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Insomnia – Apps gegen Schlafstörungen

Die Mondblutphase ist vorüber, meine Müdigkeit hingegen ist keinen Zentimeter gewichen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Schlaflosigkeit nicht mit dem Winkelgrad von Himmelskörpern zusammenhängt oder das Ergebnis mythischer Phantastereien ist. Die einzige Erkenntnis daraus ist die Notwendigkeit von Schlaf und die Einsicht, dass Schlafmangel auf Dauer krank macht. Auf der Suche nach dem ultimativen Einschlaftipp, habe ich schon diverse Sachen ausprobiert. Es will mir einfach nicht mehr gelingen, dieser nächtlichen Sättigungsreise beizuwohnen. Wahrscheinlich habe ich noch nicht das passende Patentrezept entdeckt. Eine neue Strategie muss also her und war auch schnell erörtert. Ein Bekannter schilderte mir von seiner abenteuerlichen Reise und verriet sein Erfolgsgeheimnis. Diese bestand einfach darin, bestimmte Rituale zu inszenieren und Vorkehrungen zu treffen, um den Schlafhunger zu stillen. Er plante regelrecht seine Nächtigungsaktionen und zwar so sorgfältig, dass man meinen konnte, er bereite sich auf seine erste Hochzeitsnacht vor.

Die Vorbereitung auf den Schlaf kann mitunter umständlich sein und eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Wenn man den Ratschlägen diverser Schlafexperten folgt, sind einige grundlegende Dinge dabei zu beachten. Am nächsten Tag startete ich gleich mit dem Selbstversuch. Eine gute Vorbereitung sei also bei der täglichen Suche nach Nachtruhe unabdinglich. Denn selbst das Schlafen muss erst erlernt werden. Die künstliche Stilisierung dieses Phänomens finde ich hingegen lächerlich, obwohl es für viele eine ernste Angelegenheit darstellt. Doch das soll uns erst einmal nicht im Weg stehen, da uns eine Aufgabe erwartet. „Ein gut erholter Körper bei Nacht sorgt für einen frischen Geist am Tag“, ist eine vortreffliche Formulierung für Schlafapologeten. Mit diesen Worten im Hinterkopf, begebe ich mich auf die rätselhafte Suche nach dem Mysterium. Bei meinen Planungen stelle ich fest, dass die Umsetzung nicht so leicht ist, da es einiges vorab zu erledigen gilt. Viel Recherchearbeit ist erforderlich.

Schlaflos – Was tun?

Die ersten Maßnahmen werden getroffen. Ich bin dabei, perfekte Bedingungen zu schaffen. Auf meinem Nachttisch steht ein Glas Wasser und eine Abendlektüre. Der Raum ist komplett verdunkelt und schweigt beharrlich, wie ein Mönch in seiner Klosterzelle. Die Temperatur in meinem Zimmer liegt bei konstanten 18 Grad. Meine dunklen Vorhänge verdecken die Abendlichter, die pausenlos anklopfen. Doch das Licht macht mir am wenigsten Sorgen, vielmehr breitet sich in mir ein mulmiges Gefühl aus. Meine innere Stimme verrät mir nämlich, dass ich trotz aller Vorkehrungen, kein Auge zukriegen werde. Schnell verdränge ich diese dunklen Gedanken. Zu viel Grübelei soll ja nicht förderlich sein. Kommen wir zu den Fakten. Im Weiteren erfahrt ihr alle relevanten Tipps, die ich zu diesem Thema zusammenstellen konnte:

  • Nichts schweres Essen, da man sonst Gefahr läuft seine Nachtruhe zu verpulvern. Nur leichte Mahlzeiten zu sich nehmen,
  • Keine aufregenden Nachrichten, Filme oder Bücher lesen. Lieber leichte Lektüre bevorzugen
  • Sanfte Musik hören – eine Massage kann auch helfen
  • Versuchen vom Tag abzuschalten, keine großen, geistigen Anstrengungen mehr unternehmen
  • Immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen und auf das Mittagsschläfchen verzichten
  • Störfaktoren wie Licht, schlechte Luft und Lärm beseitigen. Der Schlafbereich sollte einer Ruheoase gleichen
  • Wie man sich bettet, so liegt man. Eine gute Matratze ist daher Pflicht
  • Elektromagnetische Einflüsse wie TV, Handy, Radio nicht in Bettnähe. Das blaue Licht der LED-Bildschirme, das mehr kurzwellige Anteile enthält, beeinflusst den Melatoninspiegel negativ
  • Alkohol, Nikotin, koffeinhaltige Getränke vermeiden
  • Bei unruhigen Gliedern die Magnesiumzufuhr erhöhen. Bananen und Milch enthalten viel Magnesium
  • Falls die Gedanken nicht zur Ruhe kommen, Atemübungen machen. Langsam und tief einatmen und die Atemzüge bis 10 zählen
  • Wie gesagt, die optimale Raumtemperatur beträgt 18 Grad. Die Luft sollte nicht zu trocken sein

Man kann die Liste sicherlich noch um einige Punkte erweitern. Aber eigentlich sollte dem Schlafvergnügen nichts mehr im Wege stehen. Falls das nicht der Fall sein sollte, gibt es immer noch eine Menge Tipps und alternative Hilfestellungen.

Einschlaf Apps und was sie bringen

Der Markt bietet eine Vielzahl von Einschlaf-Apps an. Während manche Apps eine integrierte Schlafweckfunktion besitzen, sammeln andere Daten, um eine Bestandsanalyse zu erstellen, die dabei helfen soll, individuelle Schlafgewohnheiten zu messen. Android bietet beispielsweise mit Sleep Cycle eine App an, welche sich auf die Bewegungen des Schläfers stützt. Kurz vor dem Zubettgehen legt man das Smartphone mit dem Display nach unten auf die Matratze neben dem Kopfkissen. Aufgrund der Bewegungen wird die Schlafintensität gemessen. Je öfter man sich bewegt, desto wahrscheinlicher ist die Aufwachphase. Die App registriert diese Phase als Leichtschlafphase und weckt uns automatisch auf. Ein Diagramm zeichnet die Schlafkurve auf und ermittelt dann die optimalen Aufwachzeiten. So wird die Schlafqualität gemessen und wieviel Zeit man im Bett verbringt. Allerdings muss man erwähnen, dass hier eigentlich nicht das Schlafverhalten gemessen wird, sondern nur die Bewegungen, woraus dann Rückschlüsse auf die Schlafqualität gezogen werden.

Eine ähnliche Funktionalität verspricht die App Sleep Better von Runtastic. Ähnlich wie bei Sleep Cycle wird auch hier der perfekte Weckmoment mithilfe eines Bewegungssensors ermittelt. Im Gegensatz zu Sleep Cycle bezieht die App jedoch auch andere Faktoren in die Schlafanalyse mit ein, etwa äußere Einflüsse wie das Ess- und Trinkverhalten, Sport oder den Schlafort. Man kann darüber hinaus auch ein Tagebuch erstellen. Der einzelne Lebensstil spielt also eine große Rolle bei der Bewertung.

Weitere Einschlaf- und Entspannungshelfer sind sogenannte Geräusche-Apps. Vom Meeresrauschen bis hin zur Entspannungsmelodie ist für jeden Geschmack etwas dabei. Nature Soundscapes bietet von Meeresrauschen, über Lagerfeuer- und Wasserfallgeräusche bis hin zum Rascheln von Blättern insgesamt 15 Geräusche an, die man auch in Dauerschleife abspielen kann oder über die integrierte Sleep-Timer-Funktion. Ein Oszillator-Feature lässt die Lautstärke langsam ab- und wieder aufsteigen, so dass man den Ruhe-Effekt noch stärker wahrnimmt.

Klassische Ohropax bei Lärm

Es gibt natürlich kein Allheilmittel für das nächtliche Ruhen. Es kann durchaus sein, dass keines dieser Tipps oder Apps dir weiter hilft. Daher wäre es wichtig zu wissen, was die eigentliche Ursache für die Schlaflosigkeit ist. Ich persönlich kann keinen Lärm ausstehen. Daher ist mein ultimativer Tipp bei hartnäckigem Lärm oder Geräuschen, wie etwa Schnarchen oder laute Musik von Nachbarn, klassische Ohropax aus Wachs, die den Gehörgang komplett abdichten. Des Öfteren haben die hautfarbenen, klebrigen Wachskügelchen meine Nächte versüßt. Der einzige Nachteil war, dass ich das Gefühl hatte, mein Schädel würde durch die zugestopften Ohren und den anschwellenden Druck platzen. Ob App oder Ritual, jeder sollte den wahren Grund seiner Insomnie kennen.


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