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Microsoft Surface Studio 2 jetzt bestellbar

Microsoft Surface Studio 2

Während Apple beim iMac in der derzeitigen Modellsaison eine Runde aussetzt, legt Microsoft bei den All-in-One-Rechnern nach. Die im Oktober vorgestellte zweite Generation des Surface Studio ist ab heute vorbestellbar. Ab dem 7. Februar 2019 wird das Surface Studio 2 dann ausgeliefert. Erhältlich ist es in drei Versionen.

Modellpflege für Microsofts stärksten Schreibtisch-Rechner

Das Surface Studio hat uns bei der Premiere gefallen. Im Hands-On und späteren ausführlichen Test hatten wir kaum etwas auszusetzen. So geht es auch vielen anderen Testern und Nutzern. Deswegen sieht Microsoft keinen Anlass, den Schreibtisch-Rechner grundlegend umzugestalten. Daher handelt es sich beim Surface Studio 2 um Modellpflege, die das Original um aktuellere Rechenkomponenten ergänzt.

So ist das neue Modell mit neueren Geforce-GTX-Grafikkarten von Nvidia verfügbar, weswegen es im Vergleich zur ersten Surface-Studio-Generation 50 Prozent bessere Grafikleistung bringen soll. Davon soll unter anderem das Streamen von Xbox-Spielen profitieren. Schließlich brauchen auch Profis mal Abwechslung. Aufgrund neuer Transistor- und Displaytechnik soll der unverändert 28 Zoll große Bildschirm spürbar heller und kontrastreicher sein. Außerdem ist erstmals USB Typ C an Bord. Ebenfalls aktualisiert hat Microsoft den Hauptprozessor. Hierbei handelt es sich nun um Intel-Chips der siebten statt der sechsten Generation. Top ist das aber nicht, denn inzwischen ist die achte Generation erhältlich. Zu hoffen ist, dass der Lüfter beim Surface Studio 2 seinen Dienst leiser als beim Original verrichtet.

Das Surface Studio 2 ist wie sein Vorgänger als Arbeitstier für Kreative konzipiert. Dafür steht vor allem das kippbare Display, das sich mit Fingergesten und dem Digitalstift Surface Pen bearbeiten lässt. Dieser wird in seiner neusten Version, in der er 4.096 Druckstufen unterscheiden kann, mitgeliefert. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören eine Tastatur und eine Maus, die ohne Kabel auskommen. Leider hat Microsoft an den beiden Eingabegeräten nichts geändert. Deshalb fallen sie weiterhin im Vergleich zum Premium-Design des Surface Studio ab und können nicht mit Magic Keyboard und Magic Mouse von Apple mithalten. 

Mit dem Eingabe-Puck Surface Dial arbeitet das Surface Studio 2 erneut zusammen. Beim ihm handelt es sich aber um optionales Zubehör, das extra kostet.

Surface Studio 2 in drei Varianten bestellen

Wer sich für das Surface Studio 2 interessiert, kann zwischen drei Ausführungen wählen. Sie unterscheiden sich in puncto Speicherplatz, Arbeitsspeicher und Grafikleistung:

  • 16 GB RAM, 1 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1060 6 GB für 4.149 Euro
  • 32 GB RAM, 1 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1070 8 GB, für 4.999 Euro
  • 32 GB RAM, 2 TB SSD, Intel Core 7. Generation i7-7820HQ, NVIDIA GeForce GTX 1070 8 GB für 5.499 Euro.

Bei allen Modellen gleichermaßen an Bord ist neben Keyboard, Maus und Surface Pen auch Windows 10 Pro. Sie sind ab heute im Microsoft Store und anderen ausgewählten Händlern bestellbar. Wer lieber ein mobileres Surface möchte, findet in unserer Surface-Kaufberatung Alternativen.

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Edel-Tastatur Logitech Craft im Test: Drehmoment für Kreative

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Mir wäre bis vor einer Weile nicht in den Sinn gekommen, dass sich an den üblichen Eingabemethoden für Computer noch etwas radikal erneuern ließe. Doch mit dem Drehregler Surface Dial hat mich Microsoft eines besseren belehrt. In der Apple-Welt gibt es bislang dazu keine Entsprechung. Am nächsten heran kommt Eingabegeräte-Spezialist Logitech, der in seiner edlen Bluetooth-Tastatur namens Logitech Craft ein Einstellrad mit ähnlicher Missionsbeschreibung verbaut.

Der Extra-Knopf gibt Kreativen und Wissensarbeitern in macOS Aktionssets an die Hand, mit denen sich Grafik- und Office-Programme leichter und produktiver bedienen lassen sollen. Wie bei Apples Touch Bar variieren die Funktionen je nach geöffneter App. Weil es diese noch nicht für iMacs gibt, ist die Logitech Craft eine interessante Tastatur-Alternative für Nutzer von Apple-Rechnern. Im Test überzeugte mich das rund 200 Euro teure Schreibgerät fast nahezu vollständig, schwächelte aber etwas bei der Energieversorgung.

Der richtige Dreh: So funktioniert das smarte Einstellrad der Logitech Craft

Der in Metall eingefasste Drehregler am oberen linken Rand ist das Highlight der Logitech Craft. Der Knopf mit dem ungefähren Durchmesser einer Ein-Euro-Münze reagiert auf dreierlei Weise. Er lässt sich nach links und rechts drehen, drücken sowie gleichzeitig drücken und drehen.

Ab Werk ändert ihr damit die Lautstärke, startet oder pausiert einen Song in iTunes oder variiert die Helligkeit des Monitors. Das geht flott von der Hand, ist aber für sich genommen noch kein großer Mehrwert gegenüber dem Apple Magic Keyboard, das dafür eigene Funktionstasten bereit hält. Daher ist es praktisch, dass ihr in der Hersteller-Software namens Logitech Options (getestet in Version 6.72.227) die Standard-Belegung durch andere macOS-Funktionen austauschen und auch benutzerdefinierte Tastendrücke zuweisen könnt.

Logitech Craft
Image by Logitech

Ein Superknopf dreht auf: Wenige aber gute App-spezifische Spezialfunktionen

Das volle Potenzial der Logitech Craft ruft ihr erst ab, wenn ihr Programme öffnet, in denen der Drehregler kontextbasierte Funktionen kennt. Optimiert ist er für: Photoshop CC, Premiere Pro CC, Illustrator CC, InDesign CC, Word. PowerPoint, Excel, Google Chrome, Mozilla Firefox und Apple Safari.

Tutorials in Logitech Options und Videos auf der Produktseite erklären, welche Funktionen ihr steuern könnt. Mit dem Drehregler könnt ihr beispielsweise in Photoshop Helligkeit, Kontrast und Sättigung eines Fotos anpassen und in Premiere Pro durch die Zeitachse navigieren. In den drei Browsern wechselt ihr per Drehbewegung durch offene Tabs. Und zum Beispiel in Word zoomt ihr in Dokumente hinein oder heraus. Die Schriftart und -größe lässt sich in Microsofts Schreibprogramm am Mac jedoch nicht ändern. Dazu ist die Logitech Craft nur unter Windows in der Lage.

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In Photoshop lässt sich mit dem Drehregler Helligkeit, Kontrast und Sättigung eines Fotos anpassen. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Zusätzlich könnt ihr ihr auch Aktionssets für ein beliebiges anderes, unter macOS installiertes Programm konfigurieren. Dafür stehen dann aber nur generische und keine App-spezifischen Befehle zur Auswahl. Vor diesem Hintergrund ist die Liste der für den Drehregler optimierten Programme etwas mager. Wer häufig mit den populären Programmen von Adobe und Microsoft arbeitet und viel surft, kommt jedoch auf seine Kosten.

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Der Drehregler lässt sich in gewissen Grenzen frei konfigurieren. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

In Chrome mit dem Drehregler zwischen den offenen Tabs zu switchen oder in Word die Textansicht zu vergrößern, finde ich sehr, sehr praktisch. Dies geht mir viel geschmeidiger von der Hand, als mit Maus zu den jeweiligen Schaltflächen zu scrollen. Es sind die kleinen banalen Handgriffe, die der Drehregler der Logitech Craft ersetzt. Das Einstellrad in die Mac-Bedienung zu integrieren, geht nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Wer sich daran gewöhnt, kann tatsächlich von Produktivitätsvorteilen profitieren, weil er sich die längere Wege mit dem Mauscursor oder umständlichen Tastenkombinationen erspart.

Eindruck als Tastatur: Edel und komfortabel

Edel designt und hochwertig verarbeitet integriert sich die Logitech Craft harmonisch in eine Apple-Landschaft. Gleichzeitig bildet sie einen starken Kontrast zum Apple Magic Keyboard. Das liegt nicht nur am matt-schwarzen Tastenfeld und der silbergrauen Metall-Leiste am oberen Rand. Mit einem Gewicht von fast einem Kilogramm und einer Länge von 43 Zentimetern ist die Logitech Craft physisch deutlich präsenter auf dem Schreibtisch als Apples filigranes Schreibbrett.

Logitech Craft
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Das Tastatur-Layout ist dabei nicht nur für macOS, sondern auch für Windows ausgelegt. Beispielsweise ist das @-Zeichen für Windows auf der Taste Q und für macOS auf der Taste L vorhanden. Die Funktionstasten sind ebenfalls für beide Systeme verfügbar und so platziert, dass sich Apple-Nutzer nicht umgewöhnen müssen. Über die Logitech-Software sind sie außerdem frei belegbar.

Die Tasten der Logitech Craft ermöglicht ein angenehmes und präzises Schreibgefühl. Dass fast alle Tasten eine Mulde aufweisen, fördert die Treffsicherheit zusätzlich. Insbesondere gegenüber der sehr komprimierten kleinen Variante des Apple Magic Keyboard empfinde ich die etwas entzerrte Anordnung mit vollwertigen Pfeiltasten und einer größeren Entertaste als Wohltat.

Einziges Manko: Die Beschichtung der Tasten hält Schmutz nicht sehr souverän fern. Daher wirken die Tasten schon nach kurzer Einsatzzeit deutlich schmieriger als das Apple Magic Keyboard nach jahrelangem Gebrauch. Trotz angemessener Reinigung ist das Glänzen der häufig verwendeten Tasten nicht zu übersehen.

Tastenbeleuchtung zerrt am Akku

Buchstäblich ein Highlight ist die Hintergrundbeleuchtung, die aus dem Standby erwacht, sobald sich die Hände nähern und deren Helligkeit sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst. Sie ist ein optisches Schmankerl und gleichzeitig praktisch für alle, die im Dämmerlicht Orientierung benötigen, weil sie nicht blind schreiben können.

Die Kehrseite ist ein erhöhter Energieverbrauch. Die von Logitech veranschlagte Akkulaufzeit von einer Woche ist für Vielschreiber illusorisch. Bei häufigen Gebrauchs des Drehreglers und der Tastenbeleuchtung geht dem fest verbauten Energiespeicher schon nach drei bis vier Tagen die Luft aus. Per USB-C lädt der Akku zwar wieder schnell auf. Aber das Konzept der kabellosen Tastatur leidet unter diesen kurzen Entladezyklen doch arg. Die Hintergrundbeleuchtung aus Stromspargründen in der Einstellungssoftware zu deaktivieren, ist dringend zu empfehlen. Dies raubt der Edel-Tastatur aber auch ein kleines Stück Glanz.

Easy Switch: Zwischen drei Geräten per Tastendruck wechseln

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Die Logitech Craft lässt sich mit bis zu drei Geräten verbinden und per Tastendruck um schalten. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Die Logitech Craft lässt sich nicht nur an einem Rechner betreiben. Dank dreier Nummerntasten zwischen Buchstaben- und Ziffernfeld könnt ihr das Keyboard mit bis zu zwei weiteren Geräten verbinden und munter zwischen diesen hin- und her schalten. Der Wechsel klappt umgehend, sodass die Marketing-getränkte Funktionsbezeichnung „Easy Switch“ auch der Realität standhält.

Bei den Nebenbuhlern muss es sich nicht um einen Computer handeln. Im Test konnte ich die Logitech Craft auch einwandfrei mit einem iPhone und einem iPad verbinden. Das Leistungsvermögen des Einstellrads schrumpft dabei allerdings auf die Funktion des Lautstärkereglers zusammen. Anders als im Zusammenspiel mit einem Mac lässt sich die Funktionsbelegung bei einem Mobilgerät auch nicht individualisieren.

Test-Fazit: Logitech Craft hat den Bogen raus

Logitech Craft
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Die Bluetooth-Tastatur Logitech Craft ist ein schickes und raffiniertes Premium-Keyboard, das sich mit seinem Design und den Spezialfunktionen von der Masse abhebt. Die Tastaturbedienung durch einen integrierten Drehregler zu ergänzen, ist eine sinnvoller und gelungen umgesetzter Ansatz. Er erleichtert Mac-Nutzern die Steuerung auf sehr effektive Weise. Sich an Tastenkombinationen zu erinnern oder wilde Mausmanöver zu fahren, wird dadurch viel seltener nötig. Allerdings beschränken sich die Vorteile bislang im Wesentlichen auf die Nutzung von Adobe- und Microsoft-Programmen. Die Hintergrundbeleuchtung und die Möglichkeit per Tastendruck zwischen drei Geräten zu wechseln, sind keine Alleinstellungsmerke, aber tolle Zusatzfunktionen, die gut funktionieren.

Abgesehen von dieser Kür, erfüllt Logitech auch die Pflicht tadellos. Die Logitech Craft bietet ein Tolles Schreigefühl. Obendrein gefällt sie mit einem edlen und hochwertig verarbeiteten Look, der sehr gut mit einem iMac harmoniert. Lediglich die Akkulaufzeit dürfte Logitech noch gern optimieren. Häufiger Gebrauch der Hintergrundbeleuchtung zerrt stark am Energiespeicher. Die Logitech Craft ist für 199 Euro erhältlich.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Apple.


Images by Logitech; Screenshots by Berti Kolbow-Lehradt


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Microsoft Surface Studio legt iMac flach: Alternative für Kreative im Praxistest

Microsoft Surface Studio

Apple hat die iMac-Fans zuletzt mit der Ankündigung neuer Versionen und eines aufgebohrten iMac Pro glücklich gemacht. Wer jedoch sein Herz nicht unverbrüchlich an macOS und Apples Ökosystem verloren hat, sollte auch einmal einen Blick auf Microsofts neuen All-in-One-Rechner Surface Studio riskieren. Auf dem Papier klingt er wie flachgelegter iMac mit zusätzlicher Tablet-Bedienung. Mit Touch-Screen, Kipp-Display und dem Eingabegerät Surface Dial will Microsoft Apple die Kreativ-Klientel abspenstig machen. Doch wie verführerisch ist die Alternative wirklich? Im Rahmen eines Launch-Events in Berlin konnte ich mir ein Bild vom Microsoft Surface Studio machen.

Ein Desktop-Rechner als riesengroßes Grafik-Tablet

Die Stärken des iMac sind ein ikonisches Design, ein exzellentes und großes Display sowie viel Rechenpower in einem kompakten Formfaktor. Das Microsoft Surface Studio muss sich davor nicht verstecken. Es wirkt edel, puristisch und erstklassig verarbeitet.

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Image by Berti Kolbow-Lehradt

Der Surface Studio besteht aus einem 28-Zoll-Display, eingefasst in einen Metall-Korpus, der an zwei Scharnieren mit dem Sockel verbunden ist. Anders als beim iMac führt das Stromkabel des Surface Studio nicht zur Display-Rückseite, sondern mündet in den Standfuß. Dadurch wirkt das Ensemble noch etwas aufgeräumter.

Das helle, scharfe und kontrastreiche Display wird nur durch einen schmalen Rahmen begrenzt und bedeckt mehr Fläche auf der Frontseite, während beim Apple-Rechner noch der markante silberne Streifen mit dem Logo zu sehen ist. Das Display ist nicht matt, sondern reflektiert. Gefühlt ist der Spiegeleffekt auf dem gleichen Niveau wie beim iMac.

Zwar ist das Surface Studio ebenso wenig höhenverstellbar wie ein iMac. Dennoch hat die Aufhängung des Microsoft-Rechners einen entscheidenden Vorteil. Die beiden Scharniere sind beweglich gelagert und ermöglichen, das Display im sogenannten Studio-Modus rund 75 Grad nach hinten zu kippen, sodass es fast flach aufliegt.

In diesem Zustand mutet der Computer wie ein sehr großes Grafik-Tablet an und erleichtert Eingaben per Finger, Digitalstift oder dem Eingabe-Puck namens Surface Dial. Dabei macht das Scharniersystem einen robusten Eindruck und ermöglicht grundsätzlich auch in halb-gekippter Position eine Display-Eingabe. Doch zu oft überwinde ich versehentlich den Widerstand und drücke das Gehäuse in Tischrichtung. Microsoft empfiehlt daher, das Display stets bis zur Endposition zu neigen.

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Image by Berti Kolbow-Lehradt

Insgesamt finde ich diese Kipp-Feature ausgesprochen gelungen. Damit beugt Microsoft lahmen Armen vor, die sich bei einem klassisch aufrecht ausgerichteten Display ergeben würden. Ein Grund, warum Apple die Touch-Bedienung bei Desktops und Laptops weiterhin ablehnt.

Flexible Bedienung: Tippen, Touchen, Schreiben, Drehen

Mein kurzer Praxischeck mit dem Microsoft Surface Studio überzeugt mich davon, dass berührungsempfindliche Displays bei einem Tischrechner keinesfalls fehlplatziert sind. Im Gegenteil. Gerade im gekippten Zustand empfinde ich es als sehr bequem und effizient, Eingaben so vorzunehmen, wie es mir gerade am intuitivsten erscheint.

Weit voneinander entfernte Schaltflächen mit dem Finger zu aktivieren, empfinde ich zum Teil praktischer als diese mit dem längeren Laufweg des Mauspfeil zu erreichen. Zwar entstehen dabei auf Anhieb sichtbare Spuren. Doch insgesamt lässt sich die Oberflächenbeschichtung erfreulich wenig von Fingerabdrücken beeindrucken.

Das Display ist so sensibel, dass sich auch schmale Schriftfelder gut mit der Fingerspitze treffen lassen. Nur die filigranen Schieberegler in Lightroom punktiere ich lieber mit Microsofts Digitalstift Surface Pen.

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Mit dem Stylus Notizen in OneNote festzuhalten, ist eine Freude. Der Surface Pen reagiert schnell und präzise. In Microsoft Word verfügt der Surface Pen zudem über ein praktisches Zusatzfeature. So kann ich ganze Satzteile im Fließtext oder in einer Tabelle durch bloßes Durchstreichen löschen oder markieren. Die groben Streichgesten werden präzise ins Schriftbild umgesetzt.

Positiv überrascht mich die Erkennungsleistung. Der Handballen meiner breit aufliegenden linken Schreibhand wird zuverlässig ignoriert, sodass er die Schrifteingabe nicht unterbricht. Zudem kann ich auch gleichzeitig problemlos die zweite Hand auf dem Bildschirm ablegen. Praktisch: Brauche ich den Surface Pen nicht, arretiere ich ihn an den magnetisierten Flanken des Displays.

Neben Stift und Finger kann ich das Microsoft Surface Studio natürlich ganz klassisch mit Maus und Tastatur bedienen. Beide gehören wie bei einem iMac zum Lieferumfang. Das bisschen Tradition ist auch gut so. Schließlich ist die altehrwürdige Kombination aus Alt- und Tab-Taste immer noch der schnellste Weg, um zwischen geöffneten Programmen zu wechseln.

Surface Dial: Das Runde gehört aufs Eckige

Den größten Wow-Effekt aller Eingabemethoden vermittelt das Kontrollrad, das den Namen Surface Dial trägt. Ich kann es wahlweise auf oder neben dem Display platzieren. Liegt es auf dem Bildschirm, schmiegt sich das eingeblendete Schnellmenü kreisrund um das Puck-Gehäuse. Je nachdem, mit welcher Hand ich das Dial bedienen möchte, kann ich die Bediensymbole rechts oder links vom Dial-Gehäuse einblenden lassen.

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Mit dem druckempfindlichen und drehbaren Puck kann ich standardmäßig in Bildern rein- und rauszoomen oder durch große Word-Dokumente blättern. Zusätzlich ermöglichen mir die Windows-Systemeinstellungen für alle kompatiblen Programme persönliche Lieblingsfunktionen oder Tastenkombinationen als Aktionen mit dem Surface Dial zu verknüpfen.

Neben den Systemprogrammen von Windows und den Anwendungen von Microsoft Office verstehen sich zum Beispiel auch die Apps der Adobe Creative Cloud mit Surface Dial. Damit lässt sich sehr angenehm durch Bildmaterial in Premiere Pro, Lightroom oder Bridge blättern. Die Kooperation mit Adobe ist ein kluger Schachzug von Microsoft, da das Unternehmen für die am häufigsten von Kreativ-Profis genutzten Programme steht.

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Einziges Manko: Leider packt Microsoft dieses Highlight nicht standardmäßig in den Karton des Surface Studio. Ebenso wie Apple den Digitalstift Pencil und das iPad Pro separat verkauft, lässt sich Microsoft das Surface Dial mit rund 110 Euro extra bezahlen.

Premium-Preis, nicht durchgängig High-End-Hardware

In drei nicht-aufrüstbaren Konfigurationen erhältlich, werden für das Surface Studio im herstellereigenen Shop jeweils 3.549 Euro (Intel Core i5, 8 GB RAM, 2 GB GPU, 1 TB Hybrid-Festplatte), 4.149 Euro (i7, 16 GB RAM, 2 GB GPU, 1 TB Hybrid-Festplatte) oder satte 4.999 Euro (i7, 32 GB RAM, 4 GB GPU, 2 TB Hybrid-Festplatte) fällig. Surface Pen, Tastatur und Maus sind jeweils inklusive. Im Gegensatz zur Apple Magic Mouse unterstützt der beigelegte Microsoft-Nager aber keine Touch-Gesten. Zudem setzt Microsoft noch auf Intel-Prozessoren der sechsten Generation, während die iMacs 2017 mit der Nachfolger-Generation arbeiten.

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Da ist es umso erstaunlicher, dass die Apple-Rechner zum Teil einen deutlichen Preisvorteil bieten. So ist ein mit der Bestausstattung des Microsoft Surface Studio vergleichbarer iMac in 27 Zoll im Webshop von Apple für 3.619 Euro zu haben. Abgesehen davon ermöglichen die aktuellen iMacs noch leistungsstärkere Konfigurationen mit mehr Arbeits- und Grafikspeicher sowie höherer Prozessortaktung zu Preisen von bis zu 6.200 Euro. Zudem ist die Auflösung der 5K-Retina-Displays in jedem Fall höher. Dass mit 4.500 x 3.000 Bildpunkten aufgelöste Surface Studio reicht nicht ganz heran. Absolute Rechenpower- und Pixel-Junkies (mit großzügigem Budget) ziehen also einen Apple-Rechner dem Microsoft Surface Studio vor.

Microsoft Surface Studio zeigt, wie ein iMac 2017 aussehen müsste

Microsoft bietet mit dem Surface Studio eine zukunftsweisende Version eines All-in-One-Rechners für professionelle Einsatzbereiche. Die klassische PC-Bedienung mit Touch- und Stift-Funktionen zu vereinen, ist zeitgemäß konsequent. Illustratoren, Fotoretuscheure, Technische Zeichner und Produktdesigner dürften sich über diese flexiblen Möglichkeiten freuen. Das Zeichnen auf Microsofts Tablet Surface Pro hat bereits unter Kreativ-Profis Gefallen gefunden. Die Weiterführung dieses Prinzips auf einem größeren Display wie beim Microsoft Surface Studio ist nur logisch.

Wer bisher wegen der schieren Größe auf eines der riesenhaften Grafik-Tablets von Branchenprimus Wacom gesetzt hat, dürfte sich jetzt über die Aussicht auf einen deutlich aufgeräumteren Schreibtisch freuen. Mit der Neigefunktion des Studio-Modus hat Microsoft das Konzept sinnvoll zu Ende gedacht. Damit erweist sich der Rivale im Bereich des Desktop-Computing sehr innovationsfreudig, während Apple sich im Wesentlichen darauf beschrenkt, von Zeit zu Zeit die Rechenhardware zu aktualisieren. iMac-Nutzer, die mit Windows 10 genauso gut leben können wie mit macOS, sollte das Micrsoft Surface Studio mal ausprobieren.

Leider macht Microsoft aber ähnliche Fehler wie Apple zuletzt beim MacBook Pro 2016 und kombiniert eine halbherzig zusammengestellte Rechenhardware mit einem unverschämt hohen Preisetikett. Möglicherweise versucht Microsoft hier auszunutzen, dass die Angebote mit ihren unterschiedlichen Spezifikationen und Wahlmöglichkeiten nicht exakt vergleichbar sind und daher einen Preisvergleich erschweren. Ein krasser Aufpreis von bis zu rund 1.500 Euro dürfte die Scheu vor dem Systemwechsel aber selbst für die als spendierfreudig geltenden Apple-Nutzer nicht gerade senken.

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Einstieg: Surface Studio mit i5, 8 GB RAM, 1 TB Hybrid bei Gravis (Provisons-Link)
Goldene Mitte: Surface Studio mit i7, 16 GB RAM, 1 TB Hybrid bei Gravis (Provisions-Link)
High-End: Surface Studio mit i7, 32 GB RAM; 2 TB Hybrid bei Gravis (Provisions-Link)

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


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Kreativ-Offensive von Microsoft: Neuer Komplett-PC Surface Studio

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Microsoft prescht in eine weitere Hardware-Kategorie vor. Nach einem eigenen Tablet (Surface Pro) und einem Laptop (Surface Book) kommt jetzt ein Komplett-PC namens Surface Studio auf den Tisch. Das neue All-in-One-Gerät richtet sich an Kreative – also eine Klientel, die traditionell gern zu Apple-Rechnern wie dem iMac greift. Dem MacBook-Konkurrenten Surface Book verpasst Microsoft ein Upgrade. Der Laptop mit abnehmbaren Touch-Display erhält mehr Grafik- und Akkuleistung.

Einen Tag vor einer mit Spannung erwarteten Produktpräsentation von Apple stellte Microsoft am Mittwoch auf einem Event in New York City außerdem neue Windows-Funktionen vor (hier zur Videoaufzeichnung). Sie erleichtern Zeichnen in 3D, Mixed Reality, Gaming und Teamkommunikation auf Rechnern mit Windows 10. Sie werden im Frühjahr 2017 als Teil des „Creators Update“ kostenlos ausgespielt.

Der flexiblere iMac: Das Surface Studio buhlt um Kreativ-Nutzer

Im Gegensatz zum iMac-Bildschirm können Grafikdesigner, Illustratoren und technische Zeichner das Display des Surface Studio mithilfe eines besonderen „Zero Gravity“-Scharniers in einen 20 Grad steilen Winkel kippen und damit in eine Art Zeichenbrett verwandeln.

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Der 28 Zoll große Bildschirm im 3:2-Format (4500 x 3000 Pixel) bietet nicht nur mehr Fläche und ist höher aufgelöst als jeder iMac. Mit 12,5 Millimetern Dicke ist er auch verdammt schmal. Für eine hohe Farbtreue unterstützt das Surface Studio die Farbprofile DCI-P3 und P3-D65.

Anders als Apple-Desktops und -Laptops akzeptiert das Display des Surface Studio zudem Eingaben per Finger, Digitalstift und einem Puck-ähnlichen Eingabegerät, das auf den Namen Surface Dial hört. Berührt es den Bildschirm, aktiviert es kontextbezogene Menüs und Funktionen, zum Beispiel eine Farbpalette. Auch ohne Display-Kontakt soll das 145 Gramm schwere Surface Dial die Bedienung erleichtern, etwa beim Scrollen und Zoomen.

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Die 6. Generation von Intels i5- und i7-Prozessoren und ein schneller Geforce-Grafikchip von Nvidia mit bis zu 4 GB Grafikspeicher sollen das Surface Studio mit reichlich Rechenpower versorgen. Der Arbeitsspeicher umfasst bis zu 32 GB.

Preislich toppt das Surface Studio das Original von Apple. Das Surface Studio ist ab 2.999 US-Dollar in den USA vorbestellbar. Für die Variante mit Top-Konfiguration werden 4.199 US-Dollar fällig. Das Surface Dial gibt es für Erstbesteller als kostenlose Zugabe, schlägt ansonsten aber mit 99 US-Dollar extra zu Buche. Von einer 1:1-Bepreisung in Euro ist auszugehen. Zum Vergleich: Der bestmöglich ausgestattete 27-Zoll-iMac kostet in Apples Online-Store 2.930 Euro.

Surface Book fordert MacBook Pro mit noch mehr Leistung heraus

Wer als Kreativer einen Laptop nutzt, greift häufig zu einem MacBook oder vielleicht sogar zu dem Leistungsprotz MacBook Pro. Mit dem Surface Book hat Microsoft vor einem Jahr einen Mobilrechner präsentiert, der Apple-Nutzer sowohl in punkto Funktionalität als auch in punkto Style in Versuchung führt. Nun bohrt Microsoft den Laptop mit abnehmbaren Touch-Display nochmals auf.

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Anfang 2017 erscheinen drei neue Varianten in Deutschland. Sie kommen mit der 6. Generation von Intels i7-Prozessoren und sollen über eine verdoppelte Grafikleistung verfügen. In jedem der drei Modelle ist ein separater Nvidia Geforce-Grafikchip verbaut. Außerdem will Microsoft die maximale Akkuleistung von 12 Stunden auf 16 Stunden Videowiedergabe hochschrauben. Das Trio kostet zwischen 2.399 US-Dollar (8 GB RAM, 256 GB SSD-Festplatte) und 3.200 US-Dollar (16 GB RAM, 1 TB SSD-Festplatte). Es kann in den USA bereits vorbestellt werden. Die Euro-Preise dürften 1:1 denen in Microsofts Heimatland entsprechen.

„Creators Update“ für Windows 10

Auf dem Surface Studio und dem Surface Book läuft Windows 10. Im Frühjahr bringt Microsoft für sein Betriebssystem ein weiteres großes Aktualisierungspaket. Microsoft nennt es „Creators Update“. Es erweitert Windows 10 um Funktionen zum Erstellen von 3D-Zeichnungen, für Mixed-Reality-Anwendungen und fürs Gaming. Außerdem kommt ein Hub, der Nachrichten und Kontakte aus allen Apps bündelt.

Dreidimensionale Grafiken mit Paint 3D und Power Point erstellen

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Die kostenlose Software-Aktualisierung erleichtert es, 3D-Grafiken zu erstellen, zu bearbeiten und zu teilen. Zum Beispiel motzt Microsoft die integrierte Grafikanwendung auf und tauft sie in Paint 3D um. Auch in PowerPoint und dem Browser Edge wird Microsoft 3D-Funktionen integrieren. Ganze Workflows sollen so entstehen. So erstellte eine Microsoft-Managerin auf der Bühne ein virtuelles 3D-Objekt einer echten physischen Sandburg, indem sie mit der Smartphone-Kamera eine 360-Grad-Bild davon aufnahm. Das Objekt importierte sie auf einen Rechner mit Paint 3D und verschönerte ein Urlaubsfoto damit. Aus einer Web-Community – ähnlich dem Adobe Creative Cloud Market – konnte sie weitere 3D-Objekte herunterladen oder dort hinzufügen.

Günstige Alternativen zur HoloLens: Computerbrillen für Mixed Reality

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Das Creators Update ermöglicht zudem Mixed-Reality-Anwendungen auf Windows-10-Hardware darzustellen. Microsoft kündigte an, dass die Hardware-Hersteller HP, Lenovo, Dell, Acer und Asus rechtzeitig passende Computer-Brillen herausbringen werden. Sie sollen zu Preisen von bereits 299 US-Dollar erhältlich sein. Das ist ein Bruchteil dessen, was Microsofts eigene Technologie-Demo, die HoloLens, kostet. Viele Details zu den Mixed-Reality-Anwendungen selbst stellte Microsoft nicht vor. Allerdings war zu sehen, das in Paint 3D kreierte 3D-Objekte mit einer der neuen Brillen in einer künstlichen Umgebung dargestellt werden konnte.

Mit Beam leichter andere beim Spielen zugucken lassen

Für Gamer bringt das Creators Update neue Funktionen auf PC und Xbox One. In der Xbox-App ermöglicht die neue Streaming-Plattform „Beam“, Spiele leichter live zu übertragen. Außerdem können Spieler über die neue Arena-Funktion individuelle Online-Multiplayer-Turniere ausrufen.

Ein Hub für Alle

Den leichteren Austausch von Dokumenten und Nachrichten soll im Creators Update die neue Funktion „Windows MyPeople“ erlauben. Dabei handelt es letztlich um einen Hub, mit dem sich wichtige Kontakte in der Taskleiste anpinnen lassen. Alle diesem Menschen zugeordneten Account-Daten und Dateitransfers lassen sich so übersichtlich bündeln – ob aus der Mail-App oder aus Skype.

Dieser Text erschien in einer kompakteren Fassung zuerst auf Applepiloten.

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