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Chroniken von StudiVZ: eine unendliche Geschichte?

Es gab einmal eine Zeit, in der ein deutsches Märchen sich wieder seinen Weg in die Kinder- und Klassenzimmer der Nation geebnet hatte. Eine Zeit, in der selbst die großen Kinder, die, die schon gar nicht mehr an Märchen glaubten, sich wieder an die Heldengeschichte eines jungen Kämpfers orientierten. Er, der sich ein eigenes Königreich schuf und als Regent in seinen Bestzeiten ein Volk von mehreren Millionen Menschen verwaltete, war verantwortlich für eine der größten deutschen Heldensagen seit der Mär vom Nibelungenlied. Anfangs noch als Visionär gefeiert, hatte das Schicksal mit ihm und seinem Königreich jedoch andere Pläne…

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World-Wide-Mobbing: Wenn Raufen 2.0 bitterer Ernst wird

„Kinder können grausam sein!“ Wer kennt diesen Spruch nicht? Mobbing unter Jugendlichen spielt sich in Zeiten des Mit-Mach-Webs, Online-Communities und user-generated Content längst nicht mehr nur offline ab. Konfliktpotenzial ist überall vorhanden, wo viele unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen.

Vor allem an Schulen ist das Konfliktpotenzial hoch, da dort die Halbstarken erst noch lernen müssen mit ihren überschüssigen Energien umzugehen. Doch aus harmlosem Schulhofgeraufe wird inzwischen leider allzuoft bitterer Ernst in Form von Psychoterror, Erpressung, Schlägereien. Medial in Text, Bild und Video festgehalten und online gestellt, nimmt Mobbing eine neue traurige Qualität an. Mit erheblichen Folgen für die Opfer.

Schon als es noch nicht die Möglichkeit der globalen Vernetzung gab, haben sich die Schüler untereinander geneckt. Es gab auch Situationen, die über das Necken hinausgingen. Raufereien, Hänseleien und Streitereien waren auch ohne das Internet auf den Schulhöfen an der Tagesordnung. Mit dem Unterschied, dass die Konflikte sich nur auf einen kleinen Radius beschränkt haben. Seit dem es Online-Portale wie das SchülerVZ gibt, werden die Dispute nun in einer größeren Öffentlichkeit ausgetragen, die die Mobbing-Täter wahrscheinlich in ihrem Vorgehen noch bestärkt.

Doch wer soll eigentlich die Jugendlichen auf den richtigen Weg bringen, für ein soziales Miteinander und gegen Gewalt in jeglicher Form sensibiliseren? Sollen etwa die Lehrer wieder aufklären? Sollten die Eltern, die die Aufsichtspflicht haben, nicht dafür Sorge tragen, was ihre Kinder in der Freizeit anstellen? Fragen über Fragen. Die Antwortstrategie der Akteure ist meist, die Schuld bei den anderen zu suchen (Eltern schieben die Schuld auf die Schule und Lehrer, Lehrer die Schuld auf die Erziehungsberchtigen, Eltern und Lehrer auf die Politik usw. usf.).

Auch in der Blogosphäre der Lehrer werden Gedanken darüber ausgetauscht. Markus Märkl schildert, dass aufgeregte Eltern mit Webausdrucken als „Beweisstücke“ für verbale Gewalt zu ihm kommen und diese als Grundlage für eine Schulstrafe heranziehen wollen. Der Grundgedanke der sich anschließenden Diskussion ist immer derselbe. Soll die Schule sich in das Mobbing-Thema via SchülerVZ einmischen oder ist das Sache der Eltern?

Ich glaube, dass diese Debatte eine Endlosdiskussion bleiben wird. Die Schule ist u. a. dazu verpflichtet, die Schüler zu demokratischen, kritischen, aber auch toleranten Menschen zu erziehen. Also können sich die Lehrer nicht dagegen sperren, sondern sind dazu angehalten, dies im Unterricht zu thematisieren. Darüber hinaus ist ja zu erkennen, dass die Opfer nicht nur in dem Schüler-Online-Portal gemobbt werden. Onnlinemobbing hat seine Wurzeln im realen Leben. Die (online-)öffentliche Zurschaustellung potenziert aber das Problem.

Es ist also eindeutig: Die Schule muss dieses Thema und vor allem die Konsequenzen mit allen Beteiligten gemeinsam angehen, Dialog suchen und Aufklärung schaffen. Dass hier auch und insbesondere die Eltern gefragt sind ist klar. Auch sie können dazu beitragen, dass es ein friedliches Miteinander gibt. Sie müssten mehr Interesse an den Aktivitäten ihrer Sprösslinge zeigen und sich ebenfalls mit den neuen Medien sowie deren Gefahren befassen. Das erfordert aber radikales Umdenken. Es müsste endlich Schluss damit sein, dass die Akteure die Schuld und Verantwortung jeweils den anderen zuweisen.

Was lernen wir daraus? Lehrer, Sozialpädagogen und Eltern müssen noch mehr (oder überhaupt erstmal wieder) miteinander kommunizieren und nicht gegeneinander arbeiten. Nur so ist es möglich, für das Thema Mobbing unter Jugendlichen zu sensibilisieren und wie zum Beispiel die Seite Mobbingberatung für Aufklärung und Hilfe zu sorgen. Mobbing ist eben weitaus mehr als kleine Schulhofraufereien.

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