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So helfen Umfragen Kunden und Unternehmen

Selbsterkenntnis ist ein guter Anfang für große oder kleine Veränderungen. Wer sich selbst und sein Tun reflektiert, hat die Chance, Fehler zu erkennen und sie auszubessern. Gilt das auch für komplexe Organisationen wie ein Wirtschaftsunternehmen? Wie können Firmen Selbstreflexion betreiben, um zu mehr Qualität, Effizienz und letztlich Erfolg zu gelangen? – Probates Mittel für die unternehmensbezogene Selbsterkenntnis sind von jeher Umfragen. Was vor Jahren noch aufwendige Papier-Prozesse waren, ist heutzutage durch die digitalen Hilfsmittel ein Kinderspiel. Jedes Unternehmen kann in wenigen Schritten seine Kunden und Partner erreichen und deren Grundhaltung, Zufriedenheitsgrad und Wünsche abfragen.

Sowohl für bereits etablierte Betriebe als auch für Startups ist das unmittelbare Feedback vom Kunden ein wichtiges Instrument innerhalb der Unternehmensleitung. Denn nur so können Produkte und Dienstleistungen verbessert werden. Besonders hilfreich dabei ist ein starkes Umfrage Tool. Es stellt die Grundlage für einen wichtigen Wettbewerbsfaktor dar. Feedback von Kunden ist ein Geschenk, das sinnvoll genutzt werden sollte. Immerhin erhalten Unternehmen auf diese Weise wertvolle Hinweise darüber, was sie gut machen und wo sie den Bedürfnissen ihrer Kunden noch besser gerecht werden können. Übrigens sind Kunden nicht der einzige Faktor, der zum Erfolg oder Nicht-Erfolg einer Marke beiträgt. Auch Mitarbeiter leisten natürlich einen entscheidenden Beitrag. Eine Mitarbeiterumfrage durchzuführen kann deswegen ebenso zu wichtigen Ergebnissen führen.

Wie kann ich Kunden an mein Unternehmen binden?

Was ist Kunden am wichtigsten? Nur wer die Antwort darauf kennt, kann entsprechend handeln. Mit der Zeit können sich Kundenwünsche ändern. Und auch innerhalb einzelner Alters- und Zielgruppen sind Unterschiede möglich. So achten Leute ohne Auto zum Beispiel besonders darauf, dass das Geschäft gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist. Workaholics hingegen lieben es, ihre Waren unkompliziert und von überall aus via Internet bestellen zu können. Sicherlich gibt es allgemeine Umfrageergebnisse dazu, was Kunden bei einem Unternehmen wichtig ist. Jedoch besitzt nicht jede Firma die gleiche Zielgruppe, so dass sich hier durchaus Unterschiede ergeben können. Deswegen ist es besser eigene, zielgerichtete und individuelle Umfragen durchzuführen.

Jeder einzelne Kunde ist wichtig für ein Produktions- oder Dienstleistungsunternehmen. Wie Befragungen zeigen, lässt sich eine einmal gefasste Meinung nicht mehr so schnell ändern. In Zeiten des Internets nutzen Kunden gerne die Möglichkeit, ihre Meinung über Online-Bewertungen kundzutun. Dies kann von Vorteil sein, wenn man Wert auf die Kundenzufriedenheit legt. Bei zu vielen unzufriedenen Kunden kann das Ganze aber auch schnell nach hinten losgehen, denn Kunden vertrauen Online-Bewertungen. Das hat unlängst die Forschungsplattform Nielsen offengelegt. Demnach vertrauen etwa zwei Drittel aller Kunden den Online-Meinungen. Umso wichtiger, dass diese positiv ausfallen.

Einsatzmöglichkeiten von Umfragen

Umfragen haben einen wichtigen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg. Idealerweise sollte Kundenfeedback regelmäßig eingeholt werden. Die Auswertung muss auf Routinen und Automatismen beruhen, so dass hier keine Unregelmäßigkeiten auftreten können. Überall dort, wo man mit Kunden und potentiellen Kunden in Kontakt kommt, sollte idealerweise das Feedbackmanagement eingesetzt werden. Dabei wird in drei unterschiedlichen Typen von Fragen unterschieden: Offene Fragen sind so angelegt, dass der Befragte in einem dafür vorgesehenen Feld eine freie Antwort eintragen kann. Diese Art der Umfrage ist eher kompliziert auszuwerten und wird deswegen selten bevorzugt. Hilfreicher sind geschlossene Fragen, bei denen der Befragte aus unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten wählen kann. Wer möchte, kann auch festlegen, dass Mehrfachnennungen zugelassen sind. Der dritte Umfragetyp sind Beurteilungsfragen. Sie sind ideal, um Trends, Stimmungen, eine Zustimmung oder Ablehnung abzufragen. Befragten wird hierbei eine Matrix, ein Schieberegler oder eine Skala zur Verfügung gestellt.

Und nicht zu vergessen: Nicht nur an die Kunden denken! Auch Mitarbeiterbefragungen sind wichtig und können helfen, Probleme und Lösungsansätze zu erkennen. Schließlich sind zufriedene Mitarbeiter ebenso maßgeblich am Erfolg eines Unternehmens beteiligt wie zufriedene Kunden und Geschäftspartner.


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Warum glückliche Mitarbeiter besser arbeiten

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Stephanie Greenstreet startet ihren Arbeitstag oft mit einer Yogastunde. Danach gratuliert sie vielleicht einem Kollegen zum neuen Baby und überreicht ihm einen Strampler. Nach dem Mittagessen mit Kollegen gönnt sie sich dann oft ein Eis und einen Spaziergang im Park. Danach schaut sie sich möglicherweise eine neue Produktpräsentation an, um den Arbeitstag dann gemütlich mit Kollegen bei einem Bierchen ausklingen zu lassen.

Stephanie Greenstreet ist Feelgood Managerin bei der Wissenschaftsplattform ResearchGate. Ihre ganz offizielle Arbeitsbeschreibung ist es, ihre Teamkollegen bei Laune zu halten. So klingt es auch eher nach Bespaßung als nach Arbeit, wenn Greenstreet gegenüber den Netzpiloten ihre Aufgaben beschreibt:

„Ich helfe neuen Kollegen dabei, sich einzugewöhnen und organisiere verschiedene kleinere und größere Teamevents, wie beispielsweise unsere Yogaklasse, unsere Weihnachtspartys, Stammtische oder Unternehmensmarathons, in denen wir alle laufen gehen. Kurz gesagt, ich arbeite mit unserem Geschäftsführer Ijad Madisch daran, eine positive Unternehmenskultur zu schaffen.“

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Ijad Madisch and Stephanie Greenstreet (image by Stephanie Greenstreet)

Wohlfühl-Manager gibt es in Deutschland erst seit wenigen Jahren. Doch viele Unternehmen haben erkannt, dass sie in Zeiten von Fachkräftemangel und Rekordunzufriedenheit im Job, ihre Mitarbeiter bei der Stange halten müssen. Interessanterweise zeigen Umfragen, dass Angestellte dabei nicht mehr so viel Wert auf das Materielle legen. In ihrem aktuellen Praxispapier zum Performance Management stellt die Deutsche Gesellschaft für Personalführung fest, dass den neuen Arbeitnehmern der Generation Y Selbständigkeit und Flexibilität wichtiger sind als Geld. Mitarbeiter wollen also keinen Dienstwagen oder ein Büro mit Aussicht, sie wollen Erfüllung im Job und Spaß bei der Arbeit.

Frustfaktor Großraumbüros

Feelgood Manager sind dabei ein Weg,  um ein gutes Betriebsklima zu schaffen. Andere Firmen wiederum sollten sich auf die Architektur konzentrieren. So hat beispielsweise eine Umfrage des Schweizer Sekretariats für Wirtschaft, SECO, ergeben, dass die bei Unternehmen so beliebten Großraumbüros das Betriebsklima stark belasten können, wenn die Angestellten zu wenig Raum, schlechtes Licht oder mangelnde Belüftung vorfinden.

Anstatt sich auf die Arbeit zu konzentrieren und jeden Morgen freudig ins Büro zu gehen, sind Mitarbeiter frustriert, weil sie ständig den Lärm der Schnellstraße hören oder dem Kollegen fast auf dem Schoß sitzen.

Gerade Lärm ist oft ein Faktor der unterschätzt wird. So schätzt etwa Markus Meis, Forscher für das Hörzentrum der Universität Oldenburg, dass die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern durch Bürolärm um fünf bis zehn Prozent sinken kann. Das muss nicht unbedingt der Baulärm vor dem Büro sein, auch laute Gespräche von Mitarbeitern sind große Stressfaktoren. Denn Lärm löst eine Kette von negativen Reaktionen im Körper aus: Der Blutdruck kann steigen, manche bekommen Kopfschmerzen, andere wiederum leiden unter Muskelverspannungen oder Magenschmerzen. Diese Belastung kann oft schon mit mehr Raum zwischen den Schreibtischen erheblich verbessert werden.

Auch schlechtes Licht im Büro kann dazu führen, dass Mitarbeiter deprimiert werden. Wer ständig unter Halogenlampen arbeitet und kaum natürliches Licht sieht, fühlt sich bei der Arbeit schnell wie im Dauerwinter. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter sind unmotiviert, schlecht gelaunt und suchen wahrscheinlich in ihrer Arbeitszeit nach einem neuen Job. Wenn Unternehmen also beim Einrichten der Büros sparen oder auf diese Details nicht achten, wandern ihnen die Mitarbeiter sehr schnell ab.

SECO hat deshalb in seinem Report auch ausführliche Guidelines zusammengestellt, um selbst in den verhassten Großraumbüros so etwas wie eine gemütliche Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Dazu gehören eine vernünftige Belüftung, viel natürliches Licht, gute Lärmisolation, viel Platz zwischen Arbeitsstationen und Farbe an den Wänden.

Glückliche Mitarbeiter sind offener und kreativer

All das mag vielen Unternehmen ein wenig übertrieben vorkommen, aber glückliche Mitarbeiter sind enorm wichtig für einen Betrieb. Nicht nur, weil sie gerne zur Arbeit kommen und sich engagieren, sondern auch weil sie bessere Entscheidungen für das Unternehmen treffen.

In einer Studie für das Journal of Consumer Psychology hat Alice M. Isen gezeigt, dass zufriedene Mitarbeiter Informationen anders im Gehirn verarbeiten als ihre frustrierten Kollegen. Demnach treffen glückliche Angestellte sorgfältigere, effizientere, flexiblere und innovativere Entscheidungen. Wer mehr positiven Affekt im Job bekommt, geht nach Isen weniger unkalkulierbare Risiken ein, setzt sich aber auch viel mehr ein und denkt öfter um die Ecke und kommt so auf völlig neue Ideen. Glücklichsein spornt also offensichtlich unsere Kreativität an.

Und nicht nur das! Isen hat auch herausgefunden, dass zufriedene Mitarbeiter offener an ihre Arbeit herangehen: Sie sind weniger arrogant und begegnen anderen Menschen mit mehr Toleranz. „Sie haben nicht unbedingt weniger Vorurteile als andere Menschen,“ schreibt Isen in ihrer Studie, „aber sie gehen offener an Situationen heran und lassen auch andere Meinungen und Einstellungen schneller zu.“ Auch das führt natürlich dazu, dass Mitarbeiter zu kreativeren Lösungen kommen. Positiv gestimmte Mitarbeiter wirken sich laut Isen auch auf die Kundenzufriedenheit aus. Wer glücklicher ist, geht auch viel freundlicher an andere Menschen heran – und wer zuvorkommend behandelt wird, ist am Ende viel zufriedener mit dem Service.

Gemeinsames Lachen verbessert die Arbeitsstimmung

Doch wie bekommt man es hin, dass Mitarbeiter glücklich sind? Es reicht sicher nicht, ein nettes Büro einzurichten und einen Feelgood Manager hinzustellen. Der Schlüssel zu einem tollen Betriebsklima ist das gemeinsame Spaßhaben. Zusammen lachen macht glücklich, auch bei der Arbeit. Schon 1988 zeigte ein Forscherteam um Fritz Strack, dass Lächeln gute Laune macht. Demnach ist es dem Gehirn offenbar egal, ob wir wirklich lächeln oder uns ein Lächeln aufzwingen. Sobald wir unsere Lippen nach oben schieben, wird dem Gehirn signalisiert, dass wir glücklich sind und es werden automatisch Glückshormone freigesetzt.

Lächeln lässt uns offensichtlich auch besser lernen. Psychologin Kristy A. Nielson hat beispielsweise festgestellt, dass wir uns Dinge besser merken können, wenn wir bis spätestens 30 Minuten nach dem Aufnehmen der Information lächeln.

Das ist auch im Büro nicht anders. So zeigen die Wissenschaftler Adrian Gostick und Scott Christopher in einem Artikel zu den psychologischen Vorteilen von Humor auf, wie hilfreich Lachen bei der Arbeit sein kann. Wer öfter lacht, ist demzufolge seltener müde und kann so schneller, effizienter und produktiver arbeiten. Je humorvoller die Atmosphäre bei der Arbeit, desto glücklicher und produktiver sind die Mitarbeiter. Denn Humor verbindet und entkrampft.

Vorsicht vor zu viel guter Laune

Doch Vorsicht! Nicht immer ist gute Stimmung auch gut für das Arbeitsklima. Wer immer nur auf gut Wetter macht und dabei Konflikte vermeidet, tut sich langfristig keinen Gefallen. Die Wissenschaftler Dirk Lindenbaum und Peter J. Jordan behaupten deshalb, dass schlechte Laune ab und zu auch sehr hilfreich für das Betriebsklima sein kann. Ihre Studien haben nämlich gezeigt, dass einige Mitarbeiter nach einer konstruktiven Kritik tatsächlich besser arbeiten, als wenn sie immer nur gelobt werden. Nach Lindenbaum und Jordan fördert Kritik nämlich die Diskussionskultur. Damit sind Mitarbeiter motivierter, zu sagen, was ihnen nicht passt. Anstatt also immer zu behaupten, alles sei in Butter, kann so Kritik tatsächlich zu Verbesserungen führen. Manchmal muss man offensichtlich also die schlechte Laune einfach mal herauslassen.


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Unternehmer im Zeitalter der Online-Bewertungen: Von kritischen Kunden und Kommentarspalten

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Berichte, Empfehlungen und Meinungen geben uns Sicherheit, wenn wir das Internet durchstöbern und auf der Suche nach einem Produkt, einem neuen Lokal oder einem Urlaub sind. Das rasante Wachstum von Web 2.0-Anwendungen stärkte die Interaktion von Benutzern und beeinflusste die Art und Weise, wie Benutzer Informationen erschaffen und austauschen.

Es gibt heute eine riesige Menge an Inhalten, die von Benutzern erschaffen wurden und welche Produkt- und Serviceerfahrungen online mit Hilfe einer großen Vielzahl an Seiten teilen. Diese Sichtweisen können uns sehr stark beeinflussen und uns dazu animieren, auf „Kaufen“ zu klicken – oder einfach weiter zu stöbern. Aber diese Entscheidungen werden in zunehmendem Maße auf einer unsicheren Grundlage getroffen.

Mehrere akademische Studien haben die Bedeutung der von Benutzern geschaffenen Inhalten in Bezug auf die positive Beeinflussung von Kunden hinsichtlich Produktinformation und Kaufentscheidungen festgestellt. Online-Bewertungen und -Beurteilungen reduzieren die Unsicherheit für zukünftige Kunden. Und die Leute glauben diesen Bewertungen. Die Forschungsplattform Nielsen stellte fest, dass zwei Drittel der Kunden den Online-Meinungen vertrauen.

Es ist dementsprechend keine Überraschung, dass Händler, Vermarkter, Firmen, die im Renomee-Management tätig sind sowie kommerzielle Bewertungsanbieter offensiv darin verwickelt sind, diese ökonomischen Vorteile auszunutzen – Forschungen legten zum Beispiel nahe, dass eine um einen Stern höhere Gesamtbewertung eines Hotels auf Travelocity in um 11 Prozent höheren Zimmerpreisen resultieren.

Vortäuschung einer spontanen Graswurzelbewegung

Deshalb gehen viele Geschäftsleute dazu über, falsche Bewertungen zu erstellen, um ihr eigenes Ansehen zu steigern oder sogar, um Konkurrenten zu attackieren. Tatsächlich suggerieren Beweise, dass falsche Bewertungen –  also jene, die die wahre Meinung des Autors nicht wahrheitsgemäß widerspiegeln – zunehmen. Eine verbreitete Form hiervon ist die Vortäuschung einer spontanen Graswurzelbewegung – hierbei werden Menschen dafür bezahlt, falsche Bewertungen für ein Produkt zu liefern, um dieses populärer zu machen.

Unechte Online-Bewertungen führen die Konsumenten nicht nur in die Irre. Sie durchbrechen auch die Rechte von Konsumenten und untergraben die Markteffizienz. Die existierenden Gesetze und Richtlinien zum Schutz von Konsumenten sowie die Gesetze der Firmen versuchen, die täuschenden Bewertungen zu regulieren, indem diese als eine Form von falschen Kundeninformationen eingestuft werden. Die Behörde für Wettbewerb und Marktgewalt begann im Jahr 2015 eine Untersuchung, die falsche Kommentare auf Bewertungsseiten, unveröffentlichte negative Bewertungen und finanzielle Unterstützungen von Geschäftsleuten ohne entsprechende öffentliche Bekanntgabe betrachtete. Die Behörde teilte mit, dass „Vermutungen bestünden, dass manche Praktiken nicht rechtens seien“.

In jüngerer Zeit fand man heraus, dass der Kleidungshändler Wool Overs sich die besten seiner erhaltenen Bewertungen für die eigene Webseite herauspickte. Die Firma hat dem Regulator seither mitgeteilt, dass sie in Zukunft „sämtliche authentischen, relevanten und gesetzlich erlaubten Kundenbewertungen auf ihrer Webseite“veröffentlichen werden und „unerwünschte Kommentare nicht zurückhalten“ werden.

Der Aufgabenbereich der Werbestandard-Behörde wurde ebenso erweitert und beinhaltet nun die Marketing-Kommunikation von Firmen-Webseiten und anderer kostenloser Onlineportale. Es reguliert nun sogenannte „Referenzen“ oder Benutzer-Bewertungen, welche von den Wettbewerbern  einen Authentizitätsnachweis erfordern. Die föderale US-amerikanische Handelskommission versucht zudem aktiv, ihre im Jahr 2009 festgesetzten Regulationen durchzusetzen, beispielsweise indem kürzlich eine erste Beschwerde gegen eine Firma (Roca Labs in 2015) vorgebracht wurde, da diese ihre Kunden davon abbringen würden, ihr negatives Feedback online publik zu machen. Wahrscheinlich motiviert durch eine veränderte Regulations-Landschaft, begann Amazon, rechtlich vorzugehen, indem man im Herbst 2015 insgesamt 1114 Menschen beschuldigte, „falsche, unauthentische und irreführende“ Bewertungen zu liefern, welche das Ansehen der Marke trüben. Und im Jahr 2016 hat das Unternehmen erneut dasselbe getan.

Die zornigen Beschwerden

Aber wie können Firmen darauf reagieren, wenn Leute durch die sozialen Medien dazu ermutigt werden, ihre Beschwerden zu weit zu treiben? Erste Strategien werden nun bereits durch Firmen, die ebensolche Aktionen unternehmen wollen, um die schadenden Kommentare ihrer Kunden zu kontrollieren, unternommen. Kürzlich versuchte der britische Fußballverein Charlton Athletic einen Verhaltensvertrag für einen ihrer Saisonticket-Besitzer durchzusetzen aufgrund von „gewissen Kommentaren, die nicht sonderlich konstruktiv waren“ – eine diplomatische Legalisierung, nachdem der Verein auf Twitter schlechtgeredet wurde. Natürlich können unangemessene Kommentare von Firmenseiten auf Facebook gelöscht werden, aber auf Twitter ist dies nicht möglich.

Der Entwickler neuer Durchbruch-Technologien, Elon Musk, stornierte eine Vorbestellung eines Kunden für das Tesla Model X, nachdem ein offener Brief die Markteinführung des Produkts durch die Firma kritisiert hatte. Musk fühlte sich Berichten zufolge „nicht wohl“ damit, dass diesem besonders verärgerten, aber dennoch ehrgeizigem Kunden erlaubt werden sollte, einen Luxusgegenstand wie einen Tesla zu besitzen.

So geht es innovativen elektrischen Superautos zu jede Menge Zitruswasser: Ein Kunde, der online eine gereizte Bewertung hinterließ, nachdem ihm zwei Pfund für ein einfaches heißes Getränk berechnet wurden, erhielt eine demütigende Antwort von einem Yorker Café, das seine Fixkosten detailliert auflistete.

Aber selbstverständlich gibt es auch andere Herangehensweisen. Die unbeschwert-fröhliche kanadische Airline WestJet behauptet, dass sämtliches Feedback und jegliche konstruktive Kritik willkommen ist und erhält einen konstanten Schwall an Beschwerden, einschließlich Missbrauchsvorwürfen und Schimpfworten. Als ein früher Befürworter der 24/7 sozialen Medien-Unterstützung erlaubt die Airline ihren Kunden, ein wenig zu schimpfen.
Es ist dennoch nicht immer die Schuld des unzufriedenen Kunden, denn manchmal gehen die Vertreter der Firmen zu weit. Wütende Manger des Bostoner Restaurants Pigalle haben möglicherweise überreagiert, als sie einen Kunden auf Facebook mit einem vulgären Schimpfwort bedacht haben, nachdem dieser sich über ein Kürbiskuchen-Dessert beschwert hatte, das nach seinen Angaben „zum Kotzen“ schmeckte.

Die Plattformen sozialer Medien, wie zum Beispiel Twitter, werden zunehmend dafür bekannt, dass sie ihre Nutzer regulieren. In Hinblick auf die Verwaltung ihrer Mitglieder wurden sie geschickter, auch wenn das Sperren von Benutzerkonten eine Seltenheit ist.

Mit der Zunahme von automatisierten Stimmungs-Analysen der Produkte sozialer Medien und einem zunehmenden unternehmerischen Fokus auf das Management des Online-Renomees scheint es, dass mehr Firmen selbstsicher diejenigen Kunden bestrafen, die es zu weit treiben. Das Beispiel des Charltoner Sportvereins dürfte eventuell einen flüchtigen Blick in die Zukunft ermöglichen. Man sollte nicht überrascht sein, wenn die Anforderungen für das Verhalten bei der Nutzung sozialer Medien in unseren Geschäftsbedingungen auftauchen. Werden die Treuepunkte nächstes Jahr an einen bindenden Verhaltensvertrag für den Kunden geknüpft sein?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Awesomemac“ by Medetrate (CC BY 3.0)


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Und wie war´s? – Kunba misst Kundenzufriedenheit

kunba_logo.jpgHot or not? – Wer jetzt an Supermodels und Flirtportale denkt, liegt völlig daneben. Bei Kunba geht es ausschließlich um harte Fakten. Denn Kunba steht für Kundenbarometer und dieses zeigt, ob eine Firma oder ein Produkt ganz oben oder unten auf der Skala steht. Darüber entscheiden hier ganz demokratisch die User und schaffen mit ihren Bewertungen eine nützliche Orientierung für andere Verbraucher.


Wie funktioniert Kunba?

Bei Kunba dreht sich alles um das Thema Kundenzufriedenheit. Egal ob Dienstleistung oder Produkt, von A wie Autovermietung bis Z wie Zoohandlung – hier kann alles bewertet werden. Wie war der Service? Wo gab es Ärger oder was war besonders gut? Neben einer Bewertung können die Nutzer auch über eine Kommentarfunktion genau beschreiben, was ihnen negativ oder positiv aufgefallen ist. Mit der Masse an Bewertungen und Kommentaren entsteht eine gute Orientierungsmöglichkeit für andere, wenn der Kauf eines neuen Notebooks ansteht oder ein DSL-Vertrag abgeschlossen werden soll. Kunba wertet die Kundenmeinungen in Echtzeit aus. So erhält man stets eine Top und Flop Liste, die zeigt, was aktuell besonders gut bewertet wurde oder welche Anbieter und Produkte bei den Kunba-Nutzern durchgefallen sind.

Diverse Kategorien und eine Suchfunktion ermöglichen das schnelle Auffinden des gesuchten Produktes. Ein weiteres Feature: Per Klick gelangt man auch von jedem Angebot direkt zum entsprechenden Online-Shop.

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Für wen ist Kunba gedacht?

Kunba ist für alle da – jedenfalls zumindest für diejenigen, die auf der Suche nach anderen Kundenmeinungen sind und beim Einkaufen nicht nur auf das persönliche Gefühl vertrauen wollen. Hier gibt es keine seitenlangen Kundenrezensionen, sondern eine Zusammenfassung auf kurze und knackige Art. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern vor allem der Service. Wer Wert auf Qualität und eine gute Kundenbetreuung legt und sich einen ersten Überblick über die Anbieter am Markt und ihren Service schaffen möchte, ist bei Kunba richtig.

Blogpiloten-Urteil:

Oh nein, nicht noch ein Angebot für den Preisvergleich! Nee, nee, bei Kunba spielen die Preise eine untergeordnete Rolle und der Service steht im Vordergrund. Der Produkt- und Angebotsvergleich wird einmal von einer anderen Seite beleuchtet und bietet eine gute Hilfe, um sich beispielsweise durch den Angebotsdschungel bei Strom- oder Handyanbietern zu kämpfen. Auch Kunba ist allerdings -wie so viele Angebote- noch in der Startphase (hier mal nicht Beta-, sondern immerhin schon Gamma-Phase genannt) und benötigt noch eine größere Anzahl an Bewertungen, um die Meinungen repräsentativer werden zu lassen. Beim Design und den Funktionen hätte etwas mehr Kreativität nicht geschadet, um sich besser von anderen Angeboten abzuheben. Insgesamt aber für Konsumenten eine gute Hilfe bei der Kaufentscheidung, in der noch Potenzial steckt.

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