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Huawei Mate X: 5G Falt-Smartphone für 2299 Euro!

Nachdem der eher unbekannte, chinesische Hersteller Royole den Startschuss abgefeuert hat, legen nun auch die großen Hersteller nach. Erst kürzlich kündigte Samsung sein Galaxy Fold an, jetzt setzt Huawei bereits nach. Auf dem Mobile World Congress (MWC) wurde das Foldable Huawei Mate X vorgestellt. Das Mate X setzt neben dem faltbaren Display auf High-End-Technologie. Herausgekommen ist das bislang teuerste Smartphone der Welt.

Richard Yu, CEO von Huawei CBG äußert sich zum neuen Flaggschiff: „Der revolutionäre Form-Faktor des Huawei Mate X wurde durch Huaweis unermüdlichen Einsatz in Forschung und Entwicklung erreicht. Es spiegelt eine Reise in neue Gefilde wieder. Als eine neue Art der Smartphones, kombiniert das Huawei Mate X 5G, einen faltbaren Bildschirm, KI und eine völlig neue Art des Interfaces, um Konsumenten eine noch nie dagewesenen Nutzererfahrung zu bieten.“

Revolution des Phablet

Mit allgemein immer größeren Smartphones, ist der Begriff Phablet fast schon wieder aus der Mode geraten. Für das Huawei Mate X ist es jedoch einfach das passendste Wort. Das faltbare OLED-Display bringt es schon zusammengefaltet auf 6,6 Zoll auf dem Hauptdisplay, sowie 6,4 Zoll auf der Rückseite. Die ungleiche Größe entsteht durch eine Wulst am rechten Rand des Geräts mit der die linke Hälfte beim Zusammenklappen abschließt.

Ausgeklappt kommt das Huawei Mate X sogar auf eine Größe von 8 Zoll, bei 2.480 x 2.200 Pixeln. Im Gegensatz zum Galaxy Fold verzichtet Huawei zudem auf eine deutliche Kante. Die zuvor erwähnte Wulst bietet außerdem mehr Griff, wenn das Gerät ausgeklappt ist. Der „Falcon Wing“ getaufte Klapp-Mechanismus soll Technologie und Ästhetik auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Aufgeklappt ist das Display 5,4 mm dünn, zusammengeklappt bringt es das Mate X auf 11 mm.

5G und ein geteilter Akku

Auch hinter dem Display lässt Huawei sich nicht lumpen. Mit dem Ziel die Tür zum Smart Living zu öffnen, kommt das Huawei Mate X bereits mit 5G auf den Markt. Der neue Mobil-Standard kann also kommen. Das im Januar erst vorgestellte Balong-5000 5G-Modem wird zusammen mit einem leistungsstarken Kirin 980 verknüpft.

Damit dieses Powerhouse auch genug Saft hat, setzt der chinesische Hersteller auf einen zweigeteilten Akku – einen je Displayhälfte. Zusammen bringt es der Akku auf eine stolze Kapazität von 4.500mAh. Mit Huawei Super Charge braucht der Akku lediglich 30 Minuten, um wieder auf 85 Prozent zu laden.

„Nur“ drei Kameras

Im Vergleich zur Samsung-Konkurrenz ist Huawei fast schon sparsam und stattet das Mate X mit nur drei Leica-Kameras aus. Eine Unterscheidung in Vorder- und Rückkameras fallen durch das faltbare und damit beidseitig nutzbare Design weg. Alle drei Kameras sind in der Wulst des Smartphones untergebracht.

Besonders praktisch: Zusammengefaltet zeigt das Huawei Mate X auf beiden Seiten eine Vorschau, sodass sich auch das Motiv entsprechend sehen und darauf reagieren kann.

Preis und Release

Das Huawei Mate X soll Mitte 2019 mit 8 GB RAM und 512 GB Speicher für 2299 Euro auf den Markt kommen. Damit ist das Huawei Mate X das teuerste Smartphone der Welt.

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Images by Huawei

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Für Hand, Arm, Ohr: Samsung zeigt Galaxy Note 9, Galaxy Watch und Galaxy Home

Samsung Galaxy Note 9 S Pen

Mehr Speicherplatz, Akku und Rechenleistung – das bietet das neue Phablet-Flaggschiff von Samsung. Hingegen mit überragenden Neuerungen hält sich der Hersteller beim Galaxy Note 9 zurück. Im Wesentlichen handelt es sich damit um eine verbesserte Note-8-Neuauflage mit Anleihen beim Galaxy S9 und S9+. Damit präsentiert Samsung zwar zweifellos ein Spitzengerät, gönnt sich aber eine Verschnaufpause und lässt die Chance ungenutzt, den Wettbewerbern in der aktuellen Modellsaison mit Smartphone-Innovationen zuvorzukommen. Huawei und Apple stellen die Nachfolger von Mate 10 Pro und iPhone X voraussichtlich Ende August und Anfang September vor.

Die Highlights des Samsung Galaxy Note 9

Mit 4.000 mAh Akkukapazität liefert das Galaxy Note 9 exakt 700 mAh mehr als das Vorgängermodell. Das ist ein überdurchschnittlicher Wert, den allerdings auch bereits einige günstige Mittelklasse-Modelle bieten. Den Speicherplatz für Fotos, Videos und Apps hat Samsung beim Standard-Modell von 64 auf 128 GB verdoppelt und lässt bei Bedarf eine Erweiterung durch eine Micro-SD-Karte mit 512 GB zu. Praktisch – aber nichts, was andere Oberklasse-Geräte im Android-Lager in den Schatten stellt. Außer der Reihe fällt allerdings eine zweite Version, die mit 512 GB internem Speicher kommt. Wenn Nutzer dann eine Micro-SD-Karte ergänzen, können sie bis zu 1 Terabyte Speicherplatz nutzen. Das gab es bisher noch nicht.

Fans grafisch aufwendiger Spiele freuen sich über 8 GB statt 6 GB Arbeitsspeicher. Wenn das Note 9 am 24. August erscheint, halten Käufer als eine der ersten Gamer Zugriff auf die Beta-Version von Fortnite für Android, wie Epic Games und Samsung ankündigten. Wer gerne mit den Smartphone-Lautsprechern Filme schaut, wird virtuellen Surround-Sound nach dem Dolby-Atmos-Standard zu schätzen wissen.

Intelligente Kamera ohne KI

In der Kameraabteilung übernimmt das Note 9 die Dual-Kamera mit variabler Blende vom S9+. Dadurch können Nutzer zwischen den Einstellungen F/1.5 und F/2.4 wählen. Die höhere Lichtstärke durch die weiter geöffnete Blende von F/1.5 ist ein Gewinn. Jedoch an der Idee mehrerer Blendenwerte bei kleinen Smartphone-Sensoren konnten wir schon beim S9+ keinen Vorteil erkennen.

Außerdem integriert Samsung eine intelligente Motivautomatik, die Belichtung und Farbeinstellungen von Szenen automatisch optimiert. Im Gegensatz zu Huawei und LG verzichtet Samsung aber darauf, dies durch Software zu realisieren, die Verfahren der Künstlichen Intelligenz nutzt. Zur den neuen intelligenten Funktionen soll auch eine Fehlererkennung gehören. Dann benachrichtigt die Kamera-App den Nutzer, wenn das Bild verschwommen ist, wenn Personen geblinzelt haben, ein Fleck auf dem Objektiv ist oder die Hintergrundbeleuchtung die Bildqualität beeinträchtigt.

Ferner haben auch die 3D-Emoticons namens AR-Emojis sowie Videos in Superzeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde ihren Weg vom S9 und S9+ in das Note 9 gefunden.

S Pen als Bluetooth-Fernbedienung

Zu guter Letzt hat Samsung auch am Funktionsumfang des Digitalstifts S Pen gefeilt. Dieser ist schließlich das Aushängeschild der Note-Serie. Anders als bisher verfügt er jetzt über Bluetooth Low Energy, sodass er aus bis zu zehn Metern das Note 9 kontaktieren kann. Anhand dieser Fernbedienung können Nutzer die Kamera auslösen, Zuschauer durch Präsentationen führen oder Musiktitel auswählen. Aufgeladen wird der Digitalstift in dem Fach des Note-9-Gehäuses. Eine Minute Ladezeit soll für 30 Minuten Betriebszeit reichen.

S Pen Samsung Galaxy Note 9
Der S Pen unterstützt jetzt Bluetooth und dient als Smartphone-Fernbedienung. Image by Samsung

Unabhängig davon bleibt der S Pen angesichts von 4.096 Druckstufen ein sehr feinfühliger Digitalstift fürs Zeichnen und Notizen aufschreiben.

Bewährte Display- und Leistungsdaten

Die weitere technische Ausstattung lässt Samsung praktisch unberührt, verbaut damit aber immer noch mit das Feinste, was der Smartphone-Markt zu bieten hat. Dazu zählen ein sehr großes Super-AMOLED-Display mit 6,4 Zoll (16,2 cm) Diagonale und einem schlanken Seitenverhältnis von 18,5:9. Mit einer Auflösung von 2.950 x 1.440 Pixeln und einer Pixeldichte von 516 ppi zählt der Bildschirm zu den schärfsten Vertretern seiner Art.

Das Display ist fast rahmenlos und bedeckt daher nahezu komplett die Vorderseite des Gehäuses aus Glas und Aluminium. Die Maße des Gehäuses und das Gewicht von rund 200 Gramm entsprechen dem Niveau des Note 8. Ein standesgemäßer Fingerabdruckscanner befindet sich auf der Gehäuserückseite. Raumklang-fähige Stereo-Lautsprecher der Tochtermarke AKG sorgen für den passenden Sound zu Videos und Spielen.

Unter der Haube rechnet weiterhin ein Prozessor aus eigener Entwicklung vom Typ Exynos 9810. Dessen acht Kerne takten mit bis zu 2,7 Ghz.  Software-seitig setzt Samsung nach wie vor auf die Kombination aus Android in der Version 8.1 und der hauseigenen Oberfläche namens Samsung Experience in der Version 9.5. Standesgemäß wäre in dieser Preisklasse aber das aktuellste Android 9 Pie.

Neben den Basisfunktionen bietet die Samsung-Software im Galaxy Note 9 auch diverse Komfortmerkmale. Dazu gehört der Assistent Bixby Vision, der nicht mehr nur beim Shoppen hilft, sondern auch Dokumente mithilfe von Adobe Scan leichter digitalisieren kann.

Im Gegensatz zu immer mehr Wettbewerbern bietet die Note-Reihe auch bei diesem Modell einen Klinkenanschluss für Kopfhörer. Zudem können Nutzer das Galaxy Note 9 an einen DeX-Adapter und einen Monitor anschließen und es als Computerersatz verwenden. Anstelle der herkömmlichen beiden DeX-Stationen genügt nun ein HDMI-Kabel, das Samsung vorgestellt hat.

DeX Galaxy Note 9 Kabel
Um das Samsung Galaxy Note 9 als Computerersatz zu nutzen, genügt jetzt ein DeX-Kabel statt einer DeX-Station. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Das Samsung Galaxy Note 9 erscheint am 24. August in Deutschland. Zwei Farbvarianten stehen dann zur Auswahl: Ocean Blue und Midnight Black. Die Version mit 128 GB kostet 999 Euro, die mit 512 GB internem Speicher kostet 1.249 Euro. Bereits jetzt ist das neue Gerät vorbestellbar. Vorbesteller, die ihr Altgerät in Zahlung geben, erhalten neben dem Verkaufspreis zusätzlich 100 Euro Rabatt oben drauf.

Samsung Galaxy Watch: Computeruhr mit 7-Tage-Akku

Neben dem Galaxy Note 9 hat Samsung auch eine Nachfolgemodell der Gear Sport angekündigt. Allerdings läuft die Computeruhr nicht mehr unter der Produktmarke Gear, sondern übernimmt die Bezeichnung der Smartphone-Serie. Daher heißt sie schlicht Samsung Galaxy Watch.

Wie bei einer Variante der Apple Watch 3 oder der Huawei Watch 2 bietet eine von beiden neuen Galaxy-Watch-Versionen einer eSIM-Karte Platz. Dank LTE-Modul ist sie daher auch ohne Smartphone mobil erreichbar und kann Musik streamen. Dazu können Nutzer Bluetooth-Kopfhörer wie die Gear IconX direkt mit der Uhr verbinden.

Anders als viele hochgerüstete Computeruhren will Samsung die Galaxy Watch mit einem langem Atem ausgestattet haben. Bis zu sieben Tage soll der Akku der Variante mit 46 Millimeter Durchmesser durchhalten. Darin befindet sich ein Akku mit 470 mAh Kapazität. Die kleinere 42-Millimeter-Variante mit 270 mAh großem Akku kommt aber auf eine geringere Laufzeit. In beiden Fällen versorgt eine induktive Ladestation die Akkuzelle mit neuer Energie.

Samsung Galaxy Watch
Die Samsung Galaxy Watch erscheint in zwei Größen und drei Farben. Image by Samsung

Wie die Samsung Smartwatches Gear 2, 3 und Sport verfügt die Galaxy Watch über ein rundes Ziffernblatt mit drehbaren Bedienring – Lünette genannt. Das Gehäuse besteht aus Stahl und ist gegen Wasser, Staub und Sand abgedichtet (5 ATM / IP68). Standardmäßig liegt ein Armband aus Silikon in der Verpackung. Alternativ können Nutzer auch andere Armbandmaterialien wählen.

Fitnesstracker und SmartThings-Fernbedienung

Obwohl die Galaxy Watch wie eine Uhr aussieht, steckt in ihr ein ausgewachsener Fitnesstracker, der Trainings und Schlafphasen aufzeichnet sowie Strecken per GPS protokolliert. Beim Stressmanagement und der Ernährungsberatung soll die Uhr ebenfalls behilflich sein.

Die Smartwatch läuft mit Tizen OS 4.0 ist Teil des SmartThings-Ökosystem von Samsung und kann daher kompatible Fernseher, Staubsaugerroboter und Bluetooth-Lautsprecher steuern. Sie versteht sich nicht nur mit Samsung-Smartphones, sondern auch mit dem iPhone und Android-Geräten anderer Hersteller.

In den Farbvarianten Silver (46-Millimeter-Variante) sowie Rosé Gold und Midnight Black (42-Millimeter-Variante) soll die Samsung Galaxy Watch am 7. September 2018 im deutschen Handel erscheinen. Dei LTE-Variante kostet 399 Euro (46 mm) und 379 Euro (42 mm). Für die Version ohne LTE, die stattdessen nur via Bluetooth funkt, werden jeweils 70 Euro weniger fällig. Wer die Uhr vom 9. bis zum 30. August 2018 im Samsung-Shop vorbestellt, erhält eine induktive Ladestation namens Wireless Charger Duo gratis dazu.

Samsungs smarter Lautsprecher heißt Galaxy Home

Smarte Lautsprecher wie Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod liegen im Trend. Alle leben davon, dass sie sich per Sprache steuern lassen. Samsung hat mit Bixby ebenfalls einen digitalen Assistenten im Programm, hat sich im Geschäft mit Smart-Speakern aber bisher zurückgehalten. Bei der Vorstellung des Note 9 gab Samsung nun einen Ausblick auf entsprechende Pläne. Demnach arbeitet das Unternehmen an einem Lautsprecher namens Galaxy Home. Acht Fernfeldmikrofone werden Sprachbefehle entgegen nehmen, sodass Nutzer ihr Smart Home damit steuern können. „Hey Bixby“ lautet die Aktivierungsphrase. Samsungs Smart-Home-Ökosystem SmartThings wird im Vordergrund stehen. Dazu gehören zum Beispiel der smarte Kühlschrank Family Hub.

Natürlich wird der Lautsprecher auch Audio-Streaming unterstützen, wobei Spotify als Hauptpartner feststeht. Ähnlich wie Apple beim HomePod will Samsung sowohl auf guten Sound als auch smarte Eigenschaften achten. Für eine hohe Klangqualität soll die Expertise der Tochtermarke AKG sorgen, die an den acht internen Lautsprechern im Gehäuse feilt. Dabei strahlt das Audio-System den Klang auf Wunsch in eine Richtung oder im 360-Grad-Modus ab. Einen Rundumklang hat Samsung bereits bei WLAN-Lautsprechern aus dem eigenen Sortiment eingebaut.

Samsung Galaxy Home
Samsung Galaxy Home heißt der smarte Lautsprecher mit Bixby, auf den das Unternehmen einen kleinen Ausblick gab, inklusive einen Blick auf einen Prototyp. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt

Leistungsdaten, einen Preis oder einen Erscheinungstermin zum Galaxy Home nannte Samsung nicht. Weitere Details will das Unternehmen bald bekannt geben, namentlich auf der Samsung Developer Conference im November 2018. Hoffentlich aber auch schon früher, zum Beispiel auf der IFA 2018. Laut handy.de könnte das Audio-System um die 300 Euro kosten.

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Images by Samsung; Berti Kolbow-Lehradt

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Honor 8 Pro: Das unerwartete Flaggschiff im Test

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Kurz nach der Vorstellung des Samsung Galaxy S8 hat die Huawei-Tochter Honor ein Smartphone präsentiert, das auf den ersten Blick so gar nicht zur Marke passt. Während Honor bisher für Geräte im unteren und mittlerem Regal stand, greift die Marke jetzt nach ganz oben. Denn das Honor 8 Pro ist ein ernstzunehmendes und gut ausgestattetes Flaggschiff.

Der Underdog will in die erste Liga aufsteigen

Die noch ziemlich junge Marke der Chinesen gilt nach wie vor als Geheimtipp. Bisher robbt sie sich mit guten Geräten für kleines Geld unter 300 Euro an den Android-Platzhirsch Samsung heran.
Das von uns zu Jahresbeginn getestete Honor 6X oder das Honor 7 und Honor 8 sind dafür gute Beispiele. Deswegen wurden bei der Produktpräsentation einige Augen groß, als die Specs des neuen Smartphones verkündet wurden. Sie entsprechen, ebenso wie der Preis von 550 Euro, dem Niveau von Top-Geräten des Android-Marktes.

Schlank und schick

Der erste Blick begeistert. Schon die Verarbeitung ist tadellos und macht einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kommt in einem optisch und auch haptisch schönen Metall-Unibody, hat angenehm weiche Kanten und nahtlose Übergänge. Die einzigen drei Buttons liegen auf der rechten Seite. Sie regeln den Ein/Aus-Zustand und die Lautstärke.

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Image by Anton Knoblach

Der Fingerabdrucksensor liegt wie beim Galaxy S8 auf der Rückseite und ist intuitiv platziert. Zum Entsperren reicht das Auflegen eines gespeicherten Fingers, auch einfache Gesten lassen sich umsetzen wie beispielsweise das Blättern durch Fotos oder das Herunterklappen des Benachrichtigungs-Overlays. Das funktioniert gut und ohne nennenswerte Verzögerung.

Das Honor 8 Pro reiht sich mit seinem 5,7 Zoll großen Display in die gerade sehr beliebte Phablet-Kategorie ein. Es ist größer als ein herkömmliches Smartphone, aber kleiner als ein Tablet. Auch Samsung wirft mit dem Galaxy S8 und S8 Plus ein Auge auf dieses Marktsegment. Trotz der Displayflache ist das Honor 8 Pro mit 6,9 Millimetern Tiefe sogar ein kleines bisschen schlanker als das Phablet-Modell iPhone 7 Plus, das bei 7,3 mm nur ein 5,5-Zoll-Display bietet.

Hochauflösendes Display für Reise in die Virtual Reality

Auch nach dem Anschalten gibt es nichts zu meckern. Das farbbrillante 5,7-Zoll-Display ist mit 2.560 x 1.140 Pixeln (Quad-HD) sehr hoch aufgelöst. Endlich zieht Honor mit den Spitzengeräten von Samsung und LG gleich. Bisher boten alle Honor-Smartphones maximal Full-HD.

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Image by Anton Knoblach

Die hohe Auflösung qualifiziert das Smartphone auch für Virtual Reality, wo eine hohe Pixeldichte für den Genuss unerlässlich ist. Mitgeliefert ist – passend zum Zeitgeist – eine kleine VR-Brille zum Selberbasteln: Aus der Verpackung lässt sich mit ein paar Handgriffen ein Okular bauen. Das Smartphone selbst wird mit Display nach oben einfach in den Karton gelegt. Die Idee ist definitiv sehr nett. Mit einem ausgewachsenen mobilem VR-System wie Samsung Gear VR kann die Cardboard-Lösung nach wie vor nicht mithalten.

Ein wahrer Performance-Protz

Auch die inneren Werte zeigen, das der Hersteller beim Honor 8 Pro auf Performance setzt. Die Specs lesen sich wie die von High-End-Flaggschiffen. Für Rechenpower sorgt der achtkernige Spitzenprozessor Kirin 960 aus der Chipschmiede von Huawei. Ihm zur Seite stehen imposante 6 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte Festspeicher. Wem der Speicher noch nicht ausreicht, kann ihn mit einer microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

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Image by Anton Knoblach

Von dieser Power sollen vor allem komplexe 3D-Spiele profitieren. Zum Beweis kooperiert Honor mit den Enwicklern des bald erscheinenden Mobil-Krachers „Galaxy on Fire 3: Manticore“. Käufer des Honor 8 Pro sollen bei den In-App-Käufen besondere Vorteile erhalten. Für eine bessere Detaildarstellung bei Spielen unterstützt das Honor 8 Pro auch die Vulkan API.

Trotz dieser Leistungsstärke soll das Honor 8 Pro soll mit einer Akkuladung zwei Tage lang durchhalten. Immerhin bietet der integrierte Energiespeicher 4.000 mAh. Angesichts des Preises ist das insgesamt eine überragende Ausstattung.

Das Honor 8 Pro in der Praxis

Was direkt auffällt: Das Honor 8 Pro ist verdammt schnell. Sogar schneller als das iPhone 7 soll es sein, also habe ich den Test gemacht. Und tatsächlich: Bei alltäglichen Aufgaben ist das Honor ein gutes Stück schneller. Egal ob Google Maps, Instagram oder Spotify – beim Öffnen von Apps hat das Honor 8 Pro fast immer die Nase vorn. Natürlich geht es hier um Sekundenbruchteile, die höhere Geschwindigkeit ist aber deutlich spürbar.

Auch bei Benchmarks muss sich das 8 Pro nicht verstecken: Beim Multicore-Test von Geekbench schlägt es das iPhone knapp, beim AnTuTu-Benchmark kommt es zumindest nah ran. Anders sieht es allerdings bei rechenintensiven Aufgaben aus. Beim Export einer Sequenz in Adobe Premiere Clip zum Beispiel gewinnt das iPhone.

Doppelt knipst besser: Tolle Dual-Kamera

Wie beim iPhone 7 Plus oder dem Honor 6X gibt es zwei rückseitige Kameras, das Konzept aber ist anders. Die zweite Kamera dient nicht für einen optischen Zoom oder die Berechnung von Bokeh im Hintergrund, sondern soll für mehr Lichtstärke und Detail sorgen. Verbaut sind zweimal 12 Megapixel, von denen ein Sensor ein reines Schwarzweiß-Bild liefert. Die andere Kamera reichert dieses Bild dann mit Farbinformation an.

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Image by Anton Knoblach

Die mitgelieferte App lässt sich wie von Android gewohnt in einen Profi-Modus schalten, in dem alle wichtigen Einstellungen manuell getroffen werden können, zusätzlich kann man auch im RAW-Format fotografieren.

Im Kurztest macht die Kamera einen guten Eindruck. Das Honor 8 Pro macht helle und scharfe Bilder mit realitätsgetreuen Farben. Auch bei wenig Licht klappt das gut.

Fazit

Mit dem Honor 8 Pro platziert sich der Hersteller im ernstzunehmenden High-End-Sektor, ohne aber dessen Preise abzurufen. Das Smartphone ist ein würdiger Konkurrent zum deutlich teureren Samsung Galaxy S8, dem Huawei Mate 9, dem LG G6 und dem HTC 10. Das Top-Gerät lässt Kaufinteressierte den Haken in technischen Daten und Materialqualität vergeblich suchen. Wer die Größe mag und viel Power haben will, hat mit dem Honor 8 Pro nun eine leistungsmäßig ebenbürtige Alternative zu den Android-Smartphones von bekannteren Marken. Und das auch noch zu einem verdammt guten Preis.

In Deutschland wird das Honor 8 Pro vorerst exklusiv beim Mobilfunk-Provider O2 erhältlich sein. Entweder als Einmalkauf für 549 Euro oder per Ratenzahlung mit und ohne Vertrag.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Androidpiloten.


Images by Julia Froolyks, Anton Knoblach


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