechtigung. Wer aktuelle High-End-Hardware zum Schnäppchenpreis möchte, greift zum OnePlus 5T. Kein anderes Telefon bietet die Leistung zu einem günstigeren Preis. Hinzu kommt ein gefälliges Äußeres, ein farbintensives Display und eine gute Kamera.

Das HTC U11+ kostet zwar 300 Euro mehr, bietet dafür aber ein stimmiges Gesamtpaket mit grandioser Kamera, kraftvollen Lautsprechern und einem ausdauernden Akku. Außerdem geben clevere Features wie Edge Sense oder der Digitalassistent Sense Companion sowie Amazon Alexa den Ausschlag für den höheren Kaufpreis. Wer also die volle Innovationspalette sein Eigen nennen will, greift eher zum HTC-Smartphone.

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MWC 2018: Das sind unsere Smartphone Highlights

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Auch wenn sich der eine oder andere Hersteller mit einer Neuankündigung zurückgehalten hat, so brachte der Mobile World Congress in Barcelona (kurz MWC) interessante Geräte hervor. Wir haben unsere persönlichen Highlights des MWC 2018 zusammengetragen. Sie besitzen etwa herausragende Kamera-Features, beeindruckende Displays oder zeichnen sich durch ein nahezu randloses Design aus.

Galaxy S9: Samsung zeigt auf MWC 2018 Kamera-Monster mit AR Emojis

Als einer der ersten Unternehmen hat Samsung auf dem MWC 2018 sein neues Flaggschiff Galaxy S9 und Galaxy S9+ vorgestellt. Es sticht durch seine Kamera mit variabler Blende, die erstmals f/1.5 besitzt. Die Bildqualität soll vor allem bei schummrigen Licht neue Maßstäbe setzen. Mit der aus dem Sony XZ bekannten Slow-Motion-Funktion sind 960 Bilder pro Sekunde möglich. Aus einem maximal 0,2 Sekunden langen Videoschnipsel werden sechs Sekunden.

Mit AR Emoji lässt sich das eigene Gesicht als Animation darstellen. Image by Jonas Haller

Außerdem führt der südkoreanische Hersteller auf dem MWC 2018 seine eigenen animierten Emojis ein. Die Software scannt euer Gesicht optisch und generiert anschließend ein Comic-Konterfei. Damit lassen sich anschließend kleine Videos erstellen. Neu sind zudem die Stereo-Lautsprecher, die einen beeindruckenden Surround-Klang hervorbringen sollen. Das Samsung Galaxy S9 und S9+ sind Dolby Atmos zertifiziert. Mehr erfahrt ihr in unserem Hands-On. Wir sind schon jetzt gespannt wie sich das Gerät in der Praxis schlägt.

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Sony XZ2: Runder HDR-Bolide mit Glas-Rückseite

Mit dem XZ2 hat Sony Mobile auf dem MWC 2018 seine Antwort auf den Trend des gläsernen Gehäuses gegeben. Dominierte in der Vergangenheit vor allem Aluminium das kantige Erscheinungsbild der Geräte, so halten ab sofort Glas und runde Formen Einzug. Der Alu-Rahmen bleibt weiterhin bestehen. Auch das japanische Unternehmen legt besonderen Wert auf Kamera und Display. Erstere kommt mit einem 19 Megapixel auflösenden Sensor daher. Der Bildstabilisator arbeitet in fünf Achsen und soll für gestochen scharfe Bilder sorgen.

Das Sony XZ2 besitzt erstmals eine gläserne Rückseite. Image by Jonas Haller

Für die besonderen Schnappschüsse gibt es einen Modus zum vorausschauenden Aufnehmen. Dabei nimmt die Software mehrere Fotos hintereinander auf und liefert das beste Bild. Erstmals landen Videos in 4K-Auflösung und High Dynamic Range (HDR) auf dem Speicher. Auch das Anschauen ist ein Erlebnis, denn erstmals kommt das Dynamic Vibration System zum Einsatz, Es unterstützt das Seherlebnis durch Vibrationen. Die Stereo-Lautsprecher sollen fantastischen Surround-Sound bieten. Kostenpunkt: 799 Euro.

Nokia 8 Sirocco: Kompaktes Flaggschiff mit Android One

HMD Global hat auf dem MWC 2018 gleich 5 Nokia-Geräte vorgestellt unser Highlight war dabei das 8 Sirocco, das mit einem abgerundeten Display daherkommt. Es ist mit einem 5,5 Zoll großen pOLED-Display angenehm kompakt und überrascht mit schmalen Rahmen. Auch der finnische Hersteller geht mit dem Trend und verbaut erstmals ein glänzendes Glasgehäuse. Zudem kommt eine weiterentwickelte Dual-Kamera von Carl Zeiss zum Einsatz. Sie besteht aus einer weitwinkligen Linse und einer sekundären 13 Megapixel auflösenden Kamera mit zweifachem optischem Zoom. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Bildqualität spürbar verbessert.

Das Nokia 8 Sirocco kommt mit einem abgerundeten Display daher. Image by Jonas Haller

Die Software basiert auf Android One und ist abgesehen von der Kamera-App und einigen Icons kaum angepasst. Unnütze Bloatware sucht man vergebens – das spart Ressourcen und vor allem Speicherplatz. Dank ausgeklügeltem Energiemanagement hält der Akku länger als bei der Konkurrenz. Updates landen zudem schnell auf dem Nokia 8 Sirocco. Mit 749 Euro legt HMD Global allerdings auch in Sachen Preis eine Schippe drauf.

Wiko View 2 Pro: Französisches Mittelklasse-Gerät mit Apple-Anleihen

Für eine echte Überraschung sorgte der französische Hersteller Wiko. Er präsentierte auf dem MWC 2018 unter anderem das View 2 Pro mit 6 Zoll großem 19:9 Display. Das Panel erstreckt sich nahezu über die komplette Front und erinnert stark an das iPhone X. Die Ähnlichkeit ist ist auch der Kerbe (Notch) am oberen Displayrand geschuldet. Auf der Rückseite gibt‘s zudem eine Dual-Kamera. Eine Linse besitzt Weitwinkel-Features, die zweite eine lichtstarke f/1.75 Blende. Aus vier Pixeln errechnet die Software das Optimum und sorgt so für gute Bilder. Der Hersteller nennt dies Big-Pixel-Technologie.

Die größte Überraschung war wohl das View2 Pro von Wiko. Image by Julia Froolyks

Außerdem gibt‘s einen Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite sowie eine optische Gesichtserkennung. Der große Wow-Effekt kommt allerdings beim Blick auf den Preis. 299 Euro werden lediglich für das Wiko View 2 Pro fällig. Das ist sage und schreibe ein Viertel des unglaublichen iPhone-X-Preises. Das Gerät stellt also ein sehr gutes Angebot dar.

ASUS ZenFone 5Z: Rahmenloser iPhone-X-Klon mit Dual-Kamera

Als einer der letzten Hersteller hat ASUS mit dem ZenFone 5Z auf dem MWC 2018 sein neues Premium-Smartphone vorgestellt. Auch das hat es faustdick hinter den Ohren. Äußerlich erinnert es verdächtig an das fast rahmenloses Display und die Kerbe (Notch) des iPhone X und wartet mit einem nahezu rahmenlosen 6,2 Zoll Display auf. Die Rückseite besteht aus Glas. Weiterhin verbaut der taiwanische Hersteller ein intelligentes Dual-Kamera-System mit Sony-Sensor und 120-Grad-Weitwinkelkamera. Eine künstliche Intelligenz lernt mit der Zeit das Fotoverhalten und die AI Scene Detection optimiert Parameter für den perfekten Schnappschuss. Ferner integriert auch Asus in dem Gerät animierte Emojis, in diesem Fall Zenimojis genannt.

Auch Asus bringt ein Smartphone mit nahezu randlosem Display auf den Markt. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Auch im Inneren gibt es eine Menge KI. So ist der 3.300 mAh starke Akku mit AI Charging ausgestattet. In Anlehnung an die Nutzungsgewohnheiten wird der Ladestrom dynamisch angepasst, um eine längere Lebensdauer des Akkus zu erhalten. Bei wem das Interesse nun geweckt wurde, der muss enttäuscht werden. Die Verfügbarkeit für den deutschen Markt wird mit dem dritten Quartal angegeben.

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