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Instagram: Fast jeder zehnte Account ist fake

Jakob Owens unsplash com

In den letzten Jahren ist es für viele Unternehmen in der digitalen Branche essentiell geworden, dass potentielle Mitarbeiter einen gewissen Status in den Social Media haben. Am meisten zählt die Follower-Zahl auf Instagram. Klar, das Verhältnis zwischen den „Gefällt mir“-Angaben und der Anzahl an Abonnenten sollte stimmen, aber den besonderen ersten Eindruck erzeugt eben das Letztere.

Doch mittlerweile heißt es, die Agenturen seien davon nicht überzeugt. Die Follower würden an Bedeutung verlieren. Das liegt daran, dass ein Research-Unternehmen namens Ghost Data eine Untersuchung durchgeführt hat, bei der teilweise schockierende Informationen rauskamen. Auf Instagram sind 9,5 Prozent der Accounts fake. Solche Profile sind nicht echt. Sie existieren nur, um die Followerzahlen von Influencern zu steigern.

Instagram verwendet immer neue Algorithmen, um die Lücken im Kampf mit Fake-Accounts zu schließen. Doch auch die Leute, die an Bots Geld verdienen, werden schlauer. Mittlerweile gibt es auch echte Accounts, die durch eine Automatisierung Interaktionen führen können. Und in dem Fall ist es deutlich schwieriger, den permanenten Spam wirkungsvoll zu bekämpfen.

Bots sind gefährlich, denn sie sind in großem Maße dafür zuständig, politische Propaganda zu verbreiten.

Was sind die möglichen Folgen der hohen Bot-Anzahl?

Laut Instagram seien die Zahlen der aktiven Fake-Accounts sehr niedrig. Wenn man aber bedenkt, dass Facebook 580 Millionen Profile gelöscht hat und Twitter aktiv und regelmäßig seine User-Liste „reinigt“, dann könnte man behaupten, Instagram sei den Bots gegenüber nicht konsequent genug.

Jetzt sieht man die zwei Extreme, in die die beliebte Plattform verfällt. Auf der einen Seite wurden bereits einige Influencer wegen Werbeanzeigen verurteilt und müssen bei jeder Kleinigkeit mit Abmahnungen rechnen. Andererseits guckt Instagram bei einer steigenden Rate von Fake-Accounts dann abr doch nicht zu genau hin.

Offensichtlich schadet diese Tatsache dem Unternehmen, denn so verliert es an Bedeutung und Glaubwürdigkeit in den Augen der Agenturen. Dies wird nicht das Ende von Instagram sein, doch es ist der erste Schritt in diese Richtung. Jetzt bleibt es nur abzuwarten und zu schauen, ob auch Insta bald eine große Aufräum-Aktion startet.


Jakob Owens / unsplash.com

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Instagram Music: Teile deine Lieblingsmusik über die Insta-Story

Hans Vivek - unsplash com

Vor ein paar Jahren noch völlig unbekannt, heute ein essentieller Teil im Leben der heutigen Generation: Instagram und seine Storys.

Ist man beispielsweise am See, möchte man dies am liebsten mit seinen Freunden teilen. Dafür nimmt man einfach das Smartphone zur Hand und teilt die Aussicht über die beliebte Instagram-Story. Hier kann der Standort hinzugefügt werden und seit ein paar Monaten unter anderem auch ein Gif. Doch immer öfter machen User Screenshots von ihrer Lieblingsmusik und veröffentlichen diese auf der Plattform.

Instagram kommt jetzt seiner Community entgegen und ermöglicht es Lieder als Hintergrund in einer Story hochzuladen. Dafür wurde eine Instagram-Musikbibliothek erstellt, in der täglich neue Tracks erscheinen. Zur Auswahl stehen drei Kanäle: Beliebt, Stimmung und Genres. Alternativ kann man auch über die Suchleiste ein bestimmtes Lied aufrufen.

Instagram Songliste – Screenshot by Nina Brzeska

Diese Funktion kann man für Bilder und Videos nutzen, auch die Länge des Abschnittes ist zwischen fünf und 15 Sekunden frei wählbar.

Ist erst einmal eine bestimmte Szene mit der passenden musikalischen Unterlage im Kopf, so kann man direkt die Option „Musik“ wählen, den gewünschten Song anklicken und mit dem Aufnehmen loslegen.

Aber keine Sorge: wer es vergisst ein Lied für seine Story im Voraus auszuwählen, der kann es auch nachträglich machen, indem man hochwischt und den Button „Musik“ antippt.

Natürlich nicht ohne Bildschirm-Sticker

Sobald ein Track feststeht, erscheint auf dem Bildschirm ein Sticker mit dem Künstler und dem Titel. Genauso wie bei Gifs und Standorten kann man die Größe und den Platz des Aufklebers beliebig anpassen. Egal welchen Abschnitt man nehmen möchte, es ist von Anfang bis Ende des Songs alles möglich.

Instagram Bildschirm Sticker – Screenshot by Nina Brzeska

So macht Musik die Story noch unterhaltsamer als bisher. Es ist ganz unkompliziert umgesetzt, sodass auch die Instagram-Anfänger schnell ihren Weg finden sollten.

Die Funktion steht noch am Anfang ihrer Geschichte, deshalb lässt die Musikauswahl bisher noch Luft nach oben. Bisher können sich auch nur die iOS Nutzer über die neue Variante freuen, die Android-User müssen sich noch ein bisschen gedulden.

Die Musik-Option zeigt jetzt schon Hit-Potential, also sollte man keine Zeit verschwenden und schon heute die ersten Storys mit seinen Lieblingsliedern erstellen.


Hans Vivek / unsplash.com

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Gibt es einen Weg, um Schleichwerbung zu stoppen?

How to beat meat on the subway (adapted) (Image by Poster Boy) (CC 2.0) via Flickr

Der Ethikausschuss, diverse Anwälte und Historiker haben sich darum gestritten, dass Donald Trump die Grenze zwischen seinem öffentlichen Amt und den Interessen seines privaten Geschäfts in einer beispiellosen Art und Weise verwischt hat. Andererseits ist dies auch Teil eines viel größeren Trends. Schleichwerbung – ob in der Form von Magazinwerbungen, Werbemelodien im Radio oder Fernseh-Werbespots – ist schon seit langem Teil des modernen Lebens.

Städte und Staaten garantieren Betrieben jetzt das Recht, ihre Namen und Logos auf Parkuhren, Brücken, Hydranten und sogar auf den Badeanzügen von Rettungsschwimmern zu platzieren. Öffentliche Parks, die eine Ruhepause von den Mühen des täglichen Leben bieten, erlauben Händlern nun, Reklame inmitten von historischen Stätten und Naturgebieten zu machen. Schulräte unterschreiben Vereinbarungen mit Betrieben aller Art, um Ihnen bei der Einhaltung ihrer Haushaltsmittel zu helfen.

Es ist nicht nur der öffentliche Raum, der voller Werbung ist. Bei meiner Recherche für mein neues Buch über modernes Marketing und dessen Regeln habe ich herausgefunden, dass eine ganze Reihe früher werbefreien Umgebungen – vom Wohnzimmer bis hin zu unseren Freundschaften – nun zu Orten für Anzeigen oder Überwachungstechnologien werden, die dafür entworfen sind, sie effektiver zu machen.

Manche werden mit den Schultern zucken und sagen, dass Schleichwerbung ein unvermeidbarer Teil des modernen Lebens ist. Aber dieser Trend ist mit einigen Gefahren und juristischen Komplikationen verknüpft – wenn die Leute sich genug darum kümmern würden, um auch wirklich etwas zu tun.

Die neuen Grenzen des Marketings

Die neuen Marketingtechniken und Technologien erlauben es den Betrieben, die Kunden über neue Wege und an neuen Orten zu erreichen. Marktforschern zufolge ist ein Ort, der zunehmend kritisch beobachtet wird, das eigene Zuhause.

Intelligente Technologien – von Microsofts Xbox One bis zu den Geräten von Vizio – kommen nun mit eingebauten Fähigkeiten daher, die uns ausspionieren könnten. Diese Geräte können Aktivitäten aufnehmen, die früher einmal als privat galten – wie die Filme, die wir und ansehen und sogar die Gesichtsausdrücke, die wir machen, während wir ein Videospiel spielen. Diese Information wird Teil eines digitalen Profils, das von Werbern benutzt wird, um ein besseres Bild darüber zu bekommen, wer wir sind und wie wir davon überzeugt werden können, etwas zu kaufen.

Mittlerweile werden wir jedes Mal, wenn wir uns bei Facebook einloggen oder eine Suche bei Google auf unserem privaten Rechner tätigen, zu einem Teil des enormen Datenbestands der Marktforschung. Es ist schwer, dieser Art der Überwachung zu entkommen. So mancher Händler hat alte Cookies versetzt. Sie können jetzt individuelle User über die Anzahl der Quellen in ihrem Browser oder über gar über die Batterielaufzeit des einzelnen Rechners identifizieren.

Sogar unsere Hirne sind für Werbeanschluss für Werber interessant geworden. In einer Studie aus dem Jahr 2004 wurden Probanden gebeten, kleiner Schlucke Cola oder Pepsi zu nehmen, während eine Maschine den Blutfluss derer Gehirne messen sollte. Wenn die Marke nicht bekannt war, mochten die Teilnehmer im Durchschnitt Pepsi lieber. Wurden jedoch die Markennamen vor dem Schluck enthüllt, bevorzugten die Teilnehmer, sowohl verbal als auch neurologisch, die Konkurrenzcola. Die Studie gilt seither als Beweis dafür, dass Werbung unsere Gehirnchemie tatsächlich verändern kann. Sie kann emotionale Kennzeichnungen einbauen, die die rein objektive Betrachtung des aktuellen Produkts überlagern.

Seither haben Unternehmen Millionen ausgegeben, um das Verhalten der Verbraucher zu entschlüsseln und die Wünsche, die wir nicht äußern oder äußern können, zu erfassen. Manch größere Werbekampagne, die wir momentan beobachten, angefangen bei Samsung bis hin zu den Suppendosen von Campbell’s, gleichen die Ergebnisse dieser neuen Forschungen im Neuromarketingbereich ab.

Unsere Freundschaften und soziale Netzwerke sind dagegen leider auch nicht immun. Die Werber und Händler nutzen die Taktik der Micro-Influencer, um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Dies sind meist Leute mit durchschnittlichen Followerzahlen bei Instagram oder Twitter. Sie werden eingesetzt, um über soziale Medien Produkte oder Dienste zu verkaufen. Zwar erfordern die Regeln der Kartellbehörde von den Indossanten die Vergütung, die sie erhalten, als Gegenleistung für das erfolgreiche Rühren der Werbetrommel anzuerkennen, setzen sie sich in den wenigsten Fällen durch.

Die Konsequenzen der Schleichwerbung

Sogar diejenigen, die optimistisch gegenüber diesen neuen Marketing-Schachzügen sind, geben zu, dass diese störend sein können. Trotzdem hört man meist als Antwort auf Beschwerden über die wachsende Präsenz von Werbeanzeigen das Totschlagargument: „Was soll schlecht daran sein?“. So ist die Werbeunterbrechung ein kleiner Preis, den man für eine gut subventionierte öffentliche Infrastruktur, freie Inhalte im Netz und die Veröffentlichung von Werbeanzeigen, die eher auf unsere aktuellen Interessen und Notwendigkeiten angepasst sind, zahlen muss.

Meine Forschung zeigt dennoch, dass es ein erhebliches Opfer darstellt, sein Leben für die Werber zu öffnen. Zunächst handelt es sich hierbei um den Verlust der Verbraucheragentur. Die Zuversicht, dass Gehirnscans zur Erstellung von effektiveren Fernsehwerbespots beitragen, ziehen die Zuschauer aus ihrer Fähigkeit, den Werbeinhalt, den sie sehen und hören, bewusst selbst zu formen. Der Fokus der Marktforschung beruhte ursprünglich auf Gruppen und Befragungen, nicht auf der ungefilterten Messung und Auswertung der Gehirnaktivität. Das Ergebnis wäre also eine Werbekampagne, die Neigungen oder Verhalten zelebrieren, die wir geheim halten. Beispielsweise startete das Unternehmen Frito-Lady dank Daten, die aus Gehirnscans gewonnen wurden, eine Serie von Werbeanzeigen, die zu antisozialen Praktiken ermutigen. Man sollte beispielsweise Cheetos-Snacks in die Waschtrommel mit weißer Wäsche eines Anderen legen. Bei direkter Befragung widersprachen Beispielzuschauer dem eher schadenfrohen Umgang mit Vandalismus der Werbeanzeigen, die MRI-Auslesungen deuteten jedoch auf etwas anderes hin.

Die bürgerlichen Werte, die uns in der Schule beigebracht werden, müssen nun mit materialistischen Nachrichten von Sportfirmen und Textileinzelhändler konkurrieren, die in Cafeterias und Schulfluren werben. Die Nutzung von Micro-Influencern in sozialen Medien könnte uns misstrauisch machen. Wir können nie genau wissen, ob dieser Kontakt aus dem Netz nicht vielleicht in Wirklichkeit ein gesellschaftlicher Lockvogel ist.

Und während kommerzielle Spionage zur Routine wird, verändern sich die Gesetze, mit denen das Schnüffeln in anderen Teilen unseres Lebens gestattet wird. Man betrachte nur die neuen Nutzung von Gesichtserkennungstechnologie in Kirchen, um die Anwesenheitsrate der Gemeindemitglieder aufzunehmen und das Installieren von Überwachungseinrichtungen in einst harmlosen Objekte wie Barbiepuppen und Kinderzahnbürsten, sodass Eltern ihre Kinder kontrollieren können.

Die Notwendigkeit von gesetzlicher Intervention

Was muss also getan werden? Für Verbraucher ist es nicht realistisch, sich von Google fernzuhalten, aus Facebook auszusteigen, ihre Kinder aus öffentlichen Schulen zu nehmen oder keine öffentlichen Infrastrukturen mehr zu nutzen. Halbherzige Vorkehrungen, wie Regelungen, die den Verbraucher dazu auffordern, in einige der nervigen Werbepraktiken einzuwilligen, würden ohnehin nicht viel ändern. Studien haben gezeigt, dass solche legislativen Umstöße nicht funktionieren und dass motivierte Werber uns dazu bringen können, den Vorgaben zuzustimmen, wenn sie nur genügend Druck ausüben.

Statt neuer Standards muss das Gesetz jetzt also rasch harte Regeln aufstellen, die den Eintritt von Werbung und gesellschaftlichen Spionage in diese Räume verhindern. Diese Art von Reform erfordert keine grundlegende Veränderung der gesetzlichen Haltung. Die Geschichte der Werbebestimmung in den USA weist einige Vorfälle auf, in denen Abgeordnete zur Tat geschritten sind, um unzulässigen Verkaufsstrategien, die durch neue Technologien angefacht wurden, ein Ende zu setzen.

Das Recht auf Privatsphäre der US-Bürger kam im späten 19. Jahrhundert als Antwort auf Werber auf, die die noch relativ neue Technologie der Fotografie nutzten, um Bilder von Leuten ohne deren Einwilligung zu machen und diese nutzten, um Produkte zu verkaufen. In der Folge sprachen sich Gerichte gegen diese Mischung aus persönlichen und kommerziellen Rechten aus. Der Streit ging bis vor ein Gericht, das im Urteil Werbung mit der Versklavung eines “erbarmungslosen Meisters“ gleichstellte. Ähnliche Widersprüche zwingen Abgeordnete in dem frühen 20. Jahrhundert und der unterbewusst manipulierenden Werbung in den 1950ern, gegen Reklametafeln anzugehen, die die Landschaft verschandelten. Natürlich wurde nicht jede Werbestrategie juristisch geprüft. Und doch finden sich in der Geschichte beeindruckende Beispiele für Präzedenzfälle, bei denen das Gesetz genutzt wird, um der Schleichwerbung den Zutritt zu bestimmten Lebensarealen zu verweigern.

Wenn die Werbung erst einmal in ein neues Gebiet vorgedrungen ist, wird sie schnell normal. Man nehme als Beispiel die Werbung im Kino vor dem Film. Als sie das erste Mal in den 1990ern eingeführt wurde, beschwerte sich das Publikum massiv. Jeder Versuch, diese Praktik juristisch einzugrenzen, ist in den verschiedenen US-Regierungen gescheitert. Führt man heute Befragungen durch, wird klar, dass das Publikum mittlerweile gespaltener Meinung über die Werbung vor dem Film ist.

Die Geschichte der Werbung vor dem Film im Kino sollte uns eine Warnung sein. Ohne koordinierte Bemühung wird der Werbung in mehr und mehr Räumen Einzug halten, indem sie uns in das kommerzielle weiße Rauschen hüllt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „How to beat meat on the subway“ by Poster Boy (CC BY 2.0)


The Conversation

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Auf der Jagd nach Facebooks Fake-Armee

Keyboard (Image by geralt [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Haben Sie sich jemals gefragt, warum so viele Leute bestimmte Facebook-Seiten liken, ganz egal, wie langweilig diese sind oder wie selten sie aktualisiert werden? Dabei könnte es sich wohl um Fälle von „Like-Farming“ handeln, dem Prozess der künstlichen Erhöhung der Zahl von Facebook-Likes einer Seite.

Forscher wie ich haben Computeralgorithmen entwickelt, die authentische Likes von künstlichen, kontrollierten Likes unterscheiden können. Aber wie sich herausstellte, können einige der raffinierteren Farmen Aufspürwerkzeugen ausweichen, einschließlich denen, die von Facebook selbst verwendet werden. Deshalb haben wir jetzt einen experimentellen Weg entwickelt, um nach Farm-Accounts zu suchen, einschließlich denen, die von echten Usern betrieben werden.

Facebook erlaubt den Nutzern ihrer Seiten, Produkte und Events zu bewerben, mit Kunden und Fans zu kommunizieren und sich selbst mittels zielgerichteter Werbung zu promoten. Angeblich haben mehr als 40 Millionen Kleinunternehmen aktive Facebook-Seiten, und fast 2 Millionen von ihnen nutzen Facebooks Werbeplattform, um, wenn möglich, ihre Zielgruppe zu erweitern und mit mehr Kunden in Verbindung zu treten.

Wenn jemand die Zahl der Likes seiner Seite schnell erhöhen will, so kann er diese auch von Farmern kaufen. Die Preise liegen hierfür ungefähr zwischen 10 US-Dollar (7 britische Pfund) und 100 US-Dollar (70 britische Pfund) pro hundert Likes, je nachdem, ob man eine bestimmte Region ansprechen möchte. Beispielsweise sind Likes von US-amerikanischen Accounts normalerweise teurer. Sie können sogar komplette vorgefertigte Seiten kaufen, die bereits eine hohe Anzahl von Likes und Followern haben, und diese dann anpassen, um Ihre eigene Organisation zu promoten. Auch wenn diese bezahlten Likes nicht von engagierten Kunden kommen mögen, können sie die Seite oder ihren Besitzer beliebter erscheinen lassen und somit die Anziehungskraft auf potenzielle Kunden oder Follower steigern.

Farmen können auf verschiedene Arten falsche Likes generieren, und die Methode, die sie dabei einsetzen, hat erheblichen Einfluss sowohl auf ihre Kosten als auch darauf, wie schwer es ist, sie zu aufzuspüren. Ein offensichtlicher Weg ist es, Fake-Accounts zu erstellen, wobei dies etwas umständlich ist, da Facebook Überprüfungsmechanismen nutzt, um das automatische Erstellen von Nutzerkonten durch Computer-„Bots“ zu verhindern. Zum Beispiel muss ein Code eingegeben werden, der auf dem Bildschirm angezeigt oder an ein Mobiltelefon gesendet wird. Eine andere Strategie ist die Übernahme von echten Accounts, deren Passwörter veröffentlicht oder mittels Spionagesoftware auf den Computern der Nutzer gestohlen wurden.

Aber es ist auch wichtig, anzumerken, dass es auch Netzwerke echter Nutzer gibt, die bereit sind, Seiten auf Anfrage oder im Austausch gegen andere Dienstleistungen oder kleine Zahlungen zu liken. Außerdem können Sie Nutzer dazu bringen, eine Seite zu liken, indem Sie ihnen Zugang zu Verlosungen, Rabatten oder exklusiven Inhalten versprechen.

Verschiedene Farmen nutzen auch verschiedene Strategien, um eine Entdeckung zu verhindern. Manche liefern Likes in Salven und verwenden Nutzerkonten, die nicht wirklich mit dem Rest des Netzwerkes verbunden und somit schwerer zu bemerken sind. Andere nutzen einen unauffälligeren Ansatz und imitieren das Verhalten regulärer Nutzer, indem sie tatsächliche beliebte Seiten und bezahlte Werbung liken. Jeder Account liked nur eine kleine Zahl an Seiten und verlässt sich auf viele andere Accounts, von denen jeder mit vielen verschiedenen Freunden verbunden ist und die schrittweise weitere Likes liefern.

Diese Strategie, bei der Fake-Accounts genutzt werden, um wirklich beliebte Seiten zu liken, kann zu peinlichen Situationen führen, wenn sie aufgedeckt wird. So wurde beispielsweise Hillary Clinton kritisiert, als ihr Facebook-Account plötzlich über Nacht tausende von Likes aus Thailand und Myanmar erhielt. Aber sie kann auch die legitimen Werbekampagnen echter Facebook-Nutzer schädigen, die für Klicks von echten Usern bezahlen, aber welche von Fakes erhalten.

Als Versuch, dem Farming entgegenzuwirken, hat Facebook in Kooperation mit Wissenschaftlern von Universitäten mehrere Werkzeuge entwickelt und veröffentlicht, um Spam und falsche Likes aufzuspüren. Eines von ihnen mit dem Namen CopyCatch entdeckt Gruppen von Betrügern, die zusammenarbeiten und meist dieselben Seiten zu ungefähr derselben Zeit liken. Eine andere Methode, die SynchroTrap genannt wird, macht sich die Tatsache zunutze, dass bösartige Accounts im Normalfall ähnliche Aktionen immer um dieselbe Zeit herum durchführen. Dadurch kann der Algorithmus diese Fakes aufspüren, wenn er eine Ansammlung von ihnen entdeckt, die über einen längeren Zeitraum hinweg zusammen agieren.

Das Problem ist, dass diese Methoden nur geringe Chancen haben, die geschickteren (und teureren) Farmen zu finden, welche die Accounts echter Menschen Fakes oder gehackten Profilen vorziehen. Das liegt daran, dass sie sich auf die Aktivitätsmuster von Seiten und Usern konzentrieren und dadurch wichtige Charakteristiken dieser „echten“, von den Farmen genutzten Accounts übersehen. Diese Profile werden oft hauptsächlich als Werkzeuge zum Geldverdienen erstellt. Damit unterscheidet sich ihre Aktivität von der eines typischen Accounts in einem sozialen Netzwerk.

Nicht ganz so „echte“ Nutzer

In unserer aktuellen Studie haben meine Kollegen und ich uns das Ziel gesetzt, diese Unterschiede anzugehen, indem wir uns anschauten, wie und was User auf Facebook posten, um so die Genauigkeit von Aufspürmechanismen zu verbessern. Wir fanden heraus, dass Posts, die von diesen „echten“ Farm-Accounts gemacht wurden, aus weniger Wörtern bestanden, ein eingeschränkteres Vokabular nutzten und eine geringere Lesbarkeit aufwiesen, als die Posts normaler Nutzer. Ihre Posts waren auch stark auf einige bestimmte Themen fokussiert und generierten deutlich mehr Kommentare und Likes. Außerdem bestand ein Großteil ihrer Aktivität einfach nur aus dem Teilen von Inhalten wie Artikeln, Videos und Posts, die von anderen Usern gemacht wurden.

Daraufhin brachten wir maschinell lernenden Algorithmen bei, diese Muster zu nutzen, um eine Reihe von Accounts zu analysieren, von denen wir wussten, dass sie von Farmen bereitgestellte Likes beinhalteten. Wir stellten fest, dass die Algorithmen mit einer annähernd perfekten Erfolgsquote die Farm-Accounts aufspürten, einschließlich der unauffälligeren „echten“ Konten.

Es muss sich erst noch zeigen, ob dieselben Techniken angewendet werden können, um Like-Farmen über Facebooks 1,2 Milliarden Nutzer und viele Milliarden Posts hinweg akkurat aufzuspüren. Es könnte sich herausstellen, dass, während diese Techniken besser darin werden, Farm-Accounts aufzuspüren, ebendiese Accounts neue Wege finden, ihre Posting-Gewohnheiten zu ändern, um sogar noch besser darin zu werden, „unschuldige“ User zu imitieren – ein ökonomisches Katz-und-Maus-Spiel. Die Frage ist, wie viel sie das kosten wird und ob das Erstellen immer mehr realistischer Farm-Accounts sich lohnen wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Keyboard“ by geralt [CC0 Public Domain]


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Global Pages – Neue Struktur für Fanpages internationaler Marken

Globale Unternehmen können mehrere Fanpages unter einer URL zusammenführen. Die Ländereinstellung gibt an, welche Seite man zu sehen bekommt.

Global Pages – Neue Struktur für Fanpages internationaler Marken

Global agierende Unternehmen wie Adidas oder Starbucks wird dies freuen, denn in Zukunft können Marken mehrere Facebook-Seiten unter einer URL zusammenfassen. Für den Nutzer hat dies den Vorteil, dass er immer die Seite angezeigt bekommt, in deren Land er sich befindet. Außerdem schafft die Neuerung eine weltweite Marken-Identität.

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Eine Streitfrage: wem gehören eigentlich die Follower?

Das Thema Social Media ist für Unternehmen in der Medienbranche nicht mehr wegzudenken. Um deren Accounts auf Facebook, Twitter und Co. im Web zu betreuen, stellen viele Firmen extra sogenannte Social-Media-Manager ein. Diese Personen kommunizieren aber oftmals nicht bloß im Namen des Unternehmens, sondern geben dem Unternehmen mit ihrer persönlichen Handschrift auch ein Gesicht. Ihr Gesicht. Insofern kann man sich streiten, wer für die Follower verantwortlich ist und wer im Falle einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf die gewonnenen Leser hat. Die Beantwortung dieser arbeitsrechtlichen Frage ist bislang nicht geklärt, weil sie in der Vergangenheit auch einfach nicht zur Debatte stand. Inzwischen hat sich da aber so einiges geändert und so manche Partei trifft sich derzeit vor dem Richter wieder.

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