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Safer Internet Day: Tipps beim Verlust von Daten und Datenträgern

broken-window (adapted) (Image by skeeze [CC0 Public Domain], via pixabay)

Jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats findet der Safer Internet Day (SID) statt, in diesem Jahr am 7. Februar. Der Safer Internet Day ist ein von der Europäischen Union initiierter jährlich veranstalteter weltweiter Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet. Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema Verlust von Daten.


Wenn Dritte sensible Informationen durch die Infizierung eines Computers mit Schadsoftware stehlen, nennt man das Phishing. Die dafür genutzte Schadsoftware attackiert Geräte meist über E-Mails, die Links zu Angeboten von beispielsweise Banken, Online-Händlern oder Lieferdiensten enthalten. Vertrauenswürdige Nutzer, die diese Links anklicken, installieren somit unbemerkt die Schadsoftware auf dem eigenen Gerät.

Mit den auf diese Art gesammelten persönlichen Daten, geben sich Kriminelle dann als ihre Opfer aus. Durch die gestohlene Identität versuchen sie unter Umständen auf das Bankkonto ihres Opfers online zuzugreifen oder mit der Identität ihres Opfers teure Wertgegenstände zu bestellen. Die Ware bekommen dann die Täter, ihre Opfer erhalten nur noch die Rechnung. Derartige Vorkommnisse sollten stets der Polizei gemeldet werden.

Es ist deshalb äußerst wichtig, dass Angebote und Aufforderungen in Mails erst einmal geprüft werden. Ist es üblich, dass die eigene Bank einem solche Mails zuschickt? Bin ich überhaupt Kunde bei dem Versandhändler, der mir ein Angebot macht? Andere Hinweise können grammatikalisch falsche Formulierungen oder logische Schwächen in den Ausführungen sein. Verdächtige Mails sollten als Spam markiert und gelöscht werden.

Verlust sensibler Daten durch Cyberangriffe

Viele Phishing-Attacken bleiben trotz guter Anti-Virensoftware unbemerkt. Wenn Betroffene allerdings Unregelmäßigkeiten auf ihren Konten feststellen, sollten sie die Polizei und ihr Bankinstitut sofort darüber informiert und die Sperrung der eigenen Karten beantragt werden. Der genaue Vorgang kann von Bank zu Bank unterschiedlich sein.

Für ein Benutzerkonto oder das eigene E-Mail-Konto, kann ein neues Passwort beantragt werden. Zusätzlich sollten die Dienstanbieter über den Vorfall informiert werden. Viele Plattformen bieten auch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an, wie beispielsweise das Versenden eines Login-Codes per SMS oder an eine hinterlegte, zweite E-Mail-Adresse.

Sollten Kriminelle mit den persönlichen Informationen eines Opfers weitere Online-Profile angelegt haben, sollten Betroffene die Plattformen sofort über das falsche Profil und den Identitätsdiebstahl informieren. Auf Facebook hilft es auch schon, wenn viele Menschen ein Profil melden. Betroffene könnten ihre Freunde in den sozialen Netzwerken um Hilfe bitten.

Verlust physischer Datenträger mit sensiblen Informationen

Gegen den Diebstahl des Laptops oder des eigenen Smartphones kann man sich natürlich nicht schützen, man kann aber versuchen den Schaden gering zu halten. Von allen Geräten lassen sich Sicherheitskopien erstellen und extern oder online speichern, so dass man bei einem Verlust dann mit einem neuen Gerät auf die eigenen Daten wieder zugreifen kann.

Zugleich sollte man versuchen, den Zugriff von Dritten auf die eigenen Daten zu unterbinden. Beim Verlust des Smartphones sollte umgehend die SIM-Karte gesperrt werden. Im Idealfall hat man den Zugriff auf das eigene Smartphone sowieso schwergehalten, indem man das Gerät nur mit einer PIN entsperren kann.

Es lassen sich auch durch sogenannte „Remote Wipe“-Funktionen nachträglich noch Daten von Computern und Smartphones, die noch online sind, sichern und löschen. Solche Programme müssen aber vorab installiert und eingerichtet worden sein. Des Weiteren lassen sich Festplatten in Computern auch verschlüsseln. Dies ist ein zusätzlicher Schutz neben der üblichen Passwortabfrage gegen Zugriff durch Dritte, nicht nur bei Diebstahl.


Image (adapted) “broken window“ by skeeze (CC0 Public Domain)


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Safer Internet Day: Schadsoftware ist leider immer noch Alltag im Netz

code (adapted) (Image by markusspiske [CC0 Public Domain], via pixabay)

Jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats findet der Safer Internet Day (SID) statt, in diesem Jahr am 7. Februar. Der Safer Internet Day ist ein von der Europäischen Union initiierter jährlich veranstalteter weltweiter Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet. Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema Schadsoftware.


Lange Zeit waren umgangssprachlich Viren genannte Malware-Programme die größte Bedrohung für den eigenen Computer und auch wenn diese Gefahr nicht gebannt ist, gibt es heutzutage, aufgrund des mehr online stattfindenden Nutzungsverhalten, neue Gefahrenquellen: Spam und webbasierte Schadsoftware laufen den Viren den Rang ab.

Sogenannte Trojaner-Programme können Geräte über das Internet unbemerkt befallen und Dritten die Kontrolle darüber geben. Trojaner laden sich die meisten Nutzer beim Besuch einer infizierten Webseite unbewusst herunter. Deshalb spricht man hier von webbasierter Schadsoftware. Das gleiche kann aber auch bei manipulierten Smartphone-Apps passieren.

Ein weiterer Verbreitungsweg ist Spam, also unerwünschte Mails. Diese enthalten Malware im Anhang oder locken die Nutzer mit Links auf Webseiten, über die die Malware Computer infiziert. Dass rund 50 bis 70 Prozent aller E-Mails Spam sind, mag man selbst kaum glauben, trotzdem ist Vorsicht gefragt. Unseriös wirkende Mails sollten nicht geöffnet werden.

Es kann vorkommen, dass E-Mails mit Spam von dem infizierten E-Mail-Konto eines Bekannten verschickt wird. Der Absender scheint in so einem Fall vertrauenswürdig, sollte der Inhalt und Anhang aber untypisch für diesen Bekannten wirken, sollte die E-Mail besser gelöscht und der Bekannte über den Vorfall informiert werden.

Eine Fehlerquelle ist oft der Nutzer selbst

Malware hat das einfache Ziel, Schaden anzurichten. Dies kann beispielsweise das Löschen oder Stehlen von Daten sein. Viren handeln aber nicht von selbst, sondern müssen erst aktiviert werden. Dies passiert unabsichtlich, denn das Virus ist oft in einem ungefährlich erscheinenden Programm versteckt, welches Benutzer selbst ausführen wollen.

Ist ein Gerät mit Malware infiziert, können diese sensible Daten wie Passwörter übertragen oder auch E-Mails versenden. So verbreiten sich die meisten Trojaner und infizieren die Geräte anderer. Täglich werden rund 350.000 neue Arten von webbasierter Schadsoftware veröffentlicht, weshalb etwa der Hälfte aller Infektionen durch Trojaner unentdeckt bleiben.

Ob ein Computer bereits mit Malware infiziert ist, erkennt man an ungewöhnlichem Verhalten wie häufig auftretenden Systemfehlern, automatisch startenden Programmen oder Veränderungen, wie zum Beispiel eine neue Symbolleiste im Browser, die man nicht installiert hat. Browser und andere Programme sollten deshalb stets aktualisiert werden.

Gegen Viren und die ihnen im Verhalten ähnelnden Würmer-Programme helfen die meisten Anti-Virenprogramme, sowie vorbeugendes Verhalten, bereits sehr gut. Programme oder eine Webseite, die einem seltsam und unseriös vorkommen, sollte man umgehend beenden bzw. die Webseite schließen. Das Bauchgefühl kann bereits ein wirksamer Schutz sein.

Vorbeugend kann man sich am besten schützen

Regelmäßige Checks durch Anti-Virenprogramme helfen Sicherheitslücken zu entdecken. Diese Programme können Malware erkennen und identifizieren. Im Anschluss wird diese entfernt oder auf Quarantäne gesetzt, um keinen weiteren Schaden anrichten zu können. Die Herausforderung dabei ist, Viren zu erkennen, bevor es eine neue Version gibt.

Anti-Virenprogramme können eine Infektion nicht zu 100 Prozent im Vorfeld verhindern. Durch Aktualisierungen der jeweiligen Programme sind aber meist rund 95 Prozent aller Schadsoftware bereits nach kurzer Zeit bekannt. Die eigentliche Aufgabe ist deshalb, Infektionen zu erkennen und zu löschen, um ein infiziertes Gerät zu säubern.

Es ist aber genauso wichtig, dass Programme wie der Browser, mit dem man im Netz surft, stets auf dem neuesten Stand sind. Auch Erweiterungen im Browser müssen aktuell gehalten werden, ansonsten könnten alte Sicherheitslücken ausgenutzt werden. Und Smartphone-Apps sollten am besten nur aus den offiziellen App-Stores heruntergeladen werden.

Gegen Spam hilt der Einsatz verschiedener E-Mail-Adressen, beispielsweise nur für Anmeldungen. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Programme einmal Spam nicht erkennen und man selbst getäuscht wird und einen Anhang anklickt. In diesem Fall muss man von einer Infizierung mit Malware ausgehen und sollte Anti-Virenprogrammen nutzen.


Image (adapted) “code“ by markusspiske (CC0 Public Domain)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DATENSCHUTZ golem: Verbraucherminister fordern Datenschutz im Haushalt: Die Verbraucherminister von Bund und Ländern dringen auf klare Datenschutzregeln für neue vernetzte Elektrogeräte. Bei steuerbaren Fernsehern, Lichtschaltern oder Heizungsanlagen müssten Kunden auf einen Blick erkennen können, wie datenintensiv diese Angebote seien, beschlossen die Ressortchefs bei einer Konferenz am Donnerstag in Berlin. Geprüft werden könnte hierfür auch ein Logo wie zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs. Bundesminister Heiko Maas (SPD) sagte: „Ich bin nicht der Auffassung, dass Datenschutz ein Wettbewerbsnachteil ist, sondern ganz im Gegenteil.“

  • MARKT handelsblatt: Wer braucht schon einen Wohlfühl-Beauftragten?: Eine angenehme Arbeitsatmosphäre ist sein Auftrag, Empathie sein Werkzeug: Der Feel-Good-Manager hat jeden Mitarbeiter im Blick. Er sucht das Gespräch mit den Angestellten – will herausfinden, was sie bewegt. Er vermittelt zwischen Kollegen und schafft auf diese Weise eine Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter voll und ganz auf ihren Job konzentrieren können. Sei es, indem der Wohlfühl-Beauftragte Workshops zur Selbstfindung organisiert, einen Obstkorb für die Belegschaft bestellt oder eine Mitarbeiterparty organisiert. Feel-Good-Manager stellen Mitarbeiter zufrieden – und tragen so zum Unternehmenserfolg bei. Doch laut einer Studie suchen nur wenige Betriebe einen Wohlfühl-Beauftragten. Und wenn doch, soll der am besten Sekretär sein.

  • GOOGLE gruenderszene: Google kündigt offiziellen Campus in Berlin an: Offenbar war die Factory für Google ein guter Testballon. Nach den Erfahrungen mit dem Berliner Startup-Hub, den das Unternehmen im Rahmen seines Startup-Programms Google for Entrepreneurs unterstützt, wird das US-Unternehmen nun auch unter eigenem Namen in Deutschland aktiv: Im Umspannwerk Kreuzberg entsteht der neue Google Campus Berlin. Es ist der Siebte weltweit, bislang hat sich der Tech-Gigant in London, Warschau, Madrid, Sao Paulo, Seoul und Tel Aviv niedergelassen, um dort „praktisches Wissen durch Trainings zu vermitteln“, wie es in der Werbebroschüre heißt.

  • SPAM href=“https://www.googlewatchblog.de/2016/11/neue-spam-url-blick/“ target=“_blank“>googlewatchblog: ?oogle.com: Neue Spam-URL ist auf den ersten Blick nicht von Google.com zu unterscheiden: Wenn Spammer und Hacker ihre Links per E-Mail, in sozialen Netzwerken oder auf anderen Wegen verteilen, setzen sie in vielen Fällen auf URLs, die auf den ersten Blick vertrauenswürdig aussehen und den Nutzer gutgläubig klicken lassen. Da auch Google für viele Menschen in den Kreis der vertrauenswürdigen URLs gehört, wird natürlich auch diese URL sehr oft in abgewandelten Formen verwendet. Jetzt ist eine neue Masche aufgetaucht, deren URL auf den ersten Blick gar nicht mehr als Fake-Adresse zu erkennen ist

  • LINUX heise: Linux 4.9: Google will Reaktionsgeschwindigkeit des Internets steigern: Der Linux-Kernel 4.9 wird einen neuen Congestion-Control-Algorithmus mitbringen, der die maximale Datenübertragungsrate von Netzwerkverbindungen effizienter auszuschöpfen verspricht. Zugleich soll der neue Ansatz auch Latenzen und Staus besser vermeiden. Damit wollen Googles Entwickler das Internet reaktionsschneller machen und Leitungskapazitäten effizienter nutzen.

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Zeitgeist Technik: „Sie haben Post!“– Wer braucht denn heute noch E-Mails?

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Das Internet der frühen Neunziger und seine berühmteste Erfindung, die E-Mail, hat einen Sound. Ich meine nicht das ohrenbetäubende Modem-Piepen, sondern den Klang der kühlen Frauenstimme, wie sie standfest verkündet: „Sie haben Post!“. Als das Internet bei uns so richtig durchstartete – das war damals, als noch kostenlose Installations-CDs von AOL oder CompuServe verteilt wurden wie geschnitten Brot – hatte jeder, den ich kannte, so ein elektronisches Postfach und die Frauenstimme war das Synonym für die Zukunft der Kommunikation.

Die E-Mail stellte eine der revolutionärsten Ideen dar, die das 21. Jahrhundert kommunikationsgeschichtlich hervorgebracht hat: Jederzeit und überall Nachrichten empfangen und senden, weltweit, sekundenschnell und ohne Wartezeit.

Trotzdem gibt es seit einigen Jahren immer wieder Experten, die den endgültigen Untergang der E-Mail prophezeien. Aber wieso eigentlich? Was ist an der einst so guten Idee plötzlich schlecht?

Komplett ausgestorben: Die Mail als persönlicher Briefkontakt

In den Anfangszeiten der Kommunikation über das Internet hatte ich eine Art E-Mail-Freundschaft mit einem Gleichgesinnten. Wir lernten uns in einem rege besuchten Musikforum kennen und tauschten uns aus. Bald reichte das Forum nicht mehr aus und wir schrieben uns E-Mails – sehr, sehr lange E-Mails. Seine Mails waren tatsächlich so lang, dass meine damals noch begrenzte Internetzeit (damals noch reglementiert durch Minutentaktung und Aufzeichnen der Internetzeit ins Muttiheft) rasch zur Neige ging, wenn ich seine Gedanken online verfolgen wollte. Ich musste also bald zu einer eher bei meinen Großeltern bewährten Praxis greifen und die E-Mail ausdrucken, um sie in Ruhe lesen zu können.

Einige dieser Briefe, denn nichts anderes waren sie eigentlich, habe ich heute noch – was ich von den wenigsten anderen E-Mails behaupten könnte, die ich seitdem bekommen habe. Doch bei ihm war es anders. Das Antwort-Prozedere war mindestens ebenso langwierig, schliesslich sollte die Antwort keine mal eben schnell hingeworfene Nachricht, sondern etwas „Richtiges“ sein. Heute muss ich über den Gedanken eher schmunzeln, denn der Umgang mit der elektronischen Post hat sich heute völlig geändert.

Was aus dem Freund geworden ist, weiss ich leider nicht. Irgendwann wurde uns das Geschreibe wohl einfach zu mühsam und der Kontakt schlief ein. Und das sind E-Mails für mich heute eigentlich am Ehesten: mühsam. Die Bedeutung des blinkenden Briefumschlages wandelte sich mit der Zeit, von einer frohen Erwartung wurde es langsam Alltag, bis fast nur noch Spam das Postfach verstopfte.

Extra einloggen? Ist mir zu umständlich!

Dabei sind E-Mails eigentlich so viel praktischer als die sozialen Medien: man muss nicht einmal miteinander „befreundet“ sein, um sich Nachrichten schicken zu können, sondern kann sich ganz einfach und ohne große Ankündigung Texte und Anhänge schicken, verabreden, informieren – eben alles, was Kommunizieren im Netz heute so kann. Aber nutzt heute noch jemand ausschließlich E-Mails? Irgendwo in meiner Wohnung habe ich einen Zettel herumliegen, auf dem alle meine Mailadressen stehen. Die Passworte kann ich mir schon länger nicht mehr merken. Und wozu auch? Meine Freunde erreiche ich viel bequemer per App – und kann hier spontan alles schicken, was ich auch per Mail geschickt hätte. Und hier kann ich sicher sein: sie lesen es sofort.

Denn nach der E-Mail kamen andere Dienste, über die ich schneller – und ja, leider auch unkonzentrierter – kommuniziere: Ich schreibe mit Freunden in Gruppenchats bei WhatsApp, einen Großteil meines Arbeitsalltags bestreite ich mithilfe der Dienste Skype oder Slack, und immer sind mehrere Personen beteiligt.

Zwar schicken wir uns selten mehr als nur einen Satz, der eigentlich Anweisung ist – oder Emojis. Einen ganzen Abend nur für eine Person nehme ich mir eigentlich nur am Telefon oder wenn wir uns direkt gegenübersitzen. Alles andere ist und bleibt: oberflächlich.

Nur selten nehme ich mir heute die Zeit, in mein privates Mailpostfach zu schauen – dabei habe ich, seit ich das erste Mal im Internetcafé meiner Heimatstadt war, also seit ziemlich genau 17 Jahren, die selbe E-Mail-Adresse, die ich auch heute noch nutze. (Möge der Anbieter noch lange bestehen bleiben!) Man kann mich also durchaus erreichen, wenn man will. Aber dass ich die Nachrichten gespannt und mit voller Aufmerksamkeit lese, ist eher unwahrscheinlich. Denn: Wir haben uns das Aufmerksamsein durch die permanente Erreichbarkeit ziemlich gut abtrainiert.

E-Mail-Schwemme im Büro – gibt es keine andere Lösung?

Wenn ich meinen E-Mail-Account im Büro öffne, werde ich oft als erstes mit einer Ladung Spam, überflüssiger Kommentare zu bereits geklärten Problemen und jeder Menge Zeug überspült, das gar nicht für mich bestimmt war. Ich bin kurz genervt, scrolle mich durch die größtenteils unwichtigen Nachrichten und wundere mich, wie lange es in traditionellen Strukturen wohl noch dauert, ein System durchzusetzen, mit dem jeder Mitarbeiter nur mit dem ihn betreffenden Thema behelligt wird. Bis dahin lösche ich wohl weiterhin alte Mails.

Laut einer Untersuchung von McKinsey, die bereits aus dem Jahr 2012 stammt, müssen wir uns jeden Tag um durchschnittlich 122 Nachrichten kümmern. Klingt viel? Ist es auch. Ausserdem wirkt sich die mangelhafte Filterung der nicht für uns bestimmten Nachrichten sogar direkt auf unseren Arbeitsalltag aus: „Mehr als zwei Stunden kostet uns das Freischaufeln der Inbox, Tag für Tag neu“ heisst es in der Studie. Seitdem werden es kaum weniger Spam-Mails und fehlgeleitete Nachrichten geworden sein. Die Berechnungen reichen auch in die Zukunft: „Bis 2019 sollen es laut Marktforscher Radicati Group 126 Nachrichten täglich werden, und jede verlangt Aufmerksamkeit, die anderswo verloren geht.“, heisst es zusammenfassend.

Kein Wunder also, dass ich nach Feierabend eher selten Muße habe, mich dem eigenen Postfach zuzuwenden – nachdem das Tagwerk getan ist, schalte ich an manchen Tagen nur ungern noch einmal den Computer an. Und auch in den Firmen soll nach neuen Lösungen gesucht werden, die übersichtlicher und besser zu händeln sind. Denn die Nachrichtenwut hat sich, trotz schwindender Nutzung der klassischen Mailing-Dienste, eigentlich nur verlagert.

Messenger sind die neuen Mails

Für die Gruppen- und Firmenorganisation haben sich in einigen Firmen bereits Chat-artige Messenger wie Slack durchgesetzt. Die Systeme haben einen entscheidenden Vorteil: Alle können die Unterhaltung zeitgleich verfolgen, mitkommentieren und direkt reagieren – so kann nicht nur ein besseres Gruppengefühl geschaffen werden, sondern auch die Arbeitsabläufe werden deutlich effizienter gestaltet.

Das bedeutet zwar das Ende der endlose Kettenmails mit lyrischen Betreff-Betitelungen wie beispielsweise „Re: Fwd: Re: Fwd: LETZTE DURCHSAGE!! Der Letzte räumt die Spülmaschine aus!!“, aber auf die Meisten dieser Nachrichten können wir sicherlich auch verzichten.
Und überhaupt: alberne Witzchen lassen sich im Messenger genauso reißen – so begrüßt mich ein Kollege jeden Tag im Firmenchat in einer neuen, exotischen Sprache, die wir erst einmal erraten (oder ergooglen) müssen. Nicht zu vergessen: die kleinen Bilderrätsel, die man sich per Emoji stellen kann. Man kann schon seinen Spaß haben mit den neuen Diensten.

Bei Messengern mit VoIP-Funktionen wie Skype, Facetime oder WhatsApp kommt noch die bequeme Funktion des Gruppenanrufes hinzu, die man nutzen kann. Manchmal geht, bei aller Digitalität, Besprechen doch einfacher als Tippen. Und ich höre auch meine Kollegen, die oft über die ganze Welt verteilt sind, gern ab und zu persönlich.

DE-Mail und Verschlüsselungen: Eine gute Idee verläuft im Sande

Doch war da nicht vor ein paar Jahren noch was? Gab es nicht mal die Idee, die E-Mail wiederzubeleben? Allerdings! Ein (letztes?) Aufbäumen hat die E-Mail mit der Initiative der Bundesregierung bereits im Jahr 2008 erlebt: Die als besonders sicher beworbene De-Mail sollte dafür sorgen, dass Behördengänge verringert und Dokumente verschlüsselt (auf Wunsch sogar Ende-zu-Ende) versendet werden können. Doch bisher hat sich wenig getan.

Das Unternehmen scheiterte, weil die Deutsche Post mit ihrem ganz ähnlichen Konzept des E-Postbriefes eine entsprechende Gesetzesänderung des Post-Gesetzes verzögerte. Und tatsächlich: bis heute kenne ich niemanden, der je einen E-Postbrief verschickt hat.

Das DE-Mail-Projekt hat sich wohl wegen des langwierigen Zertifizierungsprozesses nicht weiterführend durchgesetzt, auch wenn seit einiger Zeit die zu 1&1 gehörenden Mailanbieter GMX und web.de den Service von verschlüsselten Emails nach erfolgter Akkreditierung anbieten. Keine allzu schlechte Voraussetzung also für eine Verbreitung einer eigentlich sicheren Idee – zumindest sollte man das meinen. Wenn es nicht so umständlich wäre.

Viele dieser Dienste sind zudem kostenpflichtig – soweit ich weiß, nutzt nur ein einziger Mensch in meinem Umfeld den verschlüsselten E-Mail-Dienst Posteo. Mit einem Euro im Monat ist der Dienst zwar ziemlich günstig – aber, werden viele im Stillen denken, wozu brauche ich etwas nur günstig, wenn ich es auch umsonst haben kann?

Verschlüsselung ist die neue Währung?

Bisher sind nur sehr wenige Leute in meinem Umfeld auf den Verschlüsselungszug aufgesprungen. Ein Grund ist sicherlich schlichtweg die Bequemlichkeit, ein anderer die Umstellung – so banal es klingt, der Mensch gewöhnt sich nicht gern an neue Systeme, vor allem dann nicht, wenn er von deren Nutzen nicht sonderlich überzeugt ist.

Ein grundsätzliches Problem bei den traditionellen Mailanbietern hat mein Kollege Sebastian Haselbeck schon vor einigen Monaten kommentiert: Sie sind miteinander nicht kompatibel und daran hat sich noch immer nichts geändert.

Der siebte Tag ist E-Mail-Tag

Stattdessen gibt der Marktführer WhatsApp die bisher garantierte Verschlüsselung auf und verscherbelt seine Daten an die Datenkrake Facebook. Für datenbewusste Nutzer, zu denen auch ich mich zumindest halbwegs zähle, bedeutet das also wieder einmal, auf die Suche nach einem neuen, sicheren, kompatiblen Messenger gehen zu müssen. Die E-Mail als alleiniger Kommunikator fällt dabei aber – wenig überraschend – erneut hinten über. Nachdem ich mich so schnell und intuitiv an WhatsApp und seine Kollegen gewöhnt habe, sieht die Kommunikation per E-Mail noch viel umständlicher und unübersichtlicher aus als ohnehin schon – und eine Gruppenfunktion gibt es hier eben nicht.

Aber behalten wir im Hinterkopf: Nur durch diesen Schritt der Kommunikation konnten sich die Messenger erst entwickeln, deren Vorteil wir jetzt nutzen. Unsere E-Mails können wir ja dann in Ruhe am Wochenende lesen. Übrigens ist auch der Sonntag statistisch gesehen der beste Tag für Newsletter– der Trend setzt sich, trotz aller Unkerei, weiter durch, da lesen die Leute nämlich viel entspannter. Und ich auch. Bis zum Sonntag dann!


Image ”Posteingang” by philippechazal (CC0 Public Domain)


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Neuer Facebook-Hoax „möchte privat mit euch in Verbindung bleiben“

Facebook-Hoaxes tauchen in immer regelmäßigeren Abständen auf. Der Neueste bewirkt, dass die eigenen Statusupdates vor Freunden verborgen bleiben.

Eine Statusmeldung, die derzeit auf Facebook geteilt wird, verspricht mit einem Klick Facebook-Aktivitäten von Nutzern vor Dritten zu verbergen. In Wirklichkeit bewirkt der Klick aber Gegenteiliges. Nicht die Aktivitäten werden vor Fremden verborgen, sondern vielmehr die eigenen vor den Freunden.

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Reingefallen: Kind legt Rechner lahm

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es um Spam per Kettenbrief und andere üble Scherze.

Meine Tochter (11) erhielt eine Mail, in der sie von „Sicherheitsexperten“ aufgefordert wurde, eine bestimmte Datei von unserem Rechner zu entfernen, da sonst ein überall kursierendes Computervirus alle unsere Daten auslesen würde. Aus lauter Sorge, dass unsere Bankdaten verschwinden könnten, tat sie, was gefordert war und entfernte offenbar eine Systemdatei – prompt mussten wir das Betriebssystem neu installieren. Gibt es eigentlich gar keinen Schutz gegen diesen Quatsch?

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Linktipp: „Interview“ mit einem Spammer

Oliver Gassner hatte neulich einen Spammer im Skype-Chat und hat das Interview auf seinem Blog veröffentlicht. Vorausgegangen war eine Kontaktaufnahme durch den Spammer, der nach Kollaborateuren suchte. Er rechtfertigt sein Tun als eine Art Rache gegenüber den alten Kolonialmächten aus Europa und scheint nicht sehr beunruhigt darüber, dass Interpol hinter ihm her ist. Falls seine Aussagen der Wahrheit entsprechen, bietet das Interview einen interessanten Einblick in ein globales Phänomen. [via KoopTech in Twitter]

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Spamgarden bringt Spam zum blühen

Spam ist eine hässliche Angelegenheit, da sind wir uns alle einig. Das heißt aber nicht, dass er nicht zumindest schön aussehen kann. Spamgarden schafft aus unerwünschten Werbenachrichten einen blühenden Baum voll mit V1agra-Angeboten und vermeintlich attraktiven Investitionsmöglichkeiten in afrikanischen Steueroasen:

Spamgarden (Screenshot)
Screenshot von Spamgarden

Gerade haben die belgischen Webdesigner von netlash eine neue Version ihres WordPress-Plugins Spamgarden herausgebracht.

(via the next web)

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Den besten Spam bewerten mit SpamSubjects

Spam kennen wir alle, er nervt uns tagtäglich. Dass Spam auch Spaß machen kann, zeigt uns SpamSubjects. Hier werden die lustigsten Spam-Betreffzeilen gesammelt und bewertet:

Spammers often automatically generate subject lines for their mails. Sometimes they use lists of predefined words, sometimes they just use random words or excerpts from texts found on the web. This often leads to unintentionally comical phrases, in some cases even denunciating the advertised products.

spamsubjects.org collects these subject lines (both German and English ones), publishes them, and lets the visitors rate them.

Das Ganze auf deutsch und englisch. Die Gewinner bislang: „I’m sending you $997“ und unser absoluter Favorit: „Not so bundestag“.

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Kommentare als Business-Model

Wären Weblogs Lebewesen, würde so manches über Mangelerscheinungen klagen. Zumindest im Bezug auf das eigene Kommentaraufkommen: In vielen Blogs verwaist die Kommentarfunktion.
Gegen den Kommentarmangel will Buy Blog Comments etwas tun: Bei dem von Developer Hut betriebenen Projekt kann man Kommentare im Paket kaufen: So kosten 100 Kommentare auf dem eigenen Weblog rund 20 Dollar.

Die Idee: Bezahlte Kommentatoren setzen die Diskussionsmaschinerie im Weblog mit sinnvollen Kommentaren in Bewegung und damit kommt Leben auf das eigene Weblog.

Ob sinnvoll oder letztlich gekaufter Spam, das muss jeder Blogschreiber selbst wissen.
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