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Hooke Audio will Leute wieder für Sound begeistern

Anthony Mattana, Gründer von Hooke

Mit Hooke Audio möchte Anthony Mattana eine Revolution starten: die Aufnahme von Sound in 3D. Und das mit einem Paar Kopfhörer. Warum? Die Menschen sollen sich wieder für Sound interessieren.

Anthony Mattana, Gründer von Hooke

Auf der MIDEM 2015 präsentierte sich das US-Startup Hooke Audio beim Startup-Pitch Midemlab. Hooke Audio möchte das GoPro für Sound bauen. Im Grunde handelt es sich um ein Paar Kopfhörer, das gleichzeitig den uns umgebenden Sound in 3D aufzeichnet. Eine Kickstarter-Kampagne brachte dem Startup über 163.000 US-Dollar. Im Interview erklärt Gründer Anthony Mattana, wie er auf die Idee kam, was ihn antreibt und warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für 3D-Sound ist.

Tobias Schwarz (TS): Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kopfhörer zu bauen, mit denen man nicht nur hören, sondern auch aufnehmen kann?

Anthony Mattana (AM): Ich komme aus New York, und die letzten fünf Jahre habe ich Musik und Soundeffekte für den Broadway komponiert. Mein berufliches Interesse ist, sehr umfassenden Surround-Sound zu erschaffen. Wenn die Show vorbei war, war auch mein Design weg. Ich habe versucht, einen Weg zu finden, um diese Designs einzufangen, denn es gibt nichts, was man mit dem Theater vergleichen kann, nichts, oder dass eine Liveshow oder ein Muscial ersetzen kann. Ich wollte also einen Weg finden, es so aufzuzeichnen, dass man es noch einmal erleben kann.

Als ich dann die binaurale Aufnahme entdeckt habe, was nicht zwangsmäßig etwas total Neues ist, das gibt es schon seit Jahrzehnten, habe ich zwischen 3000 und 7000 US-Dollar in klobiges Equipment gesteckt, um es einzufangen und es war großartig. Ninaurale Aufnahmen sind klasse! In dem Moment, als ich es benutzte, und zwar nur auf einer professionellen Ebene, dachte ich: ‚Es muss doch einen Weg geben, meine Snapchats in dieser Technik hinzubekommen, oder auf Facebook und andere soziale Medien auf meinem Smartphone zu teilen. Man könnte das für so viel mehr als nur das Theater benutzen.‘

Schaut man sich die Technik hinter binauralen Aufnahmen an, sieht man, dass ein großer Teil daraus besteht, ein Mikrofon gezielt in beiden Ohren zu platzieren. Wir haben schon etwas, dass täglich in unserem Ohr ist und zwar unsere Kopfhörer. Ich habe gehofft, den guten Sound zurückzubringen, und nicht nur für einen bestimmten Anlass. Ich wollte, dass Leute kreativ werden, genauso wie sie es auf Instagram mit Fotos sind. Einfach mit einem Gerät, das sie schon besitzen: einem Paar Kopfhörer. Man muss sich also kein neues Gerät anschaffen, man modelt es nur etwas um, zu einem Preis, den sich jeder leisten kann.

TS: Sind Streaming-Dienste schon auf die Idee gekommen, ihre Technologie ebenfalls zu benutzen?

AM: Zumindest wäre es möglich, wir entwickeln das noch. Ob die Streams über unsere App oder einen anderen Kanal wie Meerkat oder Periscope stattfinden, die diese Video-Livestreams in Kooperation mit unserer Technologie machen, ist noch unklar. Der Fakt, dass Hooke diese Aufnahmen über das Smartphone macht, bedeutet, dass es auch gestreamt werden kann. Wir konzentrieren uns momentan auf das Produkt und wollen es herausbringen und möchten, dass die Leute selbst Sachen aufnehmen. Ob durch unsere App oder die App von jemand anderem, das wird sich zeigen. Es wird auf jeden Fall passieren.

TS: Es wird zuerst in den USA gelaunched oder?

AM: Im September letzten Jahres haben wir unsere Kickstarter-Kampagne gelaunched und seitdem in über 49 Länder geliefert. Wir nehmen Vorbestellungen aus der ganzen Welt entgegen. Wir produzieren gerade und werden noch dieses Jahr welche verschicken.

TS: Auch nach Deutschland?

AM: Selbstverständlich.

TS: In Deutschland gab es eine riesige Debatte über Google Glass und ob man nun andere heimlich auf Video aufnehmen kann. Privatsphäre ist ein großes Thema und, wie ich finde, manchmal auch ein Innovations-Killer. Hatten Sie diese ‘deutsche Debatte’ bereits?

AM: Absolut! Ich bin froh, dass sie das ansprechen. Das war mir sehr wichtig, denn die eine Seite der Nutzer kam zu mir und sagte: ‚Toll, jetzt kann ich also andere aufnehmen, ohne dass sie es mitbekommen?‘ und die andere Seite, es war fast 50 zu 50, sagte: ‚Mach das bitte nicht!‘ Ich würde nie etwas entwickeln, bei dem die Leute nicht wüssten, ob sie gerade aufgezeichnet werden oder nicht. Das war mir sehr wichtig. Der große Powerknopf am Hooke-Headset ist so designet, dass man einen Knopf hat, der ungefähr wie bei den Apple-Geräten funktioniert. Man kann Musik abspielen, Musik pausieren lassen, all so etwas. Wenn man aufzeichnet und die Mikrophone mit eingebunden sind, leuchtet er rot, so wie das universelle rote Aufnahme-Zeichen. Auch von weiter weg kann man es gut erkennen, also wissen alle gleich, wenn ich etwas aufnehme. Es ist mir sehr wichtig, dass die Leute Bescheid wissen, wenn sie aufgezeichnet werden und das einfach indem man das Licht sieht.

TS: Könnten dann längere Haare ein Problem bei den Aufnahmen sein?

AM: Ja, genau so als ob man Haare vor der Linse einer Kamera hat. Das ist ungefähr das gleiche.

TS: Ich weiß dann ja nicht genau, ob es funktioniert und ob die Aufnahme gut genug ist..

AM: Naja, wenn man Haare vor der Kamera hat, kann man immer noch irgendwie hindurchsehen. Das funktioniert hier genauso, man kann immer noch etwas hören.

TS: Warum hat das eigentlich bisher keine größere Firma herausgebracht?

AM: Das haben vorher schon viele große Unternehmen versucht, aber da trugen wir unsere Computer noch nicht in den Hosentaschen. Vielleicht manchmal, aber sie waren einfach noch nicht so mächtig wie heute. Allein in den letzten drei Jahren gab es eine große Nachfrage nach Kopfhörern. Wie ich in meiner Präsentation beim Midemlab gesagt habe: Alle fünf Sekunden wird ein Paar Kopfhörer verkauft. In 48 Stunden wird stündlich ein Video hochgeladen. 50 Prozent der Videos werden auf dem Smartphone angeguckt, das hat MIDEM selbst getwittert. Allein diese drei Fakten und dass man sich mehr auf dem Smartphone anschaut und mehr streamt, sprechen dafür, dass man Kopfhörer, ein Mikrofon und einen Computer benötigt. Man hat auch schon versucht, das Ganze kabellos zu machen. Das ist auch kein ganz neues Ding. Die Menschen mögen kabellose Kopfhörer. Das Timing ist gerade sehr gut, um diese Entwicklungen auf die Kopfhörer zu übertragen.

TS: Auch bei den Netzpiloten arbeiten oft beruflich mit Sounds. Ich denke da an Podcasts in den Medien. Wer wird denn der typische Nutzer für Hooke Audio sein? Wer wird das kaufen? Sind es Medien- oder Privatleute?

AM: Der größte Teil unserer Kunden waren bisher Erstanwender, Kreative, DIY-User, Soundentwickler oder Produzenten. Das sind alles Leute, die Sound kreieren. Nicht immer im total professionellen Zusammenhang, aber sie kommen auch mal mit Bands in Berührung. Ein großer Teil waren auch die Sehbehinderten. Vor ein paar Monaten habe ich viele Nachrichten bekommen, in denen ich gefragt wurde: ‚Wo befindet sich das Mikrophon? Können Sie mir sagen, wie der Ohrstöpsel richtig sitzt?‘ Ich dachte, das ist doch offensichtlich, es gibt Fotos auf unserer Webseite, die alles erklären. Die Antwort war: ‚Danke für die Mühen, aber wir sind blind. Trotzdem lieben wir ihr Produkt.‘ Das fand ich extrem interessant. Sie fragten auch, ob man jetzt Videos auf dem Telefon machen könne. Sie haben alle binauralen Mikrophone, die es gibt. Binaurale Aufnahmen sind wie Videos für Menschen mit einer Sehbehinderung. So wird die Sehschwäche adäquat übersetzt, und das ging vorher nicht auf den Smartphones. Für sie ist ein guter Zugang zur Technik sehr wichtig und nun kann man es sich viel einfacher leisten. Und es wird viel geteilt. Das war wirklich toll!

TS: Also sind Hoope-Kopfhörer eher ein Werkzeug als ein Lifestyle-Produkt?

AM: Man könnte behaupten, dass wir ein Lifestyle-Unternehmen sind, je nach dem, wie unser Publikum jetzt reagiert. Das Produkt wurde noch nicht verschickt und wir kennen unser Publikum noch nicht. Wir wissen, dass wir in den letzten sieben Monaten mehr als 1.500 Einheiten verkauft haben. Aber wer weiß schon, was danach passiert? Immer, wenn ich mit Leuten rede, erzählen sie mir Dinge wie ‚Ich kenne da diesen Koch, der sich eine GoPro an den Kopf bindet und dann kocht er, sodass man alles aus seiner Perspektive sieht, er sollte mal Ihr Produkt benutzen!‘ Viele dieser Sachen kommen von Leuten, die viel schlauer und kreativer sind als ich. Sie benutzen die Kopfhörer auch auf Arten, auf die ich nie gekommen wäre. Ich sehe Hooke-Kopfhörer also als ein kreatives Werkzeug an und ob wir ein Lifestyle-Unternehmen sind, hängt davon ab, wie unsere Kunden das Produkt benutzen. Wir werden sehen, was passiert.

TS: Wir leben in einer Zeit, in der Daten der Schlüssel zu allem sind. Daten sind Werte. Sammeln Sie mit den Kopfhörern auch Daten? Sammeln Sie Informationen darüber, was die Leute hören und was sie wo aufnehmen?

AM: Das interessiert mich nicht. Ich komme aus einem kreativen Umfeld, so etwas hat mich nie gereizt. Ich denke, das ist es, was uns von den großen Firmen unterscheidet, denn wir wollen den Sound zurückbringen. Ich will, dass die Menschen wieder mit Sounds experimentieren. Ich will es möglich machen, dass die Leute ein Video aufnehmen und ein ‚Ave Maria‘ hineinspielen können. Ich möchte einfach, dass sich die Leute für Sound interessieren.

TS: Danke für das Interview.


Auf Isarmatrose.com findet sich eine englischsprachige Version des Interviews.

Teaser & Image by Anthony Mattana


CHIEF-EDITOR’S NOTE: Wenn Ihnen unsere Arbeit etwas wert ist, zeigen Sie es uns bitte auf Flattr oder indem Sie unsere Reichweite auf Twitter, Facebook, Google+, Soundcloud, Slideshare, YouTube und/oder Instagram erhöhen. Vielen Dank. – Tobias Schwarz

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Midemlab: Music discovery, recommendation & creation

In der ersten von drei Pitch-Sessions des Midemlab auf der diesjährigen Midem, stellten sich Startups zu den Themen Musik entdecken, Musik empfehlen und Musik erstellen vor. // von Tobias Schwarz

Die Jury des Midemlab

Die Jury ist hochkarätig besetzt (siehe Bild: v.l.n.r.): Corinne Bach (Vivendi), Jon Bradford (Techstars London), Stéphane Distinguin (Fabernovel), Marie Ekeland (France Digitale), Pär-Jörgen Pärson (Northzone), Roxanne Varza (Microsoft) und Paul Brindley (Music Ally). Am Sonntag werden die Sieger bekannt gegeben.

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Bruno Crolot: Streaming ist die Schlüssel-Technologie

Midem-Direktor Bruno Crolot

Die Digitalisierung hat die Musik-Branche mächtig durchgewirbelt – im Interview erkennt Midem-Direktor Bruno Crolot Zeichen eines Neuanfangs. // von Tobias Schwarz

Midem-Direktor Bruno Crolot

Am Freitag beginnt im französischen Cannes die Midem, die weltweit größte Konferenz der Musikbranche. Vier Tage lang besprechen Branchenvertreter, Musiker und Unternehmensgründer, was die Zukunft bringt. In Vorbereitung auf unseren diesjährigen Besuch der Konferenz, haben wir den Direktor der Midem, Bruno Crolot, interviewt. (Das komplette Interview in Englisch findet sich auf meinem Blog Isarmatrose.com.)

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MIDEM 2014: Zwei Berliner Startups gewinnen beim Midemlab

Auf der MIDEM 2014 sucht die Musikindustrie nach ihrer Zukunft und glaubt sie in zwei Startups aus Berlin gefunden zu haben. // von Tobias Schwarz

MIDEM 2014 - CONFERENCES - MIDEM LAB START UP COMPETITION - MUSIC DISCOVERY, RECOMMANDATION AND CREATION - INNOVATION FACTORY

Insgesamt 30 Startups aus der ganzen Welt kamen als Finalisten des Wettbewerbs Midemlab nach Cannes, um auf der Musikfachkonferenz MIDEM ihre Ideen vorzustellen. Darunter waren auch drei Startups aus Berlin und zwei von ihnen – Nagual Sounds und Starlize – gewannen dann auch das Midemlab und erhalten nun eklusiven Zugang zu den Unternehmensnetzwerken der Sponsoren sowie Mentoring. Kommt die Zukunft der Musikindustrie aus Berlin?

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MIDEM 2014: Die Flucht ins Streaming

Skyphone Session through Autographer (adapted) (Image by Mads Boedker [CC BY 2.0], via flickr)

Kann Streaming ein nachhaltiger Wert für Musiker sein? Auf der Musikfachmesse MIDEM gab es neben YouTube kaum ein anderes Thema. Nachdem Thom Yorke im Vorjahr Spotify & Co. ein baldiges Ende vorher sagte, erfreuten sich gerade die Streaming-Anbieter in diesem Jahr viel Beachtung. Der respektvolle Umgang mit den Künstlern und der Branche trägt Früchte und wurde auf fast jedem Podium lobend erwähnt. Scheinbar hat die Branche den Wert von Streaming erkannt und nutzt ihn bereits intensiv.

Ein Kindergarten namens Musikindustrie

Musiker sind Künstler, Emotionen sind Teil ihrer Natur. Und an denen fehlte es der prominenten Podiumsrunde auch nicht, die am Samstagabend auf der MIDEM 2014 über die Zukunft der Musikindustrie diskutierten. Deezer-CEO Axel Dauchez, Eddy Maroun von Anghami, Musikmanager Brian Message, Mandar Thakur von der indischen Firma Times Music und schließlich noch Thorsten Schlieche von Napster. An Kompetenz fehlte es offensichtlich eben so wenig in der von Milana Rabkin moderierten Runde.

Und Rabkin machte gleich zu Beginn einen provokanten Start: „Die Musikindustrie hat in den letzten Jahren das Wachstum von Streaming stark gebremst. Wollte man einen Streaming-Dienst aufbauen, war es ein Alptraum. Einige in der Musikindustrie haben sich wie im Kindergarten benommen

Streaming als Strategie

Wie zum Beispiel von Eddy Maroun vom arabischen Streaming-Dienst Anghami, der auf den Wert des Produkts verwies. Es muss stets attraktiv sein und „nichts setzt einem mehr Wettbewerbsdruck aus als Piraterie„. Doch die Entwicklung ist erst am Anfang und das volle Potenzial von Streaming noch gar nicht erkannt. Auch Schlieche von Napster sieht die Entwicklung noch lange nicht beendet und berichtete von eigenen Versuchen, „Play“ als neue Währung des Streaming zu etablieren, denn am Ende kommt es nur darauf an, wie oft ein Lied oder Video abgespielt wurde, wenn es um Geld für Künstler geht und um nichts anderes geht es. Deshalb setzt Napster auch vermehrt auf eigene Inhalte, wie z.B. Videos von Akustiksessions oder Interviews, alles was Fans interessieren könnte und näher an die Musiker bindet, so dass Videos öfters geschaut werden und Musiker bekannter werden.

Brian Message betonte den Nutzen von Streaming für noch wenig bekannte Musiker oder für diejenigen, die nicht viel von Marketing halten: „Es kann für einen neuen Musiker sehr schwierig sein, mit bereits bekannteren Musikern zu konkurrieren, (…) aber Streaming ist genau dafür ein sehr praktisches Werkzeug„. Deshalb hat er zum Beispiel bei Nick Cave „Streaming an vorderste Stelle aller Aktivitäten gesetzt, noch vor der Entwicklung von Spotify-Apps oder Songtextekarten, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Und das hat ausgezeichnet funktioniert„. Es lässt sich zwar nicht alles monetarisieren, aber alles zählt wiederum in den Bereich des Messbaren und das kann viel Wert sein.

Aufmerksamkeit und Geld

Wie viel wert so etwas ist, wollte das Publikum vor allem von Deezer-Geschäftsführer Alex Dauchez wissen, der die Bemühungen seines Unternehmens, mehr Aufmerksamkeit zu generieren, nicht nur als Service für Musiker verstanden wollte, sondern als Hilfe für die gesamte Musikindustrie. Die interessierten sich aber eher dafür, wie viel Deezer gewillt ist, von den Einnahmen abzugeben als für die Investitionsvorhaben. Dauchez verwies auf Deezers unterschiedlichen Beteiligungsformen, die sich nach dem Lied richten.

Musiker aus dem Publikum interessierten sich besonders für die Daten, denn sie wissen kaum etwas über ihre Fans auf Deezer und würden gerne das Wissen besser monetarisieren, in dem sie sich auf Zielmärkte konzentrieren könnten. Vom Respekt allein lässt es sich eben auch nicht leben, doch Dauchez blockte hier schnell ab. Es wird zwar über Wege nachgedacht, wie Musiker auf Deezer mehr aus den Daten machen können, eine Herausgabe und damit vielleicht eine Nutzung des Wissens in anderen Diensten, könnte er nicht zu lassen.

Eine Lösung aus diesem Dilemma brachte zum Ende der lebhaften Diskussion Schlieche ins Gespräch: „Wenn Künstler ihre eigenen Plattformen bauen würden und selber ihre Inhalte bewerben, sollten sie es auch selber schaffen, Zugang zu ihrer Fangemeinde zu bekommen„. Und Messsage ergänzte: „Das Gute ist doch, dass wir die Wahl haben, denn es gibt schon jetzt eine Reihe von Möglichkeiten, denn immer mehr Unternehmen mit Diensten, die früher Labels angeboten haben, bieten einen leichten Zugang zu ihren Daten„.


Image (adapted) “Skyphone session through Autographer“ by Mads Boedker (CC BY 2.0)


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MIDEM 2014: Ist die Musikindustrie endlich am Wendepunkt angekommen?

MIDEM Panel (Bild: Tobias Schwarz-Netzpiloten, CC BY 4.0)

In kleiner Runde wurde auf der MIDEM 2014 angenehm offen über den digitalen Wandel der letzten Jahre und den neuen Möglichkeiten der Musikindustrie diskutiert. // von Tobias Schwarz

MIDEM Panel (Bild: Tobias Schwarz-Netzpiloten, CC BY 4.0)

Die Digitalisierung verändert das Musikgeschäft seit mehr als einem Jahrzehnt und inzwischen haben viele Akteure ihre Lehren aus dem Wandel gezogen und das eigene Geschäftsmodell angepasst. Distribution ist digital geworden und längst in den Händen von Unternehmen wie Apple, Google und Spotify. Doch wenn es nicht mehr um den Verkauf von Platten geht, was bleibt dann noch übrig, womit Künstler und Verlage Geld verdienen können? Die Antwort ist naheliegend: Musik.

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MIDEM 2014: Auf der Suche nach der Zukunft der Musikindustrie

Cannes (Bild: Mathieu Lebreton [CC BY 2.0], via Flickr)

Vom 1. bis 4. Februar 2014 findet die alljährliche Musikfachmesse MIDEM in Cannes statt. Die Netzpiloten sind live vor Ort, um einer ganzen Industrie bei der Suche nach der Zukunft (und dem Geld) im Digitalen zu zuschauen. // von Tobias Schwarz

Cannes (Bild: Mathieu Lebreton [CC BY 2.0], via Flickr)

Bereits seit 1967 treffen sich Vertreter von Verlagen, Labels, Musiker und Manager in der südfranzösischen Riviera. um sich über die neuesten Trends auszutauschen und Geschäfte zu machen. Doch der Glanz einstiger Tage, als die MIDEM (Marché international de l’édition musicale) als größte Musikmesse der Welt galt, scheint vorbei zu sein. Die Digitalisierung hatte bisher mehr Disruption als neue Möglichkeiten für die Musikwelt übrig. So verwundet es nicht, dass zehn Jahre nach dem sich die MIDEM thematisch mit dem Musikverkauf im Internet auseinandersetzte, dieses Thema immer noch maßgeblich das Programm beeinflusst. Unter dem Motto „Get back to Growth? Make it Sustainable!“ versucht die Musikindustrie in den nächsten vier Tagen neue Wege zu finden.

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