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5 Lesetipps für den 19. August

In unseren Lesetipps geht es um die Digitalisierung in Estland, der Sündenfall des Internets, virtuelle Realität im Storytelling, die Ökonomie des Internets und Cat Content. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALISIERUNG Süddeutsche.de: Wie Estland den digitalen Traum exportieren will: Auf Sueddeutsche.de ist ein lesenswerter Gastbeitrag von Anna Karolin über den Stand der Digitalisierung in Estland erschienen, der einem die enormen Möglichkeiten einer das Internet frei von Angst und Partikularinteressen nutzenden Gesellschaft aufzeigt. Ich will bei der Netzpolitik unserer Bundesregierung nicht von der Zukunft schreiben, sondern vielleicht eher vom vor uns liegenden Paradies, dass wir wir vielleicht niemals betreten werden, aber vielleicht spornt es den einen oder anderen unserer Leser an, sich noch mehr für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft einzusetzen. Karolins Begeisterung ist ansteckend.

  • INTERNET The Atlantic: The Internet’s Original Sin: Das ist ein Longread, der einem mal zu denken gibt. Ethan Zuckerman bezeichnet das werbefinanzierte Internet als unseren Sündenfall und fordert (gaaaaanz am Ende), dass wir anfangen müssen Bezahlmodelle (à la Mitgliedschaften, Crowdfunding, Micropayment, etc.) für Privatsphäre und für Dienste, die uns am Herzen liegen, zu entwickeln. Alles was gratis ist, sollte gemieden werden, denn in einer Welt, in der nichts umsonst ist, sind wir das Produkt, wenn wir nicht wirklich der Kunde sind. Ziel soll es sein, dass nicht länger Internetnutzer wieder Nutzer des Internets und nicht die Zielgruppe der Werbeindustrie, deren Gelder im Hintergrund erst die kostenfreie Nutzung ermöglichen.

  • VIRTUELLE REALITÄT Co.Create: Why Virtual Reality Journalism Is The Future: Auf Co.Create stellt Neal Ungerleider ein von Google, der Nachrichten- und Presseagentur Associated Press und dem Tribeca Film Institute finanziertes Projekt vor, dass der Doktorand Nonny de la Peña an der Universität von Süd-Kalifornien entwickelt. Es geht dabei um die virtuelle Darstellung eines wahren Geschehens, dem Tod eines mexikanischen Immigranten. Ein Passant hatte das Geschehen auf Audio aufgenommen, dieser Mitschnitt wurde nun auf die Visualisierung gelegt und lässt einen den Ort und den Fall intensiv miterleben. De la Peñas Projekt könnte besonders interessant fürs digitale Storytelling und journalistische Darstellungen sein.

  • ÖKONOMIE Techdirt: Economists Don’t Understand The Information Age, So Their Claims About Today’s Economy Are A Joke: Was ich an Mike Masnicks Blogposts auf Techdirt.com so schätze, ist die stets klar artikulierte Meinung. So wie in diesem lesenswerten Beitrag über die Einschätzung von Ökonomen der digitalisierten Wirtschaft, deren Deutung sie gerne übernehmen, egal wie (un)qualifiziert ihre Faktengrundlage ist. Dabei kommen aber meist kritische Analysen heraus, die mit der Realität wenig zu tun haben, so zumindest Masnick. Denn in der Informationsgesellschaft zählen andere Parameter als bisher. Das haben aber die bisherigen Ökonomen kaum verstanden bzw. akzeptiert. Dieser Wandel ist schon eine ziemlich knifflige Sache und konsequent.

  • CAT CONTENT Netzkolumnistin: Klicktipp Katzenkarte: Ich habe keine Katze, aber ein Instagram-Account, weshalb das von Angela Gruber auf ihrem Blog vorgestellte Datenprojekt „I Know Where Your Cat Lives“ auch für mich interessant ist, denn es ist ein gutes Beispiel, was durch die abgetretenen Nutzungsrechte auch ohne die Zustimmung der Urheber tolles mit Bildern Dritter gemacht werden kann und wie aussagekräftig Meta-Daten sein können, besonders die Ortsangaben. Denn die Karte mit den Katzenbildern von anderen hat weniger mit Cat Content als mit legalem Geotagging zu tun. Aber konzentrieren wir uns ruhig weiter auf die süßen Katzenbilder. Zumindest bis zu unseren morgigen Lesetipps.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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Video: Facebook startet Places

Location Based Services, Geotagging, Geolocation und all dieses landet nun in Facebook, und Gowalla, Foursquare und Konsorten sind dabei. Bald wird sogar die API dazu geöffnet und allerlei Anbieter und Werbepartner werden Google das Fürchten lehren. Hier zwei Videos von der Startveranstaltung gestern, wackelig aber mit dokumentarischem Wert.

Worum geht es denn bei Places?

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Stadtführung per Crowd-Sourcing?

Ein spannendes Projekt auf flickr hat mmatze ausgegraben. Per geotagging über flickr haben Tausende Fotofreaks „touristische Karten“ der weltweiten Großstädte erstellt.
Bei vielen Kameras wird bei jedem Bild über ein Geotag der Längen- und Breitengrad abgespeichert. Passiv stimmen die Fotografen und Touristen sozusagen mit den Augen ab, welche Stellen besonders sehenswert sind. Dabei fällt auf, dass einige Städte fast zur Gänze abfotografiert werden (Las Vegas) und andere eben nur im Zentrum (Berlin, siehe rechts). So lassen sich aussagekräftige Visualisierungen touristischen Interesses betrachten. Endlich beginnt die Kartenwut und die Datenflut zu einem spannenden neuen Zweig der Mashups zu wachsen: Ohne Datenschutzprobleme entstehen Übersichten auf die lokalen Gepflogenheiten per Aktivität und nicht per gelenktem oder gekauftem Kanalisieren von Aufmerksamkeit. In einige Ländern träumen schon Verkehrsplaner davon, via Handysignalen auf Echtzeitkarten den realen Verkehrsfluß zu nutzen, um Ampelschaltzeiten anzupassen. In San Francisco hat man so Taxis beobachtet und festgestellt, dass es ganze Stadtviertel gibt, in die nie ein Taxi fährt. Nicht gerade ein Ausweis von großem Vertrauen der Taxifahrer in die lokale Polizeiarbeit.

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