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Beats Music zieht in den Kampf um die Music-Stream-Marktanteile

Musik Streaming Plattform Beats Music (Bild: Beats Music)

Musik wird heute nicht mehr gekauft, sondern gestreamt. Die amerikanische Firma Beats Music will in dem hart umkämpften Markt nun mitmischen. // von Daniel Kuhn

Musik Streaming Plattform Beats Music (Bild: Beats Music)

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify werden als Heilsbringer, oder Todesurteil der Musikindustrie gesehen – je nachdem, wen man fragt. Der Markt ist hart umkämpft und während die Großen mit immer härteren Mitteln um die Aufmerksamkeit der Hörer kämpfen, müssen ehemals angesagte Download-Portale wie Musicload bereits die Segel streichen. Trotz alledem traut sich mit Beats Music nun ein weiterer Wettbewerber auf den Markt. Ist der Dienst DOA, oder hat er reale Chancen?

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5 Lesetipps für den 20. November

In unseren Lesetipps geht es um Apples Plan mit Beats Music, mobile Suchergebnisse von Google, erfolgreiche Blogs, Netzneutralität und den gescheiterten Freedom Act. Ergänzungen erwünscht.

  • APPLE New York Times: Apple’s Plans for Beats Music Start to Take Shape: Apple plant, Beats Music in seine Geräte einzubauen. Ziel des Unternehmens ist es, gegen den Wunsch der Musiklabels die Gebühren des Streaming Services für Konsumenten von zehn Dollar auf fünf Dollar im Monat zu senken. Wegen der hohen Menge an kostenloser Musik im Internet bei Spotify und YouTube haben zuletzt viele Musiker ihren Frust kundgetan. Wie die Financial Times berichtet, möchte Apple Beats ab März 2015 in iOS aufnehmen. Bislang hat das Unternehmen keine Stellungnahme zu diesem Vorhaben abgegeben.

  • GOOGLE PHP Magazin: Google überarbeitet seine mobilen Suchergebnisse: Google plant offenbar, für mobile Geräte designte Seiten speziell zu markieren. Auf diese Weise soll es Nutzern künftig möglich sein, sofort zu erkennen, ob eine Webseite für die Nutzung durch Smartphones optimiert wurde. Google hofft, dass Webdesigner fortan mehr Seiten speziell für mobile Geräte konzipieren, um den Smartphone Besitzern das Internet zu erleichtern. Es ist sogar eine Überlegung von Google, diese in das Suchmaschinenranking miteinzubeziehen.

  • JOURNALISMUS OSK: Mit Vergnügen: Matze Hielscher und Pierre Türkowsky haben 2010 in Berlin das digitale Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ gegründet. Darin empfehlen sie Partys, Ausstellungen, Filme und Musik in der Hauptstadt. Inzwischen schreiben über 20 Autoren an dem Projekt. Im Interview erzählt Matze Hielscher, wie es zu dem Blog gekommen ist, auf welche Weise man an seine Inhalte kommt und welche Art von Beiträgen die höchste Reichweite erzielt. Er berichtet weiter, wodurch man mit einer journalistischen Seite Geld verdient und warum die Art der Ausbildung für ihn dabei keine Rolle spielt.

  • NETZNEUTRALITÄT The Drum: Net neutrality could be ‘competitive advantage’ for Europe if ‚wrong‘ decision made in US, says Baroness Joanna Shields: Joanna Shields, die Digitalberaterin des britischen Premierministers, unterstützt Obamas Standpunkt zur Netzneutralität. Sie wünscht sich mehr Regeln, um die Offenheit des Internets weiterhin zu gewährleisten, denn anderenfalls könnte dies in eine falsche Richtung führen, was einen Wettbewerbsvorteil für Europa nach sich ziehen könnte. In der letzten Woche hat sich Präsident Obama für striktere Regeln zum Thema Netzneutralität stark gemacht, nachdem einige Provider die Möglichkeit verkündet hatten, besser bezahlten Datenverkehr zukünftig eventuell zu bevorzugen.

  • FREEDOM ACT Heise: NSA-Skandal: Republikaner verhindern „Freedom Act“ zur Beschränkung der NSA-Befugnisse: Die Republikaner haben den Versuch der Demokraten blockiert, mithilfe des Freedom Acts die Datenspionage der NSA zu begrenzen. Die Möglichkeit, Telefondaten zu sammeln, sollte mit dem Gesetz eingeschränkt werden, ebenso wie der Zugriff des US-Geheimdienstes auf die Standortdaten von Providern. Die Republikaner begründeten ihre ablehnende Haltung damit, dass die USA anderenfalls nicht mehr vor Terroranschlägen geschützt werden könnte. Datenschützer hielten das Gesetz sogar noch als zu schwach, da die NSA trotzdem weiter hätte Daten sammeln dürfen.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

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Streaming rückt den Fokus auf die digitale Soundqualität

Streaming

Der wirtschaftliche Erfolg von Streaming-Diensten rückt die Soundqualität in den Fokus der digitalen (Musik-)Revolution. // von Thomas Vorreyer

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Wie viele Songs passen auf deinen MP3-Player? Wie groß ist die Bibliothek eines Streamingdienstes? Was kostet das alles? Fragen wie diese prägten bislang das Geschäft um den digitalen Musikkonsum. Zeit, sich dem Kern des Ganzen zu widmen: dem Hörerlebnis. So unterschiedliche Player wie Apple oder der Musiker Neil Young setzen derzeit auf eine Soundqualität jenseits der 320 kbps.

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Die Playlist zwischen Kuration und Code

Playlist (adapted) (Image by Delwin Steven Campbell [CC BY 2.0] via Flickr)

Google erwirbt Songza und setzt beim Thema Kuration von Musik wieder auf den Faktor Mensch. Erst kaufte Apple spektakulär die Firma Beats Music, die neben Kopfhörern auch einen kuratierten Streamingdienst im Angebot hat. Jetzt erwarb Google Songza, einen Dienst, der Playlisten offeriert, zusammengestellt von Menschen, nicht Algorithmen. Damit steht Google nicht alleine da. Verändern sich unsere Hörgewohnheiten schon wieder?

Ein neuer Shoppingtrend

Schon am Montag hatte der Streamingdienst Rdio den Kauf von TastemakerX  verkündet, einem Service, der es seinen Nutzern erlaubt, Playlisten und ganze Musikkollektionen zu kuratieren und zu teilen. Rdio erwarb sich so eine Art anonyme Redaktion, die den Dienst nach ihrer Integration näher an ebenfalls redaktionell betreute Mitbewerber wie WiMP und Beats heranrücken würde, weg von Pandorra und Spotify, die ihre Musikvorschläge noch immer mithilfe von das Nutzerverhalten analysierenden Algorithmen generieren.

Am Dienstag zog Google nach. Kolportierte 15 Millionen US Dollar soll sich der Konzern sein neues Familienmitglied Songza kosten lassen haben. Ein Schnäppchen im Vergleich zu den jüngsten Shoppingergebnissen von Apple und dem aktuell vorangetriebenen Aufbau eines eigenen an YouTube angedockten Streamingdienstes.

Songzas Geschäftsmodell sind kuratierte Playlisten, im Prinzip ist es allerdings selbst ein Streamingdienst. 2007 gegründet, hat der vor allem in den USA bekannte Service derzeit mehr als fünf Millionen Nutzer, die entweder für 9,99 US-Dollar im Monat oder eben mit Werbeunterbrechung hier Musik hören. Aktuell gibt es neu im Angebot sechs Playlisten zum Independence Day, sechs Playlisten für den Sommer, eine Liste zu jedem Haus der Fernsehserie Game of Thrones oder unzählige 90ies-Playlisten wie “90210 Slumber Party”. Diese wurden zusammengestellt von menschlichen Experten wie Musikern und Musikjournalisten, allerdings verbleiben diese bei Songza im Hintergrund. In seinen (in Deutschland leider noch nicht verfügbaren) Apps erweckt Songza im Gegenteil sogar den Eindruck, eigentlich doch durch und durch von “schlauem” Code durchdrungen zu sein.

Menschliche Steigbügelhalter

Eine Funktion namens “Concierge”, die als Einstiegstor in Songza dient, wertet die bereits etablierten Nutzervorlieben, sowie die Tageszeit und den Faktor, ob man gerade von einem Mobilgerät oder einem Rechner auf Songza zugreift, aus, um dem Nutzer unterschiedliche Aktivitäten vorzuschlagen, die dieser gerade machen könnte. An einem Freitagabend etwa Schlafengehen, Vorglühen, Tanzen etc. Anschließend fragt es nach der Stimmung des Nutzers und startet eine entsprechend optimierte Playlist.

Mit Last.fm wäre das nicht möglich. Allerdings bedeutet dies keinesfalls, dass die menschliche Kuration nun wieder wichtiger als ein bloßer Algorithmus ist. Vielmehr wird Ersteres eher zum Steigbügelhalter für Letzteres, sie schafft erste Anreize und Reaktionen, die dann umso besser auszu- und verwerten sind. Google hat das erkannt – genauso wie Spotify, das schon 2011 kuratierte Apps in seinen Streamingdienst aufnahm. Es ist wie bei unserem ersten Myspace-Freund Tom: Ist man von Anfang an nicht ganz alleine in einem neuen Angebot unterwegs, dann fühlt man sich gleich viel wohler.

Songza-Playlisten wie “We’re Crazy About These 7 Indie R&B Singers” oder “This Party-Starter is MAGIC!” zeigen zudem, dass das Buzzfeed-Prinzip natürlich auch auf Musik angewendet werden kann und dort bestens funktioniert. Der Nutzer kann es sich darüber hinaus erlauben, noch “fauler” zu werden: Statt Pandorra oder Last.FM Klick-für-Klick auf sich konditionieren zu müssen, kommt er bei Songza schon mit drei Klicks zu einer mehr oder mehr individuellen Playlist. Wie viel neue Musik dabei dann noch entdeckt werden kann, bleibt allerdings vage. Zumal Playlisten derart leicht zu kopieren sind, dass am Ende doch wieder alle Dienste – in einem Anfall der gegenseitigen Kontrolle – das Gleiche spielen könnten.


Image (adapted) „Playlist“ by Delwin Steven Campbell (CC BY 2.0)


 

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Curation is King: Menschliche Expertise statt maschineller Algorithmus

Apple & Beats (adapted) (Image by K?rlis Dambr?ns [CC BY 2.0] via Flickr)

Keine schlauen Formeln, sondern echte Menschen sollen künftig die digitalen Inhalte und Waren zusammenstellen, die wir konsumieren. Eine Kehrtwende hin zu Curation? Rund um die viel diskutierte 3-Milliarden-Dollar-Übernahme von Kopfhörer-Hersteller Beats ist ein spannender Satz gefallen. “We get a subscription music service that we believe is the first subscription service that really got it right. They had the insight early on to know how important human curation is”, sagte Apple-Chef Tim Cook im Interview mit recode.net. “That technology by itself wasn’t enough — that it was the marriage of the two that would really be great and produce a feeling in people that we want to produce.” Der Schlüsselbegriff: “human curation”.

Statt smarter Algorithmen, die uns in Suchmaschinen, Social Networks, Online-Shops oder auf Newsseiten die wichtigen Inhalte aus dem schier unendlichen Meer an Content im Netz zusammenfischen, setzt die wertvollste Firma der Welt also auf Experten, die Playlists für die Abonnenten des Musik-Streaming-Dienstes Beats Music zusammenstellen.

I´m in bed and feel romancing with my lover to trip hop”: Nutzer von Beats Music (derzeit nur in den USA verfügbar) können verschiedenste passende Playlists suchen, die eine eigene Musikredaktion sowie kooperierende Musiker, Musikmagazine (z.B. “Rolling Stones”, “Pitchfork”) und Radiosender zusammenstellen. Beim konkurrierenden Streaming-Dienst Spotify gibt es natürlich auch kuratierte Playlists von Musikmagazinen, doch haben sie keinen so zentralen Stellenwert wie bei Beats Music – vielmehr setzte Spotify sehr stark auf Facebook-Empfehlungen und einen eigenen Algorithmus, um den Nutzern neue Musik entdecken zu lassen. Auch das New Yorker Musik-Startup Songza (derzeit nur USA) setzt stark auf “Curated Content”: Nutzer bekommen etwa am Sontag Morgen die Wahl zwischen fünf Playlists (von “Waking Up Happy”, über “Recovering From Last Night” bis zu “Brand New Music”), damit sie sich nicht selber auf die Suche nach dem richtigen Soundtrack machen müssen.

Altes Modell ins Digitale übersetzt

Sind kuratierte Inhalte durch Menschenhand nun der Schlüssel zum Erfolg? Das Prinzip ist natürlich nicht neu und definiert bis heute, was es in Museen und Galerien, auf Filmfestivals oder in gut sortierten Plattenläden zu hören und zu sehen gibt. Im Digitalen poppt die Idee aber in letzter Zeit immer häufiger auf und nimmt an Fahrt auf: Bei Upworthy suchen die Mitarbeiter die ihrer Meinung nach sehenswertesten Videos im Netz, bei BuzzFeed werden Listicles (meistens zu soundso vielen sehenswerten Bildern) zusammengestellt, mit Storify präsentieren Online-Journalisten die wichtigsten Social-Media-Inhalte zu einem bestimmten Thema. Auch im eCommerce greift das Phänomen um sich: Anstatt die unendliche Warenvielfalt von Amazon nachzuahmen, gingen “Curated-Shopping”-Dienste wie Outfittery oder Modomoto dazu über, dem Kunden eine Auswahl der ihrer Meinung nach besten Klamotten zusammen zu stellen. Schließlich setzen auch Pinterest oder teilweise Tumblr darauf, dass die Nutzer aus dem Überfluss an digitalen Inhalten die besten per Hand auf Pinboards oder in Blogs zusammentragen – Komplexitätsreduktion im Big-Data-Zeitalter.

Dass aber nun auch Menschen und nicht nur Zauberformeln wie “PageRank” (Google) oder “EdgeRank” (Facebooks News Feed) darüber bestimmen sollen, welche Videos, Songs, News, Apps oder Kleidung wir im Internet bekommen sollen, stellt doch eine interessante Abkehr von zwei Paradigmen dar, die noch vor kurzem alles dominierten: Erstens das Social Web und zweitens die immer stärkere Automatisierung. Soziale Empfehlungen (“word of mouth”) bei Facebook oder Twitter versprachen die Verbreitung von Inhalten über Mundpropaganda, und Algorithmen, hieß es, könnten berechnen, was ein Mensch sich wünscht, bevor er es selber weiß. So perfekt funktioniert beides aber dann doch nicht, weswegen jetzt Experten zu Einsatz kommen, die für andere zusammentragen, was sie konsumieren sollen. Bei Spotify zeigt sich das sehr gut: War der Musikstreaming-Dienst zuerst sehr stark von Facebook-Empfehlungen und dann vom “Entdecken”-Algorithmus geprägt, rücken die Macher in der neuen App nun kuratierte Playlists (von “Songs to Sing in the Shower” bis “Skate Park Punks”) in den Vordergrund.

Experten statt Freunde

Der Trend zum “Curated Content” ist dabei nicht mit “User Generated Content” zu verwechseln: Es geht darum, dass so genannte Experten Playlists, Nachrichten und Einkaufskörbe zusammenstellen und nicht die lieben Facebook-Freunde. Für Internet-Arbeiter sind das eigentlich gute Nachrichten. Denn wenn der Trend nachhaltig ist, dann müsste es bald das neue Berufsbild des Content-Kurators geben, der sich für die Kundschaft durch Musik-Plattformen, Video-Portale und Lagerhallen wühlt, ein “Best of” zusammensucht – und dafür hoffentlich gerecht entlohnt wird.

Wie funktionieren Apples und Googles “Redaktionen”?

Dass Internet-Firmen ihre Mitarbeiter als Kuratoren einsetzen und ihnen damit Jobs zugestehen, die jenen von Journalisten sehr ähneln, birgt aber auch Probleme. Die App Stores von Apple und Google sind das beste Beispiel dafür: Für beide Software-Shops sind so genannte “Redaktionen” dafür verantwortlich, welche Apps den Nutzern auf der Startseite empfohlen werden. Im Mobile-Zeitalter kann eine Platzierung in den “Empfehlenswert”-Bereichen über Erfolg oder Misserfolg einer Firma entscheiden. Dabei ist aber völlig intransparent, wer diese Redakteure sind, wo sie sitzen und nach welchen Regeln sie Apps auswählen – ansonsten würde es nicht die immer wiederkehrenden Geschichten in App-Entwickler-Kreisen geben, dass eine “gute Zusammenarbeit” mit den ominösen App-Store-Mitarbeitern bei der Platzierung helfe. Wohlgemerkt: Werbeschaltungen (= gekennzeichnete Platzierung von Content gegen Bezahlung) bieten Apples und Googles App Stores nicht. Und so bleibt im Dunkeln, wie die “Empfehlungen” zustande kommen.


Image (adapted) „Apple & Beats“ by K?rlis Dambr?ns (CC BY 2.0)


 

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