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Netzpiloten @Blockchain Future Festival

Eines der wichtigsten und gleichzeitig kompliziertesten Themen dieser Zeit ist Blockchain. Wer jenseits von Krypto-Währung die vielfältigen weiteren Anwendungsbereiche verstehen will, muss sich umfassend weiterbilden. Unser Tipp: Das Blockchain Future Festival am 21. Februar 2019 in Stuttgart! Wir Netzpiloten sind mit dabei, wenn es einen ganzen Tag lang darum geht, wie das bahnbrechende System potenziell alle Unternehmensbereiche beinflussen wird.

Welche Speaker werden da sein?

Vertreter verschiedener Industriezweige und Unternehmensbereiche berichten von Ihren Erfahrungen mit dem Einsatz der neuartigen Technologie. Bereits bestätigte Referenten sind zum Beispiel der Informatik-Professor und Blockchain-Spezialist Rudolf Bayer. Spannend wird’s sicherlich auch mit Jochen Kaßberger, dem Mitbegründer von blockLAB Stuttgart. Wir freuen uns auch auf Simon Schwerin, dem Direktor im Bereich Business Development bei der Xain AG.

Um welche Themen geht es?

  • Blockchain und Industrie 4.0
  • Zukunft der Energie, Mobilität und Finanzen
  • Social Impact
  • Sport/Entertainment

Und sonst noch?

Im Moment sind noch die Early Bird Tickets zu haben als Student Pass, Business Pass oder VIP Pass. Auf ein angenehm Köpfe-rauchendes Festival in Stuttgart! 

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Die Netzpiloten sind Partner der VR/AR Excellence Days

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In Hamburg finden am 27. und 18. Juni die VR/AR Excellence Days statt. Die Veranstaltung präsentiert die beiden Technologien in einem geschäftlichen Kontext. Die Leitfragen sind: Wie können VR und AR erfolgreich zur Steigerung des Unternehmensergebnisses eingesetzt werden? Wie können neue Kunden erreicht und wie die Loyalität bestehender Kunden gefestigt und ausgebaut werden? Und wie können VR & AR die Markenstrategie positiv beeinflussen?

Der erste Veranstaltungstag zeigt, wie Handel und Marken die Technologien nutzen können. Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • New Retail Realities: Wie der Einsatz von VR und AR das Shopping-Erlebnis verändert
  • Disrupting Retail: Mixed Realities – New Possibilities
  • Wo stecken heute schon Umsätze? Die Produktkategorien von VR und AR
  • AR Visions: Das erweiterte In-Store Einkaufserlebnis
  • Store inside my head: Virtuelle Shoppingwelten

Am 28. Juni, dem zweiten Veranstaltungstag, ist ein Blick auf VR und AR im Business geplant:

  • Magische Momente: VR und 360°-Storytelling
  • Zukunft der Mobilität mit VR und AR
  • Virtuelle Reiseplanung: Im Kopf schon am Strand?
  • Wenn Realität virtuell wird, was ist dann real?
  • Unterhaltung und Mehrwert: VR und AR in Media & Entertainment

Über 20 Experten sind für euch vor Ort. Freut euch zum Beispiel auf:

Die Location ist das Steigenberger Hotel in Hamburg.

+++ Rabattaktion +++

Mit uns kommt ihr günstiger an Tickets! Ihr erhaltet 15 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Gebt dazu einfach hier den Code „M-VRAR17-MP1“ und sichert euch eure vergünstigten Tickets!

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Mit Dumb Displays gegen das SmartTV-Chaos

Samsung Curved UHD TV (adapted) (Image by PROK?rlis Dambr?ns [CC BY 2.0] via flickr)

Die SmartTV-Revolution blieb aus, weil die Oberflächen der Hersteller zu schlecht waren. Android, Apple, Mozilla & Co. konnten den TV-Markt bisher nicht erobern. Klappt der Siegeszug vielleicht mit dummen Displays ganz ohne Oberfläche? Als die ersten SmartTV-Geräte auf den Markt kamen, war die Freude groß. Endlich Apps auf dem Fernseher, am besten auch ein Webbrowser, ein Kaminfeuer und das Yoga-Programm. Wer sich tagtäglich mit den zähen Oberflächen von Samsung & Co. durchschlägt, weiß, dass das ungefähr so viel Spaß macht wie die Symbian-Strukturen späterer Nokia-Modelle. Was vom Hype um SmartTV übrig blieb, ist ein umständlicher Weg, um an die Netflix-App zu kommen. Zwar sind die Oberflächen mittlerweile reifer geworden, und auch 4K-Modelle mit Mozilla- oder Tizen-Benutzeroberfläche können sich sehen lassen, dennoch scheint der Enthusiasmus bei den Käufern zu schwinden. Woran liegt das?

Alles nicht so smart?

Zum einen gilt auch bei TV-Geräten die Regel: hat man den Käufer erst einmal vergrault, ist der Schaden permanent angerichtet. Das Produkt „SmartTV“ hat beim Durchschnittskunden einen schlechten Ruf. Man assoziiert es mit hakeligen Menüs, langer Ladezeit, umständlicher Texteingabe per veralteter Fernbedienung und um Monate veraltete Apps (kein Wunder, bei dem Dschungel an Modellvarianten). Ein Großteil der Bevölkerung schaut nach wie vor lineares Fernsehen, der Käuferdruck zu mehr Innovation ist demnach gering. Nur jeder fünfte nutzt angeblich erst die Smart Funktionen dieser Geräte, vielleicht ist das am Ende im analogen Deutschland eh alles nicht so relevant? Ein Blick in den nächsten Saturn-Prospekt sagt anderes. Zum anderen hat es die Industrie nicht geschafft, Ordnung ins Wohnzimmer zu bringen, wodurch die Gerätelandschaft sich stark fragmentiert hat. Das Anzeigegerät (der SmartTV selbst) hat ein Betriebssystem nebst „smarter“ Oberfläche, aber der daran angeschlossene BluRay-Player genauso, wie die möglichen Android- oder Apple-betriebenen Boxen, die zusätzlich noch existieren, von einer PlayStation oder XBox ganz zu schweigen. Das ist, als würde man diverse Telefone mit sich herum schleppen, weil keines davon wirklich das macht was man möchte, und auf jedem Gerät eine andere App besser funktioniert.

Lieber dümmer

Die Lösung des Problems ist vielleicht eine Entwicklung, die Technik-Nerds schon immer präferiert hätten: sogenannte „dumb displays“, also dumme Bildschirme, die nichts weiter machen als das Signal anzuzeigen, das man ihnen zuspielt. Das würde die „Last“ der Benutzeroberfläche an die signalspendenden Geräte oder Anwendungen verschieben. Nutzer hätte so auch mehr Kontrolle und das Gerät wird zum einen flexibler, zum anderen langlebiger genutzt. Das Problem mit den veralteten SmartTV-Oberflächen ist ja auch, dass sie ansonsten technisch völlig einwandfreie Geräte innerhalb weniger Jahre unbenutzbar machen (eine Form der geplanten Obsoleszenz). Dumb Displays kommen meist mit dazugehöriger App oder eigenem Android-Gerät zur Bedienung und versprechen einfache Benutzung, wie man es heute gewohnt ist. Aktuell ist das leider noch nicht so ganz “frei” und flexibel wie technisch eigentlich machbar (Projekte wie Kodi zeigen was die Community sich selbst eigentlich bauen möchte), aber ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist es durchaus.

Der Status Quo

Aktuelle Geräte mit Firefox-, Tizen- oder gar Ubuntu-Oberfläche versprechen bessere Benutzbarkeit bei steigender Kompatibilität. „Less is more“ gilt bei den neueren Generationen an Interfaces genauso wie neue Ansätze für Fernbedienungen. Einige Hersteller bieten dafür Apps fürs Smartphone oder Tablet, andere wiederum Fernbedienungen, die ähnlich dem Wii-Controller funktionieren (bei denen man also Elemente am Bildschirm durch Zeigen auswählt). Wie steht es aktuell um die Nachfolger der alten Eigenentwicklungen? Ubuntu TV scheint zwar noch aktiv in der Entwicklung, Beispielgeräte sind dafür aber noch nicht zu finden (im Gegensatz zu Telefonen und neuerdings auch Tablets). Schicke Panasonic Geräte mit Firefox OS kann man im Elektroladen durchaus ausprobieren. Mehr Bewegung scheint es bei Android-betriebenen Geräten zu geben, andere setzen auf die Tizen Weiterentwicklung von WebOS. Von Problemen mit Datenschutz – nicht nur was Benutzerdaten, sondern vor allem auch die Kamerafunktion betrifft – kann auch Microsoft mit Kinect ein Lied singen. Benutzbarkeit, DRM und App-Vorauswahl werden weiterhin Innovationen und Nutzungsgrad auf dem Markt zurückhalten. Der Konsument nutzt die Geräte dann am Betriebssystem des Herstellers vorbei, beispielsweise via Chrome Connect oder mittels vorgeschalteter Nexus TV- oder Apple TV-Boxen. Dies sind Entwicklungen, die auf den Fernseher als Computer-Monitor hindeuten – daher der Begriff des dummen Display.

Eine smartere Heimkinozukunft

Viel besser wäre also der Ansatz, das Display zu dem zu machen, was es im PC-Bereich ist und schon immer war: das bloße Anzeigegerät. Man möchte also nicht einmal eine App mitgeliefert bekommen. Es reicht ein moderner 4K-Display mit allen gängigen Schnittstellen und vielleicht einem rudimentären Menü zur Einstellung von verschiedenen Parametern wie beispielsweise der Helligkeit. Sich PC-Monitore in Heimkinogröße zu kaufen, ist aber weder preislich vernünftig noch sind diese Geräte für die Anforderungen von Home-Entertainment ausgelegt, was Reaktionszeiten und Kontrastwerte angeht. Die ersten Hersteller liefern nun teilweise schon Dumb Displays aus, wie Vizio in den USA, die Mittelklasse-Panels mit beiliegenden Tablets ausliefern, um die Geräte über Google Cast anzusteuern. Nicht super innovativ und (noch) teurer als sich mit einem billigeren SmartTV diesen Workaround nachzubauen, aber es könnte als Modell Schule machen. Die Kombination aus Gerät plus App gibt es immerhin schon vermehrt (beispielsweise bei Samsung). Da langfristig kaum mehr lineares Fernsehen konsumiert wird, könnte bald auch der DVB-s/t/c Tuner wegfallen (aktuell wird erst mal DVB-T2 HD ausgerollt – als ob die Konsumenten den ständigen Neukauf von Decodern nicht ohnehin schon satt hätten) und es bedarf damit auch keiner entsprechenden Fernbedienung mehr zum „zappen“. Künftig verbindet man dieses Display mit dem Content-Lieferant (Smartphone, Laptop, Homeserver, Spielkonsole, usw..) und genießt fortan selektiver, via App, oder mittels entsprechenden Home-Entertainment Paketen (etwa T-Entertain, oder einfach aus dem NAS der FritzBox). Eine App kann ja dann eine Art lineare Unterhaltungsversorgung von Pro7, ARD und Konsorten sein.

Ein Ausblick auf die TV-Zukunft

Das Ergebnis wäre die ultimative Unabhängigkeit vom TV Hersteller und echter Innovationsraum im Wohnzimmer. Die Geräte würden dadurch langlebiger (wenn die Hersteller mitspielen), da es keine softwareseitig geplante Obsoleszenz mehr gibt. Das bleibende Problem ist die Wertschöpfung, da für Samsung und Co der App-Store auf dem Gerät eine Einnahmequelle ist, und auch die Benutzeroberfläche (nebst Webcam) ein direkter Draht zum Verbraucher. Man wollte ja zur Plattform werden, Apple und Google Paroli bieten, und nicht nur Gerätelieferant sein. Ein Wegfall der eigenen Betriebssysteme würde aber den Wettbewerb auf dem Heimkino-OS Markt weiter in Bewegung bringen, ob Kodi, Ubuntu Touch, Apple TV, Tizen oder andere. Vorausgesetzt diese Systeme reifen schnell genug, werden von Herstellern auch in Partnerschaften angeboten, und Google oder Apple sind nicht schneller, um in die Bresche zu springen (und bislang sieht es nicht danach aus, die Nexus-Konsole für Android TV ist kürzlich wieder aus dem Handel verschwunden). Doch auch aus ganz anderen Ecken kommt Druck, so haben O2 und Burda angekündigt, mobiles TV Streaming per App zu launchen. Für den richtigen Genuss braucht es nur ein großes Display. Wenn man als Vergleich die Debatte um die Plattformdominanz bei Smartphones oder sozialen Netzwerken hinzuzieht, wäre aktuell im Markt der TV-Geräte noch eine Chance, mehr Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit zu erreichen. Zu Fördern wäre der Rückgang an Geräteverschleiß durch softwarebedingte Obsoleszenzen, und zu verhindern wäre eine Re-Monopolisierung durch die Hintertür von seitens Apple oder Google, denen es nur Recht sein könnte, wenn deren Smartphones oder Tablets künftig im Wohnzimmer den Ton angeben, und nicht mehr die hakeligen Oberflächen der alten Elektronik-Riesen. Es gibt eine Menge denkbarer Szenarien, wie sich der Markt auf Basis dummer Displays entwickeln könnte, und gerade deutsche Hersteller wie AVM (Router mit NAS-Funktionen zum Streaming im Eigenheim) oder Protonet (sichere Heimserver und Cloudlösungen) hätten hier sehr gute Karten. Gleichzeitig würde das Anzeigegerät dann in künftigen SmartHome-Szenarien noch beliebter als neutrale Schaltzentrale. Ob Philips, RWE oder sonst jemand, der Nutzer sucht visuelle Schnittstellen zu komplexen smarten Technologien, und nicht für alles bietet sich ein kleiner Smartphone-Screen an.


Image (adapted) “Samsung Curved UHD TV” by K?rlis Dambr?ns (CC BY 2.0)


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Crowdfunding muss dringlich wirken! Vier Lehren aus einer spannenden Kampagne

Nur einmal ganz mal kurz zum Dampf-Ablassen: Himmel, war das viel Arbeit! Und wie schade und verhext, dass wir die Zielsumme unserer Crowdfunding Kampagne für ein neues Berlin-Musical nicht erreicht haben! Wir hatten in den letzten Wochen über unsere Erfahrungen mit dem schönen Off-Theater-Projekt berichtet. Hier nun abschließend unsere persönlichen Learnings, die wir an alle diejenigen weitergeben, die ebenfalls mit Crowdfunding ihr Glück versuchen wollen:

1. CROWDFUNDING PRAKTIZIERT IN DEUTSCHLAND KAUM EINER

Jeder der schon eine Crowdfunding Kampagne gemacht hat, wird den Stoßseufzer auf den Lippen haben, wie viel Arbeit es macht, private Geldgeber für das Herzensprojekt zu aktivieren. Phasenweise ein Fulltime-Job! Vor allem dann, wenn es über ein reines Friends & Family-Projekt hinausgeht und man wildfremde Menschen zum Geldgeben überzeugen will. Im Falle des Off-Theater-Projekts Berlin Non Stop haben annähernd 100 freundliche und spendable Leute mit ihrem Ticket-Vorkauf den Traum vom neuen Berlin-Musical unterstützt. Darüber freuen wir uns natürlich – vor allem auch, weil wir jeden von ihnen persönlich kennen! Und genau darin liegt leider auch das Problem: Wir haben es trotz permanenter Social Media-Arbeit, trotz guter Presseresonanz, trotz Radio, trotz Plakaten und Flyern nicht geschafft, größere Kreise von Supportern zu aktivieren. – Und was haben wir uns den Mund fusselig geredet um zu erklären, wie man praktisch teilnehmen kann, was man als Gegenwert für sein Geld bekommt und dass Crowdfunding-Beiträge nur fällig werden, wenn die Zielsumme tatsächlich zusammenkommt. In Deutschland ist Crowdfunding ganz offensichtlich noch überhaupt keine weit verbreitete Kulturtechnik mit der Konsumenten sich an Produkten oder Produktionen beteiligen. Allen zukünftigen Crowdfundern empfehlen wir: Rechnet damit, dass ihr euren Familien, Freunden und Bekannten tüchtig nachhelfen müsst, bis sie tatsächlich ihren zugesagten Beitrag zahlen.

2. CROWDFUNDING-PLATTFORMEN SIND IN ERSTER LINIE TECHNISCHE PLATTFORMEN

Wir haben mit startnext wirklich angenehm zusammengearbeitet. Wir wurden beraten, betreut und mit Media-Leistungen unterstützt (Teaser, Newsletter, Interview, Social Media-Postings). Hatten wir die stille Hoffnung, dass auch aus der Crowdfunding-Community schöne Geldbeträge kämen, wurden wir enttäuscht. Ob es der Stoff war, der zu wenig Interesse weckte oder der fehlende „Gründer-Spirit“ unserer Kampagne, können wir nur raten. Allen zukünftigen Crowdfundern empfehlen wir: Erwartet nicht zuviel von der Plattform eurer Wahl. Es mag Einzelfälle geben, bei denen ein Projekt spektakulär durch die Fans der Plattform zum Fliegen gebracht wurde, aber rechnen sollte man mit diesen Mythen besser nicht.

3. BRANDS, FIRMEN UND KONZERNE INTERESSIEREN SICH NICHT SONDERLICH FÜR CROWDFUNDING

Unsere Ziel-Summe wurde in erster Linie mit Ticketverkäufen an Einzelpersonen kalkuliert. Zusätzlich standen hochdotierte Extra-Pakete bereit, die sich an Firmen richteten. Hierbei haben wir ganz klar unterschätzt, wie viel Zeit es in Anspruch nimmt, bis Unternehmen sich zu solchen Entscheidungen durchringen. Alles in allem erlebten wir eher Desinteresse an der Finanzierungsform. Allen zukünftigen Crowdfundern empfehlen wir: Solltet ihr Zugang zu Firmen haben, die euer Projekt unterstützen, solltet ihr sie bereits zum Start der Kampagne kooperationsbereit wissen.

4. EINE CROWDFUNDING-KAMPAGNE MUSS DRINGLICHKEIT AUSSTRAHLEN

Für Thomas war die Crowdfunding Kampagne ein Experiment, ob man auf diese Weise kleine und mittelgroße Off-Theater-Produktionen finanzieren könnte. Ihm bescherte der Ausgang dieser Aktion einen klare Absage. Vielleicht kam Berlin Non Stop zu wenig mittellos daher und keiner glaubte uns so recht, dass dieses gut aussehende, gut klingende, prominente Vorhaben tatsächlich die Unterstützung durch Crowdfunding braucht. Deshalb unser letzter und wichtigster Tipp an alle zukünftigen Crowdfunder: Macht eure Aktion dringlich! Erklärt allen Unterstützern aus eurem direkten Umfeld, dass die Dynamik der ersten Tage wichtig ist. Verpflichtet sie zu schneller Teilnahme und aktiver Weiterverbreitung an ihre Freunde und Bekannte. Dieser Effekt bringt die Kampagne in Schwung.

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Crowdfunding ist kein Glücksspiel – 9 Tipps aus erster Hand

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Vor zwei Wochen haben wir zum ersten Mal von unseren Erfahrungen bei der Begleitung des großen Crowdfunding Projekts von Entertainer und Showmacher Thomas Hermanns berichtet. Jetzt stecken wir mitten in der laufenden Kampagne. Wer den Artikel über die 5 Tipps zur Vor-Phase bereits gelesen hat, springt am besten zu unseren neuesten Tipps aus den ersten zwei Kampagnenwochen: JUMP

Alle anderen Leser bitte hier weiter im Text:

Zum Hintergrund: Thomas Hermanns will im Herbst ein modernes, mehrsprachiges, wildes Berlin-Musical auf die Bühne bringen. Buch und Musik sind schon vorhanden und mit einer Starbesetzung für den ganz großen Erfolg vorbereitet. Der Stoff soll es allerdings bewusst als Off-Theaterproduktion nach oben schaffen. Das soll mit einer Finanzierung durch Crowdfunding gelingen.

Die Netzpiloten sind Partner dieses schönen Projekts. Ehrensache für uns, da Thomas ein Netzpilot der ersten Stunde ist. Und lehrreich ist es obendrein. Wir werden in den kommenden fünf Wochen in einer kleinen Serie unsere Erfahrungen mit dem Crowdfunding-Projekt hier weitergeben.

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Wir haben Thomas (mit fachlicher Unterstützung von Wolfgang Gumpelmaier) das Crowdfunding-Modell ausführlich empfohlen. Die Verbindung aus Theater und Netz ist für uns Onliner total sinnvoll. Die Unterstützer sind von Anfang an in die Produktion involviert und sitzen im Erfolgsfall stolz in den ersten Vorstellungen. Die Darsteller und Macher ihrerseits haben im Erfolgsfall ein Publikum vor sich sitzen, das die Geburt der Show maßgeblich möglich gemacht hat und ihr vom Start weg nur das Beste wünscht.

Seit Herbst 2015 arbeiten wir Netzpiloten mit Thomas an dem Projekt. Hier ein paar Learnings aus der Phase vor dem Start:

  • Nehmt Euch Zeit zur Vorbereitung!
    Allen Schritten (die Story, die Argumentation, die Zielgruppe, der Kommunikationsplan) gehen viele Diskussionen und Recherchen voraus. Idealerweise begreift ihr die bevorstehende Kampagne nicht nur als reine Geldsammelaktion, sondern auch als eine Phase intensiven Marketings und Netzwerkens für euer Produkt. Spezifisch für Berlin Non Stop galt es, herauszuarbeiten, warum ein erfahrender Produzent wie Thomas innovativ auf diesem Wege sein Geld für ein Theaterprojekt einsammelt. Es war also wichtig, den Off-Theater-Aspekt zu erklären. Wenn das Projekt gelingt, wird es vielen kleinen und mittelgroßen Theaterproduktionen Mut machen zu dieser Art der Finanzierung.
  • Sprecht mit eurer Crowdfunding-Plattform!
    Je nachdem, was ihr finanzieren wollt, bieten euch die am Markt befindlichen Anbieter unterschiedliche Stärken. Recherchiert, welches inhaltliche Umfeld, welche Reichweiten, welche Zahlungsmittel für euer Projekt wichtig sind. Auf alle Fälle sucht das persönliche Gespräch und profitiert von wertvollen Tipps und Tricks! Spezifisch für Berlin Non Stop haben wir uns für startnext entschieden, da sie einen klaren kulturellen Schwerpunkt haben (sie fördern viel Musik- und Theaterprojekte). Außerdem sind sie nach Jahren im deutschsprachigen Markt sehr erfahren mit den hiesigen Gewohnheiten (insbesondere Zahlungsmitteln). – Und auch nicht unwichtig: sind sie alle sehr nett und hilfsbereit!
  • Denkt euch gute Dankeschöns aus!
    Kaum zu glauben, wie viel Zeit man damit verbringt, an dieser Liste der Gegenwerte zu arbeiten. Hat man alles bedacht bei der Kalkulation? Auch die Steuer, die womöglich noch obendrauf kommt? Auch die Prozente für Plattform? Was sind attraktive Gegenwerte für den finanziellen Support? Fragt bei euren Freunden und Bekannten herum, welches Dankeschön sie sich wünschen. Spezifisch bei Berlin Non Stop war es einerseits aufwändig, die bevorstehende Theaterproduktion realistisch zu kalkulieren – andererseits taten wir uns mit den Dankeschöns nicht schwer, weil die Aktion quasi ein Kartenvorverkauf ist. Was Thomas besonders daran gefiel, ist der klare Deal, der nichts mit Spenden-Bittstellerei zu tun hat, sondern bestensfalls ein hochinvolviertes Publikum in die Show bringt.
  • Bereitet euren Kommunikationsplan vor!
    Ohne Frage wird die heiße Phase der Kampagnenzeit jede Menge Ideen und Kontaktarbeit in Gang setzen. Trotzdem beruhigt es ungemein, wenn man vorher zum Beispiel die wichtigen Keyaccounts seiner Zielgruppe in Facebook, Twitter und Instagram recherchiert hat. Wenn möglich, kontaktiert die Accounts und bittet die Inhaber um Verbreitungshilfe. Spezifisch bei Berlin Non Stop haben wir als Zielgruppen adressiert:  die Musical-Fans (hauptsächlich zu erreichen über die Facebook-Aktivitäten der großen Stars), die LGBT-Community (ebenfalls bei Facebook zu finden) sowie alles rund um das Berliner Stadtleben und den Tourismus (hier ist Twitter durchaus ein guter Kanal).
  • Macht eine Kick Off-Veranstaltung!
    Wir können allen Crowdfunder nur empfehlen, wenn möglich eine kleine Veranstaltung zum Start zu machen, auf der ihr eure Idee und die Mitwirkenden vorstellt. Das macht die digitale Sache greifbarer – und außerdem muss Crowdfunding immer noch und immer wieder erklärt werden (viele denken, es seien Spenden, die auch dann flöten gehen, wenn das Projekt nicht zustande kommt – dem ist nicht so). Also, sammelt Freunde, Familie und Mitstreiter um euch und tretet die Aktion mit einem netten Abend los. Spezifisch bei Berlin Non Stop haben wir mit Thomas etwa 100 Leute in den Quatsch Comedy Club eingeladen (Pressevertreter, Partner und Freunde). Auf der Bühne gab es eine knackige Vorstellung der Idee, der Dankeschöns und des Kampagnenvideos, außerdem kurze Interviews mit zwei Musical-Experten und ein kurzes Interview mit dem startnext-Gründer Denis Bartelt. („Crowdfunding-Supports sind keine Spenden! Man erhält einen Gegenwert und zahlt nichts, wenn das Projekt nicht zustande kommt.“). Die Krönung des Abends war die Live-Performance von drei Sängern und einem Pianisten. Die Gäste gingen mit einem starken Eindruck von der zukünftigen Show nach Hause und viele von ihnen sahen wir auf tags darauf auf der Unterstützer-Liste wieder.

Und hier ein paar Learnings aus den ersten beiden Kampagnen-Wochen:

  • Trommelt was das Zeug hält!
    Sobald der Startschuss der Kampagne gefallen ist, gibt es nur noch ein Thema für euch, in allen Gesprächen: Eure Crowdfunding-Kampagne! Habt ihr gedacht, dass es schon bis hierhin viel Arbeit war, dann macht euch auf weitere Anstrengungen gefasst. Jetzt beginnen Wochen der unablässigen Kommunikation, des Erklärens und des Insistierens, euer Umfeld zum Support zu bewegen ohne dabei alle um euch herum komplett zu nerven. Spezifisch bei Berlin Non Stop hat die Presse in Berlin sehr ausführlich und unterstützend das Projekt vorgestellt (hier die Presseschau). Das hilft enorm als Feedback, dass die Aktion interessant, innovativ und unterstützenswert ist!  Unsere tägliche Kommunikationsarbeit spielt sich hauptsächlich auf Facebook ab, wo wir die meisten Musical-Fans identifiziert hatten. Auf der Kickoff-Veranstaltung hatten wir reichlich Interviews und Fotos produziert, die wir entlang eines Kommunikationsplans täglich auf Facebook, dem Startnext-Blog, auf Twitter und auf Instagram veröffentlichen. Zusätzlich gibt es wohldosierte Emails an die Supporter und Fans und wir nehmen jede Gelegenheit wahr, auf Veranstaltungen und Partys unsere Sache zum Gespräch zu machen.
  • Starrt nicht unablässig auf den Funding-Zähler!
    Die Versuchung ist groß, dass ihr unmittelbar nach dem Start x-Mal am Tag die crowdfunding-Seite neu ladet um den Geldzähler nach oben klettern zu sehen. Macht euch nicht verrückt damit! Eure crowdfunding Plattform ist kein Glückspielautomat. Vor allem am Anfang werden es erstmal Familie, Freunde und Bekannte sein, über deren Unterstützung ihr euch freut.  Spezifisch bei Berlin Non Stop haben wir zudem schnell kapiert, dass nur ein geringer Teil der angesprochenen Zielgruppen tatsächlich mit Crowdfunding vertraut war. Viele Freunde und Bekannte waren sehr intessiert daran, über uns dieses Thema kennen zu lernen. Aber bis sie tatsächlich Zeit dafür fanden, sich damit zu beschäftigen, dauert zum Teil bis heute an. Wir (versuchen!) nur 3 Mal am Tag auf den Zähler zu starren ;)
  • Lernt euer Mantra: Crowdfunding ist keine Spendenaktion!
    Das wird euch ständig begegnen: die meisten Leute sehen ihren crowdfunding Beitrag als Spende an. Das mag mit dem Aspekt der Solidarität zusammenhängen, der jeder crowdfunding Kampagne natürlich innewohnt. Es gibt aber einen großen Unterschied zur herkömmlichen Charity-Aktion: Das eingesetzte Geld ist nicht in jedem Fall ausgegeben. Nur wenn das Finanzeirungsziel erreicht ist, wird der Betrag fällig. Das gilt es immer wieder klar zu machen.  Spezifisch bei Berlin Non Stop hatten wir darauf geachtet, dass die Kampagne eigentlich wie ein Kartenvorverkauf funktioniert. Die Unterstützer erhalten etwas Tolles für ihr Vertrauen in unsere Aktion. Wenn wir ausreichend viel Publikum interessieren können, ein Ticket für eine Show zu kaufen, die es noch gar nicht gibt, dann kann das Stück gespielt werden. Wenn es nicht klappt, dann haben wir Macher alle immens viel Arbeit investiert, haben viel gelernt – aber die Unterstützer haben natürlich keinen cent verloren.
  • Steuert eure Aufmerksamkeit gezielt über den eigenen Bekanntenkreis hinaus!
    Wenn die erste Freude verflogen ist, dass eure engen Freunde und Bekannte allesamt in der Unterstützerliste mit aufgetaucht sind, sollte eure Anstrengung systematisch auf Supporter gerichtet werden, die ihr noch nicht persönlich kennt. Insbesondere wenn ihr einen größeren Geldbetrag sucht. Spezifisch bei Berlin Non Stop haben wir Social Media-aktive Schlüsselpersonen aus den Bereichen Musical, LGBT, Berlin-Tourismus kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Damit das Tweeten und Posten auch für Vielbeschäftigte so einfach wie möglich wird, erhielten sie konkrete Textvorschläge, inklusive Hashtags und Bilder, so dass sie bequem per copy & paste helfen konnten.

Die nächsten Tipps aus unseren Erfahrungen erscheinen demnächst

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